Über elend

elend lebt in China, spielt am liebsten simple Retrospiele in Pixeloptik und schreckt auch nicht vor Filmen mit Untertiteln zurück.

Fearless

Fearless (Hong Kong 2006, Ronny Yu)

Huo Yuan Jia wollte schon als kleiner Junge Kung Fu von seinem Vater lernen. Der ließ ihn jedoch in weiser Voraussicht nicht. Yuan Jia klaute sich also die Kung Fu Schriften vom Vater und lernte fortan alleine. Nach einem verlorenen Kampf mit einem arroganten gleichaltrigen Bengel schwor er sich, nie wieder zu verlieren und den Namen seiner Familie in ganz Tjan Jing zu verbreiten!

30 Jahre später. Huo Yuan Jia ist mittlerweile einer der besten Kung Fu Kämpfer. Er ist rücksichtslos, arrogant, säuft, lässt seine Familie für das Kämpfen öfter mal allein zuhause und bereitet seinem besten Freund nur Ärger, als er gegen Meister Qui kämpft. Seinem letzten Gegner auf dem Weg zur Nr. 1 in ganz Tjan Jing. Es kommt, wie es kommen muss. Er kämpft. Er gewinnt. Er ist die Nr. 1. Am nächsten Morgen erfährt er, das er Meister Qui umgebracht hat. Verwirrt geht er nach Hause und findet auch noch seine Frau und Tochter ermordert vor. Er flüchtet aus der Stadt und torkelt hoffnungslos umher. Er flüchtet… vor sich selbst.

Interessant. Den Character Huo Yuan Jia kennen wir ja schon aus anderen Jet Li Filmen, wie z. B. Fong Sai Yuk oder der Once Upon A Time In China Serie. Hier allerdings sehen wir zum ersten mal seine Anfänge. Und die waren wahrlich nicht glorreich. Als skrupelloser Kämpfer schafft es Yuan Jia an die Spitze und lässt dabei so einige Menschen hinter sich. Sein Freund kündigt ihm die Freundschaft. Seine Familie wird ermordert und das war nur möglich, da er besoffen irgendwo rum lungerte und seinen Sieg, über Meister Qui, feierte. Meister Qui ist tot. Das wollte er so nicht. Am Anfang des Films ist Jet Li ziemlich am Overacten und man hat das Gefühl es mit einer Oper oder einem modernen Theaterstück zu tun, aber ab dem Punkt der Flucht aus der Stadt sehen wir das Jet Li doch schauspielern kann. Und das gar nicht mal so schlecht. Charmant und überzeugend spielt er die Rolle des geleuterten Yuan Jia der, nachdem er erschöpft zusammenbrach, in einem Dorf wieder aufwacht und durch die Freundlichkeit der Dorfbewohner und jahrelangem Nachdenken (Es ist unklar, wieviel Jahre er in dem Dorf bleibt) wieder zur Vernunft kommt und die wahren Tugenden von Kung fu erfährt.

Und dann halt die Kämpfe. Sie sind schnell und bis auf ein paar Ausnahmen realistisch. Großartig! Jet Li wie er leibt und lebt und das trotz seines mittlerweile hohen Alters. Evtl. ein Grund, warum Fearless als sein letzter Martial Arts Film gehandelt wurde? Schade ist es, denn die Kampfszenen sind hervorragend. Zugegeben, die Reise in’s Dorf und andere dramatischen Elemente sind etwas oberflächig, aber für einen Kung Fu Film mehr als ausreichend und wundervoll in Szene gesetzt. Gerade bei den Dorfbewohnern gibt es optisch atemberaubende Landschaften und Szenen zu sehen. Ein gutes Ende ist da das Sahnehäubchen und wir erlebten einen realistischen Blick zurück, als Huo Yuan Jia in die Geschichte der Martial Arts einging und durch seine Wandlung die ethischen und moralischen Aspekte von Kung Fu bis heute prägte.

Den Character Huo Yuan Jia gab’ es wirklich.

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Sha Po Lang

Sha Po Lang 殺破狼 (Hong Kong 2005, Wilson Yip)

Detective Chan Kwok-Chung (Simon Yam) verfolgt schon seit längerem den Gangsterboss Wong Po (Sammo Hung). Endlich fand sich ein Augenzeuge, der vor Gericht gegen Wong Po aussagen konnte. Auf der Fahrt zum Gericht wird das Auto der Polizei, in der sich auch der Zeuge befand, gerammt. Der Zeuge und mehrere Polizisten sterben. Wong Po kann nicht hinter Gitter gebracht werden.

