Space Travelers

Space Travelers (Japan 2000, Katsuyuki Motohiro)

Nishiyama, Takamura und Fujimoto sind 3 Waisenkinder, die sich endlich ihren Lebenstraum erfüllen wollen. Seit ihrer Kindheit führen sie ein Foto eines idyllischen Inselparadieses mit sich. Nun wollen sie endlich dort hin. Aber dazu benötigen sie Kohle. Was tun? Klar, eine Bank überfallen. Das klingt leichter gesagt, als getan. Denn als der Bankdirektor und sein Wachmann sich im Safe einschließen, gerät die Lage außer Kontrolle und die Polizei steht auch schon vor der Tür. Was tun? Fujimoto, der Animenerd, hat nichts besseres im Sinn, als der Polizei vorzuspielen, das es sich bei den drei Bankräubern, nicht um 3 handelt, sondern ganze 9. Die Geiseln sollen kurzerhand mitspielen und alle geben sich als “Die Space Travelers”, nach der gleichnamigen Animeserie, aus. Die Geiseln fangen an Spaß zu haben…

Das Cover, sowie der Titel könnte so manchen abschrecken. Das ist ziemlich schade, denn wir haben es hier nicht etwa mit einem Science Fiction Film zu tun (Komplett mit lamen Special Effects), sondern viel mehr mit einer der besten Komödien aus Japan. Hier finden wir alles. Lacher fast am Fließband, geniale Schauspieler, tolle Musik und auch dramatische Momente. Das alles verpackt in einem nie langweilig oder für Nicht-Asienfans zu abgedreht werdenden Film.

Gerade der Humor ist mit das Beste am Film. Er ist so international und situtationsbedingt, das man kein Japankenner sein muss, um den Film genießen zu können. Wenn der Bankdirektor sich mit dem Wachmann in den Safe einsperrt und sie sich beide näher kommen, in dem sie die Stille genießen, rauchen und Alkohol trinken, dann kann man nicht anders, als schmunzeln. Humor und Dramatik funktionieren allerdings nur wegen den Schauspielern. Immerhin sind sie es, die den japanischen stereotypen Characteren Leben einhauchen, sie symphatisch machen, man alle kennenlernen will und nicht zuletzt gern dabei gewesen wäre. Dank der knapp 2-stündigen Laufzeit des Films haben sie auch alle Zeit der Welt dazu. Und die nutzen sie auch.

Richtig perfekt wird der Film dann aber gegen Ende hin. Hier häufen sich die eher ernsten Szenen, als klar wird, das das Spiel mit der Polizei so nicht weiter gehen kann. Was kommt als nächstes? Wie geht es aus? Wie kommen sie hier wieder raus? Das alles wirft böse Schatten voraus und am Schluss kommt es, wie es kommen muss. Das dramatische Ende ist konsequent und realistisch. In koreanischen Komödien gibt es oft auch Dramatik in Komödien. Die liegen aber häufig so dicht beieinander, das man sie entweder gar nicht ernst nehmen kann oder einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Nicht so hier. Man wird Schritt für Schritt darauf vorbereitet und wenn es soweit ist, dann kann man auch gerne mal weinen. Das bringt den Film, der uns vorher schon mit Lachern, toller Musik und symphatischen Characteren begeisterte zu einem passenden Ende und man kommt nicht drum herum zu sagen: “Boah”. Einzig und allein den Epilog hätte man meiner Meinung nach streichen können, aber er tut dem Film keinen Abbruch.

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My Kungfu Sweetheart

My Kungfu Sweetheart (Hong Kong 2006, Wong Jin)

Cecilia Cheung ist “Phönix” (Mal wieder), Tochter zweier Martial Arts Meister. Im zarten Alter von 14 lernt sie dann auf Mount Hua Kung Fu. Ein paar Jahre später, als junge Frau (Geil!), trifft sie auf ihren neuen Firmenboss und erinnert sich an eine Prophezeiung eines Mönchs. Sie weiß nun, das ist ihr, vom Schicksal bestimmter, Lover. Tjopes, dann kommen noch random Bösewichte und wollen ihren neuen Lover töten und tjo. Sowas halt.


(Links: Cecilia Cheung ist einfach eine der most sexy Hong Kong Schauspielerinnen und gerade in diesem Film einfach wieder zum Knuddeln. | Rechts: Selbst die Bösewichte (Tussi Rechts im Bild) sehen arschgeil aus.)

