Über elend

elend lebt in China, spielt am liebsten simple Retrospiele in Pixeloptik und schreckt auch nicht vor Filmen mit Untertiteln zurück.

Flaming Brothers

Flaming Brothers
Hong Kong 1987

Alan und Ah-Tien sind schon seit Anbeginn ihrer Kindheit Freunde. Schon damals klauten sie zusammen Reis, weil sie Hunger hatten. Jahre später sind sie immer noch die besten Freunde und halten auf Macau ein profitables Business von Spielcasinos, Nachtclubs und sogar Bordellen (oooah ja!) am Laufen. Eines Tages bekommen die zwei Freunde ein Angebot eines großen Gangsterbosses. Sie sollen Waffen für ihn schmuggeln. Als Alan dafür kurz nach Thailand reist, lernt er eine alte Freundin kennen, die ihm damals schon half, als er ein kleiner klauender Straßenjunge war. Er verliebt sich natürlich prompt in sie (obwohl sie kurze Haare hat) und will fortan ein koscheres Leben führen. Währenddessen ist Alan aus Thailand (mit einer Braut) zurück und legt sich mit dem großen Gangsterboss Koa oder Kao oder Kakao an, weil dieser ihm nun nur noch 20 % anstelle der versprochenen 30 % geben will.

Das ist auch schon fast die komplette Story und wirklich viel kann man ohnehin nicht spoilern.

Denn Flaming Brothers ist ein typischer Hong Kong Film der 80er Jahre, in welchem es um Gangster, Freundschaft, Weiber, Waffen, Drogen und viel Blut geht. Das klingt eigentlich ganz nett, aber leider muss ich sagen, dass das damals schon andere Filme etwas besser hinbekamen. Allen voran der Gottfilm schlechthin: A Better Tomorrow. Jedenfalls ist Flaming Brothers storymäßig relativ seicht, kommt ohne großartige Überraschungen aus (bis auf das Ende) und kann ansonsten lediglich durch Chow Yun Fat glänzen, welcher hier mal wieder grandios ist und einmal mehr unter Beweis stellt, warum er damals Hong Kongs größter Schauspieler war. Dafür, dass die zwei Typen da Freunde sind, werden zu wenig Szenen mit ihnen zusammen gezeigt, fand ich. Die meiste Zeit befindet sich Alan irgendwie in Thailand und Ah-Tien flirtet auf Macau mit einer random Nonne rum. Klar, dass man da die Freundschaft der zwei etwas schwerer nachvollziehen kann. Aber immerhin, hier und da gibt es aber die Freundschaftsszenen und die reichen immerhin soweit aus, dass man die Charaktere – allen voran Chow Yun Fat – kennenlernt und sogar schockiert ist, wenn mal einer stirbt, etc. pp.

Richtig nice wird’s aber immer in den Shootouts. Davon gibt es zwar nur drei oder vier größere im ganzen Film, aber wenn’s da mal knallt, dann richtig. Schüsse, Blut, Rauch und Rumgehüpfe ohne Ende. Hier kommt jeder auf seine Kosten und das große Highlight wartet natürlich am Schluss, als es zum finalen Showdown kommt. Das Ende irritiert dann auch ein wenig, da man etwas anderes erwartet hätte, aber warum auch nicht. Das ist eben ein Hong Kong Film und keine Hollywood Schnulze, wo sogar der im Koma liegende Sidekick am Schluss wieder aufwacht.

Bleibt zu sagen, dass ich mir irgendwie mehr erhofft hatte. Mehr… Gangsterzeuch. Irgendwie ist es ja fast zu 80 % eine Romanze mit 20 % Shootouts drin. Das ist etwas weird, aber war zum einmaligen Anschauen wirklich schwer in Ordnung. Ich würd’ jetzt aber nicht weinen, wenn ich die DVD mal hergeben muss oder sie mir gar in einem großen Hausbrand verbrennt.

Pen Pen Pen Transpen Transpen

Wallace & Gromit – Curse Of The Were-Rabbit

Wallace & Gromit
The Curse Of The Were-Rabbit

Wallace und Gromit arbeiten nun in der Schädlingsbekämpfung. Ihre Firma “Anti-Pesto” beseitigt Schädlinge auf humane Art und Weise. In England sind das überwiegend Kaninchen, die den Einwohnern an ihr geliebtes und hochgezüchtetes Gemüse wollen. Noch ein paar Tage und der Gemüsecontest steht vor der Tür, auf den sich schon die ganze Stadt freut. Klar, dass Kaninchen, die alles wegfressen, da eher ungelegen kommen. Somit hat Wallace und auch Gromit alle Hände voll zu tun. Ihre humane Methode hat aber ein paar Macken. Da sie die Kaninchen nicht töten dürfen, horten sie sie einfach in ihrem Keller im Haus. Das kostet nicht nur Futter und Nerven, sondern kann auf Dauer auch nicht funktionieren. Als es zuviel Kaninchen werden, hat Wallace einen grandiosen Plan. Er will alle Kaninchen Brainwashen, damit er sie danach wieder in die Freiheit entlassen kann…

Es kommt, wie es kommen muss!!!