3 Jahre später fällt Detective Chan Kwok-Chung ein Videoband in die Hände, mit dem er Wong Po endgültig hinter Gitter bringen könnte… wenn er es cutten und ein paar Gesetze umgehen kann. Das findet der neue im Revier (Donnie Yen) allerdings nicht so gut. Er soll Chans Truppe demnächst übernehmen, da selbiger 2 Tage vor seiner Pension steht. Und Chan will Wong Po endlich hinter Gittern sehen. Koste es, was es wolle…

Wilson Yip ist schon ein sicker Vogel. Zuerst dreht er die low-budget Zombiekomödie “Bio Zombie”, danach irgendwann die eher romantische Komödie “White Dragon” und dazwischen immer mal wieder einen durchschnittlichen Film wie z. B. “Skyline Cruisers”. Unglaublich welch qualitativer Schritt ihm mit SPL gelungen ist. SPL wirkt poliert von vorne bis hinten.

Die Story – zwar simpel – ist interessant genug um die ersten 40 Minuten locker zu überbrücken. Denn die ersten 40 Minuten kommen fast komplett ohne richtige Kampfszenen aus. Die Geschichte des Polizisten der desperately versucht einen Gangster unbedingt hinter Gittern zu bringen, weil er noch eine Rechnung mit ihm offen hat, ist zwar alt und bekannt, aber in SPL ist sie so geschrieben und ausgeführt (allen voran von Simon Yam), das einem erst gar nicht langweilig wird. Vor allem hier unterstützt auch der Score von Chan Kwok-Wing (Infernal Affairs Soundtrack!) die Story ungemein und hilft sie dramatischer zu machen, als sie auf dem Papier scheint. Einzig und allein die kleinen Tragödien, die die Männer der Polizei umgeben und ihnen zu schaffen machen, hätten etwas mehr Zeit vertragen können. Aber es reicht um klar zu machen, das hier normale Menschen am Werk sind, die genauso Gefühle haben wie… Wong Po. Ja, auch seine menschliche Seite wird gezeigt. Und das verfehlt gar nicht mal die Wirkung.

Den Rest dominieren dann (endlich) die Kampfszenen. Donnie Yen und Sammo Hung zusammen in einem Film zu sehen ist ja schon fast wie Weihnachten und Totensonntag zusammen, aber das man zusätzlich auch noch Jungtalent Wu Jing mit in’s Boot holte setzt dem ganzen noch die Krone auf. Der Kerl geht ab, wie eine Rakete und ist für ein paar der tollsten Kampfszenen verantwortlich. Gerade bei ihm fällt dann auch auf, wie roh SPL inszeniert wurde. Das Blut spritzt nur so umher und die Kämpfe sind allesamt stets schnell, mit langen Einstellungen und trotz perfekter Choreografie (von Donnie Yen persönlich!) wirken sie grob genug um einen Angst zu machen. Viele wird es zudem freuen, das sie auch komplett (Naja, bis auf einen Wurf am Schluss) ohne Drähte auskommen.

Das alles zusammen mit einer tollen Cinematographie (Siehe Screenshots) macht Sha Po Lang zu einem der besten Filme von 2005. Dank der Story und des lückenlosen Drehbuchs kann SPL auch Leuten empfohlen werden, die sonst nichts mit Martial Arts Filmen am Hut haben. Einfach mal rein schauen, hier gibt’s mehr zusehen, als tolle Karatekicks.

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Election 2 – Harmony Is A Virtue

Election 2 – Harmony Is A Virtue aka Hak Se Wui Yi Wo Wai Kwai (Hong Kong 2006, Johnnie To)

2 Jahre sind vergangen, seit Lok zum Chairman der Wo Sing Triad Society, der chinesischen Mafia, gewählt wurde. Die Tradition will es, das nun ein Nachfolger gewählt wird. Zur Auswahl stehen Kun, Jet und Jimmy, der eigentlich gar nicht so richtig will und sich mehr als Geschäftsmann denn als Gangster sieht. Er betreibt ein lukratives Geschäft mit Porno Bootlegs und würde gerne auf’s Festland expandieren. Aus dieser Gangstergeschichte, kann sich Jimmy allerdings nicht mehr raushalten, als zwielichtige, der chinesischen Regierung angehörende, Gestalten ihm raten für den Chairman zu kandidatieren, da sie sonst seiner Expansion nicht zustimmen. Richtig problematisch wird es zudem, als Lok beschließt einfach die Traditionen zu brechen und das zweite Mal als Chairman kandidatieren will. Koste es, was es wolle…

Election 2 ist ein trister Film. Viele Szenen spielen sich nachts ab. Viele Szenen versprühen einfach nur noch Hoffnungslosigkeit. Die Musik versucht ihr bestes dieses Gefühl aufrecht zu erhalten. Selten gab’s einen Film in dem es einem schwerer fiel einen Bezugspunkt zu finden. Lok grinst zwar die ganze Zeit, als könnte er keiner Fliege etwas zu Leide tun, aber wir sahen ja schon in Teil 1, wohin das führt. Mit Lok symphatisieren? Auf keinen Fall. Jimmy ist recht zurückhaltend und mehr Geschäftsmann. Er will einfach nur Geld verdienen und für seine Frau ein tolles Haus auf dem chinesischen Festland bauen. Aber was er sich dann im Hundezwinger leistet spottet jeder Beschreibung. Wie soll man sich mit so einem identifizieren? Die anderen Charactere machen gar keinen Hehl draus, das sie dreckige Arschlöcher sind.

