Dog Bite Dog

elend, 09.11.2006

Dog Bite Dog Hong Kong 2006

Regie: Cheang Pou-Soi
Darsteller: Sam Lee, Edison Chen, Lam Suet, Pei Pei

Pang (Edison Chen) ist Kambodschanischer Untergrundkämpfer und kämpft in Arenen für Geld. Außerdem ist er nebenbei Auftragskiller. Für den Auftrag, die Frau eines Richters zu erledigen, wird er nach Hong Kong geschickt. Der Job wird schnell und dreckig erledigt. Die darauf eintreffende Polizeitruppe staunt nicht schlecht und findet allerdings ziemlich schnell eine Spur und so wird Pang auch schon von Wai (Sam Lee) und seinem Partner “Fat Lam” (Lam Suet) verfolgt. Es kommt zu einem Blutbad…

Tjo. Man las ja vorher schon im Internet, das dieser Film recht düster und brutal ist. Aber was ich dann erlebte, das hätte ich eigentlich nicht erwartet. Dieser Film ist wirklich düster. Das fängt schon damit an, das er überwiegend Nachts spielt geht weiter in den Handlungen der Figuren und endet schließlich nicht einmal bei der Musik, die einem als erstes auffällt und hier gesondert erwähnt werden sollte.


~ Der Soundtrack. Er ist düster. ~

Er erinnert von der ersten Szene an an Silent Hill. Hier werden sicke metallerne Geräusche eingesetzt, nach einem Schuss ist ein Tinnitus ähnliches Pfeiffen zu hören, während den Kämpfen ist dezentes Hundegebell und -geknurre zu hören und den Höhepunkt bilden die choralen Gesänge, die den ganzen Film einfach nur noch schwerer wirken lassen, als er ohnehin schon ist. Einzig und allein die zwei Lieder mit Gesang wirken im Nachhinein irgendwie fehlplatziert.


~ Die Story. Sie ist düster. ~

Gleich in einer der ersten Szenen sehen wir den Mord an der Frau des Richters sowie mehreren weiteren Personen. Und Pang geht hierbei nicht gerade zimperlich vor. Als Kampfsklave in Kambodscha aufgewachsen kennt er nunmal keine Gnade und Regisseur Cheang Pou-Soi hat kein Problem damit alles bis in’s Detail zu zeigen. Hier gibt der Film bereits die Richtung an. Es wird brutal. Der Hauptgrund dafür ist die realistische Gewalt, die gottseidank nicht einfach nur so da ist, um 15-jährigen Teens zu imponieren, sondern zum Plot gehört und auch unbedingt nötig ist, um den Verfall der beiden Hauptfiguren deutlich zu machen. Im Verlauf des Filmes lernt Pang ein Mädchen kennen, das mit ihrem Stiefvater, der sie täglich vergewaltigt, auf einer Mülldeponie lebt. Er nimmt sie mit und zeigt hier das erste mal so etwas wie Menschlichkeit. Aber kaum sah man etwas Menschlichkeit in Dog Bite Dog, kommt auch schon wieder die Finsternis und irgendjemand stirbt, oder schlimmeres(!).

Hier muss ich auch mal die zwei Hauptdarsteller erwähnen. Sam Lee kennt man überwiegend aus sicken Komödien oder sonst irgendwelchen Crapfilmen, die eigentlich keiner kennt. Und was der hier abliefert ist einfach sagenhaft. Nie hat man das Gefühl das man Sam Lee aus Bio Zombie kennt. Man hat Mitleid mit ihm. Angst vor ihm. Das alles nur, weil er so grandios spielt und man ihm alles abkauft, was er einem vor macht. Edison Chen ist auch nicht von schlechten Eltern. Er ist lange nicht mehr das geschniegelte Popsternchen, welches nur gut aussieht. Aber ich muss auch sagen, das im wohl die Tatsache, das relativ wenig spricht, zu gute kommt.


~ Die Kamera. Sie ist düster. ~

Brutal zeigt sie Hong Kong von seiner dreckigsten Seite. Würde man Hong Kong nicht aus anderen Filmen viel freundlicher kennen, man hätte absolut keinen Bock mehr auf Hong Kong und das Gefühl, man könnte an jeder Ecke oder Ampel erschossen werden. Nicht nur das gandenlose Draufhalten bei Schläger- und Schießereien sondern auch die Farbfilter, Locations und Kameraeinstellungen tragen dazu bei aus dem sonst so lebhaften Hong Kong einen hoffnungslosen Hort der Gewalt zu machen. Das reinste Endzeitszenario.


