The Yellow Sea

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The Yellow Sea (Hangul: 황해; RR: Hwang hae)

Hab den von einem koreanischen Kumpel empfohlen bekommen und dachte so: “Yellow Sea klingt romantisch. Guckste mal zum Einschlafen ‘n bissl”. Ganz großer Fehler.

Der Taxifahrer Gu-nam (Ha Jung-woo) befindet sich in einer ziemlich verkackten Situation. Er lebt und arbeitet in China, seine Frau ging zum Arbeiten nach Korea, aber er hat seit sechs Monaten nichts mehr von ihr gehört, er hat Schulden beim lokalen Mob und versucht sich nebenbei mit Mahjong sein Gehalt aufzubessern. Das klappt alles nicht so richtig, Gu-nam verzweifelt förmlich, doch dann bekommt er ein Angebot vom Gangsterboss Myun Jung-hak (Kim Yun-seok). Er soll nach Korea reisen und einen Auftragsmord ausführen…

Also, tjo, die Art wie die verschiedenen Charaktere introduced und aufgebaut werden war das erste, was mir auffiel im Film. Der Detailgrad mit dem Gu-nam und seine Situation geschildert wird ist einfach mitreißend. Man wird selbst nie in so eine Lebenssituation kommen und dennoch kann man nach den ersten fünf Minuten direkt mitfühlen. Seine kaputte Bude, die Kleingangster, die ihm Kohle abziehen wollen, die Mahjong Sucht, der shitty Taxifahrer Job, alles so detailliert in Szene gesetzt, dass man sich wie ‘ne arme Sau in China fühlt. Man kann förmlich den Smog atmen. Einfach sick. Genau so geht’s dann weiter mit den anderen Charakteren, die nach und nach ins Spiel kommen. Myun Jung-hak ist der perfekte Gangsterboss. Protzig, stumpf, “cool”, manchmal bisschen lustig. Man kann sich schon vorstellen, warum arme Seelen für ihn arbeiten.

Das nächste Element, das mich so weggeflashed hat, war die Action. Hier muss man zum Teil echt schlucken, weil in dem Film fast keine Pistolen vorkommen, sondern hauptsächlich Messer, Äxte und ääh, Knochen? Also, pahaaaaa, was in dem Film abgeht, ist echt nicht normal. Blutgehalt ist auch echt sick einfach. Wenn Leute sterben, dann aber volle Kanne, Susanne. Baha ey, also, manche Szenen in dem Film sind einfach siiiicke Scheiße. Es schaukelt sich auch immer weiter hoch, mit Einschlafen war da gar nichts bei mir.

Zuletzt ist die Story einfach nice. Gespickt mit Lügen, Intrigen, Wut und Rachegelüsten ist das wirklich einer der stärksten Filme, die ich aus Korea kenne. Die Charaktere wirken zu jeder Zeit authentisch und bleiben sich treu. Nach der Hälfte des Films weiß man ungefähr wo die Reise hingeht, aber nichtsdestotrotz fragt man sich die ganze Zeit wie es weiter geht. Und es geht halt auch immer weiter bis zum Schluß, das ist das Sicke. Ach Gott, war das sick alter. Ach und gibt sogar eine Bums-Szene. :buemsn:

So, ja, in diesem Sinne vergebe ich mal wieder dicke fette fünf Penen für einen weiteren koreanischen Film und hope, dass hier auch noch paar Leute gucken. >:O

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Victoria

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Victoria

Victoria ist alleine in einem Club in Berlin und kommt aber nicht so recht ins Gespräch mit Leuten. Es ist eh schon vier Uhr in der Früh und ihre Schicht im Café fängt um 07:00 Uhr an, von daher beschließt sie, sich auf den Heimweg zu machen. Beim Verlassen des Clubs labert sie aber “Sonne” an. Ein unschuldig dreinschauender Berliner mit 3 Freunden. Sie begleiten Victoria auf dem Heimweg. Es wird eine Nacht, die ihr Leben verändert.

