Über elend

elend lebt in China, spielt am liebsten simple Retrospiele in Pixeloptik und schreckt auch nicht vor Filmen mit Untertiteln zurück.

Shadow Of The Colossus – Roar Of The Earth OST

Shadow Of The Colossus
R O A R . O F . T H E . E A R T H

Seit langem hörte ich mal wieder in den Soundtrack zu Shadow Of The Colossus rein. Ein wahrlich episches Meisterwerk von Kow Otani (Kō Ōtani), welches ich so nicht erwartet hätte von jemandem, der vorher für die Musik zu “Philosoma” einem PSone Shmup und “Sky Odyssey” einem mittelprächtigen Flugsimulator für die Playstation 2 verantwortlich war.

Mit dem OST zu SOTC übertraf Kow Otani sich kurzerhand selbst und schuf also einen in allen Belangen passenden Soundtrack zu einem viel gelobten Spiel. Gekonnt bringt er uns die schier unglaublichen Größenverhältnisse von SOTC mittels epischen Melodien auf Streichinstrumenten näher, veranschaulicht uns aural (Baha?) die enorme Wucht der Colossi durch ebenso wuchtige Trommeln und Bässe und macht dabei nie den Fehler in typischen Hollywood Pathos der Marke Hans Zimmer zu rutschen. Perfekt ist die Mischung aus brachialen Stücken, aus geheimnisvollen, ruhigen Momenten und träumerischen Zwischenstücken. Durch Orgeln, Harfen, chorale Gesänge, Flöten- und Gitarrenklänge wirkt der Soundtrack zudem angenehm erdig, zuweilen gar mittelalterlich. Perfekt passend zu den Burgen aus Stein und den Colossi aus Fell samt Holzverkleidungen und den riesigen Steinbrücken.


(Das Spiel)

In Japan kam der Soundtrack am 07. Dezember 2005 raus. Das es der Soundtrack in die Staaten oder gar nach Europa schaffen würde, wäre wirklich wünschenswert gewesen, ist aber leider unwahrscheinlich. Immerhin bekam er von der EGM den Award “Soundtrack Of The Year”. Wäre es ein Soundtrack zu einem dicken Hollywoodfilm gewesen, hätte er mindestens 5 Awards mehr bekommen. So bleibt ihm nur das Nischendasein in den Soundtracksammlungen von Spielefreaks.

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Black Mask

BLACK MASK | Hong Kong 1996, Daniel Lee Yan Gong | Jet Li, Lau Ching Wan, Anthony Wong, Karen Mok

Die 701st Squad war ein Experiment zur Züchtung von Superkillern, bei dem Elite Soldaten mittels Operation Schmerz unempfindlich gemacht wurden. Leider klappte das nicht wirklich so gut und man beschloss das Projekt aufzugeben und alle Soldaten zu eliminieren. “Black Mask” und einigen anderen gelang jedoch die Flucht…

Tsui Chik (Jet Li), wie sich Black Mask fortan nennt, arbeitet in einer ruhigen Bücherei und genießt sein neues Leben. Neben den Angestellten in der Bücherei ist “The Rock” (Lau Ching Wan) sein einziger wirklicher Freund. The Rock arbeitet als Polizist bei der Hong Konger Polizei und durch ihn gelangt Tsui Chik zufällig an die Information, das momentan nach und nach alle Drogenbosse in Hong Kong umgebracht werden. Tsui Chik erkennt die Handschrift seiner ehemaligen Elitetruppe, die so die Herrschaft über den Drogenmarkt erringen will.


(Links: Eine komplette Armee? Für Black Mask kein Problem | Rechts: Kommt nie aus der Mode; an einer Kette schwingend rumballern.)


Black Mask basiert auf dem erfolgreichen, gleichnamigen Comic (!) aus Hong Kong, von dem ich zuvor weder hörte, noch Bilder sah und man selbst mittels Google nicht wirklich viel darüber findet. Völlig unvorbereitet sah ich den Film vor vielen vielen Jahren und dachte: “Baha, nice.” Ich konnte ja nicht ahnen, das Comicadaptionen in Hollywood ganz ganz ganz groß in Mode kommen und mich ganz ganz ganz arg ankotzen werden. Nicht so “Black Mask”. Mit seiner wirklich cheezy Musik, der etwas lächerlichen Maske und dem Plastikhut, versprüht “Black Mask” einen Charme, dem ich mich nicht entziehen kann. “Black Mask” nimmt sich teilweise nicht wirklich ganz erst aber auf der anderen Seite geht auch dicke Action ab, mit recht brutalen Szenen. Blut spritzt hier Literweise und geballert wird wie am Fließband. Das alles lässt “Black Mask” nicht ganz so peinlich ausschauen.


(Links: Der Bösewicht ist einfach bisschen eklig. | Rechts: Eine Schande, das die Shots hier die durchaus geile Cinematografie des Films nicht wiedergeben könenn.)


