I Saw The Devil

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I SAW THE DEVIL

Geheimagent Soo-hyun muss mal wieder arbeiten, als seine Frau Ju-yeon auf dem Land eine Reifenpanne hat. Ein gelber Bus hält neben ihr und es steigt Kyung-chul aus, der sie auch direkt aus dem Auto raubt, zusammen kloppt und zuhause fein säuberlich zerstückelt. Soo-hyun findet das natürlich eher nicht so prickelnd, ja sogar richtig scheiße und beschließt den Mörder seiner Frau zu finden. Und wenn er ihn gefunden hat, dann wird er leiden müssen.

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“I Saw The Devil” ist ein “Rachefilm”, der ziemlich zur Sache geht, aber nie die Grenze von nötiger Gewaltdarstellung hin zur unnötigen Gewaltdarstellung überschreitet. Das Gezeigte ist aufgrund des düsteren, realistischen Settings heftig aber nie kommt in einem das Gefühl hoch, dass die Szene nun unnötig gewesen wäre. Immerhin gibt es außer der Gewalt kaum weitere Charakterbeschreibungen der beiden Hauptcharaktere. Das ist ein wenig schade, denn beide bleiben ziemlich blass, wobei Choi Min-sik (of Oldboy fame) wesentlich differenzierter rüber kommt, als der aalglatte, sunny boy Lee Byung-hun. Imho ist er für die Rolle ein klein wenig zu sexy und geschniegelt. Nichts desto trotz zeigt er wo der Hammer, bzw. das Messer hängt und weiß seinem Gegenüber ordentlich zuzusetzen.

Und das macht er ziemlich oft und ziemlich lang. Der Film geht 2,5 Stunden und schon ab Minute 30 wundert man sich rein Story technisch, “was da nun noch kommen soll”. Und tatsächlich, es kommt gar nicht mehr soviel. Keine Veränderungen in den Charakteren, der Umgebung oder dem Verlauf der Suche nach dem Mörder. Alles wird in den ersten 30 Minuten sozusagen “klar gemacht” und dann heißt es 2 Stunden lang nur noch “quälen”. Damit wird dann leider auch der Zuschauer ein wenig gequält, denn der Film hätte imho mind. 30 Minuten kürzer ausfallen können. Nichts desto trotz wusste er zu fesseln und einen bei der Stange zu halten.

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Wirklich super ist die Cinematography mit ihren düsteren Settings und den tollen Einstellungen aber leider schafft es die Musik nicht, auch nur ansatzweise irgendwie aufzufallen. Ich weiß schon gar nicht mehr welche Art von Musik überhaupt drin vor kam, aber von einem Hammersoundtrack wie von “Memories Of Murder” ist der Film leider meilenweit entfernt. Das ist ein wenig schade, denn das hätte unter Umständen das Gesamtpaket noch einmal ordentlich aufwerten können. So bleibt’s dann aber doch nur ein sehr brutaler, sehr langer Revenge Flick, der aber immerhin auf handwerklicher Ebene überzeugen kann und seine Gewalt wohl überlegt und dosiert hat.

:pen: :pen: :pen: :transpen: :transpen:

Iron Sky #1

—==( I R O N . S K Y )==—

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2018. Der Mond. Die Amerikaner landen wieder einmal auf selbigem, dieses mal aber, um eine gänzlich andere Fahne zu hissen; die der Wahlkampagne Sarah Pains. Um sich ihre Wiederwahl zu sichern, kamen die Berater Pains auf die glorreiche Idee, einen Afroamerikaner auf den Mond zu schicken. Was sie dort finden ist aber nicht erhoffte Wiederwahl, sondern Nazis. Diese haben sich nach dem Tod des Führers anno ’45 mittels fliegenden Untertassen auf dem Mond niedergelassen. Auf der dunklen Seite des Mondes, um genau zu sein. Die Nazis haben definitiv den Überraschungseffekt für sich, als sie die amerikanischen Astronauten finden und bevor diese checken, was abgeht, ist einer tot und der andere gefangen genommen. Die Nazis interpretieren die Mondlandung der Amerikaner als Vorhut einer Invasion und rüsten sich zum Kampf für den finalen Endsieg mittels Meteorblitzkrieg.

