Ming Ming

MING
MING.
HONG KONG 2006

Ming Ming (Zhou Xun) ist eine Martial Arts Prinzessin in einer nicht näher beschriebenen und nicht all zu entfernten Zukunft. Bei einem Kampf lernt sie D (Daniel Wu) kennen und verliebt sich prompt in ihn. D hat ständig nur einen Wunsch. Er will nach Harbin. Jede Frau, die ihm 5 Millionen bringt, mit der fährt er nach Harbin. Klar, dass Ming Ming gleich mal zum nächsten Gangsterobermotz fährt, ihm ein paar Tritte und Kugeln um die Ohren haut und mit 5 Millionen zurück kehrt.

Doch D ist weg…

Baha alter. Was war das denn bitte. Ming Ming ist der erste Film von Susie An, die sich vorher lediglich mit Musikvideos einen Namen gemacht hat und das merkt man auch. Hier wird mit Effekten sowie Filtern herumgeworfen und auf dem Schneidetisch gebumst, dass sich das Zelluloid biegt. Hier ist nichts mehr real. Wenn kein Farbfilter im Bild ist, dann ist ein Rauschen im Bild. Wenn man gerade denkt, alles wäre in Ordnung, friert das Bild einfach ein und springt 2 Sekunden später vier Meter nach vorne. Sowas kann ziemlich schnell nerven und einem die Übersicht nehmen, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass Susie Au eine für mich absolut vertretbare Mischung fand. Der Musikvideolook ist zwar permanent vorhanden, aber es gibt auch ruhige Momente und Szenen. In ruhigeren Abschnitten wird lediglich mit Tiefenunschärfe und Farbfiltern geprotzt. Dabei ist Ming Ming lustigerweise mit fast nichts zu vergleichen. Es ist kein Wong Kar Wai Stilismus, aber auch keine <insert famous video director’s name here> Abnormalität. Spätestens, wenn Daniel Wu mit der unglaublich süßen / sexy Zhou Xun in der Badewanne sitzt und man selbst da die Styleeffekte um die Ohren gehauen kriegt, muss man entweder wichsen, kotzen oder lachen. Bei mir trat einfach alles in Kraft, da ich aufgrund des Styles gehörig wichste, kotzte, dass ich nicht ganz folgen konnte und etwas lachte, da die Übertriebenheit der Effekte und der Darstellung mir ein Lächeln auf die Arschbacken zauberte.

Jetzt kommt’s aber ganz dicke. Musikvideoregisseure neigen ja dazu, sich komplett der Stilwichserei hinzugeben und den Plot zu vernachlässigen, aber in Ming Mings Fall muss ich zugeben, dass mir der Plot gefiel. Also zu aller erst muss klargestellt werden, dass es sich hierbei um eine fiktive Geschichte handelt, die noch dazu in einer nicht näher beschriebenen Zukunft spielt. Genau das lässt einem nämlich diverse Szenen, vor allem die Kämpfe, etwas besser verstehen und vor allem verdauen. Gerade am Anfang wird man bombardiert mit lustigen und teils innovativen Einfällen, vor allem während der Kämpfe. Aber auch der Plot ansich, in dem es um eine Doppelgängerin, 5 Millionen, eine Holzkiste und Harbin geht, kann dadurch “ernst” genommen werden. Ich akzeptierte einfach alles so, wie es war, da es ohnehin kein ernster Krimi war. Molodezhnajas Kritik am Doppelgänger Subplot kann ich nicht ganz nachvollziehen, da dieser eh fast zweitrangig war. Ming Ming ist in D verknallt und lustigerweise trifft sie eines Tages auf eine Tussi, die genauso aussieht, wie Ming Ming. Nana heißt sie und ist zufälligerweise auch Ds Freundin. Das wäre ein ziemlicher Zufall im echten Leben, wird im Film aber relativ plausibel und vor allem “locker” rüber gebracht.

Positiv überrascht war ich dann auch von der Romanze, die sich ungefähr in der Mitte des Filmes bildet. Den Charakteren wurde nach all der Action im ersten Drittel erstaunlich viel Zeit gewidmet und genau das braucht’s ja ohnehin in so einem Part. Auch wenn die Mitte etwas langatmig war, lag das nicht an der Romanze ansich, sondern an der Ziellosigkeit des Plots. Irgendwie wollen alle nach Harbin, sind dann aber in Shanghai und suchen D. Anstatt sie aber suchen, liegen sie nur auf Betten, sitzen auf Mauern oder stehen rum und reden davon, wie sie gerne nach D suchen würden. Das ist bisschen weird, wird dann aber durch das a… absolut sicke Ende wieder wett gemacht. Ein Ende, welches mich tatsächlich überraschte und mich etwas lachen ließ.

Also… bestimmt kein Film für Jedermann. Man muss sich schon auf einen 2-stündigen Videoclip einstellen, aber wer auf tolle visuals steht, der findet in Ming Ming genau das, was er braucht. Wer auf einen ausgefeilten Plott steht, der sollte sich zuerst andere Filme anschauen, aber auch Ming Ming geht in Ordnung, wenn ohnehin nichts anderes zur Verfügung steht. Zumal die chinesische Pop-Prinzessin Zhou Xun als schwarzhaarige Ming Ming einfach nur huuurengeil aussieht. Schon allein deswegen sollte man sich Ming Ming anschauen. :Q

Pen Pen Pen Pen Transpen

Fatal Move

FATAL MOVE
Hong Kong | Dennis S. Y. Law | 2007

Lin Ho-Lung (Sammo Hung) ist random großer Obermotz in der Triadensociety Hong Kongs. Er macht Geld mit legalen Geschäften wie Bars, Discos und Saunas, aber selbstverständlich auch durch den Drogenhandel. Das findet die Polizei um Inspektor Liu Chi-Chung (Danny Lee!) gar nicht gut aber zu ihrer Überraschung brauchen sie gar nicht soviel arbeiten, da die Triaden selbst die Sache in die Hand nehmen. Innerhalb der Reihen um Lin Ho-Lung gibt es Verräter und diese drohen das ganze System zum Einsturz zu bringen. So kann Inspektor Liu Chi-Chung sich zurücklehnen und auf den passenden Moment warten.


