Goodbye Mr. Cool

Munin, 07.06.2006

Goodbye Mr. Cool

Ekin Cheng ist Dragon Cool (~_????????). Früher war er ein berüchtigtes Gangmitglied, das mit seiner Freundin Karen Mok AKA Kein Peil Mehr Wie Sie Im Film Hieß die Straßen von Hong Kong unsicher machte. Eines Tages bekommt er den Auftrag, in Thailand ein hohes Tier einer Gang gefangenzunehmen und verlässt dafür seine Freundin (Recht so, s.u.). Die ganze Aktion schlägt schrecklich fehl, und wenig später wird Mr. Cool von der Polizei geschnappt und geht 6 Jahre (?) ins Gefängnis. Er hat gelernt und ist ein frommer Bürger geworden. Er returned nach HK und arbeitet in einem kleinen Café, das Lam Suet (AKA Kein Peil Mehr Wie Er Im Film Hieß AKA LAM SUET IST SO GEIL) gehört. Doch seine Vergangenheit holt ihn ein! Karen Mok taucht wieder auf, und mit ihr ein 6-jähriger Junge, der angeblich Mr. Cools Sohn ist und von da an bei Mr. Cool im Restaurant lebt.

Also das ist gar nicht so leicht nun. Goodbye Mr Cool vermischt irgendwie einiges an Genreelementen…da wäre zunächst einmal die Triadenszenerie, die hier – ähnlich wie in Election – weniger mit Schusswaffen, sondern mit den true Waffen der Straße dargestellt wird: Baseballschläger, Holzlatten, Fäuste, etcpp.
Das führt im Laufe des Films zu einigen – von der reinen Anzahl der Leute, die sich da rumraufen – eindrucksvollen, wenn auch etwas unbeholfen scheinenden Gefechten, die von Jingle Ma total durchstilisiert in Szene gesetzt sind – Zeitlupe, Zeitraffer, vor allem in den ersten 3 Minuten total geile Kamerafahrten. Wo sich der Film aber schon nach kurzer Zeit mehr zu einem (Familien)drama entwickelt, begeht Jingle Ma den Fehler, diese Action-typischen Visual Effects weiter durchzuziehen, obwohl es einfach nicht zur Atmosphäre und Gestaltung dieses Films passt. Das wirkt dann teilweise aufgesetzt und deplatziert, ist aber im Endeffekt eher selten anzutreffen.
Nun aber zum Kern:
Auf obiger Collage sehen sie einige wichtige Personen, zu denen ich etwas zu sagen habe.

A) Unten rechts dürfte ihnen das todbringendste Froschgesicht ganz Asiens aufgefallen sein, AKA Karen Mok. Karen Mok gehört zu der Sorte Frauen, deren penetrante Hässlichkeit weder durch ihr einfühlsames und gutes Schauspiel noch durch 10 Lagen Make-Up zu ignorieren ist. Ich rate daher dem angehenden HK-Regisseur, Karen Mok nicht zu casten und doch lieber ggf. zu vergasen, sodass wir bald nicht mehr wegen Karen Mok kotzen müssen, und schneller den Film reviewen können.

Kommen wir daher zu dem Lichtblick dieses Films.

B) Oben links sehen sie Rain Li. Rain Li ist das unglaublich geilste Wesen, was ich auf meinem Fernsehbildschirm seit ca. 2 Jahren begutachten durfte und wegen ihr bekommt der Film schon mal einen Pen mehr. Da sah ich auf iMDB, dass sie auch in Re-Cycle mitspielt, weswegen ich mir Re-Cycle einfach unbedingt anschauen muss. Bitte verehrt sie. Isch liebe disch!

Ekin Cheng übernimmt hier im Großteil des Films die Rolle des friedfertigen Familienvaters, der mit seiner Vergangenheit nix zu tun haben möchte. Im Gegensatz zu anderen Filmen schafft er es sogar, eine größere Bandbreite an Emotionen darzustellen, was ich ihm nicht zugetraut hätte. Und das ist in diesem Film auch mal so gemeint. Hier fängt er nämlich nicht nach 20 Minuten an, die Knarren rauszuholen und das tut dem Film unheimlich gut.

Eine weitere wichtige Rolle nimmt der kleine Junge ein, der sehr sympathisch ist und gut spielt und der Nervigkeit immer gerade so entgehen kann.

Somit plätschert dieser Film – im positiven Sinne – auf unterhaltsame Weise eine Stunde vor sich hin. Man sieht einfach, dass hier überdurchschnittliche Schauspieler am Werke sind, aber der Film unter dem visuellen Gewicht sozusagen etwas leidet. Hier wird versucht Coolness einzubringen, wo gar keine notwendig ist. Auch werden Dinge erklärt, die man oft gar nicht erklärt haben braucht, weswegen der Film öfters etwas hölzern wirkt – dadurch aber ein gewisses 80er Flair erhält.

Kommen wir zum Ende des Films, was überraschenderweise dann doch in derart traditioneller Bloodshed-Manier abgehalten wird, dass ich…also. Ich kapier’s nicht. Anscheinend ist’s so eine Notwendigkeit. Evtl. hat ein Produzent Druck gemacht, so wie’s bei uns im Westen nur Happy Ends geben darf. ~_???
Kurz gesagt ist das Ende konfus, in seiner Inszenierung unnötig und Jingle Ma wäre besser beholfen gewesen, hätte er den Film konsequent als eher ruhiges Drama mit Kriminal-Anleihen zu Ende geführt. Schade. Das betrifft aber nur die letzten 10 Minuten und macht Goodbye Mr. Cool dennoch zu einem sehr unterhaltsamen Film.

Abschließend möchte ich meine Leser darauf hinweisen, dass Rain Li total geil ist und ich sie auf Karen Mok’s Beerdigung heiraten werde, wobei Lam Suet mein Trauzeuge ist.

Ich danke für’s Zuhören, denn morgen folgt The Cat.

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