Tjo.

Das Vergeben der Penen, aka Punkte, erwies sich dann doch als schwieriger, als ich, bevor ich den Film sah, dachte. Das Ende hat mir nicht wirklich richtig gefallen und ist der einzige Grund, warum ich einen Pen abzog. Ich will nicht sagen, das das Ende lächerlich ist, oder den kompletten Film lächerlich macht. Es passt auch irgendwie und macht Sinn, aber es gefiel mir ganz einfach nicht und ich hätte mir gewünscht, das der film 10 Minuten vorher zum Ende gekommen wäre. Wirklich zu schade.

Nichts desto trotz ist Dog Bite Dog mal wieder ein klasse Film, wie er nur aus Hong Kong kommen kann. Sollte jeder Hong Kong und Thriller interessierte gesehen haben.

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Terror Firmer

Pennylane, 09.11.2006

Terror Firmer

Zuallerst sei gesagt: TROMA. Wer damit nix anfangen kann, wird auch mit diesem Film nicht glücklich.

Es ist Trash. Toller Trash.

Story:
Am Set des neuen Tromafilmes “Terrorfirmer” werden nach und nach Beteiligte auf scriptähnliche Art und Weise um die Ecke gebracht.

Da wird hier einer während einer Erschiessungsszene erschossen (“Super!Super! Nur der letzte Schuss sah etwas unecht aus”), dann wird jmd kurzerhand in eine Rolltreppe gezogen *sweeet* oder auch ganz trivial nur einer Schwangeren der Fötus aus dem Bauch gerissen (“nooooooooo~ my baby”).

Klassischerweise weiss man bis zuletzt nicht wer der Mörder ist und wie sein Motiv aussieht, man wird sogar Krimimässig auf falsche Fährten gelockt.

Sound:
Hier wird übelst ausgepackt. Lunachicks inkl “Videoclip”, Bouncing Souls, Anti Flag und viele mehr geben sich die Ehre.
Gaststar (jaja hat jetz nix mit Filmmusik zu tun, aba who cares) ist der altehrenbwürdige Motörhead Lemmy (rasiert O_o), welcher im Abspann dann nochmal den Vogel abschiesst mit einer Independencedayreifen Rede über Transsexuelle.

Bild:
Hier sieht man halt, dass Troma bei weitem keine Anfänger mehr sind. Soll heissen dass durchaus schon professionellere Kameras verwendet wurden.
Effekte sind auch recht gut gemacht.
Kann man nicht wirklich klagen.

Alles natürlich unter dem Vergleich mit anderen Independentfilmen – sollte man schon dazusagen….

Besonders sympatisch natürlich auch Produzent Kaufmann – auf die Frage bzgl deutscher DVDs (welche es ja von Troma Dtl gibt):

Quote:
Mein Rat: Holt euch die amerikanischen Troma-DVDs, sie sind viel besser! Sie haben viele Extras: Audiokommentar, Making Ofs, all die tollen Sachen, die DVDs haben sollten.

Was gibts noch zu sagen. Mit nem Bierchen wahrscheinlich noch besser.

Ah jo: gefickt wird auch ordentlich O_o

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Shark Busters

Munin, 23.09.2006

Shark Busters

Die Polizeitruppe um TC Lee (Danny Lee) steckt in Schwierigkeiten. Lee selbst ist wegen seiner hohen Schulden längst in den Schlagzeilen der Lokalpresse, und auch die anderen Polizisten müssen sich ständig immer mehr Geld leihen, um wiederum ihre anderen Schulden zu bezahlen und nehmen dafür vielerlei Demütigungen in Kauf. Noch schlimmer wird’s, als Chan Ho-lung (Lam Suet) auf die Idee kommt, mit seinen Triadenkumpels ins Kredithaigeschäft einzusteigen. Als auch die Polizisten im Strudel seiner mit hohen Zinsen versehenen Angebote versinken und seine Geldeintreiber die Stadt terrorisieren, taucht zum Glück der Ausländer Brian (Brian Ireland) auf. Brian ist nämlich neben seinem neuen Job als Hilfspolizist zufällig noch Anwalt. Brian und seine Kollegen (u.a. To-Regular Shiu Hung Hui) drehen den Spieß um und nehmen den Kampf mit Ho-lungs Truppe auf.

