Overheard


OVERHEARD – ALAN MAK / FELIX CHONG – HONG KONG 2009

Das Commercial Crime Bureau in Hong Kong ist gerade dabei die Firma E&T abzuhören, um deren illegale Aktivitäten auf dem Hong Konger Börsenmarkt aufzudecken. Johnny (Lau Ching-Wan), Gene (Louis Koo) und Max (Daniel Wu) arbeiten als Abhörexperten zusammen beim CCB und schieben die Nachtschicht. Als eines Tages ein hoher Mitarbeiter von E&T seiner Freundin erzählt, dass die Aktien morgen auf 1,20 USD pro Stück steigen werden, kommt Gene in Versuchung, auch das große Geld zu machen. Er denkt dabei an seine Freu und seinen kranken Sohn. Max, der selbst etwas Kohle gebrauchen könnte um beim reichen Vater seiner Freundin anzukommen, macht bei dem Spiel mit. Johnny kommt schließlich dahinter und entscheidet sich, seine zwei Freunde und Kollegen zu schützen. Sie geraten in einen Strudel der Probleme..

Man könnte meinen, dass das Begleiten einer Abhörtruppe der Polizei langweilig ist. Immerhin sitzen sie die ganze Zeit nur da und warten darauf, dass etwas passiert. Aber genau diese Momente werden gekonnt umschifft und dazu benutzt, uns die drei Cops und deren familiäre, sowie freundschaftlichen Situationen etwas näher zu bringen. So gibt’s zu Anfang also viel blah blah und Drama, wobei selbst das schon so atmosphärisch inszeniert ist, dass man gerne am Ball bleibt. Auch und gerade die Schauspielerischen Leistungen gefielen mir hier. Lau Ching-Wan ist ja sowieso immer geil, aber auch Daniel Wu kann überzeugen und Louis Koo… naja, man muss sich erstmal seine Frisur gewöhnen, aber selbst er ist einem irgendwann symphatisch. Spätestens, wenn man ihn zum ersten mal Zuhause beobachtet. Der arme Michael Wong hat aber etwas Lob verdient. Viele schelten ihn als schlechtesten Schauspieler ever, aber hier passt es ausnahmsweise sogar mal. Der Character, den er spielt, ist ein schmieriger Firmenboss, der hinterrücks Leute verschwinden lässt, aber in der Öffentlichkeit mit gegeelter Frisur Reden auf Charityveranstaltungen vorliest. Teils auf Englisch, teils auf Cantonesisch, versteht sich. Und egal welche Sprache er nimmt, es klingt beides immer irgendwie fake. Ziemlich hilarious!

Das Setting ist also fertig, nun fehlt nur noch der Auslöser der Probleme, der dann auch prompt kommt. Gene und Max entscheiden sich Informationen aus den Abhörungen zu unterschlagen und damit an der Börse ein bisschen Geld zu maken. Danach geht’s für die drei natürlich drunter und drüber und wider erwarten ging die Geschichte nicht so aus, wie ich anfangs vermutet hätte. Überhaupt war Overheard nicht, wie vermutet. Was aber gut ist, denn ursprünglich dachte ich, es wird ein etwas trockener Thriller um Insiderinformationen an der Börse, aber weit gefehlt. Es wurde ein recht persönliches Drama um drei Polizisten die einmal einen Fehler machten und nun versuchen ihn zu verheimlichen. Dann Ende war dann auch dementsprechend schockierend (xD?) und nahm mich ein klein wenig mit. Wobei man hier ein klein wenig meckern könnte. Für manch einen ist das Ende bestimmt ein bisschen “Over The Top”, ich persönlich kann mich aber damit arrangieren.

Ja, irgendwie war Overheard ziemlich gut, was ich so gar nicht erwartet hätte. Einzig die stylishe Kamera hatte ich schon erwartet und wurde auch nicht enttäuscht. Gerade auf Blu-ray macht so ein toll gefilmter Film einfach ein kleines bisschen mehr her. Vom Opening, bis zum Schluss wird hier konstant geile Kameraarbeit geliefert, dass man fast jeden Frame gerade ausdrucken würde. Ich weiß, das sag ich ziemlich oft, aber es ist leider so. Wenn Lau Ching-Wan am Hafen steht und auf diese sich gerade im Bau befindliche Brücke schaut, dann muss man einfach wanken. Ich hoffe, die Brücke ist echt?! Egal auch. Die Musik von Chan Kwok-Wing war hervorragend. Nicht zu dezent um sofort vergessen zu sein, aber auch nicht zu aufdringlich, um abzulenken.

