JCVD

J C V D
mabrouk el mechri
belgien luxemburg
2008

Jean-Claude Van Damme ist im Moment nicht so gut drauf. Gerade hat er in den USA den Sorgerechtsstreit um seine Tochter verloren und sein Anwalt wartet immer noch auf sein Geld. Jean-Claude braucht eine Auszeit und reist zurück in seine Heimat. Belgien. Er versucht dort erst einmal Geld abzuheben, um seinen Anwalt bezahlen zu können. Aber wie es scheint ist er komplett Pleite.

Als dann Schüsse in der Postfiliale fallen, glaubt die Polizei an einen Postraub durch Jean-Claude. Die Belgier stehen hinter ihrem Idol.

Schon im Vorfeld konnte man erahnen, dass JCVD kein typischer Jean-Claude Van Damme Film wird. Dass Jean-Claude Van Damme aber derart überzeugt, dass konnte keiner ahnen. Das war noch völlig offen, denn ehrlich… hat man Van Damme jemals schauspielern sehen? Ich glaube nicht. Ich weiß nicht, was man Jean-Claude während der Dreharbeiten gab, aber er spielt sich hier umgehend in unsere Herzen. Weil er mal ausnahmsweise kein Timecop oder ein Universal Soldier ist sondern ganz einfach sich selbst spielt. Dass der Film ursprünglich auf Französisch gedreht wurde, gab’ ihm vielleicht den letzten Kick und er konnte alles aus sich raus holen. Er braucht eigentlich keine Muckies und / oder Kicks. In JCVD ist er fast ein vollwertiger Charakterdarsteller. Das Gesicht markant, die Mimiken in selbigem stets passend und den Höhepunkt des Films – eine minutenlange Szene, in denen Jean-Claude über sein Leben reflektiert – meistert er scheinbar mühelos. Wie kann jemand, der vorher nur Tritte austeilte und auch abseits des Films nicht sonderlich positiv auffiel eine derartige Wandlung erleben? Es wird mir für immer ein Rätsel bleiben, aber ich freue mich für ihn. Er schaffte es, meine Meinung über ihn ein klein wenig zu ändern und man kann sogar sagen, dass nun so etwas wie Respekt da ist.

Völlig krank, ich weiß!

Zudem kann man sich bei JCVD an einem klasse Drehbuch erfreuen, welches als Auflockerung noch diverse Zeitsprünge parat hält, die aber erfreulicherweise unkompliziert ablaufen und alles andere als verwirren oder langweilen. Der Film schafft es Satire, Witz und Drama zu einer homogenen Mischung zu vereinen, ohne dass ein bestimmter Teil davon herausstechen würde. So lacht man sich teilweise bei den Dialogen ziemlich schlapp, während man 5-minuten später gespannt die Ruhe genießt oder dem Drama lauscht, welches da ist Jean-Claude Van Dammes Leben. Die zahlreichen Seitenhiebe auf das Filmgeschäft sind klasse und auch vor einem John Woo wird hier nicht halt gemacht.

Besonders überraschte mich auch die ganze Kameraarbeit. Tolle Einstellungen gaben sich hier die Klinke in die Hand und über dem kompletten Film liegt eine Art Grau/Braun-Schleier, der vermutlich direkt deutlich macht, wie es in Jean-Claudes Leben aussieht. Dazu ein bisschen Grain hier, viele Nahaufnahmen von Jean-Claudes markantem Gesicht da und fertig ist ein optisch hochwertiger Film, der den ganzen ohnehin schon positiven Rest zusätzlich aufwertet. Einfach klasse?

Sowohl für Fans von Jean-Claude geeignet, als auch für Leute, die ihn eher lächerlich finden. Definitiv Jean-Claude Van Dammes bester Film. ~_??

Pen Pen Pen Pen Transpen

Storm Rider – Clash Of Evil

STORM RIDER
c l a s h . o f . e v i l
(Hong Kong / China 2008)

Irgendwann im alten China. Der Martial Arts Meister Conquer will alle Kampfschulen des Landes unterwerfen und ihre Techniken ausrotten, um eine einzige, riesige Schule zu etablieren. Auf dem Weg dahin tötete er die Familien von “Wind” und “Wolke”, welche sich kurz darauf hin Conquer anschlossen… um ihn irgendwann zu töten. Um dies zu tun bemächtigt sich “Wind” der geheimnisvollen Kraft des Flame Kylin. Sollte er es nicht unter Kontrolle haben und zu einem Monster mutieren, so versprach “Wolke”, ihn zu töten.

