The Man Who Sued God

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The Man Who Sued God.

Steve Meyers ist Fischer aus Leidenschaft. Ein Lebenskünstler der schon viele Krisen überstanden hat. Als er eines Tages seine Ex-Frau und Tochter besucht, zieht ein heftiges Ungewitter auf und ein Blitzschlag trifft sein Boot, woraufhin es durch ein paar Gasflaschen an Board explodiert. Steve hat Glück, da er schon auf bem Beiboot war, aber das Boot und damit seine ganze Existenz ist futsch. Er findet vorrübergehend Unterkunft im Haus seiner Ex-Frau. Als die Versicherung dann aber nicht zahlen will, weil Blitzschlag zu “höherer Gewalt” (Act Of God) zählt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Er beschließt, God zu verklagen.

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Eine Mischung aus seichter Komödie und Gerichtsdrama aus Australien. The Man Who Sued God kommt schnell in Fahrt und bleibt eigentlich durchweg interessant, da der Fall um Steve Meyers etwas verzwickt ist. Die Kirche – als weltliche Vertretung von Gott – steht vor einer schweren Entscheidung; Zugeben, dass Gott schuld ist und eine Welle von Schadenersatzklagen lostreten oder zugeben, dass Gott nicht existiert. Vertreter von Christen und Judentum hoffen auf das Geschickt ihres Anwaltes, der sich außergerichtlich zudem mit der Versicherungsseite trifft, was die ganze Sache nicht einfacher macht. Der Film bietet dezenten Humor ohne großartige Schenkelklopfer oder Kalauer, dafür aber mit viel Sympathie. Leider wird das Ende dann ein wenig durch einen eher lächerlichen “Zwischenfall” etwas überschattet und ist überhaupt ziemlich Mainstream, aber eine andere Lösung der Geschichte fiel mir auf Anhieb auch nicht ein.

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Lucky Luke

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LUCKY LUKE

Lucky Luke (Jean Dujardin) bekommt vom Präsidenten höchstpersönlich, den Auftrag Daisy Town – seiner alten Heimatstadt – zu säubern. Seit Lucky Luke dort wegzog wimmelt es in Daisy Town nur so von Banditen. Normale Bürger trauen sich gar nicht auf die Straße. Doch wie kann Lucky Luke, der Mann, der noch nie jemals jemanden tötete, in dieser Stadt aufräumen? Der Bösewicht Pat Poker hat die Macht in Daisy Town und als Lucky Luke anfängt, aufzuräumen, gefällt diesem das gar nicht. Es kommt zum Duell, in welchem Lucky Luke sich endlich entscheiden muss. Wird er endlich jemanden töten und Daisy Town retten können oder war dies sein letztes Duell?

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Vom neuen Lucky Luke sah ich einst den Trailer und fand ihn optisch ziemlich ausgezeichnet. Endlich sieht Lucky Luke auch mal aus wie Lucky Luke und nicht wie z. B. Terrence Hill. Der trailer ließ also vermuten, dass wir es hier mit einer wirklichen Hommage an den Comic zu tun haben werden. Und ja, eigentlich haben wir das auch. Viele, viele Kleinigkeiten aus den Comics haben es in den Film geschafft und wirken innerhalb dieser Welt weder deplatziert, noch lächerlich. Lucky Luke schießt wirklich schneller als sein Schatten und dank Jean Dujardin macht er das auf wirklich sehr coole Art und Weise. Lucky Luke ist in diesem Film THE Man. Naja das heißt… fast. Die Inhaltsangabe lässt schon vermuten, dass hier nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, wie z. B. in den Comics. Als John Luke den Tod seiner Eltern miterlebte, schwor er sich (?) nie einen Menschen zu töten. Warum auch immer. Jedenfalls wird ihm das nun zum Verhängnis, als es zum Duell mit Pat Poker in Daisy Town kommt. Als er Pat Poker schlussendlich erschießt, fällt Lucky Luke in eine Art Loch. Irgendwie will er nicht mehr, schmeißt alles hin, hängt sein Halfter an’s Grab seiner Eltern und legt sich letztenendes sogar auf die Gleise.