So einen Film kann ich nur bewerten mit:
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Accident


A C C I D E N T | H O N G . K O N G | S O I . C H E A N G | 2 0 0 9

The Brain (Louis Koo) ist professioneller Auftragskiller, der seine Arbeit nicht mit ordinären Waffen erledigt. In aufwändiger Vorarbeit und Planung inszeniert er zusammen mit seinem Team Unfälle auf offener Straße, die auch wirklich wie Unfälle aussehen. Nie kam jemand dahinter, dass hier Auftragskiller am Werk gewesen sein könnten. Als aber eines Tages einer seiner eigenen Leute durch einen Unfall um’s Leben kommt, wird The Brain zunehmends paranoid und glaubt an eine Verschwörung gegen ihn und sein Team. Er zieht sich zurück und beobachtet den Versicherungsdetektiv, welcher eng mit seinem letzten Klienten zusammen arbeitet. Führt dieser etwas im Schilde?

So manch eines der erste Review zu Accident beschwerte sich, dass Soi Cheang, der Regisseur, sich unter Johnnie To als Produzent viel zu zahm gibt. Und in der Tat, der dreckige Stil seiner Filme wie z. B. “Dog Bites Dog” und “Shamo” fehlt hier gänzlich. Ich persönlich glaube aber fast eher, dass es ganz einfach auch am Film liegt, den wir hier vor uns haben. In Accident geht es um The Brain, gespielt von Louis Koo, einem höchst paranoiden und dementsprechend vorsichtigen Typen. Schon zu Anfang des Films sehen wir, wie exakt jede seiner Bewegungen ist. Die Haare akkurat mit Pomade in Form gebracht, das Kleingeld für den Bus im Taschentusch eingepackt und an seiner Tür zur privaten Wohnung ist natürlich der urälteste Alarmmelder der Welt eingebaut: Ein Blatt einer Pflanze. Und genau deswegen musste man Accident natürlich wesentlich gestriegelter inszenieren als noch einen “Dog Bite Dog”.

Und gestriegelt ist Accident. Von vorne, bis hinten. Das meiste wird mittels Bildern erzählt. Dialoge gibt es nur wenige. Kein Wort zuviel, alles wirkt exakt und perfekt ausgeklügelt und aufeinander abgestimmt. Klar, dass da keine Lücken entstehen und man stetig am Ball bleibt. Spannung wird schon am Anfang durch die Inszenierung der Unfälle aufgebaut. Als dann aber das eigene Teammitglied um’s Leben kommt, wird uns schnell klar, dass da jemand ist. Nur wer und warum?

Das geilste an Accident ist aber die Inszenierung. Setz Louis Koo Kopfhöhrer auf, steck ihn in ein verlassenes Apartment, spiele etwas Musik von Xavier Jamaux und film das ganze mit tollen Einstellungen, etwas Farbfiltern und natürlich viel Tiefenunschärfe und schon denkt man, etwas ganz großes ist im Gange. Und die Unfälle erst… baha! Ich sah ja in “Beast Stalker” schon einen tollen Unfall und erfreute mich daran, aber die Unfälle in Accident sind noch ein Stück toller. Insgesamt wesentlich realistischer, ohne CGI und mit Einstelllungen, die ich so bisher noch nie sah. Schon einmal in Zeitlupe eine Tussi von vorne aus ihrer Windschutzscheibe krachen sehen? Ich auch nicht. Da ist es einfach nur schade, dass es nur so wenige Unfälle im Film gibt.

Gestern noch – da schaute ich den Film – wollte ich ihm allerdings nur 4 Pimmel geben, da das Ende dann leider eine Szene enthält, die in höchstem Maße unrealistisch ist. Ich will jetzt hier nichts spoilern, aber da kam mir zum ersten Mal im Film der Gedanke: “Baha ahjo, als ob…”, etc. Heute aber muss ich sagen, dass ich darüber hinwegschauen kann und Accident nahezu perfekt finde. Kleines großes Hong Kong Kino.