Heilige Scheiße!

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Hier die Kurzversion der schon so oft zitierten Entstehungsgeschichte Iron Skys: Ein paar Finnen haben die Idee aber kein Geld. Sie versuchen es trotzdem und schaffen es, eine ungeheure Fanbase anzusammeln, die den Film nicht nur mitfinanziert, sondern sogar -kreiert! (Wie sick sieht das letzte Wort bitte aus?) 6 Jahre lang wurde hier und da gefilmt, von Australien über Frankfurt bis hin zu – natürlich – Finnland. Auch das CGI Personal kam zum Teil aus der Fanbase. Es ist also ein klein wenig verwunderlich, aber auch schön, dass es Iron Sky nun tatsächlich nicht nur auf die Leinwand ansich, sondern gar zu einem größeren Kino-Release geschafft hat.

Das tollste an dieser Geschichte ist nun aber, dass man sich gar nicht darauf berufen muss, um den Film gut zu finden. Ja, ein paar CGI sind teilweise wirklich auf YouTube Fanfilm Niveau (wobei diese sich die letzten Jahre meistens auch nie vor Hollywoodproduktionen verstecken brauchten), aber der Rest sieht einfach nur famos aus und stört in keinster Weise das Erlebnis ansich. Und was es für ein Erlebnis ist, wenn die Nazis zum Meteorblitzkrieg aufrufen und Space-Zeppeline mit Meteoren im Schlepptau auf die Erde zusteuern. Die Raumschlachten sind für meinen Geschmack zwar ein wenig rar, aber dafür so gut gemacht, dass man sie uneingeschränkt genießen kann. Der Film meistert also die schwerste Hürde für Amateur Filmemacher – die CGI – mit Bravour.

Wie sieht’s aber mit dem Rest aus?

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Tjopes, ziemlich gut, ehrlich gesagt? Ich erwartete ja von der Prämisse “Nazis auf dem Mond” ehrlich gesagt viel mehr “Trash” á la “Flesh Gordon – Schande der Galaxis”, aber weit gefehlt. “Iron Sky” ist nicht trashig um des Trashes willen, sondern schlicht und ergreifend – so sick es sich anhört – ein ganz normaler Film mit einer lustigen Geschichte, etlichen Seitenhieben auf die USA Politik (die zwar teils mit einer groben Keule ausgeteilt werden), etwas Situationskomik, ein wenig Slapstick und tatsächlich sympathischen Charakteren. Hier darf man natürlich keinen großartigen Tiefgang erwarten, aber für die Art von Story, machen alle ihre Sache ausgezeichnet bis sehr gut. Julia Dietze als etwas naives, deutsches Fräulein Renate Richter, Peta Sergeant als cholerische Präsidenten-Beraterin Vivian und Götz Otto als Ekelnazi Klaus Adler bleiben einem auch Wochen danach noch im Gedächtnis. Christopher Kirby als Washington vermisst man in der Mitte des Films ein wenig und Udo Kier kann leider auch nicht zeigen, was er drauf hat. Als Bösewicht ist er eher eine Lachnummer und vermutlich nur wegen dem Namen engagiert worden, was meines Erachtens eine ziemliche Verschwendung ist. Immerhin ist für den Part des Bösewichts ja noch der sicke Götz Otto da.