Also sorry, so will ich Lucky Luke aber nicht sehen. ~_? Es ist schön, dass er etwas mehr Tiefe zeigt in diesem Film, immerhin ist er auch nur ein Mensch, aber was so in der Mitte des Filmes abgeht, das ist teilweise echt ein wenig lächerlich. Unter dem Deckmantel des Humors (?!) versucht sich Lucky Luke als Farmer, verprügelt seine Frau, spielt den Volldepp und ist überhaupt der absolute Versager. Wtf. Das alles ist eine absolut übertriebene und lächerliche Version von dem, was man vorher sah. Der Anfang und das Ende des Filmes sind Ernst genug, um cool zu sein, verlieren aber nie den Blick für den Comic aus den Augen und alles hat eine gewisse Portion Humor. Gerade richtig. Aber die Mitte übertreibt leider total und wirkte auch mich eher befremdlich. Erst, als Lucky Luke wieder zu sich kommt und einsieht, dass er eben doch schießen und die Leute von Daisy Town retten muss, nimmt der Film wieder langsam Gestalt an. Aber da ist es leider schon zu spät. Gegen Ende wird alles sogar noch etwas tricky und bekommt zusätzlich etwas Tiefe, aber leider viel zu spät. Der Eindruck wurde einfach versaut und ein besseres Ende kann – bei mir zumindest – das dann nicht mehr gut machen.

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Optisch sah Lucky Luke immerhin absolut klasse aus. Tolle Aufnahmen der weiten Steppe, der gleisenden Sonne, von Lucky Luke und auch Daisy Town gibt es zu bewundern. Alles hat gerade genug Farb- und sonstige Filter drüber, dass es fast comichaft aussieht, aber nie wird’s zu abgedreht. Der Film ist einfach ein ziemlich stilisierter und gut aussehender Western. Die Musikauswahl war dann zwischenzeitlich etwas fraglich, aber im Großen und Ganzen passten die teils rockigen und fetzigen Stücke ganz gut zum Film.

Wenn da echt nur die Mitte nicht wäre.

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Monga

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Monga

Mosquito (Mark Chao) muss mal wieder die Schule wechseln. Dort wird er auch direkt mal wieder gehänselt und geärgert, wie das eben früher auch schon immer war. Als er eines Tages von einer der Schulgangs verkloppt wird, sich aber immerhin gut zur Wehr setzen kann, werden die Jungs um Vaughan – der Sohn des Gangsterbosses der Temple Front – auf ihn aufmerksam. Mosquito sieht seine Chance gekommen. Mit Eintritt in die Gang würde er nicht nur ein für alle mal die Hänseleien beenden, sondern vor allem Freunde finden. Die ersten und einzigen in seinem Leben. Doch auf die Jungs von der Temple Front kommen schwierige Zeiten zu. Sie müssen kämpfen mit dem Erwachsenwerden und den Festlandchinesen, die die Stadt gerne unter ihre Kontrolle bringen würden.

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Monga ist ein Gangstereops aus Taiwan ganz nach Hollywoodvorbild. Zusammen mit den Jungs der Gang erleben wir erstmal deren halbwegs beschwerdefreie Jugend, bevor es später ernst wird. Das gute daran ist, dass wir fast alle Charaktere bis dahin halbwegs kennen, der ein oder andere uns schon lange sympathisch ist und wir auch das Gangleben mit all seinen Facetten halbwegs checken können. Gegen Ende des Films hängt alles ein wenig durch und es gibt Handlungen mit fragwürdigen Motiven einiger Charaktere. Auch die Beziehung von Mosquito zum Gangsterboss Geta hätte durchaus etwas mehr gezeigt werden, denn immerhin scheint diese für den ohne Vater aufgewachsenen Mosquito relativ tief gewesen zu sein. Aber außer zwei Szenen, in denen beide Hühnchen essen, gibt es nicht wirklich viel zu bestaunen. Am interessantesten ist da noch Monk, der sehr feinsinnig, gebildet und sympathisch ist und sich gegen Ende sich gar ein wenig verändert. Gerade er hat ganz unterschwellig noch ein Thema in Petto, welches ich lieber nicht spoilen will. Ich selbst habe es erst gar nicht so wahr genommen, aber als ich darüber las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Hätte man das noch etwas weiter ausgebaut im Film, hätte der Film weitaus dramatischere Züge.

