My Life As Mc Dull

My Life As Mc Dull
Hong Kong 2001

Mc Dull ist ein kleiner Junge aus Hong Kong. Er geht dort auch in den Kindergarten und hat eigentlich ein recht gutes Leben. Seine Mutter ist alleinerziehend und so übernimmt der Kindergarten mit eine wichtige Rolle im Leben Mc Dulls. Eine richtige Story gibt es eigentlich weniger, es werden eher kurze Stationen in Mc Dulls Leben angesprochen und Geschichten aus seiner Jugend (vom älteren Mc Dull) erzählt.

Der Überraschungshit 2001. Mc Dull gewann 2002 dann auch gleich mal den sogenannten “Fipresci Prize” beim sechsundzwanstigsten Hong Kong International Film Festival. Im nu eroberte er Hong Kongs Publikum mit viel Charme, Witz und einigen Seitenhieben auf die Gesellschaft Hong Kongs. Was eher wie ein Werbetext klingt, ist allerdings true und so kam ich nicht drum herum, ihn mir auch mal anzuschauen. Zumal mir Mc Dull The Alumni (der bereits dritte Teil) auch recht gut gefiel. Mc Dull ist süß wie eh und je und schafft es mit seine Geschichten und seinen philosphischen, kindlichen Gedankengängen einen zum Schmunzeln zu bringen. Ich hätte mir nur etwas mehr Witz gewünscht. My Life As Mc Dull ist da im Vergleich zu Mc Dull – The Alumni etwas zurückhaltender und eher eine Art fantastische Reise durch Mc Dulls Kopf. Geschickt wechselt die Story zwischen Traumwelt Mc Dulls und der eher tristen Realität Hong Kongs.

Welches übrigens sehr toll in Szene gesetzt ist. Der Film ist eine Mischung aus Hand Drawn Animationen, gerenderten 3D Animationen und 2D Darstellungen Hong Kongs im Stil einer Collage (mit sicken Photoshop Filtern xD). Alles in allem ein optisch recht gelungener Streifen, der vor allem durch den süßen Mc Dull und seiner noch süßeren Synchronstimme die Herzen des Publikums gewinnt. Die Musik wechselt dann zwischen altbekannten klassischen Pianostücken und neu komponierter Musik, die immerhin nicht negativ auffällt.

Alles in allem gefällt Mc Dull gerade bei Szenen wie das Leben und der Tod eines Truthahnes und dem Besuch auf den Malediven, ansonsten wirkt er etwas leer, was evtl. auch daran liegen kann, das er stark auf die Hong Konger Kultur und deren Insassen zugeschnitten ist und man so als normalsterblicher Nichtchinese evtl. den ein oder anderen Gag nicht checkt.

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A Better Tomorrow

A BETTER TOMORROW
John Woo | Hong Kong 1986

Ho und Mark sind erfolgreiche Geldfälscher in der Hong Konger Unterwelt. Auf dem Zenith ihres Schaffens wird es für Ho allerdings immer schwieriger seine Taten vor Kit geheim zu halten. Kit respektiert und liebt seinen Bruder. Ist aber ein Polizeianwärter. Der Deal in Taiwan soll Hos letzter sein. Er beschließt mit dem ganzen Krempel aufzuhören. In Taiwan jedoch wird er verraten und entkommt nur knapp dem Tod. Er hat keine andere Möglichkeit, als sich zu stellen. 3 Jahre später kommt er aus dem Knast und will mit dem ganzen Gangstertum endgültig abschließen. Aber einmal Gangster, immer Gangster.

1986 war A Better Tomorrow zwischen dem ganzen Kung Fu Krams und den Komödien eine willkommene Abwechslung im Hong Konger Kino und die Kinogänger dankten es John Woo und Tsui Hark. Im nu avancierte er zum Kassenschlager und war zugleich Startpunkt für eine regelrechte Flut an mehr oder weniger erfolgreichen Gangsterfilmen. Diese hatten es aber auch schwer, da bereits ihr Genrebegründer A Better Tomorrow so verdammt perfekt ist. Neben tollen Shootouts und viel Freundschaft unter Gangsterbrüdern bietet er zudem etwas Drama. Die schwierige Beziehung zwischen den beiden Brüdern Kit und Ho wird ausreichend beleuchtet und auch die Freundschaft zwischen Ho und Mark, welche auch für die besten Szenen im Film verantwortlich ist, lassen nichts zu wünschen übrig. Wenn Mark den Tränen nahe von seinen Erlebnissen am Anfang seiner Gangsterkarriere erzählt, dann lässt einen das kaum kalt, da Chow Yun-Fat hier einfach eine Glanzleistung vollbringt und man meinen könnte, er musste bei der Szene echt weinen. Nicht zuviel, so dass er gerade noch cool ist und nicht zu wenig, so dass man sieht, das auch er nur ein Mensch ist.

