Exiled

Exiled

Keinen Bock, jetzt den Film mit großen komplizierten Worten rechtzufertigen, da ich ihm eh nicht gerecht werden würde, und da ihn hier eh niemand außer elend noch schauen wird. Ich sage nur…alter. Scheiße. Wenn ich klarer denken kann, morgen oder so, gibt es evtl. doch ein richtiges Review. So aber wüsste ich nicht was ich schreiben soll. Es tut mir sehr Leid. Lest einfach das LoveHKFilm Review. Oder das Moledehczegczeheja Review, wenn es das denn gibt, was dem Film wie jedem Asienfilm wieder 3 Sterne geben wird, da er leider nicht aus Hollywood kommt. Oder das Jump-Cut Review, wenn es das denn gibt, dass dem lieben Johnnie To wieder Oberflächlichkeit und Stilverkrampfung vorwerfen wird. Was ihr aber nicht verstehen werdet, da euer Gehirn nur maximal 10 Nebensätze hintereinander verarbeiten kann, ganz zu schweigen von eurem Fremdwortschatz. Dazu sage ich: Haha, lieber Jump-Cut-Mann, du weißt doch gar nicht mehr, worum es beim Kino geht, du bekackter Analytiker. Exiled ist das worum es bei Kino geht und wer das nicht kapiert, soll verfickt nochmal den nächsten vierstündigen Arthouse-Film in seinen 800€ DVD-Player stecken und sich die Krawatte zubinden. Ihr dummen Wichser. Scheiße. Alter. Was soll ich schreiben!??!?! Hilfe, ihr seht schon, ich bin ganz verwirrt.

Ich habe mir ein neues Wertungssystem für Vidgames überlegt, das mit diesem großartigen Exiled-Review seine Premiere feiert. Es ist meiner Meinung nach genauer, und besser als das altbekannte Penen-System. Traditionen müssen auch mal weichen. Den neuen Sachen und so. Bitte benutzt es absofort für jeden Film! Ich gebe Exiled

10 von 10 lustig dreinschauenden Johnnie Tos.

Election 2 – Harmony Is A Virtue

Election 2 – Harmony Is A Virtue aka Hak Se Wui Yi Wo Wai Kwai (Hong Kong 2006, Johnnie To)

2 Jahre sind vergangen, seit Lok zum Chairman der Wo Sing Triad Society, der chinesischen Mafia, gewählt wurde. Die Tradition will es, das nun ein Nachfolger gewählt wird. Zur Auswahl stehen Kun, Jet und Jimmy, der eigentlich gar nicht so richtig will und sich mehr als Geschäftsmann denn als Gangster sieht. Er betreibt ein lukratives Geschäft mit Porno Bootlegs und würde gerne auf’s Festland expandieren. Aus dieser Gangstergeschichte, kann sich Jimmy allerdings nicht mehr raushalten, als zwielichtige, der chinesischen Regierung angehörende, Gestalten ihm raten für den Chairman zu kandidatieren, da sie sonst seiner Expansion nicht zustimmen. Richtig problematisch wird es zudem, als Lok beschließt einfach die Traditionen zu brechen und das zweite Mal als Chairman kandidatieren will. Koste es, was es wolle…

Election 2 ist ein trister Film. Viele Szenen spielen sich nachts ab. Viele Szenen versprühen einfach nur noch Hoffnungslosigkeit. Die Musik versucht ihr bestes dieses Gefühl aufrecht zu erhalten. Selten gab’s einen Film in dem es einem schwerer fiel einen Bezugspunkt zu finden. Lok grinst zwar die ganze Zeit, als könnte er keiner Fliege etwas zu Leide tun, aber wir sahen ja schon in Teil 1, wohin das führt. Mit Lok symphatisieren? Auf keinen Fall. Jimmy ist recht zurückhaltend und mehr Geschäftsmann. Er will einfach nur Geld verdienen und für seine Frau ein tolles Haus auf dem chinesischen Festland bauen. Aber was er sich dann im Hundezwinger leistet spottet jeder Beschreibung. Wie soll man sich mit so einem identifizieren? Die anderen Charactere machen gar keinen Hehl draus, das sie dreckige Arschlöcher sind.

Und das ist gut so.

Hier hebt sich Election 2 vom gewohnten Hong Kong Bloodshed Kino ab. In diesem Film regiert weder Freundschaft noch Loyalität, hier zählen einzig und allein Geld und Macht. “Realistisch” nennen es die einen, “erfrischend anders” die anderen. Wie auch immer, auf jedenfall bietet Election 2 auf diese Weise etwas, das man so nur selten sieht. Einen gnadenlosen Blick auf die Fähigkeit des Menschen, sich in bestimmten Situationen schlimmer als ein Tier zu verhalten.