Irgendwie so oder so ähnlich muss die Geschichte abgelaufen sein. Ich hab’ das nicht so ganz mitbekommen, da alles ein klein wenig wirr war. Gleich zu beginn werden schätzungsweise 245 Leute eingeführt, von deren Verwandtschafts- oder Freundschaftsverältnissen man kaum etwas mitbekommt. Lediglich die Flashbacks um Lin Ho-Lungs Bruder (Simon Yam) geben etwas Aufschluss darüber, dass Lin Ho-Lung seinen Bruder sehr, sehr lieb hat und ihm auch Spielschulden in Millionenhöhe verzeiht. Tjo, das war’s dann aber auch schon wieder und der Character des Bruders bekommt so gut wie keine Aufmerksamkeit mehr. Dafür random andere Personen die man gar nicht kennenlernen will oder sich etwas schwer tut, da gerade alle irgendwie am Aushecken einer Erpressung sind. Wer mit wem? Ich hab’ mal wieder keine Ahnung. Gut, immerhin der Schluss gibt dann etwas Aufschluss für alle, die den Film über nicht so gut mitkamen, aber leider bleibt das langweilige Gefühl im Magen. Selbst die 2 Stunden Laufzeit und die unfassbar prominente Darstellerriege schaffen es leider nicht, die Geschichte etwas transparenter zu gestalten, geschweige denn so etwas wie Interesse beim Zuschauer aufzubauen. Richtig nice wäre Danny Lee gewesen, der ziemlich cool, erfahren und einfach symphatisch rüber kommt… wenn man ihn denn mehr als 5 Minuten gesehen hätte. :Q


Was bleibt ist die kranke Gewalt. Ich glaube der Film wurde ursprünglich lediglich mit dem Gedanken im Hinterkopf gemacht, endlich mal wieder einen so richtig brutalen CAT III (Das HK Ratingsystem) Streifen zu drehen. Irgendwie ist das auch gut gelungen, denn gleich in den ersten 10 Minuten fliegen ungelogen mehrere Arme, Finger, Beine und Köpfe. Dabei spritzt das Blut gleichermaßen Literweise, allerdings nur… virtuell. Auch hier entschied man sich, aus welchen Gründen auch immer, für CGI Blut, was auf den ersten Blick zwar besser aussieht, als in manch anderem Film, aber die ganze Zeit über eher stört, als hilft. Das ist echt schade, denn der Rest der Gewalt ist ziemlich amüsant und eigentlich auch gut umgesetzt. Eine Schande, dass die CGI Effekte gepaart mit der Langeweile des gesamten Films über nicht mehr als 2 Pimmel hergeben.

Pen Pen Transpen Transpen Transpen

Chaos

Chaos
(HK 2008 | Herman Yau)

Wir schreiben das Jahr 2054. Der Welt geht es aus irgendeinem Grund beschissen und irgendwie sind nun alle in Gefängnissen, die sich zu autonomen, abgeschirmten Städten entwickelt haben. In einem davon übt der Gangster Crow eine bittere Schreckensherrschaft über die Bewohner aus und hat allen ein USB-Dongle in’s Ohr geklebt, das explodiert, wenn man versucht, zu fliehen. Eines Tages geraten der Cop Mickey und sein Gefangenentransport Tai-Hoi (Milkyway-Regular Gordon Lam) durch einen Unfall in das Gefängnis hinein. Zu alldem gesellt sich noch das Problem einer tödlichen Virenepidemie, die nun auch auf die Bewohner des Gefängnisses übergreifen zu scheint.


Chaos ist eine spaßige kleine Endzeit-Fingerübung von Herman Yau, der das Ganze zwar fürs Fernsehen gedreht, sich aber dennoch sichtlich um eine Abhebung von drögen TV-Inszenierungen bemüht hat: Es handelt sich nicht nur um einen außergewöhnlich brutalen Film, der auch gut als Cat III-Relikt der frühen 90er durchgehen könnte – er sieht für sein (vermutlich) mickriges Budget auch außerordentlich gut aus. Yau lässt mittels sorgfältiger Ausleuchtung und einfachen Garagen und Lagerhallen eine tatsächlich gelungene postapokalyptische Atmosphäre entstehen, die am Besten mit Escape from New York und Assault on Precinct 13 vergleichbar ist. Das Gefängnis, mit seinen Nutten, Neon-Leuchten und brennenden Öltonnen macht zwar nie den Eindruck, als wäre es größer als der Hinterhof eines Plattenbaus, ist aber dennoch glaubwürdig und irgendwie niedlich anzuschauen. Der seltsame, doch HK-typische Synthesizer-Techno-Soundtrack rundet den Eindruck entsprechend ab.

Das Drehbuch kann da leider nicht mithalten. Von Charakterskizzen könnte man hier nicht einmal sprechen: Die meisten bleiben bis zum Ende ein weißes Blatt Papier, was ihre Handlungen später etwas schwer nachvollziehbar macht. Gordon Lam spielt den zwielichtigen Gauner gewohnt gut, auch die beiden starken Frauenrollen sind interessant. Doch zu echter Bewegung im storytechnischen Sinne kommt es in Chaos trotz des reißerischen Titels erst gegen Ende, als Polizeitruppen in das Gefängnis einfallen, um den Ausbruch des Virus zu bekämpfen. Gar haarsträubend überflüssig die Szene, in der Tai-Hoi und seine Tochter den Erfinder des explodierenden Ohr-Dongles besuchen um ihn um Hilfe zu bitten. Dieser erklärt ihnen stattdessen, dass er nicht helfen kann und sprengt sich daraufhin lieber in die Luft. Super.

Charme kann man Chaos trotzdem bei allem Willen einfach nicht absprechen. Yau inszeniert routiniert eine mäßig spannende Geschichte, die aber schick aussieht und visuell anspricht. Angesichts des komatösen Zustandes des HK-Kinos im Jahre 2008 kann ich daher nur auf ein positives Fazit kommen.

Pen Pen Pen Trans(en)pen Trans(en)pen

Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers

The Mummy: Tomb Of The Dragon Emperor
2008 | USA | ROB COHEN

Die Mumie. Was soll man zu diesem ungewöhnlichen Revival des alten Genres noch sagen? Nach den sagenhaften Einspielergebnissen der ersten beiden Teile (Produktionskosten insgesamt: ~ $178,000,000. Einspielergebnis weltweit: ~ $849,000,000) wunderts mich ehrlich gesagt immer noch, dass es in der geldgeilen Welt Hollywoods ganze 7 Jahre dauerte, bis der dritte Ableger des computeranimationsdurchtriebenen Indiana Jones Verschnitts erschien. Doch die Formel “höher, schneller, weiter” gilt natürlich heute wie damals. So verschlang das neue Abenteuer einfach das Budget der beiden Vorgänger zusammen. Leider stieg nur der Preis, denn die Qualität des Films ist deutlich gesunken. Mit anderen Worten: Der Film ist crap. Und daran sind nicht die Darsteller schuld, sondern die Gegebenheiten mit denen sie leben mussten, sowie die Idee der Handlung ansich. Und vor allem dem Mann, der sich für diesen Stoff auf den Regie-Stuhl setzte.

Story

11 Jahre sind vergangen. Alex, der Sohn von Rick und Evelyn O’Connell ist wie sein Vater Archäologe geworden und sein erster Fund, das Grabmal des Drachenkaisers, ruht in einem Museum. Als ihn seine Eltern besuchen kommt es zu einer Situation, welche die Mumie des Kaisers wieder zum Leben erweckt. Der Kaiser, der die über die Kraft der 5 Elemente verfügt, hat das Ziel sich unsterblich und seine Terrakotta-Armee wieder auferstehen zu lassen, mit der er die Welt unterdrücken will.