Gott sei dank hab ich den Film nur ausgeliehen. Nicht nur, das er relativ langweilig war, nein, für eine Komödie war er dann auch viel zu unlustig. Viele Witze sind einfach viel zu platt (Zwei Männer rangeln wegen einer Unstimmigkeit und als jemand rein kommt, sieht es aus, als würden sie ficken. HAHA.) und teilweise sogar recht lächerlich. Cecilia Cheung bekommt von ihrem Vater einfach einen “Adler” geschenkt. Das ist nichts weiter als ein Mann, in einem Federkostüm. Das wäre fast lustig gewesen, wenn es ein sicker Witz am Rande gewesen wäre. Aber der Adler wohnt dann einfach bei ihr, sitzt auf dem Klo, schaut TV und hilft ihr am Schluss noch, ihren Lover zu retten. Sehr sick. Da konnte ein einziger guter Witz auch nix mehr retten. Der Hauptbösewicht kam damals in den Besitz des Buches “Die 9 Negative”. Als er es endlich entschlüsselt hatte und nun sicke Power besitzt erwähnte er so: “Since 900 years, no one was able to decipher the book of the 9 negatives… because it is in english!”. Da lachte ich kurz.


(Ansonsten gibt es Humor von der übelsten Sorte.)

Tjo. Das war’s dann schon. Die Kämpfe sehen teilweise ok, teilweise ziemlich lächerlich aus und die Special Effects sehen eigentlich (bis auf den dicken Special Move am Schluss) auch alle aus, wie hingekackt und hingeschissen. Einzig erwähnenswert wäre da noch der relativ hohe Anteil an sexy Frauen. Bei Cecilia Cheung angefangen, sieht man während des Films noch allerlei “Hostessen”, Bikinischönheiten am Pool, sexy Bösewichte und sexy Mutter und Töchter. Aber ob das 10 EUR für den Film wert ist, weiß ich nicht. Für 4 EUR hätte ich ihn mal gekauft, wegen Cecilia Cheung. Aber sonst..

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Final Fantasy VII – Advent Children

Final Fantasy VII – Advent Children (Japan 2006, Tetsuya Nomura, Takeshi Nozue)

Also die Story. Öhm.. mal schauen.. Also da war eine Firma.. und.. die wollte.. also.. Ach, ich klaue den Inhalt kurzerhand von Moledezhnaja.ch:

Die Shinra Electric Power Company fand einen Weg, den Lifestream über der Erde als Energiequelle anzuzapfen. Dadurch wurde sie mächtig und musste sich durch die Elite-Truppe SOLDIER schützen, die aus Kämpfern bestand, die dank den Genen der Ausseririschen Jenova übermenschliche Kräfte besassen. Einer von ihnen, Sephiroth, verkam jedoch zum Abtrünnigen mit Hass auf alles Leben und den ganzen Planeten. Er begann einen Krieg, der von der Erde selbst beendet wurde: Sie zerstörte ganze Städte, trieb die Menschen in die Hoffnungslosigkeit und verseuchte sie mit der Ausschlagskrankheit Geostigma. Zwei Jahre sind seither vergangen. Der böse SOLDIER Kadaj und seine Schergen versuchen, Sephiroth wieder aufleben zu lassen und wollen dazu an Jenovas Überreste. Ihnen stellt sich der Ex-SOLDIER Cloud mit seinen Freunden in den Weg.

Ein richtiges Review fällt mir schwer, da ich weder Final Fantasy VII gespielt habe, noch großartig mit dem Final Fantasy Universum etwas anfangen kann. Einzig und allein der Sepiroth Track und die Cutscenes von Final Fantasy VIII und Aufwärts gefallen mir. Kann ich den Film gar nicht zu schätzen wissen, weil ich die Story von FFVII gar nicht kenne? Was auch immer die Antwort auf die Frage ist, so, wie ich ihn heute sah, gefällt er mir nicht.

Dabei gab’ man sich solch eine Mühe bei den Animationen. Weg vom super realistischen, dafür stocksteifen “Final Fantasy – Spirits Within” und mehr in Richtung Kunst / Anime, kann der Look immer noch überzeugen und ganz offensichtlich ermöglicht er dabei noch eine gehörige Portion mehr Action. Das ist gut, denn ohne die Action wäre ich ungefähr in der Mitte des Films eingeschlafen. Leider ist dann aber selbst die Action nicht wirklich perfekt. Die Figuren bewegen sich viel zu schnell, die Moves sind teilweise viel zu “komisch”, zu “abstrakt” für mich. Sicher, es ist Fantasy, der komplette Film ist unrealistisch und in chinesischen Wuxia Filmen fliegen sie auch umher, wie wild, aber hier war das etwas anders. Da baute man Moves ein, die so gezwungen cool aussahen. Wie gewollt und nicht gekonnt. Und wenn eine Szene mal voll und ganz gefiel (Auftauchen der Guardian Force (?)) dann war sie viel zu kurz oder wurde jäh von Dialogen (!) unterbrochen. Das ist mir zu japanisch in dem Fall.