Und das ist gut so.

Hier hebt sich Election 2 vom gewohnten Hong Kong Bloodshed Kino ab. In diesem Film regiert weder Freundschaft noch Loyalität, hier zählen einzig und allein Geld und Macht. “Realistisch” nennen es die einen, “erfrischend anders” die anderen. Wie auch immer, auf jedenfall bietet Election 2 auf diese Weise etwas, das man so nur selten sieht. Einen gnadenlosen Blick auf die Fähigkeit des Menschen, sich in bestimmten Situationen schlimmer als ein Tier zu verhalten.

Und mal wieder ist es Johnnie To, den Schauspielern und dem Drehbuch zu verdanken, das das alles so wunderbar funktioniert. Johnnie To inszeniert Election 2 in einem sehr langsamen Tempo, welches dem Film aber keinen Abbruch tut, im Gegenteil. Das Gesagte und das Gezeigte wirkt nur noch intensiver. Und im Gegensatz zu Election 1 passiert hier auch etwas. Simon Yam, Louis Koo und allerhand namhafter(!) Nebendarsteller tun mit ihrer emotionslosen Darstellung der Society Mitglieder ihr übriges um die Tristess des Films zu intensivieren. Lok kann soviel grinsen, wie er will, es sieht immer unecht aus.

Trotz Ähnlichkeiten gefiel mir Election 2 weitaus besser, schon allein weil er das bessere Ende hat. Es ist so passend und mit einem Klos im Hals packt man die DVD weg und freut sich, kein Gangster zu sein. Besonders erwähnen möchte ich auch nochmal den Soundtrack, der ziemlich minimalistisch ist aber gerade deswegen so gut passt. Zum bekannten Titletheme gesellen sich einfache Melodien, die teilweise nur mit einem Instrument auskommen.

Einfach nur deprimierend.

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Und täglich grüßt das Murmeltier

Und täglich grüßt das Murmeltier aka Groundhog Day (USA 1993, Harold Ramis)

Phil Connors ist Wetterman bei WPBH-TV und nicht gerade angetan von seinem Auftrag nach Punxsutawney zu fahren, um einem Murmeltier, auch Phil genannt, zuzuschauen, wie es das Wetter vorhersagt. Dies passiert in regelmäßigem Abstand beim jährlichen Groundhog Day. Nach getaner Arbeit entwickelt sich allerdings ein Schneesturm und Phil Connors sitzt vorerst in Punxsutawney fest. Schlimmer noch: Als er den nächsten Morgen aufwacht, stellt er fest, das immer noch der 2. Februar ist und sich der komplette Groundhog Day wiederholt. Phil erlebt den selben Tag immer und immer wieder…

Phil Connors ist Wetterman bei WPBH-TV und nicht gerade angetan von seinem Auftrag nach Punxsutawney zu fahren, um einem Murmeltier, auch Phil genannt, zuzuschauen, wie es das Wetter vorhersagt. Dies passiert in regelmäßigem Abstand beim jährlichen Groundhog Day. Nach getaner Arbeit entwickelt sich allerdings ein Schneesturm und Phil Connors sitzt vorerst in Punxsutawney fest. Schlimmer noch: Als er den nächsten Morgen aufwacht, stellt er fest, das immer noch der 2. Februar ist und sich der komplette Groundhog Day wiederholt. Phil erlebt den selben Tag immer und immer wieder…

Phil Connors ist Wetterman bei WPBH-TV und nicht gerade angetan von seinem Auftrag nach Punxsutawney zu fahren, (…)

Täglich um 06:00 Uhr klingelt der Wecker und Phil Connors wacht auf, nur um festzustellen, das – immer noch – Groundhog Day ist. Auf dem Weg zum Übertragungswagen bettelt ihn ein Obdachloser an, trifft er einen alten Klassenkameraden, der nun Versicherungsmakler ist, tritt in eine Pfütze und moderiert anschließend das Ereignis mit dem Murmeltier. Im Film sehen wir nun, wie er all das immer und immer wieder erlebt. Dem Obdachlosen gibt er schon gar kein Geld mehr, seinem nervigen Klassenkameraden haut er bald nur noch in die Fresse und die Pfütze, die kann er nun immerhin überspringen. Was den Film unter anderem so sehenswert macht, ist mit Sicherheit Bill Murray, aber vor allem auch die Wiederholungen des gleichen Tages immer und immer wieder. Phil sitzt in einer Szene in einer Bowlingbahn und säuft mit zwei sicken Assis. Er fragt: “Was würdet ihr tun, wenn ihr den gleichen Tag immer und immer wieder erleben könntet?”. Einer sagt nur: “Das trifft auf mich ohnehin zu…” aber der andere antwortet: “Nichts hätte Konsequenzen mehr. Man könnte tun und alles, zu was man Lust hat.” Und das tut Phil dann auch…

Er flüchtet vor der Polizei, klaut Geld, verzichtet auf das Anziehen von Klamotten, bringt sich mehrere Male um und macht sich an random Frauen heran, die er einen Tag vorher nach dem Namen frug und ausquetschte, auf welcher Schule sie waren. Nur um am nächsten Tag – dem Groundhog Day – sein Wissen für sich zu nutzen und mit ihnen in’s Bett zu steigen. Auch an Rita, seine Producerin, will er sich ranmachen. Aber das klappt anfangs nicht so recht. Er merkt nun das er sich ändern muss. Das er an sich arbeiten muss.

