Indomie – Rasa Ayam Panggang (Chicken BBQ Fried Noodles)

Ramen für 70 Cent, die dann auch noch als “Jumbo” angepriesen werden. Kann das qualitativ was sein? “Indomie” heißt die – wer hätte das gedacht – indonesische Firma, die diese “Rasa Ayam Panggang” (Chicken BBQ Fried Noodles) auf den Markt gebracht hat.

Die erste Überraschung beim Öffnen der Verpackung – es stehen gleich zwei kleinere Tütchen mit jeweils zwei bzw. drei weiteren Unterteilungen zur Verfügung. Während die braune (Soja-?) Sauce einen surreal süßen Geschmack hat, geht es bei der roten Paste mit Chili- und Pfeffergeschmack schon sehr zur Sache. Die getrockneten Gemüsestückchen zeigen das typische Ramen-Bild: Frühlingszwiebeln, Karotten und sonstiges Grünzeug.

Nach kurzer Einwirkzeit das überraschende Ergebnis: Angenehmer Geschmack, obwohl die Nudeln ein wenig zäh wirken. Könnten ein bisschen mehr “durch” sein, auch wenn man das weder durch die Einwirkzeit noch durch die Temperatur des Wassers beeinflussen kann. Auf der anderen Seite sind sie nicht zu dünn, sondern sind dank der Breite relativ spaßig zu essen und zu kauen.

Fazit:
In der Tat hat es den Namen “Jumbo” verdient. Für 70 Cent bekommt man mehr Nudeln als bei vergleichbaren Produkten und alleine das optische Auftreten der zwei Tütchen mit abgetrennten Saucen-Zutaten und weiteren Ingredienzien macht einiges her. Der Gemack ist gut, auch wenn sich nichts überwältigendes präsentiert.

 

Chinesische Süßkartoffel-Ramen

Made in China. Na endlich mal wieder Ramen aus China. In der Übersetzung werden sie im schönen Engrish als “Sofortige Susskartoffelnudeln (Heisse Topfgeschmack)” angekündigt. Klingt schonmal vielversprechen. Aka niemand weiß so richtig was man sich darunter vorstellen sollte.

Die eckige Verpackung weist eine unüblich rund geknickte Form auf, was auf ein rundes Nudelnest schließen lässt. Und in der Tat, ein erster Blick in der Verpackung fällt auf das unüblich (braun-dunkelgrün) gefärbten Nudeln die auch noch ziemlich wenig erscheinen. Aber der Schein trügt! Die zweite Überraschung stellen die beiden Verpackungen mit Suppenkonzentrat und Chili in einem Beutel sowie eine Reihe von Sojabohnen (!) dar.

Der erste Geschmackstest ist wirklich überraschend. Bissige Nudeln, attraktive Schärfe über dem Standard-Niveau. Die Sojabohnen sind eine nette Beigabe und weichen sich schön in dem heißen Wasser auf, ohne lapprig zu werden. Geschmacklich geben sie aber keine Note zum Gesamtgericht ab.

Fazit:
Trotz dem ersten Eindruck, es wären zu wenig Nudeln, macht der 75-Cent-Beutel angenehm satt. Wenn es sich um ein Frühstück handeln. Ein Impulskauf der sich wirklich gelohnt hat und den Abenteuerkäufer belohnt.

Geschmack:
Kleina Döna! Kleina Döna! Kleina Döna! Kleina Döna! Döner - null Punke!

Schärfe:
Kleina Döna! Kleina Döna! Kleina Döna! Kleina Döna! Kleina Döna!

Verpackung:
Kleina Döna! Kleina Döna! Kleina Döna! Kleina Döna! Döner - null Punke!

Zubereitung:
Kleina Döna! Kleina Döna! Kleina Döna! Döner - null Punke! Döner - null Punke!

Vegan:
Ja

Inhaltsstoffe:
Nudeln: Raffinierte Süßkartoffeln, Kartoffelstärke; Suppenbasis: Raffiniertes Palmenöl, Bohnensoße, Salz, gebratene Sojabohnen, Cili, Mononatrium Glutamat, Annissamen, Fenchel;

Wartris


(Neben dem Title- sowie Gamescreen seht ihr in den Credits noch einen rotierenden Donut aus Gold. Das war’s auch schon, was die Grafik angeht.)

Wartris (PS1 NTSC/JP)

Tjo. Ein Homebrewn Game auf der Playstation 1. Gecodet von Team PISS. Kennt ihr nicht? Macht nichts.

Es ist halt einfach ein Tetrisclone der zum normalen Singleplayermodus auch noch einen Warmode anbietet. Den Warmode kennt ihr evtl. schon aus anderen Tetrisvarianten. Dort werden eurem Gegner, wenn ihr Erfolgreich min. 2 Reihen auflöst, selbige dazu geaddet. So einfach ist das. Sonstige Specials gibt’s keine, dafür aber einen hurengeilen Soundtrack. Inwiefern der allerdings beim Download dabei ist, kann ich nicht sagen, da ich damals eine CD gebrannt zugeschickt bekam. Jedenfalls rockt er ungemein und ich überlege ihn einfach mal zu rippen.