Es kommt, wie es kommen muss…
Ich liebe diesen Satz. So geil Klischee, ooaahhhhh!

Bis hier hin versteht man ja noch alles. Ich war etwas überrascht und erfreut gleichermaßen. Das Problem dabei ist nur… das sind nur die ersten 7 (!) Minuten des Films. Der ganze Klappentext und das Finale, dass man sich so vorstellt, wird also in den ersten 7 Minuten schon abgehandelt. Man fragt sich, was danach kommt? Tja… das große Problem des Filmes. Eine Vielzahl neuer Charaktere, die man a) aufgrund der komischen Namen und des Zeichenstils anfangs schlecht außeinander halten kann, b) die wenig bis gar nicht eingeführt werden und die c) zuguter letzt teilweise ziemlich unnötig sind. Ein bisschen mehr Ordnung hätte hier wahre Wunder gewirkt, aber leider ist man echt ein wenig überfordert. Erst recht in der Hinsicht, dass vermutlich nicht jeder die Comics, auf denen dieser Film basiert, kennt. Die meiste Zeit sitzt man also da und überlegt, woher dieser Charakter nun kommt, was seine Beweggründe sind und was er nun mit dem anderen Charakter zu tun hat.

Aber es gibt Abhilfe. Immer, wenn man gerade wieder durch die Story verwirrt wird, fängt eine Kampfsequenz an. Die ersten 7 Minuten zeigten schon eindeutig, woraufhin dieser Film hinausläuft: CGI unterstützte Kämpfe. Viele. Und die Abwechslung braucht man aufgrund der wirren Story auch dringend. So lehnt man sich also zurück und genießt die durchaus actionreichen Kampfsequenzen. Die meisten Personen in den Kampfsequenzen sind ziemlich gute Kämpfer, die tolle CGI Effekte heraufbeschwören können und so geht’s dann auch ab. Hier fliegen nicht nur Fäuste und Tritte, sondern gleichermaßen Drachen, bunte Feuerbälle, Druckwellen, Wasser und jede Menge anderer Partikel. Und das ist toll, denn die CGI Effekte sehen teilweise ziemlich gut aus. Es macht einfach Spaß zuzuschauen, auch wenn man mit kaum einem Charakter mitfiebert oder Angst um ihn hat.

Scheißegal!



Gerade auf Blu-ray waren die Effekte dann doch ein wenig beeindruckend, muss ich sagen. Oft kommen sie über “Standard” nicht hinaus, aber ab und zu blitzen richtig gut aussehende Sachen hindurch, wie zum Beispiel der Kampf bei dieser Insel im Wasser auf einem Berg (???). Hier erkennt man teilweise millionen einzelner Partikel, die Farben sind unfassbar bunt und satt und die Wellen sind wundervoll animiert. Der Film ist ohnehin eine Augenweide. Die Hintergründe sind teilweise grandios detailliert, was man besonders in HD wunderbar genießen kann und die restlichen CGI – also nicht Kampfspezifische – fügen sich hervorragend in die Hintergründe ein. Leider fällt gerade das Wasser manchmal sehr, sehr positiv auf und manchmal hat es 1992 Charme. Schade, dass man hier kein konstant hohes Niveau bieten konnte.

Die Figuren hingegen sehen zwar animetypisch aus, können aber mit den größeren Animeproduktionen nicht ganz mithalten. Der Zeichenstil ist oft ziemlich kantig / hart, die Animationen nicht wirklich flüssig und gerade ein bisschen besseres Charakterdesign hätte hier das Wirrwar der Story evtl. etwas zerpflückt. Aber keine Ahnung inwieweit man sich da an die Comicvorlage hielt / halten musste. Optisch geht das Gesamtkonzept des Filmes durchaus auf. CGI und traditionelle Animationstechniken ergänzen sich ziemlich gut und einen hübscheren Zeichentrickfilm gibt es ohnehin nicht aus China / Hong Kong.

Auf Blu-ray kann man den Film durchaus als “Demonstrations Blu-ray” durchgehen lassen, da hier Sound- und Bildqualitätsmäßig einiges geboten wird. Selbst die vernachlässigte Story ist aufgrund der sehr vielen Kampfszenen schnell ausgeglichen. Leider verhindert genau das aber, dem Film ein “Gesicht” zu geben. Einen Wiedererkennungswert.

Es ist eben nur eine Blu-ray Demonstration.

