Puyo Puyo

ぷよぷよ
Puyo Puyo
( compile / 1992 / mega drive )


( Cover )

Puyo Puyo für den Mega Drive ist ein Puzzlespiel, erfunden vom Herrn Masamitsu “Moo” Niitani. Auch wenn der Name es vermuten lässt ist es aber lange nicht der erste Teil, gegenüber welchem schon einiges verbessert wurde.

Gameplay
Als erstes erinnert Puyo Puyo an Spiele wie Tetris oder Dr. Mario. Man hat ein Spielfeld vor sich, von oben fallen Puyos herunter und man muss mindestens 4 zusammengruppieren damit sie sich auflösen, woraufhin die darüber liegenden herunterfallen. So lassen sich natürlich auch lange Chains machen usw.


( Title Screen | Na da haben wir wohl bald gewonnen! )

Das Spiel läuft dabei nicht endlos oder so etwas (ok es gibt einen Endless Mode), sondern man tritt immer gegen einen anderen Spieler an. Entweder im Story Mode gegen den Computer oder im 2 Player Mode gegen einen anderen Spieler.
Wenn man nun Puyos auflöst fallen beim Gegner Ojama herunter, das sind sozusagen Störpuyos die erst weggehen, wenn sich normale Puyos in der Zelle daneben auflösen. Dadurch wird das Spiel ziemlich schnell:
Wenn man zulange an einer großen Chain baut, passiert es nämlich das der Gegner einem Ojama schickt und man selbst dann erstmal nichtmehr an seine eigenen Puyos kommt. Wenn man dafür zu schnell die Puyos wegmacht kommen beim Gegner nur wenige Ojama an, die er schnell wieder entfernen kann. So muss man viel nachdenken und schnell handeln um dem Gegner möglichst viele Ojama zu schicken, dabei aber selbst nicht zuviel abzubekommen.
Das Spiel endet wenn die dritte Reihe von Links bis oben hin voll ist. Alle anderen Reihen können bis oben hin vollgestellt werden.


( Story Mode Zwischensequenz | Endless Mode )

Grafik/Sound
Naja, sooviel braucht man hier nicht erwarten. Schliesslich ist es ein Puzzlegame und erfüllt seine Aufgabe eigentlich gut. Der Sound ist in Ordnung und Überrascht sogar mit Sprachausgabe im Titelscreen sowie im Game, auch wenn diese sich auf einzelne Wörter beschränkt. Im Story Mode gibt es immer die Charaktere zu sehen und tjopes.


( So siehts aus, wenn der typ der 2 Player Mode Screenshots macht keine Freunde hat, die den zweiten Player actually übernehmen | Game Over :/ )

Fazit
Hurengeil im 2 Player Mode. Ich würde dem Spiel gerne 5 Penen geben, verbleibe aber mit 4 da der zweite Teil für den Mega Drive ein paar Dinge noch verbessert hat. Welche? Das sehen wir später Wink

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Unleashed

Unleashed | Louis Leterrier , Luc Besson
aka danny the dog aka entfesselt

Danny (Jet Li) lebt nun schon seit Jahren bei seinem “Onkel” (Bob Hoskins, aka Super Mario). Dieser füttert ihn und zieht in groß. Allerdings nicht mit Liebe und Zuneigung zu einem menschlichen Wesen, sondern vielmehr mit Prügel und ohne Liebe zu einer Art… Hund. Danny ist nichts weiter als eine Kampfmaschine. Kein lesen, kein Schreiben, keine Liebe war ihm gegönnt und so kennt er und macht nichts anderes, als für seinen Onkel zu töten. Als dieser sich mit den falschen anlegt und diese sich dann rächen, kommt es zu einem folgeschweren Unfall, bei dem Danny flüchtet. Er dachte sein Onkel ist tot. Er flüchtet in ein neues Leben und lernt durch Zufall den Klavierlehrer Sam (Morgan Freeman) und dessen Adoptivtochter (Ka mehr, wer das war. War eh hässlich) kennen. Ein neues Leben beginnt für ihn.


(Links: Brutal. Danny ist eine Kampfmaschine. | Rechts: Morgan Freeman sieht etwas aus wie Darth Vader.)