Und mal wieder ist es Johnnie To, den Schauspielern und dem Drehbuch zu verdanken, das das alles so wunderbar funktioniert. Johnnie To inszeniert Election 2 in einem sehr langsamen Tempo, welches dem Film aber keinen Abbruch tut, im Gegenteil. Das Gesagte und das Gezeigte wirkt nur noch intensiver. Und im Gegensatz zu Election 1 passiert hier auch etwas. Simon Yam, Louis Koo und allerhand namhafter(!) Nebendarsteller tun mit ihrer emotionslosen Darstellung der Society Mitglieder ihr übriges um die Tristess des Films zu intensivieren. Lok kann soviel grinsen, wie er will, es sieht immer unecht aus.

Trotz Ähnlichkeiten gefiel mir Election 2 weitaus besser, schon allein weil er das bessere Ende hat. Es ist so passend und mit einem Klos im Hals packt man die DVD weg und freut sich, kein Gangster zu sein. Besonders erwähnen möchte ich auch nochmal den Soundtrack, der ziemlich minimalistisch ist aber gerade deswegen so gut passt. Zum bekannten Titletheme gesellen sich einfache Melodien, die teilweise nur mit einem Instrument auskommen.

Einfach nur deprimierend.

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My Name Is Fame

My Name Is Fame HK 2006

Poon Ka-Fai (Lau Ching Wan) war einst ein aufsteigender Stern in HKs Filmbusiness: Er gewann mit 19 Jahren den “Best Newcomer” Award, doch genoss trotz eines großen Talents nie den Erfolg, den er verdient hätte. Mittlerweile ist er ein verbitterter, saufender Mittelklassedarsteller, der sich mit schlecht bezahlten Rollen bei TV-Serien durchschlägt. Bei den Dreharbeiten zu einer dieser Shows trifft er auf Faye Ng (Huo Siyan), eine enthusiastische, talentierte Schauspielerin, die ganz nach oben will. Sie ist ein großer Bewunderer von Poon Kar-Fai, und obwohl dieser sich zunächst von ihr sichtlich genervt fühlt, nimmt er sie unter seine Fittiche und macht als Manager aus ihr, was er nie werden konnte…

My Name Is Fame von Lawrence Lau handelt von einem Geschäft, in dem oft die unfreundlichsten Figuren die Zügel in der Hand haben. Es ist nicht die das HK-Filmbusiness auf den Arm nehmende Satire, die man angesichts des Titels vielleicht erwartet. Stattdessen haben wir es mit einer unterhaltsamen Mixtur aus Comedy und Drama zu tun, in der Lau Ching-Wan vor allem deshalb großartig ist, weil er sich im Prinzip selbst spielt. Ein toller Schauspieler, von Kritikern stets gelobt, doch immer ohne Award nach Hause gegangen. Lau Ching Wan ist nicht und war nie ein bildhübsches Popsternchen, stand stets im Schatten seiner Kollegen.

Die kleinen Seitenhiebe auf die reale Filmwelt spart sich Regisseur Lau daher ohnehin nicht: Vom Gag mit den völlig deplatziert wirkenden jungen Männern, die nicht schauspielern können und in der Gerichtsshow nur einen Platz finden, weil sie Triaden angehören, bis zu einer Reihe von brillianten Cameos von Schauspielern und Regisseuren – da sehen wir Ekin Cheng, wie er gerade mal eben bei einer Schauspielagentur vorbeischaut, Henry Fong als zwielichtigen, Frauen anziehenden Girlbandcaster, Gordon Chan mit seinem Vorhaben, einen Arthouse-Porno in Japan zu drehen und den sympathisch-androgynen Fruit Chan beim Dreh eines Triadenfilms. Mit Tony Leung Kar-Fais Auftritt als Tony Leung Kar-Fai, Mentor und Freund Poon Ka-Fais haben wir dann praktisch das komprimierte “Who’s Who” des heutigen HK Kinos komplett.