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Ansonsten bietet Monga noch eine tolle Optik mit satten Farben, viel 80s Style und einem Kameramann, der sein Handwerk versteht. Die Musik ist dann naturgemäß eben so geil, weil es nicht nur 80er Hits sind, sondern 80er Asiatische Hits. Für einen kleinen Moment fühlt man sich in Hong Kong Bloodshed Epen aus den 80ern versetzt. Im Nachhinein fehlt Monga dann aber gewisse Etwas – ein bisschen mehr Substanz hätten auch nicht geschadet – um den alten Hong Kong Filmen, das Wasser zu reichen. Für Taiwan ist es aber sicherlich ein großer Erfolg und Fortschritt, den Regisseur Niu Chen-zer da gelandet hat. Dieser spielt übrigens auch eine Rolle im Film und noch dazu eine ziemlich coole. Alle Achtung.

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Fantastic Mr. Fox

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The Fantastic Mr. Fox

Bei einem Jungvogel Raub gerät der fantastische Mr. Fox und seine Frau in eine Falle. Die Lage ist aussichtslos und seine Frau erzählt ihm auch noch, dass sie schwanger ist. Mit Müh und Not entkommen sie dann doch und Mr. Fox schwört seiner Frau von nun an ein Leben ohne Vogeljagd zu führen. Er arbeitet nun als Kolumnist bei der Zeitung und will endlich aus seinem Erdloch raus. Als er ein Wunderschönes (Baum)haus entdeckt, will er unbedingt da einziehen. Er kann es sich zwar kaum leisten, aber er hat da noch etwas anderes im Auge. Ganze drei benachbarte Bauernhöfe warten nur darauf, von Mr. Fox einen Besuch abgestattet zu bekommen. Seine Frau darf aber nichts erfahren…

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Ah geil, Wes Anderson. Ich bin nun vermutlich ganz und gar ein Fan von ihm und seiner Filme. Mit Mr. Fox probierte er zwar etwas gänzlich neues – nämlich die Animation – aus, aber es ist und bleibt ein Wes Anderson Film. Durch die tierischen Charaktere und auch die etwas kindlichere Stimmung gibt’s sogar noch ein bisschen mehr Witz, als wir sonst so gewohnt sind von Anderson. Dabei ist und bleibt Mr. Fox eher für die Erwachsenen interessant, da der ganze Wortwitz und die Dialoge vermutlich nur dem etwas älteren Publikum gefällt. Die Kinder haben immerhin die wirklich knuffigen Charaktere und ein bisschen Action hier und da. Eigentlich etwas für jedermann. Und die Wes Anderson typische, melancholische, ja fast depressive Note gibt auch diesem Film wieder den kleinen Touch, der ihn so besonders macht. Das kann und will vermutlich absolut nicht mit Dreamworks, Pixar oder Disney CGI Animations Scheiße verglichen werden. Wes Anderson schuf hier einzigartige Charaktere und keine Bande von austauschbaren CGI Tieren, wovon eines immer total hyperaktiv ist. Jeder Charakter hat hier seinen Platz und Wiedererkennungswert und ist fast auf Anhieb symphatisch.

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Dabei ist die Animation wirklich hervorragend. Die Welt des Mr. Fox besteht überwiegend aus Stop Motion und wurde qualitativ wirklich 1A in Szene gesetzt. Dazu gesellt sich wieder der Wes Anderson Style mit Titeleinblendungen oder abstrakten Kameraeinstellungen und fertig ist ein Animationsfilm der technisch auch mit Wallace & Gromit mithalten kann. Wirklich aller erste Sahne. Gerade beim Vergleich mit Wallace & Gromit muss ich sagen, dass mir Mr. Fox weitaus besser gefällt, da er die gewisse “ernste Note” parat hält.