Pen Pen Pen Transpen Transpen

Auf DVD Hätte ich übrigens noch einen Pen weniger gegeben.

Merry Christmas Mr. Lawrence

Merry Christmas Mr. Lawrence
United Kingdom – Japan – 1983 – Nagisa Ōshima

1942. Ein japanisches Gefangenenlager in Indonesien. Der britische Colonel John Lawrence (Tom Conti) versucht sich als Vermittler zweier Kulturen. Die japanischen Aufseher schauen mit Verachtung auf die britischen Gefangenen herab, die lieber die Haft aussitzen, als sich – wie es für die Japaner richtig wäre – umzubringen. Durch den Lagerkommandanten Yonoi (Ryuichi Sakamoto), der zwar streng, aber auch eine feinsinnige Persönlichkeit ist, genießen die Gefangenen eine halbwegs akzeptable Behandlung. Auch Sergeant Gengo Hara (Takeshi Kitano) hat einen guten Draht zu den Gefangenen, vor allem John Lawrence, auch wenn es hin und wieder zu Außeinandersetzungen aufgrund kultureller Missverständnisse kommt. Alles eines tages Jack Celliers (David Bowie) als Gefangener in’s Lager kommt, bemerken Gefangene, sowie Aufseher erste Veränderungen.

Ich kaufte mir einst die DVD für 1 EUR in Köln und hatte eigentlich so gut wie keine Ahnung über den Film. Was ich kannte war das Titel Thema von Ryuichi Sakamoto, welches ich schon Jahre zuvor als Chiptune auf dem Amiga hörte. Richtig, Ryuichi Sakamoto spielt hier einerseits die Hauptrolle und machte einfach noch den durchaus gelungenen Synthie Soundtrack zum Film. Völlig krank. Anfangs war ich etwas verwundert über die Beziehung, die Aufseher und Gefangene haben. Es kam mir teilweise fast schon zu locker vor. Gerade Lawrence nimmt sich viel raus und redet mit den Aufsehern, wie es sich eigentlich nicht für einen Gefangenen gehört. Aber auch Gengo Hara hat als Aufseher ein fast schon zu freundliches Verhältnis zu den Gefangenen. Und im krassen Gegensatz dazu stehen Szenen in denen Lawrence von eben diesem Gengo Hara geschlagen wird, etc. Sehr weird alles.

Mit dem Auftreten von David Bowie wird dann alles noch einen tick krasser. Aber man vermutet schnell warum. Lagerkommandant Yonoi hat ein Auge auf David Bowie geworden. xD? Wtf. Gleich in einer der ersten Szenen wird klar gemacht, dass Homosexualität in Japan und besonders in der Armee Japans nicht wirklich toleriert werden kann. Wir ahnen also schon, dass es hier zu einem Konflikt kommen wird. Tut es dann auch und der Höhepunkt des Films überraschte mich anfangs, ist aber im Nachhinein einfach grandios.

Ich hätte mir vorher einfach eine kurze Inhaltsangabe durchlesen sollen, dann hätte ich evtl. so manchen komischen Gedanken nicht gehabt und mich mehr auf das Wesentliche des Filmes konzentrieren können. Nichts desto trotz bin ich positiv angetan und fand ihn eigentlich ziemlich gut. Zwar gibt es keine großartigen Kameraeinstellungen und die Qualität der DVD ist ohnehin mieß, aber darum geht es auch gar nicht in diesem Film. Hier geht’s mal wieder mehr um die Charaktere und deren Beziehung zueinander.

Pen Pen Pen Pen Transpen

Battle Of Wits

Battle Of Wits
Hong Kong 2006

370 vor Christus. China ist in sieben verschiedene Staaten unterteilt, die sich alle gegenseitig erobern wollen. Die Stadt Liang steht einer Attacke der gegnerischen Zhao Armee kurz bevor. Da die Stadt Liang der Zhao Armee zahlenmäßig wesentlich unterlegen ist, bitten sie einen Krieger des Mozi Volks um Hilfe. Der Mozi Ge Li (Andy Lau) kommt in die Stadt um selbige zu retten. Er verlangt keine Bezahlung oder Geschenke, sondern die uneingeschränkte Kontrolle über das Heer der Stadt. Will er Liang wirklich nur verteidigen oder schmiedet er einen anderen Plan?