Hier wird bereits deutlich: Wer beim obigen Absatz nur Bahnhof versteht, ist vielleicht als Zuschauer für My Name Is Fame nicht so geeignet. Wer sich allerdings ein wenig im Hongkonger Kino auskennt, hat an dem Film zehnmal mehr Freude, denn in fast jeder Szene werden bekannte Gesichter gezeigt, Filmtitel genannt, Klischees parodiert. Allein dieser Aspekt macht schon einen wahnsinnigen Spaß und ist einer von zwei Gründen, warum ich von der 1. bis zur 90. Minute des Films so ein Lächeln auf dem Gesicht hatte, dass mir am Ende die Lippen wehtaten. Lächeln, wohlgemerkt: Wong Jing’schen In-die-Fresse-Humor sucht man hier glücklicherweise vergebens.

Der andere Grund ist das tolle Zusammenspiel von Lau Ching Wan und Newcomerin Huo Siyan, wobei ersterer gewohnt sympathisch, und letztere so unglaublich süß ist, dass ich sterbe (und man sieht sie in einer Szene fast nackt! GEIL!). Boah. Vor allem, wo der Film sich ganz zart in Richtung Romanze bewegt (aber nur ein bisschen! Versprochen!) gibt es eine Szene, in der sie sowas vom zum Sterben niedlich ist. Ich kann mir KEINE westliche Schauspielerin vorstellen, die so etwas hinbekommen würde. Boah.
My Name Is Fame ist auch ein wirklich positiver Film. Denn am Ende schafft es Poon Ka-Fai dank Faye sogar, sich wieder aufzurappeln und es mit dem Schauspielern nochmal zu versuchen. Wie gesagt, wirklich realistisch ist diese Entwicklung nicht. Irgendwie scheint das gesamte Filmgeschäft im Film aus netten Menschen zu bestehen, die allen nochmal eine Chance geben und auf alle Rücksicht nehmen. Lawrence Lau hätte meiner Meinung nach ruhig eine Spur bissiger zu Werke gehen können, wie es sich am Anfang ein paar Mal andeutet. Aber egal. Es ist ja Weihnachten.

Der Mittelweg zwischen naiv-warmer Atmosphäre und einem leichten satirischen Touch funktioniert dennoch echt gut und macht My Name Is Fame zu einem der unterhaltsamsten HK Filme 2006. Lau hat ein herzliches, charmantes, doch auch nicht unintelligentes Comedydrama geschaffen, dass mich berührt hat und bei dem ich am Ende mit einem Seufzer die DVD aus dem Player ejectete. Und manchmal reicht das einfach schon, um glücklich zu machen.

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My Kungfu Sweetheart

My Kungfu Sweetheart (Hong Kong 2006, Wong Jin)

Cecilia Cheung ist “Phönix” (Mal wieder), Tochter zweier Martial Arts Meister. Im zarten Alter von 14 lernt sie dann auf Mount Hua Kung Fu. Ein paar Jahre später, als junge Frau (Geil!), trifft sie auf ihren neuen Firmenboss und erinnert sich an eine Prophezeiung eines Mönchs. Sie weiß nun, das ist ihr, vom Schicksal bestimmter, Lover. Tjopes, dann kommen noch random Bösewichte und wollen ihren neuen Lover töten und tjo. Sowas halt.


(Links: Cecilia Cheung ist einfach eine der most sexy Hong Kong Schauspielerinnen und gerade in diesem Film einfach wieder zum Knuddeln. | Rechts: Selbst die Bösewichte (Tussi Rechts im Bild) sehen arschgeil aus.)

Gott sei dank hab ich den Film nur ausgeliehen. Nicht nur, das er relativ langweilig war, nein, für eine Komödie war er dann auch viel zu unlustig. Viele Witze sind einfach viel zu platt (Zwei Männer rangeln wegen einer Unstimmigkeit und als jemand rein kommt, sieht es aus, als würden sie ficken. HAHA.) und teilweise sogar recht lächerlich. Cecilia Cheung bekommt von ihrem Vater einfach einen “Adler” geschenkt. Das ist nichts weiter als ein Mann, in einem Federkostüm. Das wäre fast lustig gewesen, wenn es ein sicker Witz am Rande gewesen wäre. Aber der Adler wohnt dann einfach bei ihr, sitzt auf dem Klo, schaut TV und hilft ihr am Schluss noch, ihren Lover zu retten. Sehr sick. Da konnte ein einziger guter Witz auch nix mehr retten. Der Hauptbösewicht kam damals in den Besitz des Buches “Die 9 Negative”. Als er es endlich entschlüsselt hatte und nun sicke Power besitzt erwähnte er so: “Since 900 years, no one was able to decipher the book of the 9 negatives… because it is in english!”. Da lachte ich kurz.


(Ansonsten gibt es Humor von der übelsten Sorte.)

