The Company Of Wolves

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(Baha, Cannon Group! Und wer spielt das Rotkäppchen auf dem Poster? Im Film schaut sie ganz anders aus.)
The Company Of Wolves

Eine Ansammlung von kleineren Geschichten, welche sich alle mehr oder weniger um Wölfe drehen, bzw. um rapende Männer. Einen wirklichen roten Faden gibt es iirc gar nicht und der Zuschauer stolpert von einem Geschehen in das nächste. Einzige Konstante ist Rosaella, aka Rotkäppchen.

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Von “The Company of Wolves” hörte ich schon vorher mal, als ich random Listen á la “most underrated [genre] movies” durchforstete. Der deutsche Titel und der Film als solches war mir aber truely bis dato unbekannt. In einem “Tale of Tales” Review las ich dann lustigerweise erneut darüber und ja, der Vergleich ergibt Sinn. Auch hier haben wir lediglich eine Ansammlung kleinerer Stories bzw. Märchen, welche allesamt lediglich vom Rotkäppchen Grundgerüst zusammen gehalten werden. Während in “Tale of Tales” allerdings die Geschichten einfach so zeitgleich passieren, werden sie in “The Company of Wolves” sich von den Charakteren gegenseitig erzählt. Ja, sogar Rotkäppchen hat eine Story auf Lager. Das ganze wirkt leider nicht ganz so homogen oder natürlich, wie man es sich vielleicht erhofft und das der Film mit einer random Traumsequenz anfängt, hilft da leider auch nicht großartig bei. Storytechnisch lässt er also meiner Meinung nach truely zu Wünschen übrig. Zumal die einzelnen Geschichten ansich auch wirklich nichts außergewöhnliches sind, keinerlei Überraschungen bieten und teilweise so kurz sind, dass man sich nur “wieso?” fragt.

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Passend zur Traumszene am Anfang hat der komplette Film etwas traumhaftes und magisches. Der komplette Film wurde auf Soundstages gedreht und die Sets sind allesamt wirklich toll gebaut und atmosphärisch, auch wenn die Beleuchtung hier und da etwas zu wünschen übrig ließ. Generell aber entsteht dadurch dieses “fantastische” bzw. “unechte”, welches dem Film diese gewisse, märchenhafte Note gibt. Ist schwer zu beschreiben. Dazu kommt, dass ich den Soundtrack wirklich super gelungen fand und dieser zu einem großen Teil zur Atmosphäre beitrug. Naja und dann ist da natürlich die generelle Düsterkeit, die über allem liegt. In einer frühen transformationsszene, in welcher sich ein Mann in einen Wolf verwandelt, wird gleich klar, dass das kein Film für Kinder ist. Auch wenn Angela Lansbury zuerst den Eindruck erweckte. Aber die Transformation, also… paha. Das war schon eine der sicksten und creepigsten, die ich so bisher sah und das obwohl die Effekte aus heutiger Sicht wirklich ein bisschen shoddy sind. Dennoch schaut es noch recht nice aus und auch die Szene vom Poster ist ein weiteres Highlight. Das war’s dann allerdings auch, was Gore angeht und ansonsten gibt es eher nur noch düstere Atmosphäre.

Ein bisschen schade, dass der Film so zusammengestückelt wirkt und sich an manchen Stellen wirklich in die Länge zieht. Die Atmosphäre konnte wirklich überzeugen, aber leider reicht das ja nicht ganz. Dennoch durchaus mal zu empfehlen, wenn man auf Fantasy und düstere Märchen steht und nichts dagegen hat, dass man dank 1080p nun jedes Matte Painting sofort als solches erkennt, etc. xD

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Und als kleiner Bonus noch das unverhofft schöne Deutschland Filmplakat.

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Tale Of Tales

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Tale of Tales

Drei Märchen, um drei Könige und Königinnen, frei nach Giambattista Basile Märchenkollektion “Lo cunto de li cunti overo lo trattenemiento de peccerille”. Ein Königspaar versucht verzweifelt einen Nachfolger zu zeugen, ein lustvoller König in einem anderen Königreich wiederrum verliebt sich in die Stimme einer Bürgerin, welcher er noch nicht einmal zu Sicht bekam und wiederrum anderswo läuft einem König ein eher ungewöhnliches Haustier zu. Alle drei Märchen haben ansich nichts miteinander zu tun, werden aber durch universelle Gegensätze wie Leben und Tod, Reich und Arm sowie Schönheit und Häßlichkeit zusammengehalten.