Tjo, eines der besseren Tetrisgames auf der PS1.

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Download:
http://www.hellfire.de/Hellfire/Playstation/Demos/hauptteil_demos.html

Home Sweet Home

Home Sweet Home

Junges Paar zieht in neue Mietwohnung in einem Hochhauskomplex. Blöd nur, das dort eine sicke Frau in den Lüftungs- und Fahrstuhlschächten haust und es auf des Pärchens junges Kind abgesehen hat. Sie klaut ihn alsbald und dann muss die Mutter (Der Vater wird selbstverständlich früh schon ausgeschaltet) ihn halt wiederfinden. Zwischendurch kommt noch die herzergreifende Geschichte der Schachtfrau zu Tage und es kommt zu einem fulminanten Showdown.

Nun gut, das mit der Frau im Schachte war wahr, das mit dem fulminanten Showdown allerdings nicht. Der Film schleicht so vor sich hin, ziemlich früh schon kommt es zum Diebstahl des Kindes und man fragt sich, wie nun die “Horrorelemente” eingebaut werden. Zurecht, denn danach gibt es so gut wie keine mehr. Alle, im übrigen nur mittelmäßigen, Horrorszenen werden schon in den ersten 5 bis 10 (!) Minuten verbraten. Danach gibt’s nur noch Closeups vom tollen Makeup der Schachtfrau zu sehen und etliche Rückblenden bzw. andere Dinge.

Einzig und allein ist der kleine Junge hervorzueben, dessen Gejaule, Wimmern und Schauspiel im allgemeinen ziemlich überzeugt und süß anzusehen ist. Lam Suet spielte mal wieder unverändert. Einfach nice. Ansonsten gab’s nicht viel zu sehen. Langeweile kam auf und als man nach 20 Minuten schon wusste, wie der Film ausgeht, konnte man sich nicht mehr wirklich auf etwas freuen.

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3 Penen, weil Shu Qi einfach sexy ist (und noch 2 weitere super sexy Damen mitspielten). Ansonsten hätte es nur 2 gegeben.

United 93

United 93
(aka “Flug 93″; nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls erschienen “flight 93″. ..da soll noch einer durchblicken. ~_~)

Ein Film über die dramatischen Ereignisse der Terroranschläge des 11. September 2001, die die Welt veränderten. Komplett ohne auf das Geschehen in New York einzugehen, steht hier der Flug “united 93″ im Mittelpunkt, dessen Flugzeug übernommen wurde und womöglich in das weiße Haus stürzen sollte, was aber dank einer Bordrevolte der Passagiere, die dafür mit dem Leben bezahlten, verhindert wurde.
Ja. Das hört sich alles recht heroisch oder schmalzig an. Seit diesem Film weiss ich, dass Menschen solche Themen tatsächlich so behandeln können, dass man geschichtliche Inhaltsangaben dieser Art nicht alle in eine Schublade stecken darf.

Der Film spielt wechselt seine Szenen zwischen Flugzeug, Luftfahrbehörde, diversen Towern und dem Sondereinsatzkommando der nationalen Sicherheit ab. Man wird in die Geschehnisse eingeführt, lernt die Charaktere (allesamt keine bekannten Schauspieler aber evtl. gerade deshalb sehr real wirkend) kennen und bekommt dank hevorragender Schauspieler, packender & gezielt plazierter Musik und nicht zuletzt wegen der manuellen Kameraführung und dem kompletten Verzicht auf Computeranimationen das Gefühl dabei zu sein.
Noch ist alles ist noch in Ordnung. Der Flug hat eine Verspätung, beim Tower hält man noch das ein oder andere Schwätzchen und die spätere Meldung über ein entführtes Flugzeug erregt nicht die Panik, die man vermuten mag. Alles geht weiterhin sehr routiniertl seinen Weg. Spätestens wenn das WTC getroffen wird ändert sich die Stimmung, bis sich schliesslich Panik ausbreitet. Doch erst Gegen Mitte bis Ende des Films spielt die Übernahme und der darauf folgende Aufstand die absolute Rolle und die Spannung nimmt, obwohl man das Ende kennt, dramatisch zu.

Es ist wirklich nicht zu fassen wie Greengrass (Regie) es schaffte einen Film über diesen Tag zu drehen, der weder mit dummen Sprüchen, noch patriotischem Szenen daherkommt. Die Neutralität mit der er diesen Film drehte ist das plus, dass mich völlig vergessen ließ, dass es “nur” ein Film ist, der evtl. nicht mal der Wahrheit entspricht (ich bin ja der Meinung, dass das Flugzeug abgeschossen wurde.. aber das ist ein anderes Thema). Das alles ist egal. Man hat nicht den Hauch einer Chance sich den Geschehnissen, den Gefühlen der Entführten zu wiedersetzen.
Greengrass wollte für die Hinterbliebenen ein filmisches Monument schaffen und er hat meiner Meinung nach die Vollkommenheit eines solchen erschaffen.

