The Big Heat

THE BIG HEAT!!
HONG KONG 1988 . JOHNNIE TO UND FREUNDE

Waipong Wong (Waise Lee) ist Polizeiinspektor bei der Hong Konger Polizei. Bei einer Geiselnahme auf Hong Kongs Straßen kommt er in eine gefährliche Situation: Er hat seine rechte Hand nicht mehr richtig unter Kontrolle. Dieses Handicap veranlasst ihn dazu, seinen Polizeidienst zu quittieren, bevor er irgendwelchen Schaden damit anrichtet. Doch bevor er dem Polizeichef seine Kündigung überreichen kann, erfährt er vom Tod seines ehemaligen Kollegen Tse. Dieser starb in Malaysia aus bisher unerfindlichen Gründen. Um mehr über seinen Tod zu erfahren und ihn womöglich zu rächen, nimmt er sich seines Falles an und dann geht’s nur noch ab.


Boahauhe. Schon die erste Szene nach dem kurzen, knackigen Intro macht klar: Dieser Film ist sick. Das erste, was man in diesem Film sieht, ist nicht etwa der strahlende Held oder eine Totale Hong Kongs, sondern eine Nahaufnahme einer Hand, die von einem Bohrer durchbohrt wird, der auf der anderen Seite wieder heraus kommt. Es spritzt Blut und es fliegen Fetzen von der Hand, als wäre diese aus Styropor. Das stimmt schon einmal perfekt ein auf die Minuten, die da folgen werden. The Big Heat ist ein Bloodshed Film, wie ihn nur die Hong Konger inszenieren können. Gleich zu Beginn gibt es jede Menge lustige und aufwändig inszenierte Todesarten, die einen unweigerlich zum Lachen bringen. Dabei lacht man nicht, weil es schlecht gemacht wäre sondern einfach nur, weil es so over the top ist.

Danach ist es aber Zeit für etwas Charakterzeichnung. So lernen wir Waise Lee als Wong etwas kennen, wie auch seine Freundin, “den schusseligen neuen” und Wongs Partner Ah Kam. Hier gefiel mir eigentlich die Ausgewogenheit der Szenen. Man hat keine Chance einzuschlafen da nach jeder Schnulzen oder Charakter weiterführenden Szene so umgehend wie geschwind ein tolles Shoot Out, eine Verfolgungsjagd oder sonst irgendwas kommt. Denn mal ehrlich, nach dem Autounfall vom Anfang hätten wir Charakterszenen im Film ohnehin nicht mehr so ernst nehmen können. So wird das Ableben diverser Personen im Film (und davon gibt es viele) nicht zu schnulzig inszeniert sondern auf das wesentliche reduziert. Person B tot wir trauern kurz, weiter geht’s! Oooohhhh jaaaa!

 


Kurzum, ich fand “das Pacing” einfach perfekt. Es gibt immer etwas interessantes zu sehen, es wird einem kaum langweilig und wenn’s mal abgeht, dann geht’s richtig ab. Überhaupt wirkt der komplette Film irgendwie, als wäre er in 1,5-facher Geschwindigkeit abgespielt worden. Selbst wenn Ah Kam mit gezogener Waffe einfach nur durch Räume pirscht und nach etwas zum Ballern sucht, geht die Action ab. Das gibt es so nur in Hong Kong Filmen, imho.

Komplettiert wird der ganze 80er Jahre Cheezyness Faktor obendrein von einem geilen Synthesizer Soundtrack, wie ihn nur die 80er Jahre hervorbrachten. Geil. Eine Schande, dass selbst die “Legendary Collection” DVD alles andere als remastered ist. Auf ihr kommen weder Synthiesound noch die hier und da durchaus gute Kamera so richtig zur Geltung. Gäbe es mal eine true remastered Version, würd’ ich wieder zuschlagen. The Big Heat ist A Better Tomorrow mit weniger Seele dafür auf Acid. Oooahahhah.

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Und irgendwie ist Joey Wong die einzige HK Schauspielerin, die zeitlos aussieht. Egal wie alt der Film ist, man könnte nie allein an einem Screenshot von Joey Wong sehen, wie alt ein Film ist. Geile Sau. Wanken Wanken Wanken

 

Beast Cops

B E A S T . C O P S
HONG KONG 1998 . DANTE LAM

KURZREVIEW

Wer dieses Review nicht lesen will, weil er soviel Text nicht erträgt oder keine Zeit hat, der kann sich gerne diesen Screenshot anschauen. Er summiert den kompletten 105-minütigen Film in nur einem Bild.

NORMALREVIEW

Tung (Anthony Wong) und Sam (Sam Lee) sind Polizisten in Hong Kong, die einem Lifestyle fröhnen, der eher untypisch ist für Filmpolizisten. Sie spielen um Geld in den Casinos der Triaden, hängen mit Nutten in Nachtclubs rum oder kümmern sich erst gar nicht um die eigentliche Polizeiarbeit und fressen oder schlafen lieber. Eines Tages kommt allerdings Michael (Michael Fitzgerald xD Wong), der bekannt dafür ist, strikt nach Regel zu arbeiten und schon einmal den ein oder anderen korrupten Polizisten auffliegen ließ. Zufälligerweise kommt Michael gerade dann in den Bezirk, als die Triadenwelt durch die Flucht vom großen Bruder Fai (Roy Cheung) etwas aufgewirbelt wird und dabei ist, sich neu zu ordnen.

In Beast Cops begleiten wir die mehr oder weniger korrupten Polizisten Tung und Sam in ihrer täglichen “Polizeiarbeit” aka die gar keine ist und beobachten, wie sie so mit der Gangsterwelt Hong Kongs und ihrem neuen Vorgesetzten Michael zurecht kommen. Viel geballert wird also nicht, da sich überwiegend auf die Charaktere und deren Beziehungen zueinander konzentriert wird. Dabei kommt der Film leider am Anfang sehr schleppend in die Gänge. Ich konnte ihn zuerst gar nicht richtig einordnen. Ich bekam irgendwie nur random Szenen an den Kopf geworfen und hatte erst einen Anhaltspunkt, als Michael da war und man sieht, dass er sich für YoYo, eine Puffmutter, interessiert. Von da an wurde es recht interessant und steigerte sich bis zum Ende eigentlich stetig. Man sieht zwar weiterhin random Szenen aus dem Leben der drei und einiger Triadenmitglieder, aber nun hat man auch endlich einen Bezug zu den Personen.

Anthony Wong schafft es dabei selbstverständlich als erstes uns ans Herz zu wachsen, da er einfach Hong Kongs geilster Schauspieler ist. Er spielt den zwischen Polizei und Triaden hin- und hergerissenen Polizisten, als hätte er nie etwas anderes gemacht und es ist vor allem seine “Art” – ob das nun der gespielte Charakter ist, oder ein Stück echter Anthony Wong durchscheint?! – die ihm uns symphatisch macht. Selbst der steife und jeden zweiten Satz englischsprechende Michael Wong macht hier eine gute Figur, da sein Stock im Arsch ausnahmsweise mal zum Charakter passt, den er spielt.