Ansonsten war die Optik wirklich hervorragend. Vor allem die Haare wurden toll gerendert. Alles hatte einen Look der genug Freiheiten lies und nicht megamäßig realistisch aussah. So nimmt man Charactere viel eher wahr und akzeptiert sogar Hunde, die aussehen, als kämen sie aus einem schwulen Hundefriseur mitten in Köln. Visuell passt das alles wunderbar zusammen.

Leider war’s das auch schon. Die Story ist zwar bedingt nachvollziehbar (Viel mehr, als das bei FF – Spirits Within noch der Fall war), aber für mich persönlich eine Spur zu spirituell, zu abgedreht und verzweigt. Da wird gesprochen von “Soldat”, von “Mutter” und “Reunion”. Das sind ansich einfache Begriffe, die aber in der Geschichte und dem Setting nicht auf Anhieb einen Sinn ergeben. Des weiteren haben Japaner das Problem, das sie viel zu viel labern. Und viel zu langsam. Da gibt’s keine fließenden Dialoge, nein, da muss jeder Wort super super bedeutungsvoll ausgesprochen werden. Jedes Wort muss super geheimnisvoll sein. Wird ein Character etwas gefragt, dann antwortet er nicht sogleich sondern überlegt gut seine Worte und antwortet höchstens, wenn zwischendurch noch ein Flashback und / oder ein Traum aus seiner Kindheit gezeigt wurde. Sorry, aber das ist mir zu sick, das ist mir zu langatmig. Da schlaf ich ein, um Gottes Willen.

Was bleibt ist somit die Optik und die Action und da zweiteres mich eigentlich nicht überzeugte, muss ich Final Fantasy – Advent Children eine relativ lame Wertung geben. Final Fantasy Fans würden mich dafür zerfleischen, aber was juckt mich das. Sollen sie kommen. Ich hau jedem einzelnen seine Nerdbrille mit einem Sega Saturn und Panzer Dragoon darin kaputt!

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On The Edge

On The Edge (Hong Kong 2006, Herman Yau)

Harry Sin (Nick Cheung) ist Undercoveragent der Polizei in Hong Kong. Seit 8 Jahren macht er diesen Job nun und tauchte während dessen voll und ganz in die Materie der Triaden ein. Er lernte Mini-B kennen, welcher sein bester Freund wurde, er lernte eine Freundin innerhalb der Triaden kennen und vor allem lernte er Don Dark (Francis Ng) kennen, welchen er nach 4 Jahren bei einem Deal auffliegen lässt und der Polizei übergibt. Seine Schuldigkeit getan, wird Harry Sin wieder in die normale Polizeitruppe versetzt, wo er allerdings von allen erstmal ziemlich schief angeschaut wird. Sein Partner Lung (Anthony Wong) ist ein dreckiges Arschloch und Harry Sin ist zwischen Polizei und Triaden hin und her gerissen. Wer ist schlimmer? Wer ist am ehesten sein Freund? Dumm nur, das er bei den Triaden auch nicht mehr willkommen ist. “Verräter” sagen sie zu ihm…

Von außen könnte man fast meinen es hier mit einem stinknormalen Triadenfilm zu tun zu haben. Schießerein hier. Freundschaft da und am Schluß ganz viel Blut. Aber Herman Yau ist viel zu clever um es soweit kommen zu lassen. Mit einem durchdachten Script hebt er “On The Edge” vom Triadenallerlei ab und macht so ganz nebenbei ein Drama draus. Nix mit Bloodshed. Hier gibt’s Tearshed. Naja fast. Auf jedenfall wird hier viel mehr auf Harry Sins Zerrissenheit zwischen Triaden und Polizei eingegangen als auf die Schießereien. 8 Jahre Undercoverarbeit hinterlassen nun mal ihre Spuren und so fällt es Harry ziemlich schwer sich in seinem neuen Umfeld, im Kreise der “guten”, zurecht zu finden.