Also puh, ey. Deutscher Film und als aller erstes will ich mal die Hauptdarsteller loben, vor allem die vier Jungs. Ich kenne die Schauspieler ansich nicht und evtl. spielten sie nur “sich selbst” aka waren truely drunk und labern die ganze Zeit so, aber das war wirklich überzeugend und sehr, sehr gut gemacht. Victoria selbst ist auch nicht verkehrt als Austauschstudentin (?) alleine in einer fremden Stadt. Sie ist erst 3 Monate in Berlin und kennt noch niemanden so richtig und das bringt sie auch gut rüber. In weiteren Rollen jedoch fiel mir vor allem der Oberbösewicht mehr als negativ auf. Also sein Gehabe ist an Schnulz und Overacting kaum zu überbieten und stellt für mich so diesen typischen deutschen Schauspieler dar, den man einfach nicht truely ernst nehmen will / kann. Furchtbar und schade, denn der Rest des Films ist überwiegend super natürlich und klasse gespielt imho.

Natürlich muss man jetzt auch die Kamera erwähnen und dass der Film in einem Take gedreht wurde. Also alleine dafür aber erst recht in Kombination mit den Schauspielern und der generellen Authentizität muss man den Filmemachern großen, großen Respekt zollen, denn das ist schon schlicht und ergreifend Wahnsinn. Eine wahre 134-minütige Meisterleistung in welcher die Kamera nie nervt, trotz 1-Take nicht auf Komposition verzichtet und generell erfreulich stabil (nicht viel “Shaky-Cam”) bleibt. Respekt, Respekt, Respekt!

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Tja… aber dennoch… im Laufe der fast 2,5 Stunden ertappte ich mich immer wieder dabei, wie ich die Kamera bzw. den 1-Take gar nicht so wahr nahm. Da frage ich mich natürlich asapst: “Für was macht man sowas dann?”. Wenn man im Laufe des Filmes kaum noch zwischen einem normalen Film mit Cuts und Victoria unterscheidet, wo besteht dann der Sinn? Dass ich mich durch die Kamera intensiver in die Story reinversetzt fühlte, konnte ich jetzt nicht gerade behaupten. Vielleicht liegt’s auch einfach daran, dass die Story einfach ein bisschen langweilig war. So schade es auch klingt, aber die erste Stunde ist einfach laaangweilig bzw. zieht sich seeehr. Es sieht einfach aus, wie ein typischer Vidgames Abend in Weingarten, wo einfach jemand mit dem iPhone 1 Stunde filmt und alle durcheinander quasseln und versuchen, eine Tussi anzugraben. Das ist super authentisch, jawohl, aber leider auch super langweilig und nervig imho. Die Charaktere mochte ich zu Anfang des Filmes überhaupt nicht, was alles nur noch schlimmer machte.

Irgendwann kommt der Film dann zwar in Fahrt, aber leider imho zu Lasten des Realismus SPOILER Die deutsche Polizei schießt asapst einen Flüchtigen Bankräuber tot? Also… eh… / SPOILER. So macht das Ende des Filmes zwar wesentlich mehr Spaß, aber es bleibt ein fader Beigeschmack im Mund und ich frage mich die ganze Zeit: “Tjopes, für was das alles?”. Meiner Meinung nach hätte das ganze als 1-stündiger Kurzfilm (und dann natürlich mit anderer Story) irgendwie besser funktioniert.

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In Order Of Disappearance

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In Order Of Disappearance

Nils fährt einen Schneepflug durch ein verschlafenes Dörfchen in Norwegen. Als eines Tages sein Sohn an einer Überdosis Kokain stirbt, will Nils nicht wahr haben, dass sein Sohn Drogen nahm. Er macht sich daran, die schuldigen aufzuspüren und zur Strecke zu bringen. Revenge ensues.

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Tja, die Story liest sich nicht nur ziemlich basic, sondern ist es auch. Der Film macht auch gar keinen Hehl daraus und hakt einen nach dem anderen ab, aber die Art und Weise wie es gemacht wird, das ist das Tolle am Film. Also zu aller erst fällt einem die super Atmosphäre auf. Die wuuundervollen Kameraaufnahmen der norwegischen Landschaft und dazu der unübliche und geniale Soundtrack machen den Film alleine schon sehenswert. Die Atmosphäre die hierbei erzeugt wird ist einfach super und bietet von Düster bis Heiter fast alles. Ansonste wissen aber auch die Schauspieler zu überzeugen, allen voran natürlich Stellan Skarsgard, dem man einfach gerne dabei zuschaut, wie er einen nach dem anderen zur Strecke bringt. Hier hätte ich mir ggf. ein bisschen mehr Kreativität in der Art und Weise erhofft, aber es bleibt eigentlich – bis auf zwei Ausnahmen – ziemlich unspektakulär, wenn auch blutig. Bruno Ganz als serbischer Drogenboss verwirrte mich jedoch ein wenig, da ich ihn erst gar nicht truely erkannte und er in einer Szene gar Deutsch anstelle von Serbisch spricht. Hä?