Hier haben wir es mal nicht mit einem der typischen Jet Li Filme zu tun. Jet Li ist dieses mal kein Wong Fei-Hung, kein Superpolizist oder sonst irgendein Held. Jet Li ist Danny die hundeähnliche Kampfmaschine, die stets dann aktiv wird, wenn man ihm das Halsband abnimmt. In einem Loch eingesperrt wurde er groß und sah die Welt draußen nur, wenn sein Boss mal wieder Schuldner besuchte und diese zusammenprügeln ließ. Das ganze erinnert ein wenig an Kaspar Hauser, nur das Danny immerhin ETWAS Zuneigung bekam und dick kämpfen konnte. Kaspar Hauser dagegen war ja einfach nur noch ein seelischer Krüppel und konnte nichtmal Martial Arts. Wie langweilig.

So kommt es dann irgendwann dazu, das Danny abhaut und Morgan Freeman kennenlernt. Hier kann der Film dann auch tatsächlich seine “Stärke” ausspielen. Die Dramatik. Die menschlichen Hintergründe und Beziehungen. Die Szenen um Morgan Freeman, seiner Adoptivtochter und Danny beim Einkaufen oder Boot fahren (Siehe Screenshot) sind teils herzerweichend und gut in Szene gesetzt. Anfangs ängstlich, verhält sich Danny nach und nach immer menschlicher, lernt Melonen kennen (Nein, richtige Melonen. Keine Titten. Die Adoptivtochter hat eh nur kleine Titten) und damit auch die Welt da draußen. Die Welt, die er jahrelang vorenthalten bekam. Ein wenig oberflächig zwar aber mit viel Charme kommen eben diese normalen Szenen daher.


(Links: Bob Hoskins kann als Gangster und Bösewicht nicht ganz so sehr überzeugen | Rechts: Die besten Szenen des Films: Danny lernt die Welt da draußen kennen.)

Im Kontrast dazu steht natürlich die Welt des Onkels, der ein widerwärtiger Gangster ist, der von Läden Schutzgeld erpresst. Die Fights, die Danny austrägt, stehen in starkem Kontrast zu den sanfteren Momenten des Films und… wollen gar nicht so recht da rein passen. Sicher muss es gezeigt werden. Sicher muss man Zeit genug haben Dannys Welt kennen- und hassen zu lernen, aber durch die Art der Aufnahmen und des Soundtracks kommen sie etwas rüber, wie aus einem anderen Film. Und zwar einem Film namens “Random Jet Li Franzosencrap mit viel Martial Arts und Hip Hop, damit auch viele dumme Kinder reingehen und denken, sie wären cool. Teil 3″. Das ist irgendwie schade, denn die Fights ansich sind relativ gut von HK Filmveteran Yuen Woo-Ping in Szene gesetzt. Aber leider werden sie zu exzessiv gezeigt und es dürfte schwer werden ein Publikum dafür zu finden. Jet Li Fans langweilen sich bei den ruhigen Momenten und Drama Fans schauen entsetzt bei den Fights weg. Und Fans beider Genre, die wundern sich dann nur, warum die Mischung nicht so recht passt.

Aber alles in allem einer der (viel) besseren Non-HK Jet Li Filme und definitiv sehenswert. Aber auf DVD muss ich ihn nun nicht haben.

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Divergence

DIVERGENCE
benny.chan.HK.2005

Detective Suen (Aaron Kwok) kann wohl bald Urlaub machen. Er ist gerade dabei einen (recht fetten) Kronzeugen, der gegen den industriellen Yiu (Gallen Law) aussagen soll, von Kanada nach Hong Kong zu überführen. Ein großer Fall und lange hat Detective Suen daran gearbeitet. Kaum in Hong Kong angekommen wird ihm der Kronzeuge allerdings vor seinen Augen weggeschossen. Der Scharfschütze kann entkommen. Wutentbrannt begibt sich Suen auf die Jagd nach dem Scharfschützen Koo (Daniel Wu). Es dauert nicht lange, da findet er heraus das ihm mit dem Scharfschützen mehr verbindet, als er glauben mag. Der Scharfschütze kannte nämlich Suens als vermisst geltende Freundin (Lee Sinjie)…

Achtung: Dieser Film ist mit Ekin Cheng.