Tjo. Das war’s dann schon. Die Kämpfe sehen teilweise ok, teilweise ziemlich lächerlich aus und die Special Effects sehen eigentlich (bis auf den dicken Special Move am Schluss) auch alle aus, wie hingekackt und hingeschissen. Einzig erwähnenswert wäre da noch der relativ hohe Anteil an sexy Frauen. Bei Cecilia Cheung angefangen, sieht man während des Films noch allerlei “Hostessen”, Bikinischönheiten am Pool, sexy Bösewichte und sexy Mutter und Töchter. Aber ob das 10 EUR für den Film wert ist, weiß ich nicht. Für 4 EUR hätte ich ihn mal gekauft, wegen Cecilia Cheung. Aber sonst..

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On The Edge

On The Edge HK 2006

Harry-boy (~_?) (Nick Cheung) geht durch die Hölle. Nach 8 Jahren im Undercover-Dienst hat er jetzt endlich seinen Triadenboss (Francis Ng) der Polizei ausgeliefert. Der “Dank”: Ein magerer Gehaltsbonus und eine wertlose Anerkennung. Keiner will mehr etwas mit ihm zu tun haben. Weder seine Triadenkumpels, noch die Polizisten, welche ihm nicht mehr trauen. Er wird von der Korruptionseinheit beschattet, seine Freundin (Rain Li AKA GEIIIIIIIIIIIIIIL RAIN LI SIEHE LINKS), selbst als Kellnerin in Triadenclubs beschäftigt, will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Weder Cop noch Gangster, so ist Harry on the edge. Jetzt klatschen wir alle erstmal für meine geniale Einbindung des Filmtitels.

On The Edge von Herman Yau (zuvor verantwortlich für CAT3-Granaten wie Ebola Syndrome, aber auch schon Cop-Streifen wie Shark Busters) fängt da an, wo die üblichen Undercover-Filme aufhören: Das große Ziel der Operation ist erreicht, der Agent kehrt ins normale Leben zurück. Hier versucht er es zumindest, doch spätestens bei der “Ehrungszeremonie”, bei der Harry hastig einen Scheck und eine Ehrenurkunde gerreicht bekommt, bevor das praktisch nichtexistente Publikum sich wieder verdrückt, wird klar: Es wird nicht einfach. 8 Jahre hat Harry mit den Triaden verbracht und sich dort auch echte Freunde gemacht. Yau erzählt mit Flashbacks aus der Undercover-Zeit, macht deutlich, dass tatsächlich alle Charaktere seines Films vielschichtige Persönlichkeiten sind, Cops und Gangster werden nicht bloß auf ihre Namen und Gesinnung reduziert. Mit der Einführung von Anthony Wong als gewalttätigem Cop und Mini B, Harry’s sympathischen Triadenkumpel legt Herman Yau geschickt immer neue Gewichte auf die entgegengesetzten Schalen einer Waage.

Obwohl es hier und da ein paar Verfolgungsjagden gibt, kurze Feuergefechte in den Mittelpunkt treten, ist der Film zunächst ein Drama. Das Porträt eines Mannes, der sich zwischen den Fronten befindet und zu seinem richtigen Leben zurückkehren will. Aber was ist denn sein richtiges Leben? Insofern kann man Yau und seinen Produzenten für ihren Mut bewundern. Leicht hätte On The Edge ein Rache-Action-Thriller-Gemüse werden können, wie man es schon tausend Mal gesehen hat – das Poster hilft da auch nicht gerade, diesen Eindruck abzuschütteln. Wer sich aus diesem Grund nicht mit dem Werk einlässt, ist dann selbst Schuld. Statt Explosionen und Feuergefechten liefert Yau uns glaubwürdige, realistische Charaktere und effektive Dramaturgie, deren Zusammenwirken einen der erwachensten und intelligentesten Polizeifilme der letzten Jahre hervorbringen.

On The Edge ist ein weiteres Beispiel eines geringerbudgetierten Films, der manch einen Blockbuster an die Wand spielt und – in diesem Fall – auch visuell mit den ganz Großen mithalten kann. Mit seinem All-Star-Cast, den guten (Nick Cheung) bis brillianten (Anthony Wong) Schauspielleistungen, der klasse Musik, den eleganten Bildern und vor allem der komplexen und nachdenklich machenden Story erweist sich Herman Yau’s neuster Film einfach mal als einer der besten dieses Jahres. Wer hätte das gedacht?

