The Detective

The Detective
(C+偵探 | hong kong 2007 | oxide pang | dvd: – )

Tam (Aaron Kwok) ist ein heruntergekommener Möchtegerndetektiv in Thailand. In sein ebenso heruntergekommenes ‘Büro’ traut sich nur selten jemand hinein. Um so überraschender ist es daher, dass eines Tages der seltsame Lung (Shing Fui-On) genau das tut. Verwirrt behauptet er, eine Frau verfolge ihn in der Absicht, ihn töten zu wollen. Durch ein saftiges Bündel Geldscheine motiviert, nimmt Tam die Spurensuche auf, und gerät dabei in einen mysteriösen Mordkomplott, bei dem sich alle Beteiligten früher oder später das Leben zu nehmen scheinen.

Entgegen aller voreiligen Vermutungen handelt es sich bei dem neusten Solowerk Oxide Pangs nicht um einen Horrorfilm, sondern um einen noir-esken Krimi, der sich im ersten Drittel sogar nicht zu schade ist, einige humorvolle Untertöne anklingen zu lassen. Völliges Neuland wird aber nicht betreten, da die Stimmung und Spannungskonstruktion durchaus Parallelen mit dem üblichen Pang’schen Gruselschmarrn besitzt.

The Detective ist dabei ein überraschend unterhaltsamer Film; nicht zuletzt auch durch den vielseitigen Aaron Kwok, der seine Rolle des schmierigen Taugenichts überzeugend spielt, ohne auch nur ein einziges mal Popstarallüren zu zeigen. Unterstützt wird seine Darstellung natürlich von den exzellenten Bildern, die in ihrem Gelbstich die thailändische Hitze unterstreichen und im weiteren Verlauf – auch der Handlung entsprechend – zu regelrecht düsteren Schattierungen übergehen.

Scheinbar selbstzufrieden gibt sich der Film in den ersten 45 Minuten nicht sonderlich viel Mühe, dem Zuschauer zu erklären, was hier eigentlich los ist. Tam beginnt seine Spurensuche, angelt sich von Person zu Person weiter, findet Leichen, unternimmt Verfolgungsjagden, weiß aber nicht, wie alles in Zusammenhang steht. Anfangs finden wir das zwar noch ganz spannend, doch irgendwann wird die Anzahl der auseinanderzuhaltenden Namen immer größer, die Beziehungen immer komplizierter. Es hilft nicht gerade, dass das Script die Angelegenheit verwirrender konstruiert, als sie eigentlich ist. Pang streift mehrmals an der völligen Verhaspelung vorbei, liefert wie als Entschuldigung später stilvoll Erklärungen hinterher – was ihm auch durchaus gelingt. Doch insgesamt gesehen ist die Story längst nicht so interessant und mysteriös, wie es uns die völlig überdramatisierte Musik und Tams schweißgebadetes Paranoiagesicht weissmachen wollen.

Tams Motiv, sein unerbittliches Festhalten am Fall, muss daher auf andere Art und Weise gerechtfertigt werden. Gerade hier säuft Oxide Pang dann leider in die genreüblichen Klischeesümpfe ab. Tam ist ein Charakter, der keine Tiefe braucht, wir lernen aus seinen Handlungen und Lebensumständen bereits genug über ihn selbst. HK-typisch wird uns dennoch mit Flashbacks zusätzlich seine tragische Vergangenheit aufoktroyiert. Billig und unnötig. Doch am Ende immerhin noch nicht genug, um The Detective als spannenden, elegant-dreckigen Thriller zu Fall zu bringen. Ein anderer Grund dafür heißt übrigens Liu Kai Chi. Jener scheint sich langsam zu einem höchst verlässlichen Charakterdarsteller zu mausern und liefert als Polizist und Tams Jugendfreund locker die beste Leistung im Film ab.

Für Pang-Verhältnisse ist The Detective damit überdurchschnittlich und einer der sehenswerteren HK-Filme 2007. Das holprige Drehbuch und ein verunglücktes Finale verhindern eine bedingungslose Empfehlung, aber zumindest bestätigt sich hier die Vermutung, dass Oxide der Pang mit weitaus größerem Potential ist. Gerne mehr davon!

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Leave Me Alone

LEAVE ME ALONE
danny pang | hong kong 2004

Man (Ekin Cheng) und Kit (Ekin Cheng ~_?) sind Zwillinge. Als Kit bei einem Besuch Mans einen Autounfall hat, kommt seine Freundin ganz schön in die Klemme. Ein Kredit bei der Bank sollte eigentlich klar gemacht werden, aber ohne Kits erscheinen haben sie schlechte Karten. Und das Geld bräuchten sie unbedingt für einen Kredithai, mit welchem nicht zu spaßen ist. So macht sich einfach der schwule Man – also er ist truly gay – auf den Weg nach Thailand, um Kits Freundin etwas unter die Arme zu greifen und den Kredit klar zu machen. Klar, das das ohne Thailändischkenntnisse schwierig wird und scheitern muss. Doch der Kredithai will seine Kohle..

“Leave Me Alone” entstand allein unter der Regie Danny Pangs, denn sein Bruder war zu gleichem Zeitpunkt auch mit einem Film beschäftigt. “Abnormal Beauty”, welcher nicht nur der bessere der zwei Filme ist, sondern auch eine Szene mit ihm teilt. Der Autounfall ist genau der gleiche, wie bei “Abnormal Beauty”. Wir haben also die Möglichkeit zwei gänzlich verschiedene Storylines zu beobachten, bei denen ein und derselbe Autounfall als Auslöser für Änderungen fungiert. Das klingt alles ganz nice, wurde im Marketing beider Filme auch oft propagiert nur leider ist es recht halbherzig umgesetzt worden und eigentlich auch völlig scheiß egal. “Leave Me Alone” ist ein klein wenig Triadenfilm, ein klein wenig Beziehungsdrama und ein klein wenig Fish Out Of The Water Komödie. Von allem ein wenig und so funktioniert jeder Teil eben auch nur wenig. Alle Teile zusammen ergeben dann lustigerweise doch einen ganz netten Film, bei dem die lustigeren Szenen eigentlich Indikator dafür sind, das Danny Pang sich lieber hätte auf eine Komödie spezialisieren sollen. Das stünde einerseits in einem besseren Kontrast zum düsteren “Abnormal Beauty” und andererseits sind die lustigen Szenen auch einfach die besten im Film. Kein Gay-Klischee wird ausgelassen und am lustigsten sind mal wieder die Heteros, die sich gegen alles Gaye zu wehren versuchen. Aber auch der Gay in Situationen, die ansonsten eher richtigen Männern (*grunz*) widerfahren, ist für viele Lacher gut. Dabei spielt Ekin Cheng so gut er halt kann und Charlene Choi sieht nur super cute bis regelrecht sexy aus.

