The Dezaemon 2 Series – Daioh P!

~THE DEZAEMON 2 SERIES~

F O L G E . 0 0 3
D A I O H . P !

Quote:
Developer: Athena
Jahr des Releases: 1997
Ausrichtung: Vertikal
Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=XQZH5-lB_eQ


Und hier das letzte Beispielgame aus dem Hause Athena. Bei Daioh P! fällt einem neben dem Grafikstil im Titelbild auch gleich mal die treibende Musik auf, die locker an die 16-Bit Klassiker vergangener Tage heranreicht. Uptempo Melodien, wie sie shmuppiger nicht sein könnten. Überhaupt kam mir Daioh P! wie ein kleiner Raiden clone vor.


In Stage 1 fällt einem erst einmal auf, das Daioh P! die vermutlich sicksten Geräusche benutzt, die Athena finden konnte. Quietschen, Zwischen, Tiergeräusche und 8-Bit Fanfaren mischen sich hier zu einer unglaublich grotesken Kakophonie, die ihres gleichen sucht. Aber immerhin: Irgendwie passt es auch zum Grafikstil. Der ist verspielt, cute, 3D, doch nicht 3D und bunt. Eine ziemlich weirde Mischung. Anfangs ging ich davon aus, das es sich bei den Objekten um 3D Objekte handelt, da der Dezaemon 2 auch das Erstellen von 3D Objekten erlaubt, aber irgendwie ist das dann doch alles nur in 2D. Aber ziemlich cute gemacht und immerhin geizt das Spiel auch nicht mit Effekten. Transparenz, große Explosionen mit vielen Sprites, dicke Lavaströme und ein grandioser 3D Tunneleffekt im letzten Stage machen hier deutlich, zu was Dezaemon 2 eigentlich im Stande ist. Leider sieht das alles durch die cute Grafik nicht ganz so spektakulär aus, wie es sein könnte.


Das Spiel ist ein vertikales Shmup, ohne nennenswerte Unterschiede zu anderen Genrevertretern. Positiv fiel mir das Waffen System auf. Hier fliegen die Power Up Items direkt aus den zerschossenen Behältern und verschwinden dann immediately vom Screen. So verpasst man zwar hier und da das eine, aber immerhin bekommt man nicht ausversehen die falsche Waffe. Die Bulletpatterns sind hier auch endlich mal eines shmuppes würdig und verteilen sich schön wie ein Vorhang über den Screen. Bei Daioh P! fiel mir dann noch auf, dass es Rücksetzpunkte bietet. Das war bei den anderen Games nicht und damit schätze ich, dass Dezaemon 2 einem hier beim Erstellen der Spiele freie Wahl lässt.

Als krönenden Abschluss gibt es noch ein dickes Outro, welches mich gleichermaßen zum Lachen und zum Staunen brachte. Die nächsten Games sind dann true Amateurarbeiten von japanischen Freaks. Ich bin schon sehr gespannt.

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The Dezaemon 2 Series – Ramsie

~THE DEZAEMON 2 SERIES~

F O L G E . 0 0 2
R A M S I E

Quote:
Developer: Athena
Jahr des Releases: 1997
Ausrichtung: Vertikal
Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=Y3kxJIZLkG4


Und noch ein Beispiel aus dem Hause Athena. Dieses mal ein vertikales Shmup, denn auch das ist möglich mit Dezaemon 2. Aufgrund eines fehlenden Tate Modes (also der Rotation des Bildschirminhaltes um 90 °) haben alle vertikalen Dezaemon 2 Spiele links und rechts zwei schwarze Balken. Das ist einerseits schade, andererseits vertretbar, da die Spiele dann ohnehin auf eben diesen Bildschirmausschnitt zugeschnitten sind. Nicht wie z. B. Arcadeports, bei denen oben und unten etwas abgeschnitten wird.

Wie dem auch sei. Ramsie beeindruckt mit einem wundervollen Logo und startet aber leider genauso langatmig, wie Biometal Gust. Die Hintergründe sind irgendwie leer, die Gegner rar, die Musik zum Einschlafen und alles wirkt irgendwie… Amateurhaft. Das vertikale Spielgefühl passt dann aber immerhin, mit nicht zu vielen und nicht zu wenigen Bullets. Auch wenn das Raumschiff irgendwie viel zu groß erscheint, so ist die Hitzone passabel und es spielt sich einfach wie ein waschechter Vertikalshooter. Ein Scoresystem konnte ich nicht großartig entdecken, aber das wird wohl bei allen Dezaemon 2 Shmups so sein.


Der Spielfluss wird lediglich durch das Waffensystem etwas getrübt, aber das ist einfach nur Geschmackssache. Beim Zerschießen der Power Up Item Behälter, fliegen mehrere Symbole mit verschiedenen Farben umher. Jedes steht für eine andere Art von Waffe. Wählt man rot und sammelt dann blau auf, so wechselt die Waffe, ob man will oder nicht. Das wäre nicht all zu schlimm, wenn die Power Ups nicht stundenlang über den Screen huschen würden. Sie verschwinden einfach erst nach ein paar Sekunden. So erwischt man sich dabei Power Ups auszuweichen oder gar in Hektik wild alle Farben, bis auf die, die man schlußendlich haben will, aufzusammeln, damit man ja nicht die falsche Waffe erwischt und daraufhin verreckt. Will man die nun endlich ausgewählte Waffe aufpowern, so bedarf es weiterer Items. Das P Item powert die waffe auf, B steht für Bome und dann gibt es dooferweise noch ein S, welches die Geschwindigkeit des Schiffes ändert, was ich echt nicht ab kann. Man muss sich jedesmal auf die neue Geschwindigkeit erst einstellen und sammelt man ausversehen zuviel S Items ein, wird das Schiff unkontrollierbar.


Gerettet wird das alles dann – mal wieder – durch Stage 4 und die tolle Grafik. In Stage 4 geht’s nämlich endlich ab. Es gibt geile Hintergrundgrafiken, Parallaxebenen unter denen man durch fliegt, sich bewegende Arme, Zahnräder, Schienen, darauf fahrende Gegner und das alles in einem nicen Steampunkstyle kombiniert mit einem ebenso nicen Schmetterlingstheme. Hier zeigt Athena endlich, was mit Dezaemon 2 alles möglich ist. Auch ein Hingugger ist der Wasser- sowie Pseudo 3D Effekt in Level 2 ähnlich dem in Axelay! Aber alles in allem reicht das nicht ganz für 4 tropfende Pimmel, da die ersten 3 Stages im Zusammenspie mit der langweiligen Musik nicht wirklich viel hergeben. Da gefiel mir Biometal Gust einen Tick besser.

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The Dezaemon 2 Series – Biometal Gust

Der/die/das Dezaemon 2 ist ein Shoot’em Up Construction Kit (Jawohl, ähnlich des bekannten S.E.U.C.K. für Amiga und C64) für den Sega Saturn und erfreute sich in Japan relativ großer Beliebtheit. Bis in’s Jahr 2006 bastelten japanische Fans und Freaks mit diesem einfach zu bedienenden Tool Shmups für ihre Lieblingskonsole. Dank dem Dezaemon 2 Save Game Manager von Satakore (Genauergesagt: Rockin’B, vbt, und IGK) ist es Saturnfans nun endlich möglich das große Angebot an selbstgemachten Dezaemon 2 Shmups zu durchforsten und die Spiele vor allem zu spielen. Der Dezaemon 2 Save Game Manager kommt als CD Iso daher und beinhaltet bereits 118 Shmups, die einfach auf Memory Card kopiert werden können.

Ich mache mich nun daran jedes einzelne davon zu reviewen.