Aber neben dem ganzen Geballer, der dicken Karate-Action und den paar überraschend guten Special Effects hat “Black Mask” noch mehr zu bieten. Lau Ching Wan nämlich. Er ist einfach mal wieder der coolste Cop in Hong Kong und lustigerweise in den Szenen mit Jet Li am besten. Gekonnt kriegen wir hier eine gute, tiefe, dennoch verhaltene Freundschaft zweier Männer ( Pen ) aufgezeigt, ohne irgendwelche peinlichen Szenen mit Umarmungen oder Sätzen wie “Wir werden immer beste Freunde sein!”. So schafft “Black Mask”, was viele Hollywoodstreifen nicht schaffen, nämlich die Story auch zwischen den Actionszenen fortzuführen. Als wäre das noch nicht genug bietet “Black Mask” auch noch einen ziemlich sicken Auftritt von Anthony Wong als Drogendealer in einem transparenten Plastikregenmantel und mit Karen Mok einen gelungenen etwas nervigen Sidekick. “Black Mask” ist übrigens einer der wenigen Filme, in denen ein japanischer Sega Saturn auftaucht. Karen Mok spielt gefesselt Darius Gaiden und man sieht kurz Virtua Fighter im Hintergrund laufen. Klar, das spätestens das der Grund ist, warum man sich “Black Mask” anschauen sollte.

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Sick, das die offizielle Homepage zum Film noch existiert?
http://www.hongkongmovie.com/english/vcd/official/blackmas/index.htm

Wartris


(Neben dem Title- sowie Gamescreen seht ihr in den Credits noch einen rotierenden Donut aus Gold. Das war’s auch schon, was die Grafik angeht.)

Wartris (PS1 NTSC/JP)

Tjo. Ein Homebrewn Game auf der Playstation 1. Gecodet von Team PISS. Kennt ihr nicht? Macht nichts.

Es ist halt einfach ein Tetrisclone der zum normalen Singleplayermodus auch noch einen Warmode anbietet. Den Warmode kennt ihr evtl. schon aus anderen Tetrisvarianten. Dort werden eurem Gegner, wenn ihr Erfolgreich min. 2 Reihen auflöst, selbige dazu geaddet. So einfach ist das. Sonstige Specials gibt’s keine, dafür aber einen hurengeilen Soundtrack. Inwiefern der allerdings beim Download dabei ist, kann ich nicht sagen, da ich damals eine CD gebrannt zugeschickt bekam. Jedenfalls rockt er ungemein und ich überlege ihn einfach mal zu rippen.

Tjo, eines der besseren Tetrisgames auf der PS1.

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Download:
http://www.hellfire.de/Hellfire/Playstation/Demos/hauptteil_demos.html

Home Sweet Home

Home Sweet Home

Junges Paar zieht in neue Mietwohnung in einem Hochhauskomplex. Blöd nur, das dort eine sicke Frau in den Lüftungs- und Fahrstuhlschächten haust und es auf des Pärchens junges Kind abgesehen hat. Sie klaut ihn alsbald und dann muss die Mutter (Der Vater wird selbstverständlich früh schon ausgeschaltet) ihn halt wiederfinden. Zwischendurch kommt noch die herzergreifende Geschichte der Schachtfrau zu Tage und es kommt zu einem fulminanten Showdown.

Nun gut, das mit der Frau im Schachte war wahr, das mit dem fulminanten Showdown allerdings nicht. Der Film schleicht so vor sich hin, ziemlich früh schon kommt es zum Diebstahl des Kindes und man fragt sich, wie nun die “Horrorelemente” eingebaut werden. Zurecht, denn danach gibt es so gut wie keine mehr. Alle, im übrigen nur mittelmäßigen, Horrorszenen werden schon in den ersten 5 bis 10 (!) Minuten verbraten. Danach gibt’s nur noch Closeups vom tollen Makeup der Schachtfrau zu sehen und etliche Rückblenden bzw. andere Dinge.

Einzig und allein ist der kleine Junge hervorzueben, dessen Gejaule, Wimmern und Schauspiel im allgemeinen ziemlich überzeugt und süß anzusehen ist. Lam Suet spielte mal wieder unverändert. Einfach nice. Ansonsten gab’s nicht viel zu sehen. Langeweile kam auf und als man nach 20 Minuten schon wusste, wie der Film ausgeht, konnte man sich nicht mehr wirklich auf etwas freuen.

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3 Penen, weil Shu Qi einfach sexy ist (und noch 2 weitere super sexy Damen mitspielten). Ansonsten hätte es nur 2 gegeben.

Borat

Borat

Nach reiflicher Überlegung muss ich sagen, das ich Borat gut fand, allerdings funktioniert er als Film nur schwer. Klar gibt es einen roten Faden, eine Story, einen Plan den Borat und sein Kollege Azamat haben. Azamat will eine Dokumentation über die USA drehen. Borat hingegen verliebt sich in Pamela Anderson und will nach Kalifornien. Zu ihr. Das Problem ist, das der Film allerdings überwiegend aus eigentlich zusammenhangslosen Szenen besteht. Einmal besucht er eine Feministengruppe, einmal einen ehemaligen General oder eine Knigge-Lehrerin, die ihm gute Manieren beibringen will. Diese Szenen sind insich wunderbar und richtig lustig teilweise, aber passen halt nicht ganz in einen Film. Zumal manche einfach nur wenige Minuten kurz sind.

Tjo anyway. Nie hätte ich gedacht, das man mich im Kino noch so shockieren könnte. Shockierend waren weder die Judenjagd in seinen Dorf, noch die ständigen Sticheleien gegen die Zigeuner. Shockierend waren besagte Nacktszene zweier Männer und eine Szene mit Pamela Anderson. Beide stellen imho die Höhepunkte des Films dar und deswegen will ich sie nicht weiter spoilern. Ich frage mich nur ernsthaft wie sie das hätten anstellen sollen und glaube nach wievor – zusammen mit ein paar anderen Szenen – nicht an deren Authentizität. Da wurden entweder Doubles oder Special Effects benutzt. Anders kann ich mir das nicht erklären. Sollte jemals deren Echtheit bewiesen werden, so muss ich umgehend kotzen und Borat meinen absoluten Respekt zollen.