Battle Of Wits schaute ich mir eigentlich nur an, weil ich die DVD aus dem Magazin SFT klaute und somit für ca. 0 EUR daran kam. Ich erwartete ein Schlachtenepos, bei dem ich nicht wirklich etwas kapierte und mich die chinesische History förmlich erschlägt. Aber Battle Of Wits ist dabei ganz anders. Die Geschichte konzentriert sich nur auf zwei verfeindete Staaten und lässt alles andere, unwichtige weg. Was wir im Film erleben ist tatsächlich nur die Tage der Belagerung Liangs durch die Zhao Armee und wie Ge Li versucht die Stadt zu halten. Ich kam relativ schnell in den Film rein, da die erste Hälfte überwiegend von strategischen Finessen einer Kriegsführung handelt und sich stark auf Ge Li konzentriert. Man findet sich also schnell zurecht und es kommt sogar schon Spannung in Form von Kämpfen und der Zeit davor zustande.

Ab der zweiten Hälfte wechselt das Augenmerk des Filmes etwas und man sieht sich dessen ein bisschen hilflos gegenüber. Es ist nicht mehr so ganz klar, was der Film, was Ge Li überhaupt will und es kommt alles ein wenig in’s Stocken. Das ist schade, denn die Minuten davor waren eigentlich ziemlich in Ordnung. Andy Lau bringt den Charakter des Ge Li symphatisch rüber und die Geschichte lässt ab der zweiten Hälfte noch genug Raum für etwas Spannung, auch wenn es etwas konfus wird.

Es gibt sicher epischere Filme, vor allem bei den Schlachten und den Aufnahmen von marschierenden Armeen, aber Battle Of Wits hat hier durchaus auch gute Aufnahmen zu bieten. Die Optik stimmt durchweg, die Armee ist riesig und auch ansonsten ist die Cinematographie top. Der Soundtrack allerdings könnte ein bisschen epischer, bzw. aufdringlicher sein. Überraschenderweise blieb er stark im Hintergrund und das, obwohl er von Kenji Kawai höchstpersönlich ist.

Alles in allem gar nicht mal so übel, wie ich anfangst vermutete. Symphatische Schauspieler, eine nicht zu verwirrende Story und tolle Optik. Dennoch muss ich mich (leider) zwischen 3 oder 4 Penen entscheiden. Ich nehme wohl die 3, da mir dann am Schluss doch ein bisschen “Epik” fehlte, die den Film noch etwas besonderer gemacht hätte.

Pen Pen Pen Transpen Transpen

The Touch

THE TOUCH
Hong Kong, Taiwan, China 2002

Yin (Michelle Yeoh) ist zusammen mit ihrem kleinen Bruder (Brandon Chang) Artistin in einem sicken Zirkus. Eines Tages taucht ihre Jugendliebe Eric (Ben Chaplin) mit einem sehr alten Artefakt auf. In Kombination mit einer Schriftrolle führt dieses Artefakt zur sagenumwobenen “Sharira”, von welcher Yins Vater andauernd laberte. Klar, dass sich für dieses dolle Ding dann auch Bösewichte interessieren, der kleine Bruder noch in Gefahr gerät und irgendwie alle dieses sicke Ding dann suchen. Und schon kann das Abenteuer beginnen, hurra!

Bei “The Touch” fällt einem als aller erstes der “internationale Touch” (ahuehaeu) auf. Der Film ist komplett auf Englisch gedreht, der Soundtrack von Basil Poledouris (Of Starship Trooper und Robocop fame), diverse britische Schauspieler geben sich die Ehre und überhaupt erinnert alles an die fluffigen Hollywood Abenteuer Blockbuster der späten 80er Jahre. Mit Michelle Yeoh, der Story um ein sagenumwobenes Artefakt, einem Komponisten wie Basil und einem Kameraman wie Peter Pau hätte man eigentlich ziemlich was reissen können. Leider tat man das nicht. Michelle Yeoh kämpfte in Hong Kong Filmen schon viel besser, Peter Pau filmte in Hidden Tiger Crouching Dragon schon schönere Landschaften / Szenen und Basil Poledouris bekleckerte sich auch nicht gerade mit Ruhm. Zu wenig abenteuerliche Innovationen (wie etwa die genialen Szenen aus Jackie Chans Armour Of God 2) und uninspirierte, bzw. teilweise gelangweilte Schauspieler sind das große Problem.