Kritik
Nunja die Mumie war noch nie bekannt für eine überraschende oder intelligente Story. Das macht auch nix, denn mir gefiel besonders Teil 2 mit seinem kurzen aber imposanten Vorspann, in dem alles erzählt wurde das man wissen muss, sodass der Rest der Zeit für einen 2 stündigen Actionmarathon der Superlative samt abartigem Finale genutzt werden konnte. Der dritte Teil beginnt ähnlich. Leider wird man bald merken, dass China als Mumienkulisse einfach überhaupt nicht passen will. Bei Mumien denke ich halt wie wahrscheinlich 90% der Menschheit an Ägypten. Aber tjopes, das kann man noch verkraften. Hauptsache es rummst! =P Das ist das Zweite was man bald zu spüren bekommt. Der Actionanteil ist längst nicht mehr so hoch wie beim direkten Vorgänger, die Sprüche kommen ebenfalls nicht mehr so gut rüber, die.. naja.. eigentlich ist einfach alles um ein bis zwei Stufen schlechter.

Ich rege mich normalerweise nicht über die Logik bei ohnehin unlogischen Filmen auf.. schon gar nicht bei einem Abenteuerfilm mit Mumien. ~_~ Aber es gibt wohl auch Ausnahmen, denn dieser Film ist das Paradebeispiel einer lieblos zusammengeklatschten und dummen Story. Ein Kaiser, der sich nicht nur in einen 3-köpfigen Drachen verwandeln kann, sondern zudem noch Macht über die 5 Elemente besitzt (in China gibt es 5 aka Feuer, Erde, Wasser, Metall und Holz), sollte eigentlich so gut wie unbesiegbar sein. Man hatte also kein Problem damit, einen Bösewicht mit so viel Kräften zu bestücken, dass er locker ein Heer von Millionen von Gegnern mit einem Schlag wegfegen könnte und dann gelingt es diesen lästigen O’Connells trotzdem immer wieder ihn direkt anzugreifen. Man wird also irgendwann automatisch schlussfolgern, dass der Kaiser ganz einfach ein dummer Idiot ist aka wenn er um seine Gegner zu töten z.B. Eiszapfen so aus dem Boden schiessen lässt, dass das nicht plötzlich und überall passiert sondern nur in einem entfernten Bereich, langsam auf die Protagonisten zu. Dass die Stalagmiten dabei gerade mal bis zu den Oberschenkeln gehen, lass ich hier mal ganz aussen vor. Und eine persönliche Frage: Angenommen Du wärst im Prinzip unsterblich, könntest aber durch eine bestimmte Waffe – die es nur einmal gibt und die keinen anderen Nutzen hat – getötet werden. Nehmen wir weiterhin an Du findest diese Waffe und besitzt sie fortan.. was würdest Du mit ihr machen? Würdest Du sie verstecken? Zerstören? Oder würdest Du sie offensichtlich und für jeder Mann zugänglich mit Dir rumtragen? .. Ich meine, sie hätten die Story doch wenigstens so stricken können, dass der Kaiser das Ding ebenfalls für etwas Wichtiges benötigt!? Solche Dinge kommen ständig vor. Er hat wohl unglaublich viel Macht, nutzt sie aber so gut wie nie. Wieso verwandelte er sich nicht einfach in den Drachen, fegte alles weg und gut is? Wieso kann er 10m entfernte Personen anhand eines Windstoßes wegschlagen? Wind ist ja keines der 5 Elemente. Hat er also etwa NOCH mehr Kräfte??? :Q

Was mir von der Logik her auch völlig schleierhaft war, war die Romanze von Alex und der chinesischen Tussi. Sie kannten sich nopes, dann machte er sie einmal ein bisschen an und sie fauchte zurück, wobei man erkannte, dass das mal was geben könnte.. und ein paar Minuten später packen sie ein Drama der Sonderklasse ‘Episode I’ aus und reden über Herzschmerz und über die Unsicherheit des weiterleben wollens, wenn der andere stirbt!? Häää? Bin ich im falschen Film oder was? Lernten die Drehbuchautoren so im echten Leben so ihre Frauen lieben??? Baha, na dann gute Nacht. -_-

Ebenso bescheuert ist die Neubesetzung von Evelyn alias Rachel Weisz durch Maria Bello. Nichts gegen sie prinzipiell (obwohl mir ihre EXTREM langen Schneidezähne gar nicht gut reingehen???), sie spielt die Rolle so gut sie kann.. so gut man eben eine früher bereits perfekt besetzte Rolle spielen kann. Jo, Rachel Weisz wollte nach ihrem Oscargewinn wohl nicht mehr in sinnlosen Actionblockbustern mitspielen, okay. Ja aber Herrgott wieso zur Hölle wurde dann die Story nicht umgeschrieben, sodass man sich nun wie bei einer B-Movie-Produktion vorkommt, in der es Gang und Gäbe ist Hauptdarsteller auszuwechseln und so zu tun als sei alles beim Alten? Wieso wurde die Story nicht so ausgearbeitet, dass O’Connell eben neu geheiratet hat oder seine Frau verstarb und er jetzt eine neue kennengelernt hat? Nein, das ist für mich nicht verständlich und auch nicht verzeihbar. Es ist ein Unding. Auch für Maria Bello selbst, die in ihrer Rolle somit absolut keine Chance hat auch nur irgendwie zu punkten. Diese Evelyn steht ihr einfach nicht. Sie passt von ihrer Art her auch keinen Meter zu Rick und küssen sich die beiden, hört man sich automatisch innerlich immer wieder schreien “DAS IST NICHT DEINE FRAU! >:O”

Auch alle anderen Schauspieler sehen ziemlich blass aus. Während Brandon Frasier teilweise noch das typische Flair seines Charakters aufweist, ist sein Sohn ein dummes Früchtchen, um nicht zu sagen unsympathisches Arschloch, der mal einen auf dicke Hose, auf gefühlvoll, auf Anerkennung suchend und dann wieder auf Macho macht. Die ganze Palette eben.. und alles durchweg schlecht. Auch der langjährige Freund der O’Connells, Jonathan, der alles dumm-witzig machen soll, ist dieses Mal einfach nur noch dumm. Der Kaiser selbst kommt als primitiver Böswewicht ohne irgendeinen charakterlichen Inhalt, wie z.B. seinem ägyptischen Vorgänger, aus dem Totenreich hervor: Jet Li. Alter.. wahrscheinlich haben Sie Li 15 Millionen oder mehr für die Rolle gegeben, in der er 5 Sätze redet und 6 Tritte seiner Kampfkünste zeigen darf, wobei er zu 90% sowieso nur als Computeranimation in Erscheinung tritt. Gibt es keine anderen Chinesen oder was? Er ist hier das typische Opfer der Marke Viel-Geld-für-anspruchslosen-Auftritt, der ihm automatisch den Zugriff auf ‘bessere’ Rollen zukünftig verwehren wird. Seis drum.