~_~

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Re-Cycle

Re-Cycle

Buchautorin Ting-Yan ist eine erfolgreiche Schriftstellerin, die gerade an ihrem dritten Buch arbeitet mit dem Namen “Re-Cycle”. Als sie das Buch zu schreiben beginnt, bemerkt sie, dass ihr alles was sie aufschreibt selbst passiert. Nach einer Reihe seltsamer Ereignisse in ihrer Wohnung landet sie tatsächlich in einer komplett fremdartigen Welt.

Re-Cycle hätte das beste Horrordrama des neuen Jahrtausends werden können: Mit superdicken Bildern, einer großartigen Storyidee, tollen Schauspielern, aber vor allem eins: Einer ziemlich nachdenklich stimmenden Aussage. Was der Film letztendlich bloß besitzt sind die superdicken Bilder. Aber, und jetzt kommt’s: Ich kann die meist vernichtenden Kritiken trotzdem nicht ganz verstehen. Wie bei Silent Hill schon reichen eigentlich allein schon die Bilder aus, um die Story voranzutreiben.

Die Idee ist natürlich die: In der “Re-Cycle” Welt landen alle Gegenstände, Lebewesen und Gedanken die die Menschen vergessen oder verlassen haben. Es ist der Schrottplatz der weggeworfenen Spielsachen aus der Kinderzeit, der Toten, die längst vergessen wurden aber auch derjenigen, die nie eine Chance hatten zu leben. Das verworfene Manuskript zum Bestseller landet hier ebenso wie deine Großmutter.

Die Pang Brothers hätten dem Film eine echte kraftvolle Aussage verleihen können, die den Bildern gerecht wird. Leider verbringen sie den Großteil des Films damit, Hauptdarstellerin Angelica Lee (deren emotionales Spektrum sich meist auf einen “Verwundert und schockiert von links nach rechts schauen”-Blick beschränkt) von einer abgefahrenen Szene zur nächsten zu jagen. Das hat beinahe Videospielcharakter und wird manchmal echt trivial blöde (“Passiere diese Brücke mit angehaltener Luft!”), doch die Bilder, wie ihr vielleicht erahnen könnt, machen beinahe alles wett. Was hier aufgetischt wird ist der reine Hammer – nicht nur aus technischer Sicht – die Spezialeffekte machen neuen Hollywoodblockbustern locker Konkurrenz – sondern vorallem auch aus kreativer. Stets fragt man sich, welche sicken Einfälle die Pang Brothers als nächstes auf die Bildfläche treten, und da wird man nicht nur einmal seine Kinnlade wieder in die Ausgangsposition zurückbewegen müssen.

Es wird kaum erklärt, was da eigentlich geschieht, man kann sich darauf rausreden, dass es dem Film die Mystik bewahrt und Fragen absichtlich offen lässt, aber vermutlich haben sich die Drehbuchautoren einfach darauf verlassen, dass die Bilder den Zuschauer flashen. Ja, die Story ist dünn, und es ist echt sehr, sehr ärgerlich darüber nachzudenken wieviel mehr man daraus hätte machen können…
Aber was soll’s. Die Pang Brothers machen dennoch ein paar nette moralische Andeutungen und drücken auch ein paar Mal auf die Tränendrüse (und die Grenze zum Kitsch ist nicht weit); sie inszenieren den Film mit tollen Kamerafahrten, dazu gibt es nice Musik und perfektes Sounddesign. Überraschenderweise ist dann sogar das Ende eine ziemlich interpretationsabhängige Angelegenheit, was ich eigentlich gar nicht mehr erwartet hätte.

Wenn man bedenkt, dass ich im Hinblick auf die im Internet verfügbaren Rezensionen einen noch viel seichteren Film erwartet habe, bin ich jedoch mehr als zufrieden. Re-Cycle besticht durch seine Bilder, ist sich unsicher, ob er eigentlich mehr als nur das tun will (und schön wäre es gewesen). Da muss man für sich selbst entscheiden, ob einem die magere Story als Vorwand für die Visuals ausreicht.
Für mich steht fest: In Sachen Unterhaltungsfilm gibt es dieses Jahr vermutlich nichts geileres aus Asien. Nichts.

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Brothers In Arms


B R O T H E R S . I N . A R M S
ubi soft . 2007 . nintendo ds

Der zweite Weltkrieg. Adolf Hitler ist in Deutschland voll am Abspacken und die Japaner griffen derweil Pearl Harbour an. Klar, das die Amis da nun nicht länger mit zusehen können und erstmal richtung Deutschland fahren, genauer gesagt Frankreich, denn in der Normandie wird gelandet. Dort angekommen leisten die Deutschen zwar noch Widerstand, aber die Barrikaden bröckeln bereits. Ist dies das Ende des zweiten Weltkrieges? Können die Amerikaner die wahnwitzigen Pläne des verrückten Diktators durchkreuzen oder hat Adolf Hitler etwa ein Ass im Ärmel?

SPANNEND!!!