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Naja, ansonsten muss man sagen, dass der Film handwerklich einfach fast perfekt ist und die basic Story dann definitiv wett macht. Des Weiteren legt sich über den ganzen Film ja auch ein schöner, schwarzer Humor und dank der genialen Kamera gibt es immer wieder schönes zu sehen und schwupps, sind 2 Stunden schon rum und man langweilte sich keinen Meter. Nice!

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Chongqing Hot Pot

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Chongqing Hotpot – 火锅英雄

3 Freunde betreiben ein Untergrund Hot Pot Restaurant in Chongqing. Untergrund heißt hier literally in einem alten Bunker. Sie wollen es eigentlich verkaufen, doch dem Käufer ist es zu klein. Also beschließen Sie das Restaurant zu erweitern und fangen an, sich in die Wände zu graben. Dabei stoßen sie ausversehen auf einen Raum über ihnen. Einen Tresorraum…

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Chongqing Hot Pot hat eigentlich eine interessante Prämisse und fängt vor allem super stylish und interesting an. Und zwar mit einer Truppe von Gangstern, die eine Firma ausrauben und dann eben das Loch im Tresorraum entdecken, welches zum Hot Pot Restaurant führt. Allein diese Situation ist imho ziemlich interessant und lustig, aber der Film macht leider nicht wirklich viel daraus. Viel mehr entscheidet sich der Regisseur oder die Drehbuchschreiber erst einmal dafür, eine Romanze einzuführen und wirklich cheezige Brotherhood-Themen aus den 80ern auszugraben. Das ganze aber total ernst und ohne auch nur den Anschein von Selbstironie oder Spaß daran zu haben. Das passt imho nicht ganz so sehr, aber naja. Der Film ist dann dennoch ganz gut gemacht, vor allem visuell eine Augenweide und kann immerhin eine gewisse Spannung aufrecht erhalten, da er ein wenig anders endet, als man erwartet.

Lustig war noch, dass sowohl Huan, als auch ich Untertitel benötigten. Ich natürlich, weil ich kein Chinesisch kann und Huan aber, weil die Truppe im Film sicksten Dialekt spricht. xD

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Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert

Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert
(confessione di un commissario di polizia al procuratore della repubblica | italien 1971 | damiano damiani | dvd: koch media)

Der im Irrenhaus Einsitzende Lipuma wird mysteriöserweise freigelassen. Zwei Tage später stirbt er bei einer Schießerei im Anwesen des Unternehmers Lomunnos, ursprüngliches Ziel des Anschlags. Polizeikommissar Bonavia (Martin Balsam) untersucht den Fall. Dann schaltet sich auch der junge Staatsanwalt Traini (Franco Nero) ein, er glaubt fest an die Unfehlbarkeit der Justiz. Es stellt sich jedoch heraus, dass Bonavia in den Fall auf besondere Art verwickelt ist. Trainis Misstrauen wächst mit jedem Tag.

Damiano Damianis Der Clan… wirkt stellenweise wie eine weniger clevere – und weniger mutige – Version von Costa-Gavras’ Z, der zwei Jahre zuvor mit seiner pessimistischen und kompromisslosen Darstellung korrupter Machtstrukturen als besonderer Meilenstein in die Geschichte des politischen Films einging. Allein dieser Vergleich lässt den Clan nicht im schlechten Licht stehen. So gewann er doch im Jahr seiner Erscheinung den Hauptpreis des Moskauer Filmfestivals und wurde – nach Franco Neros Aussage – in mehr Länder verkauft als die Werke Leones und Fellinis es taten. Doch es bleibt ein wenig die Schwierigkeit, sich in die Situation der damaligen Zeit hineinzuversetzen, in denen diese Filme beim Publikum noch für weitaus größeren Aufruhr sorgten. Heutezutage ist das anders: Kritik an Regierung und Gesellschaft ist selbst in Hollywood-Blockbustern Gang und Gäbe, in manchen Fällen sogar zum selbstverständlichen Plotdevice geworden.