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Die Konferenz

Die Konferenz
Bodo Kirchoff | Niki Stein | Deutschland 2004

Neun Lehrer versammeln sich im Bibliotheksraum ihres Gymnasiums zu einer Konferenz. Es soll abgestimmt werden, ob der Schüler Viktor Leysen von der Schule verwiesen werden soll. Er hat angeblich die 17-jährige Tizia nach einer Theaterprobe vergewaltigt. Die Entscheidung fällt den Lehrern nicht leicht. Mit zunehmender Dauer der Konferenz treten nach und nach die Schwächen der Lehrer zu Tage, es kommt zu Streitereien und Anschuldigungen. Eine objektive Abstimmung scheint aussichtslos.

Mal wieder im TV hängen geblieben. Dieses mal auf Arte. Der Titel “Die Konferenz” und die ersten Sekunden Film, die ich sah, erinnerten mich sofort an “Die Zwölf Geschworenen”. Und siehe da, der Film ist eine nahezu 1:1 Kopie des Klassikers von 1957, der 1997 mit Jack Lemmon schon einmal neu aufgelegt wurde. Alles, was “Die Zwölf Geschworenen” ausmachte, finden wir auch in “Die Konferenz” wieder. Eine Tat – hier die angebliche Vergewaltigung im Keller des Schulgebäudes – über die abgestimmt werden soll, Menschen von denen die meisten lieber gerne nach Hause gehen würden und eine ausgefallene Heizung im Bibliotheksraum (in “Die Zwölf Geschworenen” war es z. B. eine ausgefallene Klimaanlage). Die einzige “Neuerung”, die Drehbuchautor Bodo Kirchoff hier hinzufügt sind die Diskrepanzen der Lehrer untereinander. Es treten immer mehr persönliche Vorurteile, Abneigungen und Anschuldigungen der Lehrer untereinander hervor, die das Abstimmen nahezu unmöglich machen. Das gab es in diesem Umfang bei den zwölf Geschworenen nicht.

Aber während der Rest des Films eine wirklich gute Kopie, bzw. ein Remake des Klassikers ist, so hinterlässt die einzige Neuerung, die hinzugefügt wurde, einen bitteren Beigeschmack. Gleich zu Beginn der Konferenz gehen sich die Lehrer mit ironischen Bemerkungen und direkten Angriffen so an’s Leder, dass es schon wieder unrealistisch wirkt. Wenn das Arbeitsklima der Kollegen in einem Gymnasium so wäre, dann würde ich da sofort meine Sachen packen und woanders hingehen. Hier wird einfach jeder fertig gemacht und teilweise mit Sprüchen, wo selbst ich mir denke: “Baha?”. Aber es scheint an diesem Gymnasium normal zu sein. Jedenfalls hätte ich mir gewünscht, dass derartige Streitereien erst wesentlich später im Film auftauchen, wenn alle z. B. nervlich angespannter sind, als zu Anfang.

Ansonsten wurde der Rest meines Erachtens ziemlich gut durchgezogen. Die Schauspieler – bis auf Senta Berger und Wotan Wilke Möhring – mir alle unbekannt, lieferten glaubwürdige Leistungen ab und optisch war der Film auch gut umgesetzt, obwohl die Locations natürlich dementsprechend limitiert waren. Mit ein paar winzigen Ausnahmen spielt der gesamte Film im Bibliotheksraum des Gymnasiums.

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Battle Beyond The Stars

Battle – Beyond – The – Stars
1980 – Roger Corman – USA

Sador ist ein Weltraumbösewicht und ziemlich krass drauf. Er tötet einfach alles und jeden. Heute hat es den Planeten Akir erwischt. Diesen will er nun zerstören. Weil er aber doch ein kleines Herz hat, gibt er Ihnen 7 Tage Zeit. Dann kommt er wieder und legt mit seinem riesigen Laserstrahl alles in Schutt und Asche. Die 7 Tage will Shad (xD) nutzen und macht sich auf eine Mission. Eine Mission, 7 Söldner zu finden, die sich den Akiras (So heißen die Einwohner von Akir xD) anschließen und Sador ein für alle mal umbringen.


