Die Konferenz

Die Konferenz
Bodo Kirchoff | Niki Stein | Deutschland 2004

Neun Lehrer versammeln sich im Bibliotheksraum ihres Gymnasiums zu einer Konferenz. Es soll abgestimmt werden, ob der Schüler Viktor Leysen von der Schule verwiesen werden soll. Er hat angeblich die 17-jährige Tizia nach einer Theaterprobe vergewaltigt. Die Entscheidung fällt den Lehrern nicht leicht. Mit zunehmender Dauer der Konferenz treten nach und nach die Schwächen der Lehrer zu Tage, es kommt zu Streitereien und Anschuldigungen. Eine objektive Abstimmung scheint aussichtslos.

Mal wieder im TV hängen geblieben. Dieses mal auf Arte. Der Titel “Die Konferenz” und die ersten Sekunden Film, die ich sah, erinnerten mich sofort an “Die Zwölf Geschworenen”. Und siehe da, der Film ist eine nahezu 1:1 Kopie des Klassikers von 1957, der 1997 mit Jack Lemmon schon einmal neu aufgelegt wurde. Alles, was “Die Zwölf Geschworenen” ausmachte, finden wir auch in “Die Konferenz” wieder. Eine Tat – hier die angebliche Vergewaltigung im Keller des Schulgebäudes – über die abgestimmt werden soll, Menschen von denen die meisten lieber gerne nach Hause gehen würden und eine ausgefallene Heizung im Bibliotheksraum (in “Die Zwölf Geschworenen” war es z. B. eine ausgefallene Klimaanlage). Die einzige “Neuerung”, die Drehbuchautor Bodo Kirchoff hier hinzufügt sind die Diskrepanzen der Lehrer untereinander. Es treten immer mehr persönliche Vorurteile, Abneigungen und Anschuldigungen der Lehrer untereinander hervor, die das Abstimmen nahezu unmöglich machen. Das gab es in diesem Umfang bei den zwölf Geschworenen nicht.

Aber während der Rest des Films eine wirklich gute Kopie, bzw. ein Remake des Klassikers ist, so hinterlässt die einzige Neuerung, die hinzugefügt wurde, einen bitteren Beigeschmack. Gleich zu Beginn der Konferenz gehen sich die Lehrer mit ironischen Bemerkungen und direkten Angriffen so an’s Leder, dass es schon wieder unrealistisch wirkt. Wenn das Arbeitsklima der Kollegen in einem Gymnasium so wäre, dann würde ich da sofort meine Sachen packen und woanders hingehen. Hier wird einfach jeder fertig gemacht und teilweise mit Sprüchen, wo selbst ich mir denke: “Baha?”. Aber es scheint an diesem Gymnasium normal zu sein. Jedenfalls hätte ich mir gewünscht, dass derartige Streitereien erst wesentlich später im Film auftauchen, wenn alle z. B. nervlich angespannter sind, als zu Anfang.

Ansonsten wurde der Rest meines Erachtens ziemlich gut durchgezogen. Die Schauspieler – bis auf Senta Berger und Wotan Wilke Möhring – mir alle unbekannt, lieferten glaubwürdige Leistungen ab und optisch war der Film auch gut umgesetzt, obwohl die Locations natürlich dementsprechend limitiert waren. Mit ein paar winzigen Ausnahmen spielt der gesamte Film im Bibliotheksraum des Gymnasiums.

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Battle Beyond The Stars

Battle – Beyond – The – Stars
1980 – Roger Corman – USA

Sador ist ein Weltraumbösewicht und ziemlich krass drauf. Er tötet einfach alles und jeden. Heute hat es den Planeten Akir erwischt. Diesen will er nun zerstören. Weil er aber doch ein kleines Herz hat, gibt er Ihnen 7 Tage Zeit. Dann kommt er wieder und legt mit seinem riesigen Laserstrahl alles in Schutt und Asche. Die 7 Tage will Shad (xD) nutzen und macht sich auf eine Mission. Eine Mission, 7 Söldner zu finden, die sich den Akiras (So heißen die Einwohner von Akir xD) anschließen und Sador ein für alle mal umbringen.


(Links: Das Hero Raumschiff. Mit Titten. | Rechts: Hannibal vom A-Team ist auch dabei und ein ganz lässiger Han Solo… Bzw. er versucht’s.)