Ganz ehrlich? Wallace und Gromit find ich ein wenig langweilig. Ich respektierte die Arbeit, die in den tollen Animationen steckt, aber die Witze waren mir persönlich jedes mal ein klein wenig zu flach und überhaupt war das alles recht langweilig. Die Animationen sind ganz nett, aber 30 Minuten ode gar länger unterhielten sie mich noch nie.

Ganz anders The Curse Of The Were-Rabbit. Der erste mehr oder weniger Abendfüllende (80 Minuten) Wallace & Gromit Film. Der Unterschied zu dem ganzen alten Wallace und Gromit Kram ist hier die Präsentation. Die Zeit erlaubt eine ausgeklügelte Geschichte, die sowohl einen relativ nicen Twist hat, als auch genug Zeit lässt, Charaktere vorzuführen. Besonders der geile Jäger (Screenshot 2) ist ziemlich cool und gibt dem ganzen eine Prise… wie soll ich es Beschreiben… coolness einfach. Er gefiel mir jedenfalls. Wirklich grandios waren dann aber die “Effekte”, wenn man es überhaupt so nennen kann. Die Animatoren steigerten sich scheinbar noch einmal um ein ganzes Stück und liefern hier wirklich krank detaillierte und flüssige Bewegungsabläufe ab, dass es eine wahre Freude ist. Wo die klassische Animationstechnik ihre Grenzen hat, sprangen (vermutlich???) Computer ein, das aber auf eine angenehm dezente und absolut nicht störende Art. Besonders genial; Die Häschen-Absaugungsmaschine. Sie hat einen großen Glasbehälter, in welchem sie alle aufgesaugten Häschen sammelt. Diese rotieren dann in einer Art Schwerelosigkeit in diesem Behältnis herum und sehen einfach grandios süß aus. Das alles absolut flüssig und trotzdem mit “Claymation” Style. Unglaublich einfach. Auch an Action mangelt es dem Film nicht. Gerade das Were-Rabbit sorgt für ein paar tolle Verfolgungsjagden oder Zerstörungsorgien und das Finale auf dem Gemüsewettbewerb setzt dem ganzen dann noch die Krönung auf.

Zum ersten mal vereinte sich eine nicht total behämmerte Story (wie z. B. die in “The Wrong Trousers” wtf ~_?) mit toller Action, einer Story die gut unterhält und halt grandiosen Effekten. Nice.

Pen Pen Pen Pen Transpen

Shamo

S · H · A · M · O
HONG KONG 2007
SOI CHEANG

Ryo Ishibashi (Shawn Yue) tötet seine Eltern. Dafür kommt er in’s Gefängnis. Da er zum Zeitpunkt der Tat erst 16 ist, greift das Jugendstrafrecht und er kommt lediglich für maximal 2 Jahre in’s Gefängnis. Büsen muss er trotzdem. Im Gefängnis geht man nicht gut mit ihm um. Man demütigt ihn, raped ihn anal und tritt seine Würde mit Füßen. Eines Tages kommt der Karatelehrer Kenji Kurokawa (Francis Ng) in das Gefängnis und gibt Karatekurse. An Ryo scheint er besonders interessiert zu sein und siehe da, in Ryo steckt mehr als dieser selbst vermutet hätte. Kaum aus dem Gefängnis entlassen, flüchtet Ryo in die Welt der Gewalt, Prostitution und des… Preiskampfes.


Mit Shamo tat ich mich anfangs schwer. Eigentlich gefallen mir keine “Kampf-” bzw. “Boxfilme” in dem Sinne. Eine gute Kung Fu Prügelei mit Jacky Chan oder sonstwem bin ich eigentlich nie abgeneigt, egal wie lame die Story auch ist. Aber dieser ganze Boxkram interessiert mich eigentlich nicht wirklich. Zwei Gründe aber sprachen für Shamo: Soi Cheang, der schon mit “Dog Bite Dog” einen grandiosen, düsteren Film ablieferte und Hong Kong, welches meine Lieblingsfilmschmiede ist und trotz Flaute doch mehr bessere Filme abliefert, als es Hollywood je könnte. Zumindest für meinen Geschmack. Diese zwei Punkte für Shamo werden leider aber gleichzeitig durch zwei negative Punkte wieder aufgehoben: Die zum Teil schlechten Kritiken im Internet verhießen nichts gutes und das aller schlimmste – Es ist eine Manga Realverfilmung.