Eigentlich schade, denn die Sets stimmen und hin und wieder gibt es sogar witzige Szenen. Eine Fahrt durch die Wüste, ein Besuch in Tibet und sogar etwas Höhlenforschung Lack und Leder! hätten durchaus Anlass für tolle Kampfszenen oder etwas Spannung gegeben. Das wurde aber leider nie umgesetzt. Man hatte vermutlich genug damit zu tun, die westlichen Schauspieler beim Kung Fu gut aussehen zu lassen, als dass man sich hätte noch auf eine ausgefeilte Choreographie konzentrieren können. Besonders enttäuscht bin ich von der Kameraarbeit, die zwar stehts in Ordnung geht, aber nie wirklich hervorragend oder bombastisch ist. Da sah man schon weitaus gelungeneres von Peter Pau.

Die besonders am Schluss total miesen CGI Effekte besiegeln dann das Schicksal von “The Touch” endgültig. Gerne wäre er ein leichter Hollywood Blockbuster Abenteuerfilm geworden, aber es reichte einfach nicht. Zu unausgegoren waren die einzelnen Zutaten. Am Ende bleibt nur ein ganz witziger Abenteuerfilm, den man sich vor lauter Langeweile mal im TV anschauen kann, aber nicht unbedingt auf DVD kaufen muss.

Pen Pen Transpen Transpen Transpen

The Cat


(Das geniale Kinoposter. Ich will???)

THE – CAT
aka the 1000 years cat
Hong Kong 1991

Wisely (Waise Lee) ist Autor und kommt durch seinen fetten Kumpel Lee Don einer interessanten Geschichte auf die Spur, die Stoff für seinen nächsten Roman liefern könnte. Über Lee Dons Wohnung hämmert es Nacht für Nacht so laut, dass man kaum schlafen kann. Als die lauten Nachbarn hastig ausziehen hält es Lee Don nicht mehr aus und schaut sich die Wohnung an. Dort findet er unter einem Stapel Zeitungspapier Gedärme.

Menschliche?


(Links: Ab und an gibt es – vor allem mit der Katze – richtig gute Einstellungen! | Rechts: Epic! Hund gegen Katze)

Ui ui, ist das spannend. Was führen die komischen Bewohner – ein Mann, ein Mädchen und eine Katze – nur im Schilde? Naja, die Auflösung gibt’s schnell, die 3 sind einfach aus dem Weltall – ja, inklusive Katze – und suchen zwei Artefakte um etwas böses zu zerstören. Soweit zur Story. Viel mehr gibt es auch nicht zu entdecken. Was mich fast schon etwas enttäuschte. Sicher, das ist nur ein B-Movie und noch dazu aus Hong Kong, aber selbst da hätte ich mir etwas “mehr” erwartet. Noch einen total sicken Twist oder eine total unnötige Nebenhandlung die das bisschen, was da ist, wenigstens noch etwas “streckt”. So kann die Story also nicht wirklich fesseln. Sobald heraus ist, dass es zwei Artefakte und etwas böses gibt, wissen wir Bescheid.


(Links: Die Schlusszene erinnerte ein wenig an Ghostbusters 2 | Rechts: Das böse außerirdische ist ziemlich abgefahren)

Bleiben also einzig und allein die Special Effects die Hong Kong typisch mehr witzig, wie grandios ausfallen. Aber das fand ich hierbei gar nicht so verkehrt, da man so wenigstens etwas zum Schmunzeln hat und die Special Effects einen bei Laune halten. Als ganz großer Höhepunkt des Filmes sei natürlich hier noch einmal der Kampf zwischen der Katze und dem Hund erwähnt, der an Unfassbarkeit nicht zu überbieten ist. Schade hierbei ist nur, dass die Special Effects stellenweise sehr lame aussehen, denn manche Szenen kommen wirklich gut rüber und hätten fast so etwas wie einen großartigen Kampf ergeben. Und eine außerirdische Katze gegen einen irdischen Hund kämpfen zu sehen ist schon… sehr speziell.

Aber neben diesem Fight muss ich mal ganz persönlich die “gemalten” Special Effects in Form von Blitzen / Strom hervorheben. Mir fiel sofort auf, wie absolut flüssig diese gemalt wurden und wie gut sie actually aussahen. Ihr kennt sowas bestimmt noch aus Filmen wie Ghostbusters, als man diverse Special Effects noch regelrecht auf das Zelluloid malte. Oft fällt das eher negativ in Filmen auf, da sich anscheinend nur die wenigsten die Mühe machten wirklich viele Frames und realistische Blitze zu malen. The Cat jedenfalls ist ein Paradebeispiel dafür, wie solche superimposed Blitze aussehen sollten. Aber leider gibt’s ja heutzutage Computer. Sad

Pen Pen Transpen Transpen Transpen

Yesterday

Yesterday
Korea 2003

Also da sind random Polizisten. Eine Eliteeinheit oder so. Die sind irgendwelchen Terroristen auf der Spur, weil diese irgendwelche Wissenschaftler getötet haben. Und als die denen da so auf der Spur sind, dann… eh… schießen sie viel und entdecken am Schluss noch ein düsteres Geheimnis! Ui!