Dass sich hinter dem Clan dennoch ein durchaus lohnender Film verbirgt, ist vor allem in Damianis Herangehensweise zu begründen, die Kritiker als “kommerziell” oder “populistisch” abtun könnten: Die emotionale Konsequenz steht bei ihm an höchster Stelle. Der vergebliche Kampf gegen Korruption und Machtmissbrauch findet seinen Ausdruck in Bonavias verbittertem Gesicht, und am Ende auch in seinen Taten. Damiani schafft keine Distanz zum Geschehen, will auch nicht politische Komplexe in ihrer Gesamtheit ergründen. Er belegt exemplarisch am Einzelschicksal (siehe auch Töte Amigo) und bewegt den Zuschauer zum Mitleid – und damit zum Nachdenken. Den Vorwurf der Oberflächlichkeit und Vereinfachung kann man Damiani somit durchaus machen. Dass er jedoch gerade so ein größeres Publikum erreicht als mit akademischer Abstraktion, spricht unabhängig davon vor allem für seine Qualitäten als Filmemacher.

Weitere Erwähnung verdient der großartige Martin Balsam, Dreh- und Angelpunkt des Films. Wie er allein mit wenigen Gesten und seinen Gesichtsausdrücken eine derart humanistische Ausstrahlung verkörpert, ist absolut einmalig, sodass selbst Franco Neros übliches Charisma ein wenig untergeht. Und Riz Ortolanis einprägsames Titelthema tut sein Übriges, um die bedrückende Stimmung noch weiter zu steigern. Auch wenn am Clan, der seine Feinde lebendig einmauert eindeutig der Zahn der Zeit genagt hat – als filmhistorisches Dokument aus einer Zeit der Unruhe und des Umbruchs bleibt er auch heute noch höchst empfehlenswert.

Bonavia: Wo wohnen Sie?
Traini: Hier in der Nähe.
Bonavia: Passen sie auf, an einem der nächsten Tage könnte aus dem Hahn in ihrem Badezimmer Blut laufen. Oder sie bemerken eine defekte Stelle im Mauerwerk. Sie kratzen – und was kommt zum Vorschein: Ein Finger. Oder ein Auge.

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(Wer sich übrigens diesen bescheuerten dt. Titel ausgedacht hat, gehört in die selbe Zelle gesperrt, die bereits den Schöpfer von “zwei abgewichste Profis” beherbergt.)

A-1

A-1
H E A D L I N E

Ling (Lee Sinjie) arbeitet als Journalistin in der Fashion Rubrik beim “Citizen Star”. Eines Tages hat ihr Ex-Freund – ebenfalls Reporter beim gleichen Blatt – einen tödlichen Autounfall. Die Schuldeneintreiber Fei (Anthony Wong) ein Ex-Cop und Ma (Eric Kot) ein Ex-Häftling werden zufällig Zeugen der Szene. Sie geben Ling erste Hinweise: Das sah nicht nach einem Unfall aus. Ling fängt an zu investigaten und kommt schnell darauf, das ihr Ex-Freund kurz vor seinem Tode an einer großen Story arbeitete.

Wird die Wahrheit an’s Licht kommen? Spannend, bis zum Schluss!

Naja fast. A-1 fängt recht rasant an. Die Stimmung ist mysteriös, die Bilder ebenso und schnell wird klar: “Heilige Scheiße! Hier haben wir es mit etwas ganz großem zu tun!”. Diese Stimmung wird auch über die erste Hälfte des Filmes ganz gut gehalten nur… sackt sie dann rapide ab. Es ist einfach nichts mehr los, das Ende absehbar und so wirkliche Spannung kommt einfach nicht mehr ganz rüber. Das Ende ist dann zugleich das traurigste am Film. Zu sanft ist die Auflösung, zu unschockierend die trueste aller truen Wahrheiten. Man sitzt unweigerlich da und denkt sich: “Hä? Das war’s?”. Im echten Leben würde einem ein Stein vom Herzen fallen, das nichts schlimmeres passierte, aber wenn man sich fast 2 Stunden einem Film widmet, dann will man ganz einfach etwas mehr.