Was neben den Charakteren aber wohl am ehesten memorable ist, ist das furiose Finale, dass für mich ziemlich überraschend kam und dafür umso mehr “schockte”. Der Film hatte ja schon zuvor tolle Kameraeinstellungen zu bieten, aber am Schluss spielt er all seine Qualitäten voll aus. Auch die anfangs nur spärlich auftretende… eh… gespenstische (?!) Musik, kommt hier noch einmal voll zur Geltung. Dazu der geniale Anthony Wong und man muss einfach wanken. Schade, dass er so schwer in die Gänge kommt..

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The Sparrow

THE SPARROW JOHNNIE TO , HONG KONG

Vier Freunde verdienen sich ihren Unterhalt in Hong Kong als Taschendiebe. Dabei bilden die vier ein eingespieltes Team und erleichtern die Hong Konger mit einstudierten Tricks um ihr Hab und Gut. Alles wird sich ändern, als eines Tages – wie sollte es auch anders sein – eine Frau in das Leben der vier stolpert. Diese bringt deren Leben dann auch gehörig durcheinander.

Halt! Bitte weiter lesen. Die Story klingt auf den ersten Blick so unglaublich 08/15 und langweilig, dass man direkt auf seinen Wohnzimmertisch kotzen möchte, aber wir haben es hier immerhin mit Johnny To zu tun. Und ja, Johnnie To schafft es mal wieder zu überraschen. Zu einem belanglosen Geplänkel zwischen den Taschendieben und der Tussi kommt es erst gar nicht, statt dessen weiß Johnnie To uns mit der Vergangenheit der Frau zu fesseln. Diese ist anfangs ziemlich mysteriös und hält uns locker bei der Stange. Dabei ist The Sparrow dennoch ein ziemlich… wie soll man sagen… seichter Film. Die Story ist trotz “Überraschung” recht seicht, es passiert nicht wirklich viel und einzig und allein die To typische Inszenierung vermag uns hier zu fesseln.

Das ist aber auch gut so. Genauso wie man manchmal Musikstücke hört, deren Text man nicht versteht, oder die gar keinen erst haben, so kann man sich auch locker mal einen Johnnie To Film mit seichter Story anschauen, da bei Johnnie To halt alles andere stimmt. Von der musikalischen Untermalung, über die Kameraarbeit, bis hin zu kleinen Szenen, wie die, in welcher die vier Taschendiebe nach der ersten Begegnung mit der mysteriösen Frau Fahrrad fahren. Das alles entlockt einem ein kleines Grinsen und beschert überhaupt ein positives Gesamtgefühl, ohne dass man genau definieren kann, warum eigentlich. Von Johnnie Tos restlichen Filmen ist The Sparrow definitiv am einfachsten und eben seichtesten, aber deswegen heißt das bei einem To noch lange nicht, dass man ihn sich deswegen nicht anschauen müsste.

Bei Namen wie Simon Yam, Lam Suet und Lam Ka Tung kann man zudem schon im Vorfeld von hervorragend schauspielerischer Leistung ausgehen. Besonders Kelly Lin, die Frau im Bunde, ist mega cute und überzeugt, soweit ich das beurteilen kann, auf voller Linie. Schade, dass Lam Suet nicht mehr sagen durfte.

Tjo, irgendwie gibt’s nicht viel zu sagen über The Sparrow, da man ihn einfach “erleben” muss. Ja fast schon “fühlen”. Klingt ziemlich gay und klischeehaft, ist aber so.

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Legend Of The Sacred Stone

LEGEND OF THE SACRED STONE
……………~ 聖 石 傳 說 ~

Irgendein Bösewicht ist drauf und dran irgendwas böses zu tun. Um dies zu verhindern beschwört jemand gutes, drei weitere gute. Zusammen wollen sie dann verhindern, dass der Böse etwas böses tut. Das klappt am Anfang, jedoch gibt’s dann eine random andere Gefahr. Und dann geht’s noch um besagten Stein, eine Frau und einem entstellten.

~_???


So, oder so ähnlich war die Story. Glaube ich. Ich hab’ das nämlich nicht so ganz mitgekriegt, da einem irgendwie random chinesische Namen an den Kopf geworfen werden, die sich keine Sau merken kann. Da merkt man erstmal, wie gut es eigentlich ist, dass manche Personen in Hong Kong Filmen für üblich “Fatty”, “Fish” oder “Paul” heißen. Dieses ganze Ao Hsiao Hong-Chen und Jian Wu-Yan Gedöns kann sich doch kein Arsch merken. Dazu kommt aber auch, dass die Personen durch die Handpuppen etwas… naja… sie sehen sich alle ziemlich ähnlich. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es Twists und random Action am laufenden Band und das in einer Geschwindigkeit, dass einem schwindelig wird. Der Story zu folgen ist also nur bedingt möglich, aber bei einem Film dieser Art wohl auch eher nur Beiwerk.

Denn eigentlich geht es doch um die Handpuppen und ihre Kung Fu Action. Richtig, Legend Of The Sacred Stone ist ein Puppenfilm mit nichts als Puppen in den Hauptrollen. Team America machte nur nach, was die taiwanesische Familie Huang schon seit geschätzten 3295 milliarden Jahren in Taiwan macht. Sie führten ursprünglich Theaterstücke mit Handpuppen vor. Das wird dann in Taiwan liebevoll Budaixi genannt und schaffte es vor ein paar Jahren dann auch in’s TV. Dort liefen 10 Folgen und dann kam schließlich der Kinofilm.

 

Und ja, was soll man sagen. Da geht gut was ab. Man könnte ja meinen Puppen seien nicht ganz so beweglich wie computer animierte Tiere, aber weit gefehlt. Die Puppen fliegen hier am laufenden Band durch’s Bild, schießen mit Schwertern, Feuerbällen, Kugelblitzen und allerhand anderem leuchtenden Zeug und ja, es spritzt sogar Blut! Die Action ist also wirklich von aller erster Güte. Eigentlich schon einen Tick zu schnell, aber gerade das macht die Szenen mit den Puppen noch etwas liebenswerter. Am geilsten sind die Naheinstellungen (auf Beine oder Hände z. B.), wenn die Puppen gerade Kung Fu style abgehen. Ich lachte nicht schlecht. Dazu kommen viel CGI Effekte, die teilweise lächerlich, teilweise aber erstaunlich… geil aussahen. Der Film ist schon hurenalt, glaube von 1999 oder 2000, aber manche Effekte könnten heute noch so im Kino laufen. Klar, dass asiatisch typisch auch schön oft übertrieben wird und man nur so zugebatscht wird von leuchtenden Blitzen und random Geschossen.