So ist “Leave Me Alone” für Pang Verhältnisse eher eine Enttäuschung und nur beim ersten mal Anschauen halbwegs interessant. Dazu trägt unter anderem auch die hervorragende Optik bei, die wir ja von Pang Produktionen nun mittlerweile gewohnt sind. Die Musik hält da mit Pang Standards leider nicht ganz mit und so kommt es, das zu wilden – etwas holprig inszenierten – Schießereien einfach ganz ganz erbärmliche Technoklänge ertönen. Nun… Würde er im Fernsehen laufen, könnte man ihn sich gerne mal anschauen, aber extra Geld für eine DVD ausgeben muss man wirklich nicht.

Den dritten Pimmel kriegt “Leave Me Alone” ganz klar wegen den lustigen Szenen und der tollen Optik.

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The Banquet

The Banquet

Feng Xiaogang | 2006

 

China im Jahre 907 nach Christus. Das Reich ist in zehn Königreiche zerbrochen und fünf Dynastien streiten sich darum. Der Kaiser wurde von seinem eigenen Bruder (Ge You) ermordet, woraufhin dieser nicht nur dessen Thron besteigt, sondern sich gleich noch seine Ehefrau (Zhang Ziyi, kein Wunder also.) schnappt. Da die Frau des neuen Kaisers aber einst in Prinz Wu Lan (Daniel Wu) verliebt war, lässt Kaiser Li ihn einfach töten. Prinz Wu Lan jedoch lebt seit langem als Gay Ausdruckstänzer und entzieht sich so mit ziemlich sicken Moves und viel Glück dem Attentat des Kaisers. Als er darauf hin zurück in den Palast kehrt, scheint eine alte Liebe wieder aufzuflammen.

“The Banquet” ist eher als Kostümfilm mit Wuxiaelementen anzusehen. Wuxia, ein sehr bekanntes und beliebtes Genre der chinesischen Literatur sowie des chinesischen Filmes, ist bei “The Banquet” eher zweitranging und der Fokus liegt hier ganz klar beim Drama. Somit wird “The Banquet” mit seinen 130 Minuten Laufzeit dann doch stellenweise etwas langatmig. Damals mag es sich zu Hofe des chinesischen Kaisers geziemt haben, sich langsam zu bewegen und überhaupt hatte man damals ja nichts anderes vor (Wii, IRC, etc.), aber dem heutigen Publikum erscheint die Langsamkeit des öfteren eher als fremd oder gar langweilig. So tat sich Feng Xiaogang gut daran sein Drehbuch mit den besten Ideen verschiedenster, altbewährter Romane (z. B. Hamlet) zu füttern und schafft es so einen tatsächlich wach zu halten. Der Ehrlichkeit halber muss ich aber zugeben, das ich Hamlet nie las oder sah und somit keine Rückschlüsse auf den tatsächlichen Einfluss auf den Film ziehen kann. Ich muss somit anderen Reviewschreibern etwas vertrauen schenken. Die Geschichte hält zwar nichts weltbewegend neues oder gar überraschendes bereit – ja selbst der Schluss wirkt dann etwas zwanghaft – kann aber durchaus überzeugen und überraschte mich etwas in ihrer Transparenz, da ich oft mit den Verwandschaftsverhältnissen zu Hofe des chinesischen Kaisers so meine Probleme habe. Ganz schwierig wird es dann, wenn eine Intrige der nächsten folgt, aber wie gesagt, gottseidank nicht bei “The Banquet”.

Somit ist der Plot ansich zwar etwas flach, aber die Lücken füllt Feng Xiaogang mit Bildern aus. Mit unfassbar tollen Bildern. “The Banquet” ist optisch einfach so voller Details, so wunderschön und insich absolut stimmig, das man die Szenerien einfach nur genießen kann. Wer sich an wunderschönen Bildern erfreuen kann, dem sei “The Banquet” sehr an’s Herz gelegt. Die gewählten Farben, das dominierende Schwarz, das Licht, die Kostüme und die unglaublich aufwändigen Sets machen “The Banquet” einzigartig und die DVD Special Edition tut sich gut daran, gleich ein Artbook mitzuliefern. Im direkten Vergleich zu “Curse Of The Golden Flower” wirkt “The Banquet” sogar weniger eintönig und einfach viel grandioser.

Aber selbst da hört es noch nicht auf. Der gewählte Cast kann durchweg überzeugen und hat keinen einzigen Aussetzer. Besonders Daniel Wu fällt positiv auf. Auch Ge You und Zhang Ziyi bringen gekonnt etwas Sinnlichkeit in die oft sehr kühle Athmosphäre am Hof. Feng Xiaogang hat kapiert, das es für Sinnlichkeit und Emotionen zu etwas mehr bedarf, als nur zurückgehaltene Tränen in eisernen Geischtern. Dazu der außergewöhnliche Soundtrack von Tan Dun, der unsere Ohren mit weiblichen Gesängen und westlichem Orchester umschmeichelt sowie das ganze mit klassischen, chinesischen Instrument garniert und fertig ist eine grandiose Atmosphäre, die von den letzten Vertretern des Genres nicht erreicht wurde. Schade, das die Screenshots dem eigentlichen Geschehen auf der Leinwand nicht im geringsten gerecht werden. Mal wieder..