~THE DEZAEMON 2 SERIES~

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B I O M E T A L . G U S T

Quote:
Developer: Athena
Jahr des Releases: 1997
Ausrichtung: Horizontal
Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=HCtnOd8bFmQ


Biometal Gust befindet sich bereits als “Sample Data” auf der Dezaemon 2 CD. Gedacht zum zeigen, was Dezaemon 2 kann, zum herumstöbern in der Funktionsweise des Programs und natürlich auch zum Spielen. Das habe ich sogleich gemacht und ganz ehrlich… der Anfang war nicht ganz so berauschend. Das Spiel bietet zwar schon einmal zu Anfang ein tolles Logo und sogar ein toll gemachtes Intro, aber sobald man anfängt zu spielen, ist man anfangs etwas enttäuscht. Stage 1 und 2 protzen zwar gleich mal mit dickem Mode 7 ähnlichem 3D Hintergrund (Effekt, als würde man in einer Röhrer fliegen) und Transparenzen aber irgendwie kommt alles nur sehr schwer in fahrt. Die Gegner kommen langsam, sind einfach und der Hintergrund trist. In Stage 2 – einer Wüste – bietet nur der Ripple Effekt (Hitzeflimmern!) etwas Abwechslung, aber auch hier tut sich ansonsten nicht viel.


Stage 3 kann dann etwas mehr. Der Hintergrund sieht etwas besser aus, die Gegner machen durch kreative Formationen das erste mal den Anschein, als wären sie intelligent und sogar der Hintergrund bekommt Gesellschaft in Form einer zweiten Parallaxebene, an der das eigene Schiff auch zerschellen kann. Millimeter genaues navigieren ist also gefragt, aber dank des immer noch humanen Schwierigkeitsgrades kein Problem. Sogar für mich. Die Endgegner waren immerhin ziemlich ansehnlich bisher und von teils stattlicher Größe. Bei einem Gegner fiel mir sogar auf, das man seinen Laser einfach – wie in G-Darius – mit seinem eigenen Schuss zurück ballern kann. Das ist ganz gut, wenn man vom Laser überrascht wird, da er einen so nicht gleich zerstören kann.


Tjo und dann kommt man irgendwann in Level 4 und was hier abgeht ist ja nicht mehr normal. Als hätte das Spiel mein Flehen erhört, dreht es sich um 180 ° und es geht nur noch die Action ab. Die Gegner kommen schneller, häufiger, sind gefährlicher und noch dazu sind Obstacles im Hintergrund eine ständige Gefahr. Sich bewegende Blöcke, Elektroschocks denen man ausweichen muss und das ständige Auftauchen von Gegnern verlangen einem relativ viel Geschick ab. Besonders gefiel mir das “fordernde” Gameplay in Stage 4, welches einen regelrecht zwingt auch mal Gas zu geben und ganz vorne am Screen zu fliegen, da man teilweise nur so diverse Gegner erledigen oder ihnen ausweichen kann. Dazu kommen Schalter, die man noch schnell erreichen muss / will, damit sie Türen öffnen und zielsuchende Selbstschussanlagen (!), die einen unerbittlich und mit 500 Schuss pro Sekunde (oder Feuer) verfolgen.

Was war passiert? Andere Designer am Werk? LSD geschluckt? Ich weiß es nicht, aber es gefiel mir. Schade, das der Weg durch die Levels 1, 2 und 3 so lang(weilig) ist und man somit Stage 4 und 5 wohl eher selten sieht. Gerade die Grafik ist in den letzten zwei Leveln einfach hervorragend und befindet sich auf sehr gutem SNES Niveau, wenn man mal von den dicken Explosionen im Highspeed Tunnel (!?) absieht. Die machen schon eher 32-Bit Eindruck. Nach so einem positiven Eindruck frage ich mich, ob die selbstgemachten Spiele der Amateure das noch toppen können. Ich bereite mich schon einmal darauf vor, lange Zeit nur eher Mittelmäßiges zu spielen…

…ach und der finale Boss ist einfach Bildschirmfüllend. :-)

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Final Fight Mega CD

Final Fight CD
1993 | Sega | Mega CD | 1-2 Spieler

Als Capcom anno 1989 Final Fight in die Arcades brachte, gelang es der japanischen Kultschmiede das Genre der Sidescroll Beat ‘em Ups zu revolutionieren. Große, detailliert gezeichnete Sprites, ein Gegneraufgebot das einen ohne die richtige Taktik schnell das Fürchten lehrt und nicht zuletzt das durchdachte Gameplay, bei dem ihr mit nur zwei Buttons unzählige Attacken vom Stapel lassen könnt, machten Final Fight zu einem Hit in den Spiehallen. Zahlreiche Heimversionen folgten, so auch Final Fight CD, das von Sega selbst umgesetzt wurde.

Der prügelnde Bürgermeister
Wir befinden uns in Metro City, einem versifften Dreckloch in dem das organisierte Verbrechen herrscht. Der neugewählte Bürgermeister und ehemalige Straßenkämpfer Mike Haggar findet es wird Zeit den Müll raus zu bringen und sagt den Gangstern den Kampf an.

Im Intro des Spiels, das von Sprechern begleitet wird die ähnlich motiviert klingen, als hätte man sie um 5 Uhr morgens vor dem ersten Kaffee vors Mikro gesetzt, sehen wir Herrn Haggar in seinem Büro beim Däumchen drehen, als plötzlich das Telefon leutet. Der Gangster am anderen Ende der Leitung eröffnet unserem Muskelpaket sogleich dass (Überraschung!), seine Tochter Jessica entführt wurde und er lieber kooperieren sollte wenn er sie jemals lebend wiedersehen will. Aber da unser wehrhafter Politiker lieber Verbrechern die Fresse poliert anstatt lange zu verhandeln, zieht er kurzerhand in den Kampf um mit der Mad Gear Gang aufzuräumen. Ihm zur Seite stehen Jessicas Loverboy Cody und dessen Ninjakumpel Guy, der eh grad nix besseres zu tun hat und sowieso immer gern ein paar Leute krankenhausreif prügelt, so aus Spass an der Freud.

Dresche nach Maß
Mit Final Fight begründete Capcom die klassische Auswahl dreier Haudegen, die sich in fast allen folgenden Sidescroll Beat ‘em Ups der Firma wiederfinden sollte. Ein muskelbepackter langsamer Charakter (Haggar), ein schneller Charakter, der dafür weniger austeilt (Guy) und ein Typ irgendwo dazwischen, der vor allem für Einsteiger geeignet ist (Cody). Darüber hinaus bekam jeder der Drei eigene Moves spendiert. Haggar zerdeppert den Gegnern in bester Wrestlingmanier per Piledriver die Schädeldecke, Guy beherrscht einen Wandsprung und Cody hat eine spezielle Vorliebe für Messer. Darüber hinaus kann jeder Charakter einen Special Move vom Stapel lassen, der zwar Energie kostet, euch aber in brenzligen Situationen Luft verschafft. Wie in Prüglern dieser Kategorie üblich, findet sich auch allerlei Gerätschaft die es aufzusammeln gilt, um euren Feinden das Fürchten zu lehren. Messer, Schwerter, Stahlrohre, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Lebensenergie wird mit schmackhaften Schweinshaxen, Sushi und ähnlichen random Fresspaketen wieder aufgefüllt. Und die werdet ihr auch nötig haben, denn Final Fight ist beileibe kein Spiel für Weicheier. In der Standardeinstellung habt ihr gerade mal drei Credits zur Verfügung (spielt ihr zu zweit dann teilt ihr euch diese) und die Gegner haben es durchaus in sich. Jeder von ihnen hat seine eigenen Angriffsmuster und Schwachpunkte und diese gilt es zu lernen, solltet ihr den Abspann zu Gesicht bekommen wollen. Unter anderem begegnet ihr so dem übergroßen Hühnen Adore, der sich bevorzugt zwischen Gruppen von schwächeren Gegnern befindet, dann plötzlich losspurtet um euch zu rammen und euch mit genug Pech auch noch die von Haggar bekannte Piledrivertechnik am eigenen Leib verspühren lässt. Aber vor allem an den Bossen werdet ihr einiges zu knabbern haben: Trefft Sodom, ein Typ der sich für einen Samurai hält und euch mit seinen Katanas schnetzeln möchte. Oder stattet doch Rolento dem Militärfreak einen Besuch ab, aber vorsicht vor seinen Granaten. Dann hätten wir dann noch einen korrupten Cop der euch ganz unsportlich mit seiner Knarre über den Haufen schießen will und als besonderes Schmankerl dürft ihr am Ende auch noch einen Behinderten verkloppen. Aber ich will jetzt nicht alles verraten. Als kleinen Bonus wurde der Mega CD Version auch noch ein Time Attack Mode hinzugefügt, mit jeweils einer eigenen Stage pro Kämpfer. Eine nette Dreingabe von Sega, die auch eine gute Trainingsmöglichkeit für das Hauptspiel darstellt.