Leider hat der Film in der Mitte gehörige Längen. Da wird dann irgendwie die Story noch etwas aufgearbeitet, wovon man leider nichts mitbekommt, da alles so furchtbar chinesisch (taiwanesisch) ist und man ohnehin fast einschläft. Einzig die durchaus tolle Kamerarbeit und die Tatsache, dass die einzige Frau im Film von einem Mann gesprochen wird, halten uns da noch wach.

Das viele Blut, die viele Action, der unglaublich leere Teil in der Mitte… das alles reicht gerade einmal zu drei Penen. Aber trotzdem… muss man irgendwie gesehen haben. Zumindest ausschnittsweise.

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Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=oT3fxNOisEE

Collateral

C O L L A T E R A L
(Michael Mann 2004)

Max (Jamie Foxx) ist Taxifahrer in Downtown Los Angeles. Er fährt Taxi, um sich eines Tages seinen Traum erfüllen zu können: Den eigenen Limousinen Service. Er liebt die Nachtschichten, da die Straßen abends ruhiger sind und die Leute irgendwie entspannter. Es fing eigentlich wie ein ganz normaler Tag an, aber dann stieg Vincent (Tom Cruise) in’s Taxi. Vincent bietet Max 600 Dollar an, wenn dieser ihm zu 5 verschiedenen Orten fährt. Normalerweise ist das “Mieten” von Taxen verboten, aber Max wird schwach. Als nach dem ersten Stop eine Leiche auf Max Taxi fällt, dämmert ihm, das Vincent doch kein Immobilienmakler, sondern ein Auftragskiller ist.

Collateral ist ein Thriller von Michael Mann, der sich schon mit Filmen wie Heat oder Insider einen Namen machte. Ich habe beide Filme noch nicht gesehen, werde das mit Heat aber definitiv nachholen, in der Hoffnung, dass dieser genauso gut ist wie Collateral. Ja, Collateral war gut. Die Story klang recht interessant und wäre eine gute Vorlage für intensive Dialoge zwischen Taxifahrer und Auftragskiller. Diese gab’s dann auch aber ich persönlich bin fast der Meinung, dass sie doch noch ein wenig zu kurz kamen. Zu sehr ging es dann irgendwie um noch random anderes Zeug und irgendwie hatte ich das Gefühl einfach mehr von den zweien sehen zu wollen. Dabei bekamen die Dialoge zwischen Max und Vincent schon gehörig Screentime und sie waren auch hervorragend. Die ganze Zeit liegt eine gewisse Spannung in der Luft und Tom Cruise war auch einfach hervorragend, als zielstrebiger und charismatischer Auftragskiller. Und dank Jamie Foxx wurde der Character von Max auch relativ gut rüber gebracht, wobei ich mich manchmal wunderte, warum er nicht mehr Angst hat oder dergleichen. Jedenfalls von beiden eine Top Leistung, die imho auch ca. 70 % des Filmes ausmachen. Das Ende kam mir dann irgendwie etwas komisch vor und der Film hätte gut daran getan ein paar Minuten eher zu enden, aber das kann man wohl auch niemandem zumuten. Wäre aber geil gewesen, hehe. Leider will ich nix spoilen und kann somit nix genaueres sagen.

Überhaupt fällt mir nicht mehr viel ein zu dem Film, da er ohnehin nur aus Tom Cruise, Jamie Foxx und der stylishen Kameraarbeit besteht. Visuell ist er wirklich ein Genuss. Zwar wurde Collateral digital gefilmt, was mir persönlich aus irgendeinem Grund oft nicht so zusagt, aber in Collateral kommt jeder, der auf tolle Farben, Kompositionen, Nahaufnahmen und Tiefenunschärfe steht voll auf seine Kosten. Das nächtliche Los Angeles wurde grandios in Szene gesetzt und man wünscht sich hier und da einen Ausdruck des Bildschirminhaltes, da vieles auch einfach ein gutes Foto abgeben würde. Dazu kommt, dass dieser ganze visuelle Kram dem Thriller einen Touch Moderne verleiht. Einen Touch… keine Ahnung… “neues”, da man das sonst bisher selten sah. Miami Vice sah dann später auch so genial aus, aber leider suckte der Film halt ansich. ~_°?

Wenn ich sage, dass Collateral nur aus Tom Cruise, Jamie Foxx und der Kameraarbeit besteht, dann meine ich damit, dass alles andere ein klein wenig zu kurz kommt. Die eigentliche Story war irgendwie gut aber tjo halt und alle restlichen Charaktere des Filmes konnten sich auch nicht so recht entfalten. Wie denn auch, wenn Tom Cruise und Jamie Foxx einen Großteil des Platzes belegen. Und dann war da noch der Drogenboss, dessen Synchronisation eher wie ein schlechter Scherz rüber kam. Aber nunja…

Trotzdem noch stolze weil steife Pen Pen Pen Pen Transpen

Die Tiefseetaucher

The Life Aquatic
DIE TIEFSEETAUCHER
(Wes Anderson 2004)

Steve Zissou (Bill Murray) ist ein alternder Ozeanograph und Amateurfilmer, der all seine Erkundungstouren durch die Weiten des Meeres unter Zuhilfenahme seines Teams filmisch fest hält. Allerdings laufen schon seit langem seine Filme mehr schlecht als recht und der große Hit ist ganze 9 Jahre her. In seinem letzten Abenteuer hatte Steve mit seinem besten Freund und Partner unter Wasser leider eine etwas unglückliche Begegnung mit einer bis dato völlig unbekannten Hai-Art. Bei dieser Begegnung kam leider auch Steves Partner um’s Leben. Er macht sich nun an ein letztes mal mit seiner Crew auszurück, ein letztes Mal einen Hit zu landen und vor allem seinen Partner zu rächen und den Hai zur Strecke zu bringen. Mit Dynamit.

Die Tiefseetaucher sah ich damals als Trailer auf Apple.com und fand ihn eigentlich in erster Linie nur wegen Bill Murray interessant. Im Kino selbst war ich dann, wie so oft, nicht und freute mich nun umso mehr, dass ich nun endlich günstig an die DVD ran kam und obendrei dank Internet viele positive Meinungen zu diesem Film vernahm. Und siehe da… der Film ist ganz in Ordnung. Die Tiefseetaucher ist eine Komödie von Wes Anderson, der so seinen ganz eigenen Stil hat und den ein oder anderen Zuschauer höchstwahrscheinlich damit abschreckt. Die Tiefseetaucher ist kein Brüller oder Schenkelklopfer wie “Die nackte Kanone”, sondern viel mehr eine absurde Abbildung von etwas, was Realität sein, aber genauso gut eine Parallelwelt darstellen könnte. In Wes Andersons Tiefsee gibt es die buntesten, teilweise leuchtenden Fische und auch oberhalb des Meeresspiegels ist die Welt eine Mischung aus Zukunft, Vergangenheit und viel random Weirdness. So fallen dann die eigentlichen “Witze” erwartungsgemäß etwas dezenter aus, was aber nicht bedeutet, dass sie schlecht wären. Viel öfter lacht man über die “Welt”, die dort konstruiert waren, als verbale Schenkelklopfer oder irgendwelchen Slapstick Humor. Dazu gesellt sich dann gegen Ende hin eine gehörige Prise Ernsthaftigkeit, bzw. Drama, was gerade durch die Darstellerriege recht positiv aus- und auffiel.