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“Tale of Tales” ist des Italieners Matteo Garrones “English-Language-Debut” und endlich ist das mal nicht gleichbedeutend mit “Meh-debut”. Anstelle von Hollywood sind hier verschiedene Produktionsfirmen aus Europa für den Film verantwortlich und man merkt sogleich, dass dies kein hollywoodtypischer Märchenfilm ist. Matteo Garrones Vision von Märchen hat etwas düsteres, etwas erdiges, etwas ursprüngliches. Auch wenn die Kostüme und vor allem die Locations in alten Schlössern Italiens wahrlich opulent daherkommen, so wirkt der komplette Film dennoch irgendwie trist und bodenständig. Realistisch gar, es fehlt jedweder Glanz und die grandiose Kameraarbeit sowie das fast komplette Fehlen von CGI unterstreichen die ganze Atmosphäre des Filmes zusätzlich. Märchen für Erwachsene also, was einem spätestens beim Verschlingen des blutigen Herzens von Salma Hayek oder den riesigen Brüsten zweier Geliebter des lustvollen Königs klar wird. Dabei wird Gore und Sex aber Gott sei Dank nicht nur eingesetzt, um den Film “grittier” wirken zu lassen, sondern kommt immer nur dann vor, wenn es auch wirklich vonnöten ist.

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Auch wenn der Film nur eine Ansammlung von drei Märchen ist, so sind diese wunderbar ineinander verwoben und man wird von einer Story in die andere und wieder zurück geschmissen. Manche Reviewer da draußen bemängelten genau das, ich empfand es aber eher als spannungsfördernder im Vergleich zum Chronologischen Abarbeiten der einzelnen Geschichten. Und auch wenn es sich um Märchen handelt und man einen gewissen Ausgang vorhersehen kann, so sind mir die Märchen ansich bis dato unbekannt gewesen und vor allem schaffte es der Regisseur (oder das original Märchen? Ka?!), noch das ein oder andere überraschende Element mit einzubauen. Des Weiteren ist der Film relativ Dialogarm und man wird nicht dauernd mit Exposition zugetextet. Hier kann man sich das meiste einfach selbst zusammen reimen und das ist auch gut so. Gibt dem Film eine gewisse Aura von Erwachsensein und Kunst, wenn ich mich mal so komisch ausdrücken darf.

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Wirklich hervorheben muss man auch noch die Locations des Films, die allesamt true Schlösser oder Schlossinnenräume in verschiedenen Regionen Italiens sind. Der komplette Film sieht einfach wundervoll realistisch, dennoch schön und imposant aus, dass es eine wahre Freude ist. Also ja, wer keinen Bock mehr auf die Hochglanzmärchen aus Hollywood hat, der muss sich Tale of Tales anschauen. Klasse Musik, praktische Effekte, märchenhafte Geschichten, geniale Kamera, Salma Hayek und zwei Paar riesiger Titten. Was will man mehr?

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Song Of The Sea

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Song Of The Sea

Ben mag seine stumme Schwester nicht, da sie für den Tod seiner Mutter verantwortlich ist, weil diese bei der Geburt seiner Schwester starb. Als eines Tages die Großmutter zu ihnen auf die Insel mit dem Leuchtturm kommt und Ben sowie seine Schwester für immer mit in die Stadt nimmt, beginnt ein großes Abenteuer für die zwei. Als Ben aus der Stadt flüchten und zurück zum Leuchtturm auf der Insel will, nimmt er widerwillig seine Schwester mit und entdeckt letzten Endes ihr Geheimnis. Es beginnt ein Rennen gegen die Zeit und zurück zu den Ursprüngen der Geschwister.

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Also tjo, wenn ich mir meine eigene Inhaltsangabe so durchlese, da kommt es mir vor, als hätte ich fast eine bessere Story geschrieben. Also, der Film ist nicht schlecht nur ein wenig langweilig. Und leider auch viel zu vorhersehbar. Entweder ich bin schon zu alt und habe schon zuviele Filme gesehen oder es kommt einfach nichts wirklich außergewöhnliches im Film vor. Ich persönlich hätte mir etwas mehr Bruder / Geschwister Interaktion gewünscht und auch wenn die Grundzüge eines “Ben sieht ein, dass seine Schwester nichts für den Tod seiner Mutter kann” Plots da sind, so kommt das alles ein wenig Flach rüber. Ich kann es schlecht beschreiben, aber ein wenig charakterliche Tiefe hätte ich ganz gut gefunden. Die Fantasyelemente im Film sind dann so das einzige, was ihn noch auszeichnen. Basierend auf irischen Märchen hebt der Film sich immerhin ein bisschen von anderem Fantasygedöns ab und sorgt immerhin für eine wirklich schöne Atmosphäre.

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Leider hatte ich den ganzen film über das Gefühl, dass man da hätte mehr draus machen können. Versteht mich nicht falsch, die Animationen sind wirklich super, sehr flüssig und teilweise gibt es wirklich wundervolle Szenen, aber die meisten Hintergründe wirken leider etwas statisch und man wird das Gefühl nicht los, als hätte das Studio kein Geld gehabt. Was nach dem Erfolg von “Secret Of The Kells” gar nicht so plausibel erscheint?! Naja, jedenfalls ein wenig verschenktes Potential, imho, da basic Plot und Animationen etwas mehr ausgebaut durchaus einen grandiosen Film ergeben hätten. Der sich vor allem durch seine 2D Animation und dem “Kinderbuch-Look” erfreulich von modernen CGI Movies abgehoben hätte. Wahrlich kein schlechter Film und für Freunde von Animation sicher einen Blick wert, aber leider dann doch nicht so gut, wie erhofft.

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