Der aber heftigste Grund für das Versagen des Films ist der zweite Posten, den Stephen Sommers mit dem Drehbuch damals besetzt hatte und der schließlich darüber entscheidet was gemacht wird und wie es gemacht wird: Regisseur. Rob Cohen schuf vor ‘Mumie 3′ so imposante Dinge wie ‘The Fast And The Furious’, ‘XXX – Triple X’, sowie ‘Stealth’ und kann.. .. ja scheisse, muss ich denn noch mehr sagen? Oh Gott ey wie konnte man diesem Typ bitte ein Mammutprojekt wie die Mumie in die Hand geben? Es war einfach schon abzusehen, dass dieser Film scheisse wird und leider bestätigte es sich in vollem Maße. Cohen verpasste es natürlich komplett die Geschichte in ein interessantes Licht zu rücken, lässt Sprüche noch platter ankommen als bei seinen vorherigen Werken (und das will hier wirklich was heissen) und schafft es nicht ansatzweise eine Geschichte spannen rüber zu bringen. Das ist einfach nur das Ergebnis einer grottenschlechten Arbeit.

Bei all der Kritik könnte man jetzt meinen, dass das der schlechteste Film evarrr ist. Natürlich ist er das nicht. Es gibt durchaus Momente, in denen die Mumie 3 protzt.. sei es mit einigen – zugegeben sehr wenigen – truely lustigen Szenen, Schussgefechten in denen die Action gut losfetzt oder dicken Kämpfen computerisiertet Gegner auf einem riesigen Schlachtfeld. Die Untoten bei letzterem sehen wirklich sehr nice aus und sind wohl einer der Hauptgründe für das höhere Budget, da hier keine immer gleichen Wesen verwendet wurde, sondern ziemlich viel unterschiedliche. Überhaupt sind die Effekte ziemlich gut eingebunden worden und wirken nicht so unrealistisch wie im zweiten Teil. Allerdings muss das natürlich nicht heissen, dass es das Beste ist was man sehen könnte. Bei weitem nicht. Manchmal sind die Animationen sogar so offensichtlich, dass man sich an den Kopf greift und fragt, wie das jemand ernsthaft mit einem ‘Bravo’ freigeben konnte. Gott sei Dank sind diese Szenen aufgrund der Quantität der Effekte eher die Ausnahme.

Soundtechnisch kann man nicht meckern. Es rumpelt bestimmt gewaltig. Das ‘bestimmt’ schreib ich nur, weil das Kinopolis an dem Abend mal wieder leider alles verschiss, was es akustisch zu.. ach lassen wir das. Musikalisch war ich allerdings ziemlich enttäuscht. Auch hier fand auf dem Produktionstisch ein Wechsel statt und das Ergebnis ist deutlich hörbar aka nicht wahrnehmbar. Klar musste der Soundtrack dem chinesischen Ambiente angepasst werden.. aber musste dafür auch auf eine wiedererkennbare, fanfarenmäßige Titelmelodie verzichtet werden? Warum wurde die von Teil 2 nicht wenigstens etwas integriert? Ziemlich lame.

Fazit
‘The Mummy: Tomb Of The Dragon Emperor’ hätte bestimmt ein toller Film werden können. Teilweise macht der Film auch Spaß und bietet ein solides Actionlevel mit teilweise sehr guten Animationen. Durch falsch besetzte bzw. unterforderte Charaktere plus deren unnachvollziehbare Handlungen und der seelenlosen Erzählung einer saublöden Geschichte, bleibt er allerdings weit hinter den Erwartungen zurück. Rob Cohen vermag es nicht den Zuschauer gespannt an den Bildschirm zu fesseln, in dem er die Schwächen seines unspektakulären Werks mit etwas Sympathie, Humor oder genug wtf-Einlagen überspielt und beleidigt somit die actiongeladenen Vorgänger derart, dass die komplette Serie durch den dritten Teil nun einen äusserst faden aka sehr billigen Beigeschmack erhalten hat. Ich hoffe inständig, dass er niemals wieder die Erlaubnis bekommt den nächsten Film einer bereits erfolgreichen Serie zu drehen. Ich hoffe es wirklich! =/

Pen Pen Trans(en)pen Trans(en)pen Trans(en)pen

Where A Good Man Goes

Where A Good Man Goes
Johnnie To | Hong Kong | 1999

Michael (Lau Ching-Wan) ist gerade aus dem Knast entlassen worden und steigt erst einmal in einem kleinen Hotel in Macau ab. Natürlich erst, nachdem er ein paar Taxifahrer verprügelte. Michael, der lautstark noch ein paar verbleibende Schulden eintreibt, seine Gangsterkumpels und dazu ein Polizist (Lam Suet) der ihm ständig auf der Lauer ist, halten die Hotelbesitzerin Judy (Ruby Wong) auf Trab. Das Leben könnte ganz normal weiter laufen, wenn Michael nicht so ein sicker Assi wäre. Oder ist er tief im Inneren doch ein guter Kerl? :Q

Lau Ching-Wan ist Hong Kongs most sexiest Schauspieler. In Mad Detective dachte ich noch, dass er durch seinen Kopfverband und diverse andere unvorteilhafte Szenen etwas… bedäppert aussah, aber hier ist er einfach most suave Gangster. Schwarze Hosen, Rollkragenpullover Grau und eine schwarze Lederjacke. Mehr braucht er nicht, um auch den heterosten aller Heteros einen Boner in die Hose zu zaubern. Sein Blick, seine Coolness, da muss man einfach wanken. Etwas irritiert und enttäuscht war ich dann letztenendes aber vom Charakter im Film, den er spielte. Er war ja truly einfach nur ein krankes Arschloch? Ich hätte mir etwas mehr Szenen mit ihm und der Hotelbesitzerin gewünscht. Und zwar nicht so erzwungene, wie die, in welcher er ihren Sohn zu einem Ausflug mitnimmt. Auch nicht wie die, in der er sie einfach versucht zu rapen sondern viel mehr Szenen wie die am Schluss, wo er ihr sagt, dass er sich in ihrem Hotel am wohlsten gefühlt hat, während jeder andere Hollywoodkackfilm mindestens dreimal die Worte “need”, “love” und “you” in einem Satz verwendet hätte. Das fehlte mir dann irgendwie ein wenig.