Die Story von Divergence ist bisschen schwer in Worte zu fassen, ohne total scheiße zu klingen. Nicht zuviele, aber einige Handlungsstränge laufen hier parallel und laufen am Schluss mehr oder weniger zusammen. Das ist nicht neu, das ist auch nicht sooo super umgesetzt, aber immerhin verwirrt einen die Story um Detective Suen, den Scharfschützen Koo, den Industriellen Yiu und dessen Anwalt (Ekin Cheng!) nicht zu sehr und bleibt durchgehend spannend. Zum seichten Storyverlauf gesellt sich aber noch ein großes Manko hinzu: Aaron Kwoks vermisste Freundin. Dieser Subplot ist zwar alles andere als überflüssig, aber irgendwie weird produziert. Die Musik wird in den Szenen, in denen es um Suens Freundin geht, ziemlich übertrieben und kitschig und als würde Aaaron Kwok diese Musik kaum aushalten fängt er dann immer an zu Overacten. Also ziemlich krass. So krass, das es immerhin mich schon stört. Hinzu kommt, das wir den Subplot um seine Freundin irgendwie viel zu oft sehen.

Viel lieber schaute ich nämlich den anderen Handlungssträngen zu, die durchaus interessanter, toll gefilmt und spannend waren. Divergence schafft es immerhin richtig Style zu bieten. Die Gangster sind gewohnt böse, aber trotzdem schick angezogen, die Polizei irgendwie hilflos und brutal und Auftragskiller haben auch in Divergence fast vor nichts Angst. Das ist – mal wieder – gewohnte Kost, nichts neues also, aber trotzdem schön anzusehen. Dafür sorgt vor allem die durchaus dicke Cinematographie von… was weiß ich wem? Wo findet man das heraus? Ich will ihm einen Kuchen schicken, denn der dafür zuständige Kameramann setzte Hong Kong mit schön viel Farbfiltern, Tiefenunschärfe, Regen und Styleaufnahmen in Szene, die man von einem Benny Chan Film im ersten Moment so gar nicht gewöhnt ist. Gerade das Opening ist ziemlich nice geworden. Dazu gesellt sich der, mal von den melancholischen Momenten um Suens Liebeskummer abgesehen, durchaus hörenswerte und dick produzierte Soundtrack, der allerdings in einer Szene einen faden Beigeschmack hinterlässt, da man eine fast schon dreiste Kopie eines Songs des Akira Soundtracks hört. Wtf?

Aber geschissen drauf. Für mich überwiegen die Pros die Cons. So sehen wir zum Beispiel obendrein noch Eric Tsang, Lam Suet und Sam Lee in guten Nebenrollen und die Freundin Ning Jing des Auftragskillers ist sogar mit Glatze ziemlich sexy und cute. Trotz viel Geblubber und Story schaffte es sogar eine ziemlich gute Verfolgungsjagd (zu Fuß) in den Film. Alles in allem nichts neues, aber auch nichts schlechtes und imho ziemlich zu unrecht runtergebuttert. (*wein* der Film will Infernal Affairs sein *heul* Das klappt doch nicht *wein* Ekin Cheng *flenn* Ende ist doof *kreisch* Infernal Affairs Kopie *wein*, etc.)

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Abschied in der Nacht / Das alte Gewehr

Abschied in der Nacht / Das alte Gewehr
(le vieux fusil | frankreich 1975 | robert enrico | dvd: new entertainment world)

Frankreich 1944. Die Deutschen müssen immer mehr Angriffe von Partisanen über sich ergehen lassen. Sie rächen sich an der französischen Zivilbevölkerung. Arzt Julien (Philippe Noiret) will seine Familie aus den Wirren des Krieges heraushalten und versteckt seine Frau (Romy Schneider) und Tochter auf einem Landgut. Als er sie Tage später besuchen will, sind alle tot. Die Frau vergewaltigt und verbrannt, die Tochter erschossen. Statt vor den Deutschen zu fliehen, beginnt Julien einen bitteren Rachefeldzug.

Von den Geschwadern selbsternannter “Antikriegsfilme”, die sich über die letzten paar Jahrzehnte angesammelt haben, können nur die wenigsten von sich behaupten, auf das zivile Schicksal einzugehen. Robert Enricos preisgekröntes Drama Abschied in der Nacht ist eine der Ausnahmen; gleichzeitig bleibt der Krieg selbst hier nicht mehr als finsterer Schatten am Horizont, welcher plötzlich hervorstößt, Zerstörung und Leid hinterlässt, und sich dann wieder zurückzieht. Ein Rahmen, der letztlich austauschbar ist und lediglich die Taten Juliens in einen nachvollziehbaren Kontext setzt. Juliens Rache ist nicht die Rache eines Wahnsinnigen, nichtmal die Rache eines Trauernden, sondern die eines Mannes, dem in einem Moment alles gleichgültig geworden ist. Mit kaltblütiger, methodischer Präzision schneidet er den Deutschen den Fluchtweg ab, tötet sie einen nach dem anderen. Sein eigenes Wohlergehen spielt dabei keine Rolle mehr. Enrico stellt beinahe jeder Mordszene ein Flashback gegenüber, in dem sich Julien an seine Familie erinnert. Aus heutiger Sicht könnte man das für eine billige Methode zum emotionalen Spannungsaufbau halten. Doch vielmehr nutzt Enrico die Flashbacks zur Vertiefung der Beziehung zwischen Julien und seiner Frau – die gar nicht so simpel ist, wie man es vielleicht annehmen könnte.