Manga. Auweia!

Shamo fängt stimmungsvoll und wunderschön düster an. Erinnerungen an “Dog Bite Dog” werden wach und ja, die Atmosphäre stimmt. Gekonnt zeichnet die Kamera unter Zuhilfenahme von viel Schwarz, harten Kontrasten und viel Dreck- und Gelbfiltern eine pessimistisch düstere Welt, welche der Story gut zur Seite steht. Das ganze wird kombiniert mit einem rockigen Introsong und alleri komischen Soundeffekten, die einem regelrecht in’s Hirn dringen. Shawn Yue tut dabei sein bestes bedrohlich oder gar gefährlich zu wirken, was die meiste Zeit über erstaunlich gut klappt. Lediglich wegen seiner etwas fragilen Statur will man ihm den hasserfüllten Karatekämpfer nicht immer abnehmen.

Mit der Hälfte des Films kommen aber auch die Probleme. Irgendwie tut sich nicht mehr viel und es wird stellenweise etwas langatmig. Allen voran die Charaktere (Shawn Yue und Francis Ng) entwickeln sich nicht wirklich. Da hätte ich mir etwas… mehr gewünscht. Denn gerade bei Shawn Yues Charakter ist das schade, da man so einfach nicht mit ihm mitfühlen kann. Er ist von Anfang an einfach nur ein dreckiges, mieses Arschloch, mit dem man sich beim besten Willen nicht wirklich identifizieren kann. Dazu kommen ein paar komische Löcher in der Story und Entscheidungen Ryos, die so gar nicht nachvollziehbar sind und man hat einen etwas komischen Brei in der Mitte des Films, der lediglich von seinem Style, in welchen er verpackt wurde, getragen wird.

Das ist aber immerhin das einzige Manko am Film. Die Kämpfe sind toll inszeniert und gerade hier ist es erfreulich mit anzuschauen, dass Shawn Yue immerhin etwas trainiert hat und / oder die Kamera so gut kaschierte, das kein Kampf “lächerlich” oder “nicht gekonnt” aussieht. Das müssen Hollywoodfilme z. B. erstmal nachmachen. Im Gegensatz zu vielen anderen Reviews da draußen fand ich die Kämpfe auch nicht wirklich langweilig oder zu repetiv. Gerade die Cinematographie und Soundkulisse machte sie zumindest für mich interessant genug um über die dürftige Mitte des Films zu kommen.

Bis hier hin, hätte ich Shamo einfach nur 3 Penen gegeben, weil er ganz ok ist und eine style Kameraarbeit hat. Aber dann kommt ja noch das Ende. Und hier muss ich sagen, dass es einen kompletten Pen wieder gut gemacht hat. Leider, leider leidet es unter der wenigen Charakterentwicklung, denn könnten wir mit den Charakteren mitfühlen, hätte das Ende weitaus mehr Impact gehabt. Dennoch, es überraschte mich ein klein wenig, machte einiges verständlicher und die ganz sicke letzte Szene am Schluss überzeugte mich dann vollends.

Eigentlich schade, hier wäre anhand der Gegebenheiten der Story (Ryo Gefängnis, Karate Lernen, Rotlichtviertel, Schwester, Karatelehrer) durchaus mehr drin gewesen, aber der komplette Film bleibt dann leider doch etwas flach. Aber ich schieb’ das alles auch einfach mal auf den Manga denn immerhin… ja… ist es halt nur ein Manga. Dem lamen Manga haben wir es ja auch zu verdanken, dass Shawn Yue, diese komische rote Kontaktlinse tragen musste und sich die Haare so sick frisiert. Von der Jacke mit All Over Print (auf dem ich übrigens Ekin Cheng zu entdecken glaubte ~_???) mal ganz zu schweigen.

Pen Pen Pen Pen Transpen

Pye Dog

PYE DOG
Hong Kong 2007

Dui (Eason Chan) ist Fahrer für eine Gangsterbande. Chef dieser Bande ist Cha (Eric Tsang), der auch gleichzeitig wie ein Vater für Dui ist. Als Dui eines Tages den Auftrag bekommt den Sohn eines verfeindeten Gangsterbosses zu entführen, bewirbt sich Dui als Hausmeister an dessen Schule und versucht, herauszufinden, wer der Sohn des Gangsterbosses nun sein könnte. Er hat lediglich Namen der Mutter und Namen des Gangsterbosses. Während seiner Suche kreuzen sich die Wege Duis mit denen des autistischen Wangs (xD) und der Austauschlehrerin Miss Cheung. Die drei verstehen sich gut.