(Links: Letzte Mission Ardennen. Vor allem hier geht’s gut ab | Rechts: Diese Sand aufwirbelnden Explosionen sind einfach hurengeil)


Brothers In Arms ist ein lamer Dreck. So der erste Eindruck. Kaum fängt das Spiel an, hat man erstmal Mühe sich mit der Steuerung außeinander zu setzen. Das Schema erinnert an Metroid Prime Hunters, nur während da die Steuerung perfekt von statten ging, ist hier alles nur noch am Ruckeln. Die Touchscreenabfrage scheint nicht immer zu reagieren und die Sensitivität des Touchscreens ist viel zu niedrig. Es benötigt 3 bis 4 Züge mit dem Stylus vom linken Bildschirmrand zum rechten, bis man sich um 180 ° gedreht hat. Eine Einstellmöglichkeit der Sensitivität wäre hier sehr sehr wünschenswert gewesen. Und kaum gewöhnt man sich daran, muss man das erste mal als Scharfschütze schießen, wo die Sensitivität gleich mal wieder eine andere ist. Was soll denn das? Nicht sehr userfriendly um es mal auf angelsächsisch auszudrücken.


(Links: Die Straßenschlachten sind geil | Rechts: Auch in Panzern wird herumgeschossen)


Das der Touchscreen bei Brothers In Arms nicht richtig zu funktionieren scheint, wirkt sich leider auch auf das Wechseln der Waffe aus. Oft muss man zweimal drücken, bis das Pulldownmenü erscheint und man in der Lage ist, endlich die Waffe zu wechseln. Ganz zu schweigen von der eigentlichen Auswahl dann, bei der man wieder 2 oder 3 mal drücken muss, bis sich etwas tut. Das ist ziemlich unvorteilhaft, da das Spielgeschehen währenddessen nicht anhält und man selbst hinter Deckungen munter weiter beschossen wird. Insgesamt ist das Spielgeschehen relativ hektisch. Ständig steht man unter Beschuss und sucht nicht nur nach Deckung sondern vor allem nach seiner nächsten Aufgabe. Die Befehlslage in Brothers In Arms ist leider ziemlich unklar. Wohin? Was muss ich tun? Wen oder was muss ich abschießen? Denn während man gerade damit beschäftigt ist, sich eine Deckung zu suchen und gleichzeitig ein paar böse Nazis umzunieten, bevor sie einem einen Kopfschuss verpassen, kommen fröhlich die Befehle rein, verweilen da auch nur eine kurze Zeit und wenn man sie eben nicht las – Pech gehabt! Befindet man sich gerade im Zoommodus des Scharfschützengewehrs kommt der Befehl erst gar nicht und man tappt völlig im Dunkeln. Entfernt man sich dann unerlaubt aus einem bestimmten Areal, heißt’s einfach Game Over. Überhaupt sieht man den Game Over Bildschirm relativ oft. Nicht, weil es etwa so schwer wäre, sondern ganz einfachnur, weil man oft Befehe übersieht und nicht so richtig weiß wen oder was man wo abschießen muss. So wiederholt man Missionsabschnitt für Missionsabschnitt und hofft so endlich den Befehl zu erwischen, auf den man so angewiesen ist. Einerseits ist es positiv, das Brothers In Arms alle paar Meter einen automatischen Speicherpunkt anbietet, bei dem ein Einstieg wieder möglich ist, jedoch kann es schonmal vor kommen, das kurz vor eurem Tod oder dem Ablaufen eines bestimmten Timers abgespeichert wurde, was ein Weitermachen an der Stelle unmöglich macht. Also heißt es – Mission wiederholen.


(Links: Die Grafik ist nicht nur dick, sondern auch stimmungsvoll | Rechts: Nice, wie immer der momentane Abstand zur nächsten Aufgabe angezeigt wird)


Aber Brothers In Arms hat auch gute Seiten. Vornehmlich die Grafik, wobei auch die ein zweischneidiges Schwert ist. Auf der einen Seite sieht sie einfach wundervoll aus. Tolle Farben, stimmige Effekte (wie z. B. der Dunst in der Ferne), fette Explosionen und überhaupt toll modellierte Menschen, Panzer und Häuser. Andererseits sind die Texturen hin und wieder ziemlich pixelig und die Grafik ruckelt auch einfach heftig. In ihren besten Zeiten erreicht sie immerhin rund 30 fps, aber wenn’s mal etwas abgeht, dann kann das schonmal ziemlich in die Knie gehen. Des weiteren gibt’s eine wackelige Kamera (Nicht wackelnd wegen Explosionen, das ist geil, sondern wackelnd wenn man sich einfach nur umsieht. Das ist nicht normal) und anderweitige Probleme mit der Kamera. Steht man ungünstig, so kann es schonmal sein, das Häuser im Weg sind und man gar nix mehr sieht.

Dafür stimmt der Sound, der aus tollen orchestralen Stücken im Menü und wuchtigen Maschinengewehr und Explosionssounds im Spiel besteht. Das erste, was man aufgrund der dicken Sounds, machen möchte ist wohl, seine Kopfhörer herauszukramen, aber leider rauschen die Sounds ziemlich krass. Da empfehle ich leiber, über des DS’ Lautsprecher zu spielen.