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Butterfly And Sword

b u t t e r f l y & s w o r d
hong kong 1993

Nun… ehm… Michelle Yeoh spielt Schwester Ko. Sie… eh… zog einst drei kleine Kinder auf. Darunter Sword, gespielt von Tony Leung Chiu-Wai und noch einer, gespielt von Donnie Yen. Sie sind gut befreundet und… ka. Schwester Ko verliebte sich wohl irgendwann in Tony Leung, welcher aber viel lieber mit Joey Wang bumsen würde. Kann ich ihm nicht verübeln. Wobei ich beide genommen hätte. Donnie Yen steht auf Schwester Ko, ist aber zu schüchtern, es ihr zu sagen. Naja und dann gab’s noch lauter hin und her mit random Eunuchen (!?), random Bösewicht, der die Weltherrschaft im Martial Arts Bereich an sich reissen will und… noch viele viele andere Dinge. Ich kam da nicht mehr so ganz mit. Es war alles viel zu wirr.

“Butterfly And Sword” wollte ich sofort schauen, als ich das “Best Of” auf Youtube schaute (Siehe Link weiter unten). Damals dachte ich noch, das es ein Trailer war und hoffte, mehr von der grandiosen Action zu sehen. Leider hat der Film außer der Action nicht mehr zu bieten. Komische Dialoge, langweiliges hin und her und… ach keine Ahnung. Ich raffte ja leider auch nix. Oft ist es dunkel und man checkt gar nicht wer da genau durch die Luft flattert. Oder die Personen unterhalten sich derart schnell, das die Subtitles schon längst wieder weg sind, wenn ich erst 3 Worte gelesen habe. Mal von den verwirrenden Texten um Allianzen, Kung Fu und Prinzen einmal abgesehen. Und wenn man mal etwas checkte, dann waren es langweilige Szenen um Tony Leung und entweder Joey Wang oder Michelle Yeoh, wie sie sich belabern und wer nun wen wie toll liebt und blah blah blah. Keine Ahnung. Einfach langweilig. Die Musik war richtig nice und die Schauspieler in ihrem Element… schätze ich…

ABER… da wäre ja noch die Action. xD Die ist einfach… total abgefahren. Ohne Computertricks und nur mit Seilzügen wurden hier einfach animemäßige Kämpfe inszeniert, wie ich sie noch nie in einem Wuxiafilm sah. Tony Leung fliegt randomly durch die Luft und links und rechts von ihm explodieren einfach Menschen, weil er wild mit seinem Plastikschwert umher fuchtelt. Hurengeil. Oder am Schluss, wenn Tony Leung einfach einen random Move macht und durch den Gegner hindurch (???)… fetzt. Einfach sehr sehr nice. Dazu kommt viele herumfliegende Körperteile, explodierende Körper und Köpfe und natürlich auch etwas Blut hier und da. Eigentlich kein zimperlicher Film, trotz seiner fast schon Romcom Style Storyline.

Aber bevor man sich den langweiligen Film anschaut, sollte man sich eher das Best Of auf Youtube anschauen. Dieses läuft genau so am Ende des Films und erinnert einen praktisch noch einmal daran, warum man sich den Film überhaupt angetan hat. Bitte checkt die dicke Action aus:

http://www.youtube.com/watch?v=ru2IEEUgpcM

(ACHTUNG MUNIN: Es fliegen Menschen umher. Das ist in höchstem Maße unrealistisch und nicht für deine Augen bestimmt. Fliegende Menschen, Schwerter und Damenroben sind total lächerlich und gehören nicht auf die Anzeige deines Monitors. Bitte NICHT anschauen!!!)

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Bangkok Dangerous

เพชฌฆาตเงียบ – อันตราย
BANGKOK DANGEROUS
pang brothers | 1999

Kong ist seit seiner Kindheit taubstumm und wurde fürchterlich gehänselt. Klar, das er sich nun zu einem eiskalten Auftragskiller gemausert hat. Ohne zu hören, ohne zu sprechen und vor allem ohne Gefühle killt er alles und jeden, solange es Geld dafür gibt. Eines Tages jedoch lernt er die super super super süße Fon kennen. Klar, das er sich etwas in sie verguggt. Gemeinsam erleben die beiden eine wundervolle Zeit (auf dem Rummel z. B.). Als Fon allerdings durch einen nächtlichen Überfall raus bekommt, das Kong ein Killer ist, rennt sie – nachdem sie es sich noch einmal gut überlegte und dabei Kong mit herzerweichend traurigen Augen anschaute – einfach weg. Kong ist traurig. Wird ihre zarte, gerade erst aufgekeimte Liebe dieser schweren Prüfung Stand halten?

Das liest sich super dramatisch, super traurig und wunderschön. So schön, das ich weine. Schade, das die Inhaltsbeschreibung nichts mit dem Film zu tun hat. Dieser suckt nämlich gewaltig und bietet uns überwiegend bunte Bilder von random Leuten, die random rumlaufen und random herumschießen. So ganz kapierte ich den Plot nicht, da relativ wenig gesprochen und so gut wie nichts erklärt wird. Das das Drehbuch eher auf langweilig getrimmt ist und einem mit unzähligen, rather unnötigen Szenen der Ablauf nur unnötig in die Länge gestreckt wird, mach das ganze nicht wirklich einfacher. Gut, den Plot mit Kong und der (wirklich huuuuuuuuuuuuuuuren süßen) Freundin habe ich mitbekommen. Aber sonst? Ja sonst ist da nichts. Das wäre ja auch nicht so schlimm, wenn einfach der Beziehungssubplot etwas wäre, an dem man sich orientieren kann. Aber irgendwie wirkte er eher wie ein subsubplot. Praktisch die Nebenhandlung einer Nebenhandlung. Kong trifft sie. Sie erschrickt aufgrund seiner Waffe (Nein, nicht seines Pimmels. Hehe, das wäre wenigstens interesting gewesen) und rennt weg. Dann schaut er sie immer traurig von der Tür aus an. Tjo das war’s. Keine weiteren Hinweise von Liebe, keine Gefühle, kein nichts. Das ist schade, da die Schauspielerin von Fon einfach nur göttlich süß ist. Ich würde sie sofort heiraten, wenn sie nicht Schauspielerin wäre und wahrscheinlich soviel Geld verdient, das sie nur auf mich herabschauen würde.