 

Mit “Shark Busters” hat Herman Yau eine ziemliche Off-Beat-Komödie geschaffen – das fängt schon mit der Wahl des Casts an, in dem kein einziger Jungstar-Schönling zu finden ist, sondern fast nur altgediente Veteranen. Sehr nice ist auch Brian Ireland, der als reicher Anwalt eigentlich keinen Grund hat bei den Polizisten mitzumachen und in einer der besten Szenen des Films auch mal eben aus der Polizeiuniform in den Anzug wechselt, um aus der Polizeistation aus die Triaden zu vertreten (?!). Aber eigentlich macht er das nur wegen dem Geld und ist im späteren Verlauf des Films seinen Kollegen eine wertvolle Hilfe.

Fur Ausländer könnte es etwas schwer sein, sich mit der Thematik zu identifizieren – dem Film merkt man kleine sozialkritische Untertöne an, die die ’97er Übergabe an China thematisieren, für uns aber nicht sehr leicht zu verstehen sind. Auch zieht sich Shark Busters in der Mitte sehr, für Action-Fanatiker ist der Film ohnehin nichts, tödliche Auseinandersetzungen gibt es nie.
Lohnenswert ist “Shark Busters” trotzdem, vor allem wegen dem tollen Zusammenspiel der Charaktere, denen allen genug Platz zur Entwicklung gegeben wird. Lam Suet als glatzköpfiger Gangster mit Lederjacke sticht natürlich besonders heraus, v.a. wenn er im späteren Verlauf anfängt, wie ein irrer zu Fluchen und dabei jedes 2. Wort herausgebiept wird, um den Film vor einem Cat III-Rating zu retten. Baha Leute! Auch geil: Als sich die Polizeitruppe als Taliban (!!?!) (Ich weiß Sheeshor, nicht jeder Turbanträger ist ein Terrorist, sorry!!! Bitte überlese es) verkleidet (und Brian als Osama Bin Laden (!?!?!)) und bei den Kredithaien einbricht. “Shark Busters” ist kein Spektakel, aber für genügend absurde Szenen ist ausreichend gesorgt.


Die Musik ist auch nicht zu verachten, was mit einigen schrulligen Gitarrensongs anfängt geht nachher, beim völlig bekloppen Grande Finale, wo unsere Helden von einer Riesenarmee Straßenschlägern verfolgt werden, zu einem weirden Canto-Metal-Rap-Song über, der die Geschehnisse passend begleitet.

“Shark Busters” ist sehr unauffällige Unterhaltung. Obwohl die Polizisten alle ihre Probleme haben, geht am Ende alles gut aus, weil alle zusammengehalten haben. Über die Liebenswürdigkeit und Wärme (Boah klingt das gay ~_?) der Charaktere muss man oft genug schmunzeln. Im Herzen eine Komödie geht der Film allein schon thematisch bedingt, über oberflächliche Slapstickattacken hinaus. Ausgerechnet Herman “Ebola Syndrome” Yau demonstriert eindrucksvoll einmal mehr, dass ein originelles Drehbuch und gut aufgelegte Schauspieler mehr wert sind als Effekthascherei, Verfolgungsjagden und Explosionen. Auch in HK. >:O

Tjo und Brian Ireland ist echt nice. Den würde ich gerne öfters sehen? Leider war Shark Busters (bisher?) sein einziger Film.

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V For Vendetta (#3)

elend, 23.10.2006

V for Vendetta (USA/GER(?) 2005)

 
(Das imho coolste Poster zum Film. Es wirkt irgendwie so oldschoolig.)


Tjo, die Story? Seuchen und die Angst vor Kriegen treibten die englische Bevölkerung in eine Diktatur unter Kanzler Sutler. Da Diktaturen sucken, versucht “V” gegen das Regime zu kämpfen und sprengt am 05.11., dem Guy Fawkes Day, das Old Bailey einfach mal so in die Luft.

Irgendwie war’s das auch schon. Gut gegen böses Regime. Nichts neues, wo man sich erst dran gewöhnen müsste. Auch nichts schlechtes, keineswegs, aber im Fall von V For Vendetta einfach etwas zu plump erzählt. Man erkennt sofort wer die bösen sind und es wird mit soviel Hinweisen und Symbolik um sich geworfen, das es schon etwas zu dick aufgetragen wirkt. Bild Style.