Der geile 80er Score, mit seinen Synthieklängen und dem grandiosen Openingtheme tut da sein übrigens und unterstreicht die Atmosphäre des films wie mit einem dicken Rotstift. Die volle Punkt… verzeihung, Penenzahl bekommt der Film von mir nicht etwa, weil er Genrebegründer war und / oder John Woo besonders toll wäre, sondern weil er ganz allein für sich stehend einfach perfekt ist und es kaum eine Szene gibt, in der man sich nach etwas Action sehnt oder überhaupt gerade ganz andere Gedanken hat.

Von vielen wahrscheinlich nur wegen der blutigen Shootouts geschaut, bietet der Film doch soviel mehr. Gangster mit Herz, die auch truly so rüber kommen und vor allem spielt einfach Kenneth Tsang mit. Spätestens jetzt muss man den Film lieben.

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Six Strong Guys

Six Strong Guys
Hong Kong 2004
Barbara Wong

4 Versager wollen sich das Leben nehmen, in dem sie vom 48 Stock eines Hong Konger Hochhauses springen. In weißen Anzügen und alle vier gleichzeitig, so wollen sie immerhin mit etwas Stil abtreten. Long (Ekin Cheng) wird ständig von seinem Boss auf Arbeit runtergeputzt und hatte in den 8 Jahren, die er in der Firma arbeitet, noch nie frei. Ben (Hacken Lee) hat leider keinen Mut, seine viel zu liebevolle und fürsorgliche, dafür mediocre aussehende Freundin zu dumpen. Malcom (Andy Hui) kriegt keinen mehr hoch, nachdem ihn eine seiner Ex-Freundinnen anrief und sagte, das er nun Vater ist. Als letztes wäre da noch Chai (Chapman To), welcher einst seinen Job verlor und seit dem als Hausmann tätig ist, während seine Frau Karriere macht. Das alles ist Grund genug für sie Selbstmord zu begehen. Die Polizei und Feuerwehr steht schon bereit, als plötzlich… Aus ein paar Stockwerken weiter unten jemand anderes springt. Shaun (Ti Lungs Sohn(!) Shaun Tam), der bei einem Onlinespiel alle seine virtuellen Schätze verlor. Anstatt zu sterben, lernte er 4 weitere Versager kennen.

Richtig. Bis jetzt sind es erst 5 strong guys, anstatt 6. Der sechste ist Rico, Ekin Chengs Boss, der etwas später hinzu kommt und auch so seine Problemchen hat. Dauernd stresst sein Schwiegervater (Kenneth Tsang!) herum und liest Ricos Projektvorschläge erst gar nicht. So sehen wir im Film hauptsächlich die 6 gar nicht mal so strongen Typen, die irgendwie versuchen ihr Leben in den Griff zu bekommen. Wobei mein einziger Kritikpunkt ist, das der Selbstmordversuch ansich irgendwie viel zu übertrieben wirkt. Nur, weil jemand eine Freundin hat, die er gerne dumpen würde, sich aber nicht traut, gleich von einem Hochhaus zu springen, das ist einfach… ka.

Dafür ist der Rest umso nicer. Six Strong Guys ist kein Actionfilm und hat dementsprechend viel Zeit, sich mit den Charakteren zu beschäftigen, welche einem dann auch truly an’s Herz wachsen irgendwie. Chapman To ist mir trotz Overacting ziemlich oft, ziemlich sympatisch und auch die anderen Charaktere schaffen es in alltäglichen Szenen, wie z. B. beim Bowlingspielen, durchaus zu überzeugen. Mit dem ein oder anderen männlichen Problem kann man sich gut identifizieren und auch viel Humor trägt zum Gelingen des Filmes bei.

Irgendwie hat der Film Herz und einen sanften Humor, welcher nur selten in’s etwas Lächerliche abdriftet. Ein nettes Filmchen für Zwischendurch. Muss man jetzt nicht als Special Edition (Mit Ekin Cheng Kopf ~_?) haben, aber hinterher ganz froh ist, ihn mal gesehen zu haben.