Eine ganz große Komödie aus den Neunzigern, der es an Lachern und Situationskomik nicht fehlt. Dazu etwas Romantik und ein hervorragender Bill Murray, wie er besser nicht hätte eingesetzt werden können. Zu köstlich sind seine Versuche sich an Rita ranzumachen. Mir fiel vor allem die Anzahl der Witze in diesem Film auf. Hier gibt’s ja kaum ruhige Momente und wenn, dann sind sie nur von kurzer Dauer. Mit Bill Murrays Art gibt’s ja dauernd was zu lachen. Wobei “lachen” hier nicht vor lauter Witz rumschreien, sondern eher ein symphatisches Schmunzeln hervorlocken bedeutet. Bill Murray geht einfach auf in der Rolle und am Schluss ist einem sogar das ganze Dorf, inklusive Murmeltier Phil, symphatisch. Musiktechnisch gibt es immerhin ca. 40 Mal “I’ve Got You Babe” von Sonny und Cher zu bestaunen.

Sollte jeder mal gesehen haben, imho.

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Running Out Of Time

Running Out Of Time (Hong Kong 1999, Johnnie To)

Running Out Of Time (Hong Kong 1999, Johnnie To)

Cheung (Andy Lau) hat keine Zeit mehr. Krebs zerfrisst seinen Körper von innen und die Ärzte geben ihm nur noch wenige Tage. Bevor er aber stirbt, will er mit der Hong Konger Polizei ein Spiel spielen. Die Zeit: 72 Stunden. Der Auserwählte: Polizist Ho. Ihn hat Cheung ausgesucht, weil er einer der ehrgeizigsten und besten in Hong Kong ist. Erst später merkt Ho, das Cheung eigentlich noch einen ganz anderen Plan verfolgt…


Mal sehen…

Milkyway
Johnnie To
Lau Ching Wan
Andy Lau
Lam Suet
Siu Hung Hui


Öhm.. was sollte da noch schief gehen? Richtig. Nichts. Running Out Of Time ist – mal wieder – einer der grandiosen Johnnie To Filme, die aus relativ wenig ganz viel machen. Die Story ist recht einfach und hätte schnell in einem Kommerzblockbuster mit Arnold Schwarzenegger enden können, der dann doch keiner wird, weil das Drehbuch von einem Ami geschrieben wurde. Aber wir befinden uns ja momentan in Hong Kong und nur deswegen kann man sich getrost zurücklehnen und genießen, wie sich Lau Ching Wan und Andy Lau eine spannende, überraschende, actionreiche und dramatische Jagd liefern.

Da der Film überwiegend von seiner Story und den Characteren lebt, tat man gut daran nicht nur Hong Kongs angesagteste und sicher auch beste Schauspieler zu engagieren, sowie das Drehbuch so zu schreiben, das stets alle Aktionen glaubwürdig bleiben und die Charactere genug Zeit kriegen, dem Publikum symphatisch zu werden. Mehr noch. Ehe man sich versieht hat es den Anschein als wären Gangster und Polizist sich gegenseitig auch noch symphatisch. Cheung ist ganz froh drum, einen fähigen Polizisten wie Ho zu haben, der mitspielt. Denn nur mit ihm kann er seinen eigentlichen Racheplan am Mörder seines Vaters durchziehen. Und Ho muss ganz ehrlich zugeben, das es ihm auch Spaß macht. Endlich wird er gefordert und hat wieder etwas zu tun. Wie oft hat er schon das Lager in der Polizeistation aufgeräumt und aufräumen lassen, weil es sonst nichts zu tun gab.

Während es überwiegend die Szenen zwischen Andy Lau und Lau Ching Wan sind, die den Film tragen, so gibt es da noch diesen ganzen Kleinkrams nebenbei, die stilvolle Kameraarbeit und die grandiose Musik von Raymond Wong, die dem Film so perfekt machen.

Mit Kleinkrams ist gemeint: Nebendarsteller. Kurze Szenen und Stellen im Drehbuch, die dem Zuschauer entweder ein Schmunzeln oder ein “Aha!” entlocken. Besonders Lam Suet ist mal wieder in Topform und zeigt, das ihm auch Nebenrollen nicht egal sind und spielt, das sich die Balken biegen. Auch der Humor trifft stets in’s schwarze und wirkt nie deplatziert, da er wohl portioniert ist und nie in Klamauk endet. Das bei diesem Film die Kameraarbeit perfekt ist und der Soundtrack absoluten Ohrwurmcharacter hat und wie die Faust in’s Arschloch passt, ist da nur zu Begrüßen. Das alles macht den Film so perfekt.