Ja ka, was ich da noch schreiben soll. Einfach schön.

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Barry Lyndon

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Barry Lyndon

Redmond Barry ist ein landadeliger Ire und schwer verknallt in eine random Tussi aussem Dorf. Die findet ihn eigentlich auch ziemlich nice und drückt zumindest seine Hände an ihre Brüste. Eines Tages lernt sie aber einen britischen Offizier kennen, der sie mit bisschen blah blah und viel Geld natürlich total beeindrucken kann. Redmond Barry kann das aber nicht auf sich sitzen lassen und fordert den britischen Offizier – nachdem er ein Glas an seinen Kopf war – zu einem Duell auf. Dieser willigt ein und so kommt es zum unausweichlichen Duell, wo Redmond Barry sogar trifft und sich nun aber für einen Mord verantworten muss. Er verlässt für einige Zeit das Land und will wieder kehren, wenn Gras über die Sache gewachsen ist… Das sind die Abenteuer von Redmond Barry.

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Ah, Stanley Kubrick. Macht sogar den langweiligsten Stoff interessant. Barry Lyndon interessierte mich ja nie wirklich, da mich das Setting – das 18. Jahrhundert – etwas abstieß. Es ist jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsgenre an Film. Dennoch, es ist Stanley Kubrik und so wollte ich mir das unbedingt mal anschauen, zumal der Film auch überall gut weg kam. Und ich muss direkt sagen: Er ist gar nicht so langweilig, wie man annehmen könnte. Der Film begleitet Redmond Barry über mehrere Jahre hinweg und zeigt seinen Werdegang in England, Deutschland und anderswo. Dabei passieren hier gar nicht so die langweiligen Liebesgeschichten oder Zoff zu Hofe, sondern viel mehr fast interessante Dinge wie der Eintritt Barrys in die britische Armee, worauf er kurz darauf aber keinen Bock mehr hat, weil man da sterben kann (xD?) und die Zusammenarbeit mit dem Chevalier, etc. pp. Es passiert in den 3 Stunden Laufzeit schon allerhand und man ist dann doch etwas überrascht, dass die Zeit so schnell rum geht. Rein storymäßig ist der Film also gut bestückt, wenn auch die zweite Hälfte ihn ein klein wenig nach unten zieht. Der Fokus rückt etwas ab von Redmond Barry und zeigt mehr sein Umfeld und überhaupt hatte ich irgendwie das Gefühl, dass alles ein wenig langsamer voran geht.

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Da es sieht hierbei um einen Stanley Kubrik Film handelt, sind 2 Dinge so gut wie gewiss: Die Kameraarbeit ist… also… es ist mal wieder aller erste Sahne, was Stanley Kubrik hier gedreht hat. Dabei fiel mir besonders positiv auf, wie relativ nüchtern und dennoch imposant er den ganzen Film in Szene setzte. Es heißt, er habe überwiegend nur mit normalem Licht gearbeitet und weitestgehend auf Kunstlicht verzichtet, um die damalige Stimmung so gut es geht rüberzubringen. Und es ist ihm gelungen. Wenn Redmond mit seinem Sohn im Schloss sitzt und lediglich Licht durch das Fenster eindringt, dann sieht das fast aus, wie ein Gemälde ohne großartige künstliche Verzerrung, wie oft in modernen Filmen. Oder die Szenen bei Kerzenlicht, für die er sich extra ein f/0.7 Objektiv von Carl Zeiss, welches ursprünglich für die NASA gedacht war, umbauen ließ. Diese Szenen haben eine wirklich geniale Stimmung und man muss sich unweigerlich fragen, warum es den Film noch nicht auf Blu-ray gibt. Wtf?

Der zweite der zwei Punkte ist mal wieder die Musikuntermalung. Auch hier bediente sich Stanley Kubrik wieder bei klassischer Musik aus der gleichen Epoche, in der auch der Film spielt und lässt diese auf den Zuschauer in vielen Szenen wirken. Manche Szenen versetzen einen mit der ziemlich langen Musikuntermalung un den langsamen Kamerfahrten fast in eine Art Trance, aus der man erst wieder aufwacht, wenn die Musik finally stoppt. Wirklich hervorragend.