(Links: Das Hero Raumschiff. Mit Titten. | Rechts: Hannibal vom A-Team ist auch dabei und ein ganz lässiger Han Solo… Bzw. er versucht’s.)

Alter. Ziemlich kranke Scheiße. Battle Beyond The Stars ist ein Mix aus “Star Wars” und “Die glorreichen Sieben”, wobei ich hier gar nicht erst das Wort “Hommage” nennen will. Hier wurde einfach nur ganz krank geklaut. Das Raumschiff von Bösewicht Sador ist ein Mix aus Sternenzerstörer und Rebellen Blockadebrecher, der Held ist ein sehr an Luke Skywalker erinnernder Jüngling und so etwas wie Han Solo gibt es natürlich auch. Das wäre eigentlich alles ok, wenn man wenigstens gut geklaut hätte. Die Raumschiffe sind zwar größtenteils ganz ok modelliert (von James Cameron, als er noch nicht der dicke Regisseur war ~_?), sehen aber insgesamt ziemlich bescheiden aus. Das Raumschiff von Shad, so der Name des Helden, sieht aus wie eine Schnecke mit… Titten. Es dürfte das erste und bis dato einzige Raumschiff mit Titten sein. Der Diebstahl zieht sich durch den ganzen Film. Der Soundtrack (lustigerweise von James Horner?!) erinnert stellenweise sehr stark an Star Wars, kann aber natürlich zu keiner Zeit dessen Qualitäten erreichen. Wobei das natürlich nichtmal an James Horner gelegen haben kann. Das man in Battle Beyond The Stars keine Lichtschwerter sieht ist eigentlich echt verwunderlich.


(Links: Die Valkyrie erklärt der schüchternen Nanelia die Liebe. Und Sex. Kein Witz. xD? | Rechts: Der erinnerte mich ein wenig an Kopfgeldjäger Bossk aus Star Wars. Oder den Typen aus Enemy Mine.)

Richtig geil wird’s dann aber erst beim Drehbuch. Man wird mit dem Auftauchen von Sador direkt in’s Geschehen geschmissen. Er will Akir vernichten. Ok. Also macht sich der junge Shad (übrigens John Boy von den Waltons) auf die Mission Hilfe zu finden. Und schon muss Shad das erste mal kämpfen (eigentlich will er gar nicht, weil er Angst hat xD???) und wenn man jetzt mal auf die Uhr schaut, dann sieht man, dass der Film erst 5 Minuten läuft. Die Charaktere sind zwar außeinander zu halten (Cowboy, Nestor, die Valkyrie) aber wirklich entwickeln tut sich keiner davon und wirklich symphatisch wird uns auch keiner von denen. Wenn also alle nach und nach verrecken ist uns das herzlich egal. Ja, man schaut sogar auf die Uhr und fragt sich, wann die Kacke endlich vorbei ist, aber oh Schreck. Schon 1 Stunde und 15 Minuten rum und der Film läuft immer noch. Mit 100 Minuten Laufzeit ist er bei dem Gebotenen wirklich viel zu lang.


(Links: Die Valkyrie könnte einem medieval Capcom Beat’em Up entsprungen sein. Nice Dekoltee hat sie im Film.)

Also Trash pur. Ich schaute ihn mir ja ursprünglich wegen der Modelle an, aber das lohnt sich nicht wirklich. Und außer der Valkyrie hat der Film dann auch wirklich nichts mehr zu bieten. Ziemlicher Rotz.

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Wen Du Fürchtest

Den Du Frygter / Wen Du Fürchtest
Dänemark 2008 Kristian Levring

Mikael ist 42, Angestellter im dänischen Solzialministerium und führt eine harmonische Ehe mit seiner reizenden Ehefrau und hat eine junge Tochter. Durch seinen Schwager erfährt er von einer Versuchsreihe eines neuen Antidepressivums. Er meldet sich als Versuchsperson und schluckt fortan die Tabletten. Sie geben ihm ein Gefühl von Ruhe und Selbstkontrolle. Langsam bekommt er das Gefühl, sein Leben endlich selbst in die Hand nehmen zu müssen und es nicht – wie er sich nun einbildet – von seiner Frau bestimmen zu lassen. Mikael wird vom liebenden Vater und Ehemann zu einem gefährlichen Sadisten.