Nun ja. Mal vom subsubplot abgesehen, gibt’s natürlich auch viel Aufträge, die Kong ausführen muss. Die meisten checkte ich gar nicht, weil alle Asiaten gleich aussehen, es überall super dunkel ist oder die Pang Brüder komische Filter und Kamera… dinger einsetzten. Ja Bangkok Dangerous ist voll davon. Bisschen DV Cam hier, 8mm hier, viel Farbfilter oder buntes Licht da und natürlich darf die obligatorische Ruckelkamera oder Zeitlupe auch nicht fehlen. Ich hab’ ja nichts gegen Style Over Substance aber das ist bei Bangkok Dangerous einfach übertrieben worden. Dabei gibt’s viele Szenen, die richtig nice aussehen, aber manches sieht sogar regelrecht billig aus und passt gar nicht so recht in den Film. Gleiches gilt übrigens für den Soundtrack, der einerseits schön düster und teilweise gruselig war, aber zwischendrin immer wieder super lame wurde. Was soll denn das. Dabei wirken manche Szenen in Kombination mit der scary Musik so nice, das ich mir gerne einen richtigen Film in dem Style wünschen würde.

Aber leider ist Bangkok Dangerous kein richtiger Film. Sad

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People’s Hero

People’s Hero
derek yee | HK 1987

Zwei Kleinkriminelle (Tony Leung Chiu-Wai und noch ein anderer, total sicker?!) wollen eine Bank überfallen. Kurz vor Feierabend gehen sie in die Bank. Als der sicke Kumpel da einen seiner Epilepsieanfälle kriegt, scheint die Aktion schon zu scheitern. Beide beschließen zu gehen. Tony Leung merkt dabei nicht, wie in seiner McDonald’s Tüte (Njam) Fanta (Igitt) ausläuft und die Tüte, in der auch seine Waffe liegt, aufweicht. Die Waffe fällt heraus, alle schauen ganz verdutzt und dann geht alles ganz schnell. Es fällt ein Schuss, ein Polizist ist getroffen und Tony Leung völlig überfordert mit der Situation. Wenn er wüsste, das der gemeingefährliche Sunny Koo (Ti Lung mit hurengeiler Brille) unter den Geiseln ist.

“People’s Hero” hätte auch als Theaterstück funktioniert. Mit fast nur einem Schauplatz, der Bank, erinnert es stark an’s Theater und andere Bankraubfilme (?). Da ein Film dieser Art ohne großartige Schauspieler und ebenso gut gezeichnete Charaktere einfach hoffnungslos langweilig ist, tat Derek Yee sein bestes und arbeitete sehr wahrscheinlich ganz doll viel und hart am Drehbuch. Seine Wahl den Film unter anderem mit Tony Leung Chiu-Wai (Welcher für die Rolle eine Auszeichnung bekam), Ti Lung und Tony Leung Kar-Fai zu besetzen war schon einmal recht gut. Dem Drehbuch fehlt allerdings noch das ganz kleine Quentchen zu einem großen Film. Ti Lung und Tony Leung Chiu-Wai werden zwar ausreichend beleuchtet, das heißt ihre Motive werden klar und ihre Charaktere schaffen es Sympathien zu wecken. Gerade anfangs ist noch unklar, wer nun eigentlich “People’s Hero” ist und somit gut und böse. Die Geiseln selbst hätten imho etwas mehr beleuchtet werden können. Man kann sie zwar alle gut außeinander halten, aber würde eine sterben, wäre uns das eigentlich egal. Das wurde bei “Space Travelers” z. B. etwas besser gelöst. So fehlt dem Film dann leider ein klein wenig Spannung.

Ich war die ganze Zeit zwischen 3 und 4 Penen hin und her gerissen, aber der sicke Soundtrack und das nice Ende retten den Film vor dem 3-Penen Rating. Gerade der Soundtrack sorgt am Schluss für die passende Stimmung. “People’s Hero” ist für Tony Leung Chiu-Wai und Kar-Fai Fans gleichermaßen interessant, da man sie nur selten so jung vor der Kamera sah.

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My Heart Is That Eternal Rose

MY HEART IS THAT ETERNAL ROSE
hong kong 1989 | patrick tam

Ex-Triadenmitglied Cheung (Kwan Hoi San) bekommt eines schönen Tages den Auftrag, den Sohn (Cheung Tat-Ming) eines großen Gangsterbosses illegal nach Hong Kong zu schmuggeln. Er lehnt den Auftrag besser nicht ab und besorgt sich Rick (Kenny Bee) und einen korrupten Polizisten (Ng Man Tat), die ihm dabei helfen sollen. Der korrupte Bulle wird dabei immer geldgierieger und so kommt es, wie es kommen muss; der Sohn des Gangsterbosses stirbt. Der Polizist gleich mit und so würde sich der ganze Hass der Triaden nun auf Cheung und Rick konzentrieren. Da beschließen sie lieber abzuhauen. Doch bevor Rick mit seiner hurengeilen Freundin Lap (Joey Wang) abhauen kann, wird Cheung gekidnapped. Lap beschließt einen Triadenboss Sheng um Hilfe zu bitten. Klar, das er sie erstmal geil rapen will und einfach zwingt seine Frau zu werden, wenn er ihren Vater retten soll.

Ich hätt’s nicht anders gemacht.


(Links: Kenny Bees Gesichtsausdruck verändert sich nur manchmal derart | Rechts: Hong Kong ist so geil, das man selbst als heterosexueller Mann, homosexuell werden würde, wenn der künftige Lover einem versprechen würde mit ihm in Hong Kong zu leben. Für immer.)

My Heart Is That Eternal Rose, dessen Titel recht lang ist, fängt ziemlich oldschoolig wie ein Bloodshedfilm an, wird danach aber immer wieder durch Joey Wangs Liebe zu Kenny Bee und anderen Sehnsüchten unterbrochen. Bzw. durchzogen. Das schadet dem Film aber nicht halb so wenig, wie die Insenierung, die irgendwie etwas schüchtern daher kommt. Irgendwie wartet man ständig, das etwas passiert und fragt sich kurz vor Schluss, ob’s das nun schon war und warum Joey Wangs Character z. B. nicht schon eher abhaute. Ach, irgendwie alles ziemlich komisch.