Noirets schauspielerische Leistung in Abschied in der Nacht wird nicht zu unrecht bis heute vom französischen Kinopublikum als legendär angesehen. Er ist kein strahlender, schöner Held. Er könnte mein Nachbar sein. Zu keinem Zeitpunkt lässt sich Noiret dazu verleiten, der in seinem Charakter aufgestauten Wut und Trauer durch theatralische Gestik Luft zu machen. Romy Schneider kann angesichts derartiger Leinwandpräsenz nicht mehr sein als hübsches Beiwerk. Die deutschen Soldaten bewegen sich dafür oft an der Grenze zur Karikaturisierung, vielleicht gerade deswegen, weil Enrico sie (mit dem wohlmeinenden Anspruch auf Authentizität) mit deutschsprachigen Schauspielern besetzte – so zumindest mein Eindruck. Da ich aber im zweiten Weltkrieg leider nicht dabei war, kann ich nicht genau sagen, inwiefern ihre Darstellung der Realität entspricht.

Mal davon abgesehen ist Abschied in der Nacht einer der eindringlichsten und berührendsten Rachefilme, die ich je gesehen habe, mit einem großartigen Philippe Noiret und wunderschöner Musik. Aber Vorsicht: Stellt euch nach dem Schauen darauf ein, den Rest des Tages deprimiert zu sein.

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Armour Of God II – Operation Condor

Armour Of God II
OPERATION CONDOR
Jackie Chan | 1991 | Hong Kong

Jackie (Jackie Chan) ist der Asian Hawk, auch Condor genannt. Ein Abenteurer, der für eine entsprechende Bezahlung nach verschollenen Artefakten auf der ganzen Welt sucht. Von der UNO (?) bekommt er eines Tages den Auftrag nach ca. 240 Tonnen Nazigold zu suchen, welches selbige in der afrikanischen Wüste zurück ließen. Gemeinsam mit der Expertin Ada (Dodo Cheng) und Elsa (Eva Cabo de Garcia), der Enkelin eines deutschen Kommandeurs, macht er sich auf in die Wüste. Eine turbulente Jagd nach dem Nazigold beginnt.

“Armour Of God II – Operation Condor” war bis dato (1991) die teuerste HK Produktion. Das dürfte zum größten Teil an den großartigen Sets und Locations des Films gelegen haben. Wir sehen Jackie in der Sahara, in (höchstwahrscheinlich) Barcelona, komischen random Inseln und auf großartigen Setbauten wie dem arabischen Hotel in der Wüste und schließlich der unterirdischen Nazi Militärbasis. Ansonsten gibt’s das übliche: Sicke Synthiemukke, nervige (weibliche) Sidekicks und jede Menge grandiose Action – mit oder ohne Fäuste – von und mit Jackie Chan. Positiv fällt auf, das Jackie Chan eine wohldosierte Mischung aus Comedy, Story und Action fand. Sehr Indiana Jones like sehen wir anfangs erst einmal ein bisschen Action und lernen Jackie so in seinem Element kennen. Dem Zusammenklauben von Artefakten.

Dem ein oder anderen mag Jackie Chans Klamauk vor, während und nach den Actionszenen sauer aufstoßen, aber wirklich negativ fällt eigentlich nur der wirklich teilweise billige Score auf. Und manch einem auch die political correctness. Bzw. das nicht vorhanden sein selbiger. Hier werden Frauen reihenweise verprügelt und das Volk der Araber, sowie deren Kultur nicht wirklich realitätsgetreu und Klischeeüberladen vorgeführt. Sieht man darüber hinweg, bleibt einem nichts anderes übrig als den Film zu mögen, da er bis heute zu den besten Filmen von Jackie Chan zählt. Die Kreativität der Kampfszenen und Actionszenen ist über alle Zweifel erhaben und sogar der amount an Comedyszenen stimmt perfekt. Besonders hervorzuheben die Szenen im arabischen Hotel.