Harte Riffs und blasse Pixel
Eins vorweg: Final Fight CD sieht durchaus nicht übel aus. Jedoch präsentiert es sich deutlich farbärmer als das Original oder die Umsetzung fürs SNES. Schuld daran ist die begrenzte Palette von 64 Farben des Mega CD. Wenn man nicht gerade ein Grafikpurist ist, kann man über diese Mängel jedoch hinwegsehen. Es ist auch kaum ein Flackern oder Ruckeln bemerkbar, selbst wenn sich viele Gegner im Sichtfeld befinden. Hier hat Sega wirklich saubere Arbeit geleistet. Denn gerade der Sound des Spiels lässt einen derlei Schwächen schnell vergessen. Sämtliche Titel wurden eigens fürs Mega CD remixed und liegen im Red Book Audioformat vor. Natürlich in Stereo. Spätestens in der Industrial Stage erwischt man sich immer wieder dabei, wie man zu der Melodie mit dem Kopf wippt. Dagegen wirkt der vor sich hin dümpelnde Soundtrack der Arcadeversion wie ein schlechter Witz. Das mag zwar frevelhaft klingen aber es ist einfach so.
(Hier ein Vdeo dazu: http://youtube.com/watch?v=wJpLD8ngGV0).

Echte Kerle schlagen zu
Man mag vom Mega CD halten was man will, aber dieser Titel fesselt einen für Stunden ans Joypad, sollte man nur die geringste Sympathie für Prügelspiele übrig haben. Das Gameplay wurde fast 1:1 vom Original umgesetzt, der Sound rockt einfach nur noch und der Time Attack Mode stellt eine durchaus sinnvolle Neuerung dar. Sein volles Potential enfaltet dieses Game allerdings erst wenn man es zu zweit mit einem Kumpel zockt. Dafür kommt dann aber auch echtes Spielhallenfeeling auf. Final Fight ist eben ein waschechtes Arcade Game und diese Umsetzung ist meiner Meinung nach die beste Heimversion davon die es gibt. Lediglich der Port für den X68000 übertrifft diese noch. Wer hier allerdings abwechslungsreiches Gameplay oder großartige Finessen in der Präsentation erwartet ist klar an der falschen Adresse. Final Fight ist ein echtes Prügelurgestein und das schlägt sich auch im Schwierigkeitsgrad nieder. Keine Savepoints, wenige Continues, harte Gegner. Es ist eben ein Spiel für Puristen. Diese werden jedoch voll auf ihre Kosten kommen.

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Mugen Senshi Valis

( Title Screen & Intro )

夢幻戦士ヴァリス
Mugen Senshi Valis
Telenet Japan / Mega Drive / 1991

Eines schönen Tages (ok es regnet gerade ~_?), Yuko hat gerade Schulschluss, trifft sie auf dem Heimweg ihr bekannte(?) Reiko. Sie erzählt ein paar mysteriöse Dinge und verschwindet auch schonwieder. “Komisch”, denkt sich Yuko als auf einmal ein Monster vor ihr auftaucht und sie in eine andere Welt entführt – die “Fantasy World”, wie einfallsreich. O: Schnell erhält sie noch ein Schwert von einer “Valia” und schon stehen wir nichtsraffend im ersten Level. Ok denken wir uns, immerhin nice Intro gesehen, soll ja schliesslich nicht die letzte Cutscene sein.

( Mehr aus dem Intro )

So wird die Story in späteren Cutscenes tatsächlich auch noch weitergeführt. Wir erfahren, das wir ein oder der Valis Warrior (Valis Senshi) sind und uns wirklich in der Fantasy World aufhalten, die in einer anderen Zeit und in einem anderen Raum besteht. Logisch.
Letztendlich geht es einfach darum, ein paar Steine einzusammeln. Reiko taucht dabei auch noch wieder in einem tragischen Moment auf und so passiert dann schon recht viel. Ich mag ja nicht Spoilern jetzt :Q

( Ingame )

Beim Gameplay ansich haben wir es mit einem klassischen sidescrollenden 16-bit Actiongame zu tun, wie wir das z.b. von Castlevania her kennen. Wir bekommen zwar nur ein Schwert, können aber (besonders mit ein paar Power-Ups) damit auch Projektile verschiessen, 5 verschiedene sogar, je nach Power-Up. Springen, Rutschen und eine Spezialattacke, die MP (Magic Points) verbraucht gibt es obendrauf auch noch. Nach jeder Stage gibt es einen Boss und so ist eigentlich alles wie gewohnt.
Was leider stört ist das Yuko etwas langsam läuft. Immerhin kann man hin und wieder einfach A drücken, damit sie vorwärts rutscht und so ein gutes Stück weiterkommt. So großartig stören wie in anderen Reviews tut es mich allerdings nicht. Gibt ja schliesslich immer auch zahlreiche Gegner zu verhauen etc. ~_~

( Sehr cool das Riot Plakat )

Das Leveldesign ist hmmm, ich finds ganz nice eigentlich. Es ist zwar manchmal etwas eintönig, wenn man ne zeitlang einfach geradeaus läuft, ohne das es mal runter oder rauf geht, aber da kommen halt dann auch Gegner oder Powerups und man kann sich etwas an den BGs erfreuen. Auf jedenfall hab ich schon weitaus schlimmeres gesehen. Sehr geil ist z.b. das Zugdepot im zweiten Teil von Stage 1.
Die meisten Level bieten dann auch noch mehrere Wege an, sie zu durchqueren, wobei am Ende alle Wege wieder zusammenlaufen, was man eventuell nutzen kann um noch mal einen anderen rückwärts zu laufen, zum Power-Ups sammeln. HP gibts eigentlich genug auf dem Weg dass das kein Problem sein sollte, und Power-Ups sind gut, sehr gut, denn die Bossfights sind relativ hart, bis man mal durchschaut hat wann der Boss nun verwundbar ist und wie man am besten wann ausweicht. Da können dann schonmal 1 oder 2 Lebel bei flöten gehen. Superschwer ist es allerdings auch nicht und spätestens beim zweiten durchspiel-Versuch weiß man ja, wie die Bosse funktionieren.