Tjo, das klingt jetzt alles ziemlich ziemlich negativ. Das überrascht mich selbst ein wenig, denn gerade die letzten Missionen machten mir einen Heidenspaß. Warum? Erstens gewöhnt man sich an die Steuerung, die nach ein paar Stunden mit dem Game nicht mehr so das Problem darstellt und zweitens kennt man nun die Probleme und Macken des Spiels (Befehle) und spielt nun ganz anders. Gestorben? Kein Problem, nochmal und diesmal guggen, was zu tun ist. Das Ruckeln der Grafik ist ansich gar kein Problem, auch wenn es das Spielen von Zeit zu Zeit nur unnötig erschwert. Dafür ist die Grafik halt einfach nur dick. Alles in allem könnte ich Brothers In Arms fast empfehlen, wenn da nicht noch ein kleines Problem wäre. Denn kaum machte mir das Spiel und die Missionen Spaß… war es auch schon zuende. 3 Missionen, wovon die erste 6, die zweite nur noch 4 und die dritte nur noch 3 Etappen hat, ist einfach zu wenig für das Geld. Ergo: Günstig kaufen, etwas üben und dann erst Spaß haben. Dann kann nix schief gehen. Für 39,95 EUR würd’ ich es auf keinen Fall empfehlen.

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After This Our Exile

After This Our Exile
Patrick Tam | HK 2006

Shing ist ein Assi. Ein lausiger Koch der nur wenig Geld verdient, welches er dann auch noch im Casino verspielt und so nichtmal seine Schulden payt. Seine Frau hält das nicht mehr aus. Sie will abhauen, bringt ihren Sohn noch zum Schulbus und verabschiedet sich. Doch der kleine Bub (Im Film nur “Boy” genannt?!) merkt, das etwas nicht stimmt und rennt zurück nach Hause, woraufhin er seine Mutter beim Packen der Koffer sieht. Schnell benachrichtigt er seinen Vater, der so umgehend wie geschwindt nach Hause rennt und der alten erstmal ordentlich eine scheuert. “Hiergeblieben, du Schlampe!”, so die Kurzfassung des nun folgenden Dialogs und seine Frau Lee gibt auf und kehr zurück nach Hause. Doch nicht für lang. Als Vater und Sohn auf einer 2-tägigen Reise sind ergreift sie die Flucht. Weg. Für immer. Vater und Sohn müssen sich nun alleine durchbeißen.


(Links: Fröhliche Szenen gibt es nur wenige | Rechts: Charlie Young ist geil.)

After This Our Exile geht 2 Stunden und 30 Minuten. Das ist ziemlich lang, wie ich finde, aber im Gegensatz zu manch anderem 90-Minuten-Film vergeht diese Zeit nicht langsam. Man langweilt sich komischerweise nicht. Ich als Filmlaie weiß nicht wirklich, woran es liegt. Die Story ist nicht wirklich bahnbrechend neu und bietet lediglich am Ende einen sicken “Twist” und Action gibt’s so gut wie gar keine. Warum wird einem dabei nicht langweilig?

Gut, das es zu einem großen Teil an den wirklich hervorragenden Schauspielern liegt, da komm ich zur Not noch selbst drauf. Gerade Aaron Kwok spielt hier einen Assivater, wie er assiger nicht sein könnte und selbst in Szenen, in denen er heult, kauft man ihm jede Träne ab. Als hätte Aaron Kwok nie etwas anderes gespielt. Charlie Young, die seine Frau spielt, ist nicht minder begabt aber besonderes Lob verdient natürlich der Junge, der nicht nervig, nicht verblödet und nicht unecht spielt. Ganz natürlich mimt er hier den kleinen Jungen, der eigentlich gern bei seinem Vater bleiben würde, aber ziemlich kotzt und ich nicht weiß, was er tun soll, wenn dieser ihn mal wieder zwingt zu klauen.


(Links: GEIL! SEXSZENEN!!! | Der arme Junge. Sad )

Es muss wohl am Schnitt, am Drehbuch und an der Erzählweise von Regisseur Patrick Tam liegen, das der Film nicht langweilig wird. Er nimmt sich genug Zeit, um die Hauptakteuere besser kennen zu lernen. Hier und da gibt’s ein paar Wiederholungen, die aber nicht weiter in’s Gewicht fallen, da After This Our Exile sogar zwei Sexszenen bietet, die zwar keinerlei Titten zeigen, dafür geile Körper chinesischer Frauen, die man gerne mal anfassen würde. Gerade die Szene mit der Nutte im Hotel ist einfach sehr nice und ich musste mich zusammenreißen, mir nicht andauernd am Pimmel rumzuspielen. Dazu noch die tollen Bilder von Malaysia und fertig ist ein wirklich nicer, wirklich langatmiger Film mit einem grandiosen Aaron Kwok.

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Patrick Tam ist eh sick. Quittet 1998 das Filmgeschäft, lehrt in Malaysia an Universitäten und schreibt in der Zeit ein Drehbuch für einen Film. Solange, bis er perfekt ist und 2006 endlich released werden kann. Und als wäre es völlig normal heimst er auch gleich mal min. 10 random Awards ab und wird für 5 weitere nominiert. Er dachte sich garantiert: “Yes, Yes, natürlich!” und ging wieder nach Malaysia. Wer weiß, wann sein nächster Film kommt. Evtl. stirbt er vorher.

Hoffentlich nicht.

Hotel Dusk – Room 215

 
HOTEL DUSK | CING | NINTENDO DS | 2006

Kyle Hyde war Polizist. Sein Partner Brian Bradley und er waren einer kriminellen Organisation auf der Spur, welche Gemälde klaut und wieder zu Geld macht. Durch just diesen Fall kam es dazu, das er auf seinen Partner Bradley schießen musste. Einen Tag später quittierte er den Dienst beim LAPD.