Das verpackte Herman Yau in einem spannenden Film mit toller Kameraarbeit (und vor allem einem guten Soundtrack. Fast könnte man meinen der Soundtrack hilft dem Zuschauer die Gefühlswelt Harry Sins näher zu bringen. “Wo gehöre ich hin? Was geht hier vor? Wer sind meine Freunde?” Ein fragender Blick Nick Cheungs nach rechts ist dank des Soundtracks hier nicht nur mehr ein fragender Blick nach rechts sondern ein alles in Frage stellender, verzweifelter Hilfeschrei. Hab’ ich das nicht geil geschrieben? Jepp, denk ich auch. Morgen bewerbe ich mich bei Jump-Cut.de. Egal. Das wichtigste bei “On The Edge” war das Script und das ist so hervorragend, das man mit einem zufriedenem Gefühl das Hong Konger Kino verlässt, bzw. den lamen deutschen DVD Player, welchen man in seiner lamen deutschen Wohnung stehen hat, ausschaltet und die DVD zurück in die Hülle legt. Selten fragt man sich, was gerade vor geht. Stets sind die Handlungen der Akteure nachvollziehbar. Erschreckend und berührend. Dazu kommen perfekt eingestreute Flashbacks, die ohne Farbfilter auskommen und stets den perfekten Zeitpunkt erwischen (Nie zu früh, oder zu spät), so dass man stets den Überblick behält und weiß, worum es geht. Einziges Manko leistet sich der Film dann am Schluss, der irgendwie aufgesetzt wirkte (Da muss jetzt noch ein total tragischer Climax hin!) und ohne das der Film, imho, auch ausgekommen wäre. Aber dies tut dem Film keinen Abbruch, zumal es nicht 20 Minuten lang ist, wie in Dog Bite Dog und zum Film passt. Manche möchten sogar sagen, das es die einzige logische Konsequenz für Harry Sin darstellt. Ich bin da anderer Meinung.

Das ich Anthony Wong, Francis Ng und Nick Cheung nicht extra erwähne hat folgenden Grund. Vor allem in den fällen Wong und Ng sollte sich jeder klar machen, das sie IMMER geil spielen. Das sie IMMER glaubwürdig und / oder symphatisch rüber kommen. Von daher spare ich mir das ab sofort. Man könnte auch fast sagen: Anthony Wong auf dem Cover? Kauft den Film einfach.

Trotz des Endes gebe ich ihm nun 5 von 5 erhältlichen Pimmeln, da er seit langem mal wieder ein Film war, der für mich “schnell” rum ging. Er war interessant, spannend, traurig und aufregend. Das fand ich gut und verdient von mir volle Pimmelaction!

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On The Edge

On The Edge HK 2006

Harry-boy (~_?) (Nick Cheung) geht durch die Hölle. Nach 8 Jahren im Undercover-Dienst hat er jetzt endlich seinen Triadenboss (Francis Ng) der Polizei ausgeliefert. Der “Dank”: Ein magerer Gehaltsbonus und eine wertlose Anerkennung. Keiner will mehr etwas mit ihm zu tun haben. Weder seine Triadenkumpels, noch die Polizisten, welche ihm nicht mehr trauen. Er wird von der Korruptionseinheit beschattet, seine Freundin (Rain Li AKA GEIIIIIIIIIIIIIIL RAIN LI SIEHE LINKS), selbst als Kellnerin in Triadenclubs beschäftigt, will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Weder Cop noch Gangster, so ist Harry on the edge. Jetzt klatschen wir alle erstmal für meine geniale Einbindung des Filmtitels.

On The Edge von Herman Yau (zuvor verantwortlich für CAT3-Granaten wie Ebola Syndrome, aber auch schon Cop-Streifen wie Shark Busters) fängt da an, wo die üblichen Undercover-Filme aufhören: Das große Ziel der Operation ist erreicht, der Agent kehrt ins normale Leben zurück. Hier versucht er es zumindest, doch spätestens bei der “Ehrungszeremonie”, bei der Harry hastig einen Scheck und eine Ehrenurkunde gerreicht bekommt, bevor das praktisch nichtexistente Publikum sich wieder verdrückt, wird klar: Es wird nicht einfach. 8 Jahre hat Harry mit den Triaden verbracht und sich dort auch echte Freunde gemacht. Yau erzählt mit Flashbacks aus der Undercover-Zeit, macht deutlich, dass tatsächlich alle Charaktere seines Films vielschichtige Persönlichkeiten sind, Cops und Gangster werden nicht bloß auf ihre Namen und Gesinnung reduziert. Mit der Einführung von Anthony Wong als gewalttätigem Cop und Mini B, Harry’s sympathischen Triadenkumpel legt Herman Yau geschickt immer neue Gewichte auf die entgegengesetzten Schalen einer Waage.

Obwohl es hier und da ein paar Verfolgungsjagden gibt, kurze Feuergefechte in den Mittelpunkt treten, ist der Film zunächst ein Drama. Das Porträt eines Mannes, der sich zwischen den Fronten befindet und zu seinem richtigen Leben zurückkehren will. Aber was ist denn sein richtiges Leben? Insofern kann man Yau und seinen Produzenten für ihren Mut bewundern. Leicht hätte On The Edge ein Rache-Action-Thriller-Gemüse werden können, wie man es schon tausend Mal gesehen hat – das Poster hilft da auch nicht gerade, diesen Eindruck abzuschütteln. Wer sich aus diesem Grund nicht mit dem Werk einlässt, ist dann selbst Schuld. Statt Explosionen und Feuergefechten liefert Yau uns glaubwürdige, realistische Charaktere und effektive Dramaturgie, deren Zusammenwirken einen der erwachensten und intelligentesten Polizeifilme der letzten Jahre hervorbringen.