Also alles in allem mit Sicherheit nicht für Jedermann, aber für Fans von Stanley Kubrik auf jeden Fall.

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P.S.: Witzig, wie in der Mitte des Films fast ausschließlich deutsch gesprochen wird, da sich Redmond Barry zeitweise in Preußen befindet. Mit Hardy Krüger btw! xD

Young Sherlock Holmes

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Young Sherlock Holmes

John Watson wird aufgrund der Schließung seiner alten Schule in eine neue direkt nach London versetzt, wo er den jungen Sherlock Holmes trifft. Sofort ist er begeistert von dessen Blick für’s Detail, Fechtkunst und seiner eloquenten Art. Schon bald muss Watson allerdings feststellen, dass er mit Sherlock Holmes als Freund einiges erleben wird. Sherlock ist sehr abenteuerlustig und kann sein Können schon bald unter Beweis stellen. Als mehrere Personen auf mysteriöse Art und Weise plötzlich das zeitliche segnen und sogar sein Schwiegervater in’s Gras beißt, sieht er einen Zusammenhang und ist fest entschlossen, dahinter zu kommen, wer der Mörder ist.

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Young Sherlock Holmes ist imho ziemlich underrated. In meinem ganzen Leben sah ich ihn vielleicht 2 mal, da er von den TV Sendern eher weniger beachtet wird. Wiederholungen des Filmes waren also rar. Warum, weiß ich allerdings nicht, da er eigentlich ein ziemlich netter Mix aus Krimi und Fantasy / Mystery ist. Sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene interessant. Die Erwachsenen haben zwar schnell den Dreh raus und ahnen schon was, aber können sich immerhin noch an den wirklich sympathischen Charakteren und den tollen Effekten von ILM erfreuen. Ja, die Effekte. Gerade für die Szene mit dem Ritter aus Glasscherben, dürfte der Film am bekanntesten sein. Er war der erste CGI Charakter, der einen richtigen Auftritt hatte in einem Film. In den Credits tauchten die Verantwortlichen dafür direkt als “Pixar” auf. Aber auch die restlichen Special Effects sind ziemlich gut und passen vor allem wirklich toll in’s Setting des London zur Zeit Königin Victorias. Zur Stimmung tragen auch die Dreharbeiten an Originalschausplätzen bei, die trotz Kunstschnee wirklich hervorragend aussehen.

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Dass der Film aber nicht 100%-ig überzeugen kann, liegt imho irgendwie an der Story, die zwar in Ordnung aber nie wirklich spannend ist. Des Weiteren war mir Sherlock Holmes in so mancher Szene zu wagemutig. Das würde man von einem jugendlichen eher nicht erwarten, auch wenn er ansonsten ein mutiger Bursche ist. Dafür geht am Schluss noch einmal ein bisschen Action ab, komplett mit Feuer und Schlägereien. Alles in allem wirklich sehenswert, aber leider nicht ganz so perfekt, wie er hätte sein können.

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Casino

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CASINO

Sam Rothstein ist ein erfolgreicher Berufsspieler. Er wird von der italienischen Mafia beauftragt, das neue Tangiers Casino in Las Vegas zu betreuen. Da seine Vergangenheit aber wenig rühmlich ist, lässt er sich nur eine Lizenz als Restaurantmanager geben. Offiziell wird das Casino vom geschniegelten Phillip Greene geführt. In Wahrheit hat Sam Rothstein jedoch die Fäden in der Hand und aufgrund seines Blickes für Details und seinem Geschick als Buchführer erlebt das Tangiers seine Blütezeit. Das alles droht jedoch zu kollabieren, als die Mafia den cholerischen Nicky Santoro nach Las Vegas schickt, um etwas aufzupassen. Einen Choleriker wie Nicky kann Sam allerdings nicht gebrauchen, da er eigentlich nur sein Casino in Ruhe führen will. Und naja, was soll ich sagen… es kommt natürlich, wie es kommen muss. Der kranke Nicky macht voll die Aufstände da und schon bald scheint die Gelddruckmaschine in Las Vegas der Mafia aus den Händen zu geraten.