Nur Drunken Master II ist besser.

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Come Drink With Me

Come Drink With Me
(大醉俠 | hong kong 1966 | king hu | dvd: – )

Eine Bande von Dieben entführt den Sohn des Königs. Sie wollen, dass ihr Anführer aus dem Gefängnis befreit wird, sonst werden sie ihre Geisel töten. Doch diese ist zufällig auch der Bruder des legendären Kämpfers Golden Swallow (Cheng Pei-Pei). Er aka sie macht sich auf, die Bande zu zerschlagen, bekommt dabei aber unerwartet Hilfe von einem zunächst unscheinbaren betrunkenen Penner.

Nachdem sich meine Erfahrungen mit dem Wuxia-Genre bisher auf den beschissenen Hero beschränkt haben, und dieser mir auch sämtliches Verlangen nach mehr Filmen dieser Art raubte, wollte ich es nocheinmal versuchen, nachdem ich Ausschnitte aus Come Drink With Me in der bereits von elend reviewten Doku A Century Of Light & Shadow sah.

Und tatsächlich hat mir der Film gefallen. Generell wird er als Wuxia-Pionierfilm angesehen, jedoch noch (fast) ohne übertriebene übernatürliche Elemente wie fliegende Kämpfer. Es machen sich auch bereits erste Züge der typisch Hong Konger Actionchoreographie bemerkbar – überhaupt ist der Film wahnsinnig elegant verfilmt, die edlen Shaw Brothers-Sets tun ihr übriges, um dem Film einen unheimlich poetischen und anmutigen Charakter zu verleihen. Man fühlt sich wirklich von einer gewissen Magie umgeben, etwa wie bei Star Wars. Ist schwer zu beschreiben. Was mir von der technischen Seite nicht so gefiel, waren die in den Actionsequenzen recht häufigen, richtig sprunghaften Schnitte. Irgendwie billig, aber wir müssen bedenken, in welchem Jahr wir uns hier befinden. Da es sich bei King Hus Film um einen der ersten Vertreter seiner Art handelt, ist er auch einer der Ursprünge sämtlicher Wuxia-Klischees, mit denen auch Nicht-Filmbewanderte heute China assoziieren. Das lässt sich je nach Standpunkt positiv oder negativ betrachten. Auch Aspekte wie Gesangseinlagen, offensichtlich Überbleibsel aus dem Opernfilm, sind für Unbekundete zunächst ziemlich ungewöhnlich. Come Drink With Me besitzt desweiteren einen majestätischen Soundtrack, der aber teilweise völlig fehlplatziert wirkt. Was er wahrscheinlich nur aus meinen westlichen Augen ist.

Ansonsten aber machte der Film Spaß. Cheng Pei-Pei ist sowohl schön als auch graziös und führt durch die unterhaltsame, flott erzählte Story. Wenn im letzten Drittel der Penner stärker auf den Plan tritt, wird allerdings ein neuer Handlungsstrang aufgebaut, der meiner Meinung nach die Dinge unnötig verkompliziert und zu einer Endsequenz führt, die ich gar nicht mehr raffte.

Come Drink With Me hat mir zumindest gezeigt, dass ich dem Wuxia-Genre nicht völlig abgeneigt bin, und ich werde mir definitiv noch andere Klassiker aussuchen und antun. Solange sie nicht von Zhang Yimou sind. Hihi.

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Running On Karma


R U N N I N G | O N | K A R M A | 大 隻 佬
HONG.KONG.2003.JOHNNIE.TO.WAI.KA.FAI.ANDY.LAU.CECILIA.CHEUNG
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Big (Andy Lau Tak-Wah) ist ein muskelbepackter Mönch vom Festland, der seit einem Missgeschick in seiner Vergangenheit das Karma anderer Leute sehen kann. In Stripclubs versucht er sich etwas Geld zusammen zu verdienen, bis eines Tages die Polizistin Lee Fung-Yee (Cecilia Cheung Pak-Chi) mit ihren Kolleginnen dem illegalen Treiben ein Ende bereitet. Big flüchtet. Auf seiner Flucht jedoch gerät er zwischen die Fronten. Eine andere Polizeieinheit untersucht gerade einen spektakulären Mordfall und verfolgt den mutmaßlichen Täter zu Fuß. Auf Hong Kongs Seitenstraßen gerät Big mit dem flüchtigen Täter zusammen und wird festgenommen, während der Mörder flüchten kann. Big sieht zum ersten mal Lee Fung-Yees Karma.