( Rechts der erste Boss, schade das ich keinen von dem überaus geilen und großen Stage 4 Boss finde )

Der Sound ist ganz cool ansich. Bisschen Random aber featured auch die ein oder andere bekannte Valis Melodie (Die Serie lief immerhin 20 Jahre lang, mit dem bisher letzen Game das 2006 erschien).

Fazit:
Relativ Mediocre, aber auch nicht total schlecht. Angucken kann man sich das Game sicher mal und teuer ist es auch nicht. Telenet Fans freuen sich sicher drüber, aber die dürften es wohl schon kennen. :P

Mit Telenet und Yuko-Bonus:
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Ansonsten:
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Emerald Dragon


エメラルドドラゴン
Emerald Dragon
1995 / RPG / SFC / MediaWorks

Nach vielen Jahren des Wartens erschien vor ein paar Monaten endlich die englisch Übersetzte Version von Emerald Dragon, ein RPG das in Japan damals ziemlich Erfolgreich war und zahlreiche Ports und Soundtracks erhielt. Wird ja auch mal Zeit könnte man sagen, denn Emerald Dragon zählt zweifelsohne zu den besseren Vertretern des Genres.

Story

In Emerald Dragon gibt es sowohl die Welt der Menschen als auch die Welt der Drachen, wobei es den Drachen aufgrund von einem Fluch nicht möglich ist, die andere Welt zu betreten. Auch die Menschen halten sich von den Drachen fern und so existieren beide Welten getrennt voneinander.
Eines Tages entdecken die Drachen dann das Wrack eines Schiffes. Nachdem sie es untersucht haben steht fest: Das Schiff kommt nicht nur aus der Menschenwelt sondern es hat auch noch ein Kind, ein kleines Mädchen, überlebt. Da es für die friedliebenden Drachen nicht möglich ist das Kind zurückzubringen entscheiden sie sich es selbst aufzuziehen.
Einige Jahre später: Tamryn, das Mädchen, ist mittlerweile 15 und gut befreundet mit Atrushan, einem Drachen. Aber sie fühlt sich unter all den Drachen einsam und allein, weshalb sie in die Welt der Menschen zurückkehren möchte. Gesagt getan. Atrushan gibt ihr noch ein Horn von sich mit in welches sie blasen soll wenn sie in Schwierigkeiten ist, und so trennen sich erstmal ihre Wege.

Was dann passiert ist wohl klar Wink Natürlich hört Atrushan irgendwann das Tamryn mithilfe des Horns um Hilfe ruft und setzt alles daran in die Menschenwelt zu kommen. Dank eines Artefaktes welches ihm erlaubt Menschengestalt anzunehmen belastet ihn auch der Fluch nicht.
Nach dem langen Intro ist man dann nach kurzer Zeit dort und übernimmt als Spieler die Rolle von Atrushan, der sich auf einmal mitten in einem Krieg in der Menschenwelt befindet. Man wird viele andere Menschen kennenlernen, gegen die “Demon Army” kämpfen, Tamryn wiederfinden und sich auf die Suche nach dem legendären “Emerald Dragon” machen. Dabei hab ich jetzt noch garnix vorweggenommen, denn das erfährt man alles schon am Anfang des Spieles. Wie man sieht wird es also viel zu tun geben und so schnell kommt keine Langeweile auf.

Technik

Hier wurde eine Menge aus dem Super Nintendo rausgeholt. Allein schon beim Title Screen wenn einfach ein Sprecher “Emerald Dragon” sagt xD. Warum machte das sonst niemand? Es ist sehr geil. Dann wird einfach mal in Mode 7 eine Stadt gesprengt oder eine Cutscene wie oben mit Sprachausgabe gezeigt. Im Kampfsystem gibts auch lauter SFX und den ein oder anderen Schrei. Sehr lobenswert. Dazu merk ich aber noch an das sie bei den Cutscenes jetzt nicht stundenlange Diskussionen führen, aber ein paar gesprochene Sätze sind schon drin. Pen

Apropos Kampfsystem

Kampfsystem

Das KS bei Emerald Dragon ist mal wieder etwas gänzlich neues. Im Falle eines Kampfes landet man in so einem Screen wie oben. Steuern kann man nur sich selbst während alle anderen von einer (durchaus schlauen) KI gesteuert werden. Man kann sich dann bewegen, angreifen indem man Ys-Style auf einen Gegner draufrennt, Items nutzen usw. bis die Bewegungspunkte aufgebraucht sind und der nächste Charakter oder gar ein Gegner dran ist, aka es ist rundenbasiert. Es macht ziemlich viel Spaß da es mal was anderes ist und auch gut funktioniert. Der einzige Nachteil ist wenn gerade 6 Monster auftauchen, man selbst zu fünft in der Party ist und man dann erstmal eine Minute lang zugucken muss bis alle anderen fertig sind. Aber dann sind ja auch schon meist die ersten Monster hinüber und es geht fix weiter.

Nach dem Kampf erhält man natürlich EXP und Gold, womit man höhere Level bzw. neue Ausrüstung kaufen kann. Bei neuer Ausrüstung geht es auch nicht völlig stupide zur Sache, denn man muss abwägen welches Teil man nun benutzen will. So gibt es dicke Waffen die zwar reinhauen, dafür aber einen Großteil der Bewegungspunkte verbrauchen. Genauso gibt es welche die weniger Stark sind aber dafür öfters eingesetzt werden können.

und sonst?
Tjo, Emerald Dragon ist soweit ein normales J-RPG. Man reist auf einer Weltkarte von Stadt zu Stadt. Sammelt fleissig Level-Ups, erschliesst sich langsam aber sicher die Welt, entdeckt ein paar Minigames und befreit Dungeons von bösen Monstern. Darum wollte ich da garnicht soviel zu schreiben ~_~ Auffallend ist das sich Emerald Dragon doch auch an etwas ältere Spieler richtet von der Story her. Da können mal böse Wörter fallen, die Chars traurig sein oder Leute die vorher noch in deiner Party waren einfach in der Story sterben und nie mehr wiederkommen. Bei Zelda hätt’s das nicht gegeben ;Q
Sehr cool ist die Funktion das man sich einfach mit der Party unterhalten kann auf der Weltkarte. Man kriegt dann immer gesagt was gerade los ist und wo man als nächstes hin muss. Die Dialoge sind dabei gerne mal ziemlich humorvoll und so verliert man nie den Faden, z.b. weil man mal nen Tag nicht weiterspielte.

Fazit

Geiiil, es gibt zu selten gute “neue” RPGs. ~_~
Für alle Fans von guten SNES J-RPGs ist das hier auf jedenfall zu empfehlen, vorallem da es nun dank Translation auch auf englisch spielbar ist. Spielzeit beträgt so 20h wenn ich mich richtig erinnere, ist also auch etwas für arbeitende Menschen, die nicht 6 Monate an einem Game sitzen wollen. Ich wollte eigentlich noch mehr schreiben und jetzt fallen mir auch schonwieder Sachen ein die nun Fehlen, aber tjopes ich glaube es reicht langsam ~__~

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Random:

Intro @ Youtube

Layer Section 2

Layer Section II
Taito | Sega Saturn

Das Jahr 2219. Die zivile Raumfahrt ist seit knapp 100 Jahren nun Alltag der Menschheit, was unter anderem zur Folge hatte, das die Menschheit sich im weiten Weltall verstreute und die Erde schließlich 20 Kolonien kontrollierte, die sich bis Orion erstreckten. Um die vielen Kolonien ordentlich in Schach zu halten, wurde seit Bestehen lediglich das Kriegsrecht angewandt. Klar, dass die Kolonien irgendwann aufbegehrten und dem System den Kampf ansagten. Sie eroberten den strategisch wichtigsten Planeten – Secilia – und planten von dort aus ihren Kampf gegen die Freiheit. Viele Schlachten konnten siegreich bestanden werden und so gewann die Secilia Federation den Krieg gegen die Erde.