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The Chinese Feast

The Chinese Feast
Das Bankett Des Kaisers
Hong Kong 1995 | Tsui Hark

Law Kar-Ying ist Restaurantbesitzer in Hong Kong und bekommt eines Tages besuch von Xiong Xin-Xin, der sich mit ihm battlen will. Im Kochen. Die Aufgabe ist das sagenumwobene “Bankett Des Kaisers”, welches 3 Tage lang geht und aus über 600 Speisen besteht. Der Hauptpreis: 50.000.000 HKD für Law Kar-Ying. Verliert er allerdings, muss er sein Restaurant an Xiong Xin-Xin abgeben. Er willigt ein und… kriegt erst einmal einen Herzinfarkt. Seine Tochter Anita Yuen und der erst kürzlich eingestellte Ex-Triade und möchtegern Koch Leslie Cheung sind da nicht wirklich eine Hilfe. Er braucht Profis. Master Chef Kit ist neben Xiong Xin-Xin der einzige, der das Bankett des Kaisers zubereiten kann. Doch er ist mittlerweile eine Alkoholleiche, die alle Geschmackssinne bereits verloren hat.

Aus der Reihe “Als Tsui Hark noch nice Filme drehte” präsentieren wir euch heute das Bankett des Kaisers. Ein Lunar New Year Film aus Hong Kong, der Kochaction, viel Comedy und etwas Romantik in sich vereint. Und das ziemlich gut. Von Anfang an kann man sich mit den Charakteren vertraut machen, da Tsui Hark sich erstaunlich viel Zeit lässt alle Figuren zu introducen, noch bevor die eigentliche Story los geht. Das trägt viel zur späteren Atmosphäre im Restaurant und beim Wettkampf bei. Leslie Cheung ist leider im ersten Viertel des Filmes etwas nervtötend und knapp am Overacten, dafür bessert er sich gerade im späteren Verlauf, wenn der Film einen Tick ernster wird. Aber richtig im Gedächtnis bleiben irgendwie die anderen Darsteller, allen voran Anita Yuen als super cute, wirbelige, durchgeknallte Tochter des Restaurantbesitzers, welcher ebenfalls einen grandiosen Spagat zwischen fiesem Boss und sympathischem Kerl schafft.

Richtig geil geht es dann auch in besagten Kochszenen zu, welche uns gleich zu Beginn des Filmes klar machen: Dieser Film ist aus HK, hier wird nicht einfach nur gekocht, hier geht die Action ab. So erinnern die Kochszenen etwas an Martial Arts Filme. Es werden Messer geschwingt, Hackebeile geworfen, kranke Apfelschälmoves und super geheime Kochtricks vorgeführt, wie wir sie noch nie gesehen haben. Das sieht alles ziemlich lässig aus und macht einen Großteil des Spaßes am Film aus. Der restliche Spaß kommt eben von den Darstellern und dem Herz, welches in all den Szenen vor, hinter, unter und über dem Herd steckt.

Einen Pimmel muss ich leider dann doch abziehen, da einige Klamaukszenen etwas übertrieben wirken und es auch sind. Allen voran eine spezielle Szene mit einem 100 kg Fisch, die irgendwie lächerlich ist und nicht zu enden scheint. Aber da sieht man nach dem Abspann gerne drüber weg, da einfach ein gutes Gefühl zurück bleibt. Ein toller Lunar New Year Film eben (Ja, die gibt’s).

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Flash Point

FLASH POINT
hong kong 2007

Inspector Ma und Wilson sind recht gute Kumpels. Lame nur das der eine (Inspector Ma, also Donnie Yen) als Polizist arbeitet und der andere (Wilson, also Louis Koo) als verdeckter Ermittler in Gangsterkreisen verkehrt. So kann es schon einmal vorkommen, das Wilson von Inspector Ma verprügelt wird, damit seine Deckung nicht auffliegt. Wilson ist also ziemlich gut dabei und schaffte es mittlerweile als rechte Hand vietnamesischer Gangsterbosse zu arbeiten. So gelingt der Polzei ein Schlag gegen die Bande, wobei einer der drei Brüder festgenommen werden kann und Wilson leider von einem Auto ganz krass angefahren wird. Seine Deckung ist also dahin und wenn die 2 verbleibenden Brüder nicht zurück gekommen wären, um Wilson, der ja gegen den verhafteten Bruder aussagen soll, könnte sich Wilson so ein schönes Leben mit einer super super sexy aussehenden Hong Kong Chinesin machen. Aber tjo. So entführen sie also erst seine Freundin, damit er nicht aussagt, dann gibt’s bös Haue und Inspector Ma wird derweil immer wütender. Ich ahne schlimmes!!!