On The Edge ist ein weiteres Beispiel eines geringerbudgetierten Films, der manch einen Blockbuster an die Wand spielt und – in diesem Fall – auch visuell mit den ganz Großen mithalten kann. Mit seinem All-Star-Cast, den guten (Nick Cheung) bis brillianten (Anthony Wong) Schauspielleistungen, der klasse Musik, den eleganten Bildern und vor allem der komplexen und nachdenklich machenden Story erweist sich Herman Yau’s neuster Film einfach mal als einer der besten dieses Jahres. Wer hätte das gedacht?

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Rob-B-Hood

Rob-B-Hood (Hong Kong 2006, Benny Chan)

Thongs (Jackie Chan), Octopus (Louis Koo) und Landlord (Michael Hui!) sind ein Gaunertrio das sein Einkommen mehr oder weniger erfolgreich einfach von anderen stiehlt. Selbst vor Medikamenten, welche eigentlich für Chemotherapien gedacht sind, machen sie nicht halt. Eines Tages bekommt Landlord einen Megajob. 7 Millionen soll er erhalten für den Diebstahl eines… Babies. Das kommt ihm gerade recht, ist er doch vor kurzem selbst einfach beraubt worden! So machen sich die drei daran das Baby zu stehlen. Als sie dann in eine Polizeikontrolle geraten läuft alles schief und Landlord muss in’s Gefängnis, während Thongs und Octopus entkommen können. Sie sollen auf das Baby aufpassen, bis Landlord wieder aussem Knast ist.


(Links: Kennt ihr den Mann links im Bild? Nicht? Kein Wunder. Das ist Michael Hui. Er war Jahrelang nicht mehr so auf der Leinwand zu sehen!)

In einer Hollywoodkomödie würde nun der Hauptteil des Films anfangen und sich alles auf das Baby samt den zwei unfreiwilligen Babysittern konzentrieren. In Rob-B-Hood allerdings haben wir zudem jede Menge Action (c) Jackie Chan und sogar relativ viel Drama. Letzteres ist dann leider auch der Grund, warum der Film nicht ganz überzeugen kann. Am Schluß wird es einfach zu heftig. Alle sind am Overacten und gerade Jackie Chan kann das ja sehr gut. Das trübt den Spaß etwas, denn die 1,5 Stunden (!) vorher würde ich als durchweg positiv bezeichnen. Jackie Chan kann immer noch zeigen, was er drauf hat. Ob er nun von einem Hochhaus runter hüpft und dafür außen angebrachte Klimaanlagen als Treppe benutzt, oder ob er einfach in einer Wohnung kämpft mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen. Ja, er ist älter geworden aber schlägt sich imho noch sehr tapfer. Alle enttäuschten Kommentare in anderen Reviews kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das Louis Koo nicht wirklich kämpfen kann ist kein Problem, denn hier wurde es so gelöst, das er sich immer dezent aus dem Staub macht, ohne irgendwie aufzufallen.


(Rechts: Jackies Actionszenen wissen zu gefallen und baha… der Typ rechts oben hat wohl das Ring Tape geschaut?)

Dann sind da die Babysitting Szenen, die teilweise wirklich lustig und teilweise sogar etwas erschreckend sind. So sieht man z. B., wie das Baby an Chans Nippeln nuckelt, als er es unter seinem Pullover verstecken muss. (Die Frau des Landlords kam, welche einen geistigen Schaden erlitt, als ihr kleines Baby damals starb und seit dem mit einer Babypuppe umher rennt. Eines der Drama Elemente übrigens.) Und richtig eklig wird’s dann, wenn man sieht, wie das Baby in die Windeln gekackt hat und dann sogar mit selbigen rumgeworfen wird. Sehr gewöhnungsbedürftig. Nichts desto trotz macht der Film Spaß und erfüllt seinen Zweck als kommerzielle Familienkomödie voll und ganz.

Etwas zuviel ist dann das Drama am Schluß. Sicher, man versteht die Probleme aller Charactere irgendwie und irgendwo. Aber es wird dann trotzdem zuviel am Schluss. Ein paar Sachen hätte man weg lassen und vor allem den Schluss etwas kürzen sollen, dann wäre der Film wirklich gelungen. Aber Jackie Chans overacting und die fast 30-minütige Depression am Schluss lassen einen mit einem faden Beigeschmack die DVD aus dem Player holen.