Kurz nach der Kapitulation der Erde beschloss die Secilia Federation einfach mal, das die Erde nun komplett vernichtet werden soll. Wtf? Voll sick? Gut, das die Balca Division der Erde das schon ahnte und an einem hypermodernen Raumschiff namens R-Grey 1 bastelte. Es ist eine Mischung aus allen bis dato bekannten Raumschiffen und soll die Vernichtung der Erde aufhalten…


(Links: Das erste Level läuft noch flüssig.. -_-; | Rechts: Die späteren Levels ruckeln zwar mehr, überzeugen aber immerhin optisch.)

Boah. Die Story muss man erstmal verdauen. Die steht so in der Anleitung und wurde lediglich von mir mit eigenen Worten wiedergegeben. Da denkt man anfangs noch “Ahjo klar… Erde, Kontrolle, Kriegsrecht. Ich bin bestimmt einer der Secilia Federation und will meine Freiheit zurück erkämpfen. Geil.” und dann kommt alles ganz anders. Hätten sie das mal lieber verfilmt. Aka… Naja, immerhin hat es überhaupt eine Story. Klar, das diese aber während des Spieles so gut wie gar nicht fortgeführt wird. Für was auch, es gibt wohl keine Wendungen, man trifft keine NPCs und wenn man den letzten Boss besiegt hat, dann ist die Erde wohl befreit.

Layer Section 2 führt das Lock-On System, welches wir schon aus Layer Section 1 kennen fort und bietet uns außer dem zweiten R-Grey und einer Special Attack / Smart Bomb eigentlich nichts neues. Die größte Änderung ist – mal wieder – die Grafik. Diese ist nun komplett in 3D. Vom Hintergrund über die Gegner, bis zu den Lasern der Bosse ist alles 3D und… ja… dementsprechend unübersichtlich. Das liegt zu einem großen Teil auch an der Perspektive des Spiels, die so leicht gekippt ist. Das klappte imho schon bei Silpheed nicht, bei Nanostray / Iridion 3D II nur bedingt und hier macht es auch wieder Probleme. Man kann einfach schwer abschätzen, wann einen Schüsse erreichen und genauso wenig, wie schnell man bullets dodgen kann. Durch die Perspektive “verlangsamt” sich das Schiff, je weiter man nach hinten fliegt, was unter anderem auch dazu führt, das einem nach kurzer Zeit der Daumen weh tut, da man automatisch “fester” drauf drückt. ;O Das Lock-On HUD bewegt sich gleichermaßen auf dieser 3D Ebene und fertig ist ein Erlebnis, an das man sich erst einmal gewöhnen muss. :Q


(Links: Ich darf vorstellen: Die dicksten “Blitze”, die man bis dato in einem Videospiel sehen konnte und auch heute nichts von ihrem Reiz verloren haben. | Rechts: Momente der Ruhe. Nur in Stage 1 zu finden.)

Das zusätzlich jede Menge auf dem Bildschirm los ist, vereinfacht die Sache nicht unbedingt. Das Spiel ist ganz einfach ziemlich schwer. Selbst das herunterstufen des Schwierigkeitsgrades (übrigens für jedes Level einzeln einstellbar) bringt da leider nicht viel Abhilfe und so sieht man sich oft schon im zweiten Stage verrecken. Sicher, es gibt bestimmt auch Profis / Nerds / Idioten, die das Spiel 1CC’n (Vermutlich sogar im 2Player Mode. Alleine.). Im direkten Vergleich zu Layer Section 1 ist der Schwierigkeitsgrad aber ein anderer… ein unfairerer.

Die Grafik ist für Saturnverhältnisse eigentlich ausgesprochen hübsch. Besonders gefallen mir die Blitze des R-Grey 2. Die sind irgendwie bis heute nicht getoppt worden. Sie sehen relativ realistisch aus und sind super flüssig animiert. Bzw. höchstwahrscheinlich in Echtzeit berechnet. Hurengeil einfach. An das Schachbrettdithering zum Faken von Transparenzen hat man sich schnell gewöhnt und auch die Hintergründe sind detailliert in Szene gesetzt. Einzig und allein das Ruckeln stört. Vor allem im späteren Spielverlauf. Und ja, die Playstation Version ruckelt nicht so fürchterlich. Dafür gibt’s bei der Saturn Version tolle CGI Intros vor den Leveln zu bestaunen. Ich selbst könnte drauf verzichten und hätte viel lieber etwas flüssigere Grafik gehabt. Aber tjopes.

Und genau diese gute Präsentation macht es mir schwer, das Spiel zu bewerten. Einerseits wank ich auf alle Saturnspiele, die 3D Grafik haben und NICHT zum Kotzen aussehen, andererseits ist es echt fast unspielbar und viel zu schwer. Gut, der Schwierigkeitsgrad ist eine subjektive Impression eines Medienunerfahrenen.

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Quake

Q U A K E
SEGA SATURN 1996

Und er kann es doch!

Ausgerechnet der Sega Saturn wurde neben dem N64 als einzige Heimkonsole mit einem Quake 1 Port gesegnet. Ausgerechnet der Saturn, der ja angeblich keine 3D Grafik beherrschte. Es ist das Jahr 1996 und die Playstation müht sich redlich aber vergeblich mit einem eher mittelmäßigem First Person Shooter namens “Lifeforce Tenka” ab, da kommt plötzlich Lobotomy Software daher und beweisen, das der Saturn es eben doch kann. Detailliert, aufwändige, flüssige und schnelle 3D Grafik. Dank einem kompletten Rebuild basierend auf der Slavedriver Engine von Lobotomy kommen wir hier in den Genuss eines der dicksten First Person Shooter der damaligen Zeit.

Quake sollte eigentlich hinlänglich bekannt sein. Als echte Weiterentwicklung des FPS Genres wurde Quake damals von jedem PC Spieler sehnsüchtig erwartet. Die Gegner, erstmals in 3D. Die Waffen und Items, erstmals in 3D. Die Levelarchitektur endlich (true) mehrstöckig und der Style noch eine ganze Ecke düsterer als Doom. Obwohl ich Quake schon oft sah und natürlich kannte, war der Saturnport das erste mal, das ich es so richtig spielte. Dabei war ich am meisten überrascht von der Atmosphäre, die einem das Spiel bietet. Denn ob man es glaubt oder nicht, aber ich spielte es vorher nie mit CD Musik. Das CD-Rom unseres PCs war damals nicht an die Soundkarte angeschlossen und bei meinem Amiga gab es das gleiche Problem. (Ja, Quake erschien auch für den (PPC) Amiga). So richtig Lust auf Zocken hatte ich dann nie. Er mit der Saturnversion kam ich in den Genuss, der eigentlich superben Geräuschkulisse. Die “Musik” von Nine Inch Nails ist ja richtig genial düster und keine “Musik” in dem Sinne, sondern viel mehr als i-Tüpfelchen auf der Atmosphäre zu sehen. Teilweise erinnerte es schon an Silent Hill und im Hinblick auf das Jahr, in welchem Quake erschien, muss das ja damals grandios neu und bahnbrechend gewesen sein. Herzlichen Glückwunsch.