Was ist das denn für ein Rotz gewesen? Irgendwie war mir so, als hätte ich über diesen Film gute Kritiken gelesen, aber leider war er so langweilig wie eine Staffel Queer As Folk!? Irgendwie checkte ich die ganze Zeit nicht, was die random Polizeitruppe da die ganze Zeit macht, was sie eigentlich wollen und wer die random Terroristen sind. Kann sein, dass ich einfach nur zu blöd war, das zu kapieren, aber es könnte auch durchaus sein, dass der Film einfach scheiße ist. Zu keinem Zeitpunkt hat mich auch nur irgendwas an dem Film interessiert. Weder die vielen Schießereien, noch die durchaus guten Special Effects. Alles war langweilig, langweilig, langweilig.

Ich kann nicht einmal objektiv beschreiben, was den Film schlecht macht, weil ich die ganze Zeit nur im Halbschlaf zuschaute. Ich konnte der Story ja eh nicht richtig folgen, also juckte es mich auch herzlich wenig, wenn der Polizeichef erschossen wird oder die random (zugegeben, hübsche) Tussi auf einer Bombe steht.

Liegt es nur an mir, oder am Film?

Transpen Transpen Transpen Transpen Transpen

Three – Going Home

T H R E E:
Going Home
(Hong Kong 2002 – Peter Chan)

Chan (Eric Tsang), Polizist beim Hong Konger CID, zieht mit seinem Sohn in einen fast verlassenen und heruntergekommenen Wohnkomplex, der bald geräumt werden soll. Lediglich der Hausmeister und Mr. Yu (Leon Lai) samt seiner Frau sind dort noch anzutreffen. Obwohl Mr. Yu direkt gegenüber wohnt, erfährt Inspektor Chan nicht viel von ihm. Dass Mr. Yu so ruhig ist und abends schwarze, tropfende Plastiktüten zu den Mülleimern bringt, macht Inspektor Chan stutzig. Als dann auch noch sein Sohn verschwindet bricht Chan in Yus Wohnung ein und entdeckt seine tote Frau. Was hat Mr. Yu mit ihr vor?

Going Home ist der Hong Konger Teil der Compilation “Three” und mit ca. 45 Minuten sogleich der längste der drei Kurzfilme in dieser Box. Das hat er zwingend nötig, denn neben dem eher vernachlässigten Horror spielt hier “Drama” eine große Rolle. Die Beziehung von Mr. Yu zu seiner Frau, sowie die von Chan zu Mr. Yu sind viel mehr das Hauptaugenmerk des Filmes. Dabei hätte man mit den tollen Kulissen des ziemlich verrotteten Plattenbaus in Kombination mit Christopher Doyles Kamerarbeit eine ziemlich gute Basis gehabt. Aber hier war anderes wichtiger.

Eric Tsang stellt hier mal wieder unter Beweis, dass er auch dramatische Rollen fulminant absolviert, während Leon Lai ein bisschen zurückhaltender ist. Die ruhige Art kauft man ihm sofort ab, aber die Liebe zu seiner kam bei mir persönlich nicht ganz so gut rüber. Trotzdem kann man sich gut in den Film – vor allem Eric Tsangs Rolle – hineinversetzen und wartet gespannt darauf, was nun am Schluss noch passieren möge. Es gibt sogar noch eine Art Twist, der zwar etwas seicht ausfällt, aber durchaus überzeugen kann und vor allem zum Rest des Films passt.

Pen Pen Pen Pen Transpen

Avenging Fist

A V E N G I N G . F I S T
HONG KONG 2001 . ANDREW LAU . WONG JING

Die Zukunft. Nova (Wang Lee-Hom) und sein Kumpel düsen mit schwebenden Superrollern durch die Straßen und haben einfach Spaß am Leben. Nova kann relativ gut kämpfen und hat selten vor jemandem Angst, so verwundert es nicht, dass er irgendwann in eine Schlägerei in einer Disco gerät. Bei dieser Schlägerei taucht Polizeiinspektor Dark (Sammo Hung) auf und sieht in einem kurzen Moment, wie Nova die “Avenging Fist” anwendet. Eine Kampftechnik, die Dark nur von seinem alten Polizeikumpel (Yuen Biao) kennt. In der Zwischenzeit versucht die “Combat 21″ Truppe die Herrschaft der Stadt an sich zu reissen und… naja sie stänkern halt random rum und dann gibt’s hier und da einen Kampf, random andere Dinge passieren noch und am Schluss ist’s eh alles völlig egal.