So oder so ungefähr ging die Story von Flash Point, dem neusten Actionkracher von Donnie Yen. Diese erstreckt sich über sage und schreibe 87 Minuten und vermeidet eigentlich nur durch die kurze Laufzeit langweilig zu werden. Kämpfe gibt es gar nicht sooo viele. Dafür sind sie umso unglaublicher, wenn sie erst einmal auftauchen. Selten sieht man in Filmen derart harte und realistische Außeinandersetzungen. Dabei fällt mir immer wieder Donnie Yens Judogerangel positiv auf. Donnie Yen, der als Action Choreograph fungierte und selbstverständlich auch höchstpersönlich mitprügelt, darf sich ruhigen Gewissens in die Reihe der Top Martial Arts Stars der Hong Kong Filmszene einreihen und ich hoffe, das er noch einige Filme dreht.

Nur wäre es schön, wenn er sich entscheidet. Wenn keine Story vorhanden ist, dann ist das gar nicht so schlimm. Dann muss man lediglich ein zwei Actionszenen mehr einbauen und ich bin zufrieden. Wenn die Story aber nicht viel hergibt, dann ist es natürlich lame, wenn die meiste (Eigentlich alle???) Action schon im Trailer verbraten wird und wir im Rest vom Film nur belangloses hin- und herfahren der Polizisten und böse dreinschauen seitens der Gangster sehen. Das hält mich nicht wach, das will ich nicht sehen. SPL machte es richtig und kombinierte Copfilm mit Martial Arts Extravaganza. In Flash Point fehlt mir eine Kleinigkeit.

Dafür rockte die Cinematographie ziemlich viele Ärsche. Einmal mehr wurde Hong Kong bei Tag, sowie bei Nacht ziemlich geil in Szene gesetzt. Der ganze Film ist ob seiner Düsterheit auf eine tolle Art farbenfroh, ohne wie Dragon Tiger Gate auszusehen und bietet eine sexy Einstellung nach der nächsten. Apropos sexy… wer Donnie Yen mag und sexy findet (Ich oute mich hiermit), der sollte Flash Point auf keinen Fall verpassen. Da er nicht viel zu Schauspielern hat, sieht man ihn in allerhand gut aussehenden Posen. Ob nackt, mit geilem Tanktop oder super geiler Lederjacke (kombiniert mit Jeans. Unschlagbar!). Donnie Yen ist einfach super sexy. Überhaupt ist jeder im Film sexy. Louis Koo kann gerade am Anfang zeigen, warum er als einer der most sexy HK Filmstars gilt, die Frauen sind sowieso sexy und WTF?!?! selbst Kent Cheng sieht handsome und gepflegt aus. Eine willkommene Abwechslung zu Lam Suets schwitzende Hackfresse.

Wobei ich doch lieber einen Johnnie To Film gesehen hätte. Hm.

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Untold Story

Untold Story
Herman Yau | HK 1993

Wong Chi-Hang (Anthony Wong) arbeitet im 8 Immortals Restaurant als Koch. Beim Mahjong spielen mit seinem Chef kommt es zu Streitereien. Wong schummelt beim Spielen und sein Boss will ihm deswegen kein Geld zahlen. Da greift Wong kurzerhand zum Hackebeil und streckt seinen Boss wieder. Danach übernimmt er einfach selbst das Restaurant und verkauft das Fleisch seines Bosses, der Kinder und der Frau als gefüllte Teigtaschen im besagten Restaurant. Als eines Tages die Überreste der Schwiegermutter am Strand auftauchen bekommt die Polizei Wind von der Sache und fängt an zu investigaten. Schnell haben sie einen Verdacht und beobachten Wong. Aber ihm ein Geständnis zu entlocken ist eine ganz andere Sache…