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Rob-B-Hood

Rob-B-Hood (Hong Kong 2006, Benny Chan)

Thongs (Jackie Chan), Octopus (Louis Koo) und Landlord (Michael Hui!) sind ein Gaunertrio das sein Einkommen mehr oder weniger erfolgreich einfach von anderen stiehlt. Selbst vor Medikamenten, welche eigentlich für Chemotherapien gedacht sind, machen sie nicht halt. Eines Tages bekommt Landlord einen Megajob. 7 Millionen soll er erhalten für den Diebstahl eines… Babies. Das kommt ihm gerade recht, ist er doch vor kurzem selbst einfach beraubt worden! So machen sich die drei daran das Baby zu stehlen. Als sie dann in eine Polizeikontrolle geraten läuft alles schief und Landlord muss in’s Gefängnis, während Thongs und Octopus entkommen können. Sie sollen auf das Baby aufpassen, bis Landlord wieder aussem Knast ist.


(Links: Kennt ihr den Mann links im Bild? Nicht? Kein Wunder. Das ist Michael Hui. Er war Jahrelang nicht mehr so auf der Leinwand zu sehen!)

In einer Hollywoodkomödie würde nun der Hauptteil des Films anfangen und sich alles auf das Baby samt den zwei unfreiwilligen Babysittern konzentrieren. In Rob-B-Hood allerdings haben wir zudem jede Menge Action (c) Jackie Chan und sogar relativ viel Drama. Letzteres ist dann leider auch der Grund, warum der Film nicht ganz überzeugen kann. Am Schluß wird es einfach zu heftig. Alle sind am Overacten und gerade Jackie Chan kann das ja sehr gut. Das trübt den Spaß etwas, denn die 1,5 Stunden (!) vorher würde ich als durchweg positiv bezeichnen. Jackie Chan kann immer noch zeigen, was er drauf hat. Ob er nun von einem Hochhaus runter hüpft und dafür außen angebrachte Klimaanlagen als Treppe benutzt, oder ob er einfach in einer Wohnung kämpft mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen. Ja, er ist älter geworden aber schlägt sich imho noch sehr tapfer. Alle enttäuschten Kommentare in anderen Reviews kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das Louis Koo nicht wirklich kämpfen kann ist kein Problem, denn hier wurde es so gelöst, das er sich immer dezent aus dem Staub macht, ohne irgendwie aufzufallen.


(Rechts: Jackies Actionszenen wissen zu gefallen und baha… der Typ rechts oben hat wohl das Ring Tape geschaut?)

Dann sind da die Babysitting Szenen, die teilweise wirklich lustig und teilweise sogar etwas erschreckend sind. So sieht man z. B., wie das Baby an Chans Nippeln nuckelt, als er es unter seinem Pullover verstecken muss. (Die Frau des Landlords kam, welche einen geistigen Schaden erlitt, als ihr kleines Baby damals starb und seit dem mit einer Babypuppe umher rennt. Eines der Drama Elemente übrigens.) Und richtig eklig wird’s dann, wenn man sieht, wie das Baby in die Windeln gekackt hat und dann sogar mit selbigen rumgeworfen wird. Sehr gewöhnungsbedürftig. Nichts desto trotz macht der Film Spaß und erfüllt seinen Zweck als kommerzielle Familienkomödie voll und ganz.

Etwas zuviel ist dann das Drama am Schluß. Sicher, man versteht die Probleme aller Charactere irgendwie und irgendwo. Aber es wird dann trotzdem zuviel am Schluss. Ein paar Sachen hätte man weg lassen und vor allem den Schluss etwas kürzen sollen, dann wäre der Film wirklich gelungen. Aber Jackie Chans overacting und die fast 30-minütige Depression am Schluss lassen einen mit einem faden Beigeschmack die DVD aus dem Player holen.

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Dragon Tiger Gate

Dragon Tiger Gate (Hong Kong 2006, Wilson Yip)

Also irgendwie gibt’s da einen Shibumi, der ein lames Siegel hat, welches dem Inhaber den Löwenanteil am (kriminellen) Umsatz in Hong Kong sichert. Dies übergibt er dem Gangsterboss Ma Kwun. Leider passieren bei der Übergabe gleich mal lame Dinge und das Siegel gerät “ausversehen” in die Hände von Tiger Wong und seinen Kumpels. Tjo. Das findet Dragon Wong wiederrum lame und holt es zurück in dem er Tiger Wong erstmal ordentlich ein’s verpasst, da die 100 anderen Schergen von Ma Kwuns Truppe keine Chance hatten. Tjo, so kommt es, wie es kommen muss, Dragon Wong ist Tiger Wongs Bruder, welcher vor langer Zeit die Dragon Tiger Gate Schule verließ und blah blah blah. Irgendwan kämpft er halt dann gegen Shibumi, weil dieser völlig durchdreht und Ma Kwun einfach umbringt.