Vielleicht lag es auch daran, dass er mehr mit der Eintreibung von Geldern beschäftigt war und dauernd Lam Suet im Nacken hatte, anstatt im Hotel zu verweilen. Es gab’ zwar hier und da Szenen des gemeinsamen Essens, der Reparaturarbeiten im Hotel, die er ausführte und ähnliches, aber größtenteils war er dann doch ständig ein Arschloch. Aber najo. Dafür gewann Lam Suet den Oscar für die längsten Warzenhaare EVER und Ruby Wong spielte schön dezent und hielt überwiegend die Fresse. Positiv fiel mir der Soundtrack auf, der zwar super synthetisch und teilweise etwas cheezy klang, aber größtenteils trotz allem überzeugen konnte. Die Kameraarbeit sowieso, auch wenn das die Mei-Ah DVD durch die VCD Qualität nicht ganz so rüber bringen konnte. Das war ja echt unter aller Sau und auf The Mission Niveau. Aber ich will mich nicht beschweren, immerhin war der Titel nicht den kompletten Film über eingebrannt, wie in The Mission. LÜLZ!

Pen Pen Pen Trans(en)pen Trans(en)pen

Rogue Trader

R O G U E . T R A D E R
aka Das schnelle Geld – Die Nick Leeson Story ~_???

Bin mal wieder hängen geblieben. Also geistig zwar auch, aber jetzt meinte ich im Fernsehen. Bei einem Film.

In diesem Film ging es um Nick Leeson, ein Derivatenhändler britischer Abstammung, der in den neunziger Jahren den Zusammenbruch der 200 Jahre alten Barings Bank in England verursachte und die internationalen Finanzmärkte zusammen krachen ließ. Durch seine Transaktionen und die Tatsache, dass er ausnahmsweise Händler und Kontrolleur zugleich war, schaffte er es innerhalb von wenigen Jahren Unsummen an Schulden zu machen, die der Bank schließlich das Genick brachen am Schluss.

Als ich Ewan McGregor sah, eine Stimme aus dem Off hörte und im deutschen Titel “Die Nick Leeson Story” las, wusste ich, dass der Film intressant sein könnte. Stimmen aus dem Off und “Story” im Titel bedeuten in 70 % aller Fälle eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit. Und sowas ist immer ziemlich interessant, imho. Auch dieser Film war relativ interessant und das obwohl er von einem Thema handelt, wie es mich weniger eigentlich nicht interessieren könnte. Der Handel mit Derivaten, von denen ich nicht einmal genau weiß, was sie sind. Aber das will einem der Film Gott sei Dank auch nicht aufzwingen oder großartig erklären. Er schaffte mit den Dialogen einen guten Zwischenweg, zwischen Derivatenhandlungsaction und einer Story, die man trotzdem noch versteht. Man kann nur erahnen, was Nick Leeson da veranstaltete, aber das reicht ja auch aus.

Ewan McGregor war dann sowieso recht style und zu allem Überfluss spielte der Film auch noch in Singapur (und in einer geilen Szene am Schluss in Deutschland am Frankfurter Flughafen?! xD). Klar, dass ich schauen musste. So im Nachhinein war es ein netter Film, mit einer interessanten Story und ein paar sicken Szenen, wenn man bedenkt, das Nick Leeson so 400 Millionen GBP Schulden machte und eine 200 Jahre alte Institution (die Bank der Queen!) in den Ruin trieb. xD? Aber auf DVD brauche ich ihn jetzt nicht. Nicer TV Film.

Pen Pen Pen Trans(en)pen Trans(en)pen

The Goonies

THE GOONIES
Die Goonies | los goonies

RICHARD DONNER . STEPHEN SPIELBERG . 1985

Der lokale Golfclub soll erweitert werden. Da Golfplätze nun einmal Platz brauchen, soll kurzerhand halb Astoria aufgekauft und enteignet werden. Astoria, das ist das Zuhause von Mikey, Mouth, Chunk und Data. Den Goonies. Als die vier Freunde zusammen ihre Sachen packen sollen, um die Häuser zu verlassen, finden sie auf dem Dachboden in Mikeys Haus eine alte Schatzkarte, die zu einem sagenumwobenen Schatz des einäugigen Willys führen soll. Mikey sieht die Chance sein Zuhause zu retten und so machen sich die Goonies auf, den Schatz zu bergen.

Die Goonies muss man einfach gesehen haben. Am besten damals als 10 bis 13-jähriger, denn nie wieder können Filme einen derartigen Impact haben, wie in der Kindheit. Ich bin heilfroh diesen Film damals gesehen zu haben. Er ist fast eine Art Indiana Jones für Kinder, mit viel Action, viel Abenteuer und lustigen Szenen. Als Kind hatte ich sogar teilweise Angst vor dem entstellten Bruder der bösen Fratellis, welche sich ebenfalls auf die Suche nach dem Schatz machen. Sicher, wenn man ihn heutzutage schaut, dann ist das etwas anders. Der ganze Film ist ein klein wenig langsam, kommt nur gemächlich in Schwung und so richtig spannend findet man das ganze dann auch nicht mehr. Deswegen bin ich heilfroh meine Kindheitserinnerungen noch zu haben.

Was mir aber auffiel ist, dass der Film relativ gut gealtert ist. Nur am Anfang erkennt man an den Klamotten, dass er im Jahre 1985 gedreht wurde. Sobald die Goonies in den Katakomben des Hauses sind, sieht er vor allem durch den superben DVD Transfer aus wie neu. Und da damals CGI noch nicht so verbreitet war, kann man sich auf einen Film freuen, der noch handwerkliche und vor allem gute Special Effects hat. Gerade gegen Ende beim Finale des Films.

Positiv fiel mir auf, dass hier noch richtig Abenteuer geboten wurde. Ganz wie in Indiana Jones, trifft man auf Fallen, Skelette, Spinnenweben und natürlich gegen Ende auf einen riesigen Schatz. Das vermisste ich irgendwie bei Filmen wie National Treasure, bei welchem Nicholas Cage überwiegend in Washington DC rumrennt und nicht in Katakomben. Überrascht war ich dann etwas, wie derb die Goonies damals eigentlich waren. Ich bereitete mich auf 1980 Familienkino vor und muss auf einmal alle zwei Sekunden “scheiße” und Witze über Pimmel anhören. Da wurde noch kein Blatt vor den Mund genommen, wie in manchem Disney Film und hier gibt’s auch mal auf’s Maul. Und baha, manche “Witze” im Film waren regelrecht geil und wirkten vor allem relativ spontan und nicht so übertrieben lame wie in Disneyfilmen. Ich weiß nicht, ob das an der Zeit lag oder nur an Richard Donner / Stephen Spielberg, aber bis auf wenige Ausnahmen waren die Witze wirklich nice und keine Kinderslapstick.

Ach, man muss ihn einfach gesehen haben. Wer auf Indiana Jones steht oder Stand By Me, wird auch an Goonies seine Freude haben. Denke ich.. Hoffe ich..