Einer der most famous CAT III HK Filmklassiker. Basierend auf einer teilweise wahren Begebenheit in Macau erzählt The Untold Story eine gar grausame Geschichte um Wong Chi-Hang und dessen Geschäftspraktiken. Dabei hebt sich der Film von anderen “Schockern” nicht unbedingt durch seine grafische Darstellung der Morde ab, sondern viel mehr durch die Szenen dazwischen. Wong ist sichtlich krank im Kopf, wäscht sich das Blut von den Händen mit seinem eigenen Urin, trinkt fremden Urin, schändet die Kassiererin und rammt ihr danach mehrere Essstäbchen rein und vor Kindern macht er selbstverständlich auch nicht halt. Und als wäre das nicht alles schon grausam genug, sehen wir immer wieder die Polizeitruppe um Sergeant Lee (Danny Lee), die für die ein oder andere witzige Szene sorgen. Mir persönlich gefielen die Szenen ansich, aber so wirklich in den Film wollen sie nicht passen. Mag sein das Herman Yau damit die damals in Macau übliche (?!) Polizeiarbeit kritisieren wollte, aber ich bin der Meinung, das man das hätte gleich lassen sollen. Gottseidank beeinflussen sie die brutaleren Szenen um Wong nicht im geringsten.

Diese sind vor allem durch den Soundtrack ziemlich übel. Düster, dreckig und fast schon Silent Hill mäßig, schafft der Soundtrack das i Tüpfelchen auf der Atmosphäre. Die abgetrennten Gliedmaßen sind dann auch handwerklich wirklich toll gemacht und Blut spritzt reichlich. Eigentlich alles, was man sich von einem Film dieser Art wünschen kann. Richtig nice fand ich dann aber noch, das die Polizei Wong ziemlich schnell auf die Schliche kommt, aber erst einmal zu tun hat, ein Geständnis aus ihm zu pressen. Ein gutes Stück Film handelt davon, wie Wong von der Polizei vermöbelt wird, von Knastinsassen vermöbelt wird und gar von der Krankenschwester gequält wird. Er ist aber auch ein sickes Arschloch. xD

Ein nice CAT III Film mit einer tollen Atmosphäre (Mal die Comedyszenen außer Acht gelassen), von dem ich nun gerne eine bessere DVD hätte, aber keine 50 EUR für die komische deutsche Box bezahlen will. Was tun?

Die City Connection DVD ist ja wirklich unter aller Kanone und hätte ich das vorher gewusst, hätte ich sie nicht einmal geschenkt genommen. Das Bild teilweise in 16:9, teilweise in 4:3 (???), viel zu hell sowieso und der Sound kann sich auch nicht zwischen Rauschen und Dumpfheit entscheiden. Das dann hin und wieder ein paar Untertitel fehlen ist für City Connection sicherlich Ehrensache. Da wundert mich etwas, wieso diese DVD das mit Abstand beste Cover von ALLEN hat. ~_°?

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Unleashed

Unleashed | Louis Leterrier , Luc Besson
aka danny the dog aka entfesselt

Danny (Jet Li) lebt nun schon seit Jahren bei seinem “Onkel” (Bob Hoskins, aka Super Mario). Dieser füttert ihn und zieht in groß. Allerdings nicht mit Liebe und Zuneigung zu einem menschlichen Wesen, sondern vielmehr mit Prügel und ohne Liebe zu einer Art… Hund. Danny ist nichts weiter als eine Kampfmaschine. Kein lesen, kein Schreiben, keine Liebe war ihm gegönnt und so kennt er und macht nichts anderes, als für seinen Onkel zu töten. Als dieser sich mit den falschen anlegt und diese sich dann rächen, kommt es zu einem folgeschweren Unfall, bei dem Danny flüchtet. Er dachte sein Onkel ist tot. Er flüchtet in ein neues Leben und lernt durch Zufall den Klavierlehrer Sam (Morgan Freeman) und dessen Adoptivtochter (Ka mehr, wer das war. War eh hässlich) kennen. Ein neues Leben beginnt für ihn.


(Links: Brutal. Danny ist eine Kampfmaschine. | Rechts: Morgan Freeman sieht etwas aus wie Darth Vader.)

Hier haben wir es mal nicht mit einem der typischen Jet Li Filme zu tun. Jet Li ist dieses mal kein Wong Fei-Hung, kein Superpolizist oder sonst irgendein Held. Jet Li ist Danny die hundeähnliche Kampfmaschine, die stets dann aktiv wird, wenn man ihm das Halsband abnimmt. In einem Loch eingesperrt wurde er groß und sah die Welt draußen nur, wenn sein Boss mal wieder Schuldner besuchte und diese zusammenprügeln ließ. Das ganze erinnert ein wenig an Kaspar Hauser, nur das Danny immerhin ETWAS Zuneigung bekam und dick kämpfen konnte. Kaspar Hauser dagegen war ja einfach nur noch ein seelischer Krüppel und konnte nichtmal Martial Arts. Wie langweilig.