Das Bill Murray mal wieder hervorragend ist, ist ja oft schon vorher klar. In die Tiefseetaucher verkörpert er den “herunter gekommenen” Ozeanographen, welcher übrigens Jacques Costeau als Vorbild hatte, als hätte er nie etwas anderes gemacht… ja als wäre er eben diese Art von Persönlichkeit. Teilweise hat man Mitleid mit ihm, manchmal wundert man sich einfach nur noch und ein richtiges Arschloch kann er obendrein sein. Dabei muss aber der restliche Cast etwas zurückstecken. Die relativ unbekannten Gesichter bleiben auch den kompletten Film über unbekannt und selbst Cate Blanchett oder Willem Dafoe schaffen es nicht wirklich herauszustechen. Das ist ganz einfach ein Bill Murray Film und da haben sich alle andere unter zu ordnen, sonst gibt’s auf’s Maul. Dabei fiel mir noch am positivsten Owen Wilson (Krummnase) auf, den ich ansonsten eigentlich immer hasse. In die Tiefseetaucher schaffte er es durchweg symphatisch rüber zu kommen und es ist sogar genau er, der für den (imho) emotionalsten Part im Film verantwortlich ist. Das geht natürlich nur, wenn man sich als Regisseur etwas Zeit für die Charaktere ließ und sich aber auch als Zuschauer etwas Zeit nimmt. Manchmal frage ich mich, was andere Filme fast zwei Stunden lang machen, wenn man am Schluss eines Filmes trotzdem mit niemandem auf der Leinwand “mitfiebert”. Wes Anderson zumindest ließ uns die Charaktere an’s Herz wachsen und selbst wenn viele nur oberflächlich bleiben (gerade im Falle des deutschen Klaus Daimler (Willem Dafoe) etwas schade), wäre man doch fast gern teil der Mannschaft.

Mit einer klitzekleinen Prise mehr Witz und etwas mehr Hintergründen mancher Charaktere hätte der Film noch einen Pimmel mehr abstauben können, aber genau das fehlte mir dann im Nachhinein. Es dauert anfangs etwas, bis man sich an die bunte Welt gewohnt hat und der Film etwas in Fahrt kommt, aber tjopes. Dafür gab’s eine geile Shootout Szene, die sogar recht cool aussah. ~_~

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Street Trash

STREET TRASH JIM MUNRO 1987

Ein alter, vergammelter Schrottplatz ist Heimat für die ganzen Obdachlosen in einem heruntergekommenen Viertel in einer nicht näher benannten Stadt in den USA. Auf dem Schrottplatz herrscht der verrückte Vietnamveteran Bronson. Zwar terrorisiert er die Schrottplatzbewohner und andere, aber diese fügen sich und halten ihn aus, um einfach einen Platz zum Schlafen zu haben. Währenddessen, findet ein Kioskbesitzer im Viertel eine Kiste uralten Schnaps in seinem Keller. Bestimmt 60 Jahre und “Viper” genannt, verkauft er den Schnaps an die dreckigen Obdachlosen im Viertel. Daraufhin ereigenen sich… seltsame Vorfälle…


(Links: Für einen Gorefilm eigentlich zu bunt: Eine der Schmelz-Szenen. | Rechts: Einer der Höhepunkte des Films. Das Gesprächen zwischen Mr. Duran und dem Portier)

Ich wollte eigentlich schlafen gehen, aber dieser Film schaffte es mich um 1 Uhr noch zu fesseln. Ich stieg bei der Szene ein, als der Kioskbesitzer die Kiste mit dem uralten Schnaps fand und blieb dann hängen wegen… ja wegen was eigentlich. Ich glaube es waren die durchaus coolen Dialoge und die schauspielerischen “Qualitäten”, die mich bei der Stange hielten. Irgendwie hatte alles ein bisschen B-Movie Flair, etwas von Tarantino und trotzdem eine Professionalität, die ich anfangs nicht so recht zuordnen konnte. Das sollte sich auch im Laufe des Filmes nicht ändern. Was sich allerdings änderte, war meine Begeisterung für den Film, denn die stieg exponentiell mit der ersten Szene, in der einer der dreckigen obdachlosen die erste Flasche Viper trank… und darauf hin einfach schmolz. In einer Toilette.

Ja.

Mir war sofort klar, dass ich diesen Film sehen musste. Ein Blick in den Videotext eröffnete mir nur einen mir unbekannten Regisseur namens Jim Munro. Nach der ersten “Schmelz-Szene” hätte ich den Film eigentlich eher in die Kategorie “Troma” Trash eingeordnet, aber da war irgendwie etwas, was mir dies ausredete. Die Charaktere. Die Sickness. Die Professionalität. Die teilweise absurden Szenen. Die geile Musik.


(Links: Auch einfach hurengeil und ekelhaft zugleich: der Schrottplatzbesitzer | Rechts: Auch ein Höhepunkt: Der “Einkauf” von einem der obdachlosen.)

Kurzum, Street Trash war einfach hurengeil. xD? Ich konnte nicht fassen, wie ernst der Film trotz allem B-Movie Gore war. Wie professionell trotzdem alles aussah. Auf welch sicke Gedanken man stieß und überhaupt alles. Am besten gefielen mir dann aber die Obdachlosen, die trotz allem B-Movie Flair und Gore trotzdem viele Szenen hatten, in denen sie sich sprichwörtlich in unsere Herzen spielen konnten. Die Gespräche mit dem Shopbesitzer waren immer wieder eine Freude und die Dinge, die auf dem Schrottplatz abliefen gleichermaßen. Auch sieht man viel von ihrem Leben auf der Straße und mit welchen Problemen sie teilweise zu kämpfen haben. Ja, am Ende des Films kann man jeden Charakter außeinander halten und findet fast jeden Symphatisch. Sogar den unglaublich fiesen Vietnamveteranen Bronson, der mit einem aus Menschenknochen selbstgeschnitzten Messer umher läuft und auch keine Probleme damit hat, andern den Pimmel abzuschneiden. Oder der unfassbar geile Polizist, der auch gern mal Verbrecher blutig schlägt, bevor er sie in einer Toilette ablegt und ihnen auf den Kopf kotzt. (?????) All diese Szenen sind an Absurdität teilweise nicht zu überbieten, werden aber mit einem Ernst und Eifer gespielt, dass man nur lachen kann. Und ihn trotzdem ernst nimmt. Obwohl man lacht. Und gleichermaßen abgeschreckt ist. Baha???