Alter. Ziemlich kranke Scheiße. Battle Beyond The Stars ist ein Mix aus “Star Wars” und “Die glorreichen Sieben”, wobei ich hier gar nicht erst das Wort “Hommage” nennen will. Hier wurde einfach nur ganz krank geklaut. Das Raumschiff von Bösewicht Sador ist ein Mix aus Sternenzerstörer und Rebellen Blockadebrecher, der Held ist ein sehr an Luke Skywalker erinnernder Jüngling und so etwas wie Han Solo gibt es natürlich auch. Das wäre eigentlich alles ok, wenn man wenigstens gut geklaut hätte. Die Raumschiffe sind zwar größtenteils ganz ok modelliert (von James Cameron, als er noch nicht der dicke Regisseur war ~_?), sehen aber insgesamt ziemlich bescheiden aus. Das Raumschiff von Shad, so der Name des Helden, sieht aus wie eine Schnecke mit… Titten. Es dürfte das erste und bis dato einzige Raumschiff mit Titten sein. Der Diebstahl zieht sich durch den ganzen Film. Der Soundtrack (lustigerweise von James Horner?!) erinnert stellenweise sehr stark an Star Wars, kann aber natürlich zu keiner Zeit dessen Qualitäten erreichen. Wobei das natürlich nichtmal an James Horner gelegen haben kann. Das man in Battle Beyond The Stars keine Lichtschwerter sieht ist eigentlich echt verwunderlich.


(Links: Die Valkyrie erklärt der schüchternen Nanelia die Liebe. Und Sex. Kein Witz. xD? | Rechts: Der erinnerte mich ein wenig an Kopfgeldjäger Bossk aus Star Wars. Oder den Typen aus Enemy Mine.)

Richtig geil wird’s dann aber erst beim Drehbuch. Man wird mit dem Auftauchen von Sador direkt in’s Geschehen geschmissen. Er will Akir vernichten. Ok. Also macht sich der junge Shad (übrigens John Boy von den Waltons) auf die Mission Hilfe zu finden. Und schon muss Shad das erste mal kämpfen (eigentlich will er gar nicht, weil er Angst hat xD???) und wenn man jetzt mal auf die Uhr schaut, dann sieht man, dass der Film erst 5 Minuten läuft. Die Charaktere sind zwar außeinander zu halten (Cowboy, Nestor, die Valkyrie) aber wirklich entwickeln tut sich keiner davon und wirklich symphatisch wird uns auch keiner von denen. Wenn also alle nach und nach verrecken ist uns das herzlich egal. Ja, man schaut sogar auf die Uhr und fragt sich, wann die Kacke endlich vorbei ist, aber oh Schreck. Schon 1 Stunde und 15 Minuten rum und der Film läuft immer noch. Mit 100 Minuten Laufzeit ist er bei dem Gebotenen wirklich viel zu lang.


(Links: Die Valkyrie könnte einem medieval Capcom Beat’em Up entsprungen sein. Nice Dekoltee hat sie im Film.)

Also Trash pur. Ich schaute ihn mir ja ursprünglich wegen der Modelle an, aber das lohnt sich nicht wirklich. Und außer der Valkyrie hat der Film dann auch wirklich nichts mehr zu bieten. Ziemlicher Rotz.

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Wen Du Fürchtest

Den Du Frygter / Wen Du Fürchtest
Dänemark 2008 Kristian Levring

Mikael ist 42, Angestellter im dänischen Solzialministerium und führt eine harmonische Ehe mit seiner reizenden Ehefrau und hat eine junge Tochter. Durch seinen Schwager erfährt er von einer Versuchsreihe eines neuen Antidepressivums. Er meldet sich als Versuchsperson und schluckt fortan die Tabletten. Sie geben ihm ein Gefühl von Ruhe und Selbstkontrolle. Langsam bekommt er das Gefühl, sein Leben endlich selbst in die Hand nehmen zu müssen und es nicht – wie er sich nun einbildet – von seiner Frau bestimmen zu lassen. Mikael wird vom liebenden Vater und Ehemann zu einem gefährlichen Sadisten.