(Links im Bild: Joey Wang ist der Inbegriff von SEX im Hong kong der 80er. Aber selbst heute sieht sie einfach absolut genial aus.)

Dazu kommt ein zwar wunderbar schüchterner und präsenter Tony Leung Chiu-Wai, der teilweise allerdings so lächerlich aussieht, das man lachen und weinen muss. Kenny Bee guggt entweder super cool, oder… super cool. Nur in ganz wenigen Szenen ändert sich ein Ausdruck, das ist meistens dann, wenn er angeschossen wird. Ihm hätte etwas mehr Tiefe nicht geschadet. Jetzt pastete ich soviel Bilder, vor allem das von Joey Wang und hab’ gar nicht soviel zum Film zu schreiben, da er einfach nur ok war. Das einzige was auffällt, ist der scary Soundtrack, welcher dem Film teilweise eine ziemlich düstere Stimmung verleiht und die geile Cinematography von Christopher Doyle. Die Farben der 80er sind Neon, bunt und grell und all das fängt er mit einer Leichtigkeit ein, das man sich gerne hin und wieder einen Screenshot machen und ihn sich an die Wand hängen möchte.


(Links: Ja, das ist Tony Leung. Also… Baha.. xDDDDDDDD | Rechts: Sogar Ng Man Tat sieht in diesem Film cooler aus.)

Ansonsten fehlt irgendwie etwas, um ihn auf die Stufe eines richtig guten Films zu hieven. Die paar Shootouts sind durchgehend sehr nice gemacht und dank Christopher Doyle mit ein paar tollen Zeitlupen, -raffern und anderweitigen Stilmitteln durchpflügt, aber es sind eben nur ein paar Shootouts. Obwohl Joey Wang mit ihren dicken Lippen und den bei halboffenem Mund hervortretenden Schneidezähnen so megageil wie schon lange nicht mehr aussieht und Tony Leung als Nebencharakter eine wirklich gute Figur macht, kommt kein Drive in den Plot. Man langweilt sich ganz dezent. Da war der Anfang mit Ng Man Tat und einem krass jungen Cheung Tat-Ming (sein erster Film?) noch mit am besten.

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Bullet In The Head

BULLET IN THE HEAD
john woo | hong kong | 1990

Hong Kong 1967. Die drei Freunde Ben (Tony Leung Chiu-Wai), Frank (Jacky Cheung) und Paul (Waise Lee) leben in ärmlichen Verhältnissen, sind aber relativ glücklich, da sie einander haben. Nichts kann ihre Freundschaft brechen. Als Ben beschließt seine durchaus sehr sexy aussehende Freundin zu heiraten, macht sich Frank auf, um sich Geld zu leihen. Das anstehende Hochzeitsbankett will schließlich auch bezahlt werden. Leider fällt Frank – kaum das Geld in der Tasche – direkt in die Hände von Ringo, der ihm erst einmal ordentlich eine Flasche gegen den Kopf knallt, da Frank ihm eigentlich noch Geld schuldet. Blutend beim Hochzeitsbankett angekommen, kann Ben nicht weiter zusehen und zusammen suchen sie Ringo auf. Es kommt zum Kampf und Ringo stirbt. Aus den Freunden sind nun Mörder geworden.

John Woo ist ja eigentlich total overrated. Zwar ist er für geniale Filme wie The Killer oder A Better Tomorrow mitverantwortlich, aber die Filme davor konnte man in die Tonne treten und die Filme danach erst recht. Von seinen Hollywood Eskapaden mal ganz zu schweigen. Aber dafür sind die wenigen guten Filme von ihn dann auch wirklich gut. Bullet In The Head ist einer von ihnen. Ursprünglich war BITH, wie ich ihn von nun an nennen werde, als A Better Tomorrow Teil 3 geplant, aber aufgrund von Streitigkeiten mit Tsui Hark oder was weiß ich, kam es nicht dazu. ABT 3 wurde ein hurenlamer Film und BITH ein ziemlich geiler Streifen über die Freundschaft dreier Hong Konger Jungs, die in den Wirren des Vietnamkrieges auf die Probe gestellt werden soll.


(Links: Das Hochzeitsbankett von Ben und dessen super süßer Freundin | Rechts: Die Ereignisse am Tiananmen Platz inspirierten Woo zu dieser Szene.)

So lässt sich der Film fast in zwei Teile teilen. Einmal die Geschehnisse in Hong Kong (Wenn auch kurz) und einmal die Action in Vietnam. Anfangs könnte man noch meinen einen der zahlreichen Hong Konger Bloodshedfilme zu schauen, aber schon mit der Ankunft in Vietnam wird klar: Jetzt wird’s sick. BITH ist imho mit der emotionalste und dadurch auch der brutalste Film von John Woo. Gerade die Szenen in Vietnam lassen, im Hinblick auf die realen Hintergründe, ein mulmiges Gefühl in einem zurück und wissen, trotz Jacky Cheungs Overacting, wo sie einen treffen müssen. Hier bekommen John Woos Zeitlupen eine ganz andere Funktion. Die Coolness ist plötzlich weg und musste den Platz tauschen mit blankem entsetzen. Auch der exorbitante Einsatz von Blut wirkt hier eher für die Aussage anstatt der Optik, geschweige denn Coolness. Krieg ist ernst, Krieg ist brutal, Krieg ist erbarmungslos. Das wollte John Woo zeigen und genau das kommt rüber. Dabei wirken die Szenen gottseidank nicht aufgesetzt, sondern passen sich relativ gut in den Handlungsstrang ein. Außer Krieg in Vietnam, gibt es da noch die schon angesprochene Freundschaft der drei Hong Kong Chinesen. Diese bekommen wir unmittelbar mit, da es fast keine Minute im Film gibt, ohne mindestens zwei der Freunde im Bild zu haben. Wir sahen sie zusammen in Hong Kong, als noch alles in Ordnung war. Ja, sogar Waise Lee durfte etwas lachen. Wir erleben ihre Flucht nach Vietnam, die Schießereien, die Flucht in Vietnam vor den Soldaten des Vietcongs. Bis zur 131sten Minute kleben wir an den drei Jungs und können nicht anders, als mit ihnen mitzufühlen, sie zu verstehen und sie zu mögen.