Tjo ansonsten zogen sich manche Szenen auch etwas, wobei mir aber nie langweilig wurde. Ka, eventuell lag’s an Natalie Portman, welche einfach hurensexy ist. Bis ihre Haare geschoren werden. Auch diese Szene fand ich zu strange erzählt. Nicht nur, dass die deutsche Synchro schon den eigentlichen Twist verriet, nein es war auch realtiv kurz und kam einem nur unpassend vor. Da hätte man evtl. etwas mehr Zeit drauf verwenden können und den Zuschauer mehr im Unklaren lassen müssen, wer dafür verantwortlich ist. Tjo.

Ansonsten gottseidank wenig Action. Gottseidank deswegen, weil der Film von den Wachowski (of Matrix fame) Brüdern ist und die Action Szenen, die zu sehen sind, mir einfach zuviel Zeitlupe beinhalten. Dazu kommt ein sicker Schliereffekt beim Werfen der Messer (Erinnerte an Soul Blade / Calibur) und halt random Griffe und Tritte. Irgendwie alles sehr komisch. Die Explosionen, die es zu sehen gab, waren allesamt schön wuchtig. Leider war irgendwie immer Feuerwerk dabei, was ich ziemlich komisch finde. ~_? Ich schätze der V machte das für Extra.

Tjo. Irgendwie gefiel er mir nicht so sehr. Zu plump, zu sick, dazu die imho lächerliche Maske und dann werden Natalie Portman auch noch die Haare geschoren. Eine Schande. Sad

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Science Of Sleep

Pennylane, 18.10.2006

Science of Sleep
La Science des rêves

Ich bin weiß Gott kein Fan von franzo-Filmen. Kaum einer der hochgepriesenen lockte mich vorm Ofen hervor (mit 1-2 Cliché Ausnahmen).

Aber dieser Film rockt.

Story: Stepháne (diese Blöden Akzente *kotz* wer hat diese Sprache nur erfunden – sicher jmd der nen Clown zum Frühstück hatte) der mit seinem Dad vor Jahren nach Spanien ging komt zurück nahc Frankreich zu seiner Mom um dort einen Job als Designer/Grafiker anzunehmen.
Probelm 1: Er kann kein französisch (kann ich ihm nicht übel anrechnen)
Problem 2: Der Job entpuppt sich als “Klebe vorgefertigte Namensschilder auf Kalender”
Problem 3 und Hauptproblem: Er verwechselt Traum und Realität.
Weiterer Storyverlauf: er verliebt sich in seine Nachbarin.

Ab da isses ne Liebeskomödie der ganz anderen Art, jedoch kommt storymässig nichts neues.

Die Charaktere sind durchwegs einzigartig und sympatisch. Neben dem verträumten Hauotdarsteller gibt es noch die schüchternunentshciedene Nahcbarin, den versauten Chef *FIIIICK SIEEE*, die “Schwuchteln” im Büro (eine davon männlich, die anere weiblich ^^) etc.

Erzählt wird in surrealen Bildern. Besonders die Traumwelt ist jedesmal ein Quell der Freude und der Entfaltung krankhafter frz Ideeen.
Seien es Skiberge aus Stoff und Faden. Pappstädte und Papierhäuser. Oder in klassisch Russischer Tradition Celluphanwasser in Stop-Motion Technik.

Es ist alles sehr nice.

Erzählt wird die Geschichte mit sehr viel Witz, darunter sogar lustige(!) Slapstickeinlagen und dumme, evtl platte, aber dennoch lustige und nicht billig assoziale Witze.

Selbst die Synchro kann man ansehen. Der Film ist im Orginal auf 3 Sprachen: spanische (kaum), französisch (ca. nen Drittel) und englisch (der Rest, also der Hauptteil).
Im deutschen wurde lediglich der englische Teil synchronisiert. DIe Synchronsprecher wurden dabei so nahe am Orginal gehalten dass man keinen Unterschied merkt. Grosses Lob. Selbst der unbeholfene Akzent des Hauptcharas wirkt nicht lächerlich….