Pen Pen Pen Pen Trans(en)pen

Indiana Jones And The Kingdom Of The Crystal Skull

Indiana Jones
AND THE KINGDOM OF THE CRYSTAL SKULL
~ Ein Review ohne Spoiler ~

1957 – Der kalte Krieg macht auch vor Henry Jones nicht halt und so befindet er sich mal wieder in einer prekären Situation. Nach den Nazis sind nun die Russen die bösen und ganz besonders Dr. Irina Spalko, die auf der Suche nach einem Artefakt ist, für dessen Bergung damals Henry Jones mitverantwortlich war. Richtig lame wird’s aber, als das FBI Dr. Jones dann verdächtigt, mit den Russen zusammen gearbeitet zu haben. Dr. Jones! Verdächtigt als Kommunist! Das ist zuviel für einen Mann seines Alters und so will er sich erstmal nach Europa verdrücken. Daran hindern kann ihn nur Mutt Williams, der Dr. Jones um Hilfe bittet. Sein Vater wurde entführt, als er auf der Suche nach einem Kristallschädel war, dessen Legende besagt, das er demjenigen, der ihn an seinen Bestimmungsort zurück bringt, unfassbare Macht verleiht.

Soso. Indiana Jones Teil IV. Made in 2006 bis 2008. Mit einem über 60-jährigen Harrison Ford. Ich denke meine Zweifel waren berechtigt. Das kann doch nix werden. Nicht nur das Indy nun ein “alter Mann” ist, nein, der Film wurde auch noch im Animationsjahrtausend gedreht, wo jeder scheißdreck computeranimiert werden muss, nur weil es möglich ist. Das kann doch nix werden.

So ein SCHEISSFILM!!!

Aber halt. Was ist das? Ich sitz im Kino und der Film fängt an. Die 50er / 60er Jahre. Rock’n'Roll Musik. In großen, den alten Filmen exakt gleichenden (!) Lettern: “A Steven Spielberg Film”. Die erste Überraschung also. Keine wilde Kamerafahrt mit computeranimierten Buchstaben. Keine Heavy Metal Musik oder sicke Filtereffekte. Einfach nur ein Anfang, der den alten Filmen 1:1 gleicht. Wow. Das ist Indiana Jones. Das sind die 80er Jahre, als Actionfilme noch Action boten und die Hauptdarsteller noch wirklich (!) cool und gestandene Männer waren. Genau das ist Indiana Jones. Und so kommt man also in den seltenen Genuss, im Jahre 2008 einen Film zu sehen, der fast nahtlos an seine Episoden aus den 80er Jahren anknüpft. Das ist absolut keine Selbstverständlichkeit und ich war mehr als froh, das zu erleben.

Begeistern kann hier von Anfang an Harrison Ford, der ganz einfach immer noch Indiana Jones ist. Etwas älter mittlerweile, aber deswegen nicht gebrächlicher oder uncooler als damals. Im Film selbst wird das Alter auch aufgegriffen. Es ist hin und wieder Thema, wird mit einem Augenzwinkern betrachtet und wirkt nie deplatziert. Das Thema des etwas älteren Dr. Jones hat eine Qualität, wie ich sie mir nie erhofft hatte. Es ist einfach da und man akzeptiert es sofort. Es wurde einfach perfekt damit umgegangen. Vielen Dank. Der Rest der Schauspielerriege ist nicht minder hervorragend. Vor allem der Jüngling an Dr. Jones’ Seite machte mir anfangs Sorgen. Aber auch er ist einfach perfekt integriert, zwar cooler Rocker der 60er Jahre, aber nie lächerlich und immer realistisch. Man hasst ihn einfach nicht und ich fand ihn sogar ganz symphatisch, was wirklich eine Leistung ist.

Fakt ist, das trotz all dem immer noch Dr. Jones hier die Hauptfigur ist und das verdientermaßen. Die coolen Sprüche kommen direkt aus dem 80ern und prügeln jeden noch so verkrampft coolen Spruch eines Vin Diesel in die Ecke, bis dieser nur noch kotzen kann. Das ist hier eine ganz andere Qualität! Das ist Indiana Jones, verdammt noch einmal!

Aber nun gut. Wir wollen nicht übertreiben und so muss ich auch die negativen Seiten des neuen Indiana Jones Streifen hervorheben. Die Action ist teilweise einfach zu KRANK übertrieben. Es erinnerte mich ein klein wenig an Charlies Angels. Zwar wird hier nicht gekämpft, während man gerade in die Tiefe fliegt und unter einem ein LKW explodiert, aber es gab truely unnötig übertriebene Szenen. Und ich verstehe nicht warum, denn die restliche Action die geht trotzdem 1A ab. Richtige Oldschool Action mit vielen Faustschlägen, wilden Verfolgungsjaden und dem nötigen Realismus, den man trotz allem Übernatürlichen, welches schon immer ein Thema von Indiana Jones war, dringend benötigt. Das bringt mich auch schon zum zweiten Kritikpunkt. Genauso übertrieben wie die Action war dann leider der Schluss. Da hätte ich mir ein geringfügig anderes Drehbuch gewünscht, aber was will man machen. Immerhin passt es in die Zeit, in welcher der Film spielt und wurde ggf. gerade deswegen benutzt.

Das alles ist aber eher ein minimales Ärgernis. Unterm Strich bleibt trotzdem noch der alte Indiana Jones Flair mit Spurensuche, Rätselentschlüsselung, Besuchen in fernen Ländern und überhaupt alles. Es ist ein truer Indiana Jones Film, wie ich ihn NIE für möglich gehalten hätte. Ich muss den Machern dafür auch mal danken, da ich mir schon vorstellen kann, dass das gar nicht so einfach ist. Immerhin haben ja die heutigen Zeiten auch großen Einfluss auf die Persönlichkeiten von Spielberg und Lucas. Ob sie es wollen, oder nicht, sie haben sich ja auch geändert und sind nun ein wenig andere Menschen, als noch damals in den 80ern. Aber irgendwie hat’s einfach geklappt.

Ich mag ihn. Mir gefiel er. Jawohl.

Pen Pen Pen Pen Trans(en)pen

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

 

Indiana Jones And The Kingdom Of The Crystal Skull
2008 | USA | Steven Spielberg

Warnung: Dieses Review beinhaltet Spoiler. Nicht so ein paar kleine Dinger, nein, sondern richtig dicke Spoiler!
..aka sie gehen aber erst ab der “Kritik” los.

Schon 1993 wollte Steven Spielberg ein weiteres Sequel seiner Indiana Jones Reihe ins Kino bringen und lies dafür jede Menge Geschichten schreiben. Leider war alles Kacke und nach “Schindlers Liste” wollte er dann auf einmal auch keine Nationalsozialisten mehr in seinen Filmen haben!? Na ganz toll. :Q Aber Ende 2006 gab es wohl DIE verdammt gute Story auf die man 15 Jahre warten musste und die sollte jeder in 2 Jahren sehen können. Jedem war da schon klar, dass das neue Abenteuer vom coolsten Archäologen aller Zeiten ein Scheissdreck sein würde, wenn er nicht das typische Indy-Flair enthält. Und das in einer Zeit des Computeranimationsfetisch? Oje.