(Links: Die Schießerei in der Bar ist einfach die dickste | Rechts: Simon Yam als teils gayer, aber trotzdem cooler ex-CIA Agent.)

Das ist sicherlich nicht nur dem Drehbuch zu verdanken, sondern auch zu einem großen Teil den Darstellern, die alle vier Veteranen des Hong Konger Kinos sind. Vier? Genau. Simon Yam ist noch dabei und spielt so homoerotisch er nur kann. A… ab… absolut überzeugend. Einzig und allein Jacky Cheung fällt hin und wieder durch sein absolut krankes Overacting negativ auf, aber evtl. passt es auch zum Charakter. Wer weiß. Gerade am Schluss sehen einige Szenen dank ihm leider etwas unglaubwürdig aus. Der Rest, Tony Leung Chiu-Wai und Waise Lee, sind geil wie eh und jeh und trotz dem etwas unpassendem Setting für einen Tony Leung Chiu-Wai fügt dieser sich nahtlos in das Geschehen ein und überzeug mal wieder auf ganzer Linie.

Die Inszenierung der Schießereien ist, wie von Woo eben gewohnt, ziemlich nice, ziemlich detailliert, ziemlich dreckig, ziemlich blutig, ziemlich abgefahren. Einzig und allein der Angriff der Amerikaner wirkt etwas komisch und lässt zusammen mit dem Ausrutscher des Soundtracks eher “Missing In Action” oder “Rambo” Stimmung aufkommen, was meiner Meinung nach nicht so recht passt. Ansonsten ist der Soundtrack aber recht gelungen. Es gibt wieder ein schönes Main Theme, welches auch bis zum Ende ausgequetscht wird, wo es nur geht. Aber hätte schlimmer kommen können.

So ist der Penenabzug einzig und allein Jacky Cheung zu verdanken, welcher einfach zu over the top ist. Ansonsten überzeugt BITH auf ganzer Linie und lässt einen so schnell nicht los. Definitiv John Woos bester Film, bevor er sich dazu entschied in Hollywood nur noch Kotze auf Zelluloid zu bannen.

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2001: A Space Odyssey

2001: a space odyssey
1968 | USA | Stanley Kubrick

Noch vor nicht all zu langer Zeit, hatte ich mir vorgenommen, bei einem review nicht zuviel über die Geschichte zu verraten, da für einen Unwissenden so ein Stück Überraschung, ein Stück Spannung, ein Stück Drama verloren geht. Diese Maßnahme werde ich nun brechen. Ich muss einsehen, dass es Filme gibt, bei denen man nicht einfach beschreiben kann wie er ist, ohne wild zu spekulieren und sich gleichzeitig Gedanken über den Sinn des Ganzen zu machen. Immer und immer wieder. Es sind Filme, die einen nicht ruhen lassen. Die mehr Fragen stellen als Antworten geben. Ganz besonders, wenn die Frage gestellt wird, worum es eigentlich geht. “2001: a space odyssey” ist so ein Film. Und ich werde jede Sekunde genießen die ich aufbringe, um mich mit diesem außergewöhnlichen Erlebniss auseinanderzusetzen. Jetzt und für alle Zeit. So rate ich jedem, der sich auch nur ansatzweise für kubriksche Filme interessiert, erst den Film zu sehen und dann dieses review zu lesen.

Story
1999. Die Menschheit hat einen schwarzen Monolithen auf dem Mond entdeckt, der im Zenith zum Planeten Jupiter steht. Vermutungen über ein außerirdisches Artefakt liegen nahe und lassen ein Team von Astronauten 18 Monate später in Richtung Jupiter fliegen, um zu erkunden was sich dort verbirgt. Auf der Reise stellt der hoch entwickelte, unfehlbare Bordcomputer HAL 9000 fest, dass die Kommunikationseinheit edes Schiffes bald ausfallen wird. Nach dem Austausch des Geräts, muss die Crew jedoch erkennen, dass es absolut in Ordnung ist und kein Ausfall statt gefunden hätte. HAL muss sich geirrt haben.

Kritik
Stanley Kubrick hatte als einer, weniger Regisseure das Privileg der Studios, für die Fertigstellung eines Films so viel Zeit zu haben wie er brauchte. Auch funkte ihm niemand dazwischen und wollte etwas an seiner Vision ändern. So brauchte ca. 4 Jahre für die Realisierung seines einzigartigen Projekts. Der Perfektionist ließ 200x so viel Film drehen, als im finalen Schnitt schließlich zu sehen ist. Dabei bediente er sich einem einzigartigen Mix, aus der für 1968 neusten Technik für Special Effects, die auch heute noch einen mächtigen Eindruck schinden.. ja auf ihre Weise meistens sogar (wie übrigens auch der Schriftzug des Titels) einen zeitlosen Status erreichen. Im Einklang und gleichzeitig krassem Gegensatz dazu, wurde der Film mit klassischer, handgemachter Musik untermalt. Doch der eigentliche Geniestreich bei diesen ganzen Möglichkeiten ist dann das Realistischste und zugleich Einfachste: Die totale Stille im Weltraum, mit der Kubrik einen mit den eigentlichen Geschehnissen und den daraus resultierenden Gedanken vollkommen alleine lässt.