3 Jahre ist es nun schon her, das er den Job bei Red Crown annahm. Kyle Hyde arbeitet als Vertreter bei Red Crown. Vercheckt Haushaltswaren an alte Omas. Aber Red Crown bietet noch einen anderen Service an. Zu Red Crown kann man auch kommen, wenn man etwas sucht. Red Crown sucht die Gegenstände dann und übergibt sie dem Auftraggeber, falls sie gefunden werden. So wird Kyle mal wieder losgeschickt, etwas zu suchen. Sein Ziel ist das Hotel Dusk, in welchem er zwei Gegenstände finden soll. Doch irgendwas stimmt nicht mit diesem Hotel. Kyle begibt sich auf eine Suche, bei der er noch nicht weiß, was er finden wird.

Er konnte ohnehin nie aufhören zu suchen. Nach Bradley. 3 Jahre danach.

Hotel Dusk ist ein weiteres “Adventurespiel” der Herren um CING, welche schon mit “Another Code” auf dem DS für ein spannendes Abenteuer sorgten. “Another Code” spielte ich nicht, da mir der visuelle Stil nicht so sehr zusagte und die Story reichlich weird klang. “Hotel Dusk” ist anders. Ziemlich anders. Ich muss das Fazit vorweg nehmen.


(Links: Geschissen auf PSP. Der DS kann auch geile 3D Grafik. | Hotel Dusk wartet mit viel viel (tatsächlich interessantem) Text auf.)

“Hotel Dusk” ist einfach hurengeil.

Ich nehm das wichtigste vorweg. Die Story. Sie ist – ganz videospieluntypisch – ziemlich spannend. Am Anfang ist vieles noch etwas unklar, aber man erkennt schnell, das es im Hotel noch viel mehr zu entdecken und finden gibt, als nur die zwei Gegenstände aus dem Auftrag. Man verbringt erst einmal eine geraume Zeit mit dem Einchecken, dem kennenlernen von anderen Mitbewohnern und dem Einrichten im Zimmer. Wie ein gutes Buch, bzw. ein guter Film, nimmt sich das Spiel alle Zeit, die es braucht, um einem die CharaKtere nahe zu bringen. So nahe, das sie unweigerlich unser Interesse wecken und man sich fragt: “Hm, was hat die alte mit dem Kerl zu tun?” oder “Wem gehört der Füller aus dem Restaurant?”. Als womöglich das erste Videospiel ever, schaffte es “Hotel Dusk” mich mehr oder weniger zu fesseln. Ich wollte zumindest wissen wie es weiter geht und freute mich auch darauf, es zu entdecken. Einen großen Anteil daran hat die Tatsache, das die Story nachvollziehbar ist und in der Realität verankert ist. Hier gibt’s keine böse Macht, die es zu biesegen gilt. Hier gibt’s nur einen neugierigen Ex-Cop und eine Menge zwielichtiger Hotelbewohner. Jeder mit seinem ganz eigenen Grund, warum er im Hotel ist. Wenn man z. B. schon zum 34 mal einen Stuhl untersucht, fängt Kyle an zynisch zu werden. “Ein Mintgrüner Elefant! Nein… moment. Ein Stuhl. Mein Fehler!” Überhaupt ist Kyle ein ziemlich cooler Charakter, der nicht davor zurückschreckt kleine Mädchen kalt abzuservieren oder random Leute als Vollidiot zu betiteln. Spätestens bei der bis ins kleinste detaillierten Szene, wenn Kyle einen Bourbon trinkt, wissen wir: Der Kerl ist fertig. Um die Feinheiten der Story alle zu behalten, hilft einem das Spiel auch. Nach jedem Kapitel muss Kyle “seine Gedanken erstmal ordnen”. Dann kommt eine Sequenz in der er die wichtigsten Ereignisse des Kapitels nochmal Revue passieren lässt und dir praktisch Fragen stellt. So merkt man sich – ganz wie in der Schule – die Dinge viel einfacher und verliert so nie den Faden bei der durchaus komplexen Story.

Ein weiterer Grund, warum “Hotel Dusk” so geil ist, ist die Art des Spiels. Es ist zwar mehr “Visual Novel”, als Point’n'Click-Adventure, wie wir es kennen, das hindert es aber nicht daran auch eine gehörige Portion exploration und puzzle solving mitzubringen. Gehalten wir der DS wie ein Buch. Das verstärkt nicht nur den Eindruck ein spannendes Buch zu lesen, sondern erweist sich allen voran als überaus praktisch und bequem. Der Touchscreen ist somit rechts (Linkshänder können auch eine Behindertenfunktion anschalten, bzw. auf Linkshänder switchen und den DS drehen.) und die Linke Hand findet bequem am Schanier Platz. Mit dem Daumen kann so bei den zahlreichen Dialogen weitergeskipped werden. Ansonsten spielt es sich fast wie ein Adventure. Wir erkunden das Hotel (in 3D) und schauen uns interessante Ecken in den Räumen etwas genauer an. Dabei switcht die Grafik auf eine nähere Perspektive und wir können so spezielle Objekte mit dem Stylus antippen und durchsuchen. Wir nehmen Objekte mit, benutzen diese mit anderen, versuchen Türen zu öffnen und reden mit Leuten. Das alles ist so geil Adventure, das man sich unweigerlich etwas an die Zeit von damals erinnert und einem ganz warm um die Rosette wird. Aka das Herz meinte ich natürlich. Dabei werden vor allem auch die Möglichkeiten des DS in einer Art und Weise ausgenutzt, wie sie lustiger, interessanter und vor allem innovativer gar nicht sein könnte. Als Beispiel…