“Wen Du Fürchtest” ist ein ziemlich gelungener Psychothriller aus Dänemark. Gezeigt wird hier, wie sich Mikael langsam durch die Tabletten verändert und glaubt sein Leben umkrempeln zu müssen. Dies hat natürlich Folgen für alle Menschen in seiner Nähe allen voran seiner Frau und auch seiner Tochter. Diese fängt er langsam an zu terrorisieren um sie “zu prüfen”. Der Schauspieler Ulrich Thomsen liefert eine tolle Leistung ab und portraitiert den gespaltenen Mikael hervorragend unterschwellig böse. Er ist stehts höflich und zuvorkommend, aber auch in sich gekehrt und ruhig. Der Zuschauer spürt, was noch alles in ihm steckt und zu was er alles fähig wäre…

Wenn der Film dann nicht auf einmal schon fertig wäre. Knapp 95 Minuten geht er und bricht auf eine komische Art und weise ab, die ich leider auch nicht spoilern kann. Jedenfalls hätte ich mir hier mehr Psychoterror gewünscht und ein etwas… grausameres Ende. Klingt komisch, ist aber so. Hier hätte man sich durchaus noch eine halbe Stunde mindestens Zeit nehmen können und so den Druck auf Mikaels Frau und Tochter, aber auch den Zuschauer erhöhen können. So bleibt am Ende leider nicht ein erschöpftes “Pfew, endlich fertig!” sondern viel mehr ein überraschtes “Was, jetzt schon?” Gefühl zurück.

Deswegen bleibt es aber ein toller Film, der halt nur leider nicht ganz so Psycho wurde, wie ich mir erhofft hatte. Aber immerhin: Dadurch bleibt es auch durchaus realistisch in allen Belangen. Gefilmt wurde das alles in ebenso nüchterner Weise mit ruhigen Einstellungen in einem stilvoll eingerichteten Haus oder der Weite Dänemarks. Kameramann und Regisseur wussten, was sie einzufangen haben, um ein beklemmendes Gefühl beim Zuschauer zu erwecken. Die Musik fiel mir jetzt nicht besonders auf, was allerdings auch eher ein Vorteil ist bei einem Film dieser Art.

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Red Cliff II

RED | CLIFF | 2
JOHN WOO – HK 2009

Der Angriff durch Cao Cao steht kurz bevor. Im Lager Cao Caos ist jedoch eine Epidemie ausgebrochen. Hunderte seiner Soldaten starben. Gewissenlos wie er ist, schickt er die Leichen rüber zu der Allianz von Liu Bei und Sun Quan. Die Soldaten ahnen nicht, dass die Leichen eine tödliche Seuche bergen. Die Epidemie bricht nun auch dort aus. Liu Bei entschließt sich zum Rückzug. Sun Quan muss Cao Cao nun alleine entgegen treten.

Klingt ziemlich spannend. Ist es aber nicht. Liu Bei verabschiedet sich früh im Film aber irgendwie ahnt man schon, dass es das nicht gewesen sein kann. Dann kommen noch ein paar glückliche Umstände dazu und schon ist alles bereit für die alles entscheidende Riesenschlacht, auf die ich mich so gefreut habe. Viel Boote, dadurch viel Holz, viel Feuer und viele Tote. Das sollte ein ziemliches Fest werden. Dachte ich. Das Problem ist aber, dass es gar nicht so wuchtig ausgefallen ist, wie ich mir erhofft habe. Sicher, die guten bastelten sich tolle Böller, Bomben und brennende Pfeile, aber da man nunmal mit Booten unterwegs ist, fehlt etwas der… naja… der Drive eben. Es gibt riesige Explosionen, aber die vermischen sich mit auffallenden CGI (wtf), viel Dunkelheit und undurchschaubarem Menschengewusel. Die Kämpfe von Mann zu Mann sind zwar ganz in Ordnung aber konnten auch hier nicht wirklich viel reissen. Es spielt nunmal im uralten China und nicht während der Mao Revolution. Man vermisst eben den “Rumms”.

Eine ziemliche Schande, denn auch der Rest der Geschichte konnte mich dann kaum noch vom Hocker hauen. Es gibt Twists hier, Überraschungen da und viel nichtssagendes in die Kamera schauen darf natürlich auch nicht fehlen. Tony Leung Ciu-Wai und Takeshi Kaneshiro machen ihren Job nachwievor gut, aber… tjo… keine Ahnung einfach? Bei Red Cliff I gab’s ja wenigstens noch so eine Art Aufbruchstimmung. Wenn man die Horden von Menschen sieht, die Cao Cao versammelt hat, dann will man die endlich kämpfen sehen. Bei Red Cliff II dann verflog das aber recht schnell und es beschleicht einen das ungute Gefühl, dass es auch hier nicht richtig rummst. Das nimmt dem Film dann trotz 2,5 Stunden Laufzeit einfach die nötige Epik. Auch storymäßig ist der Film alles andere als episch, da die Charaktere sich weder wandeln, noch interessant werden und überhaupt spielt sich ja alles in wenigen Wochen ab.