Allen voran Anthony Wong und Lee Sinjie retten den Film vor’m totalen Untergang. Beide überzeugen mit angenehm zurückhaltenden, symphatischen und stets überzeugenden Performances. Was man von Eric Kot nicht ganz behaupten kann. Recht lustig zwar, aber etwas übertrieben kommentiert er das Geschehen auf der Leinwand und wirkt was wie ein Sidekick. Imho unpassend für einen Film dieser Art. Aber dafür haben wir ja Lee Sinjie, die nicht nur sexy, super skinny, sexy, wunderschön, hübsch, symphatisch und natürlich sexy ist, sondern zudem auch noch schauspielern kann. Und das nicht zu knapp. Da fällt sogar Shawn Yue kaum weiter (negativ) auf.

Schade schade. Ein guter Thriller, der mal nicht im Gangstermilieu Hong Kongs spielt, wäre echt wünschenswert gewesen. Aber der krasse Durchhänger nach der zweiten Hälfte macht ihn fast unansehbar. Aber gut, das Anthony Wong mitspielt. Dafür und die erste Hälfte der dritte Pimmel. :Q

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Bayside Shakedown

Bayside Shakedown
Katsuyuki Motohiro | Japan 1998

Es hätte ein ganz normaler Tag im Wangan Police Department werden können, wäre da nicht in einem Fluss eine Leiche aufgetaucht. Ihm wurde, wie sich herausstellt, der Bauch aufgeschnitten und ein Teddybär darin platziert. Die Wangan Police Force Truppe um Aoshima (Yuji Oda) würde sich auch gerne an die Ermittlungen machen, wenn da nicht plötzlich das Metropolitan Police Department mit einer kompletten Delegation an Hardware und Personal das Wangan Police Department stürmen und gehörig Chaos in die lokale Polizei bringen würde. Der Grund: der Polizeipräsident wurde gekidnapped. Das zusätzlich auch noch in der Polizeiwache ein Dieb unterwegs ist, erschwert das ganze nur.


(Alter, geiler Fotostyle. So sah das im Film nicht ganz aus. Geil. Geile Fotos. Geil.)

Bayside Shakedown basiert auf der damals sehr erfolgreichen, japanischen TV Serie “Odoru Daisosasen” und brachte es mittlerweile zu immerhin zwei Kinofilmen und einem verwandten Spin-Off. Bereits das Intro des Filmes erinnert schon stark an eine Serie und um was es darin geht: Charakterportraits. Schießereien gibt’s hier so gut wie gar keine. Bayside Shakedown geht sogar so weit, das selten ein Polizist jemandem mit einer Waffe droht oder gar zuschlägt. Nichts desto trotz bleibt der Film spannend, was hauptsächlich an den drei einzelnen Stories liegt. Die Entführung des Commissioners, der Dieb im Polizeiquartier und die Leiche im Fluss. Während die Auflösungen jeweils etwas unspektakulär wirken, so bleibt anfangs die Spannung, ob und wenn ja wie die drei Handlungsstränge ineinander verwoben sind. Und immerhin hat der Film noch zwei ganz andere Punkte, die ihn symphatisch machen. Comedy und Charaktere.


(Alter, geiler Fotostyle. So sah das im Film nicht ganz aus. Geil. Geile Fotos. Geil.)

In den knapp 2 Stunden Laufzeit wird ausreichend auf die verschiedenen Insassen des Wangan Police Departments und deren Beziehung untereinander eingegangen und am Schluss des Filmes kommt man nicht ganz drum herum, min. zwei der Charaktere zu mögen. Und dann ist da noch der teils satirische, teils gesellschaftskritische und unterschwellige Witz im Film. Die ganz großen Lacher bleiben aus, dafür gibts oft genug Grund zum Schmunzeln und das fast durchgängig, wenn da nicht die ernsten Unterbrechungen zwischendurch wären. Bayside Shakedown ist somit nicht nur Komödie und sogar Drama, sondern Thriller zugleich. Dabei passen sich die ernsteren Szenen relativ nahtlos in den Rest ein. Besonders gefallen, hat mir eine Begegnung mit einem gesuchten Mörder, die fast schon richtig creepy war. Auch das Ende war etwas überraschend und richtig nice.