Auch ohne großartig zu spoilern ist der Ausgang der Geschichte relativ vorhersehbar, zumal der Trailer ja auch schon einen Schlüsselmoment davon spoilerte. Aber das ist ohnehin nicht das Interessante an der Geschichte. Wichtig ist das Drama um die drei Personen Dui, Wang und Miss Cheung, welches sehr gefühlvoll inszeniert ist und fast ohne Kitsch auskommt. Einzig der Personenübergreifende Song (alle singen mit) am Ende des Films wirkte etwas… fehl am Platze, imho. Denn bis dahin punktet Pye Dog überwiegend mit realistisch dargestellten Gefühlen. Der kleine Wang ist nur im Off zu hören und nervt keine Sekunde im Film, während Dui einfach ein vertrottelter, symphatischer kleinkrimineller ist, dessen Darsteller Eason Chan (eigentlich Popstar in Hong Kong ~_?) hier durchaus großes Talent zeigt. Überhaupt sind die Szenen zwischen Dui und Wang das beste am Film, da bei Miss Cheung irgendwie etwas wenig rüber kommt. Das liegt evtl. auch daran, dass sie im Vergleich zu Wang etwas wenig Screentime bekommt und so unweigerlich in den Hintergrund rückt, obwohl sie doch eine wichtige Lücke in der Beziehung ausfüllen könnte.

Dazu kommt der Rest der Film, der gekonntes Handwerk ist. Die Kameraeinstellungen sind schön bis traumhaft (leider mal wieder nicht mit Screenshots festhaltbar!?) und helfen der etwas unwirklichen Stimmung (Vor allem zu Beginn des Filmes!) eine gewisse Atmosphäre einzuhauchen. Der komplette Film bekommt dadurch (und durch eine sicke Szene im Wald) etwas… traumhaftes… mystisches. Einfach wunderschön gemacht. Bisschen schade fand ich dann, dass der Schluss dem vorangegangen nicht wirklich gerecht werden konnte und fast etwas komisch wirkte. Das ist aber nur ein geringfügiges Manko, da man die Zeit vorher sehr gut unterhalten wurde.

Pen Pen Pen Pen Transpen

Rule Number One

RULE NUMBER ONE
aka rule no. 1 aka rule # 1 aka ist doch echt scheißegal

Lee Kwok-Keung (Shawn Yue) trifft bei einer Routinekontrolle auf einen Serienvergewaltiger, der es schafft ihn zu überraschen und anzuschießen. Lee liegt am Boden doch kurz bevor der Täter es schafft, ihn umzubringen, rettet ihn der Geist der Leiche, die der Serientäter in seinem Kofferraum hatte. Nach diesem Vorfall gibt Lee seinen Bericht ab und schwört darauf, den Geist gesehen zu haben. Dies beschert ihn eine Versetzung zum “M.A.D.”, wo er seinen neuen Vorgesetzten Inspektor Wong (Ekin Cheng) kennenlernt. Dieser bringt ihm gleich die “Rule Number One” bei; Es gibt keine Geister…


Anfangs fällt auf, dass Rule Number One sehr atmosphärisch aufgemacht ist. Die Kameraeinstellungen, die Farben, die Musik und die Settings stimmen und machen Lust auf mehr. Lust auf Horror. Und tatsächlich sind die Horrormomente am Anfang zwar etwas klischeehaft, aber immerhin gut gemacht und getimed. Dann gibt’s leider den Moment im Film, wo der erste etwas peinlichere Auftritt eines Geistes statt findet und sich sogleich eine unsichtbare Linie zwischen “cool” und “lame” auftut. Danach ist nichts mehr in dem Film, wie es die paar Minuten vorher war. Die Gruselmomente sind nicht mehr gruselig, die Morde etwas peinlich und überhaupt wirkt alles nur noch komisch. Rule Number One schafft es einfach nicht mehr, sich von der Masse der (durchaus noch peinlicheren) Hong Kong Horrofilme abzuheben und das ist schade. Dazu kommt, dass das Ende dann auch viel zu erzwungen und aufgesetzt wird, obwohl es durchaus einen interessanten Ansatz hat. Leider kommt es einem vor, als wäre es noch schnell in der Postproduction zusammengeschnitten worden. Überhaupt hat die Story hier und da ein paar ziemlich große Löcher und kann einen einfach nicht bei der Stange halten. Ab der Hälfte des Filmes wird’s unweigerlich langweilig und – trotz “Geister” – etwas zu unrealistisch.

So bleibt irgendwie nur ein mittelprächtiger Horrofilm, der durch seine etwas peinliche Darstellung der Geister nie wirklich gruselig ist und einzig und allein Shawn Yue und die Kameraarbeit retten den Film vor dem 1 Penen Rating. Shawn Yue schaut oft ziemlich angestrengt und Ekin Cheng ist sogar relativ witzig als dauerbesoffener Inspektor, der eigentlich nur noch aufhören will.