Aber auch der Rest war etwas überraschend. Die Musik strotzte nur so vor 80er Jahre Synthies, klang aber dabei trotzdem recht geil und sogar… bedrohlich. Oder die Gore-Effekte. Durch die vielen Farben wirkten die Schmelz-Szenen zwar weniger Goremäßig und dafür witziger, aber am Schluss ging’s dann doch noch einmal recht zur Sache, dass man sich wieder unweigerlich fragte: Ist das jetzt ein B-Movie oder ein ernstes Hollywooddrama? Oder doch eher eine Komödie? Die Wahrheit liegt wie so oft ganz woanders.

Street Trash ist alles.

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Aliens

A L I E N S | 1986 | USA | JAMES CAMERON

In meinem Geburtsjahr brachte Ridley Scott einen Schocker in die Kinos, den es in dieser Form vorher nicht gab. ‘Alien’ schaffte es Zuschauern Angst einzujagen. Der Science-Fiction Horror um ein bösartiges Wesen, dass sich in das Raumschiff einer Crew eingenistet hatte, fungierte mit seiner düsteren Atmosphäre als Publikumsmagnet. Doch erst 7 Jahre später sollte der Nachfolger erscheinen. Und schon alleine der ungewöhnliche Titel machte deutlich, dass es diesmal in eine ganz andere Richtung geht.

Story

Nach 57 Jahren wird Ripley, die einzige Überlebende des Raumschiffs Nostromo, aus ihrem Kälteschlaf geholt. Ihre Geschichte von einem außerirdischen Wesen auf Planet LV-426, das sich in Körper einnisten kann, einen Parasiten ablegt der dann später schlüpft und sich zu einem riesigen Monster entwickelt welches Säure statt Blut besitzt, wird ihr von einer Untersuchungskommission nicht geglaubt. Sie erfährt, dass auf besagtem Planeten inzwischen eine Kolonie errichtet wurde und es dort demnach keine Aliens geben könne. Als kurze Zeit später jedoch der Kontakt zu sämtlichen Stationen zusammenbricht, ändert die Kommission ihre Meinung und schickt Ripley als vermeintliche Expertin mit einem Trupp Marines auf den Planeten, um die Ursache für die Funkunterbrechung zu finden oder Überlebende zu retten.

Kritik
Wieso dauerte es so lange, bis es zu ‘Alien’ eine Fortsetzung gab? Nun.. ich nehme mal an, dass es damals, aufgrund der noch nicht so krankhaft geldgeilen Gesellschaft, noch nicht die Regel war, jeden Erfolg so penetrant auszuquetschen, bis nur noch ein trockenes Stück Kot übrig bleibt (heutzutage ist das natürlich eingetreten aka ‘Aliens vs. Predator’ usw. Nun ein Kurzreview: Hurenlame). Nein. Damals machte man noch Filme, weil es Spaß machte eine Geschichte zu erzählen oder etwas Neues auszuprobieren. ‘Alien’ war etwas Neues! Und sogar dem Studio (die Geldgeilsten aller Geldgeilen) war damals klar, dass ein zweiter Teil der gleichen Art nicht funktionieren würde. Najo.. ich nehme mal an in Wirklichkeit hatten sie nur Schiss um einen Flop ~_~ aber darum gehts ja nicht. Fakt ist, dass es eine ganze Weile dauerte, bis man sich entschloss die Geschichte um Ripley mit einem völlig neuen Ansatz weiterzuspinnen. Die Wahl viel schließlich auf James Cameron, der zum Zeitpunkt seiner Anstellung für dieses Projekt lediglich das Script für ‘Terminator’ fertiggestellt hatte, also noch gar nicht berühmt war. Und – man stelle sich das heute vor – es gab vom Studio lediglich zwei Vorgaben: Es müssen Soldaten und Ripley vorkommen. Baha!? ~_~ Also machte er sich an die Arbeit. Und nachdem abzusehen war, wie sich das Projekt entwickelt, wurde der Titel kurz vor Veröffentlichung, von ‘Alien 2′ in ‘Aliens’ umbenannt.
Subtil wie genial.
(Ausser natürlich in Deutschland. In Deutschland sind alle doof. Und deshalb nannte man es hier ‘Aliens – Die Rückkehr’ damit wirs auch raffen.)

Und der Name ist Programm. Der Film beginnt mit viel Ruhe aber spätestens wenn Ripley die völlig durchgeknallten Marines kennenlernt, checkt man, dass es später ziemlich zur Sache gehen wird. Ich spoilere jetzt nicht, wenn ich sage, dass natürlich Aliens auf dem Planeten sind und es nicht lange dauert, bis sich die gesamte Crew in einer ausweglosen Situation befindet. Überhaupt ist der ganze Film extrem vorhersehbar. Meistens ist das etwas Schlechtes aber im Falle von ‘Aliens’ ist es scheissegal, weil die Story so packend erzählt wird, dass man nach den 148 Minuten noch 2 weitere Stunden dranhängen könnte wie sie dem überlegenen Gegner nahezu schutzlos ausgeliefert sind. Was James Cameron hier fabrizierte ist schlicht einer der besten Alienfilme überhaupt, wenn nicht sogar der Beste.

Sigourney Weaver ist das Herz von alledem. Für ihre Rolle bekam sie das 30fache (!) ihrer Gage des ersten Teils!!! ..aka eine Million Dollar. ~_? Oh Mann, da sieht man doch schon wieso Filme heute so teuer sind. =/ Naja ok.. auf jeden Fall ist es die Entwicklung, der aus dem Kälteschlaf erwachten und Albtraum geplagten Mutter, die sich entschließt ihre Angst zu besiegen, indem sie ihr entgegentritt, die sie zum Sympathieträger macht. Nach einiger Zeit fällt sie nicht nur eigenständig verantwortungsvolle und wichtige Entscheidungen, sondern entwickelt sich im Verlauf der Story auch zu einer Ein-’Mann’-Armee, die den Aliens gehörig eine reindonnert. Das Beste daran: Man nimmt es ihr voll ab! Frauen haben es in solchen Rollen ja immer schwer, weil sie nicht zu gut aussehen dürfen aber auch kein Mannsweib sein sollten. Nicht zu taff aber auch nicht alles hinnehmen, usw. Der Mittelweg ist ziemlich schmal. Aber Sigourney Weaver ist die perfekte Besetzung. Wenn sie den Fahrstuhl runterfährt und ihre Waffen checkt, sich zur inneren Ruhe nochmal durch die Haare fährt, während die militärische Musik ihre Entschlossenheit dokumentiert, der Flammenwerfer angeschmissen wird und sich schließlich, mit immer lauter werdendem Orchester, die Tür öffnet, Musik weg, Kamera auf sie drauf und nur noch die dichte Geräuschkulisse den Raum vollkommen einnimmt.. dann ist das ganz einfach eine der dicksten Szenen in der Geschichte des Films.