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Dragon Tiger Gate

Dragon Tiger Gate (Hong Kong 2006, Wilson Yip)

Also irgendwie gibt’s da einen Shibumi, der ein lames Siegel hat, welches dem Inhaber den Löwenanteil am (kriminellen) Umsatz in Hong Kong sichert. Dies übergibt er dem Gangsterboss Ma Kwun. Leider passieren bei der Übergabe gleich mal lame Dinge und das Siegel gerät “ausversehen” in die Hände von Tiger Wong und seinen Kumpels. Tjo. Das findet Dragon Wong wiederrum lame und holt es zurück in dem er Tiger Wong erstmal ordentlich ein’s verpasst, da die 100 anderen Schergen von Ma Kwuns Truppe keine Chance hatten. Tjo, so kommt es, wie es kommen muss, Dragon Wong ist Tiger Wongs Bruder, welcher vor langer Zeit die Dragon Tiger Gate Schule verließ und blah blah blah. Irgendwan kämpft er halt dann gegen Shibumi, weil dieser völlig durchdreht und Ma Kwun einfach umbringt.

Eins vorweg: Dieser Film hat rein gar nichts mit SPL zu tun. Nur weil Donnie Yen mitspielt und der Regisseur der gleiche ist, heißt das nicht, das das hier SPL 2 ist. Dieses ist ein komplett anderer Film, wie jeder nicht völlig verblödete Mensch schon anhand der Trailer, sowie des DVD Covers ausmachen kann.

Dragon Tiger Gate ist eine Comicverfilmung. Das wird einem schon im tollen Intro (Siehe Screenshot) und spätestens bei den Frisuren der Protagonisten klar. Ob er den Comic nun toll umsetzt, vermag ich nicht zu sagen, aber als Fantasy Martial Arts Film funktioniert er fast tadellos. Gleich in den ersten 10 Minunten sehen wir total sicke Kämpfe die – trotz wire-fu – ziemlich realistisch daher kommen aber genug wahnwitzige Moves beinhalten um dem Comic gerecht zu werden. Ich erinnere mich nicht daran, das man bei X-Men lachte, wenn die lamen Figuren da Feuer spucken. Aber bei Hong Kong Filmen wird immer gleich gelacht, wenn ein Kämpfer halt mal etwas weiter weg als nur 50 cm fliegt. Und hier fliegen so einige rum. Eine grandiose Kampfszene folgt der nächsten bis irgendwann.. die Luft raus ist und der Film sich in der Mitte ziemlich zieht. Aber immerhin bleibt da etwas Zeit erst einmal die Charactere einzuführen, zu erklären wer mit wem verbandelt und überhaupt wie weshalb warum. Das ist am Anfang noch nett wird aber etwas später fast schon ermüdend. Zu sehr sehnt man sich nach der nächsten Actionszene in der man wieder unglaubliche Moves bestaunen darf.

Ja, was soll ich sagen?! Es ist eine sehr bunte Comicadaption. Was soll man da schon erwarten außer abgefahrene Visuals und noch abgefahrenere Kämpfe? Eben. Nichts weiter. Und genau das bekommt man. Ein Vergleich mit “A Man Called Hero” und “Stormriders” (iirc, ebenfalls Comicadaptionen) bleibt da nicht aus und ich kann euch versichern, Dragon Tiger Gate bietet viel mehr Qualität. Schon allein die bunten Farben, die nie zu RGB-mäßig bunt sind, sondern stehts ein Gleichgewicht finden (Von der overall Qualität der Bilder und den Kameraeinstellungen ganz zu schweigen) und erst recht die Actionszenen, die mit genug CGI garniert sind, das sie surreal wirken, aber nicht total lame (Wie damals noch bei Stormriders teilweise) wirken bis zu den dicken Sounds und der tollen Musik. Selbst wenn man befürchtet, das Nicolas Tse und Shawn Yue doch bestimmt nicht kämpfen können, kann man sich getrost zurücklehnen und aufatmen. Ich weiß nicht, wieviel sie trainiert haben oder ob sie komplett Doubles einsetzten, mir ist es auch scheiß egal, denn es sieht total in Ordnung aus. Teilweise keine Unterschiede zu Donnie Yen, vor allem, was Nick Tse angeht. Eigentlich stimmt hier alles… bis auf den Mittelteil eben, der gut hätte etwas kürzer sein können.