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Space Travelers

Space Travelers (Japan 2000, Katsuyuki Motohiro)

Nishiyama, Takamura und Fujimoto sind 3 Waisenkinder, die sich endlich ihren Lebenstraum erfüllen wollen. Seit ihrer Kindheit führen sie ein Foto eines idyllischen Inselparadieses mit sich. Nun wollen sie endlich dort hin. Aber dazu benötigen sie Kohle. Was tun? Klar, eine Bank überfallen. Das klingt leichter gesagt, als getan. Denn als der Bankdirektor und sein Wachmann sich im Safe einschließen, gerät die Lage außer Kontrolle und die Polizei steht auch schon vor der Tür. Was tun? Fujimoto, der Animenerd, hat nichts besseres im Sinn, als der Polizei vorzuspielen, das es sich bei den drei Bankräubern, nicht um 3 handelt, sondern ganze 9. Die Geiseln sollen kurzerhand mitspielen und alle geben sich als “Die Space Travelers”, nach der gleichnamigen Animeserie, aus. Die Geiseln fangen an Spaß zu haben…

Das Cover, sowie der Titel könnte so manchen abschrecken. Das ist ziemlich schade, denn wir haben es hier nicht etwa mit einem Science Fiction Film zu tun (Komplett mit lamen Special Effects), sondern viel mehr mit einer der besten Komödien aus Japan. Hier finden wir alles. Lacher fast am Fließband, geniale Schauspieler, tolle Musik und auch dramatische Momente. Das alles verpackt in einem nie langweilig oder für Nicht-Asienfans zu abgedreht werdenden Film.

Gerade der Humor ist mit das Beste am Film. Er ist so international und situtationsbedingt, das man kein Japankenner sein muss, um den Film genießen zu können. Wenn der Bankdirektor sich mit dem Wachmann in den Safe einsperrt und sie sich beide näher kommen, in dem sie die Stille genießen, rauchen und Alkohol trinken, dann kann man nicht anders, als schmunzeln. Humor und Dramatik funktionieren allerdings nur wegen den Schauspielern. Immerhin sind sie es, die den japanischen stereotypen Characteren Leben einhauchen, sie symphatisch machen, man alle kennenlernen will und nicht zuletzt gern dabei gewesen wäre. Dank der knapp 2-stündigen Laufzeit des Films haben sie auch alle Zeit der Welt dazu. Und die nutzen sie auch.

Richtig perfekt wird der Film dann aber gegen Ende hin. Hier häufen sich die eher ernsten Szenen, als klar wird, das das Spiel mit der Polizei so nicht weiter gehen kann. Was kommt als nächstes? Wie geht es aus? Wie kommen sie hier wieder raus? Das alles wirft böse Schatten voraus und am Schluss kommt es, wie es kommen muss. Das dramatische Ende ist konsequent und realistisch. In koreanischen Komödien gibt es oft auch Dramatik in Komödien. Die liegen aber häufig so dicht beieinander, das man sie entweder gar nicht ernst nehmen kann oder einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Nicht so hier. Man wird Schritt für Schritt darauf vorbereitet und wenn es soweit ist, dann kann man auch gerne mal weinen. Das bringt den Film, der uns vorher schon mit Lachern, toller Musik und symphatischen Characteren begeisterte zu einem passenden Ende und man kommt nicht drum herum zu sagen: “Boah”. Einzig und allein den Epilog hätte man meiner Meinung nach streichen können, aber er tut dem Film keinen Abbruch.

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My Kungfu Sweetheart

My Kungfu Sweetheart (Hong Kong 2006, Wong Jin)

Cecilia Cheung ist “Phönix” (Mal wieder), Tochter zweier Martial Arts Meister. Im zarten Alter von 14 lernt sie dann auf Mount Hua Kung Fu. Ein paar Jahre später, als junge Frau (Geil!), trifft sie auf ihren neuen Firmenboss und erinnert sich an eine Prophezeiung eines Mönchs. Sie weiß nun, das ist ihr, vom Schicksal bestimmter, Lover. Tjopes, dann kommen noch random Bösewichte und wollen ihren neuen Lover töten und tjo. Sowas halt.


(Links: Cecilia Cheung ist einfach eine der most sexy Hong Kong Schauspielerinnen und gerade in diesem Film einfach wieder zum Knuddeln. | Rechts: Selbst die Bösewichte (Tussi Rechts im Bild) sehen arschgeil aus.)