Grafisch setzte Quake selbstverständlich direkt mal Maßstäbe, an denen sich alle darauf folgenden FPS messen mussten. Und es ist von Anfang an klar, warum. Die 3D-Engine weiß mit detaillierten und verwinkelten Leveln zu gefallen, die es davor so noch nicht gab. Das geilste ist meiner Meinung nach aber das Design. Das komplette Spiel ist einfach nur Braun und dreckig. Als wären die Grafiker damals einer Limitation von 16 Farben (Also 16 Braunabstufungen dann.) erlegen, zieht sich durch das komplette Spiel ein Braunschleier, welcher selbst Grüntöne dreckig erscheinen lässt. Selbst in der eher zukunftsmäßig aussehenden Basis der Soldaten, wo jeder normale Mensch eher blau graue Stahltöne erwartet, ist alles Braun. Zusammen mit der Musik ergibt das einen ganz eigenen Stil, der einfach nur genial ist. Allerdings gefällt er auch nicht jedem, was man an der Masse der Leute erkennt, die Quake II (oder gar III) preferren. Dazu kommen die höchst kreativen und endlich mal “eigenen” Sounds (Nicht wie die random Kamelgeräusche aus einer PD Library, zu Zeiten Dooms) und fertig ist das damals höchstwahrscheinlich dreckigste Spiel.

Es ist aber nicht alles Gold, was glänzt, blah blah. Ein paar Kritikpunkte gibt es dennoch. Gerade durch die eintönige Farbwahl und in Zusammenspiel mit den groben Texturen (der Saturnversion) fällt es einem tatsächlich von Zeit zu Zeit schwer… etwas zu erkennen. Ist das dahinten nun ein Gang, eine Tür oder gar eine Wand? Wo geht’s lang? Kann ich hier links rum? Huch! Schon wieder eine Mauer. Bei längerem Spielen fällt es einem einfach öfter auf, das man etwas wenig “erkennt”. Des Weiteren fand ich die Levels der Episode 4 zu “verwirrend”. Wenn ich 30 Minuten nur rumlaufe und den Ausgang suche, dabei immer wieder im Kreis laufe, dann empfinde ich dabei keinen Spaß und bin einfach nur noch genervt. Immerhin war das nur die vierte Episode und die soll ja nicht so einfach sein. Da kann ich gerade noch ein Auge zu drücken. Was mir zudem auffiel war die Randomness der Level. In jeder Episode startet man in einer “Basis” bzw. eher Sci-Fi angehauchten Welt, um dann in späteren Levels durch random “Schlösser” zu laufen und schließlich in ganz abgefahrenen Levels zu landen. Das läuft in jeder Episode gleich ab. Ich hätte es da ggf. etwas nicer empfunden, wenn alle “Sci-Fi” Levels in einer Episode gewesen wären, man sich dann auf macht in die Episode mit den “Schlössern”, etc. pp. Wollte man so evtl. der Eintönigkeit vorbeugen?

Aber gut. Nun wissen wir, wie geil Quake eigentlich ist. Aber was ist mit dem Saturnport? Ist Quake nun machbar? Schaut man sich den early Doom Port auf dem Saturn an, könnte man meinen: “Baha! Lieber nicht…” aber Lobotomy kam zur Rettung und codete kurzerhand einen absolut perfekten 1:1 Port. Die Levels wurden alle von scratch neu aufgebaut und auf die Slavedriver Engine zugeschnitten. Resultat sind konstante 30 fps, die nur bei hohem Gegneraufkommen oder ganz kranker Architektur in die Knie gehen. Klar, das dabei alle PC Level (+4 Bonus Level) enthalten sind und dem Spiel einfach noch Boni spendiert wurden, wie z. B. dickes Ambient Lighting. Die Portale lassen nun ihre Umgebung in wundervollem, langsam pulsierendem Rot erstrahlen und Fackeln tun das, was sie am besten können. Flackern und nur minimal ausleuchten. Ein toller Nebeneffekt der Slavedriver Engine ist dann auch die “Neigung” beim Strafen. Das macht keinen großartigen Sinn, aber gefiel mir schon bei Exhumed sehr gut und macht echt was her. Schaut euch dazu ggf. Youtube Videos an.

Der Flaschenhals bei Konsolen FPS ist immer (oder war damals zumindest) die Steuerung. Aber selbst hier gibt’s kaum zu meckern. Das 3D Analogpad wird unterstützt, sämtliche Buttons können remapped werden und mit ein bisschen Eingewöhnungszeit (bzw. gar keiner, wenn man Konsolenspieler ist) hat man das Spiel auch in den Schwierigsten Situationen im Griff. Einfach perfekt alles? Wie kann ein einziger Port so perfekt sein?

Ich denke es ging aus dem Review schon etwas hervor, aber der Quake Saturnport von Lobotomy bekommt selbstverständlich volle 5 Pimmel von mir?

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Shinrei Jusaishi Taroumaru

Shinrei Jusaishi Taroumaru
aka Psychic Assassin Taromaru aka 必霊呪殺師 太郎丸
Time Warner Interactive | 1997 | Sega Saturn

Zunächst einmal sollte geklärt werden, das Psychic Assassin Taromaru (Im folgenden nur noch Taromaru genannt.) mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von Time Warner Interactive ist. Es steht zwar drauf, aber wer Time Warner Interactive kennt, der weiß, das die zu so etwas großartigem nicht fähig sind. Schon auf dem Amiga machte Time Warner mit unspielbarem Crap auf sich aufmerksam und auf dem Saturn war das nicht anders. Umso erstaunlicher also, das sie mit Taromaru (ihrem letzten Spiel unter dem Namen Time Warner) mal mir nichts dir nichts eins der dicksten Saturnspiele releasten. Das hier ein Ghost-Developer am Werke war, ist mehr als offensichtlich. Leider finden sich nirgends Hinweise auf den Original Developer, was ich persönlich ziemlich schade finde.

Die Geschichte von Time Warner Interactive als Unternehmung ist garantiert auch vielschichtiger und komplizierter, als die eigentliche Story des Spieles. Die ist zwar komplett in Japanisch und ich verstehe so gut wie kein Wort, aber es darf davon ausgegangen werden, das hier irgendjemand mal wieder sehr böse ist und sich ein (oder zwei Helden, je nach Anzahl der Spieler) dazu berufen fühlen, die Welt zu retten.


Und als wolle es uns zeigen, wer hier der Boss ist, macht das Spiel gleich mal den perfekten Anfang, indem es uns als Gegner einfach zwei Midbosse in den Weg stellt. Richtig, wir haben kaum die Steuerung ausprobiert, sind noch nicht einmal probehalber gehüpft und schon kommen einfach zwei riesige, feuerspuckende Totenschädel auf einen zu. Zwar sind sie noch verhältnismäßig einfach, aber genau hiermit macht das Spiel klar, um was es die nächsten Stunden gehen wird: Gegner, Midbosse, Gegner, Midbosse und Endgegner.

Die zweite Offenbarung kommt dann auch sogleich. Die Steuerung ist mit zahlreichen Raffinessen und… sagen wir… Innovationen ausgestattet. Die auffälligste ist mit Abstand die Tatsache, das man per A Button nicht einfach schießt. Nein, man schiebt praktisch ein kalligrafisches Symbol vor sich her, welches sich je nach Entfernung am nächsten Gegner einloggt. Dann erst kann man den Gegner mit Blitzen malträtieren. Zunächst sucht sich das Symbol die Gegner random und von selbst aus, man kann allerdings auch mit den Schultertasten das Ziel wechseln. Leider ist diese “Innovation” dann auch genau das, was das Spiel “langsam” und etwas schwerer macht, da man am besten alle paar Meter stehen bleibt und wartet, bis Gegner eingeloggt sind. Es ist einfach zu ungewohnt. Man tut sich schwer damit und wenn man gerade schoss und schnell weg jumpen will, gibt es auch noch eine Art Lag zwischen diesen beiden Manövern und ein random Feuerball oder Schwerthieb trifft einen. Dazu kommt, das das eingeloggte Symbol, sobald man sich umdreht, sich ein neues Ziel sucht und das schon einmal eine Weile dauern kann. Und überhaupt loggt es oft nicht den Gegner ein, den man gerne töten würde, da er einem gerade einen Feuerball entgegen schmiss.