Eins vorweg: Dieser Film hat rein gar nichts mit SPL zu tun. Nur weil Donnie Yen mitspielt und der Regisseur der gleiche ist, heißt das nicht, das das hier SPL 2 ist. Dieses ist ein komplett anderer Film, wie jeder nicht völlig verblödete Mensch schon anhand der Trailer, sowie des DVD Covers ausmachen kann.

Dragon Tiger Gate ist eine Comicverfilmung. Das wird einem schon im tollen Intro (Siehe Screenshot) und spätestens bei den Frisuren der Protagonisten klar. Ob er den Comic nun toll umsetzt, vermag ich nicht zu sagen, aber als Fantasy Martial Arts Film funktioniert er fast tadellos. Gleich in den ersten 10 Minunten sehen wir total sicke Kämpfe die – trotz wire-fu – ziemlich realistisch daher kommen aber genug wahnwitzige Moves beinhalten um dem Comic gerecht zu werden. Ich erinnere mich nicht daran, das man bei X-Men lachte, wenn die lamen Figuren da Feuer spucken. Aber bei Hong Kong Filmen wird immer gleich gelacht, wenn ein Kämpfer halt mal etwas weiter weg als nur 50 cm fliegt. Und hier fliegen so einige rum. Eine grandiose Kampfszene folgt der nächsten bis irgendwann.. die Luft raus ist und der Film sich in der Mitte ziemlich zieht. Aber immerhin bleibt da etwas Zeit erst einmal die Charactere einzuführen, zu erklären wer mit wem verbandelt und überhaupt wie weshalb warum. Das ist am Anfang noch nett wird aber etwas später fast schon ermüdend. Zu sehr sehnt man sich nach der nächsten Actionszene in der man wieder unglaubliche Moves bestaunen darf.

Ja, was soll ich sagen?! Es ist eine sehr bunte Comicadaption. Was soll man da schon erwarten außer abgefahrene Visuals und noch abgefahrenere Kämpfe? Eben. Nichts weiter. Und genau das bekommt man. Ein Vergleich mit “A Man Called Hero” und “Stormriders” (iirc, ebenfalls Comicadaptionen) bleibt da nicht aus und ich kann euch versichern, Dragon Tiger Gate bietet viel mehr Qualität. Schon allein die bunten Farben, die nie zu RGB-mäßig bunt sind, sondern stehts ein Gleichgewicht finden (Von der overall Qualität der Bilder und den Kameraeinstellungen ganz zu schweigen) und erst recht die Actionszenen, die mit genug CGI garniert sind, das sie surreal wirken, aber nicht total lame (Wie damals noch bei Stormriders teilweise) wirken bis zu den dicken Sounds und der tollen Musik. Selbst wenn man befürchtet, das Nicolas Tse und Shawn Yue doch bestimmt nicht kämpfen können, kann man sich getrost zurücklehnen und aufatmen. Ich weiß nicht, wieviel sie trainiert haben oder ob sie komplett Doubles einsetzten, mir ist es auch scheiß egal, denn es sieht total in Ordnung aus. Teilweise keine Unterschiede zu Donnie Yen, vor allem, was Nick Tse angeht. Eigentlich stimmt hier alles… bis auf den Mittelteil eben, der gut hätte etwas kürzer sein können.

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Men Suddenly In Black

Men Suddenly In Black (Hong Kong 2003, Edmond Pang Ho-Cheung)

Die Frauen der vier Kumpels Tin, Cheung, Chao und Paul haben einen Kurztrip nach Thailand gebucht. Die nun 14 Frauenfreien Stunden wollen die vier auch sogleich ausnutzen und fremdgehen.


(Links: Vier Freunde wollen Ficken. | Rechts: “Ninth Uncle” opferte sich damals für alle und lebt seit dem eingesperrt von seiner Frau ohne Sex oder Tittenmagazine.)

Das ist alles. Das war der Plot. Das dieser so unglaublich super funktioniert verdankt er nicht nur den superben Schauspielern und / oder Regisseur sondern auch zum großen Teil der Aufmachung. Hier gibt’s keine Klamaukkomödie mit Fekalhumor und peinlichen Situationen, sondern einen waschechten Hong Kong Bloodshed Film. Es geht um Ehre, Freundschaft und Verrat. Das alles wird mit einem Augenzwinkern präsentiert und erreicht seinen Höhepunkt in der zweiten Hälfte des Filmes, wenn er durch die herannahenden Frauen eine Tiefe erreicht, von der Hollywood Komödien nur träumen können.