So kommt es dann irgendwann dazu, das Danny abhaut und Morgan Freeman kennenlernt. Hier kann der Film dann auch tatsächlich seine “Stärke” ausspielen. Die Dramatik. Die menschlichen Hintergründe und Beziehungen. Die Szenen um Morgan Freeman, seiner Adoptivtochter und Danny beim Einkaufen oder Boot fahren (Siehe Screenshot) sind teils herzerweichend und gut in Szene gesetzt. Anfangs ängstlich, verhält sich Danny nach und nach immer menschlicher, lernt Melonen kennen (Nein, richtige Melonen. Keine Titten. Die Adoptivtochter hat eh nur kleine Titten) und damit auch die Welt da draußen. Die Welt, die er jahrelang vorenthalten bekam. Ein wenig oberflächig zwar aber mit viel Charme kommen eben diese normalen Szenen daher.


(Links: Bob Hoskins kann als Gangster und Bösewicht nicht ganz so sehr überzeugen | Rechts: Die besten Szenen des Films: Danny lernt die Welt da draußen kennen.)

Im Kontrast dazu steht natürlich die Welt des Onkels, der ein widerwärtiger Gangster ist, der von Läden Schutzgeld erpresst. Die Fights, die Danny austrägt, stehen in starkem Kontrast zu den sanfteren Momenten des Films und… wollen gar nicht so recht da rein passen. Sicher muss es gezeigt werden. Sicher muss man Zeit genug haben Dannys Welt kennen- und hassen zu lernen, aber durch die Art der Aufnahmen und des Soundtracks kommen sie etwas rüber, wie aus einem anderen Film. Und zwar einem Film namens “Random Jet Li Franzosencrap mit viel Martial Arts und Hip Hop, damit auch viele dumme Kinder reingehen und denken, sie wären cool. Teil 3″. Das ist irgendwie schade, denn die Fights ansich sind relativ gut von HK Filmveteran Yuen Woo-Ping in Szene gesetzt. Aber leider werden sie zu exzessiv gezeigt und es dürfte schwer werden ein Publikum dafür zu finden. Jet Li Fans langweilen sich bei den ruhigen Momenten und Drama Fans schauen entsetzt bei den Fights weg. Und Fans beider Genre, die wundern sich dann nur, warum die Mischung nicht so recht passt.

Aber alles in allem einer der (viel) besseren Non-HK Jet Li Filme und definitiv sehenswert. Aber auf DVD muss ich ihn nun nicht haben.

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Divergence

DIVERGENCE
benny.chan.HK.2005

Detective Suen (Aaron Kwok) kann wohl bald Urlaub machen. Er ist gerade dabei einen (recht fetten) Kronzeugen, der gegen den industriellen Yiu (Gallen Law) aussagen soll, von Kanada nach Hong Kong zu überführen. Ein großer Fall und lange hat Detective Suen daran gearbeitet. Kaum in Hong Kong angekommen wird ihm der Kronzeuge allerdings vor seinen Augen weggeschossen. Der Scharfschütze kann entkommen. Wutentbrannt begibt sich Suen auf die Jagd nach dem Scharfschützen Koo (Daniel Wu). Es dauert nicht lange, da findet er heraus das ihm mit dem Scharfschützen mehr verbindet, als er glauben mag. Der Scharfschütze kannte nämlich Suens als vermisst geltende Freundin (Lee Sinjie)…

Achtung: Dieser Film ist mit Ekin Cheng.

Die Story von Divergence ist bisschen schwer in Worte zu fassen, ohne total scheiße zu klingen. Nicht zuviele, aber einige Handlungsstränge laufen hier parallel und laufen am Schluss mehr oder weniger zusammen. Das ist nicht neu, das ist auch nicht sooo super umgesetzt, aber immerhin verwirrt einen die Story um Detective Suen, den Scharfschützen Koo, den Industriellen Yiu und dessen Anwalt (Ekin Cheng!) nicht zu sehr und bleibt durchgehend spannend. Zum seichten Storyverlauf gesellt sich aber noch ein großes Manko hinzu: Aaron Kwoks vermisste Freundin. Dieser Subplot ist zwar alles andere als überflüssig, aber irgendwie weird produziert. Die Musik wird in den Szenen, in denen es um Suens Freundin geht, ziemlich übertrieben und kitschig und als würde Aaaron Kwok diese Musik kaum aushalten fängt er dann immer an zu Overacten. Also ziemlich krass. So krass, das es immerhin mich schon stört. Hinzu kommt, das wir den Subplot um seine Freundin irgendwie viel zu oft sehen.