Kein schöner Anblick…


(Links: An Andy Laus Gummianzug hat man sich erstaunlich schnell gewöhnt! | Rechts: Big kann das Karma anderer Leute sehen. Nicht immer eine schöne Angelegenheit.)

Eins vorweg: Nein, Andy Lau hat seit Infernal Affairs (2002) nicht magischerweise 150 Kilo zugenommen und ist nun ein Muskelpaket. Ja, das ist ein Gummianzug. Man sollte den Film allerdings nicht daran messen, wie echt der Gummianzug Andy Laus aussieht. Denn Running On Karma hat weißgott mehr zu bieten. Zudem lässt Andy Lau mit seiner sympathischen Performance nichts unversucht, den Gummianzug immer mehr in den Hintergrund rücken zu lassen. Und irgendwo passt er ja auch zu Running On Karma. Selbst für Hong Kong Filmfans ist Running On Karma ein völlig unerwarteter Genre Mischmasch. Mit Andy Lau und Cecilia Cheung in den Hauptrollen hätte man fast meinen können, Johnnie To liefert eine weitere RomCom ab, aber weit gefehlt. Running On Karma ist ein bisschen Romantik, ein bisschen Martial Arts, ein bisschen Cop Thriller, ein bisschen Komödie und viel buddhistische Grundweisheiten. Aber das beste daran:

Es funktioniert hervorragend.

Was Johnnie To und Wai Ka-Fai hier allein in den ersten 10 Minuten abfeuern spottet jeder Beschreibung. Man muss es gesehen und erlebt haben. Dabei ist Running On Karma keine Anhäufung von zusammengewürfelten Genres, sondern vielmehr ein vielschichtiges Ganzes, das insich glaubhaft erscheint und bis zum Schluss nichts an seiner Wirkung verliert. Running On Karma spielt regelrecht in einer Fantasiewelt, in der muskulöse Mönche an Häusern entlang klettern und die wahnsinnigsten Moves vollführen. Eine Welt, in der das Karma der Menschen allgegenwärtig ist und in der Big nur anfangs ein Quatschkopf zu sein scheint. Es verbirgt sich noch mehr in ihm und Andy Lau bringt das gut rüber. Überhaupt ist der sympathische Character des Bigs + Andy Lau ein winning Team. So macht man sich schon nach wenigen Minuten keine Gedanken mehr um den Gummianzug sondern will sich vielmehr an Big und seinen irrsinnigen Ideen, Geld zu verdienen, erfreuen.


(Links:Bisschen Romantik gibt’s obendrein | Rechts: Cecilia Cheung sieht in “Running On Karma” einfach mal wieder perfekt aus. Heiratsfaktor 150 %.)

Bis die nächste Szene erscheint, die brutaler nicht sein könnte, aber trotz der komödiantischen Elemente kurz vorher nichts von ihrer Wirkung verfehlt. Gerade in koreanischen Filmen fiel mir das oft negativ auf. Derart brutale Szenen in einer Komödie zu verwursten, das ist oft zuviel für mich. Bei Running On Karma wurde aber Wert auf Ausgeglichenheit gelegt und… keine Ahnung wie Johnnie To es macht, aber es stört nicht. Es kommt einfach etwas neues raus. Running On Karma ist alles andere als Mainstream und selbst für Hong Konger Verhältnisse ein gewagter Film. Kein Wunder, das To für einen echten To Film mindestens 5 kommerziell erfolgreiche RomComs produzieren muss. Aber solange Filme wie Running On Karma dabei heraus kommen ist mir das herzlich egal.

Klar, das da der Rest des Films auch stimmt. Besonders erwähnenenswert finde ich die gelungene Cinematography, welche nicht nur Chinas schöne Landschaften gut in Szene setzt, sondern vor allem die nächtlichen Szenen in Hong Kongs Straßen perfekt einfangen. Vor allem in der ersten Hälfte muss man bei so ziemlich jedem Shot wanken. Hervorragend unterstützt werden die Bilder von Cacine Wongs hervorragendem Soundtrack, der düster klingt, eingängig ist und fast so melancholisch daherkommt, wie der Soundtrack zu Running Out Of Time. Über die technische Ausführung (Manche Synthiestellen klingen etwas billig), ließe sich definitiv streiten, aber im großen und ganzen unterstützt der Soundtrack den Film meiner Meinung nach wunderbar. Gerade im Opening, wenn Big nackt durch die Straßen Hong Kongs rennt, während ein Inder auf der Flucht ist und dazu fast Silent Hill artige Geräusche ertönen, gibt das eine grandiose Stimmung.