Trotz Aufmachung und cleverem Drehbuch sind es auch die Darsteller, die den Film so perfekt machen. Eric Tsang kennen wir (und kaufen fast schon jeden Film mit ihm, nur weil sein Konterfei auf dem Cover prangt), Jordan Chan ist symphatisch und cool zugleich, aber vor allem gefällt mir Chapman To. Man will ihn einfach als Kumpel haben. Eric Tsang spielt den “Boss” mit dem nötigen Ernst und fast könnte man meinen er ist einer, wenn da nicht die absurde Situation wäre. Ansonsten passt alles zum Bloodshed Setting. Die Musik, die Szenen in denen ein Verräter vermutet wird, der Besuch beim “Ninth Uncle”, welcher sich damals für seine Freunde opferte und solch Kleinigkeiten, wie die Vorbereitungen der Jungs. Chapman To sorgte für das Fahrzeug, Jordan Chan für die Condome (9 Stück, “That’s the limit for a man”) und für neue Simm Karten ist auch gesorgt.

Richtig geil wird’s dann auch ab der Hälfte, wenn die Frauen in’s Spiel kommen und mit ihrem Gelaber eine ungewohnte Tiefe mitbringen. Auf einmal ist man sich gar nicht mehr so sicher, ob das alles richtig ist und selbst die Frauen sind nicht ganz unschuldig. Ganz HK Bloodshed like. Nun hätte Edmond Pang ja hier schon aufhören können, aber für was. Als absolute Krönung gibt es noch ein richtig geiles Ende, welches endlich mal nicht zu lang dauert und einen regelrecht shockiert.


(Links: Die Frauen wollen Beweise. | Rechts: Hinter einem illegalen Puff kommt es zu einer “Schießerei” zwischen Fotografen und Flüchtlingen.)

Die beste Hong Kong Komödie so far und ein durchaus perfekter Film. Von der Aufmachung, über die Schauspieler bis hin zur Musik und Kameraarbeit, alles ist stylish, lustig, geil, hervorragend und bedarf keiner Verbesserung mehr. Edmong Pang beweißt hier mal ganz locker, das “You Shoot, I Shoot”, sein Erstlingswerk, kein Glück war.

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The Crazy Companies II

The Crazy Companies II (Hong Kong 1988, Wong Jing)

Die Firma von 3 Kumpels wird von einem ekelhaften Schnösel aufgekauft. Die 3 werden gefeuert, bekommen aber noch mit, das der zukünftige Boss nun erstmal 3 Wochen im Urlaub ist. Da beschließen Sie, sich bei ihrer alten Firma zu bewerben und sie “von innen zu zerstören”.

Also so ungefähr lautet der Plot. Der offizielle Text auf der DVD ist etwas irreführend, da hier irgendwie dauernd die Rede von der Hochzeit des vierten Kumpels ist. Das ist allerdings eher ein Randelement im Film. Egal. Die eigentliche Story macht eh viel mehr her und bringt die 4 Kumpels dauernd in lustige Situationen. Andy Lau hat eine Freundin, lernt aber Amy kennen, welche eigentlich auch geil ist und so beschließt er sich dauernd mit beiden zu treffen. Klar, das wir hier Szenen sehen, in denen er beiden Mädels ausweichen muss, etc. pp. Alles schon einmal da gewesen, hier aber wirklich gut umgesetzt und – man staune – sogar witzig?! Bisher gefielen mir ja nur wenige Hong Kong Komödien, da der kantonesische Humor sehr selten mein Fall ist. Aber hier passt alles. Lustige Dinge, wie sie die Firma von innen zerfressen wollen, indem sie random Dinge kaputt machen; einen Mitarbeiter der dauernd klaut auffliegen lassen wollen, in dem sie einfach im Büro übernachten; und sich an die Cousine des Chefs ranmachen wollen, die eigentlich niemand in der Firma mag, um an wertvolle Informationen über die Firma zu kommen. Später shiften sich die Events zwar immer mehr um Andy Lau und seine zwei Freundinnen, aber auch das ist lustig. Ich war sehr erstaunt.

Mitgenommen, weil er nur 2 EUR kostete und lange Zeit ungeschaut, weil der Trailer dazu ziemlich sick war, bin ich heute froh ihn mal geschaut zu haben und würde mir nun sogar – für kleines Geld – den ersten Teil anschauen. Hurra.

