Divergence

DIVERGENCE
benny.chan.HK.2005

Detective Suen (Aaron Kwok) kann wohl bald Urlaub machen. Er ist gerade dabei einen (recht fetten) Kronzeugen, der gegen den industriellen Yiu (Gallen Law) aussagen soll, von Kanada nach Hong Kong zu überführen. Ein großer Fall und lange hat Detective Suen daran gearbeitet. Kaum in Hong Kong angekommen wird ihm der Kronzeuge allerdings vor seinen Augen weggeschossen. Der Scharfschütze kann entkommen. Wutentbrannt begibt sich Suen auf die Jagd nach dem Scharfschützen Koo (Daniel Wu). Es dauert nicht lange, da findet er heraus das ihm mit dem Scharfschützen mehr verbindet, als er glauben mag. Der Scharfschütze kannte nämlich Suens als vermisst geltende Freundin (Lee Sinjie)…

Achtung: Dieser Film ist mit Ekin Cheng.

Die Story von Divergence ist bisschen schwer in Worte zu fassen, ohne total scheiße zu klingen. Nicht zuviele, aber einige Handlungsstränge laufen hier parallel und laufen am Schluss mehr oder weniger zusammen. Das ist nicht neu, das ist auch nicht sooo super umgesetzt, aber immerhin verwirrt einen die Story um Detective Suen, den Scharfschützen Koo, den Industriellen Yiu und dessen Anwalt (Ekin Cheng!) nicht zu sehr und bleibt durchgehend spannend. Zum seichten Storyverlauf gesellt sich aber noch ein großes Manko hinzu: Aaron Kwoks vermisste Freundin. Dieser Subplot ist zwar alles andere als überflüssig, aber irgendwie weird produziert. Die Musik wird in den Szenen, in denen es um Suens Freundin geht, ziemlich übertrieben und kitschig und als würde Aaaron Kwok diese Musik kaum aushalten fängt er dann immer an zu Overacten. Also ziemlich krass. So krass, das es immerhin mich schon stört. Hinzu kommt, das wir den Subplot um seine Freundin irgendwie viel zu oft sehen.

Viel lieber schaute ich nämlich den anderen Handlungssträngen zu, die durchaus interessanter, toll gefilmt und spannend waren. Divergence schafft es immerhin richtig Style zu bieten. Die Gangster sind gewohnt böse, aber trotzdem schick angezogen, die Polizei irgendwie hilflos und brutal und Auftragskiller haben auch in Divergence fast vor nichts Angst. Das ist – mal wieder – gewohnte Kost, nichts neues also, aber trotzdem schön anzusehen. Dafür sorgt vor allem die durchaus dicke Cinematographie von… was weiß ich wem? Wo findet man das heraus? Ich will ihm einen Kuchen schicken, denn der dafür zuständige Kameramann setzte Hong Kong mit schön viel Farbfiltern, Tiefenunschärfe, Regen und Styleaufnahmen in Szene, die man von einem Benny Chan Film im ersten Moment so gar nicht gewöhnt ist. Gerade das Opening ist ziemlich nice geworden. Dazu gesellt sich der, mal von den melancholischen Momenten um Suens Liebeskummer abgesehen, durchaus hörenswerte und dick produzierte Soundtrack, der allerdings in einer Szene einen faden Beigeschmack hinterlässt, da man eine fast schon dreiste Kopie eines Songs des Akira Soundtracks hört. Wtf?

Aber geschissen drauf. Für mich überwiegen die Pros die Cons. So sehen wir zum Beispiel obendrein noch Eric Tsang, Lam Suet und Sam Lee in guten Nebenrollen und die Freundin Ning Jing des Auftragskillers ist sogar mit Glatze ziemlich sexy und cute. Trotz viel Geblubber und Story schaffte es sogar eine ziemlich gute Verfolgungsjagd (zu Fuß) in den Film. Alles in allem nichts neues, aber auch nichts schlechtes und imho ziemlich zu unrecht runtergebuttert. (*wein* der Film will Infernal Affairs sein *heul* Das klappt doch nicht *wein* Ekin Cheng *flenn* Ende ist doof *kreisch* Infernal Affairs Kopie *wein*, etc.)