Aber die Steuerung hat auch ihre guten Seiten. Die Standardmoves wie Laufen, Sprinten und Springen hat Taromaru drauf, wie die Genrekönige vor ihm auch schon. Mittels A Taste kann man sogar Gegner capturen, welche dann für einen Kämpfen. Diese verhalten sich zwar eher… nunja… dumm, aber eine nette Abwechslung ist es ohnehin. Eine Art Schild, bzw. Blocken gibt es auch noch. Mittels Y Taste explodiert für kurze Zeit ein Schild um Taromaru herum, welches dazu genutzt werden kann, gegnerischen Schlägen oder Projektilen auszuweichen oder gar, sofern man es in der Luft betätigt, für kurze Zeit in selbiger zu verharren! Das ist später mitunter von Nöten und bringt eine überraschend abwechslungsreiche und taktische Komponente mit ins Spiel?! Nach etwas Übungszeit fliegt man in Taromaru durch die Lüfte, als gäb’s kein Morgen mehr, weicht dicken Lasern mittels Schild aus, in dem man einfach über ihnen schwebt und verzweifelt weiter am komischen Log-On System.


Überhaupt ist Taromaru wundervoll umgesetzt und man merkt an jeder Ecke und bei jedem Gegner, das sich hier sehr viele Gedanken gemacht wurden. Die 3D Grafik z. B. ist nicht einfach nur Selbstzweck, sondern wird auch noch kreativ genutzt. Wenn man z. B. in einer Röhre ist und mittels Links- und Rechtsbewegungen Flammen ausweichen muss. Natürlich wird es auch ebenso oft benutzt um eine gewisse Tiefe zu erzeugen, die viele andere 2D only Spiele so nicht bieten können. Auch an den Bossen ist der Einfallsreichtum der Macher zu spüren. Viele sind mit bloßem Draufhalten nicht zu besiegen und benötigen eine gewisse Strategie. Ob man ihnen nun Feuerbälle, die sie selbst auf einen Werfen, umlenken und auf sie werfen muss oder stets nur ein bestimmter Punkt am Körper verwundbar ist und dieser erst einmal ausfindig gemacht werden muss. Das man zu Anfang des Spiels auch gleich nach einem Kampf gegen einen Frosch von selbigem gefressen wird und sich aus seinem Bauch heraus schießen (nicht scheißen) muss, wirkt da fast schon altbacken.

An jeder Ecke wartet ganz einfach eine neue Überraschung. Alles wurde perfekt umgesetzt und nichts wirkt deplatziert. Schon allein die Tatsache, das man nur ein einziges Level spielt, welches nur mittels Überschrift und durch Levelgrafik in verschiedene Areale unterteil ist, macht Taromaru ein Stück weit einzigartig. Hier ist es mal wirklich die berühmte Summe der einzelnen Teile. Von der Steuerung, über die Gegner, bis hin zur Grafik ist hier alles nicht nur perfekt umgesetzt sondern immer mit dem gewissen Etwas Innovation versehen.


Ach ja! Die Grafik! Die ist ja ein Kapitel für sich. Das Spiel ist erst einmal in 2,5D. Genau! Das verheißt eigentlich nichts Gutes, aber Taromaru ist eines der wenigen Spiele, die die dritte Dimension kreativ und sinnvoll nutzen und sie zudem einfach nur perfekt ausführen. Und das auf dem Saturn. Die Hintergründe sind einfach super perfekte 3D Modelle, die nicht nur detailliert sind, sondern auch noch aufwändige und stimmige Texturen besitzen und dank der perfekten Engine durch kein Ruckeln, Texturwarping oder Polygonblitzen auffallen. Als besonderes optisches Schmankerl erweisen sich die kurzen Kamerafahrten, wenn man einfach eine Wegabbiegung entlang läuft und die Kamera dann rotiert. Absolut stufenlos , ruckelfrei und ohne blitzende Polygone. ~_°? Dazu eine gehörige Portion Nebel mittels echter Transparenz im Vorder- sowie Hintergrund und man glaubt, man ist im Himmel, wo ja bekanntlich 40 Jungfrauen auf einen warten. Warum hat das vorher noch keiner geschafft? Warum ausgerechnet Time Warner? Warum??? Der 2D Part der Grafik ist nicht minder perfekt. Auf den Screenshots ist ja schon zu sehen, das hier ganz einfach super Grafiker am Werk waren. Die Bosse sind stets schön groß und dank einzelnen Gliedmaßen und Spriterotating super perfekt animiert. Klar das detaillierte, stimmige Hintergründe und dicke Explosionen da einfach nicht fehlen dürfen.

Fast vergessen hätte ich den Sound. Die Geräusche sind teils etwas Lo-Fi, aber passend und die Musik ist – ähnlich Sengoku Blade – eine Mischung aus traditionellen Instrumenten, düsteren Melodien und dickem Bass (Kein Technobass, tho!). Leider etwas unauffällig, aber deswegen qualitativ mit gleicher Sorgfalt umgesetzt, wie schon Spielbarkeit, Gegner und Grafik zuvor.

Perfektion in allen Bereichen ganz einfach?! Die Sache mit der Steuerung und dem Log-On System schiebe ich gerne auch meiner eigenen Unfähigkeit zu, da das nunmal nicht jedermanns Sache ist. Auf Normal kommen zahlreiche Gegner, die teils mehrere Schüsse brauchen. Wenn man dann noch Schüssen ausweichen muss und versuch das Log-On Symbol auf den richtigen Gegner zu kriegen, ist das Chaos perfekt. Ansonsten muss noch gesagt werden, das Taromaru selbst vom Schwierigkeitsgrad her perfekt ist. Auf Normal ist es eine Herausforderung für geübte. Auf Hard für Hardcore Zocker und auf Easy und mittels Continues sogar für jemanden wie mich spielbar.

Das ist einfach perfekt? Sorry Contra 4, setzen sechs!

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(Der Flyer für die Saturnversion mit mehr Screenshots. Klicken für größere Ansicht.)

P.S.: Etwas verwunderlich, das Taromaru im Gegensatz zu Games wie Radiant Silvergun eben NICHT in aller Saturnusers Munde ist. Warum? Es ist genauso wenig rare wie RSG und es ist sogar noch teurer als RSG. Mit 180 – 220 EUR sicherlich kein Schnäppchen. Aber wer sich im Jahre 2008 noch Saturnspiele für mehr als 10 EUR kauft, der kauft sie nicht nur des Spieles wegen.

Burning Rangers

B U R N I N G | R A N G E R S

S O N I C T E A M | S E G A S A T U R N 1 9 9 8


(Das JP Cover. Als Bonus liegt der JP Version eine Mini CD mit dem Themesong bei.)

Die Zukunft. Feuer ist eine der letzten wirklichen Gefahren für den Menschen. Um auch diese in den Griff zu kriegen wurden die “Burning Rangers” in’s Leben gerufen. Eine Eliteeinheit von Feuerwehrmännern, die bei der Bewältigung von großen Feuersbrunsten helfen, Feuer löschen und zudem Überlebende retten und in Sicherheit teleportieren. Die Burning Rangers setzen sich zusammen aus Chris Partn, Big Landman, Lead Phoenix, Shou Amabane und die junge Tillis. Shou und Tillis sind die einzigen Charaktere, die zu Anfang gespielt werden können.