Viel lieber schaute ich nämlich den anderen Handlungssträngen zu, die durchaus interessanter, toll gefilmt und spannend waren. Divergence schafft es immerhin richtig Style zu bieten. Die Gangster sind gewohnt böse, aber trotzdem schick angezogen, die Polizei irgendwie hilflos und brutal und Auftragskiller haben auch in Divergence fast vor nichts Angst. Das ist – mal wieder – gewohnte Kost, nichts neues also, aber trotzdem schön anzusehen. Dafür sorgt vor allem die durchaus dicke Cinematographie von… was weiß ich wem? Wo findet man das heraus? Ich will ihm einen Kuchen schicken, denn der dafür zuständige Kameramann setzte Hong Kong mit schön viel Farbfiltern, Tiefenunschärfe, Regen und Styleaufnahmen in Szene, die man von einem Benny Chan Film im ersten Moment so gar nicht gewöhnt ist. Gerade das Opening ist ziemlich nice geworden. Dazu gesellt sich der, mal von den melancholischen Momenten um Suens Liebeskummer abgesehen, durchaus hörenswerte und dick produzierte Soundtrack, der allerdings in einer Szene einen faden Beigeschmack hinterlässt, da man eine fast schon dreiste Kopie eines Songs des Akira Soundtracks hört. Wtf?

Aber geschissen drauf. Für mich überwiegen die Pros die Cons. So sehen wir zum Beispiel obendrein noch Eric Tsang, Lam Suet und Sam Lee in guten Nebenrollen und die Freundin Ning Jing des Auftragskillers ist sogar mit Glatze ziemlich sexy und cute. Trotz viel Geblubber und Story schaffte es sogar eine ziemlich gute Verfolgungsjagd (zu Fuß) in den Film. Alles in allem nichts neues, aber auch nichts schlechtes und imho ziemlich zu unrecht runtergebuttert. (*wein* der Film will Infernal Affairs sein *heul* Das klappt doch nicht *wein* Ekin Cheng *flenn* Ende ist doof *kreisch* Infernal Affairs Kopie *wein*, etc.)

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Abschied in der Nacht / Das alte Gewehr

Abschied in der Nacht / Das alte Gewehr
(le vieux fusil | frankreich 1975 | robert enrico | dvd: new entertainment world)

Frankreich 1944. Die Deutschen müssen immer mehr Angriffe von Partisanen über sich ergehen lassen. Sie rächen sich an der französischen Zivilbevölkerung. Arzt Julien (Philippe Noiret) will seine Familie aus den Wirren des Krieges heraushalten und versteckt seine Frau (Romy Schneider) und Tochter auf einem Landgut. Als er sie Tage später besuchen will, sind alle tot. Die Frau vergewaltigt und verbrannt, die Tochter erschossen. Statt vor den Deutschen zu fliehen, beginnt Julien einen bitteren Rachefeldzug.

Von den Geschwadern selbsternannter “Antikriegsfilme”, die sich über die letzten paar Jahrzehnte angesammelt haben, können nur die wenigsten von sich behaupten, auf das zivile Schicksal einzugehen. Robert Enricos preisgekröntes Drama Abschied in der Nacht ist eine der Ausnahmen; gleichzeitig bleibt der Krieg selbst hier nicht mehr als finsterer Schatten am Horizont, welcher plötzlich hervorstößt, Zerstörung und Leid hinterlässt, und sich dann wieder zurückzieht. Ein Rahmen, der letztlich austauschbar ist und lediglich die Taten Juliens in einen nachvollziehbaren Kontext setzt. Juliens Rache ist nicht die Rache eines Wahnsinnigen, nichtmal die Rache eines Trauernden, sondern die eines Mannes, dem in einem Moment alles gleichgültig geworden ist. Mit kaltblütiger, methodischer Präzision schneidet er den Deutschen den Fluchtweg ab, tötet sie einen nach dem anderen. Sein eigenes Wohlergehen spielt dabei keine Rolle mehr. Enrico stellt beinahe jeder Mordszene ein Flashback gegenüber, in dem sich Julien an seine Familie erinnert. Aus heutiger Sicht könnte man das für eine billige Methode zum emotionalen Spannungsaufbau halten. Doch vielmehr nutzt Enrico die Flashbacks zur Vertiefung der Beziehung zwischen Julien und seiner Frau – die gar nicht so simpel ist, wie man es vielleicht annehmen könnte.