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The Longest Nite

The Longest Nite (Hong Kong 1997, Patrick Yau)

Die verfeindeten Triadenbanden des Mr. K und Mr. Lung beginnen nach Jahren des Krieges endlich mit Friedensverhandlungen. Lame, das gerade jetzt das Gerücht auftaucht, es sei ein Kopfgeld auf Mr. Lung ausgesetzt und somit ein Attentat geplant. Noch lamer, das das Gerücht besagt, das Kopfgeld wurde von Mr. K gesetzt. Sam, seines Zeichens korrupter Bulle, der für Mr. K arbeitet, wird darauf angesetzt für Ruhe in Macau zu sorgen. Alle sollen doch bitte die Füße still halten, damit es nicht zur sprichwörtlichen Explosion kommt. Ausgerechnet jetzt kommt ein sicker Glatzkopf namens Tony in die Stadt. Will er Mr. Lung umlegen? Wer ist er? Warum verpisst er sich nicht einfach? Wichser.

Das Hollywood dem Zuschauer gerne alles ganz genau erklärt, dürfte bekannt sein. Oft wirkt das einfach lame in Filmen. Oft denkt man sich nur: !”Oh ja, danke für den Hinweis. Denkt ihr, ich bin blöd?”. Da bevorzuge ich ganz ehrlich gesagt Filme, in denen nicht immer alles auf Anhieb offensichtlich ist. Nicht alles vom Regisseur vorgekaut und mit einem großen Pfeil darauf hingewiesen wird. Aber im Fall von The Longest Nite ging mir das etwas zu weit. Selbst nach dem zweiten male Anschauen raffe ich noch nicht alles. Trotz seiner Linearität (Die Geschichte spielt sich komplett in einer titelgebenden Nacht ab) fühlt man sich immer noch unsicher, was da nun eigentlich vor sich ging. Man weiß jetzt mehr über Sam und Tony und kann nun sogar Leute von Mr. K und Mr. Lung außeinander halten, aber trotzdem fehlen einem Fragmente um ruhigen Gewissens sagen zu können: “Ach so. Ja klar!” Und das mag ich ganz einfach nicht. Also bleibt der Film als Ganzes mir verschlossen. Was ich zu bewerten vermag sind einzelne Szenen. Bruchstücke. Momente.

Und die sind als durchweg gelungen zu beschreiben. Der Film ist tatsächlich mit einer der düstersten Filme Hong Kongs. Jeder ist böse. Selbst dein vermeindlicher Freund und Helfer, die Polizei, bieten wenig positives, an das man sich hangeln könnte. Hier werden Hände mit Ketchupflaschen unbrauchbar gemacht, die neusten Foltermethoden ausprobiert, Menschen erschossen und kopflose Leichen in den Wohnungen der Leute platziert. Und dazwischen nicht etwa ein Lichtblick, nein, viel mehr eine weitere Enttäuschung. “Was, nichtmal auf die kann man sich verlassen?” So geht es den ganzen Film über, bis zum bitteren Ende, an dem manche sich eventuell etwas allein gelassen fühlen dürften.

Persönlich gefiel mir am meisten die Kameraarbeit. Vor allem die Szene in der Zelle und mehrere Szenen in den Straßen Macaus. Dunkle Straßen und Gassen erfahren durch die, dank der Neonreklame der Casinos in grelle Rot- und Blautöne getauchten, Straßen Macaus eine willkommene Abwechslung ohne jemals fröhlich oder gar einladend zu wirken. Einzig der Soundtrack kann da nicht mithalten. Weder die Komposition, noch die technische Ausführung können begeistern (Midi?). Zudem wird in vielen Szenen einfach Giorgo Moroders “The Chase” aus dem Midnight Express Soundtrack nachgespielt. Das passt zwar im Grunde, ist aber leider einfach nur geklaut und lächerlich. Der Sound macht da keine Ausnahme. Offensichtlich stand nur das “Hollywoods Most Famous Sound Effects” Archiv in einer abgespeckten Version (Auf einer 3,5 ” Diskette) zur Verfügung, denn Schüsse und Schläge klingen grausam. Das wäre ja noch zu verstehen (mangel an Budget), aber warum Triadenopa und Publikumsliebling Wong Tin-Lam sich selbst synchronisiert, wie ein Faultier auf Schlaftabletten, ist mir ein Rätsel.

Bleibt das Fazit: die undurchsichtige Story, der lame Soundtrack, die noch lameren Sounds und vor allem das ungute Gefühl, nichts kapiert zu haben am Schluss, bringen mich nur zu 3 Penen, für diesen Film. :Q

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