(Links: Mittels A Button springt man und kann für kurze Zeit auch fliegen. | Rechts: Echte Transparenz -> WOOOOOOOOOOO… aka…)

Burning Rangers war 1998 das letzte Spiel vom Sonic Team und somit das letzte Aufbäumen des Saturns gegen den übermächtigen Gegner, der da hieß Playstation. Als vollwertiger 3D Titel und von vielen gelobt, soll es laut vielen Saturnfans eines der besten Saturnspiele überhaupt sein.

Burning Rangers ist eigentlich ziemlich straight forward. Es gibt keine wirkliche Vorgeschichte und nach einem Tutorial wird man sofort in’s Spiel geworfen. Der einzige Gegner im Spiel: Das Feuer. Es gesellen sich zwar in späteren Levels ab und an riesige Roboter dazu, aber die sind kaum ernst zu nehmen und so bleibt das einzige, das bekämpft werden will das Feuer und das Zeitlimit. Mit B schießen wir unseren feuerlöschenden Pulselaser und erhalten im Gegenzug dazu Kristalle, die nicht nur als Schild für uns fungieren, sondern auch zum Teleportieren von Überlebenden geeignet sind. Rennen wir blindlinks in ein Feuer, verlieren wir alle Kristalle und sind fortan verwundbar, bis wir wieder neue Kristalle aufsammeln. Sonic anyone? Gut das jedes Ausbrechen einer Explosion mit einem kurzen Geräusch vorher angekündigt wird und mit einem kurzen Schritt zurück schnell ausgewichen werden kann. Dabei hat man ständig das Zeitlimit im Nacken, denn löscht man nicht jedes Feuer und hält sich zulang in einem Raum auf, dann explodiert er auf’s Neue und man ist drauf und dran zu verrecken. Damit man in diesem Chaos von Explosionen und verwinkelten Räumen stets weiß, wo es lang geht, haben die Jungs vom Sonic Team uns nicht etwa eine Karte spendiert sondern ein relativ innovatives Voice Navigation System. Einmal X drücken und Chris, mit welcher man ohnehin in ständigem Funkkontakt steht, weißt einem den Weg. Das macht mehr Spaß als sich selbst auf einer Karte zurechtfinden zu müssen und trägt sogar unheimlich zur Atmosphäre bei. Während den Missionen läuft ohnehin keine Musik und so hört man ständig das Knistern und Knacken des Feuers, den Funkverkehr seiner Kollegen, Explosionen und die Navgationshinweise von Chris. Das ist Sonic Team wahrlich gelungen. ~_~ Nach jeder Mission gibt es dann sogar noch einen tollen Bossfight, der stehts in einer Art Arena statt findet, in welcher man sich um den Boss herum bewegen kann. Das funktioniert relativ gut und macht teilweise sogar Spaß, wenn da nicht die…


(Links: Rettet man den Delfin, hilft er einem später. | Rechts: Einer der Bossfights in einer Art Röhre.)

…die Grafik. Die überaus ruckelnde Grafik, möchte ich hinzufügen. Also Sonic Team in allen Ehren, aber man merkt an Burning Rangers ganz deutlich, das a) Sonic Team entweder zuwenig Zeit hatte oder b) der Saturn eben doch nicht so geeignet für 3D Grafik dieser Art ist. Während die erste Mission noch sehr gut aussieht und spielbar ist, so stören die Ruckler in späteren Missionen schon das Spiel und machen es teilweise unspielbar. Das die Kamera an Epilepsie leidet hilft da nicht wirklich, im Gegenteil; Gerade die Bossfights sind dadurch einfach nur frustrierend und nicht halb so geil, wie sie sein könnten. Toll, es gibt Transparenzeffekte und tolle Lichteffekte, aber das bringt mir leider nichts, wenn das mit verschwindenden Polygonen, wabernden Texturen und Popups erkauft wird. Sobald man sich dann unter Wasser befindet ist alles aus und die komplette Grafik vor einem verschwindet teilweise! Ja fast könnte man davon ausgehen, das es sich hierbei um ein nie fertig gestelltes Spiel handelt. Dabei hat die Grafik auch wirklich ihre guten Seiten. Die Raumstation und der Ocean Park sind wirklich toll gemacht, die Texturen sind nice, das Feuer sieht einfach dick aus, es gibt echte Transparenz (yay!), die Burning Rangers sehen geil aus und sogar die Wasseroberfläche sieht cool aus. Aber leider dominieren die negativen Aspekte.

Burning Rangers wäre kein Sonic Team Spiel, wenn es nicht doch irgendwie cool wäre. Es sind nur Kleinigkeiten, aber evtl. machen gerade die Sonic Team aus. Schon allein, das das Spiel nur vier Missionen hat. Richtig gelesen, lediglich vier Missionen gibt es zu bewältigen. Diese sind dafür ziemlich umfangreich und man verbringt locker mal 20 – 40 Minuten mit einer Mission. Diese kurze Spieldauer hat immerhin den Vorteil, das man es gerne noch einmal durchspielt, denn während der Missionen gibt es allerhand Leute zu retten. Über diese wird genau Buch geführt und weil das alles nette Menschen sind, schicken sie einem sogar eine E-Mail, um sich für die Rettung zu bedanken. Dabei schicken manche einfach Codes mit, die man eingeben kann und dann random Soundschnipsel und Concept Artworks erhält oder diverse Missionen mit anderen Charakteren spielen kann. Oder die Musik im Spiel. Mein Gott, schon allein das Introtheme ist einfach genial. Während Sony sein Wipeout mit lamen Technobeats vollstopfte, bekam Burning Rangers einen Soundtrack von Takenobu Mitsuyoshi spendiert, der sich hören lassen kann. Als würde SEGA die Freiheit der riesigen Datenmengen, die CD-Roms nun endlich bieten, so richtig genießen, finden wir hier oldschool Musik mit richtigem Gesang, richtigem Schlagzeug, richtigen Gitarren und vor allem geilen Melodien vor. Vom Intro über den Startscreen und das Menü bis hin zu den Credits. Geile Songs wohin man schaut. Der Soundtrack schreit förmlich SEGA, denn auf keiner anderen Konsole war derartiges jemals zu entdecken. Dabei reiht sich Burning Rangers nahtlos in die Reihe der Spiele mit geiler Musik ein, wie z. B. Daytona USA, Victory Goal ’96 oder Virtua Fighter 2.


(Links: Wenn mal nix weg ploppt oder man ausversehen durch Wände schauen kann, sieht das Game eigentlich arschgeil aus. | Rechts: Die Escapesequenz – Eine Geduldsprobe.)

Tjo. Was tun. Das Spiel ist eigentlich richtig nice. Das Feuerlöschen macht einen Heidenspaß, ständig knallt’s irgendwo und man muss auf der Hut sein. Es ist sogar das erste Spiel in welchem mir ein Zeitlimit gefällt. Aber leider vermiest einem die Grafik alles. Durch die Ruckler sind Bosskämpfe und spätere Missionen kaum zu schaffen. Oft stirbt man nur anhand der lamen Kamera oder den Rucklern und es sieht halt ganz einfach auch unschön aus. Wenn ich mir die 3D Grafik von Grandia oder Dead Or Alive anschaue, dann kann ich nicht glauben, das das alles gewesen ist und wünschte mir, man hätte Sonic Team noch etwas mehr Zeit gegeben.

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Hier das hurendicke Theme “Burning Hearts” – http://youtube.com/watch?v=yO3dD2FHbs8
Hier Ausschnitte aus Mission 1 – http://youtube.com/watch?v=BCxbruoEFBs