Die Bilder sind immerhin nachwievor richtig klasse. Satte Farben, dank Blu-ray tolle Schärfe und das immer mit dem richtigen Blick für Bildkomposition. Ob Nahaufnahmen von Gesichtern, Landschaftsaufnahmen, die Kämpfe oder Blutspritzer. Alles ist sehr ästhetisch eingefangen worden und verliert die kompletten 5 Stunden (RC1 nun mit einberechnet) nie den Wiedererkennungswert. Der Soundtrack jedoch steckte ein paar Takte zurück und gab sich sehr zurückhaltend. Gerade die eingängige Titelmelodie hätte ich gerne noch ein paar mal öfter gehört, aber irgendwie hat es nicht sollen sein. Sehr verwunderlich.

So muss ich Red Cliff 2 leider Gottes nur 2 Pimmel geben, da irgendwie die Luft raus war aus dem Ganzen. Zusammen kämen beide Filme evtl. noch auf 2,5 Penen, aber mehr nicht.

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The Abominable Dr. Phibes

The Abominable Dr. Phibes
(Das Schreckenscabinett des Dr. Phibes)
Robert Fuest 1971

Später Oktober: wenn das Wetter kälter wird und Halloween kommt, ist die perfekte Zeit, Horrorfilme zu gucken. Gestern guckte ich einer meiner Lieblingshorrorfilme: The Abominable Dr. Phibes.

Der großartig Vincent Price spielt als Dr. Phibes. Die Ehefrau des Phibes ist vor viele Jahre auf dem Operationstisch gestorben, obwohl die Ärzte haben versucht, sie zu retten. Der Phibes sucht aber auf Rache und durch der Film tötet Phibes die Ärzte.

Die Handlung ist schon ziemlich einfach, doch hat der Filme ein paar Aspekten, die ihn wirklich besonders und cool machen. Zum Beispiel tötet Phibes die Ärzte nicht einfach mit einem Gewehr oder Messer. Er benutzt sondern die zehn Plagen aus der Bibel, besondere Arten Morde zu entwickeln.

Sein erstes Opfer ist zum Beispiel mit Fledermäusen getötet. Hier kann man lustigerweise einfach sehen, dass die Fledermäuse von Angelleine hangen. Doch ist dieser Mord eigentlich normal in Vergleich zu die, die später kommen. Die Methode des Phibes werden immer extravaganter und lustiger.

Das ist der zweite Grund, warum ich Phibes so cool finde. Während viele Horrorfilme aus den 70er nun überholt und deswegen lustig sind, Phibes ist lustig in Absicht. Der Film ist definitiv mit ironischem Unterton gemacht. Vor allem sind die Detektive, die Phibes finden wollen, wie ein Komedie-duo.

Ich kann diesen Film nur empfehlen. Vincent Price ist super (wie immer), die Morde sind geile entwickelt, und der Film hat so einer absichtlicher und ironischer Stil. Ach ja, und die Assistentin des Phibes ist superhübsch. Was braucht man mehr??

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Red Cliff I

RED | CLIFF
JOHN WOO – HK 2008

China im Jahre 208. Die Imperiale Armee unter der Befehlsführung Cao Caos bereitet sich darauf vor, die zwei Warlords Liu Bei und Sun Quan aus dem Süden anzugreifen. Bei Changban entbrennt ein fürchterlicher Angriff, bei welchem sich Liu Bei mit seiner Gefolgschaft und tausenden von Flüchtlingen gerade noch so in Sicherheit bringen kann. Einen weiteren Angriff würden sie nicht überleben. Ihnen bleibt jetzt nur noch die Kooperation mit Sun Quan. Nur zusammen können sie den Angriff durch Cao Caos zahlenmäßig weitaus überlegenere Armee abwehren. Der Kampf an der “Red Cliff” entbrennt.

Dies war eine etwas vereinfachte Einleitung in die Geschichte der Kämpfe an der namensgebenden “Red Cliff”, welche kurze Zeit später zu den drei großen Königreichen in China führen wird. Der Film basiert auf den historischen Aufzeichnungen “Record Of The Three Kingdoms” von Chen Shou, in denen er das China in der Zeit von 189 bis 280 beschreibt und somit auch die Ära der drei Königreiche mit anreisst. Dieser Stoff wurde später auch von Luo Guanzhong in Romanform gebracht und zählt heute zu den größten literarischen Werken Chinas.

Aber wen interessiert das schon.