Auch die anderen Protagonisten machen ihre Sache gut und man hat auch viel Zeit alle kennen zu lernen, denn es wird eine ganze Weile dauern, bis der Film seinem Namen gerecht wird. Durch die großartig erzeugte Spannung merkt man das jedoch nicht. Cameron zog damals sämtliche Register des modernen Kinos, wie z.B. der auch später in ‘Terminator’ vorkommende Blaufilter, um dem Bild eine gewisse Kälte zu vermitteln. Die Kulissen.. oh Mann das ist eh das Dickste an dem ganzen Film. 18 Millionen Dollar kostete der Spaß und man sollte ihm jeden einzelnen dieser Scheine ansehen. Ehrlich gesagt ist es mir heute ein völliges Rätsel, wie man diesen Film trotz Inflation für so wenig Geld so perfekt drehen konnte. Von den Raumschiffen (Richtige Raumschiffe! Kein Kindergartenspielzeug wie in Episode I!) mitsamt ihrem Inneren, über die Oberfläche von LV-426, bis zu den ganz außerordentlich krank-geilen Kulissen in der Station, ist der gesamte Film eine Augenweide. Keine CGI, keine Greenbox usw., alles echt. Ungerade, unperfekt, dreckig. Und da kotze ich. Da kotze ich auf heutige Produktionen mit ihren 80% am Computer erstellten Szenen, denen man das auch immer wieder ansieht. :Q

Die Musikalische Untermalung hält sich in Grenzen. Zum einen weil es damals normal war nicht jeden Augenblick mit Musik zu untermalen, zum anderen weil man sie nur einsetzen wollte, wenn es wirklich nötig ist. Somit wurde erzielt, dass man sie deutlicher wahr nimmt, wenn sie einsetzt. Meistens hört man aber nur die Gespräche oder das Geballer. Und da haben wir das größte Problem des Films. So. Zum einen muss man wirklich auf die deutsche Synchro scheissen. Nicht dass sie ansich schlecht wäre aber es gibt halt ein Problem, was sie mit der aktuellen DVD ins Aus katapultiert: Die (nicht abschaltbaren) zusätzlichen Szenen für diesen Director’s Cut. Die mussten für Deutschland nämlich neu synchronisiert werden, da ‘Aliens’ einer der ersten Director’s Cut Filme war (!) und entsprechende Szenen vorher eben nicht beachtet werden konnten. Frag mich bitte nicht, wieso sie es nicht schafften die deutsche aka die SELBE Synchronstimme für Frau Weaver zu besorgen!!! Ich hab keine Ahnung!? Ich weiss nur, dass es nicht die selbe ist und damit sind die zusätzlichen Szenen behindert. Aber auch ohne andere Stimmen (bei anderen Darstellern ist das ebenfalls der Fall) fällt es ziemlich auf, weil die Nachsynchronisation natürlich in einem anderen Studio Jahre später statt fand und nicht die gleiche Qualität wie die frühere aufweist. Mal abgesehen davon, dass zwischen Sätzen wie “Get away from her, BITCH!” und “Lass sie gefälligst in Ruhe Du MISTVIEH!” Welten liegen.

Das andere Problem am Sound prinzipiell ist die Restaurierung. Das viel mit schon beim ‘Jäger des verlore.. Indy’ auf. Viele der Soundeffekte wurden neu erstellt oder gemischt. Natürlich klingt das gut und es rummst auch ab und an, was zur damaligen Zeit noch nicht dem THX Standard entsprach, den wir heute kennen. Leider wurde aber nicht alles neu vertont (geht ja auch nicht denk ich mal). Das Ergebnis ist dann sowas hier:

- Gelaber. Stimmen hören sich alt an.
- Aliens kommen an und schreien in high quality.
- Es wird mit MGs geschossen. Hört sich blechern an.
- Ein Alien spießt einen Typ auf. Klarer Sound. Fetter Bass. (?)

..usw. Ich weiss nicht was die beste Lösung ist aber ich persönlich würde mir dann den Film lieber mit seinen alten Sounds anhören. Da geht dann wenigstens nicht soviel Flair verloren. Es sei aber noch bemerkt, dass es bei ‘Aliens’ (DIE RÜCKKEHR!!!) auch noch qualitative Unterschiede zwischen der deutschen und der amerikanischen Tonspur gibt. In der deutschen ist der Bass manchmal so penetrant, dass er einfach nur nervt. Was ein Kack.

Und die Aliens ansich? Naja sie sind die eigentlichen Hauptdarsteller des Films. Sie sind perfekt animiert (natürlich nopes CGI), sehen “böse” aus und killen ohne Vorwarnung. Die Queen setzt dem allen natürlich noch die Krone auf. Kurzes Fazit: Ein geileres Alien hab ich bis heute nicht gesehen (ja, ich würde mit ihr schlafen). Btw. wurde es komplett von Cameron selbst entworfen, da H. R. Giger (der Schöpfer des Designs der Aliens) keine Zeit hatte, weil er mit so geilen Projekten wie ‘Poltergeist II’ beschäftigt war. ~_????? Naja egal, die wahre Herkunft der Queen lässt sich auf jeden Fall nicht leugnen.

Fazit
Hier gibt es keine dumm-coolen Sprüche. Keine total unlogischen Handlungen. Keine CGI! Und trotzdem aka gerade deswegen ist ‘Aliens’ einer der beeindruckensten Filme der 80er Jahre und zieht diese Imposantz mühelos bis ins Heute. Allein die Titelsequenz baut in ihren ersten 10 Sekunden schon eine dichtere Atmosphäre auf, als andere vergleichbare Filme in über zweieinhalb Stunden.. wenn es überhaupt etwas Vergleichbares gibt. ‘Aliens’ zeigt in unserer Welt voller beKACKTER Fortsetzungen, was man zustande bringen kann, wenn die richtigen Menschen zusammenarbeiten. Bzw. ums mal ganz einfach auszudrücken aka elend zu zitieren: “Wer ihn noch niemals geschaut hat (Ist es möglich?) dem sei gesagt, das er ein dreckiger Hurensohn aus der Pussi einer vermoderten Schlampe ist.”

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Starship Troopers

STARSHIP TROOPERS | 1997 | USA | PAUL VERHOEVEN

Als ich Anno 1997 in diesen Film ging, wusste ich so gut wie gar nichts. Also ich meine nicht in Bezug auf den Film (das auch), sondern einfach von allem. ~_~ Ich wusste nichts über amerikanische Politik, Hollywood, Figging (http://de.wikipedia.org/wiki/figging), Paul Verhoeven,.. ich wusste nur, dass es um Aliens geht und viel viel Action. Deshalb löste ich eine Karte für 4,50 DM (ja wirklich!) und hockte mich in den Saal. Die Tatsache, dass der Film ab 18 war (aka ich halt gerade auch) interessierte mich eigentlich nicht aka ich war ziemlich neutral drauf. Und das ist es eben.. wenn man ohne irgendeine großartige Erwartung ins Kino geht und dann so weggehauen wird, dass mans erstmal gar nicht fassen kann.

