Robinson Crusoe

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Robinson Crusoe
aka The Wild Life

Das Schiff, auf welchem Robinson Crusoes anheuerte gerät in einen Sturm und zerschellt an einer Klippe. Endlich auf festem Boden angekommen stellt er aber fest, dass seine Schiffskollegen alle tot sind und er der einzige Überlebende ist. Er sitzt nun auf der Insel fest. Blah blah, Robinson Crusoe halt? Lul.

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Also das einzig interessante an der Geschichte ist ggf. dass man Robinson Crusoe überwiegend aus dem Blickwinkel der Tiere beobachtet. Das führt zu ein paar minimal lustigen Szenen oder Gags, aber das war’s dann auch schon. Ansonsten passiert literally NICHTS in dem Film, außer, dass die Tiere sowie Robinson Crusoe vor ein paar Katzen abhauen. Das war’s. Also das ist so ein Film, bei welchem man merkt, was alles für einen guten Fim notwendig ist. Denn die Story unterhält mit ihren Slapstick Actionszenen maximal 5-jährige und hat leider für ältere absolut gar nichts zu bieten. Keine Charaktere, kein Ziel, keine Entwicklung kein gar nichts. Es ist echt ein bisschen unfassbar eigentlich.

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Dabei sieht der Film – der immerhin “nur” eine belgisch-französische Koproduktion ist – gar nicht mal so schlecht aus. Die Animation des Wasser beeindruckt, die Modelle der CGI Animals sind allesamt wirklich hervorragend und selbst die Menschen haben einen recht guten Look. Aber auch hier merkt man schnell wieder, wie unfassbar wichtig Kamerafahrten und Animation für einen Film sind. Die Menschen im Film bewegen sich alle höchst seltsam, die Kamerafahrten könnten langweiliger nicht sein und auch ansonsten fehlt dem ganzen ein gewisser “Pep”.

Tja, gut gemeint, aber leider nicht überzeugend. Die Optik des Films ist durchaus und okay und man könnte die weirden Animationen auch verzeihen, wenn es halt so etwas wie eine Story gäbe.

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JCVD

J C V D
mabrouk el mechri
belgien luxemburg
2008

Jean-Claude Van Damme ist im Moment nicht so gut drauf. Gerade hat er in den USA den Sorgerechtsstreit um seine Tochter verloren und sein Anwalt wartet immer noch auf sein Geld. Jean-Claude braucht eine Auszeit und reist zurück in seine Heimat. Belgien. Er versucht dort erst einmal Geld abzuheben, um seinen Anwalt bezahlen zu können. Aber wie es scheint ist er komplett Pleite.

Als dann Schüsse in der Postfiliale fallen, glaubt die Polizei an einen Postraub durch Jean-Claude. Die Belgier stehen hinter ihrem Idol.

Schon im Vorfeld konnte man erahnen, dass JCVD kein typischer Jean-Claude Van Damme Film wird. Dass Jean-Claude Van Damme aber derart überzeugt, dass konnte keiner ahnen. Das war noch völlig offen, denn ehrlich… hat man Van Damme jemals schauspielern sehen? Ich glaube nicht. Ich weiß nicht, was man Jean-Claude während der Dreharbeiten gab, aber er spielt sich hier umgehend in unsere Herzen. Weil er mal ausnahmsweise kein Timecop oder ein Universal Soldier ist sondern ganz einfach sich selbst spielt. Dass der Film ursprünglich auf Französisch gedreht wurde, gab’ ihm vielleicht den letzten Kick und er konnte alles aus sich raus holen. Er braucht eigentlich keine Muckies und / oder Kicks. In JCVD ist er fast ein vollwertiger Charakterdarsteller. Das Gesicht markant, die Mimiken in selbigem stets passend und den Höhepunkt des Films – eine minutenlange Szene, in denen Jean-Claude über sein Leben reflektiert – meistert er scheinbar mühelos. Wie kann jemand, der vorher nur Tritte austeilte und auch abseits des Films nicht sonderlich positiv auffiel eine derartige Wandlung erleben? Es wird mir für immer ein Rätsel bleiben, aber ich freue mich für ihn. Er schaffte es, meine Meinung über ihn ein klein wenig zu ändern und man kann sogar sagen, dass nun so etwas wie Respekt da ist.

Völlig krank, ich weiß!

Zudem kann man sich bei JCVD an einem klasse Drehbuch erfreuen, welches als Auflockerung noch diverse Zeitsprünge parat hält, die aber erfreulicherweise unkompliziert ablaufen und alles andere als verwirren oder langweilen. Der Film schafft es Satire, Witz und Drama zu einer homogenen Mischung zu vereinen, ohne dass ein bestimmter Teil davon herausstechen würde. So lacht man sich teilweise bei den Dialogen ziemlich schlapp, während man 5-minuten später gespannt die Ruhe genießt oder dem Drama lauscht, welches da ist Jean-Claude Van Dammes Leben. Die zahlreichen Seitenhiebe auf das Filmgeschäft sind klasse und auch vor einem John Woo wird hier nicht halt gemacht.

Besonders überraschte mich auch die ganze Kameraarbeit. Tolle Einstellungen gaben sich hier die Klinke in die Hand und über dem kompletten Film liegt eine Art Grau/Braun-Schleier, der vermutlich direkt deutlich macht, wie es in Jean-Claudes Leben aussieht. Dazu ein bisschen Grain hier, viele Nahaufnahmen von Jean-Claudes markantem Gesicht da und fertig ist ein optisch hochwertiger Film, der den ganzen ohnehin schon positiven Rest zusätzlich aufwertet. Einfach klasse?

Sowohl für Fans von Jean-Claude geeignet, als auch für Leute, die ihn eher lächerlich finden. Definitiv Jean-Claude Van Dammes bester Film. ~_??

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