Noirets schauspielerische Leistung in Abschied in der Nacht wird nicht zu unrecht bis heute vom französischen Kinopublikum als legendär angesehen. Er ist kein strahlender, schöner Held. Er könnte mein Nachbar sein. Zu keinem Zeitpunkt lässt sich Noiret dazu verleiten, der in seinem Charakter aufgestauten Wut und Trauer durch theatralische Gestik Luft zu machen. Romy Schneider kann angesichts derartiger Leinwandpräsenz nicht mehr sein als hübsches Beiwerk. Die deutschen Soldaten bewegen sich dafür oft an der Grenze zur Karikaturisierung, vielleicht gerade deswegen, weil Enrico sie (mit dem wohlmeinenden Anspruch auf Authentizität) mit deutschsprachigen Schauspielern besetzte – so zumindest mein Eindruck. Da ich aber im zweiten Weltkrieg leider nicht dabei war, kann ich nicht genau sagen, inwiefern ihre Darstellung der Realität entspricht.

Mal davon abgesehen ist Abschied in der Nacht einer der eindringlichsten und berührendsten Rachefilme, die ich je gesehen habe, mit einem großartigen Philippe Noiret und wunderschöner Musik. Aber Vorsicht: Stellt euch nach dem Schauen darauf ein, den Rest des Tages deprimiert zu sein.

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Armour Of God II – Operation Condor

Armour Of God II
OPERATION CONDOR
Jackie Chan | 1991 | Hong Kong

Jackie (Jackie Chan) ist der Asian Hawk, auch Condor genannt. Ein Abenteurer, der für eine entsprechende Bezahlung nach verschollenen Artefakten auf der ganzen Welt sucht. Von der UNO (?) bekommt er eines Tages den Auftrag nach ca. 240 Tonnen Nazigold zu suchen, welches selbige in der afrikanischen Wüste zurück ließen. Gemeinsam mit der Expertin Ada (Dodo Cheng) und Elsa (Eva Cabo de Garcia), der Enkelin eines deutschen Kommandeurs, macht er sich auf in die Wüste. Eine turbulente Jagd nach dem Nazigold beginnt.

“Armour Of God II – Operation Condor” war bis dato (1991) die teuerste HK Produktion. Das dürfte zum größten Teil an den großartigen Sets und Locations des Films gelegen haben. Wir sehen Jackie in der Sahara, in (höchstwahrscheinlich) Barcelona, komischen random Inseln und auf großartigen Setbauten wie dem arabischen Hotel in der Wüste und schließlich der unterirdischen Nazi Militärbasis. Ansonsten gibt’s das übliche: Sicke Synthiemukke, nervige (weibliche) Sidekicks und jede Menge grandiose Action – mit oder ohne Fäuste – von und mit Jackie Chan. Positiv fällt auf, das Jackie Chan eine wohldosierte Mischung aus Comedy, Story und Action fand. Sehr Indiana Jones like sehen wir anfangs erst einmal ein bisschen Action und lernen Jackie so in seinem Element kennen. Dem Zusammenklauben von Artefakten.

Dem ein oder anderen mag Jackie Chans Klamauk vor, während und nach den Actionszenen sauer aufstoßen, aber wirklich negativ fällt eigentlich nur der wirklich teilweise billige Score auf. Und manch einem auch die political correctness. Bzw. das nicht vorhanden sein selbiger. Hier werden Frauen reihenweise verprügelt und das Volk der Araber, sowie deren Kultur nicht wirklich realitätsgetreu und Klischeeüberladen vorgeführt. Sieht man darüber hinweg, bleibt einem nichts anderes übrig als den Film zu mögen, da er bis heute zu den besten Filmen von Jackie Chan zählt. Die Kreativität der Kampfszenen und Actionszenen ist über alle Zweifel erhaben und sogar der amount an Comedyszenen stimmt perfekt. Besonders hervorzuheben die Szenen im arabischen Hotel.

Nur Drunken Master II ist besser.

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