“Wen Du Fürchtest” ist ein ziemlich gelungener Psychothriller aus Dänemark. Gezeigt wird hier, wie sich Mikael langsam durch die Tabletten verändert und glaubt sein Leben umkrempeln zu müssen. Dies hat natürlich Folgen für alle Menschen in seiner Nähe allen voran seiner Frau und auch seiner Tochter. Diese fängt er langsam an zu terrorisieren um sie “zu prüfen”. Der Schauspieler Ulrich Thomsen liefert eine tolle Leistung ab und portraitiert den gespaltenen Mikael hervorragend unterschwellig böse. Er ist stehts höflich und zuvorkommend, aber auch in sich gekehrt und ruhig. Der Zuschauer spürt, was noch alles in ihm steckt und zu was er alles fähig wäre…

Wenn der Film dann nicht auf einmal schon fertig wäre. Knapp 95 Minuten geht er und bricht auf eine komische Art und weise ab, die ich leider auch nicht spoilern kann. Jedenfalls hätte ich mir hier mehr Psychoterror gewünscht und ein etwas… grausameres Ende. Klingt komisch, ist aber so. Hier hätte man sich durchaus noch eine halbe Stunde mindestens Zeit nehmen können und so den Druck auf Mikaels Frau und Tochter, aber auch den Zuschauer erhöhen können. So bleibt am Ende leider nicht ein erschöpftes “Pfew, endlich fertig!” sondern viel mehr ein überraschtes “Was, jetzt schon?” Gefühl zurück.

Deswegen bleibt es aber ein toller Film, der halt nur leider nicht ganz so Psycho wurde, wie ich mir erhofft hatte. Aber immerhin: Dadurch bleibt es auch durchaus realistisch in allen Belangen. Gefilmt wurde das alles in ebenso nüchterner Weise mit ruhigen Einstellungen in einem stilvoll eingerichteten Haus oder der Weite Dänemarks. Kameramann und Regisseur wussten, was sie einzufangen haben, um ein beklemmendes Gefühl beim Zuschauer zu erwecken. Die Musik fiel mir jetzt nicht besonders auf, was allerdings auch eher ein Vorteil ist bei einem Film dieser Art.

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Red Cliff II

RED | CLIFF | 2
JOHN WOO – HK 2009

Der Angriff durch Cao Cao steht kurz bevor. Im Lager Cao Caos ist jedoch eine Epidemie ausgebrochen. Hunderte seiner Soldaten starben. Gewissenlos wie er ist, schickt er die Leichen rüber zu der Allianz von Liu Bei und Sun Quan. Die Soldaten ahnen nicht, dass die Leichen eine tödliche Seuche bergen. Die Epidemie bricht nun auch dort aus. Liu Bei entschließt sich zum Rückzug. Sun Quan muss Cao Cao nun alleine entgegen treten.

Klingt ziemlich spannend. Ist es aber nicht. Liu Bei verabschiedet sich früh im Film aber irgendwie ahnt man schon, dass es das nicht gewesen sein kann. Dann kommen noch ein paar glückliche Umstände dazu und schon ist alles bereit für die alles entscheidende Riesenschlacht, auf die ich mich so gefreut habe. Viel Boote, dadurch viel Holz, viel Feuer und viele Tote. Das sollte ein ziemliches Fest werden. Dachte ich. Das Problem ist aber, dass es gar nicht so wuchtig ausgefallen ist, wie ich mir erhofft habe. Sicher, die guten bastelten sich tolle Böller, Bomben und brennende Pfeile, aber da man nunmal mit Booten unterwegs ist, fehlt etwas der… naja… der Drive eben. Es gibt riesige Explosionen, aber die vermischen sich mit auffallenden CGI (wtf), viel Dunkelheit und undurchschaubarem Menschengewusel. Die Kämpfe von Mann zu Mann sind zwar ganz in Ordnung aber konnten auch hier nicht wirklich viel reissen. Es spielt nunmal im uralten China und nicht während der Mao Revolution. Man vermisst eben den “Rumms”.