SPOILER!!!SPOILER!!!SPOILER!!!SPOILER!!!SPOILER!!!SPOILER!!!
…sei hier die Situation mit dem Puzzle erwähnt. Wir komplettierten ein Puzzle für die kleine Melissa und merken daraufhin, das auf der Rückseite des Puzzles ja etwas geschrieben steht. Ein Jingle ertönt, das Puzzle erscheint auf dem linken Screen und der Tisch auf dem rechten. Instinktiv weiß man, was zu tun ist, klappt den DS komplett zu, macht ihn wieder auf und schwupps… hat man das Puzzle umgedreht.
Oder die Sache mit dem Notizzettel, auf den etwas mit UV Tinte geschrieben ist. Wenn man die Schwarzlichtlampe NICHT mitnahm, kann man ihn einfach lesen, in dem man ganz schräg auf den DS schaut. Es ist ein weiser Zettel. Wenn ich den DS halte, sehe ich die Zahl. Wie krank ist das bitte?

/Spoilerende.

Aber auch die anderen Puzzles werden alle mit dem Stylus gelöst. Ob man einen Code für einen Koffer eingibt, Bowling spielt, Farbe abkratzt oder Dinge hin und her schiebt. Stets sind die Puzzles gut in das Spielgeschehen integriert und machen mit dem Stylus gleich doppelt soviel Spaß. Das könnte eine Maussteuerung nie erreichen.


(Links: Die Lupenfunktion: Mit dem Scrollteil schauen etwas nach links und rechts | Rechts: Links die 3D Ansicht, rechts die Map. Sobald Kyle etwas interessantes vor die Linse kommt, blinkt die Lupenfunktion.)


Kommen wir zum Hauptgrund, warum “Hotel Dusk” überhaupt mein Interesse geweckt hat. Die Grafik. Dem Trailer und den ersten Shots war schon zu entnehemn das Cing nun endlich Grafiker eingestellt hat und nicht mehr die Coder die Bilder rendern müssen, wie damals noch bei “Another Code”. “Hotel Dusk” wartet mit einer mega stylishen Film Noir Grafik auf. “Alter Film Filter” wird über animierte Grafiken in Sepiatönen gelegt, das Hotel sieht verrottet aus, wie nur was und die Charaktere haben dank der Story mehr als genug Tiefe, so dass eine stylishe 2D Bleifstiftzeichnung völlig ausreichte. Das ganze fügt sich zu einem Style zusammen, der nicht nur auf dem DS höchst innovativ und einzigartig ist. Die 3D Ansichten der Hotelzimmer sehen dank der flüssigen Grafik und den gut ausgewählten Texturen allesamt hervorragend aus. Lediglich der komische Blureffekt stört anfangs etwas. Und ganz unerwartet ist vor allem die Musik im Spiel eine wahre Überraschung. Etwas jazzig, viel mysteriös und am Ende traurig. Die Musik bietet grandiose Abwechslung, klingt insgesamt fast wie von CD und wartet mit derart eingängigen Melodien auf, das man sich unweigerlich auf die Suche nach einem Soundtrack begibt. (Ich fand übrigens nur einen Rip, der aber auch auf Hi-Fi Equipment eine gute Figur macht.) Die Jingles, wenn Kyle etwas interessantes oder gar erschreckendes erfährt, klingen vor allem genial. Ich kann es kaum beschreiben, aber sie schreien förmlich “DETEKTIV AM WERK!” und könnten nicht besser passen.

Ist Hotel Dusk somit das perfekte Adventurespiel? Mitnichten. Wie etwas weiter oben schon erwähnt sollte man es mehr als richtig gutes, interaktives “Visual Novel”, als Adventurespiel betrachten. Typische Adventureeigenschaften wie das Kombinieren oder Anwenden von gefundenen Gegenständen kommen hier eindeutig zu kurz. Selbst die Puzzles sind rar gesät und obendrein für richtige Profis viel zu einfach. Ansonsten gibt es nicht viel auszusetzen. Ich persönlich war überrascht, wie gut ein Spiel dieser Art sein kann und hätte nie gedacht, das es mir so gut gefällt und mich der wirklich reichlich vorhandene Text nicht langweilt. Eine für mich völlig neue Erfahrung von Spiel und es ist nur wünschenswert, wenn es mehr Spiele dieser Art gäbe. In Japan scheinen sie ja an der Tagesordnung zu sein, wobei ich nicht weiß, ob mich ein Spiel interessiert, bei dem das Hauptziel daraus besteht, das ich das hübscheste Anime/Manga Mädel von der Schule zu einem Date überreden muss.

Bitte schaut euch den Trailer an, werft einen Blick auf die stylishe Umsetzung und ein Ohr auf den genialen Soundtrack.

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UK Werbespot:
http://www.youtube.com/watch?v=xJIoTFJib3Q

Der geniale Trailer:
http://youtube.com/watch?v=H8B8AxrPwd0


(Das JP Cover ist eine ganze Ecke nicer als das EUR/US.)

Cho Ren Sha 68k OST

Cho Ren Sha 68k OST
l o s e r . k a s h i w a g i

Alle halbwegs an Shmups interessierten Leute dürften es schon einmal gespielt haben. Das Freewaregame Cho Ren Sha 68k. Eines der besseren Shoot’em Ups, welches ursprünglich für die in Japan beliebten, auf x68000 Prozessoren basierenden PCs entwickelt wurde. Ein Windows Port ließ nicht lange auf sich warten und so konnte zum ersten mal die große Öffentlichkeit Cho Ren Sha ausprobieren. Und siehe da, so ziemlich jeder ist begeistert. Was die Japaner da an homebrewn Games releasen toppt teilweise eine Vielzahl kommerziell erhältlicher Spiele. Cho Ren Sha aber ist nicht nur wegen seiner hervorragenden Spielbarkeit und der überaus fetten Grafik so geil, nein es hat auch noch neben Cave Story einen der dicksten Soundtracks. Ich erinnere euchkurz daran: Es ist ein Freewaregame.