Viel wichtiger ist, wie der Film das alles rüberbringt. Ich hatte ja anfangs etwas schiss, dass ich bei dem Film einschlafen könnte, denn immerhin mach ich mir eigentlich so gar nichts aus chinesischer Geschichte, geschweige denn Kriegsführung. Aber John Woo schaffte es immerhin mich mit diesem eher trockenen Thema sogar halbwegs zu unterhalten. Dabei muss man allerdings bedenken, dass der Film Red Cliff (Teil 1 und 2 gleichermaßen) wirklich lediglich die Schlacht an der roten Klippe beinhaltet, welche vermutlich nur ca. 1 % des “Records Of The Three Kingdoms” Stoffes ausmacht.

Wir sehen bei Red Cliff also zu, wie Cao Cao seinen Angriff vorbereitet, Liu Bei angreift, Liu Bei mit den Flüchtlingen zusammen den Rückzug antritt und Liu Beis Chief Advisor Zhuge Liang Sun Quan um eine Allianz bittet. Danach gibt’s noch einmal eine etwas größere Schlacht mit lustiger Taktik und das war’s vorerst. Bis auf die Schlachtzenen könnte das alles eher ziemlich langweilig sein, aber was mich persönlich durch den Film trug waren Takeshi Kaneshiro als Zhuge Liang und Tony Leung Chiu-Wai als Zhou Yu. Beide punkteten bei mir mit ihrer Darstellung der zwei Chefstrategen, die später evtl. sogar zu Freunden werden könnten. Sie sind einfach direkt symphatisch und mit einer der Gründe, warum man weiter schauen will. Klingt bisschen komisch, aber das ist es auch.

Und dann gibt’s ja noch die Schlachten, bzw. die große bevorstehende Schlacht überhaupt. Klar, dass man es kaum erwarten kann, endlich mal Action zu sehen. Schon zu Anfang bekommt man die unfassbare Manpower Chinas aufgezeigt, wenn Cao Caos Armee von 800.000 Mann aufmarschiert und Liu Bei angreift. Das ist einfach toll inszeniert, sieht episch aus und Blut spritzt Literweise. Einzig die Pferdestürze hinterlassen ein etwas mulmiges Gefühl. Trotz aller Imposanz, dem Blut und den tausenden Toten hat man das Gefühl, dass das noch nicht alles gewesen sein kann. Die Schlachten kamen mir dann doch etwas zu unepisch vor und die angewandte Turtle-Taktik in der zweiten Hälfte des Films war zwar lustig anzusehen, aber viel zu geordnet. Ich hätte mir hier etwas mehr Chaos, etwas mehr Verwüstung… generell einfach “etwas mehr” gewünscht. Aber wir haben ja noch Cao Caos Angriff vom Wasser aus, mit seinen schätzungsweise 10.000 Booten.

Das sehen wir dann im zweiten Teil. :-D

Wtf. So wie Red Cliff I endet, muss es im zweiten Teil ja direkt mit unfassbar dicken Kampfszenen und Explosionen (Schiffe können brennen = geil viel Platz für Feuer!) beginnen und auch so weiter gehen. Wenn es in Teil II nicht eine min. 1,5 Stunden dauernde Schlacht gibt, dann bin ich wirklich enttäuscht. >:O

Besonders herausragend war die Kameraarbeit bei Red Cliff. Während den Kampfszenen nicht zu verwackelt, das Blut immer schön eingefangen und gerade in ruhigeren Momenten wurde das Auge mit tollen Nah- oder Landschaftsaufnahmen, einer klasse Beleuchtung und super Farben belohnt. Auch die CGI Effekte fallen kaum bis gar nicht auf. Red Cliff sieht einfach von vorne bis hinten genial aus. Und dann gab’s da noch den Soundtrack von Taro Iwashiro, der zwar ein passend bombastisches Hauptthema hat, dieses aber irgendwie viel zu oft verwurschelt und kaum Platz für anderes bot. Während den Schlachtszenen gab’s dann gar nur komischen Trommelwirbel, der zwar ganz in Ordnung klingt, aber leider mit seinen unfassbar kranken Bässen eher die Nachbarn heraufbeschwört.

Als Fazit muss ich Red Cliff “nur” 3 von 5 Penen geben, da mir einfach das ganze große “Whoa Fuck!” noch fehlte. Aber wer weiß, was Teil II so zu bieten hat.