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Stormy Night

Stormy Night (Japan 2006)

Der kleine Ziegenbock Mei sucht von einem annähernden Sturm Schutz und verkriecht sich in einen Stall um dort einen trockenen Unterschlupf zu erhalten, bis der Sturm aufhört. Dieser hat aber auch ziemliche Angst vor dem Gewitter und ist deswegen ziemlich beruhigt, als nach kurzer Zeit ein weiteres Tier in der Scheune Schutz sucht. Wegen dem lauten Gewitter und dem prasselnden Regen können sich beide weder sehen, noch riechen. Dafür entwickeln sich aber umso interessantere Gespräche zwischen den beiden, um sich gegenseitig zu beruhigen. Und überraschenderweise haben sie so einige Ähnlichkeiten und beide spüren: Sie sind Seelenverwandte. Deswegen vereinbaren sie ein Rendezvous zum gemeinsamen Picknick und Kennenlernen am nächsten Tag mit dem Codewort “Stormy Night”.

Klingt sehr homoerotisch, nicht? Ist es auch. Zwei unterschiedliche Tiere die sich gegenseitig mögen, über ihren eigenen Schatten und primitive Instinkte springen müssen uns sich sich gegenseitig vertrauen.

Doch diese geheime Freundschaft fliegt auf, und der Wolf Gav und Ziegenbock Mei bekommen von ihren Rudeln / Herden eine verbal ziemlich auf den Deckel. Gav ist sogar zum Tode verurteilt und Mei wird aus der Herde ausgeschlossen, wenn nicht… ja, wenn sie nicht ihren eigenen Clans versichern würde, sich gegenseitig auszuspionieren und auszuliefern.

Unter diesem Druck können sich beide nicht mehr unter die Augen schauen, und deswegen passiert, was passieren muss: Beide lassen ihr altes Leben hinter sich, wagen den Sprung und fliehen. Weit. Sehr weit. So weit wie alle Herumstehenden, wenn Adrian wieder Furzanfälle hat. Beide haben nur ein Ziel vor Augen: Köln. Aka die grüne Wiese hinter den großen Bergen…

Fazit:

Ja, der Film ist homoerotisch und emo. Zwei Kerle schwören sich die Freundschaft, Treue und Liebe bis ans Ende ihrer Zeit, nehmen die unüberwindlichsten Hindernisse auf sich, werden vor (ihrer) Gesellschaft gepeinigt, unterdrückt und nicht akzeptiert. Dazu kommt noch die Vegan-Komponente mit den Fleischfress-Instinkten von Gav, der diese unbedingt unterdrücken will… und sich sogar dafür hasst, im falschen Körper geboren zu sein.

Mit 105 Minuten ist er für einen Animé im guten Mittelfeld, dafür ist der Erzählstil ein wenig gemächlicher. Wenn nicht zu sagen: Mediocre. Der Ablauf birgt nicht viele Überraschungen, bis auf die Überraschung, dass eine der sich im eigenen Kopf entstandene Vermutung tatsächlich eintritt. Ebenso wurde am Anfang ein zu starker Kontrast zwischen 3D-Animationen und Zeichnungen geschaffen, welche sich später glücklicherweise verflüchtigten. Die (Hand-)Zeichnunen sind nett anzusehen, weder zu detailarm noch -reich, die Colorierung interessant gewählt, vorallem wenn es an den Farbkonturen des Fells geht. Aber. Bla. Jedes weitere (technische) Detail ist sowieso nicht von genauerem Interesse, wenn euch die Story nicht zusagt.

Und mir hat sie das wegen den sanften Dahinplätscherns der Story und der eher fragwürdigen Moral (“Lauf vor deinen Problemen weg wenn du keine Lösung siehst!”) nicht besonders, doch ich habe bekommen, was ich erwartet habe: Nette Animé-Unterhaltung für einen Abend mit süß aussehenden Charakteren.

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Men Suddenly In Black

Men Suddenly In Black (Hong Kong 2003, Edmond Pang Ho-Cheung)

Die Frauen der vier Kumpels Tin, Cheung, Chao und Paul haben einen Kurztrip nach Thailand gebucht. Die nun 14 Frauenfreien Stunden wollen die vier auch sogleich ausnutzen und fremdgehen.


(Links: Vier Freunde wollen Ficken. | Rechts: “Ninth Uncle” opferte sich damals für alle und lebt seit dem eingesperrt von seiner Frau ohne Sex oder Tittenmagazine.)

Das ist alles. Das war der Plot. Das dieser so unglaublich super funktioniert verdankt er nicht nur den superben Schauspielern und / oder Regisseur sondern auch zum großen Teil der Aufmachung. Hier gibt’s keine Klamaukkomödie mit Fekalhumor und peinlichen Situationen, sondern einen waschechten Hong Kong Bloodshed Film. Es geht um Ehre, Freundschaft und Verrat. Das alles wird mit einem Augenzwinkern präsentiert und erreicht seinen Höhepunkt in der zweiten Hälfte des Filmes, wenn er durch die herannahenden Frauen eine Tiefe erreicht, von der Hollywood Komödien nur träumen können.

