Warcraft

Image

W A R C R A F T

Eine Gruppe von Orcs angeführt von Guldan (Daniel Wu, what?!) benutzt die Lebensenergie von ein paar Menschen, um durch das dunkle Portal in die Welt der Menschen zu reisen. Dort angekommen, ist der Plan weitere Menschen zu fangen, um so mehr Energie für das Portal zu haben und die komplette Orc Horde in die Welt der Menschen zu teleporten. Denn die Welt der Orcs ist kaputt und die Welt der Menschen noch schön nice grün und lovely, weil sie noch keine Braunkohle scheffeln, Autos fahren und die Wälder nicht im großen Stile abholzen, um Platz für Vieh zu machen. Dass jetzt die hässlichen Orcs ihre Welt übernehmen wollen passt den Menschen so gar nicht und so machen sie das einzig richtige, sie killen jeden Orc, der ihnen über den Weg läuft. Aka eigentlich nicht, sie sind ziemlich zurückhaltend und versuchen, herauszufinden wer / wie / was / warum. Hä?

Image

Wow, Warcraft. Also WOW. Ein Phänomen, welches ich mal wieder überhaupt nicht verstehe. Die Situation erinnerte mich an Avatar, bei welchem sich die gesamte Welt anscheinend einig war, dass es der beste Film des letzten Jahrhunderts ist. Ich schaute dann Avatar interessehalber mal – evtl. ist er ja truely nice – und konnte nicht fassen, was für eine unfassbar, abartige, langweilige und beschissene CGI Gülle ich mir da gerade antue. Tja und bei Warcraft ist es fast genauso. Die komplette (westliche) Welt scheint sich ja einig, dass Warcraft einer der schlechtesten Filme des letzten Jahrhundertes ist. Ich schaute ihn nun interessehalber mal und muss sagen: Häää? So schlecht ist er doch gar nicht. Nein, er ist sogar gut und unterhaltsam? Häääääääääää? Was ist denn bitte nur los, wieso kapiere ich die Welt einfach nicht mehr?! Bin doch erst 34 und kann sogar den Erfolg von Pokemon Go verstehen (!).

Image

Zuerst dachte ich: “Naja, die ganzen Hater, das sind sicher die Fans des Spieles, die nun angepisst sind, dass der Film ganz und gar nicht wie das Spiel ist?!” aber wenn man etwas im Internet recherchiert – aka in Unterhosen vor dem PC sitzt und einfach ein paar Links klickt – dann stellt man schnell fest, dass Warcraft anscheinend zu einer der eher guten Spiele Filmumsetzungen zählt, da die Welt ziemlich genau wie im Spiel ist und es Storymäßig anscheinend auch nichts zu meckern gibt. Sicher, ein paar Abstriche sind wohl immer zu machen, aber das liegt ja auch irgendwie in der Natur der Sache. Der ganze Hate kommt von eher “normalen” Leuten und Seiten wie Rogert Ebert, aber warum kann ich immer noch nicht ganz verstehen. Ich persönlich kenne das Spiel so gut wie gar nicht und konnte der Story absolut ohne Probleme folgen. Sicher, er hat evtl. ein paar Charaktere zuviel und vernachlässigt hier und da ein paar Subplots, aber im Großen und Ganzen ist es eine ganz normale unterhaltsame Geschichte um eine Orc Invasion. Besonders gefallen hat mir actually, dass Orcs und Humans am Anfang fast gleichermaßen human dargestellt werden und man noch gar nicht so recht weiß wer nun eigentlich böse sein soll. Das war einfach mal schön zu sehen und mit noch etwas mehr Effort hätte es hier truely ein 50 / 50 Tauziehen werden können, bei welchem man sich gar nicht entscheiden kann, für wen man nun vouchen soll. Hier wäre interessant gewesen, wieviele Zuschauer sich für die Menschen entscheiden, einfach weil die Orcs hässlich sind. Hehe.