Katsuyuki Motohiro, der ja auch für meine Lieblingskomödie aus Japan – Space Travelers – verantwortlich war, gelang hier also ein durchaus sehenswertes Stück Film. Für die volle Anzahl an Pimmeln reicht es leider nicht ganz, da mir zu oft der “Serienstil” präsent war und der Film an manchen Stellen etwas schneller zur Sache kommen könnte. Da ist Space Travelers eben ein quentchen besser. Aber immerhin: Ich will nun Teil 2 sehen.

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Untold Story

Untold Story
Herman Yau | HK 1993

Wong Chi-Hang (Anthony Wong) arbeitet im 8 Immortals Restaurant als Koch. Beim Mahjong spielen mit seinem Chef kommt es zu Streitereien. Wong schummelt beim Spielen und sein Boss will ihm deswegen kein Geld zahlen. Da greift Wong kurzerhand zum Hackebeil und streckt seinen Boss wieder. Danach übernimmt er einfach selbst das Restaurant und verkauft das Fleisch seines Bosses, der Kinder und der Frau als gefüllte Teigtaschen im besagten Restaurant. Als eines Tages die Überreste der Schwiegermutter am Strand auftauchen bekommt die Polizei Wind von der Sache und fängt an zu investigaten. Schnell haben sie einen Verdacht und beobachten Wong. Aber ihm ein Geständnis zu entlocken ist eine ganz andere Sache…

Einer der most famous CAT III HK Filmklassiker. Basierend auf einer teilweise wahren Begebenheit in Macau erzählt The Untold Story eine gar grausame Geschichte um Wong Chi-Hang und dessen Geschäftspraktiken. Dabei hebt sich der Film von anderen “Schockern” nicht unbedingt durch seine grafische Darstellung der Morde ab, sondern viel mehr durch die Szenen dazwischen. Wong ist sichtlich krank im Kopf, wäscht sich das Blut von den Händen mit seinem eigenen Urin, trinkt fremden Urin, schändet die Kassiererin und rammt ihr danach mehrere Essstäbchen rein und vor Kindern macht er selbstverständlich auch nicht halt. Und als wäre das nicht alles schon grausam genug, sehen wir immer wieder die Polizeitruppe um Sergeant Lee (Danny Lee), die für die ein oder andere witzige Szene sorgen. Mir persönlich gefielen die Szenen ansich, aber so wirklich in den Film wollen sie nicht passen. Mag sein das Herman Yau damit die damals in Macau übliche (?!) Polizeiarbeit kritisieren wollte, aber ich bin der Meinung, das man das hätte gleich lassen sollen. Gottseidank beeinflussen sie die brutaleren Szenen um Wong nicht im geringsten.

Diese sind vor allem durch den Soundtrack ziemlich übel. Düster, dreckig und fast schon Silent Hill mäßig, schafft der Soundtrack das i Tüpfelchen auf der Atmosphäre. Die abgetrennten Gliedmaßen sind dann auch handwerklich wirklich toll gemacht und Blut spritzt reichlich. Eigentlich alles, was man sich von einem Film dieser Art wünschen kann. Richtig nice fand ich dann aber noch, das die Polizei Wong ziemlich schnell auf die Schliche kommt, aber erst einmal zu tun hat, ein Geständnis aus ihm zu pressen. Ein gutes Stück Film handelt davon, wie Wong von der Polizei vermöbelt wird, von Knastinsassen vermöbelt wird und gar von der Krankenschwester gequält wird. Er ist aber auch ein sickes Arschloch. xD

Ein nice CAT III Film mit einer tollen Atmosphäre (Mal die Comedyszenen außer Acht gelassen), von dem ich nun gerne eine bessere DVD hätte, aber keine 50 EUR für die komische deutsche Box bezahlen will. Was tun?

Die City Connection DVD ist ja wirklich unter aller Kanone und hätte ich das vorher gewusst, hätte ich sie nicht einmal geschenkt genommen. Das Bild teilweise in 16:9, teilweise in 4:3 (???), viel zu hell sowieso und der Sound kann sich auch nicht zwischen Rauschen und Dumpfheit entscheiden. Das dann hin und wieder ein paar Untertitel fehlen ist für City Connection sicherlich Ehrensache. Da wundert mich etwas, wieso diese DVD das mit Abstand beste Cover von ALLEN hat. ~_°?