Pen Pen Transpen Transpen Transpen

The Big Heat

THE BIG HEAT!!
HONG KONG 1988 . JOHNNIE TO UND FREUNDE

Waipong Wong (Waise Lee) ist Polizeiinspektor bei der Hong Konger Polizei. Bei einer Geiselnahme auf Hong Kongs Straßen kommt er in eine gefährliche Situation: Er hat seine rechte Hand nicht mehr richtig unter Kontrolle. Dieses Handicap veranlasst ihn dazu, seinen Polizeidienst zu quittieren, bevor er irgendwelchen Schaden damit anrichtet. Doch bevor er dem Polizeichef seine Kündigung überreichen kann, erfährt er vom Tod seines ehemaligen Kollegen Tse. Dieser starb in Malaysia aus bisher unerfindlichen Gründen. Um mehr über seinen Tod zu erfahren und ihn womöglich zu rächen, nimmt er sich seines Falles an und dann geht’s nur noch ab.


Boahauhe. Schon die erste Szene nach dem kurzen, knackigen Intro macht klar: Dieser Film ist sick. Das erste, was man in diesem Film sieht, ist nicht etwa der strahlende Held oder eine Totale Hong Kongs, sondern eine Nahaufnahme einer Hand, die von einem Bohrer durchbohrt wird, der auf der anderen Seite wieder heraus kommt. Es spritzt Blut und es fliegen Fetzen von der Hand, als wäre diese aus Styropor. Das stimmt schon einmal perfekt ein auf die Minuten, die da folgen werden. The Big Heat ist ein Bloodshed Film, wie ihn nur die Hong Konger inszenieren können. Gleich zu Beginn gibt es jede Menge lustige und aufwändig inszenierte Todesarten, die einen unweigerlich zum Lachen bringen. Dabei lacht man nicht, weil es schlecht gemacht wäre sondern einfach nur, weil es so over the top ist.

Danach ist es aber Zeit für etwas Charakterzeichnung. So lernen wir Waise Lee als Wong etwas kennen, wie auch seine Freundin, “den schusseligen neuen” und Wongs Partner Ah Kam. Hier gefiel mir eigentlich die Ausgewogenheit der Szenen. Man hat keine Chance einzuschlafen da nach jeder Schnulzen oder Charakter weiterführenden Szene so umgehend wie geschwind ein tolles Shoot Out, eine Verfolgungsjagd oder sonst irgendwas kommt. Denn mal ehrlich, nach dem Autounfall vom Anfang hätten wir Charakterszenen im Film ohnehin nicht mehr so ernst nehmen können. So wird das Ableben diverser Personen im Film (und davon gibt es viele) nicht zu schnulzig inszeniert sondern auf das wesentliche reduziert. Person B tot wir trauern kurz, weiter geht’s! Oooohhhh jaaaa!

 


Kurzum, ich fand “das Pacing” einfach perfekt. Es gibt immer etwas interessantes zu sehen, es wird einem kaum langweilig und wenn’s mal abgeht, dann geht’s richtig ab. Überhaupt wirkt der komplette Film irgendwie, als wäre er in 1,5-facher Geschwindigkeit abgespielt worden. Selbst wenn Ah Kam mit gezogener Waffe einfach nur durch Räume pirscht und nach etwas zum Ballern sucht, geht die Action ab. Das gibt es so nur in Hong Kong Filmen, imho.

Komplettiert wird der ganze 80er Jahre Cheezyness Faktor obendrein von einem geilen Synthesizer Soundtrack, wie ihn nur die 80er Jahre hervorbrachten. Geil. Eine Schande, dass selbst die “Legendary Collection” DVD alles andere als remastered ist. Auf ihr kommen weder Synthiesound noch die hier und da durchaus gute Kamera so richtig zur Geltung. Gäbe es mal eine true remastered Version, würd’ ich wieder zuschlagen. The Big Heat ist A Better Tomorrow mit weniger Seele dafür auf Acid. Oooahahhah.

Pen Pen Pen Pen Transpen

Und irgendwie ist Joey Wong die einzige HK Schauspielerin, die zeitlos aussieht. Egal wie alt der Film ist, man könnte nie allein an einem Screenshot von Joey Wong sehen, wie alt ein Film ist. Geile Sau. Wanken Wanken Wanken

 

Beast Cops

B E A S T . C O P S
HONG KONG 1998 . DANTE LAM

KURZREVIEW

Wer dieses Review nicht lesen will, weil er soviel Text nicht erträgt oder keine Zeit hat, der kann sich gerne diesen Screenshot anschauen. Er summiert den kompletten 105-minütigen Film in nur einem Bild.