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Auf der Strecke

Auf der Strecke
Schweiz / Deutschland2007
Reto Caffi

Rolf ist Kaufhausdetektiv und sitzt die meiste Zeit vor den Monitoren und überwacht die Kundschaft… und Sarah, die hübsche Kassiererin in der Buchabteilung. Er ist ein klein wenig verliebt in sie. Manchmal, wenn er mit der Straßenbahn nach Hause fährt, trifft er sie in der Bahn und bekommt immerhin ein Lächeln geschenkt. Eines Tages wird Sarahs Freund in der Straßenbahn von jugendlichen angepöbelt und attackiert. Rolf sieht dies und trifft eine schwerwiegende Entscheidung. Er steigt aus. Der Freund ist eigentlich ihr Bruder und am nächsten Tag tot.

Mal wieder bei einem Kurzfilm hängen geblieben aber Gott sei Dank so ziemlich zu Anfang des Filmes. Knapp 30 Minuten geht er nur und erzählt mehr, als manch anderer Film. Dabei wird hier kaum gesprochen. Es sind eher die Gedanken und Emotionen der Hauptdarsteller, die hier die Geschichte erzählen. Und der Hauptdarsteller, Roeland Wiesnekker, schafft es mühelos, dass wir seine Gedanken nahezu hören können. Mit seinem zerknautschten Gesicht spielt er hier eine innere Zerissenheit, die sich trotz der kurzen Laufzeit des Filmes sofort auf uns überträgt und absolut glaubhaft rüber kommt. Dazu kommt das Spiel der Kamera, welches mit Farben, Tiefenunschärfe und Wacklern die Gefühle der Hauptdarsteller noch unterstreicht.

Wirklich ein klasse Kurzfilm mit toller Optik, klasse Darstellern und einer Geschichte ohne wirkliches Ende. Fast ein wenig zu kurz.

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Hardcover

HardCover
Vom Regisseur von Lammbock oder so? Ka.

Christoph ist ein wenig erfolgreicher Romanautor. Schon 30 Jahre alt und er hält sich immer noch mit dem Schreiben von Groschenromanen über Wasser. Nebenbei arbeitet er in einer Autovermietung. Eines Tages beobachtet er zufällig, wie der Kleinganove Dominik ein Auto stiehlt. Als Gegenleistung, dass Christoph den Ganoven nicht verrät, will er von ihm in die Unterwelt Düsseldorfs eingeführt werden. Er wittert die Chance einen knallharten Actionroman zu schreiben.

Huch, hilfe! Rette sich wer kann! Ein deutscher Film ist im Anmarsch! Ahhhhhhhhhh! Moment… Immerhin blieb’ ich bei dem Film hängen. Lustigerweise anfangs nur wegen der Cinematografie, die auf den Screenshots leider so GAR NICHT rüber kommt, wie ich sie im Film empfand. Alles sah durchweg stylish aus und war mit Grau/Blau-Filtern verändert. Dazu die obligatorische Tiefenunschärfe und tolle Kompositionen. Ka, woher die Screenshots sind, aber irgendwie werden sie dem Film leider nicht gerecht.

Aber gut. In Hardcover geht es also um ein ungleiches Paar – Schreiberling und Gangster – die notgedrungen zusammen auskommen müssen. Klar, dass sie sich früher oder später irgendwie und irgendwo auch anfreunden und allerhand abgefahrene Sachen zusammen erleben. Das ist soweit nichts besonderes. Wirklich besonders wird es auch nie, allerdings symphatisch. Und das ist für einen deutschen Film ja immerhin schon ein Achievement. Die zwei wachsen einem also ein klein wenig an’s Herz und dadurch haben die Erlebnisse der zwei auch durchaus mehr Wirkung auf den Zuschauer.

Positiv hervorzuheben wäre hier noch der Humor, der durchaus gelungen und vor allem dezent ist. Es gibt keine wirklich peinlichen Sexwitze oder sonstigen Kinderkram, wie er leider in 99 % aller kleinbudgetierten, deutschen Filme so üblich ist, sondern durchaus gute Situationskomik und kleinere Lacher.

Hardcover ist also ein witziges kleines Filmchen, welches ich allerdings so hätte nie im Kino sehen wollen. Da fehlt einfach noch eine ganze Menge zu einem waschechten Kinofilm, aber für’s Fernsehen hat’s allemal gereicht. Und genau daran sollten sich solche Filme viel eher orientieren und nicht einen auf große, USA style Kinokomödie machen.