Gott sei dank hab ich den Film nur ausgeliehen. Nicht nur, das er relativ langweilig war, nein, für eine Komödie war er dann auch viel zu unlustig. Viele Witze sind einfach viel zu platt (Zwei Männer rangeln wegen einer Unstimmigkeit und als jemand rein kommt, sieht es aus, als würden sie ficken. HAHA.) und teilweise sogar recht lächerlich. Cecilia Cheung bekommt von ihrem Vater einfach einen “Adler” geschenkt. Das ist nichts weiter als ein Mann, in einem Federkostüm. Das wäre fast lustig gewesen, wenn es ein sicker Witz am Rande gewesen wäre. Aber der Adler wohnt dann einfach bei ihr, sitzt auf dem Klo, schaut TV und hilft ihr am Schluss noch, ihren Lover zu retten. Sehr sick. Da konnte ein einziger guter Witz auch nix mehr retten. Der Hauptbösewicht kam damals in den Besitz des Buches “Die 9 Negative”. Als er es endlich entschlüsselt hatte und nun sicke Power besitzt erwähnte er so: “Since 900 years, no one was able to decipher the book of the 9 negatives… because it is in english!”. Da lachte ich kurz.


(Ansonsten gibt es Humor von der übelsten Sorte.)

Tjo. Das war’s dann schon. Die Kämpfe sehen teilweise ok, teilweise ziemlich lächerlich aus und die Special Effects sehen eigentlich (bis auf den dicken Special Move am Schluss) auch alle aus, wie hingekackt und hingeschissen. Einzig erwähnenswert wäre da noch der relativ hohe Anteil an sexy Frauen. Bei Cecilia Cheung angefangen, sieht man während des Films noch allerlei “Hostessen”, Bikinischönheiten am Pool, sexy Bösewichte und sexy Mutter und Töchter. Aber ob das 10 EUR für den Film wert ist, weiß ich nicht. Für 4 EUR hätte ich ihn mal gekauft, wegen Cecilia Cheung. Aber sonst..

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Final Fantasy VII – Advent Children

Final Fantasy VII – Advent Children (Japan 2006, Tetsuya Nomura, Takeshi Nozue)

Also die Story. Öhm.. mal schauen.. Also da war eine Firma.. und.. die wollte.. also.. Ach, ich klaue den Inhalt kurzerhand von Moledezhnaja.ch:

Die Shinra Electric Power Company fand einen Weg, den Lifestream über der Erde als Energiequelle anzuzapfen. Dadurch wurde sie mächtig und musste sich durch die Elite-Truppe SOLDIER schützen, die aus Kämpfern bestand, die dank den Genen der Ausseririschen Jenova übermenschliche Kräfte besassen. Einer von ihnen, Sephiroth, verkam jedoch zum Abtrünnigen mit Hass auf alles Leben und den ganzen Planeten. Er begann einen Krieg, der von der Erde selbst beendet wurde: Sie zerstörte ganze Städte, trieb die Menschen in die Hoffnungslosigkeit und verseuchte sie mit der Ausschlagskrankheit Geostigma. Zwei Jahre sind seither vergangen. Der böse SOLDIER Kadaj und seine Schergen versuchen, Sephiroth wieder aufleben zu lassen und wollen dazu an Jenovas Überreste. Ihnen stellt sich der Ex-SOLDIER Cloud mit seinen Freunden in den Weg.

Ein richtiges Review fällt mir schwer, da ich weder Final Fantasy VII gespielt habe, noch großartig mit dem Final Fantasy Universum etwas anfangen kann. Einzig und allein der Sepiroth Track und die Cutscenes von Final Fantasy VIII und Aufwärts gefallen mir. Kann ich den Film gar nicht zu schätzen wissen, weil ich die Story von FFVII gar nicht kenne? Was auch immer die Antwort auf die Frage ist, so, wie ich ihn heute sah, gefällt er mir nicht.

Dabei gab’ man sich solch eine Mühe bei den Animationen. Weg vom super realistischen, dafür stocksteifen “Final Fantasy – Spirits Within” und mehr in Richtung Kunst / Anime, kann der Look immer noch überzeugen und ganz offensichtlich ermöglicht er dabei noch eine gehörige Portion mehr Action. Das ist gut, denn ohne die Action wäre ich ungefähr in der Mitte des Films eingeschlafen. Leider ist dann aber selbst die Action nicht wirklich perfekt. Die Figuren bewegen sich viel zu schnell, die Moves sind teilweise viel zu “komisch”, zu “abstrakt” für mich. Sicher, es ist Fantasy, der komplette Film ist unrealistisch und in chinesischen Wuxia Filmen fliegen sie auch umher, wie wild, aber hier war das etwas anders. Da baute man Moves ein, die so gezwungen cool aussahen. Wie gewollt und nicht gekonnt. Und wenn eine Szene mal voll und ganz gefiel (Auftauchen der Guardian Force (?)) dann war sie viel zu kurz oder wurde jäh von Dialogen (!) unterbrochen. Das ist mir zu japanisch in dem Fall.

Ansonsten war die Optik wirklich hervorragend. Vor allem die Haare wurden toll gerendert. Alles hatte einen Look der genug Freiheiten lies und nicht megamäßig realistisch aussah. So nimmt man Charactere viel eher wahr und akzeptiert sogar Hunde, die aussehen, als kämen sie aus einem schwulen Hundefriseur mitten in Köln. Visuell passt das alles wunderbar zusammen.