NORMALREVIEW

Tung (Anthony Wong) und Sam (Sam Lee) sind Polizisten in Hong Kong, die einem Lifestyle fröhnen, der eher untypisch ist für Filmpolizisten. Sie spielen um Geld in den Casinos der Triaden, hängen mit Nutten in Nachtclubs rum oder kümmern sich erst gar nicht um die eigentliche Polizeiarbeit und fressen oder schlafen lieber. Eines Tages kommt allerdings Michael (Michael Fitzgerald xD Wong), der bekannt dafür ist, strikt nach Regel zu arbeiten und schon einmal den ein oder anderen korrupten Polizisten auffliegen ließ. Zufälligerweise kommt Michael gerade dann in den Bezirk, als die Triadenwelt durch die Flucht vom großen Bruder Fai (Roy Cheung) etwas aufgewirbelt wird und dabei ist, sich neu zu ordnen.

In Beast Cops begleiten wir die mehr oder weniger korrupten Polizisten Tung und Sam in ihrer täglichen “Polizeiarbeit” aka die gar keine ist und beobachten, wie sie so mit der Gangsterwelt Hong Kongs und ihrem neuen Vorgesetzten Michael zurecht kommen. Viel geballert wird also nicht, da sich überwiegend auf die Charaktere und deren Beziehungen zueinander konzentriert wird. Dabei kommt der Film leider am Anfang sehr schleppend in die Gänge. Ich konnte ihn zuerst gar nicht richtig einordnen. Ich bekam irgendwie nur random Szenen an den Kopf geworfen und hatte erst einen Anhaltspunkt, als Michael da war und man sieht, dass er sich für YoYo, eine Puffmutter, interessiert. Von da an wurde es recht interessant und steigerte sich bis zum Ende eigentlich stetig. Man sieht zwar weiterhin random Szenen aus dem Leben der drei und einiger Triadenmitglieder, aber nun hat man auch endlich einen Bezug zu den Personen.

Anthony Wong schafft es dabei selbstverständlich als erstes uns ans Herz zu wachsen, da er einfach Hong Kongs geilster Schauspieler ist. Er spielt den zwischen Polizei und Triaden hin- und hergerissenen Polizisten, als hätte er nie etwas anderes gemacht und es ist vor allem seine “Art” – ob das nun der gespielte Charakter ist, oder ein Stück echter Anthony Wong durchscheint?! – die ihm uns symphatisch macht. Selbst der steife und jeden zweiten Satz englischsprechende Michael Wong macht hier eine gute Figur, da sein Stock im Arsch ausnahmsweise mal zum Charakter passt, den er spielt.

Was neben den Charakteren aber wohl am ehesten memorable ist, ist das furiose Finale, dass für mich ziemlich überraschend kam und dafür umso mehr “schockte”. Der Film hatte ja schon zuvor tolle Kameraeinstellungen zu bieten, aber am Schluss spielt er all seine Qualitäten voll aus. Auch die anfangs nur spärlich auftretende… eh… gespenstische (?!) Musik, kommt hier noch einmal voll zur Geltung. Dazu der geniale Anthony Wong und man muss einfach wanken. Schade, dass er so schwer in die Gänge kommt..

Pen Pen Pen Pen Transpen

The Sparrow

THE SPARROW JOHNNIE TO , HONG KONG

Vier Freunde verdienen sich ihren Unterhalt in Hong Kong als Taschendiebe. Dabei bilden die vier ein eingespieltes Team und erleichtern die Hong Konger mit einstudierten Tricks um ihr Hab und Gut. Alles wird sich ändern, als eines Tages – wie sollte es auch anders sein – eine Frau in das Leben der vier stolpert. Diese bringt deren Leben dann auch gehörig durcheinander.

Halt! Bitte weiter lesen. Die Story klingt auf den ersten Blick so unglaublich 08/15 und langweilig, dass man direkt auf seinen Wohnzimmertisch kotzen möchte, aber wir haben es hier immerhin mit Johnny To zu tun. Und ja, Johnnie To schafft es mal wieder zu überraschen. Zu einem belanglosen Geplänkel zwischen den Taschendieben und der Tussi kommt es erst gar nicht, statt dessen weiß Johnnie To uns mit der Vergangenheit der Frau zu fesseln. Diese ist anfangs ziemlich mysteriös und hält uns locker bei der Stange. Dabei ist The Sparrow dennoch ein ziemlich… wie soll man sagen… seichter Film. Die Story ist trotz “Überraschung” recht seicht, es passiert nicht wirklich viel und einzig und allein die To typische Inszenierung vermag uns hier zu fesseln.