Der Film beginnt mit einem schwarzen Schirm, untermalt von atmosphärischer Musik. Diese 3minütige Sequenz bewirbt die Atmosphäre, die in den folgenden 139 Minuten auf den Zuschauer wirken wird. Man sieht das Leben der Erde lange vor unserer Zeitrechnung. Szenen des Alltags einer Gruppe von Affen, denen der komplette Prolog die volle Aufmerksamkeit gewidmet wird. Nachdem sie eines Tages durch einer andere Gruppe von ihrem Wasserloch vertrieben wurden, wachen sie morgens auf und sehen einen riesigen Monolithen, direkt vor ihnen senkrecht in der Wüste stehen. Kurz darauf sucht einer der Affen in Knochen nach Essensresten und erkennt, dass der Knochen in seiner Hand als ‘Werkzeug’ oder ‘Waffe’ benutzt werden kann. Um zu essen. Um sich Dinge anzueignen. Um Rache auszuüben. Um zu töten. Um zu überleben. Der Mensch ist geboren.

Was folgt, ist der philsophisch eindrucksvollste Schnitt der Filmindustrie den ich jemals sah und der durch nichts mehr übertroffen werden wird.

Der Weltraum. Man sieht einen technologisch 4 Millionen Jahre forgeschrittenen “Knochen” durch das All schweben. Das Werkzeug hat sich weiterentwickelt. Zu Hans Joachim Strauß’ “An der schönen blauen Donau” sieht man den Zuflug auf die, in der Umlaufbahn der Erde schwebende Hotel-Raumstation. Diese Szenen sind unbeschreiblich schön und anmutig. Wenn man nur eine Sekunde daran denkt, aus welcher Zeit dieser Film stammt, wird einem bewusst, dass Kubrick zu diesem Zeitpunkt seiner Zukunft weit voraus war. Seine Vorstellungen des technischen Entwicklungsvortschritts der Menschheit waren erstaunlich treffsicher, wenn auch im Detail noch in weiter Ferne. Die Besucher und Besatzung haben eine Möglichkeit gefunden mit der Schwerelosigkeit umzugehen.. zu essen, laufen, kommunizeren in den Weiten des Alls. Und so extrem sie sich technologisch weiter entwickelt haben, so banal sind sie geworden/geblieben. Kubrick zeigt nicht nur in den Gesprächen der Besucher des Hotels, mit welcher Oberflächlichkeit und falscher Freundlichkeit sich der Mensch unterhält.. alles vorangetrieben durch Ziele, die er für sich erreichen will. Es ist bestimmt nicht übertrieben zu sagen, dass uns diese Realität schon heute oft begegnet.

18 Monate später, tritt schließlich das Raumschiff “Discovery” eine lange, geheime Reise zum Jupiter an. An Bord befinden sich Commander Dr. Dave Bowman, sein Assistent Dr. Frank Pole und drei in Tiefschlaf versetzte Wissenschaftler, die erst am Jupiter selbst erwachen sollen. Gesteuert und überwacht wird dieser, wie auch fast alle anderen Vorgänge, vom 6. Crewmitglied: Dem Bordcomputer HAL 9000, der mehr Gefühle zu besitzen scheint, als alle seine menschlichen Kollegen, im Gegensatz zu diesen bisher aber noch nie einen Fehler machte. Als sich das ändert, fühlt sich das künstliche Gehirn um seine Existens bedroht und tut das, was jeder “Mensch” tun würde. Bevor er stirbt, sterben lieber die anderen.

Interessant ist hier, dass sich nach der langen Zeit der Evolution alles so entwickelt hat, dass der Unterschied zwischen Werkzeug und Beherrscher verschwimmt. Es ist nicht mehr klar wer eigentlich das sagen hat. Fakt ist, dass sich der Mensch von Werkzeugen abhängig gemacht hat um in neue Sphären vordringen zu können. So wird der Austausch der vermeintlich defekten Kommunikationseinheit von Assistent Pole ohne jegliche Akkustik durchgeführt. Die Ausnahme ist das Atmen und der Ton des Drucks, mit dem der Sauerstoff in seinen Anzug geleitet wird. Der Fokus hierauf ist so deutlich, dass man erahnen kann, welche Folgen der weitere Verlauf der Geschichte haben wird.

Doch noch bevor es sich bestätigt, lässt Kubrick den Zuschauer wieder allein. Ein 3 Minuten langes, schwarzes Bild stimmt mit erneuten Klängen auf das Kommende Szenario ein. Nach dem erneuten Ausstieg beschließt HAL sein “Leben” zu retten und tötet fast alle Besatzungsmitglieder. Das Werkzeug hat sich so weit entwickelt, dass es sich vorgenommen hat, seine Wichtigkeit über die ihres Schöpfers zu stellen.

Allerdings rechnet es nicht mit dem Ideenreichtum von Commander Bowman, der den Computer schließlich abschaltet. Ich bekam eine Gänsehaut bei der Szene, da HAL immer kindlicher argumentierte, je mehr Erinnerungen Bowman löschte. Kubrick schaffte es tatsächlich Mitleid zu erregen.. für eine Maschine.. die kurz zuvor noch etliche Menschen getötet hat.

Der Schluss ist nicht unbegründet einer der meist diskutierten endings ever. Kein Mensch wird je erfahren was sich Kubrick dabei dachte, denn er wollte darüber nicht sprechen. Gott sei Dank.

Commander Bowman ist am Ziel angekommen. Der eigentliche Grund der Mission wird übertragen. Er steigt erneut in die verbliebende Raumkapsel und sieht in seinem Erkundungsflug den Monolithen im Weltall schweben. Es öffnet sich ein Pfad, in den er hineingesogen wird. Wilde Farbverläuft, obskure Objekte und organische Strukturen (über die man sogar heute teilweise nur staunen kann) später, befindet er sich in einem barrock eingerichteten Schlafzimmer. Er sieht sich in verschiedenen Stadien seines restlichen Lebens in diesem Raum. Allein mit sich selbst und völligem Wohlstand. Schließlich liegt er auf dem Bett. Schwach und seinem Tod nahe, streckt er mit letzer Kraft seinen Arm gen Bettende. Er ist bereit loszulassen. Der Monolith steht allgegenwärtig in dem weißen Raum. Man sieht einen Embryo. Und schließlich den wiedergeborenen Bowman. Er schwebt im All und schaut auf die Erde. Unabhängig und Gelöst von allen technischen Hilfsmitteln.