Heute wundert es mich wirklich, wie sich diese Zeit teilweise geändert hat. Neben der xten Hochglanzsuperheldenadaption aka crap stehen im Gegensatz alte Franchises plötzlich wieder auf und überraschen mit oldschoolness (Rocky), blutrünstiger Action (Rambo 4) oder auch alteingesessenen Helden, die von Jüngeren in die Gegenwart katapultiert werden (Die Hard 4.0). Letzteres versucht man auch mit dem aktuellen Indiana Jones Titel, doch die gute alte Zeit soll trotzdem bestehen. Deshalb wurde das Material vor dem Schnitt nicht digitalisiert. Deshalb wurden so wenig CGIs wie möglich benutzt (Wobei die Produktion ursprünglich die Peitsche und teilweise auch den Hut (???) von Harrison Ford computeranimieren wollte, was dann aber verworfen wurde, als Harrison sagte, er würde die Rolle dann nicht spielen. ~_~). Und deshalb wurde der Film hauptsächlich auf Material aus den 60ern (!) gedreht. All das, nur um sich nicht zu weit vom Original zu entfernen?
Nice. Supernice sogar. Doch hat das alles auch was gebracht?

Story
Nach einigen Kapazen im Jahr 1957 hat Indy erstmal genug von den USA und will nach Europa reisen. Daran hindert ihn Mutt Williams, der seine Hilfe benötigt und eine Karte von Indys verschollenem Freund Harold Oxley mitgebracht hat. Beide machen sich auf den Weg den Professor zu finden. Der Schlüssel zur Suche ist das Artefakt nachdem Oxley vor seinem Verschwinden suchte: Ein Kristallschädel, der laut einer Legende demjenigen unsagbare Macht verleiht, der ihn wieder zurück in die goldene Stadt bringt.

Kritik
Indiana Jones ist mittlerweile 65 Jahre alt. Nun, Harrison Ford ist 65.. wie alt Indiana Jones ist weiss man nicht wirklich aber das er viel älter ist, wird nicht verschwiegen. Und das war die einzig richtige Entscheidung. Es wäre technisch unmöglich oder eben lächerlich geworden, einen gealterten Indy in den 30er Jahren gegen Nazis kämpfen zu sehen. So spielt sich nun alles in den wilden 50ern ab, die man zwar mit ihren Rock ‘n’ Roll und Atombombentests erstmal so gar nicht nicht als Kulisse für einen Indiana Jones Film gelten lassen will.

All diejenigen die sich erhofft hatten, die Lagerhausszene des Trailers hätte nochmal etwas mit der Bundeslade des ersten Teils zu tun, irrte sich aka ich auch und das war erstmal enttäuschend, zum Schluss der Szene aber noch ein ganz netter Gag. Die anschließende Fahrt mit einem Raketenschlitten war da schon etwas “fremder” aber noch akzeptabel. Völlig unnötig dagegen war allerdings der Atombombentest. Für was zur Hölle war diese Szene in dem Film??? Egal, denn leider war die Explosion dabei ja so dermaßen krank (An dieser Stelle einen großen Dank an das Kinopolis Viernheim, dass in Saal 1 wohl die Anlage bis zum Anschlag aufgedreht hatte. WIE GEIL WAR DAS DENN BITTE???), dass ich jegliche Zusammenhanglosigkeit vergesse und sogar noch in die Hände klatsche. Boahaha alter war das abartig. ~_~

Es folgt die obligatorische Vereinigung der 50er Jahre mit den Indyuniversum. Diese undankbare Rolle übernimmt Jungstar Shia LaBeouf, der als cooler Jungendlicher der 50er mit Lederjacke und immer gepflegtem Haar auftritt. Undankbar deshalb, weil er nicht daran schuld ist, dass er anfangs nicht ins Bild passen will. Im Gegenteil: Er spielt seine Rolle absolut unübertrieben, sympathisch, fließend,.. einfach perfekt. Das Problem ist nur, dass diese Verschmelzung irgendwie zu gestellt aussieht.. wie z.B. auch die Szene ganz zu Anfang des Films, die einem wohl nur einbläuen soll in welcher Zeit die Geschichte spielt, damit wir es auch ja nicht vergessen. Was interessiert mich das? Ein kleiner Hinweis anhand irgendeines Tagesblattes hätte auch gereicht. Mir war die Zeit scheissegal ehrlich gesagt, da sie später eh nur noch im Dschungel rumrennen und Artefakte suchen und Geheimnisse lüften und.. Ooohjaaa! =P

Denn dann gehts auch endlich los und das “richtige” Abenteuer beginnt. Fortan sieht man nur noch relativ vertraute Szenen: Alte Tempel, Dschungel, Abenteuerklamotten, Peitsche,.. Schlangen,.. ~_~ ..es hätte alles so viel schlimmer kommen können. Das Gegenteil ist der Fall: Die Bilder, der Schnitt und die Locations sind einfach phantastisch gewählt worden. Alles sieht stimmig aus, Harrison Ford ist absolut fit und lässt Alterserscheinungen mit selbst gedrehten Stunts einfach im Nichts verschwinden, es gibt Verfolgungsjagden, Rätsel, geheime Völker.. ja herrgott was will man denn bitte noch mehr???

Weniger! NOCH weniger Computeranimation zum Beispiel. Steven Spielberg verzichtete zwar weitestgehend darauf aber einige Dinge konnte er sich wohl nicht verkneifen. Das wäre noch ganz ok, wenn die gezeigten Szenen nicht wenigstens nur mittelprächtig aussehen würden. Gründe hierfür suchte ich vergebens aka ich hatte keinen Bock, denn der einzige wirkliche Kritikpunkt ist nicht die Animation, sondern die Übertriebenheit mit der manche Actionsequenzen umgesetzt wurden.

So amüsant diese sind.. manchmal wurde hier wirklich über das Ziel hinausgeschossen. Wenn Matt sich aus Versehen im Dschungel aufhängt, nur um dann mit einer Affenbande zusammen per Lianen im Urwald in die richtige Richtung zu schwingen wie es jeden Tarzan neidisch machen würde und dann punktgenau wieder in einem Auto zu landen.. dann ist das schon.. ziemlich.. sick. Natürlich kann man verstehen, dass es heutzutage schwer ist den Grad zu finden, der alten Fan und jungen Kinogänger gleichermaßen zufriedenstellt aber ich glaube einige Szenen wären auch ohne diese wirren Ideen ausgekommen.