Die Japaner wissen eben, was wichtig ist in einem Shmup. Sie wuchsen damit auf, spielten und releasten selbst zahlreiche Shmups, während wir Europäer uns an Project X auf dem Amiga aufgeilten, was im Vergleich mit einem Dogyuun (Toaplan) oder gar Varth (Capcom) – beide aus dem gleichen Jahr wie Project X – einfach nur abstinkt. Sie wissen ganz einfach, das ein Shmup keine lauten Explosionen haben darf (höchstens beim Endboss), da man sie ca. 3256 mal in einem Level hört und eben auch, das ein Shmup möglichst eine nicht nervige Musik haben sollte, da man diese ebenfalls auch ziemlich oft hört, da Shmups entweder nicht zum einmal durchspielen gedacht sind (Scoreshooter) oder so schwer sind, das man min. 100 mal das erste Level sieht (R-Type, Last Hope, Bahaha).

Famibe No Yosshin tat also gut daran einen professionellen Musiker mit an Bord zu holen. Dieser nannte sich Loser Kashiwagi und sorgte mal so mir nichts dir nichts dafür, das Cho Ren Sha mit über 15 höchst hörenswerten Tracks aufwarten kann. Diese finden sich nun also zusammen mit jeder Menge Remixes auf dem Soundtrack wieder. Dabei ist bei diesem OST relativ besonders, das er einfach auf sage und schreibe 4 CDs (In Worten: V I E R) daher kommt. Ich meine, das ist einfach nur krank? Es ist nur ein Freewaregame?

Auf CD1 (23 Tracks) finden wir also die original Tunes aus dem Game in all ihrer Form vollendeten Adlib Form. Track 1 (Stage 1 – Planet The E.A.R.T.H.) bringt uns spätestens nach dem dritten Mal hören gleich zum mitsummen und der Bosstrack kündigt einfach nur noch Unheil an. Im großen und ganzen passt die Musik ganz einfach wie die Faust in’s Arschloch. CD1 ist somit für alle, die auf den Adlib Sound stehen und die Musik so genießen wollen, wie sie es aus dem Spiel gewohnt sind. Auf CD2 (10 Tracks) finden wir dann sogenannte “Arranged Tracks”. Diese sind ziemlich interessant, da man hier die Musik in einer etwas moderneren Form (Elektronik/Techno) geremixt hat und dies für Leute, die Adlib oder OSV (Original Sound Version) Soundtracks nicht mögen, der Kaufgrund für den Soundtrack darstellen könnte. Besonders interessant ist der Track 5 – We Are Fighting To Your Happiness, der einfach mit (female) Vocals aufwarten kann, welche noch nicht einmal Amateurhaft klingen. Es ist ein Freewaregame, verdammt? Hurengeil einfach. Und weil Loser Kashiwagi, der Komponist, höchstwahrscheinlich selbst einen Ständer bei seiner geilen Musik bekommt, ließ er es sich nicht nehmen seine Tracks noch einmal zu remixen. Das Resultat befindet sich dann auf CD3 (12 Tracks) und nennt sich “2003 Self-Remake Version”. Hurengeil einfach. Gewohnte Cho Ren Sha Melodien in diesmal stark veränderter Form, das selbst Fans zweimal hinhören müssen, um sie zu erkennen. Manche Tracks davon klingen zwar anfangs etwas gewöhnungsbedürftig aufgrund sicker Samples aber entweder man gewöhnt sich von alleine dran, oder man legt einfach wieder CD1 oder 2 rein. Hurengeil, wie man zu einem Freewaregame einen 3 CD Soundtrack machen kann.

“Ich denke 4?”

Richtig. Auf CD4 finden wir dann schließlich… keine Audio Tracks sondern einen Datentrack. Dieser beinhaltet neben den original X68000 Audiofiles im .mdx Format (Baha?) sogar ein paar .xm Files. Diese sind aber nopes direkt von der PC Version sondern im Schnitt 10 bis 15 MB groß und in High Quality, was mich darauf schließen lässt, das das eben jene Remixe sind, die dann schließlich auf CD2 und 3 gebrannt wurden. Nichtsdestrotrotz ist das einfach nice, sowas einfach mitzuliefern. Auch wenn ich mir ggf. noch ein paar dinge wie Artworks, Betagrafiken oder dergleichen gewünscht hätte. Das Original Game hätte wohl auch noch drauf gepasst.

Aber ich will mich ja nicht beschweren. Im Gegenteil. Für umgerechnet 24 EUR inklusive Porto aus Japan bekommt man hier 3 CDs mit geiler Mukke, 1 Bonus CD und ein farbiges Booklet mit Informationen zu den Tracks (Auf japanisch). Was will man denn bitte mehr? Gar nix!

Pen Pen Pen Pen Pen

Hier btw noch ein Video, falls es hier Leute gibt, die Cho Ren Sha noch nicht kennen und nicht wissen, wie geil es eigentlich ist. http://youtube.com/watch?v=p8PsRWBDe5M