Ich überlog ein wenig, wieviel Pimmel ich dem Film reindrücken sollte und kam nun zu dem Entschluss, dass es ganze 5 werden (also eine Shagylänge). Wirklich objektiv ist das jetzt nicht, aber wer erwartet auf Vidgames schon objektive Reviews? Ich hoffe keiner, das kann ja nur in die Hose gehen. Jedenfalls ging mir im Kino so einiges in die Hose, allen voran bei den Auftritten von Renate Richter und Präsidenten Beraterin Vivian aber auch aufgrund der teilweise wirklich tollen CGI, schönen Raumsequenzen, “überraschenden Twists” und ein paar wirklich guten Lachern. Die Gags zu Anfang wirken vielleicht ein wenig geforced und bringen einen nur bedingt zum Lachen, aber sobald Sarah Pain in’s Spiel kommt, bzw. die Nazis die Erde betreten, kommt der Film so richtig in Fahrt und geht einfach nur noch ab. Das etwas enttäuschende Ende wird dann sogleich mit einer super fetten Credits-Roll wieder wett gemacht.

Also… einfach schauen bitte und bloß keinen Trash oder Zombiefilm erwarten. ~_?

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Snowtown

Holla, 02.04.2012

Snowtown

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Artsy Umsetzung einer truen Serienmördergeschichte aus Australien. Aus der Perspektive eines 16 jährigen Jungen, für den der eigentliche Serienmörder sehr schnell zur Vaterfigur wird und ihn so immer mehr in seine kranke Welt voller Schwulenhass, Selbstjustiz und Sadismus hineinziehen kann.

Wie die meisten Filme dieser Art is der Pace eher slow und man muss sich oft ein wenig konzentrieren. Auch weil der Regisseur vorraussetzt, dass man von der ganze Geschichte irgendwie schonmal gehört hat. So kann es echt mal passieren, das man n bisschen aus der Handlung rauskommt, weil auch gerne mal was weggelassen wird.

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Das ist alles aber nicht so schlimm, weil der Rest von Snowtown einfach unglaublich intensiv ist. Ich habe selten einen Film gesehen, den man eigentlich die ganze Zeit nur ausschalten will. Und das nicht, weil er schlecht wäre. Nein, alles fühlt sich so unglaublich klaustrophobisch an, wenn man diese kaputte lower class Familie sieht und wie sie – ohne dass das tatsächlich erwähnt werden muss – einfach null Perspektive hat. Der Serienmörder selbst ist unglaublich charismatisch. Ein warmes Lachen, eine super nette Art, die aber sehr schnell ins Bedrohliche umschwingen kann. Man kann recht schnell verstehen, wie so ein starker Charakter es in diesem sozial schwachen Setting schaffen konnte seine eigenen kranken Vorstellungen und Handlungen als normal und gerechtfertigt darzustellen. Aus seiner Sicht ist das, was er tut, einfach logisch.

Der Film guckt nie weg. Es gibt eine sehr kurze, aber trotzdem extrem unangenehme Rape Szene und irgendwann kulminiert alles in einer detailiert dargestellten Folterszene, die Goreflicks wie Saw wie einen KIndergeburtstag aussehen lässt. NIcht weil es blutiger wäre, sondern weil es so erschreckend real wirkt.

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Optisch ist der Film sehr zweckmäßig inszeniert, dem Thema entsprechend. Ein paar mal werden Zeitsprünge mit sehr cool gemachten, traumartigen Slo-Mo Szenen dargestellt und es gibt ein paar sehr schöne wideangle landscape shots, was dem Film dann doch noch irgend wie einen gewissen Arthouse Touch gibt.

Die Musik geht in die gleich Richtung, sehr subtil, aber in den wichtigen Szenen sehr effektiv.

Tjo, empfehlen kann ich den Film fast nicht. XD Ähnlich wie Irreversible, ist es für mich einer dieser Filme, die ich definitiv nur einmal schauen werde. Ich bin aber auch ne Memme. Wertung finde ich sehr schwierig… Da der Film aber def. seine Spuren hinterlassen hat und ich das eigentlich nur sehr selten sagen kann, gebe ich einfach die volle Punktzahl.

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