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Casino darf sich einreihen in die Mafia Epen der späten 80er und frühen Neunziger Jahre wie “Es war einmal in Amerika”, “Goodfellas” und wie sie alle heißen. Ähnlich Goodfellas beleuchtet Casino den Aufstieg und Fall der Mafia in Las Vegas der Siebziger Jahre. Wir erleben mehrere Jahre zusammen mit dem ruhigen Robert De Niro alias Sam Rothstein, seiner Frau Sharon Stone und dem cholerischen Nicky alias Joe Pesci. Wie sie in Las Vegas Fuß fassen, aufsteigen und schlussendlich wieder fallen. Und da wir es hier mit der Mafia zu tun haben und nicht mit der Oma um die Ecke, gibt es in den 3 Stunden Laufzeit natürlich auch allerhand zu erleben. Es werden einige Köpfe zermanscht, 389 mal “Fuck” gesagt und Robert De Niro fasziniert einfach mal wieder mit seiner Ausstrahlung. Ooaaahhh… und wenn der Film rum ist, dann muss man leider zugeben, dass er nicht ganz so gut wie Goodfellas war. Ein kleines Quentchen mehr Sympathie für die Charaktere oder Interesse an deren Schicksal fehlte am Schluss dann doch. Aber das bedeutet natürlich, dass es “nur” ein fast perfekter Mafiafilm ist.

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Aber Martin Scorsese bietet ja oft noch ein bisschen mehr, als nur ein gutes Drehbuch. Schon das von Saul Bass und seiner Frau (?) gestaltete Intro macht klar, dass man sich optisch auch wieder auf einiges freuen darf. So überzeugen die meisten Einstellungen mal wieder auf Anhieb aber richtig toll sind auch manche “Kamerafahrten”. Hier benutzt Martin Scorsese (oder sein Kameramann, ka??) immer nur soviel, wie nötig. Zu keiner Zeit wirkt der Film wie ein MTV Musikclip, aber frisch genug um sich von den anderen, eher altbackenen Mafiadramen abzuheben. Der Soundtrack ist dann natürlich geprägt von der Musik der Zeit, was nicht unbedingt mein absoluter, persönlicher Fav ist, aber natürlich zur Stimmung des Filmes beiträgt. Wer Mafiafilme mag muss Casino natürlich unbedingt gesehen haben. ~_????

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God Of Cookery

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God Of Cookery

Stephen Chow ist der God Of Cookery. Eine begnadeter Koch und eine Bekanntheit in Hong Kong mit eigener TV Sendung, in welcher er das Essen anderer Köche kritisiert. Er hat sich mit God Of Cookery eine Marke kreiert und verdient einen Haufen Asche. Das Problem dabei ist nur, dass er ein ziemliches Arschloch ist. Er tritt seine Angestellten und versucht aus allem Geld zu machen ohne Rücksicht auf Verluste. Eines Tages jedoch wird er vor laufender Kamera von einem seiner neusten Mitarbeiter bloß gestellt und aufgefordert doch mal live etwas zu kochen. Stephen Chow kriegt nix auf die Reihe und ist fortan nicht mehr der God Of Cookery. Er treibt sich nun in der Templestreet herum, wo er auf die entstellte Turkey trifft, die eine kleine Garküche hat und sich mit einem benachbarten Straßenkoch darum streitet, wer das leckerste Gericht und somit ein Anrecht auf die komplette Straße hat. Turkey ist bekannt für ihre “Meat Balls” und ihr Nachbar für seine “Pissing Shrimps”. Stephen Chow sieht hier seine Chance, wieder zu Ruhm zu gelangen, indem er beide Gerichte zu “Exploding Pissing Shrimp Balls” kombiniert…