Image

Ehm ja, Story also absolut nachvollziehbar, ohne großartige Lücken von Langeweile und was dann bleibt ist der Rest. Das “high concept” Fantasy Setting. Eventuell hat dies die meisten Reviewer gestört, denn baha ey… der Film geht truely all out mit dem Fantasy Setting und macht absolut keine Kompromisse. Während Game Of Thrones oder Lord Of The Rings ja eher einen “realistischeren” Look verfolgen, so ist Warcraft genau das Gegenteil. Der Film ist bunt, die Wälder super grün, die Magie super blau oder grün und der König reitet auf einem fliegenden Greifen. Also baha, sicker geht es eigentlich kaum noch und wisst ihr was? Es ist relativ geil und erfrischend? Es ist PURE Fantasy und wenn man mit Fantasyfilmen anfangen kann, dann sollte man sich Warcraft auf jedenfall mal anschauen, imho? Es sieht stellenweise truely aus wie ein Videogame, aber sorry, das tun moderne Superheldenfilme ja auch. Verstehe also nicht, warum kein Mensch in den USA Warcraft mochte. Es ist mir ein absolutes Rätsel?!

Aber, dank der Chinesen kann ich mich wohl auf ein Sequel “freuen”, denn in China war der Film schon eher ein Erfolg. Hier ist “weird” anscheinend noch Salonfähig und dass die WeChat Company “Tencent” den Film mitfinanziert hat, war sicher auch ausschlaggebend. Warcraft 2 wird vermutlich der erste “Hollywood”-Film, welcher fast ausschließlich von Chinesen entwickelt und produziert wird. Bin gespannt, ob er dann in den USA läuft. In der Zukunft dürfte es noch mehr solcher Filme geben. Ein paar der Transformers Teile waren ja auch schon zu 50 % von China finanziert. Echt sick wie die Zeiten sich ändern irgendwie.

Eh ja, kurzes Fazit noch: Absolut okay zum Anschauen, für Fans des Games sicher super nice und für alle anderen mal ganz interessant und alles andere als schlecht imho. Einfach ein “nice!” Film.

:pen: :pen: :pen: :transpen: :transpen:

Moon

M O O N | Duncan Jones | 2009 UK

Sam Bell (Sam Rockwell) arbeitet für Lunar Industries auf dem Mond. Alleine. Sein 3-jahresvertrag nähert sich dem Ende und in ca. 2 Wochen geht es zurück nach Hause. Sam freut sich und man merkt es ihm an, dass es auch Zeit wird. Er hat des öfteren Halluzinationen. Nach einem Unfall scheint er völlig durchzudrehen und holt einen Verwundeten aus einem der Moon Buggies. Der Verwundete ist er selbst.

Moon wurde für nur 5 Millionen US Dollar von Duncan Jones (David Bowies Sohn ~_???) gedreht und besticht erst einmal durch die grandiose Optik. Man merkt dem Film das niedrige Budget fast gar nicht an. Einzig in ein paar Szenen fallen einem etwas merkwürdige CGI auf, die allerdings kaum ablenken oder derart negativ auffallen, dass man sich nicht mehr auf den Film konzentrieren könnte. So sehr konzentrieren muss man sich allerdings auch gar nicht. Und das ist das richtig Schade. Moon ist einer dieser Filme, wo der Trailer einen etwas anderen Eindruck der Story vermittelt, als man sie dann im Film erlebt. Hier liegt eindeutig der größte (und eigentlich auch einzige) Fehler von Moon. Was für mich der haupt Plottwist gewesen wäre, wird hier direkt im ersten Viertel des Films nahezu beiläufig erwähnt. Danach passiert nicht mehr sehr viel. Wtf?

Was man sich dabei gedacht hat, wüsste ich ja zu gerne. Sobald der Plottwist dem Publikum zugänglich gemacht wurde, weiß man direkt, wie es weiter gehen wird und in der Tat: Es kommt dann einfach nichts weltbewegendes mehr. Man wird lediglich noch von Sam Rockwels wirklich grandioser Performance unterhalten. Er spielt die Doppelrolle, als wäre er selbst zwei Personen und man hat nie Probleme die zwei Rollen außeinander zu halten. Wirklich genial.

Ansonsten sind da noch die tollen Außenaufnahmen auf dem Mond, die mittels oldschool Modellbau und etwas CGI realisiert wurden und überwiegend klasse aussehen. Erst recht, wenn man einen Blick auf das Budget wirft. Einzig Sunshine sieht wesentlich polierter aus, kostete dafür aber auch sage und schreibe 40 Millionen USD. Der klasse Soundtrack rundet das Paket dann ab, welches nach dem Auspacken aber leider durch den Verlauf der Story einen faden Beigeschmack parat hält. Evtl. liegt es nur an mir, weil ich mir einen anderen Plotverlauf gewünscht hätte. Ansehen und für sich selbst beurteilen, sollte das aber sowieso jeder. Ist ein gutes Stück unterhaltung, trotz allem.

Pen Pen Pen Transpen Transpen