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Invisible Target

invisible target…
BENNY CHAN | HK 2007

Invisible Target erzählt die Geschichte dreier Cops, die aus ganz unterschiedlichen Gründen zusammenfanden, um einen ganz bösen und cool dreinschauenden Kriminellen zur Strecke zu bringen. Chan Chuns (Nicholas Tse) Freundin starb bei einem Überfall auf einen Geldtransporter. Die Gangsterbande sprengte ihn einfach kurzerhand in die Luft und Chan Chuns Freundin hatte das Pech, nebenan gerde am Aussuchen von Eheringen zu sein. Fong Yik-wei (Shawn Yue) ist auch ziemlich mies drauf, da er bei einer Verkehrskontrolle vom Anführer ziemlich unsanft verprügelt wurde und sogar Kugeln in den Mund gesteckt bekam, welche er dann auf der Polizeistation ausscheißen musste. Klar, das sein Ruf nun etwas angeknackst ist. Wai King-Ho (Jackie Chans Sohn Jaycee Chan) vermutet lediglich seinen Bruder als Undercover Cop in der Bande. Aber klar, das die drei irgendwann zusammentreffen und sich gemeinsam auf machen alles und jeden zu töten. Also fast..


Benny Chan ist schon ein sickes Stückchen Kot. Mit “New Police Story” überraschte er uns 2004 mit einem guten Actionfilm, der nicht nur Jackie Chan zu (fast) alter Stärke zurück verhalf, eine halbwegs interessante Story zu erzählen hatte und sogar etwas Humor bot, der nie deplatziert wirkte. Als dann sein nächster Film Rob-B-Hood angekündigt wurde und man erste Ausschnitte sah, da kam man schon in’s Grübeln, ob das was wird. Aber es wurde was. Ein 2 Stunden Epos, wie es mainstreamiger nicht sein könnte. Tolle Action, genügend Humor und hier und da ein paar Moralpredigten.

Warum also schaffte er selbiges mit “Invisible Target” nun nicht mehr? Sicher, er hat schon öfter mal lame Filme gemacht, aber nach zwei guten Filmen hatte ich nunmal die Hoffnung, das auch “Invisible Target” etwas wird. Herausgekommen ist allerdings eine 2-stündiger Film, der irgendwie langweilig ist. Die Story um die drei Cops ist ziemlich oberflächig und etwas uninspiriert erzählt und man hat kaum Momente der Überraschung oder überhaupt der Aufmerksamkeit. Ständig wünscht man sich die nächste Actionszene herbei. Diese können zwar handwerklich geschickt produziert, aber auch ihnen haftet ein Stückchen Langeweile an. Zumal alle Actionszenen schon im Trailer verbraten wurden. Die paar zusätzlichen Schießereien sind nun wirklich nicht erwähnenswert. Immerhin sieht es fast so aus, als könnten Shawn Yue und Nicholas Tse kämpfen. Wu Jing kann es ja immerhin und seine Szenen sind dann auch mit die Highlights. Ein paar Fakeexplosionen und sogar ein paar richtige runden das ganze etwas ab.

Etwas überrascht war ich dann doch über Nicholas Tse, der irgendwie fast schon männlich in diesem Film wirkte. Durch seinen Bart und die Art seines Characters erkannte ich ihn gar nicht so richtig und grübelte nur, woher ich den Schauspieler nun kenne. Kein Witz. Shawn Yue guggt ständig nur ziemlich böse oder cool und Jaycee Chan schafft es immerhin nicht wie ein kleines Milchbübchen auszusehen. Also… fast. Bei der Limited Edition der DVD ist freundlicherweise der Soundtrack dabei, den man sich allerdings nicht wirklich anhören kann / muss. Uninspiriertes Elektronikgedüdel, welches Komponist Anthony Chue mal hier mal da mit klassischen Instrumenten absetzen will, aber als bitterer Nachgeschmack bleibt der billig wirkende Synthiesound, welchen wir schon im Trailer gehört haben. 1994 lässt grüßen.

Also… keine Ahnung was ich dazu noch sagen soll. Einmal geschaut, bisschen gelangweilt auf die Uhr geschaut (2 Stunden!!!) und danach wieder ausgemacht und sofort vergessen. Gut, das zeitgleich Flashpoint heruaskam, so muss man “Invisible Target” nicht notgedrungen als besten Hong Kong Actionfilm 2007 betiteln. :o

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