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Teilweise typisch alberner Hong Kong Humor, teilweise aber auch wirklich gute Gags, machen God Of Cookery zu einer zwiespältigen Angelegenheit. Wenn die entstellte Turkey anfängt, von Blut und Ehre zu singen, dann ist da schon ziemlich chinesisch und nicht jedermanns Geschmack. Wenn sie aber in einem Gespräch urplötzlich mit einem Mülleimer auf die Leute losgeht, dann ist das richtig guter Humor. Die Mischung ist wirklich ziemlich in Ordnung und gerade am Schluss kracht’s noch einmal so richtig, wenn die Jury Nancy Sit Stephen Chows BBQ Pork Ribs probiert und vor lauter Geschmacksgeilheit kurzzeitig einen Fantasieflash kriegt, in welchem sie auf einem Stück Schweinefleisch rumrollt, dann ist das schon ziemlich abgefahren und geil zugleich. Wie auch die Kochszenen überhaupt. Stephen Chow und seine Kollegen schmeißen hier die Woks, das Fleisch, das Gemüse und irgendwie alles umher, zerstückeln das Gemüse in der Luft und schmeißen meterweit das Öl in den Wok. Da geht noch richtig die Action ab und in Deutschland hätte man den Film vermutlich direkt “Shaolin Cooking” genannt. :-)

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Dazwischen bleibt aber sogar noch etwas Zeit für einen ernsteren Unterton und überhaupt hat die Story interessante Wendungen parat und bietet mehr, als man anfangs vermuten mag. Hier bleibt’s nicht einfach nur bei einem Mann gegen Mann Duell.

Die Musik ist leider ziemlich synthesizer cheezy und fällt manchmal ganz schön arg negativ auf. Dafür ist die Kameraarbeit wirklich erste Sahne und in manchem Momenten regelrecht stylish. Ein wirklich rundum gelungenes Produkt für alle Freunde von Stephen Chow, die sich auch gerne mal Filme von ihm ohne Special Effects anschauen.

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Sherlock Holmes

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Sherlock Holmes

Dr. Watson ist gerade dabei, aus dem Haus, in welchem er mit Sherlock Holmes lebt(?), auszuziehen und seine neue Freundin zu heiraten. Das bedeutet; keine weiteren Abenteuer und Fälle mehr mit Sherlock Holmes. Watson wartete noch so lange, bis sie beide zusammen den letzten Fall abgeschlossen haben. Lord Blackwood wurde endlich gefasst und gehängt. Watson könnte nun endlich gehen. Wenn Blackwood nicht am nächsten Tag aus seinem Grabe auferstehen und London erneut terrorisieren würde.

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Tjo, Guy Richie inszeniert Sherlock Holmes. Das bedeutet: Faustkämpfe, flotte Inszenierung, flotte Sprüche und Action. Das ist jetzt alles nicht so das erste, was ich mit Sherlock Holmes verbinden würde. Und es passt imho auch nicht so wirklich. Was Guy Richie allerdings gar nicht so schlecht machte, war die Darstellung von Holmes selbst. Holmes ist hier ein eher verrückt wirkendes Genie. Oft haben ja Leute, die in einem Gebiet ganz besondere Fähigkeiten haben, in anderen Bereichen ein paar Defizite. Bei Sherlock Holmes ist das nun genauso. Er ist verrückt, auf Drogen und analysiert ständig alles und jeden. Auch Watsons Freundin. Er kann einfach nicht anders. Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber Robert Downey Junior arbeitet natürlich wieder, was das Zeug hält und kann spätestens ab der Mitte des Filmes vollends überzeugen. Aber auch Jude Law als Watson, der nicht einfach nur ein Sidekick ist, sondern ganz und gar ernst zu nehmender Freund und Partner Holmes. Zwischen den beiden spürt man eine ziemlich lange Freundschaft und eine gewisse Chemie, die Spaß macht und besonders in Momenten des verbalen Schlagabtauschs schön zur Geltung kommt.