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Der Mieter

DER MIETER
Roman Polanski 1976

Eine freie Wohnung mitten in Paris zu finden ist eine sehr schwierige Angelegenheit. Umso froher ist der schüchterne Angestellte Trelkovsky (Roman Polanski), als er in einem heruntergekommenen Mietshaus eine eben solche findet. Die Vormieterin Simone Choule hat sich in einem Selbstmordversuch aus dem Fenster geschmissen und liegt nun im Krankenhaus. Die griesgrämige Consierge versichert Trelkovsky aber, dass Simone Choule diesen Sprung ohnehin nicht überlebt. Denn erst nach ihrem Tode könne Trelkovsky die Wohnung beziehen. Zwecks Kautions- und Mietverhandlungen besucht er den Vermieter, der im gleichen Haus wohnt und merkt schnell, dass hier alle etwas komisch sind.

Haben sie Simone Choule zu ihrem Selbstmord getrieben?

Bei diesem Film blieb’ ich hängen, weil er direkt nach Harald Schmitt kam und mit einem “Dieser Film ist nicht geeignet für Zuschauer unter 18 Jahren!”-Trailer angekündigt wurde. Gleich danach kam der Name des Regisseurs – Roman Polanski – sowie eine One Take Kamerafahrt durch den Innenhof eines pariser Altbaus. Die Cinematografie fesselte mich sogleich. Die Farben waren kaum wahrnehmbares Grau/Braun, es ab viel Tiefenunschärfe zu bestaunen und irgendwie fragt man sich, wie man so eine Szene eigentlich aus einem Take dreht. Die Stimmung war jedenfalls düster und trotzdem einladend. “Der Mieter” stellt sich dann also als fast waschechter Horrofilm heraus. Nur “fast”, da Roman Polanski sich gleichermaßen auch an anderen Genres wie z. B. dem Thriller bediente, aber der Horror nie wirklich aufhört.

Es entsteht auch direkt eine tolle Atmosphäre die mit der Zeit wirklich etwas unheimlich wird. Spätestens wenn Trelkovsky im Fenster gegenüber (Die Gemeinschaftstoilette) jeden Abend Menschen stehen sieht, die sich scheinbar stundenlang nicht bewegen und an eine Stelle an der Wand starren, wird es fast ein wenig gruselig und man fragt sich, welche Geheimnisse die Nachbarn Trelkovskys so zu bieten haben. Das geht eine ganze Weile so weiter – der Film geht immerhin 125 Minuten – und ändert sich leider fast zu abrupt mit der Wandlung Trelkovskys, der langsam dem Wahnsinn verfällt. Hier wird man als Zuschauer meiner Meinung nach etwas zu allein gelassen. Wirkliche Antworten gibt es keine und man darf sich den Schluss auch noch zusammen reimen. Das ist manchmal toll in diesem Falle störte es mich aber ein wenig. Durch etwas Recherche im Internet kommt dann auch tatsächlich etwas Licht in’s Dunkel, aber so wirklich zufrieden war ich dann auch nicht.

Immerhin kann ich aber die Leistung sehen, die Polanski da vollbrachte. Immerhin fesselte er mich min. 100 Minuten vor den Fernseher und erzeugte eine wirklich tolle Atmosphäre. Etwas schockiert war ich dann, als ich bei meinen Recherchen zu dem Film feststellen musste, dass Roman Polanski selbst die Hauptrolle spielte. Diese war nämlich überaus genial. Der schüchterne Trelkovsky wird hier scheinbar mühelos und vielschichtig von Polanski dargestellt, dass es eine wahre Freude ist. Ein bisschen Komik hier, etwas Schüchternheit da und gen Ende viel Wahnsinn. Klasse.

<SPOILER>
Beste Stelle: Als eine Nachbarin freudig Trelkovsky mitteilt, dass sie nun auszieht und als Abschiedsgeschenk den fiesen Nachbarn (Sie wurde anscheinend auch terrorisiert) “vor die Tür gekackt hat”.
</SPOILER>

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Total Recall


- – - T O T A L . R E C A L L . A R N O L D . S C H W A R Z E N E G G E R . P A U L . V E R H O E V E N . U S A . 1 9 9 0 – - -

Douglas Quaid (Arnold Schwarzenegger) hat eigentlich ein tolles Leben. Einen gut bezahlten Job auf der Baustelle, eine wunderschöne, blonde Ehefrau und eine große Wohnung, was in der Zukunft keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Doch jede Nacht das gleiche… er träumt vom Mars. Die Träume beschäftigen ihn so sehr, dass er auf einen TV Spot hin sich bei Rekall Incorporated meldet. Dort plant er eine Traumreise zum Mars zu buchen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man kann sich seinen Urlaub zu 100 % nach seinen Wünschen erträumen und alles wirkt absolut real. Für lächerliche 300 Kredite bucht er sogar das “Geheimagentenprogramm” gleich mit. Doch als die Ärzte mit dem Programm starten wollen, erleidet Douglas Quaid eine schizophrene Embolie. Wird er jemals wieder der selbe sein?