Story
In der Zukunft wird die Erde von den ‘Bugs’ angegriffen. Einer Insektenrasse (wer hätts gedacht), die einfach nur das Ziel haben alles und jeden zu vernichten. Nach dem Abschluss der Schule, melden sich die Freunde Carl Jenkins, Johnny Rico und seine Freundin Carmen Ibanez beim Militär. Während sich Carl auf seine telepathischen Fähigkeiten konzentrieren will und Carmen einer Karriere als Schiffspilotin entgegenfiebert, ist Johnny zur Infanterie, weil er seiner Flamme nahe sein will. Doch bevor er sich versieht, beginnt der Krieg und reisst alles auseinander.

Kritik
Paul Verhoeven wurde mit seinem Film ‘RoboCop’ 1987 zum Geheimtipp. Der B-Movie-Flair, kombiniert mit einer überspitzten, zynischen und heute teilweise erschreckend realistischen Zeichnung einer kranken Zukunft, genießt heute einen gewissen Kultstatus. Und wie Verhoeven später mit den Blockbustern ‘Total Recall’ und ‘Basic Instinct’ bewies, war dieser Erfolg kein Eintagsfliege. Erst als er sich an etwas sexuell anrüchigerem als Basic Instinct versuchte, wurde er 1995 über Nacht zur internationalen Lachnummer. ‘Showgirls’ floppte derart heftig, dass noch heute von dem schlechtesten Film aller Zeiten gesprochen wird. Es regnete goldene Himbeeren. Und irgendwie gings danach auch nicht mehr richtig weiter. Nur einmal drehte er danach noch mal richtig auf (und bekam Gott sei Dank das Budget von ca. $105,000,000 zugesprochen) und ließ 1997 Starship Troopers auf uns los.

Der Film beginnt mit einer Kampfszene die sofort klarstellt, dass hier kein Kaffeekränzchen veranstaltet wird. Man kann die Szene als Werbung für den Rest des Films sehen, die hoch und heilig verspricht: Das ist ein typischer Verhoeven Actioner! Es fetzt, es spritzt Blut und es werden Menschen auseinandergerissen in bekannt markanter und übertriebener Art, wie das auch schon bei Robocop der Fall war. Ebenfalls mit dabei sind die satirischen Nachrichten bzw. Werbungen, die ab und zu eingeblendet werden und als Angriff auf die Weltpolitik zu verstehen sind. Mit Waffen spielende Kinder, die auch zum Wohle der Menschheit schon ganz früh Kakerlaken zertreten um ihrem Land Dienst zu leisten, sind da nur ein Beispiel für eine Zukunft, wie sie mittlerweile locker denkbar wäre. Die dabei agierenden übertriebenen Reaktionen der z.B. daraufhin begeisterten Lehrerin sind einfach göttlich. Das sind also die Grundzutaten für Starship Troopers. + die Story, die für Deutschland einfach mal geändert wurde, was natürlich mal wieder lächerlich ist.

In good old germany wird durch abgeänderte Dialoge suggeriert, dass die Menschen zur Armee gehen, weil sie ihrem Land dienen wollen und fertig. Einiges rafft man dann allerdings gar nicht, weil diverse Dialoge anscheinend keinen Sinn ergeben, wie z.B. die eine Frau, die erzählt, dass sie zur Armee geht, weil sie Kinder haben will. Hö? Antwort liefert das amerikanische Original, in dem eine funktionierende faschistoide Gesellschaft besteht und es einen gewaltigen Unterschied zwischen einem ‘Citizen’ und einem ‘Cilivian’ gibt. Erstere haben nämlich Militärdienst geleistet und sind somit ‘Bürger’, die anderen sind Zivilisten und haben dadurch unter anderem nicht das Recht zu wählen oder eben Kinder zu bekommen. Dieses Thema war Deutschland wohl zu heikel, was aber schließlich auch nicht half den Film vor der Indizierung zu retten. ~_~

Dabei ist alles so offensichtlich übertrieben: Richtige Männer. Das sind nur Menschen, die dem Militär beitreten, wie die Werbung der Armee auf höchst patriotische Weise suggeriert. Jüngste Rekruten sind die Retter der Erde.. natürlich Amerikaner, die nach ihrer Ausbildung immer strahlend weiss lächelnd vom Mutterschiff abgeworfen werden und sich gegenseitig reisserisch aufpuschen, bevor sie mutig “KOMMT DOCH HER!!! NA, GEFÄLLT EUCH DAS?” schreiend in die Schlacht treten, bis sie schließlich blutig zerfetzt werden. All das wird noch von einem total typischen Bombastscore unterstützt, den man sich zwar niemals behalten kann, aber immer erfreut ist wenn man ihn wieder hört. Es ist einfach so: Auch wenn der Gewaltgrad ziemlich hoch ist, man kann ihn nicht ernst nehmen. Sicherlich schockt man sich an einigen Szenen aber allein in der Militärausbildung ist das Ganze schon so skurril, dass man das nicht mit der Realität vergleichen kann, was wiederum für eine Satire äusserst wichtig ist. Leider versteht auch das Deutschland mal wieder nicht und schneidet in TV-Ausstrahlungen stets die heftigsten Stellen heraus, wodurch das Ziel einer harmloseren Fassung komplett verfehlt wird, da der Film durch diese Maßnahme ernster wirkt als vorher.

Schuld an diesen dicken Szenen, sind die tötenden Bugs. Und sie töten wo sie nur können. Tötungsgeilere Wesen hab ich ehrlich gesagt selten erlebt. Denn auch wenn sie nur noch ein Bein haben bzw. im Prinzip schon vor ihrem Ende stehen, raffen sie sich nochmal auf und hacken wie wild gewordene Deppen nochmal drauf los. xD Evtl. war es gar keine Absicht von Verhoeven, aber die Idee, den ersten Kontakt mit den 4 beinigen Riesenkäfern Nachts stattfinden zu lassen, war schlichtweg genial. Man sieht einfach nur wie sie alles niedermetzeln und obwohl man sie vollkommen sehen kann, checkt man Anfangs nicht wie sie aussehen. Als sie damals als Computeranimation über den Bildschirm huschten, sah das in diesen Mengen schon fantastisch aus. Jetzt sah ich den Film 11 Jahre später nochmal und glaubt es oder glaubt es nicht aber.. DIE BUGS SEHEN EINFACH PERFEKT AUS??? Es ist mir unbegreiflich. Als damals CGI öfters genutzt wurde, dachte ich immer, dass die Qualität immer besser werden müsste und das Gegenteil war der Fall wie uns ‘Star Wars Episode I, II, III’ oder insbesondere die ‘Matrix’ bewies. Actually gibt es bei Starship Troopers im Vergleich zu heutigen Filmen nur sehr wenig CGI-Szenen, in denen man die Computerherkunft offensichtlich erkennt UND dumm findet! Entweder hab ich was an den Augen oder sie wurden einfach nur sexy ins Bild gemischt. Alles wirkt wie aus einem Guss und die Interaktion mit computeranimierten Wesen sah bei keinem Alienfilm besser aus, würd ich jetzt fast sagen. Oder? .. .. J..ja, ich glaub schon. (“.)