Das ist aber auch gut so. Genauso wie man manchmal Musikstücke hört, deren Text man nicht versteht, oder die gar keinen erst haben, so kann man sich auch locker mal einen Johnnie To Film mit seichter Story anschauen, da bei Johnnie To halt alles andere stimmt. Von der musikalischen Untermalung, über die Kameraarbeit, bis hin zu kleinen Szenen, wie die, in welcher die vier Taschendiebe nach der ersten Begegnung mit der mysteriösen Frau Fahrrad fahren. Das alles entlockt einem ein kleines Grinsen und beschert überhaupt ein positives Gesamtgefühl, ohne dass man genau definieren kann, warum eigentlich. Von Johnnie Tos restlichen Filmen ist The Sparrow definitiv am einfachsten und eben seichtesten, aber deswegen heißt das bei einem To noch lange nicht, dass man ihn sich deswegen nicht anschauen müsste.

Bei Namen wie Simon Yam, Lam Suet und Lam Ka Tung kann man zudem schon im Vorfeld von hervorragend schauspielerischer Leistung ausgehen. Besonders Kelly Lin, die Frau im Bunde, ist mega cute und überzeugt, soweit ich das beurteilen kann, auf voller Linie. Schade, dass Lam Suet nicht mehr sagen durfte.

Tjo, irgendwie gibt’s nicht viel zu sagen über The Sparrow, da man ihn einfach “erleben” muss. Ja fast schon “fühlen”. Klingt ziemlich gay und klischeehaft, ist aber so.

Pen Pen Pen Pen Transpen

Legend Of The Sacred Stone

LEGEND OF THE SACRED STONE
……………~ 聖 石 傳 說 ~

Irgendein Bösewicht ist drauf und dran irgendwas böses zu tun. Um dies zu verhindern beschwört jemand gutes, drei weitere gute. Zusammen wollen sie dann verhindern, dass der Böse etwas böses tut. Das klappt am Anfang, jedoch gibt’s dann eine random andere Gefahr. Und dann geht’s noch um besagten Stein, eine Frau und einem entstellten.

~_???


So, oder so ähnlich war die Story. Glaube ich. Ich hab’ das nämlich nicht so ganz mitgekriegt, da einem irgendwie random chinesische Namen an den Kopf geworfen werden, die sich keine Sau merken kann. Da merkt man erstmal, wie gut es eigentlich ist, dass manche Personen in Hong Kong Filmen für üblich “Fatty”, “Fish” oder “Paul” heißen. Dieses ganze Ao Hsiao Hong-Chen und Jian Wu-Yan Gedöns kann sich doch kein Arsch merken. Dazu kommt aber auch, dass die Personen durch die Handpuppen etwas… naja… sie sehen sich alle ziemlich ähnlich. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es Twists und random Action am laufenden Band und das in einer Geschwindigkeit, dass einem schwindelig wird. Der Story zu folgen ist also nur bedingt möglich, aber bei einem Film dieser Art wohl auch eher nur Beiwerk.

Denn eigentlich geht es doch um die Handpuppen und ihre Kung Fu Action. Richtig, Legend Of The Sacred Stone ist ein Puppenfilm mit nichts als Puppen in den Hauptrollen. Team America machte nur nach, was die taiwanesische Familie Huang schon seit geschätzten 3295 milliarden Jahren in Taiwan macht. Sie führten ursprünglich Theaterstücke mit Handpuppen vor. Das wird dann in Taiwan liebevoll Budaixi genannt und schaffte es vor ein paar Jahren dann auch in’s TV. Dort liefen 10 Folgen und dann kam schließlich der Kinofilm.

 

Und ja, was soll man sagen. Da geht gut was ab. Man könnte ja meinen Puppen seien nicht ganz so beweglich wie computer animierte Tiere, aber weit gefehlt. Die Puppen fliegen hier am laufenden Band durch’s Bild, schießen mit Schwertern, Feuerbällen, Kugelblitzen und allerhand anderem leuchtenden Zeug und ja, es spritzt sogar Blut! Die Action ist also wirklich von aller erster Güte. Eigentlich schon einen Tick zu schnell, aber gerade das macht die Szenen mit den Puppen noch etwas liebenswerter. Am geilsten sind die Naheinstellungen (auf Beine oder Hände z. B.), wenn die Puppen gerade Kung Fu style abgehen. Ich lachte nicht schlecht. Dazu kommen viel CGI Effekte, die teilweise lächerlich, teilweise aber erstaunlich… geil aussahen. Der Film ist schon hurenalt, glaube von 1999 oder 2000, aber manche Effekte könnten heute noch so im Kino laufen. Klar, dass asiatisch typisch auch schön oft übertrieben wird und man nur so zugebatscht wird von leuchtenden Blitzen und random Geschossen.