Leider war’s das auch schon. Die Story ist zwar bedingt nachvollziehbar (Viel mehr, als das bei FF – Spirits Within noch der Fall war), aber für mich persönlich eine Spur zu spirituell, zu abgedreht und verzweigt. Da wird gesprochen von “Soldat”, von “Mutter” und “Reunion”. Das sind ansich einfache Begriffe, die aber in der Geschichte und dem Setting nicht auf Anhieb einen Sinn ergeben. Des weiteren haben Japaner das Problem, das sie viel zu viel labern. Und viel zu langsam. Da gibt’s keine fließenden Dialoge, nein, da muss jeder Wort super super bedeutungsvoll ausgesprochen werden. Jedes Wort muss super geheimnisvoll sein. Wird ein Character etwas gefragt, dann antwortet er nicht sogleich sondern überlegt gut seine Worte und antwortet höchstens, wenn zwischendurch noch ein Flashback und / oder ein Traum aus seiner Kindheit gezeigt wurde. Sorry, aber das ist mir zu sick, das ist mir zu langatmig. Da schlaf ich ein, um Gottes Willen.

Was bleibt ist somit die Optik und die Action und da zweiteres mich eigentlich nicht überzeugte, muss ich Final Fantasy – Advent Children eine relativ lame Wertung geben. Final Fantasy Fans würden mich dafür zerfleischen, aber was juckt mich das. Sollen sie kommen. Ich hau jedem einzelnen seine Nerdbrille mit einem Sega Saturn und Panzer Dragoon darin kaputt!

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On The Edge

On The Edge (Hong Kong 2006, Herman Yau)

Harry Sin (Nick Cheung) ist Undercoveragent der Polizei in Hong Kong. Seit 8 Jahren macht er diesen Job nun und tauchte während dessen voll und ganz in die Materie der Triaden ein. Er lernte Mini-B kennen, welcher sein bester Freund wurde, er lernte eine Freundin innerhalb der Triaden kennen und vor allem lernte er Don Dark (Francis Ng) kennen, welchen er nach 4 Jahren bei einem Deal auffliegen lässt und der Polizei übergibt. Seine Schuldigkeit getan, wird Harry Sin wieder in die normale Polizeitruppe versetzt, wo er allerdings von allen erstmal ziemlich schief angeschaut wird. Sein Partner Lung (Anthony Wong) ist ein dreckiges Arschloch und Harry Sin ist zwischen Polizei und Triaden hin und her gerissen. Wer ist schlimmer? Wer ist am ehesten sein Freund? Dumm nur, das er bei den Triaden auch nicht mehr willkommen ist. “Verräter” sagen sie zu ihm…

Von außen könnte man fast meinen es hier mit einem stinknormalen Triadenfilm zu tun zu haben. Schießerein hier. Freundschaft da und am Schluß ganz viel Blut. Aber Herman Yau ist viel zu clever um es soweit kommen zu lassen. Mit einem durchdachten Script hebt er “On The Edge” vom Triadenallerlei ab und macht so ganz nebenbei ein Drama draus. Nix mit Bloodshed. Hier gibt’s Tearshed. Naja fast. Auf jedenfall wird hier viel mehr auf Harry Sins Zerrissenheit zwischen Triaden und Polizei eingegangen als auf die Schießereien. 8 Jahre Undercoverarbeit hinterlassen nun mal ihre Spuren und so fällt es Harry ziemlich schwer sich in seinem neuen Umfeld, im Kreise der “guten”, zurecht zu finden.

Das verpackte Herman Yau in einem spannenden Film mit toller Kameraarbeit (und vor allem einem guten Soundtrack. Fast könnte man meinen der Soundtrack hilft dem Zuschauer die Gefühlswelt Harry Sins näher zu bringen. “Wo gehöre ich hin? Was geht hier vor? Wer sind meine Freunde?” Ein fragender Blick Nick Cheungs nach rechts ist dank des Soundtracks hier nicht nur mehr ein fragender Blick nach rechts sondern ein alles in Frage stellender, verzweifelter Hilfeschrei. Hab’ ich das nicht geil geschrieben? Jepp, denk ich auch. Morgen bewerbe ich mich bei Jump-Cut.de. Egal. Das wichtigste bei “On The Edge” war das Script und das ist so hervorragend, das man mit einem zufriedenem Gefühl das Hong Konger Kino verlässt, bzw. den lamen deutschen DVD Player, welchen man in seiner lamen deutschen Wohnung stehen hat, ausschaltet und die DVD zurück in die Hülle legt. Selten fragt man sich, was gerade vor geht. Stets sind die Handlungen der Akteure nachvollziehbar. Erschreckend und berührend. Dazu kommen perfekt eingestreute Flashbacks, die ohne Farbfilter auskommen und stets den perfekten Zeitpunkt erwischen (Nie zu früh, oder zu spät), so dass man stets den Überblick behält und weiß, worum es geht. Einziges Manko leistet sich der Film dann am Schluss, der irgendwie aufgesetzt wirkte (Da muss jetzt noch ein total tragischer Climax hin!) und ohne das der Film, imho, auch ausgekommen wäre. Aber dies tut dem Film keinen Abbruch, zumal es nicht 20 Minuten lang ist, wie in Dog Bite Dog und zum Film passt. Manche möchten sogar sagen, das es die einzige logische Konsequenz für Harry Sin darstellt. Ich bin da anderer Meinung.