Eine ziemliche Schande, denn auch der Rest der Geschichte konnte mich dann kaum noch vom Hocker hauen. Es gibt Twists hier, Überraschungen da und viel nichtssagendes in die Kamera schauen darf natürlich auch nicht fehlen. Tony Leung Ciu-Wai und Takeshi Kaneshiro machen ihren Job nachwievor gut, aber… tjo… keine Ahnung einfach? Bei Red Cliff I gab’s ja wenigstens noch so eine Art Aufbruchstimmung. Wenn man die Horden von Menschen sieht, die Cao Cao versammelt hat, dann will man die endlich kämpfen sehen. Bei Red Cliff II dann verflog das aber recht schnell und es beschleicht einen das ungute Gefühl, dass es auch hier nicht richtig rummst. Das nimmt dem Film dann trotz 2,5 Stunden Laufzeit einfach die nötige Epik. Auch storymäßig ist der Film alles andere als episch, da die Charaktere sich weder wandeln, noch interessant werden und überhaupt spielt sich ja alles in wenigen Wochen ab.

Die Bilder sind immerhin nachwievor richtig klasse. Satte Farben, dank Blu-ray tolle Schärfe und das immer mit dem richtigen Blick für Bildkomposition. Ob Nahaufnahmen von Gesichtern, Landschaftsaufnahmen, die Kämpfe oder Blutspritzer. Alles ist sehr ästhetisch eingefangen worden und verliert die kompletten 5 Stunden (RC1 nun mit einberechnet) nie den Wiedererkennungswert. Der Soundtrack jedoch steckte ein paar Takte zurück und gab sich sehr zurückhaltend. Gerade die eingängige Titelmelodie hätte ich gerne noch ein paar mal öfter gehört, aber irgendwie hat es nicht sollen sein. Sehr verwunderlich.

So muss ich Red Cliff 2 leider Gottes nur 2 Pimmel geben, da irgendwie die Luft raus war aus dem Ganzen. Zusammen kämen beide Filme evtl. noch auf 2,5 Penen, aber mehr nicht.

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Qix

Qix
Taito & Nintendo | 1990 | Game Boy

Huehue, in der letzten Folge von Game Center CX zeigten sie einfach kurz ein Spiel namens Qix (gesprochen: Kicks) für den Game Boy. Nach einem kurzen Moment des Überlegens fiel mir dann ein, dass ich das mal kaufte, aber leider niemals spielte? Lol! aka Zeit den Gameboy zu entstauben und es mal zu tryen. Hurra:


( Der Titlescreen | Ingame )

Das Spielprinzip kennt ihr vielleicht? Es startet mit einer großen leeren Karte und einem … “Objekt”, Qix genannt, dass dort rummorphed. Man selbst steuert dann so ein kleines Icon und versucht, möglichst viel der noch leeren Karten für sich selbst in Besitz zu nehmen. Dazu zeichnet man dann Quadrate oder sonstige Formen auf der Karte mit seinem Icon und den Steuertasten, wobei man ein Leben verliert wenn man mit dem weirden Objekt aka Qix in Brührung kommt, dass sich freilich immer durch die Gegend bewegt und in späteren Levels direkt auf den Spieler zugeht oder gleich mehrfach vertreten ist. Gewonnen hat man hier, wenn man 75% des Spielfelds eingenommen hat.

Das Spielprinzip macht soweit schonmal Spaß, aber scheinbar hatte Nintendo entweder 1990 gerade kein Geld oder dachten sich, dass es auch geht wenn man schnell einen Port eines bekannten Games hinknallt. So sind die Levels recht karg (siehe Screenshot), kommen ohne Hintergrundmusik daher und wiederholen sich einfach immer, mit nur kleinen Variationen des Qix (z.b. gibt es wie schon gesagt später gleich zwei Stück davon, oder es bewegt sich auf den Spieler zu wenn dieser zum Erobern der Karte ansetzt.) Immerhin gibt es kurze Zwischensequenzen (mit Sprite Feuerwerk) oder einen ganz coolen Game Over Screen, für die vielleicht doch mal ein Pixel Artist engagiert wurde und jemand einen Song geschrieben hat. Hier kann man sogar Mario sehen, wie in vermutlich jedem Nintendo Game ~_??