(Links: OAH, wie geil sieht das alles aus?! Besonders auf Blu-ray ein Genuss. | Rechts: Die sich öffnende Maske der Frau war sogar für Arnold Schwarzenegger zu schwer, so dass man ihn ebenfalls aus Gummi nachbauen und animieren musste, wie er sich die Maske vom Kopf hebt.)

Total Recall ist einer der letzten großen Filme der späten Achtziger / frühen Neunziger Jahre. Als die Special Effects noch komplett Analog und die Actionhelden noch erwachsen waren. Dazu ein gutes Drehbuch mit einer halbwegs interessanten Story und fertig ist ein toller Action / Sci-Fi Film. Ja ja… so war das damals…

Über Total Recall muss man höchstwahrscheinlich nicht mehr viel Worte verlieren, aber soviel sei gesagt. Es handelt sich bei Total Recall um einen Mix aus nonstop Action und Science Fiction von Paul Verhoeven, der schon mit Robocop einen Kult in’s Leben rief. Auch bei Total Recall hinterlässt er seine Handschrift, die überwiegend rot ausfällt und Menschen und Mutanten aus den verschiedensten Stellen am Körper spritzt. Rasant geht es zu. Fast pausenlos gibt’s Schießereien, Verfolgungsjagden oder Faustkämpfe. Schon allein das würde mir fast reichen, um den Film toll zu finden, aber Paul Verhoeven bediente sich bekanntermaßen an einem Philip K. Dick Roman, was immerhin ein gewisses Grundniveau an Story zuließ. Sicher, es darf vermutlich – wie immer – gestritten werden inwiefern der Film die Vorlage trifft, aber sie ist mehr als ausreichend für 2 Stunden Unterhaltung. Ja, man könnte sogar richtig überrascht werden von ihr mit einem Megatwist am Ende… wenn man den Film nicht schon 329 mal gesehen hätte.

Man muss wohl nicht betonen, dass gerade Michael Ironside in seiner Rolle ziemlich genial ist und Arnold einfach der Arnold ist. Mir fiel bei Total Recall manchmal auf, dass er sich komisch bewegt, aber ansonsten finde ich ihn absolut symphatisch. Arnold ist einer der letzten großen Actionhelden, der bei uns Gott sei Dank synchronisiert wurde. Ich frage mich bis heute, wie die Amerikaner Arnolds Originalstimme ertragen und ihn in Filmen ernst nehmen können. Aber vermutlich tun sie das auch gar nicht und deswegen wurde er so erfolgreich. ~_°


(Links: Kuato der Rebellenanführer ist eine der most memorable Personen im Film | Sharon Stone ist sogar relativ sexy.)

Bei einem Sci-Fi Film der 90er Jahre fallen einem fast immer die Special Effects als erstes auf. So auch bei Total Recall, allerdings erfreulicherweise positiv. Ich kann mich kaum noch an damals erinnern und wie der Stand der Dinge war, aber ich befürchte, dass die Total Recall Special Effects schon damals grandios waren und das sind sie sogar noch heute. Einzig die etwas wackeligen Autos erinnern mehr an Seifenkisten aus Pappe, als an pfeilschnelle Fahrzeuge der Zukunft. Dafür stimmt der Rest. Die Röntgenwand in der Metro, auf der alle durchlaufenden Fahrgäste als Skelett erscheinen ist nur ein Beispiel an Effekten, die selbst heute noch begeistern. Richtig, richtig geil wird’s aber, wenn einer der in Total Recall sehr häufigen Maskeneffekte kommt. Gleich zu Anfang des Films, wenn Quaid träumt auf dem Mars eine Klippe herunterzufallen und sein Visier kaputt geht, sieht man diesen geilen Gummikopf, wie die Augen raus kommen und sich der ganze Kopf aufbläht. Das sieht alles andere als total realistisch aus, aber es sieht einfach cool aus. Effekte wie diese üben einen Charme auf mich aus, den ich nicht beschreiben kann.

Tjo, die Mischung macht’s. Action ohne Ende, Arnold Schwarzenegger, dicke Special Effects, eine interessante Story und eine gekonnte Ausführung von Paul Verhoeven. Total Recall ist über die Jahre gereift, wie ein guter Käse. ~_~

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