Das Herz der Story sind aber natürlich die Darsteller. Und die wurden perfekt gewählt. Einen typischeren Vorzeigeamerikaner als Rico (gut gespielt von Casper Van Dien) gibt es einfach nicht: Blond, strahlend, Probleme in der Schule, harte Ausbildung und dann als ganzer Mann in den Krieg die Karriereleiter nach oben.. daraus sind amerikanische Träume gemacht. Seine Freundin (gespielt von der dickbrüstigen aber schielenden Denise Richards) zieht aus purer Karrieregeilheit den Stecker aus der Beziehung und widmet sich ganz ‘ihrem’ Leben. Und die ganzen anderen kranken Rekruten haben einen Charme, dass man nach mehrmaligem Anschauen schon lachen muss, wenn man gewisse Charaktere nur sieht oder weiss, was sie gleich sagen werden.

Dies ist in Verbindung mit der deutschen Synchro ein wunderschönes Paket. Denn obwohl das Original schon klasse ist und wie oben bereits erwähnt immerhin die richtigen Hintergründe zur Story bietet, übertrifft die deutsche Version den Trashfaktor bei weitem. Also.. die Dialoge sind sowieso dümmlich gewählt worden und bestehen aus den gängigen Klischees wie alles im Film, doch was hier in Sachen Synchro hingelegt wurde ist so B-Movie und banal geil, dass ich nur noch lachen kann aka “Das ganze Gehirn weggelutscht.” xDDD

Fazit
Nach Verhoeven ist ‘Starship Troopers’ als Satire auf den Faschismus und Militarismus konzipiert und es funktioniert. Das einzige Problem ist, dass diese Botschaft zu verschlüsselt daherkommt, sodaß nicht jeder die Doppeldeutigkeit erkennt. Doch in Zeiten von total glattgebügelten und dadurch ziemlich fragwürdigen Streifen wie ‘Chronicles Of Narnja’, in denen Kinder vom Weihnachtsmann Waffen geschenkt bekommen mit denen sie Gegner den Bauch durchstechen aber die Klinge immer schön sauber bleibt, ist ‘Starship Troopers’ auf jeden Fall eine erfrischende Abwechslung in der es 129 Minuten zur Sache geht wie in keinem anderen Actionfilm.

Pen Pen Pen Pen Pen

Sparrow

Sparrow
(文雀 | hong kong 2008 | johnnie to)

Kei (Simon Yam) und seine Brüder (Gordon Lam, Law-Wing Cheong, Kenneth Cheung) sind Taschendiebe in Hong Kong. Dazu ist Kei aber auch noch ein ziemlich Nostalgiker, der mit dem Fahrrad durch die riesige Metropole fährt und mit seiner alten Analog-Cam S/W-Fotos macht. Dann tritt die mysteriöse wie hübsche Chung Chun Lei (Kelly Lin) in das Leben der Brüder und macht sie mit ihren Reizen auf sich aufmerksam. Natürlich hat sie dabei einen Hintergedanken.


Nach den bleischweren (ha ha) Krimi-Epen der letzten Jahre bringt Johnnie To nun also endlich den langersehnten
Sparrow. Drei Jahre in der Mache – fast so lang wie PTU – das kann nur heißen, dass es sich um einen sehr persönlichen Film handeln muss. Und in der Tat möchte To mit diesem Film vor allem seine Liebe zu Hong Kong als Stadt, als Heimatort ausdrücken; ein Hong Kong, das sich aber auch rapide verändert, nicht nur im politischen, sondern auch im architektonischen Sinne. Eine Stadt im Wandel, und eine Stadt, der keiner so recht eine Geschichte, eine Kultur zuschreiben möchte.

Kei versucht mit seinen Fotos einen Ort zu verewigen, der in dieser Form vielleicht eines Tages verschwunden sein wird. Im echten Leben will Johnnie To das mit diesem Film tun. Es gelingt ihm: Er fängt ein urbanes, quirliges Hong Kong ein, in das sich die ebenso quirligen Taschendiebe leicht hineinfügen. In eleganten Bildern und jazzig-schwebender Musik nähert sich To der Nouvelle Vague an, mit sanften humoristischen Einlagen und viel Augenzwinkern. Herzerwärmend. Auch wegen des tollen Casts, bei dem die Milkyway-Haudegen Simon Yam und Gorden Lam gewohnt punkten, aber auch To-Protégé Law-Wing Cheong, eigentlich als Regisseur bekannt, überraschend positiv auffällt. Die Story ist letztlich nur eine Entschuldigung für locker verwobene Szenen, dünnes Beiwerk einer audiovisuellen Postkarte aus Hong Kong. Das heißt aber auch: Wer an dieser Stelle auch nur ein bisschen zu viel erwartet, wird definitiv enttäuscht werden. An jeder denkbaren Stelle macht To deutlich, dass Sparrow ein Film, eine Erfahrung ist – dazu gehören auch wenig glaubwürdige Plottwists und eine vor allem im späteren Verlauf immer orientierungslosere Entwicklung, bei der klar wird, dass To bloß nach Trittsteinen sucht, mit denen er auf sein großes Finale hinarbeiten kann.

Dazu kommt, dass die ungemeine Leichtfüßigkeit des Films hier und da forciert wirkt – vor allem wegen der Musik, die klasse und doch wenig zurückhaltend ist. Auf der anderen Seite darf man sich aber überlegen: Wann bekommt man einen Film wie Sparrow schon einmal aus Hong Kong? Da ist es mehr als vertretbar, dass To hier und da etwas übertreibt, denn auch das tut er immer noch in absoluter Souveränität auf seinem Feld. Der ganz große Wurf ist Sparrow dennoch nicht, ein bisschen zu zerfahren, ein bisschen zu gewollt, und wer Mad Detective schon mehr als Spielerei denn als durchdachtes Meisterwerk betrachtet hat, wird mit diesem Film genauso wenig Freude haben.

Kino pur, Milkyway au français, ein Lächeln auf dem Gesicht, ein zarter Wind, kaum da – und schon wieder weg. Alles andere ist bloß Vogelgezwitscher.

Pen Pen Pen Pen Transpen