(Links: Geil, Ekin Cheng! Leider nur ein Gastauftritt | Rechts: Sammo Hung mit dem “Power Glove”)

Gott. Was für ein Drecksfilm. Ich hab’ ihn mir mal bei einem Ramschverkauf im lokalen Ghettoshop gekauft, weil er “nur” 3 EUR kostete und ich einst im Internet noch las, dass er “ganz ok” sein soll. Immerhin schaute ich ja schon Stormriders vom gleichen Regisseur und befand ihn auch für “ganz ok” und hatte ein paar Minuten Spaß. Aber was Andrew Lau diesmal hier fabriziert ist echt so lächerlich, dass man teilweise richtig hinguggen muss, um es zu glauben.

Das fängt natürlich erstmal bei den CGI an, die stellenweise eigentlich echt ok aussehen, aber manchmal so unsagbar lächerlich sind, dass man echt weinen muss. Das Hitzeflimmern von Raumschiffen, die Effekte bei den Kämpfen und das komische CGI Monster wirken alle so billig, dass Avenging Fist nicht einmal mit Amateurfilmen auf YouTbe mithalten kann. Die Stadt wurde stellenweise nice umgesetzt und erinnert stark an Blade Runner, aber sobald andere Elemente (wie z. B. Schauspieler?!) darin auftauchen, möchte man nur noch kotzen.

Witzig sind auch unfreiwillig komische szenen wie z. B. wenn Leute “telefonieren”. Die halten einfach ihre Faust an’s Ohr, wie auf dem zweiten Screenshot zu sehen und labern dann. So telefoniert man anscheinend in der Zukunft und vom Produktionsteam störte sich anscheinend echt keiner daran, dass das evtl. etwas lächerlich aussieht. Nur die Szene, in der Novas Schwester sich ein “leiht”, ist lächerlicher.


(Links: Roy Cheung in Naziuniform | Rechts: In der Zukunft telefoniert man so. Kein Witz?!)

Die Besetzung glänzt vor allem eher mit Popsternchen, die nichts zu sagen haben und offensichtlich nichtmal die Basics der Schauspielschule beherrschen. Wenn Iron Surfer (!?) um seine Freundin weint, dann möchte man ihm leider eher in die Fresse hauen, als ihn zu trösten?! Sammo Hung und Yuen Biao bilden da leider keine Ausnahme. Welch Potential hier verschwendet wurde, ist echt unfassbar. Sammo Hung kämpft teilweise gar nicht, während Yuen Biao mit einer bescheuerten Maske herumrennt und seine Kämpfe im CGI Gewitter, welches jede Szene überlagert, leider untergehen. Da half nicht einmal mehr ein Corey Yuen (Sehr famous action Coreograph), der vermutlich ohnehin nur 2 Tage am Set war. Immerhin sehen wir Roy Cheung (City On Fire, The Mission, Exiled…) in einer Plastik-Nazi-Uniform. Das ist reisst jetzt zwar auch nichts mehr raus, ist aber immerhin eine interessante Erfahrung.

Irgendwie vermutete ich ja schon, dass dieser Film Gülle ist. Aber irgendwie siegte dann doch die Hoffnung in mir, ein paar lustige CGI gestützte Fights in der Zukunft zu sehen. Ich bereute es. Macht nicht den gleichen Fehler und setzt einen dicken Haufen Kot auf die DVD, wenn ihr sie im Laden seht.

Einen Pen gab’s dann doch für den Versuch eines Hong Kong Regisseurs einen Sci-Fi Film zu drehen. Mich würden mal mehr Hong Kong Sci-Fi Filme interessieren.

Pen Transpen Transpen Transpen Transpen

P.S.: Dieser Film startete übrigens als Tekkenverfilmung. Daher die Ähnlichkeit der Charaktere Nova und Iron Surfer mit Charakteren aus dem Spiel. Namco ließ dann die Benutzung der Tekken Marke nicht zu da… ja, da die Filmemacher einfach vorher keine Genehmigung einholten. xd? Sie drehten einfach schon einmal und frugen dann erst bei Namco nach.