( Die Atari Homecomputer Version )

Wie man am Screenshot oben von 1982 sieht, hat sich seit der Atari Homecomputer Version von Taito wirklich nicht viel getan. Da gab es später aber noch ganz coole Varianten mit nice Pixelart und anderer Geilheit. Ebenso diverse Versionen, in denen das eingenommene Gebiet nicht einfach random eingefärbt, sondern mit Nacktphotos diverser Damen unterlegt werden ~_? Natürlich in diesem Fall nicht von Taito. Hihi.

3 Penen wegen nur mangelnder Präsentation ~_?

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The Abominable Dr. Phibes

The Abominable Dr. Phibes
(Das Schreckenscabinett des Dr. Phibes)
Robert Fuest 1971

Später Oktober: wenn das Wetter kälter wird und Halloween kommt, ist die perfekte Zeit, Horrorfilme zu gucken. Gestern guckte ich einer meiner Lieblingshorrorfilme: The Abominable Dr. Phibes.

Der großartig Vincent Price spielt als Dr. Phibes. Die Ehefrau des Phibes ist vor viele Jahre auf dem Operationstisch gestorben, obwohl die Ärzte haben versucht, sie zu retten. Der Phibes sucht aber auf Rache und durch der Film tötet Phibes die Ärzte.

Die Handlung ist schon ziemlich einfach, doch hat der Filme ein paar Aspekten, die ihn wirklich besonders und cool machen. Zum Beispiel tötet Phibes die Ärzte nicht einfach mit einem Gewehr oder Messer. Er benutzt sondern die zehn Plagen aus der Bibel, besondere Arten Morde zu entwickeln.

Sein erstes Opfer ist zum Beispiel mit Fledermäusen getötet. Hier kann man lustigerweise einfach sehen, dass die Fledermäuse von Angelleine hangen. Doch ist dieser Mord eigentlich normal in Vergleich zu die, die später kommen. Die Methode des Phibes werden immer extravaganter und lustiger.

Das ist der zweite Grund, warum ich Phibes so cool finde. Während viele Horrorfilme aus den 70er nun überholt und deswegen lustig sind, Phibes ist lustig in Absicht. Der Film ist definitiv mit ironischem Unterton gemacht. Vor allem sind die Detektive, die Phibes finden wollen, wie ein Komedie-duo.

Ich kann diesen Film nur empfehlen. Vincent Price ist super (wie immer), die Morde sind geile entwickelt, und der Film hat so einer absichtlicher und ironischer Stil. Ach ja, und die Assistentin des Phibes ist superhübsch. Was braucht man mehr??

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Red Cliff I

RED | CLIFF
JOHN WOO – HK 2008

China im Jahre 208. Die Imperiale Armee unter der Befehlsführung Cao Caos bereitet sich darauf vor, die zwei Warlords Liu Bei und Sun Quan aus dem Süden anzugreifen. Bei Changban entbrennt ein fürchterlicher Angriff, bei welchem sich Liu Bei mit seiner Gefolgschaft und tausenden von Flüchtlingen gerade noch so in Sicherheit bringen kann. Einen weiteren Angriff würden sie nicht überleben. Ihnen bleibt jetzt nur noch die Kooperation mit Sun Quan. Nur zusammen können sie den Angriff durch Cao Caos zahlenmäßig weitaus überlegenere Armee abwehren. Der Kampf an der “Red Cliff” entbrennt.

Dies war eine etwas vereinfachte Einleitung in die Geschichte der Kämpfe an der namensgebenden “Red Cliff”, welche kurze Zeit später zu den drei großen Königreichen in China führen wird. Der Film basiert auf den historischen Aufzeichnungen “Record Of The Three Kingdoms” von Chen Shou, in denen er das China in der Zeit von 189 bis 280 beschreibt und somit auch die Ära der drei Königreiche mit anreisst. Dieser Stoff wurde später auch von Luo Guanzhong in Romanform gebracht und zählt heute zu den größten literarischen Werken Chinas.

Aber wen interessiert das schon.