Fazit
Ich kann gut verstehen, dass es 1968 gespaltene Meinungen zu Kubricks Raum-Inszenierung gab, war es auf einer Seite eine technische Meisterleistung ohne irgendeinen Sinn. Auf der anderen Seite eine tiefgründige Kritik am Mensch ansich.. fernab jeder Special Effects. Vielleicht ist der Film auch deshalb so oft als Meisterwerk bezeichnet worden, weil man nicht drum rum kommt sich keine Gedanken darüber zu machen, ausser man ist ein völlig ignoranter Idiot. Zugegeben ist es ein hartes Stück Arbeit, durch das man sich kämpfen muss, in einer MTV-geprägten Zeit, inder alle 0,5 Sekunden Schnitte und wirre Farbverläufe mit Verzerrungseffekten an der Tagesordnung sind. Außerdem ist es kein Film, der den Zuschauer um jeden Preis gut unterhalten will.
Aber gerade deshalb.. gerade weil sich die einzelnen Szenen bewusst ziehen.. gerade weil es ruhig und leer ist.. gerade weil es keine Antworten auf die Handlung, den Sinn und Unsinn des Werkes gibt, wird man gezwungen aktiv darüber nachzudenken und sich seinen eigenes Urteil zu bilden. So erschuf Kubrick mit 2001: a space odyssey das größte, filmische Mysterium, das zu allerlei Spekulationen einlädt.
Ein visuelles Meisterwerk, dass seiner Zeit deutlich voraus war.

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Die letzten Glühwürmchen

Die letzten Glühwürmchen
Japan | 1988 | Anime

Der Animationsfilm aus dem Hause Ghibli erreicht dabei eine enorme emotionale Intensität, so dass sich unabdingbar ein Gefühl der Betroffenheit, Traurigkeit und Fassungslosigkeit einstellt.

So liest man es in etlichen reviews renommierter Seiten. Ich wollte mir unbedingt ein Bild davon machen. Schließlich nehmen mich Filme über aufopferungsvolle Liebe mit. Der erste Anime den ich sah hieß “Akira” und ich schlief dabei glaub ich jedes mal ein, weil er einfach ein verschissener, langweiliger Rotz ist. Ich hoffte, dass sich das nicht wiederholt. Ich kann sagen: Ich schlief nicht ein. Doch das bedeutet nicht, dass der Film irgendwie super gewesen wäre oder so. ganz im Gegenteil..

Story
Japan befindet sich im Krieg. Der 14-jährige Seita muss mit seiner kleinen Schwester mit ansehen wie ihr Haus abgebrannt wird, seine Mutter stirbt und der Vater im Krieg fällt. Sie leben bei ihrer Tante, die sich aber abneigend zeigt, weil Seita nicht für sein Land arbeiten will. Deshalb bekommen sie auch nix mehr zu essen. Zu sehr von seinem Stolz verletzt zieht er mit seiner sis aus und sie leben in einer Höhle. Anfangs geht es noch gut aber nach und nach merken beide, dass ihre Zukunft hoffnungslos erscheint.


Links: Seitas Mutter stirbt recht früh im Film | Rechts: Japan ist unter permanentem Beschuss

Der Rest des reviews ist mit spoilern, da es halt nicht anders geht
Bekommen sie Anfangs noch irgendwie Essen zusammen, wird es mit der Zeit immer schwieriger. Er fängt an zu klauen. Wird irgendwann erwischt. Der kleinen gehts schlecht. Sie stirbt. Das wars.

Sicherlich.. könnte das eine äusserst bewegende Geschichte sein und wenn ich JEDE Kritik darüber lese, dann wird das auch so aufgenommen. Leider.. war mir das Schicksal der zwei Kinder aber irgendwie scheissegal?

Sorry.. für mich war Seita einfach nur ein Idiot aka zu stolz, sonst wäre er zu seiner Tante zurück, hätte halt in irgendeiner Form gearbeitet und sie hätten alle zu essen gehabt. Aber nein, er musste halt den Dicken markieren und hat deshalb seine Schwester auf dem Gewissen. Man bekommt nach dem Tod auch nicht mit, dass er sich das zu Herzen nimmt oder so. Anscheinend war es für ihn ein unvermeidbares Schicksal. Auch die viel gelobte, offensichtliche Bindung zwischen den beiden Geschwistern kann ich so nicht erkennen. Also.. klar, er kümmert sich um sie und sie lieben sich, das merkt man schon. Aber es ist nicht so, dass sowas super beeindrucken könnte, denn das WAS er hätte tun können für seine Schwester.. gerade DAS hat er ja nicht getan!! Also sehe ich hier keinen Zeitpunkt die aufopfernde Liebe, wie man sie schon in etlichen anderen Filmen gesehen hat.


Links: An die Szene kann ich mich gar nicht erinnern!?!? | Rechts: Die Glühwürmchen tauchen die schreckliche Realität in warmes Licht

Ein weiteres Problem hierbei ist, dass die Szenen sich keine Zeit nehmen. Als man sie da liegen sieht und seine Stimme aus dem Background sagt “Sie schlief ein. Und wachte nicht mehr auf”, gibts unmittelbar einen cut und man wird aus der ruhigen Szene gerissen, sieht Blätter im Sturm laut wehen. Eventuell soll es die Bestürztheit ausdrücken? Wie auch immer. Ich konnte zu keinem Zeitpunkt mitfühlen, da die Szenen zu abgehackt rüber kamen.
Das wirklich Einzige das süß war, war seine Schwester. Wie sie lachte, wie sie sich bewegte und von so vielem immer begeistert war. Sehr süß.

Fazit
Bleibt zu hoffen, dass ich mit “Das Mädchen das durch die Zeit sprang” nicht nochmal so ein offensichtlich totally überhyptes “Meisterwerk” sehe, sonst werde ich mir ein allgemeines Urteil über Animes bilden (Ich sah ja auch Akira und schlief einfach ein), die elends Meinung wohl relativ nahe kommen dürfte. Der Film hatte jedenfalls nichts was mich berührt hätte. Seita war selbst dran schuld, dass seine Schwester starb (falscher Stolz) und so war es mir dementsprechend auch scheissegal was aus ihm wurde. Wie auch der ganze Film.

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