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Contraband

Contraband
luca il contrabbandiere | italien 1980 | lucio fulci | dvd: blue underground

Luca (Fabio Testi) ist Teil eines Syndikates, dass in Neapel mit Motorbooten Zigaretten schmuggelt. Als seine Bande bei einer Lieferung plötzlich auffliegt und obendrein noch sein Bruder erschossen wird, fällt der Verdacht auf den lokalen Konkurrenten Scherino (Ferdinand Murolo), doch es stellt sich heraus, dass jemand ganz anderes ein Stück vom Kuchen abhaben möchte.

Im Lauf seiner Karriere versuchte sich Lucio Fulci neben seinen hinlänglich bekannten Gore-Orgien auch an anderen, damals populären Genres. Contraband ist sein einziger Ausflug in die Welt des Crime/Polizeifilms, und das zu einer Zeit, als das italienische Genrekino schon längst am Absaufen war. Dass man ihm hier trotzdem ein angenehm großes Budget anvertraut hat, merkt man schon an der Eröffnungsszene, einer zwar etwas lustlos geschnittenen, aber dennoch recht aufwändig gefilmten Motorbootjagd. Es entwickelt sich das übliche Kammerspiel zwischen Intrigen, Rache und Verrat, angetrieben von Poliziotteschi-Veteran Fabio Testi, nicht in seiner besten Rolle, aber sympathisch wie immer, im späteren Verlauf gesellt sich dann auch noch der charismatische Marcel Bozzuffi (French Connection) als Oberfiesling dazu.


90 Minuten leicht verdauliche, spaßige Italo-Action also, bei der es sich Fulci ganz zum Vergnügen des Zuschauers auch nicht nehmen lässt, hier und da ein paar ordentliche Splattereinlagen zu spendieren. Neben der längst legendären Pistole-im-Mund-Szene (s.o.) wird einer hübschen Frau auch noch das halbe Gesicht abgefackelt, Köpfe werden zerfetzt, Bäuche aufgeschossen, dazwischen immer wieder die hübschen Titten von Ivana Monti. All das unterlegt Routinier Fabio Frizzi mit einem treibendem Score zwischen Disco und Crimejazz.

Sicherlich kein Meisterwerk also, und als tatsächlich hochwertiger Poliziesco auch nicht wirklich ernstzunehmen – dafür sind einige Szenen einfach zu bizarr und der Plot zu verwirrend – doch im Gesamtkatalog Fulcis sicherlich ein oft zu leicht übersehenes kleines Bonbon.


(Jap. Poster! xD)

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Der Mungo

DER MUNGO | Philipp Osthus | Deutschland | 2006

Die Polizei ist einem Kriminellen auf der Spur. Um ihn endgültig dingfest zu machen, organisieren sie einen Fakedeal, bei dem er endlich in die Falle tappen soll. Die Ware: Plutonium. Echtes. Sollte diese Operation fehl schlagen – so sind sich alle bewusst – wird das katastrophale Folgen haben.


Der Mungo entstand als Abschlussfilm 2006 des Filmstudiums an der Hamburg Media School und gewann sogleich den Studio Hamburg Nachwuchspreis 2007. Dabei ist es einfach zu sehen warum. In 20 Minuten Laufzeit sehen wir eine recht spannende Story um eine Polizeioperation, die nicht nur wunderschön gefilmt ist, sondern gleich noch mit zwei Twists aufwarten kann. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob der erste Twist nun gewollt ist, oder nicht. Ich war definitiv ein klein wenig überrascht und das ist doch schon einmal was. In starkem Kontrast zu den üblichen deutschen Krimiserien im TV, hat der Mungo definitiv Kinoqualitäten. Dafür sorgen nicht nur Farbfilter, eine gute Kameraarbeit und dicker Sound, sondern auch professionelle Schauspieler gleichermaßen. Wenn man Kurzfilme wie “Der Mungo” sieht, wünscht man sich unweigerlich mehr von der Art.

Gritty Cop Thriller müssten im Prinzip auch in Deutschland möglich sein.

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