Somit ist Running On Karma nicht unbedingt jedem zu empfehlen. Hong Kong Film Neueinsteiger könnten sich etwas verwirrt abwenden und den Film schnell als “Chinesenquatsch” abstempeln. Kenner des Hong Kong Films und erst recht Johnnie To Fans müssen sich Running On Karma anschauen, da sie garantiert noch nie etwas ähnliches sahen. Ein weiterer Johnnie To must have.

MUST HAVE.

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(Das hurengeile Filmposter)

Maniac Cop

Maniac Cop
(maniac cop | usa 1988 | william lustig | dvd: optimum home)

New York. Ein riesiger Kerl verkleidet sich als Polizist und ermordet wahllos Zivilisten. Die Stadt ist in Aufruhr. Doch könnte es sich wirklich um einen Cop handeln? Jack (Bruce Campbell) gerät unter Verdacht. Er versucht den wahren Täter zu finden.

Trashige Slasherklamotte produziert von Hollywoodlegende Larry Cohen, die selbst 1988 zirka 10 Jahre zu spät kam, um noch irgendeinen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, jedoch immerhin von William Lustig (mittlerweile Geschäftsführer vom Kult-DVD-Label Blue Underground) angenehm zügig und sauber inszeniert wurde. Dass sich allerdings um den Film so eine Fangemeinde gebildet hat, ist mir nicht ganz verständlich. Insgesamt handelt es sich zwar um akzeptable Unterhaltung, der Maniac Cop an sich bleibt aber als Bösewicht zu blass und unscheinbar, um Freddy Krüger und Jason Vorhees Konkurrenz machen zu können. Auch Bruce Campbell versprüht noch lange nicht das Charisma, welches ihn später in Filmen wie Army Of Darkness und Bubba Ho-Tep zur Ikone machen wird und ist hauptsächlich damit beschäftigt, in den meisten Szenen hilflos umherzublicken.

Schade, dass der eigentlich gar nicht mal so simple Plot nicht weiter ausgebaut wurde. Denn Matt Cordell (gespielt von Robert Z’Dar), obwohl als Terror-Bulle ziemlich furchteinflößend, ist eigentlich gar keine von Grund auf böse Figur. Sein persönlicher Konflikt wird nur oberflächlich angeschnitten; eindeutig eine verpasste Chance.

Fazit: Grundsolider Durchschnitt, zusätzliche Sympathiepunkte angesichts der Beteiligten.

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Rome

Rome
USA 2006 – 2007 | TV-Serie

Zum Inhalt brauche ich hier nicht viel schreiben, denke ich. Die meisten werden im Geschichtsunterricht wohl mitbekommen haben, wer Ceasar ist und kennen bestimmt auch die eine oder andere historische Figur, welche in der Serie vorkommt. Ansonsten: einfach nachlesen! Wink Die bekannten Ereignisse werden jedenfalls aus der Sicht zweier fiktionaler Charaktere erzählt, die sich anfangs als Soldaten ihr Brot verdienen, aber ob ihrer Zuverlässigkeit und dem hohen Bodycount immer mehr und immer öfter mit den wirklich Mächtigen in Kontakt kommen…

Rome ist eine perfekt ausgestattete Mammutproduktion, deren allgemeine Aufmachung selbst den Vergleich mit so großen Hollywood Blockbustern wie Gladiator nicht scheuen braucht. Die Kulissen sind schlichtweg atemberaubend für eine TV Serie! Der Ansatz der Produzenten ist zugleich aber eine willkommene Abwechslung, da von dem allgemein bekannten Rombild in Film & Fernsehen nicht mehr viel übrig bleibt. Die in den meisten Verfilmungen vorherrschende, saubere und prunkvolle Darstellung weicht einer rohen und dreckigen (und geschichtlich gesehen wahrscheinlich exakteren) Umsetzung, in der einfache Bürger auch tatsächlich in der sprichwörtlichen Gosse leben. Dies geht einher mit sehr viel Gewalt und vielen F-Words – zumindest im Original. Dazu dann noch eine Prise Sex (auch mit Stallburschen und unter Geschwistern Pen ), gepaart mit niedrigen Moralvorstellungen und perfekt ist die kontroverse, superproduzierte Serie, die ein gutes Script und tolle Schauspieler hat und alle Beteiligten , ob der grandiosen Einschaltquoten so reich macht, dass sie sich alle ein Dreamcast Zip-Drive leisten können…