Viel wichtiger ist, wie der Film das alles rüberbringt. Ich hatte ja anfangs etwas schiss, dass ich bei dem Film einschlafen könnte, denn immerhin mach ich mir eigentlich so gar nichts aus chinesischer Geschichte, geschweige denn Kriegsführung. Aber John Woo schaffte es immerhin mich mit diesem eher trockenen Thema sogar halbwegs zu unterhalten. Dabei muss man allerdings bedenken, dass der Film Red Cliff (Teil 1 und 2 gleichermaßen) wirklich lediglich die Schlacht an der roten Klippe beinhaltet, welche vermutlich nur ca. 1 % des “Records Of The Three Kingdoms” Stoffes ausmacht.

Wir sehen bei Red Cliff also zu, wie Cao Cao seinen Angriff vorbereitet, Liu Bei angreift, Liu Bei mit den Flüchtlingen zusammen den Rückzug antritt und Liu Beis Chief Advisor Zhuge Liang Sun Quan um eine Allianz bittet. Danach gibt’s noch einmal eine etwas größere Schlacht mit lustiger Taktik und das war’s vorerst. Bis auf die Schlachtzenen könnte das alles eher ziemlich langweilig sein, aber was mich persönlich durch den Film trug waren Takeshi Kaneshiro als Zhuge Liang und Tony Leung Chiu-Wai als Zhou Yu. Beide punkteten bei mir mit ihrer Darstellung der zwei Chefstrategen, die später evtl. sogar zu Freunden werden könnten. Sie sind einfach direkt symphatisch und mit einer der Gründe, warum man weiter schauen will. Klingt bisschen komisch, aber das ist es auch.

Und dann gibt’s ja noch die Schlachten, bzw. die große bevorstehende Schlacht überhaupt. Klar, dass man es kaum erwarten kann, endlich mal Action zu sehen. Schon zu Anfang bekommt man die unfassbare Manpower Chinas aufgezeigt, wenn Cao Caos Armee von 800.000 Mann aufmarschiert und Liu Bei angreift. Das ist einfach toll inszeniert, sieht episch aus und Blut spritzt Literweise. Einzig die Pferdestürze hinterlassen ein etwas mulmiges Gefühl. Trotz aller Imposanz, dem Blut und den tausenden Toten hat man das Gefühl, dass das noch nicht alles gewesen sein kann. Die Schlachten kamen mir dann doch etwas zu unepisch vor und die angewandte Turtle-Taktik in der zweiten Hälfte des Films war zwar lustig anzusehen, aber viel zu geordnet. Ich hätte mir hier etwas mehr Chaos, etwas mehr Verwüstung… generell einfach “etwas mehr” gewünscht. Aber wir haben ja noch Cao Caos Angriff vom Wasser aus, mit seinen schätzungsweise 10.000 Booten.

Das sehen wir dann im zweiten Teil. :-D

Wtf. So wie Red Cliff I endet, muss es im zweiten Teil ja direkt mit unfassbar dicken Kampfszenen und Explosionen (Schiffe können brennen = geil viel Platz für Feuer!) beginnen und auch so weiter gehen. Wenn es in Teil II nicht eine min. 1,5 Stunden dauernde Schlacht gibt, dann bin ich wirklich enttäuscht. >:O

Besonders herausragend war die Kameraarbeit bei Red Cliff. Während den Kampfszenen nicht zu verwackelt, das Blut immer schön eingefangen und gerade in ruhigeren Momenten wurde das Auge mit tollen Nah- oder Landschaftsaufnahmen, einer klasse Beleuchtung und super Farben belohnt. Auch die CGI Effekte fallen kaum bis gar nicht auf. Red Cliff sieht einfach von vorne bis hinten genial aus. Und dann gab’s da noch den Soundtrack von Taro Iwashiro, der zwar ein passend bombastisches Hauptthema hat, dieses aber irgendwie viel zu oft verwurschelt und kaum Platz für anderes bot. Während den Schlachtszenen gab’s dann gar nur komischen Trommelwirbel, der zwar ganz in Ordnung klingt, aber leider mit seinen unfassbar kranken Bässen eher die Nachbarn heraufbeschwört.

Als Fazit muss ich Red Cliff “nur” 3 von 5 Penen geben, da mir einfach das ganze große “Whoa Fuck!” noch fehlte. Aber wer weiß, was Teil II so zu bieten hat.

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