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Dass Sherlock Holmes sich aber derart rumprügeln muss und vor allem kann, ist mir dann doch etwas zuviel. Die Explosionen und etwas imposanteren Einstellungen hätte ich ja noch durchgehen lassen – immerhin muss man dem heutigen Publikum ja was bieten – aber dass nicht nur Sherlock, sondern auch Watson sich derart prügeln und auch noch gut darin sind, das ist mir dann echt ein wenig zuviel des guten. Der Film hätte imho wunderbar auch ohne funktioniert. Ansonsten ist eigentlich nichts mehr großartig hervorzueben, außer evtl. Hans Zimmers Soundtrack, der vor allem am Anfang erfreulich anders klingt und die teilweise farblos graue Optik des gesamten Films. CGI gibt’s auch hier und da und bis auf den Schluss hält man sich auch wirklich zurück und übertreibt es nicht.

Ja, ganz nett ansonsten.

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Shinjuku Incident

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Xin Su Shi Jian | 新宿事件 | 新宿インシデント | Shinjuku Incident

Steelhead (Jackie Chan) ist auf der suche nach seiner alten Liebe. Diese flüchtete vor ein paar Jahren illegal nach Japan und tauchte seit dem nicht wieder auf. In Japan angekommen helfen ihm ein paar Chinesen, die schon angekommen sind und etwas Fuß gefasst haben. Steelhead hält sich mit Tellerwaschen über Wasser. Eines Tages, entdeckt er zufällig seine Freundin, nach der er Jahre suchte. Sie ist mittlerweile die Frau eines japanischen Yakuza Bosses. Er erkennt, dass es hoffnungslos ist, sie wieder zurück zu gewinnen und besorgt sich erstmal eine Nutte. Geil. Da er bei der Flucht aus China seine Papiere am Strand verlor und ein chinesischer Polizist dabei um’s Leben kam, kann er auch nicht mehr zurück. Er nimmt sich vor, in Japan nun endgültig Fuß zu fassen und etwas zu erreichen. Wenn’s sein muss auch mit Gewalt…

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Von Shinjuku Incident erwartete ich eigentlich gar nicht so sehr viel, da schon viele ambitionierte Filme zuvor (aka Protegé) viel versprachen, aber dann leider nichts halten konnten. Umso mehr überraschte mich Shinjuku Incident. Jackie Chan ist “Steelhead”, der illegale, chinesische Immigrant, der versucht, in Japan Fuß zu fassen. Schnell gerät er dabei in illegale Aktivitäten und fortan begleiten wir ihn dabei, wie er versucht, etwas zu erreichen. Ein Mafiafilm also. Und er bietet alles, was man von solch einem Film erwartet. Abgehakte Hände, eine Liebe die nie zu kitschig wird, etwas Straßenkämpfe, viel Drama und innere Konflikte. Dabei ist Jackie Chan wirklich schwer in Ordnung in seiner Rolle. Ich konnte ja noch nie wirklich behaupten, dass er “gar nicht” schauspielern kann, von daher bin ich sowieso zufrieden. Im großen und ganzen spielt er die Rolle vielleicht etwas zu zurückhaltend, aber immerhin kann man ihn ernst nehmen und seine Aktionen nachvollziehen. Wirklich gut gefiel mir eigentlich auch Daniel Wu als hilfsbereiter Immigrant, der Steelhead anfangs Jobs besorgt und ihm die Welt der Immigranten in Japan erklärt. Aber dann… ganz plötzlich… taucht er im Visual Kei Outfit auf und man kann sich nur wundern. Jackie tat das übrigens auch und sagte nur: “You look like a ghost?!”

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Shinjuku Incident hätte eigentlich nur noch ein paar Minütchen länger gehen müssen und es wäre ein nahezu perfekter Triaden/Mafiafilm geworden. Ja, ein Epos fast sogar. Aber dazu fehlt dann am Schluss doch mind. eine halbe Stunde, was dazu führt, dass der Aufstieg Jackies an einem Punkt wirklich etwas zu schnell von statten geht und dass Daniel Wu einen mit seinem Visual Kei Outfit halt dermaßen erschreckt. Aber dafür stimmt der Rest und die zwei Stunden Laufzeit sind schnell rum. Für Freunde von Triadenfilmen eigentlich eine Empfehlung. Wenn sie sich von Jackie Chan als Charakterdarsteller nicht abschrecken lassen.

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