Da er mich für nen frz Film echt ma weggehauen hat bekommt er klassische Pen Pen Pen Pen Trans(en)pen (5 gibts nur wenn ick mir ohne zu zögern DVD holen wollen würde…)

Magnolia

elend, 16.10.2006

Magnolia

Earl Partridge liegt im Sterben und wünscht sich nur eins. Nochmal seinen Sohn Frank T. J. Mackey zu sehen. Dieser jedoch ist immer noch wütend auf ihn, weil sein Vater damals seine Mutter verlies, als diese gerade Krebs hatte und Frank T. J. Mackey sie somit alleine pflegen musste. Bis zu ihrem Tod. Das hinterließ als 14-jähriger tiefe Spuren in Frank T. J. Mackey. Heutzutage ist er ein selbstverliebtes Arschloch das (auf zugegeben lustige Art und Weise) Seminare veranstaltet, wie Männer Frauen zu behandeln haben und somit schließlich in’s Bett kriegen.

RESPEKTIERT DEN SCHWANZ!

So, nachdem wir nun auch Max Interesse geweckt haben, kann es weiter gehen. Die Story ist schwer zusammen zu fassen ohne gleich eine A4 Seite zu füllen. Man hätte genauso gut, in genauso vielen Worten, den Handlungsstrang um Jimmy Gator und seine koksende Tochter beleuchten können. Oder den armseeligen Polizisten, der doch nur gutes tun will. Im Grunde geht es um mehrere Handlungsstränge und Personen, die doch alle eins gemein haben. Nicht nur, das sie alle in San Fernando Valley leben und wohnen, nein, sie leiden. Und wie sie leiden. Auf der Suche nach Liebe und Vergebung darf man nun diese Personen ca. 3 Stunden dabei begleiten wie sie leiden. Und leiden. Und leiden.

Das klingt negativ, ja fast langweilig, ist es aber nicht einmal. Gerne sah ich diesen Personen fast die kompletten 3 Stunden zu, wie sie leiden und sich ihre Wege allmählich immer mehr kreuzen. Das hatte zum einen den Grund das die Schauspieler alle hervorragende Leistungen erbringen und zum anderen natürlich auch das das Drehbuch ganz offensichtlich wunderbar ausgearbeitet ist und den Characteren genug Raum und Zeit gab, sich zu entfalten. Wäre dies nicht der Fall gewesen, wäre ich ganz schnell eingeschlafen und hätte mich nicht einmal für deren Schicksale interessiert.

Da das nicht der Fall war, blieb’ ich also bis zum Schluss dabei. Und da haben wir auch schon das Problem. Der Schluss. Er wirkte auf mich so unfertig. Auf einmal war er da ohne auch nur irgendetwas geändert zu haben. Sicher, hier und da erlangte man die Erkenntnis, das man vergeben soll aber tjo. Das war’s? Deswegen verbrachte ich 3 Stunden meines Lebens mit diesen Characteren? Das ist mir in dem Moment etwas zu wenig gewesen.

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A Scanner Darkly

Munin, 14.10.2006

A Scanner Darkly

Tjo ich bin jetzt zu müde für ein richtiges Review, aber ich sag mal: Ziemlich gut. Geil eigentlich. Tjo. Nur Action sollte man nicht erwarten. Ich gebe
4 Penen. Der letzte Pen fehlt weil der Anfang echt zäh ist. Aber das Ende ist nice. Das Rotoscoping-Zeug sieht zwar in Bewegung nicht so nice aus wie in Stills, ist aber für die Erschaffung der psychedelischen Drogen-Atmosphäre ungemein hilfreich. Und naja es ist die 2. tolle Dick-Adaption nach Blade Runner ~_? Wobei ich Screamers gar nicht mal schlecht fand!? Und Total Recall doof und Minority Report kann mich mal am Arsch. Ach ich schweife ab. ~_~

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L.A. Crash

Penance, 11.10.2006

L.A. Crash

Okay. Also ein paar Spoiler sind leider drin, denn ohne wäre es aufgrund des episodischen Aufbaus nicht möglich den Film zu beschreiben. Werd’ mir Mühe geben.

