Love Exposure

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L O V E – E X P O S U R E

Der junge Yu verliert früh seine Mutter. Nie wird er sie vergessen, wie sie vor der Mutter Maria in der Kirche stand und betete. Überhaupt hat Yu zur Maria eine besondere Beziehung. Kurz vor ihrem Tod bat Yus Mutter ihn darum, sich eine Frau wie die Jungfrau Maria zu suchen. Das bleib’ bei ihm hängen und so sucht er fortan nach seiner Maria. Sein Vater, der nun mittlerweile Priester geworden ist, macht ihm allerdings Sorgen. Täglich will er die Beichte seines Sohnes hören doch dieser hat gar nichts zu beichten?! Um seinen Vater glücklich zu machen, fängt er ein Leben voller Sünden an. Das Zertreten von Ameisen und das zerreissen von Radiergummies seiner Klassenkameraden ist dabei noch das harmloseste. Seine Freunde erzählen ihm, dass Obszönitäten bei Priestern überhaupt nicht gut ankommen. Sie empfehlen ihm einen Meister, der ihn fortan zum King Of Panty Shooting ausbildet.

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Das in der Inhaltsangabe waren jetzt lediglich die ersten 15 oder 20 Minuten des Films. Ich muss einfach irgendwann aufhören, denn danach folgt noch einiges. Der Film geht 4 Stunden lang und ist nichts anderes, als eine Liebesgeschichte. Männlein A verliebt sich unsterblich in Fräulein B, doch diese hat eher Augen für Fräulein C. Etwas kompliziert wird es nur dadurch, dass Fräulein C in Wirklichkeit Männlein A ist und es noch ein Fräulein D gibt, welches wiederrum in Männlein A verliebt ist. Oder zumindest andere Pläne mit ihm hat. Das klingt alles ziemlich weird und wirr und ist es erstaunlicherweise im Film selbst aber gar nicht. Überhaupt gehen die 4 Stunden des Filmes wirklich fast (!) wie im Fluge vorrüber. Das scheint mir die wirklich große Meisterleistung des Regisseurs zu sein. Viele über 2 Stunden lange Epen sind ja eher Filme der ruhigeren Gangart, aber nicht so Love Exposure, der von Minute 1 eher an eine Serie auf MTV (Japan) erinnert, als an ein 4-stündiges Epos. Die Schnitte sind schnell, es gibt viel zu sehen und erleben und man hat eigentlich kaum eine Pause. Lediglich nach der Hälfte des Filmes wird es ein klein wenig ruhiger und ja, dann fängt der Fillm auch leider an, sich ein wenig zu ziehen. Überhaupt sagte mir der letzte Part der Geschichte nicht mehr ganz so zu. Ziemlich schade, denn ansonsten war er schwer in Ordnung.

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.Tjopes, schwer in Ordnung aber beileibe keine Grenzerfahrung, wie so ca. jedes Review im Internet schreibt. Eine Grenzerfahrung ist der Film höchstens für die Arschbacken, wenn man nicht das Glück hat, ihn auf einem Sofa zu schauen und Frau Schröder-Möppel, deren Filmerfahrungen sich auf 45-minütige Telenovelas auf ARD und ZDF beschränken, dürfte den Film auch eher grenzwertig finden bzw. vorab einen Herzinfarkt erleiden. Der Film ist Japan pur und kaum ein Klischee wird ausgelassen. Von meter hohen Blutfontänen über reichlich Tränen und eine Penisamputation bis hin zur Perfektion der Panty Shots gibt es hier ziemlich viel weirdness zu sehen. Dies stellt imho allerdings nur für eher Asienfilm unerfahrene eine Grenzerfahrung da. Lässt man die ganzen Sachen außen vor gibt es “einfach nur eine Liebesgeschichte”. Diese ist allerdings wirklich witzig, wirklich blutig und wirklich traurig inszeniert. Es dürfte für jeden etwas dabei sein.

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