The Fall

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The Fall

Die kleine Alexandria brach sich beim Orangenpflücken den Arm. Im Krankenhaus, in welchem sie nun ist, lernt sie Roy kennen, der ihr eine spannende Geschichte erzählt um 5 Helden, die den bösen Gouverneur Odius zur Strecke bringen wollen.

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Baha, ich lache, wenn ich die Story zusammenfassen soll. Ich meine… das war’s im Prinzip schon? Es wird der kleinen Alexandria diese Story um die 5 Typen da erzählt, die einen bösen Gouverneur umbringen wollen. Ansonsten ist maximal noch erwähnenswert, dass Roy sich im Krankenhaus eigentlich umbringen soll und die Geschichte benutzt, um Alexandria Morphin klauen zu lassen. Es gibt zwar sogar noch eine kleine Überraschung zwischendurch, aber naja. Der Rest ist recht vorhersehbar und etwas zu simpel. Man merkt halt echt, dass Tarsem Sing einfach nur imposante Bilder schaffen will und sich wohl erst danach Gedanken um eine etwaige Story macht. The Cell empfand ich da schon so, wobei mir die Story da fast etwas gehaltvoller erschien. Dabei hat The Fall aber durchaus interessante Ansätze. Die Geschichte der Haupterzählebene spielt ja in einer fiktiven US Stadt der ca. 1920er Jahre. Optisch erinnert es eher an eine südländischere Gegend und Alexandria (und ihre Mutter) sprechen einfach irgendwas serbisches oder so ähnlich. Alexandria – das kleine Mädchen – ist eh das beste am Film. Ich war überrascht, dass sie gar nicht nervte und mit einer Unbekümmertheit spielte, die ich niemals erwartet hätte. Und selbst wenn die traurigen Szenen kommen, wo sie sogar heulen muss, macht sie das einfach voll realistisch xD? Ka, entweder der Regisseur schlug sie, oder sie kann das einfach trotz ihres Alters. Wirklich hervorragend.

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Und ansonsten sind da halt die imposanten Bilder der Geschichte in der Geschichte. Die, die der kleinen Alexandria von Roy erzählt wird. Es ist alles sehr bunt, sieht stellenweise auch wirklich gut aus, aber irgendwie hat mir die Optik von The Cell ein klein wenig besser gefallen. Bei The Fall sah mir alles ein klein wenig zu zusammengewürfelt aus. Sicher, die Story, die Alexandria erzählt wird, ist auch eben das, aber mir gefiel das nicht ganz so sehr. Zumal es hier auch eindeutig witziger und farbenfroher zugeht, als noch in The Cell.

Also wirklich ein netter Film, aber… ja… halt nett einfach nur.

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Memories Of Murder

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MEMORIES OF MURDER

In Hwaseong sterben nach und nach Frauen. Sie werden vergewaltigt, mit ihren eigenen Strümpfen geknebelt und grausam ermordet. Die lokale Polizeitruppe um Detective Park und seinen gewalttätigen Kollegen sind mit der Situation sichtlich überfordert. Der Killer ist zu gerissen für die beiden und erschwerend kommt hinzu, dass die Polizei hoffnungslos unterbesetzt ist. Es wird ein Profi aus Seoul in die Provinz geschickt, der den beiden helfen soll. Aber auch er muss fest stellen, dass der Killer sein Handwerk versteht. Es tauchen Hinweise auf, die sich aber schnell wieder im Sand verlaufen. Der Druck von außen, den Täten endlich zu schnappen, wird größer und die Polizisten stehen unter enormen Druck, der sie verändert. Und es sterben weiterhin Frauen.
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Beim Schreiben des Plots muss man etwas aufpassen, denn schnell verliert man sich in Serienkiller Blah Blah oder gibt die Geschichte so langweilig wieder, dass man gar keinen Bock auf den Film hat. Aber dem ist nicht so. Memories Of Murder ist eine Mischung aus Thriller, Drama und etwas lebensnaher “Comedy”, wobei man das Wort sehr sorgfältig benutzen sollte. Es entstehen einfach Situationen aufgrund der Konstellation diverser Persönlichkeiten, die auf den ersten Blick ziemlich witzig erscheinen, aber dann doch noch so realistisch sind, dass man eher Angst bekommt. Und ich bin froh, dass der Film hier die Notbremse zog und nicht – wie in anderen koreanischen Filmen so gern gemacht – dem Comedyelement zu großen Freiraum lässt (oder andersrum – dem Drama in einer Komödie, etc.) und sogar ausgesprochen düster bleibt. Memories Of Murder hat mich dann doch ein bisschen überrascht. Durch das realistische Setting – der Film basiert übrigens auf echten Morden, die zwischen 1986 und 1991 passiert sind – und die Aufmachung des Filmes, könnte man fast meinen, einen Horrorfilm zu schauen. Ein paar Szenen haben wirklich das Zeug dazu und selbst wenn es etwas ruhiger zugeht, so schwebt über jeder Szene die bedrohung durch den immer noch frei herumlaufenden Täter. Der Zuschauer ist dabei immer nur auf dem Stand der Ermittler und demnach ist das Gefühl, endlich wissen zu wollen, wer der Täter ist, doch relativ ausgeprägt. Bei mir zumindest.
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Die Kameraarbeit ist dabei ebenso düster, blass, verregnet und unterstreicht das düstere Setting obendrein. Schon bei der Eröffnungsszene wünschte ich mir die Blu-ray herbei, die ich nun wirklich bestellen muss, um die ganze Pracht des Filmes appreciaten zu können. Die Screenshots kommen mal wieder nicht annähernd an die optische Qualität der bewegten Bilder heran.
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Durch die ausgeprägten Charaktere, deren Darstellung und nicht zuletzt auch die lange Laufzeit des Filmes kommt man so richtig rein in die kleine Welt der Ermittler. Wir lernen sie kennen, hassen und lieben. Und am Ende des Films, sind wir genauso wütend, wie die Polizisten. Der Film reisste mich irgendwie mit, nachdem er mir einen Schlag in die Magengrube verpasste und mich einfach sitzen ließ. Wenn ich ein bisschen Kritik üben müsste, dann vermutlich nur an einer Stelle. Die Ermittler sind recht erfolglos, das stellt der Film recht schnell klar. Aber genau diese Erfolglosigkeit wird irgendwann ein klein wenig zu viel. Wenn sich selbst der tollste Beweis oder Verdächtige in Luft auflöst und man fast wieder von vorne anfangen muss. Aber ich will das gar nicht so sehr ausführen jetzt, da der Film einfach recht nice war und einen locker über diese Schwäche hinwegsehen lässt.

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