Tja, leider ist das alles nicht ganz so aufgegangen. Die Serie ist ohne Frage toll und macht sehr viel Spaß. Die Story ist überraschend spannend (man kennt ja eigentlich alles aus dem Geschichtsunterricht … mehr oder weniger) und bietet ein paar schöne schockierende Momente. Aber leider war das ganze nicht besonders erfolgreich und machte wohl niemanden so wirklich reich. Es war einfach zu teuer. Die Produzenten mussten – trotz guter Quoten! – nach Staffel 2 die Serie canceln.

Meines Erachtens ist das aber eigentlich ganz gut so, denn obwohl die Kulissen usw. zwar perfekt waren, gab das Ganze nach 2 Staffeln einfach nicht mehr viel her für weitere Folgen. Die die letzte Story Arc in Agypten z.B.wirkte auf mich eher langweilig und stellenweise ziemlich lächerlich und einfallslos.

Aber ansonsten ist alles im Lot und man hat eine hervorragende Serie mit nicht zu vielen Folgen, die über weite Strecken sehr begeistern kann. Und da Titus Pullo einfach der geilste ist und Marc Antony sogar als zugedröhnter Lustknabe Kleopatras sehr lustig ist, gebe ich:

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Ach ja, ich vergaß fast zwei sehr gute Gründe, einzuschalten oder die DVD Box zu kaufen:

 

Sie sehen in Bewegung besser aus…~_~

Eureka

Eureka
USA 2006 – 2007 | TV-Serie

Auf den ersten Blick könnte man fast meinen, Eureka sei eine ganz normale, süße Kleinstadt in Amerika. So mit vielen konservativen Menschen, mit Knarren unter’m Kopfkissen, jungen Cheerleadern und Jungs im Footballteam, die in der Mall abhängen. So wie man sich das halt vorstellt als vorurteilbehafteter Europäer. Aber in Wirklichkeit sind dort alle Genies der Nation versammelt, um alle möglichen und unmöglichen Experimente zu machen, zum Wohle der amerikanischen Bevölkerung aka der Regierung. In genau dieses Szenario verschlägt es den Deputy Marshall Jack Carter, der als völlig Normalsterblicher nicht nur damit zu kämpfen hat, dass sein Intelligenzquotient bedeutend unter dem Durchschnitt liegt. Er wird widerwillig zum Sheriff des Nests ernannt und muss sich mit den nicht gerade gewöhnlichen Problemchen der Bevölkerung auseinandersetzen…

Endlich mal wieder eine positive, nette Sci-Fi Serie! Das war das erste, was mir durch den Kopf schoss, als ich die erste Folge zu Ende geschaut hatte. Eureka ist in diesem Sinne sehr old-school und atmet den Geist von Star Trek Serien wie The Next Generation, ist also nicht so düster und mit möglichst vielen psychologischen Abgründen gespickt wie die meisten modernen, aktuellen Serien (Battlestar Galactica z.B). Das ist auch cool, auf jeden Fall, aber manchmal möchte ich zumindest leichte Unterhaltung für Zwischendurch. Und das wird hier auf jeden Fall geboten! Nette kauzige Charaktere, seltsame Erfindungen und so etwas wie eine kleine Verschwörung im Hintergrund, die nur sehr spärlich aufgedeckt wird. Die meisten Folgen sind aber in sich abgeschlossen.


Die Effekte sind ganz nett, hat man aber auch schon besser gesehen, trotz der Emmy Nominierung für „Outstanding Special Effects“… Die Besetzung ist hervorragend und macht den Charme der Serie aus. Colin Ferguson ist einfach sehr lustig und spielt den etwas unbeholfenenen Sheriff Carter sehr symphatisch und überzeugend. Neben ihm fällt noch Joe Morton als der durchgeknallte Wissenschaftler Henry auf. Sally Richardson-Whitfield ist einfach nur noch Eye Candy und Jordan Hinson ist ab Staffel 2 auch super cute und das mit nur 16 Jahren. Da geht noch einiges, wenn die Serie weiterläuft…

Insgesamt mag ein bisschen die Substanz fehlen, aber nicht jede Serie muss philosophische Fragen behandeln und super deep, dark und gritty sein. Staffel 2 läuft momentan in den USA und die Rechte für Deutschland hat Pro7 erstanden.

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