Bei diesem Film geht es um Rassismus. Nicht nur um s/w, sondern auch um andere Nationen und wie Menschen alles über einen Kamm scheren aka “..ist doch egal, ob ich jetzt Weisse oder Mexikanerin sag’.” “Ich bin aus Puerto Rico!!!” ~_~
In der Geschichte werden nun einige Schicksale von Menschen, die vom gesellschaftlichen Ansehen wohl nicht unterschiedlicher hätten ausfallen können, aufgeführt und sollen den Zuschauer zum Nachdenken anregen.
Da sind zum Beispiel die zwei Schwarzen, die sich (der eine mehr, der andere weniger) von den Weissen absolut ungerecht behandelt fühlen und im Zuge dessen natürlich keine andere Wahl haben, als zwei Minuten später die Waffen zu ziehen und ein bemanntes Auto zu klauen. Oder ein Polizist, der sich sehr um seinen Vater sorgt, weil er seit Monaten Schmerzen beim Wasser lassen hat. Nicht die Macht hat ihm zu helfen, obwohl er zumindest soviel Macht besitzt, Frauen bei Durchsuchungen einfach mal überall hinfassen zu können, ohne dass ihm etwas passiert.

Der Film erzählt also all diese Geschichten, die teilweise miteinander verstrickt sind. Für meine Begriffe ging man hier zu Anfang extrem und heftig auf das Thema zu, denn nach einem Unfall bekriegen sich zwei Frauen unterschiedlicher Abstammung verbal so assozial, wie ich es erstmal nicht für möglich halten würde, geschweige denn schonmal erlebt hätte. In jeder Einstellung wird der Rassenhass gegen irgendjemanden deutlich gemacht. Alle Protagonisten werden im Laufe dieses fast 2 stünidgen Films eine Veränderung erleben, die sie so sehr zum Nachdenken bringt, dass es zwei Arten von Abschlüssen geben wird: Die Gewinner und die Verlierer.

 

Die Gewinner sind die, die ihre Vorurteile abbauen konnten. Die durch die Umstände oder aussergewöhnliche Erlebnisse erkennen, dass sie falsch lagen mit ihren Vermutung über gewisse Menschen/Rassen.
Die Verlierer sind die, die an ihrem Denken zugrunde gehen oder die Erkenntnis etwas in ihrem Leben ändern zu müssen, einfach nur zu spät eintritt.

 

Fazit:
Der Film begeistert und man möchte sehen wie es weitergeht.. keine Frage. Durch ausgefeilte Kameratechnik, guten Schnitt, vor allem aber durch die grossartigen Farben erlebt man einige dramaturgisch starke Momente, die ihre volle Wirkung aber nicht entfalten können, weil die einzelnen Szenen zu offensichtlich und unkonsequent dargestellt wurden. Dass Amerikaner diesen Film unheimlich toll fanden ist nicht besonders verwunderlich, denn mit unterschwelligen Botschaften können sie, wie wir alle wissen, nur wenig anfangen.
Ich habe das Gefühl, dass der Regisseur auf das Thema aufmerksam machen wollte, ohne zuviel zu erschrecken. Eine ständige Unkonsequenz ist in meinen Augen (leider) das Ergebnis. Und zum Schluss wird man mit kitschiger Popmusik und einem erneuten, alltäglichen Unfall regelrecht aus dem Film, aus der Atmosphäre geworfen.. während einer der Typen gerade bemerkt, dass es angefangen hat zu schneien, aus dem Auto steigt und sich über sein Leben freut. Als ob das Ziel gewesen wäre, dem Zuschauer zu sagen “Na seht ihr? Ist alles gut.”

Der Film bietet gute Ansätze und wird spannend erzählt. Der ganz grosse Kracher ist aber nicht gelungen.. dafür geht der Film einfach zu banal mit dem Thema um. Wer sich in Bezug auf Rassismus, einer intelligent erzählten Geschichte inbegriffen, einen Gefallen tun will, sollte sich “American History X” anschauen.

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Isabella (#1)

Munin, 08.10.2006

Isabella

Ich habe den Film ja schon vor einer ganzen Weile zum ersten Mal gesehen und war überwältigt. So überwältigt, dass ich nie ein vernünftiges Review schrub. Also holen wir das nun nach, nachdem ich Isabella ein zweites Mal sah…


Macau 1999, kurz vor der Übergabe zurück an China. Shing (Chapman To) lebt ein kaputtes, einsames Leben als Polizist. Seine Rolex hat er sich mit korrupten Geschäften dazuverdient, er gabelt jeden Abend Frauen in Bars und Diskos auf und hurt rum, ist seelisch längst erkaltet. Er staunt nicht schlecht, als seine neuste Fickbekanntschaft Yan (Isabella Leong) am nächsten Morgen behauptet, seine Tochter zu sein. Und tatsächlich: Shing erinnert sich, seine erste Freundin verlassen zu haben, als er erfuhr, dass sie schwanger war. Zunächst will Yan nur Geld von ihm, ihr Vermieter hat sie rausgeschmissen und ihren Hund ausgesetzt. Sie zieht kurzerhand bei ihrem Vater ein, bis sie ihren Hund wiedergefunden hat.