Das ich Anthony Wong, Francis Ng und Nick Cheung nicht extra erwähne hat folgenden Grund. Vor allem in den fällen Wong und Ng sollte sich jeder klar machen, das sie IMMER geil spielen. Das sie IMMER glaubwürdig und / oder symphatisch rüber kommen. Von daher spare ich mir das ab sofort. Man könnte auch fast sagen: Anthony Wong auf dem Cover? Kauft den Film einfach.

Trotz des Endes gebe ich ihm nun 5 von 5 erhältlichen Pimmeln, da er seit langem mal wieder ein Film war, der für mich “schnell” rum ging. Er war interessant, spannend, traurig und aufregend. Das fand ich gut und verdient von mir volle Pimmelaction!

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Rob-B-Hood

Rob-B-Hood (Hong Kong 2006, Benny Chan)

Thongs (Jackie Chan), Octopus (Louis Koo) und Landlord (Michael Hui!) sind ein Gaunertrio das sein Einkommen mehr oder weniger erfolgreich einfach von anderen stiehlt. Selbst vor Medikamenten, welche eigentlich für Chemotherapien gedacht sind, machen sie nicht halt. Eines Tages bekommt Landlord einen Megajob. 7 Millionen soll er erhalten für den Diebstahl eines… Babies. Das kommt ihm gerade recht, ist er doch vor kurzem selbst einfach beraubt worden! So machen sich die drei daran das Baby zu stehlen. Als sie dann in eine Polizeikontrolle geraten läuft alles schief und Landlord muss in’s Gefängnis, während Thongs und Octopus entkommen können. Sie sollen auf das Baby aufpassen, bis Landlord wieder aussem Knast ist.


(Links: Kennt ihr den Mann links im Bild? Nicht? Kein Wunder. Das ist Michael Hui. Er war Jahrelang nicht mehr so auf der Leinwand zu sehen!)

In einer Hollywoodkomödie würde nun der Hauptteil des Films anfangen und sich alles auf das Baby samt den zwei unfreiwilligen Babysittern konzentrieren. In Rob-B-Hood allerdings haben wir zudem jede Menge Action (c) Jackie Chan und sogar relativ viel Drama. Letzteres ist dann leider auch der Grund, warum der Film nicht ganz überzeugen kann. Am Schluß wird es einfach zu heftig. Alle sind am Overacten und gerade Jackie Chan kann das ja sehr gut. Das trübt den Spaß etwas, denn die 1,5 Stunden (!) vorher würde ich als durchweg positiv bezeichnen. Jackie Chan kann immer noch zeigen, was er drauf hat. Ob er nun von einem Hochhaus runter hüpft und dafür außen angebrachte Klimaanlagen als Treppe benutzt, oder ob er einfach in einer Wohnung kämpft mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen. Ja, er ist älter geworden aber schlägt sich imho noch sehr tapfer. Alle enttäuschten Kommentare in anderen Reviews kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das Louis Koo nicht wirklich kämpfen kann ist kein Problem, denn hier wurde es so gelöst, das er sich immer dezent aus dem Staub macht, ohne irgendwie aufzufallen.


(Rechts: Jackies Actionszenen wissen zu gefallen und baha… der Typ rechts oben hat wohl das Ring Tape geschaut?)

Dann sind da die Babysitting Szenen, die teilweise wirklich lustig und teilweise sogar etwas erschreckend sind. So sieht man z. B., wie das Baby an Chans Nippeln nuckelt, als er es unter seinem Pullover verstecken muss. (Die Frau des Landlords kam, welche einen geistigen Schaden erlitt, als ihr kleines Baby damals starb und seit dem mit einer Babypuppe umher rennt. Eines der Drama Elemente übrigens.) Und richtig eklig wird’s dann, wenn man sieht, wie das Baby in die Windeln gekackt hat und dann sogar mit selbigen rumgeworfen wird. Sehr gewöhnungsbedürftig. Nichts desto trotz macht der Film Spaß und erfüllt seinen Zweck als kommerzielle Familienkomödie voll und ganz.

Etwas zuviel ist dann das Drama am Schluß. Sicher, man versteht die Probleme aller Charactere irgendwie und irgendwo. Aber es wird dann trotzdem zuviel am Schluss. Ein paar Sachen hätte man weg lassen und vor allem den Schluss etwas kürzen sollen, dann wäre der Film wirklich gelungen. Aber Jackie Chans overacting und die fast 30-minütige Depression am Schluss lassen einen mit einem faden Beigeschmack die DVD aus dem Player holen.

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