Ganz kritikfrei hingegen, sind die Handlungen und Gespräche der Protagonisten ausgefallen aka Humor. Wenn Indy und Marion sich über ihren Sohn streiten während sie eigentlich in Treibsand stecken und sterben, dann ist das mehr als geil. Es ist einfach herrlich und ich will mehr davon. Die Figuren gehen so nice miteinander um, dass ich öfters einfach mal lächeln musste.. auch wenn gerade nichts Komisches geschah. Spielberg hat es wirklich verstanden die Zuschauer hier nicht zu enttäuschen und mit seinen vielen Anspielungen auf frühere Teile sogar noch eins draufzusetzen, ohne dabei ins Lächerliche abzudriften.

Doch bei all diesem Spaß ist irgendwann Schluss mit Lustig und der Ernst der Lage konzentriert sich auf das letzte Kapitel des Films, der auch gleichzeitig das gesamte Projekt mit einem Ruck auf wacklige Beine stellt. Soll man es Mut nennen? Oder einfach nur ausgefallen? War es dumm? Das ist jedem selbst überlassen. Ich konnte mich recht früh mit dem Gedanken von Aliens anfreunden und hatte dadurch nicht das riesen Problem mit dem Thema. Immerhin hat Indy auch in seinen früheren Abenteuern ziemlich seltsame Dinge: Ein Schamane der Dir das Herz mit den bloßen Fingern entfernen kann!? Voodoo Magie!? Ein Gral der Unsterblichkeit verleiht!? Und dann wäre da ja auch noch die bereits erwähnte Bundeslade, die damals ja auch schon gut abging aka. :Q

Es war also klar, dass am Schluss etwas Übernatürliches passieren würde. Ob die Idee mit dem Ufo jetzt die Beste war sei mal dahingestellt. Aber wenn jemand eines entdeckt, dann doch wohl bitte Indiana Jones! =P Das Einzige was mir hier wirklich auf die Eier ging, war das Alien, dass natürlich noch leben und ganz grimmig gucken musste. Warum bitte??? Es war so ultimativ klischeehaft. =/ Aber was solls. Dafür entschädigte die folgende Sequenz mit dem Aufstieg des Ufos voll und ganz. Um nicht zu sagen: Sie war wirklich nett. Ja. Ich will damit eigentlich sagen, dass ich da innerlich 2x hintereinander kam und total geflasht war ..auch noch 30 Minuten später. :Q

Wie dick sah das aus bitte? Wie geil ist es, wie Indy einfach im unteren Bildschirmrand hautnah alles miterlebt? Wie krank ist es, dass da einfach ein riesiges Ufo aufsteigt und dabei ein ganzes Areal aushebt, was dann nach 20 Sekunden zu einem riesigen See wird? Pahaha also.. geil. ~_~ Und auch ziemlich nice, dass man nicht erfährt was jetzt das eigentliche Geheimnis des Kristallschädels war, wo das Ufo hinflog und so weiter. Wenige Antworten = gut.

Fazit
Die Serie sollte sich wohl so weiterentwickeln. Nach vielen erfolgreichen Comebacks einiger Franchises, folgt auch Indiana Jones und spielt ganz oben mit. Das schwierige Zusammenspiel zwischen den Vorgängern einer anderen Zeit und dem aktuellen Werk wurde im Laufe der 122 Minuten gut gemeistert. Alle Darsteller spielen ihre Charaktere wundervoll und der Humor ist dank Harrison Ford so einzigartig wie eh und je. So können auch die teilweise etwas zu übertriebenen Actioneinlagen nebst immer noch zu vielen Computereffekten diesem Abenteuer absolut nichts an haben. Spielberg beweist das richtige Händchen womit er Jugend und alte Fans gleichermaßen überzeugen kann ..sofern sie nicht ganz engstirnige Hundesöhne sind. Lässt man das Abenteuer einfach auf sich wirken, wird man feststellen: Es sieht aus wie Indy, es hört sich an wie Indy, es fühlt sich an wie Indy,..
Es ist Indy!

Pen Pen Pen Pen Pen

Acacia

ACACIA

Mi-sook (Shim Hye-jin) und Do-il (Kim Jin-keun) hätten gerne ein Kind. Sie ficken um die Wette, aber es will und will einfach nix dabei heraus kommen. Also entschließen sie sich ein Kind zu adoptieren. Im örtlichen Weisenheim werden sie in Form eines kleinen sechsjährigen Jungens fündig. Er fällt Mi-Sook auf, weil er “interessante” Bilder malt. Zuhause bei seiner neuen Familie angekommen, bemerken diese, das er sich zu Bäumen hingezogen fühlt. Der Akazienbaum im Garten hat es ihm besonders angetan und so sitzt er stundenlang davor, teilweise darauf und umarmt diesen sogar. Er lebt sich gerade in die Familie ein, als Mi-Sook unerwartet Schwanger wird. Ihr erstes eigenes Kind bekommt natürlich volle Aufmerksamkeit, was dem sechsjährigen Adoptivkind nicht so gefällt. Er verhält sich seit dem… merkwürdig.

Acacia ist ein Horrofilm aus Korea, der ausnahmsweise mal auf langhaarige asiatische Mädels verzichtet und statt dessen einen Baum in die Mitte des Geschehens stellt. Im Zusammenspiel mit dem komischen Adoptivjungen hätte sich fast so etwas wie Grusel eingestellt, wenn die Inszenierung nicht so langweilig gewesen wäre. Viele Szenen waren Handwerklich gut gemacht und gerade Anfangs hätte man den Baum fast als Bedrohung wahr genommen, aber wenn er dann im späteren Verlauf des Filmes physikalisch (!) zurück schlägt, dann wird es etwas komisch. Dabei ist die Story gar nicht so vorhersehbar, wie es die Inhaltsangabe vermuten lässt. Man ahnt was passiert sein könnte, weiß es aber nicht und am Schluss kommt es dann doch irgendwie ganz anders.

Die Cinematographie ist teilweise grandios, teilweise etwas “blass” und kann den Film dann auch nicht mehr retten. Es ist einfach langweilig. Anfangs wird er noch schön zurückhaltend erzählt, mit vielen Szenen, bei denen man sich den Rest denken muss, oder die einfach super reduziert sind, aber leider dreht das dann am Schluss komplett um und jede Kleinigkeit wird lang und breit erklärt. Das ist scheiße. Die Musik ist – typisch für eine koreanische Produktion – teilweise ziemlich grandios und bietet Ohrwürmer, aber auch hier hat man sich gegen Ende des Films irgendwie vertan und die Hauptmelodie von einem Kind lallen lassen, was zwar in Verbindung mit dem Ende Traurig sein sollte, aber leider nur bescheuert klang.

Schade, denn anhand des Covers und im Hinblick auf “Tale Of Two Sisters”, hatte ich mir etwas stylischeres erhofft. Vor allem mehr Grusel. Bis auf zwei Szenen war hier nicht viel mit Grusel.

Außen Hui, innen Pfui.

Pen Pen Trans(en)pen Trans(en)pen Trans(en)pen