Die Story klingt eigentlich noch viel komplizierter, als sie eigentlich ist. Isabella ist ein Charakterdrama, ein echter Handlungsablauf ist kaum festzustellen. Was den Zuschauer die nächsten anderthalb Stunden berühren wird sind die Szenen, in denen sich Vater und Tochter näherkommen und eine unerwartete Freundschaft entsteht.

Zusammen mit den fantastisch ausgeleuchteten, opulenten Bildern der ehemaligen portugiesischen Kolonie, in Szene gesetzt von Kameramann Charlie Lam könnte man den Eindruck bekommen, dass hier jemand Wong Kar Wai zu sehr nacheifert. Tatsächlich halte ich Isabella für besser als das Meiste, was Wong Kar Wai je gemacht hat. Während der sich hinter Symbolik und Selbstgefälligkeit versteckt, macht Regisseur Ho-Cheung Pang keinen Hehl daraus, dass seine Geschichte eine ganz einfache ist. Um so beeindruckender, wie er aus dieser Simplizität etwas so Magisches schafft, das Zusammenspiel der Bilder, der Musik, der Schauspieler…Chapman To ist kein Meister seines Fachs, aber in dieser Rolle allemal besser wie als Slapstick-Dumpfbacke, als die wir ihn öfters sehen. Und Isabella Leong ist nicht nur einfach süüüß Isch liebe disch! Isch liebe disch! Isch liebe disch!, von ihr aus gehen – zwangsläufig – die meisten Emotionen aus, und sie macht ihren Job echt gut. Auch dabei: Anthony Wong in einer seiner besten Nebenrollen als Shing’s ständig essender und redender Kollege. So geil xD Zum Brüllen.
Ebenfalls beachtlich, wie der Regisseur ganz behutsam, doch schon von Beginn an die Frage aufwirft, ob Yan vielleicht gar nicht die Tochter Shings ist. Empfinden die beiden also tatsächliche Liebe zueinander? Im Film sind mehr Details versteckt, als man erwarten würde.

Zugegeben, ich bin extrem anfällig für diese Art von opulentem Drama, das – ich zitiere hier das LoveHKFilm.com Review – seine Bedeutsamkeit ständig verkündet, anstatt sie sich tatsächlich zu verdienen. Kritiker könnten sagen, das ist der Kitsch des neuen Jahrtausends. Will heißen: Tatsächliche Tiefe hat Isabella kaum. Der Film baut eine Fassade von Melancholie und Tragweite auf, hinter der sich letztendlich eher wenig Substanz verbirgt. Es ist auch etwas schwer, die Unterschiede zu Wong Kar Wai-Filmen herauszustellen, wenn sie doch so viel mit diesem hier gemeinsam haben. Woran scheitert Wong Kar Wai, und warum funktioniert hier alles – meiner Meinung nach – so gut? Isabella strahlt irgendwie eine gewisse Wärme und Bescheidenheit aus während mir in vergleichbaren Filmen nur Distanz begegnet. Und das kann für einen kleinen sensiblen Typ (aka Emo) wie mich schon alles sein.

Noch etwas zu sagen ist zur Musik. Peter Kam hat für sie nicht umsonst auf der Berlinale 2006 den silbernen Bären eingeheimst. Mit einer Mischung aus portugiesischen Fado-Gitarren und elegischen Streicher- und Pianoflächen hat er die verfallende Schönheit Macaus auf treffende Weise eingefangen. Dieser Soundtrack gehört zu den besten aus HK, die ich kenne und man kann ihn auch gut eigenständig hören. Ich habe euch einen Track zum Reinhören hier hochgeladen (Sorry für den lamen Host, ich hätt’s bei elends Server oder so raufladen lassen, aber er ist schon sleepen nun. ~_~)

Nach dem ersten Schauen von Isabella vor ein paar Monaten war ich wie in Trance und vergab sofort 5 Penen. Jetzt, wo ich die Gelegenheit hatte auf mehr Kleinigkeiten zu achten, sind mir auch ein paar Schwächen aufgefallen, Probleme mit dem Tempo des Films, Zweideutigkeiten, etc. Darauf mag ich aber gar nicht weiter eingehen, ich will die Magie nicht zerstören. Trotzdem bin ich mir, was die Bewertung angeht, nicht mehr so sicher. Isabella ist eben wie eine Seifenblase, sie schillert in tausend Farben, entschwebt leise der Erde und ist doch so zerbrechl…ach scheiß drauf, hier sind 5 Penen. Herz siegt über Verstand. Isabella ist so geil. Bitte schaut sofort, ihr Wichser. Der Führer!