Leider hat der Film in der Mitte gehörige Längen. Da wird dann irgendwie die Story noch etwas aufgearbeitet, wovon man leider nichts mitbekommt, da alles so furchtbar chinesisch (taiwanesisch) ist und man ohnehin fast einschläft. Einzig die durchaus tolle Kamerarbeit und die Tatsache, dass die einzige Frau im Film von einem Mann gesprochen wird, halten uns da noch wach.

Das viele Blut, die viele Action, der unglaublich leere Teil in der Mitte… das alles reicht gerade einmal zu drei Penen. Aber trotzdem… muss man irgendwie gesehen haben. Zumindest ausschnittsweise.

Pen Pen Pen Transpen Transpen

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=oT3fxNOisEE

Collateral

C O L L A T E R A L
(Michael Mann 2004)

Max (Jamie Foxx) ist Taxifahrer in Downtown Los Angeles. Er fährt Taxi, um sich eines Tages seinen Traum erfüllen zu können: Den eigenen Limousinen Service. Er liebt die Nachtschichten, da die Straßen abends ruhiger sind und die Leute irgendwie entspannter. Es fing eigentlich wie ein ganz normaler Tag an, aber dann stieg Vincent (Tom Cruise) in’s Taxi. Vincent bietet Max 600 Dollar an, wenn dieser ihm zu 5 verschiedenen Orten fährt. Normalerweise ist das “Mieten” von Taxen verboten, aber Max wird schwach. Als nach dem ersten Stop eine Leiche auf Max Taxi fällt, dämmert ihm, das Vincent doch kein Immobilienmakler, sondern ein Auftragskiller ist.

Collateral ist ein Thriller von Michael Mann, der sich schon mit Filmen wie Heat oder Insider einen Namen machte. Ich habe beide Filme noch nicht gesehen, werde das mit Heat aber definitiv nachholen, in der Hoffnung, dass dieser genauso gut ist wie Collateral. Ja, Collateral war gut. Die Story klang recht interessant und wäre eine gute Vorlage für intensive Dialoge zwischen Taxifahrer und Auftragskiller. Diese gab’s dann auch aber ich persönlich bin fast der Meinung, dass sie doch noch ein wenig zu kurz kamen. Zu sehr ging es dann irgendwie um noch random anderes Zeug und irgendwie hatte ich das Gefühl einfach mehr von den zweien sehen zu wollen. Dabei bekamen die Dialoge zwischen Max und Vincent schon gehörig Screentime und sie waren auch hervorragend. Die ganze Zeit liegt eine gewisse Spannung in der Luft und Tom Cruise war auch einfach hervorragend, als zielstrebiger und charismatischer Auftragskiller. Und dank Jamie Foxx wurde der Character von Max auch relativ gut rüber gebracht, wobei ich mich manchmal wunderte, warum er nicht mehr Angst hat oder dergleichen. Jedenfalls von beiden eine Top Leistung, die imho auch ca. 70 % des Filmes ausmachen. Das Ende kam mir dann irgendwie etwas komisch vor und der Film hätte gut daran getan ein paar Minuten eher zu enden, aber das kann man wohl auch niemandem zumuten. Wäre aber geil gewesen, hehe. Leider will ich nix spoilen und kann somit nix genaueres sagen.

Überhaupt fällt mir nicht mehr viel ein zu dem Film, da er ohnehin nur aus Tom Cruise, Jamie Foxx und der stylishen Kameraarbeit besteht. Visuell ist er wirklich ein Genuss. Zwar wurde Collateral digital gefilmt, was mir persönlich aus irgendeinem Grund oft nicht so zusagt, aber in Collateral kommt jeder, der auf tolle Farben, Kompositionen, Nahaufnahmen und Tiefenunschärfe steht voll auf seine Kosten. Das nächtliche Los Angeles wurde grandios in Szene gesetzt und man wünscht sich hier und da einen Ausdruck des Bildschirminhaltes, da vieles auch einfach ein gutes Foto abgeben würde. Dazu kommt, dass dieser ganze visuelle Kram dem Thriller einen Touch Moderne verleiht. Einen Touch… keine Ahnung… “neues”, da man das sonst bisher selten sah. Miami Vice sah dann später auch so genial aus, aber leider suckte der Film halt ansich. ~_°?

Wenn ich sage, dass Collateral nur aus Tom Cruise, Jamie Foxx und der Kameraarbeit besteht, dann meine ich damit, dass alles andere ein klein wenig zu kurz kommt. Die eigentliche Story war irgendwie gut aber tjo halt und alle restlichen Charaktere des Filmes konnten sich auch nicht so recht entfalten. Wie denn auch, wenn Tom Cruise und Jamie Foxx einen Großteil des Platzes belegen. Und dann war da noch der Drogenboss, dessen Synchronisation eher wie ein schlechter Scherz rüber kam. Aber nunja…

Trotzdem noch stolze weil steife Pen Pen Pen Pen Transpen