Dead Or Alive

elend, 22.10.2006

Dead Or Alive (デッド オア アライブ) (SAT NTSC/JP)

 


(Das JP Cover besticht durch sein ungewöhnliches Motiv, sowie der relativ großen Anhäufung von Text bei ganz kleinem Logo. Hervorragend!)


“An Virtua Fighter 2 wird kein 3D Prügler von Sega heran kommen (…)”


Oh, wie recht sie doch hatten. Von Sega kam keiner mehr an VF2 Qualitäten. Aber einer von Tecmo. Die Dead Or Alive Arcadeportierung (Sega Model 2) von Tecmo wurde für damalige Verhältnisse atemberaubend umgesetzt. Sicher fehlten die 3D Hintergründe und ein paar Polygone hier und da, aber das zu Zeiten in denen die Arcades noch die Nase vorn hatten und Konsolen keine ebenbürtige Grafik bieten konnten.


Storytechnisch gibt es nicht viel zu erzählen. Ehrlich gesagt interessiert es mich auch nicht wirklich. Was ich will, wenn ich Dead Or Alive reinlege, ist mich prügeln. Und selten trifft man ein Spiel auf dem Saturn, bei dem das besser geht. Wer Virtua Fighter 2 kennt, wird sich bei Dead Or Alive sofort heimisch fühlen. Es gibt lediglich drei Buttons. Hold, Punch und Kick. Punch und Kick ist ja wohl bitte selbsterklärend und Hold ist ein netter kleiner Buttons, der gegnerische Tritte und Schläge nicht nur abwehrt, nein, er wandelt sie sogleich in einen oder mehrere Schläge oder Tritte um. Wer gern klassisch blocken will, der drückt den Joystick bitte kurz vor einem Tritt und einem Schlag nach hinten. Kontinuierliches nach hinten Drücken funktioniert nicht auf dauer. Gleiches gilt für Hold.

So kämpft man sich also durch 8 Kämpfer, um dann geschwind beim Boss zu landen. Kein Ountro, kein gar nichts, und schwupps sind wir wieder im Hauptmenue. Aber hey, wir haben “Extra Options” freigeschalten. Tjo, Dead Or Alive ist da etwas spartanisch, wenn es um freischaltbare Kämpfer oder weitere Stages geht. Dafür kann man für jeden Character 6 (!) neue Kostüme freischalten. Also wenn das nichts ist. Das ist zwar nett gemeint von Tecmo, bietet aber nicht wirklich einen Anreiz das Game dann zum 352 mal durch zu zocken. Zumal das gar nicht so einfach ist. Die Combos und Moves wollen erstmal gelernt und Trainiert sein und ein Besuch im Trainingstage ist Anfangs unabdingbar, um überhaupt den Endgegner zu sehen.


Unglaublich, wie man mit nur 3 Buttons und einem Steuerkreuz mit 8 Himmelsrichtungen, derart viele Combos, Schläge, Tritte und Specials im Spiel unter bringen kann. Dead Or Alive wird in dieser Hinsicht nur von Virtua Fighter 2 getoppt. So erwischte ich mich dabei, wie ich mich auf eine Figur konzentrierte, da ich mir gar nicht soviele Moves merken, geschweige denn in der Hitze des Gefechts, auch anwenden konnte. Man kann es nicht oft genug erwähnen: Training. Und das unterscheidet ein Virtua Fighter 2 oder Dead Or Alive nunmal von einem Mortal Kombat 4 oder Street Fighter Zero. Es ist eben ein komplett anderes Spielgefühl und sicher nicht für jeden gleichermaßen interessant.

Ansonsten gibt es noch die Danger Zone zu erwähnen, die allerdings von einigen, soweit ich das nun mitbekam, imho viel zu sehr hochgelobt wird. Ich meine, es ist nur ein Rand am Spielfeld, welcher eine Explosion verursacht, wenn man den Gegner da reinschmeißt. Das richtet dann noch etwas mehr Schaden an und tjo… das war’s auch schon. Irgendwie würde ich es gern abschalten, da es manchmal auch ziemlich doof aussieht, wenn die Kämpfer da meterhoch in die Luft geschleudert werden. Aber dem Spielgeheschen tut es auch nicht wirklich einen Abbruch, von daher. Was soll’s.


Die Grafik ist einfach furios. Eigentlich ist sie nichts besonderes, da Virtua Fighter 2 und Spiele wie Last Bronx oder Fighting Vipers auf dem Saturn gezeigt haben, das er High-Res 3D Grafik super flüssig darstellen kann. Mir scheint es aber, als hätten die Jungs vom Tecmo noch ein Stück mehr Design und Arbeit reingesteckt. So fügen sich die Hintergründe, welche zwar lediglich 2D sind, absolut perfekt in’s 3D Spielgeschehen ein. Noch nie sah ein 3D Prügler mit 2D Hintergründen so “aus einem Guss” aus, wie Dead Or Alive. Dazu kommen die konstanten 60 Frames, die detaillierten und großen Kämpfer, sowie die hochauflösenden Texturen für den Boden. Echte Transparenz (Bei den Explosionen) und hervorragende Animationen runden das Endergebnis ab. Lediglich das lächerliche Intro kann da nicht mithalten.

So. Zu erwähnen gäbe es eigentlich nur noch eins… Ehm…
die Brüste.
Ich erwähne das extra am Schluss, damit niemand sagen soll, wir spielen Dead or Alive nur, wegen den tollen
Brüsten
der Kämpferinnen, nein es ist wirklich ein tolles Spiel und bekam durch die abnormal wackelnden
Brüste
eventuell einen faden Beigeschmack. Das ist etwas schade. Aber nichts desto trotz noch ein kleines animiertes .gif, bei dem sich alle Unwissenden selbst ein Bild machen können.

Fazit:
Trotz des geringen Umfangs an freischaltbaren Kämpfern sollte jeder Saturnbesitzer ein Dead Or Alive sein eigen nennen. Die Grafik sieht man nicht alle Tage auf dem Saturn und als kleine Zugabe gab es noch ein nahezu perfekt spielbares Game obendrein.
Pen Pen Pen Pen Pen

Videos der Saturnversion:
http://www.youtube.com/watch?v=mtP2P0t1yy4 – Das Intro
http://www.youtube.com/watch?v=ud2HCl3E_RQ – Die Brüste
http://www.youtube.com/watch?v=1a0lFx9echA – Toller Gameplaymix