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Die purpurnen Flüsse 2

Tut mir leid penance, ich muss dir leider in dein linkes Auge pissen wenn du französische Produktionen doof findest, denn ich halte sie für eine Klasse für sich.

Und deswegen kuckte ich gestern: Die purpurnen Flüsse 2 (Les rivieres pourpres 2 – Les anges de l’apocalypse) mit… na…? Jean Reno und Christopher Lee. Regie führte Luc Besson (Das fünfte Element).

Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich den ersten Teil nicht kannte und auch nur per Zufall an den Film rangekommen bin. Wusste zuvor nicht was sich hinter dem Titel verbirgt.

Die Story soweit:
Mönche des Klosters Lotharie hängen ein Kruzifix auf, welches auf einmal blutet. Ein Wunder? Nein. Denn hinter der Mauer, auf der das Kreuz aufgehangen wurde, findet Kommisar Niemans (Jean Reno) eine eingemauerte Leiche. Mord.

Zur gleichen Zeit untersucht sein früherer Polizeischüler Reda (Benoît Magimel) einen ähnlichen Fall, die beide im Laufe der Geschichte wieder aufeinander treffen lässt. Zusammen stoßen sie auf Ritualmorde, apokalyptische Vorzeichen und ein versiegeltes Buch, nach dem auch der deutsche Abgeordnete für Religion und Spirituelles, Heinrich von Garten (Christopher Lee), sucht (der im übrigen mit einem Mannheimer Kennzeichen nach Frankreich reist!).

Als wäre das nicht schon verwirrend genug für unsere Kommisare, so kommen immer mehr religiöse Zeichen auf sie zu. Nach und nach werden Personen ermordet, die an einem “letzten Abendmal” teilgenommen hatten und sogar im wirklichen Leben die gleichen Berufe wie die Jünger des “echten” Abendmal ausüben. Die Morde werden von Menschen in Kutten verübt, die übermenschliche Kräfte zu haben scheinen und den Kommisaren immer einen Schritt vorraus sind.

Die gesamte Situation spitzt sich zu, als sie einen Menschen auf der Straße anfahren, der wie Jesus aussieht und zu einer blutrot angelaufenen Kirche rennt und Gott um Vergebung bittet… und danach nicht mehr ansprechbar ist.

Fazit:
Die purpurnen Flüsse 2 mischt ein intelligestes Thriller-Konzept mit historischen Gegebenheiten aber auch fiktivem Spuk, ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Die Charaktere wirken glaubhaft und – typisch französisch – sicher in ihrer Rolle. Doch sie handeln nicht monoton, auch ein Kommisar Niemans bekommt kurze Panikschübe wenn er in Lebensgefahr ist, doch der Zuseher merkt, wie er sich aufrappelt, nachdenkt und entschlossen handelt.

An französischen Produktionen gefällt mir die Liebe zum Perfektionismus an jeder Szene. Man merkt, dass jede Szene durchdacht wurde und immer wieder die Wirkung auf den Zuseher hinterfragt wurde. Kameraperspektiven wie z.B. die Amerikanische, Halb-Nahe, etc. werden nicht aus dem Lehrbuch übernommen, sondern es werden verschwommene Objekte leicht davor gesetzt, der Blickwinkel verändert, der Farbkontrast hochgesetzt. Sowas ist einfach nur herrlich anzusehen. Und wie gesagt: Nahe an der künstlerischen Perfektion.

Ohne den ersten Teil zu kennen, habe ich im Vorfeld schon mitbekommen, dass – bis auf Jean Reno – die gesamten Schauspieler ausgetauscht wurden. Doch das tut dem Film keinen Abbruch. Einziger Wehrmutstropfen ist das aprupte Ende – wie leider auch bei anderen französischen Filmen wie Vidoq oder Arsenè Lupin.