9413

 

9413 Hong Kong 1998

“Smash Head” (Francis Ng) ist ein desillusionierter, aber auch leicht zum Ausflippen neigender Bulle, dem neben einigen Ticks (so hasst er etwa den Anblick von umweltverschmutzendem Schaumstoff oder Gummischlappen) vor allem seine Vergangenheit auf dem Gewissen lastet: Vor Jahren erschoss er bei einem Einsatz versehentlich eine weibliche Geisel, bei der darauffolgenden Untersuchung des Falles rettete nur Officer Kar (Fredric Mao) mit seiner Aussage seinen Hals. Seitdem sitzt dieser ihm mit ständigen Gefallen im Nacken, die Smash Head nur weiter in die Depression und Verzweiflung treiben. Sein Lichtblick ist die Psychiaterin Carmen (Christine Ng), die es als Einzige schafft, sich seiner gepeinigten Seele zu nähern.

Bedenkt man vor allem zwei Dinge – nämlich, dass 9413 (der Titel ist ein Verweis auf die Nummer der Dienstwaffe des erschossenen Partners Smash Heads, dessen Mord im Verlaufe des Films aufgeklärt wird) einerseits das Regiedebüt von Francis Ng ist, und andererseits mit vermutlich minimalem Budget innerhalb von zwei Wochen abgedreht wurde, kann man nicht anders, als beim Abspann mit offenem Mund dazusitzen. Es handelt sich um einen außerordentlich erwachsenen Film, der die üblichen Genrekonventionen nutzt, um ein beeindruckendes und bewegendes Psychogramm eines Menschen zu zeichnen, der sich nach Außen hin als extrovertierter, irrer Macho zeigt, aber letztlich nur seine eigene Verzweiflung zu verstecken versucht.

Das wäre natürlich nicht halb so eindrucksvoll ohne den von Ng selbst gespielten Charakter, der ihm wie auf den Leib geschnitten ist. Auch wenn sich Ng als Regisseur wenig bemüht, sich selbst als Schauspieler in seinen Tendenzen zum Overacting zu zähmen, passt dies hier für seinen Charakter einfach perfekt und macht den Zwiespalt zwischen Schein und Sein nocheinmal deutlicher. Hinzu kommt auch die Leistung von Christine Ng, die für Smash Head zur einzigen Trost- und Hoffnungsquelle wird. Sie ist etwas völlig anderes als etwa die ebenfalls im Film auftretende Nutte Mandy (Amanda Lee), mit der sich Ng zuvor vergnügte – Carmen versteht ihn mehr als jeder andere Mensch. Sie ist ein Ruhezentrum des Films, und strahlt vor allem in Kontrast zum hyperventilierenden Ng stets genau dieses Gefühl aus.

9413 ist dabei – vor allem im ersten Drittel – nicht einfach zu durchblicken. Genau wie Smash Head fühlen wir uns schon bald recht verloren und wissen gar nicht so recht, in welche Richtung der Film gehen soll. Diese Probleme, die sich vor allem in leicht selbstgefällig wirkenden, sehr ausschweifenden Sexszenen, Zeitlupeneinstellungen und anderen überbordernden Spielereien ausdrücken, werden sicherlich nicht jedem gefallen. Aber Ng zieht zum Glück an der richtigen Stelle an, strafft seinen Plot und führt die Geschichte zu einem HK-typischen, aber dennoch absolut schönen Ende.

Dazu kommen weitere positive Faktoren, wie etwa die absolut originelle Musik – ruhige Synthieklänge und krachend elektronische Geräuschkulissen, die so auch den seelischen Zustand Smash Heads widerspiegeln, oder die gewohnt überdurchschnittliche Kameraarbeit von Herman Yau. 9413 ist ein beispiellos einzigartiges Stück Hongkong-Film. Irgendwo zwischen der Arthouse-Ästhetik eines Wong Kar Wai und dem biederen Triadenfilm experimentiert Ng mit einer nahezu beängstigenden Selbstsicherheit. Keine Ahnung, wen er bestechen musste, dass ihm diese Freiheit gelassen wurde, aber das Ergebnis hat sich mehr als gelohnt.

Wegen des schwächeren ersten Drittels schrammt Ngs Debüt an fünf Penen ganz knapp vorbei – aber auch nur ganz knapp. Ein arschgeiler Film ist das Ganze in jedem Fall. Und leider OOP Sad

Pen Pen Pen Pen Transpen