Trotz Aufmachung und cleverem Drehbuch sind es auch die Darsteller, die den Film so perfekt machen. Eric Tsang kennen wir (und kaufen fast schon jeden Film mit ihm, nur weil sein Konterfei auf dem Cover prangt), Jordan Chan ist symphatisch und cool zugleich, aber vor allem gefällt mir Chapman To. Man will ihn einfach als Kumpel haben. Eric Tsang spielt den “Boss” mit dem nötigen Ernst und fast könnte man meinen er ist einer, wenn da nicht die absurde Situation wäre. Ansonsten passt alles zum Bloodshed Setting. Die Musik, die Szenen in denen ein Verräter vermutet wird, der Besuch beim “Ninth Uncle”, welcher sich damals für seine Freunde opferte und solch Kleinigkeiten, wie die Vorbereitungen der Jungs. Chapman To sorgte für das Fahrzeug, Jordan Chan für die Condome (9 Stück, “That’s the limit for a man”) und für neue Simm Karten ist auch gesorgt.

Richtig geil wird’s dann auch ab der Hälfte, wenn die Frauen in’s Spiel kommen und mit ihrem Gelaber eine ungewohnte Tiefe mitbringen. Auf einmal ist man sich gar nicht mehr so sicher, ob das alles richtig ist und selbst die Frauen sind nicht ganz unschuldig. Ganz HK Bloodshed like. Nun hätte Edmond Pang ja hier schon aufhören können, aber für was. Als absolute Krönung gibt es noch ein richtig geiles Ende, welches endlich mal nicht zu lang dauert und einen regelrecht shockiert.


(Links: Die Frauen wollen Beweise. | Rechts: Hinter einem illegalen Puff kommt es zu einer “Schießerei” zwischen Fotografen und Flüchtlingen.)

Die beste Hong Kong Komödie so far und ein durchaus perfekter Film. Von der Aufmachung, über die Schauspieler bis hin zur Musik und Kameraarbeit, alles ist stylish, lustig, geil, hervorragend und bedarf keiner Verbesserung mehr. Edmong Pang beweißt hier mal ganz locker, das “You Shoot, I Shoot”, sein Erstlingswerk, kein Glück war.

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The Crazy Companies II

The Crazy Companies II (Hong Kong 1988, Wong Jing)

Die Firma von 3 Kumpels wird von einem ekelhaften Schnösel aufgekauft. Die 3 werden gefeuert, bekommen aber noch mit, das der zukünftige Boss nun erstmal 3 Wochen im Urlaub ist. Da beschließen Sie, sich bei ihrer alten Firma zu bewerben und sie “von innen zu zerstören”.

Also so ungefähr lautet der Plot. Der offizielle Text auf der DVD ist etwas irreführend, da hier irgendwie dauernd die Rede von der Hochzeit des vierten Kumpels ist. Das ist allerdings eher ein Randelement im Film. Egal. Die eigentliche Story macht eh viel mehr her und bringt die 4 Kumpels dauernd in lustige Situationen. Andy Lau hat eine Freundin, lernt aber Amy kennen, welche eigentlich auch geil ist und so beschließt er sich dauernd mit beiden zu treffen. Klar, das wir hier Szenen sehen, in denen er beiden Mädels ausweichen muss, etc. pp. Alles schon einmal da gewesen, hier aber wirklich gut umgesetzt und – man staune – sogar witzig?! Bisher gefielen mir ja nur wenige Hong Kong Komödien, da der kantonesische Humor sehr selten mein Fall ist. Aber hier passt alles. Lustige Dinge, wie sie die Firma von innen zerfressen wollen, indem sie random Dinge kaputt machen; einen Mitarbeiter der dauernd klaut auffliegen lassen wollen, in dem sie einfach im Büro übernachten; und sich an die Cousine des Chefs ranmachen wollen, die eigentlich niemand in der Firma mag, um an wertvolle Informationen über die Firma zu kommen. Später shiften sich die Events zwar immer mehr um Andy Lau und seine zwei Freundinnen, aber auch das ist lustig. Ich war sehr erstaunt.

Mitgenommen, weil er nur 2 EUR kostete und lange Zeit ungeschaut, weil der Trailer dazu ziemlich sick war, bin ich heute froh ihn mal geschaut zu haben und würde mir nun sogar – für kleines Geld – den ersten Teil anschauen. Hurra.

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