Ich sah den Film nun gestern das 3. mal innerhalb kürzester Zeit. Ich dachte, dass ich dem Ganzen nun relativ gelassen gegenüber treten würde aber es war mir nicht möglich.
Ich brauche mir definitiv keinen einzigen weiteren Film über den 11. September anzuschauen um zu wissen, dass er schlechter sein wird.

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Egoshooter und Matando Cabos

Egoshooter

Nein, kein Film über die Videospielkultur, wie man vielleicht annehmen könnte. Es geht einfach um diesen Typen, Jakob, der große Teile seines Lebens auf Video festhält. Es geht um Frauen, Eltern, Pflegeeltern, Geschwister und die eigenen, kleinen Unzulänglichkeiten, die einem selbst so anhaften. Das Problem ist, der Film verzichtet auf eine Struktur, d.h. es ist einfach einen Aneinanderreihung von kurzen, wenig zusammenhängenden Episoden. Rob gefiel das z.B. überhaupt nicht. Mich störte das wenig, denn je mehr man von Jakob so sieht, desto mehr will man über ihn und sein Umfeld erfahren. Ich hätte am liebsten noch 4 Stunden weitergeguckt, aber der Film ist leider nur knapp 80 Minuten lang.

Es ist so ein typischer liebe-oder-hasse-ihn Kaliber. Meine Wertung von drei Penen ist also sehr subjektiv. Rob hätte ihm vermutlich keinen einzigen gegeben, weil er ihn langweilig und eben vollkommen zusammenhangslos fand. Ich denke aber, dass man unter der Herangehensweise, dass es kein Film im normalen Sinne ist, ihn durchaus genießen kann.

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Matando Cabos

Der kommt aus Mexico und ist wirklich wirklich gut, da die Story unglaublich geil ist und mit so vielen Twists daherkommt, dass ich irgendwann einfach nicht mehr mitkam, welcher Typ jetzt in welchem Kofferraum von wem entführt wurde. Es geht lose um eine Entführung eines großen Firmenbosses, um den Vater von einem der beiden Entführer zu rächen. Dieser hat sich nämlich fast 20 Jahre für seinen Chef aufgeopfert und hat nie auch nur ein bisschen Anerkennung dafür erhalten. Blöderweise werden Vater und Firmenchef bei der Entführung verwechselt denn Vater zog sich Klamotten von Firmenchef an, der in seinem Büro durch einen Streit mit einem Angestellten (der nebenbei die Tochter des Firmenchefs poppte und sich nur entschuldigen wollte), auf einen Golfball trat, umkippte und nun bewusstlos ist. Angestellter entscheidet sich also mit Kollegen, den halbnackten Firmenchef mitzunehmen und irgendwo auf ne Straße zu legen, damit es so aussieht, als ob er sich besoffen hätte. Und da haben sich die Probleme schon unter den Himmel gestapelt. Und es wird noch viel, viel schlimmer.

Und so weiter und so weiter. Dann gibt es da noch eine riesen Party, einen Wrestler, einen nervigen Vogel und einen Kannibalen, der Tony heißt und irgendwie hängen alle zusammen, was ich hier aber nicht verraten möchte. Es wäre eh zu kompliziert.

Bitte angucken.

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Borat

Borat

Nach reiflicher Überlegung muss ich sagen, das ich Borat gut fand, allerdings funktioniert er als Film nur schwer. Klar gibt es einen roten Faden, eine Story, einen Plan den Borat und sein Kollege Azamat haben. Azamat will eine Dokumentation über die USA drehen. Borat hingegen verliebt sich in Pamela Anderson und will nach Kalifornien. Zu ihr. Das Problem ist, das der Film allerdings überwiegend aus eigentlich zusammenhangslosen Szenen besteht. Einmal besucht er eine Feministengruppe, einmal einen ehemaligen General oder eine Knigge-Lehrerin, die ihm gute Manieren beibringen will. Diese Szenen sind insich wunderbar und richtig lustig teilweise, aber passen halt nicht ganz in einen Film. Zumal manche einfach nur wenige Minuten kurz sind.

Tjo anyway. Nie hätte ich gedacht, das man mich im Kino noch so shockieren könnte. Shockierend waren weder die Judenjagd in seinen Dorf, noch die ständigen Sticheleien gegen die Zigeuner. Shockierend waren besagte Nacktszene zweier Männer und eine Szene mit Pamela Anderson. Beide stellen imho die Höhepunkte des Films dar und deswegen will ich sie nicht weiter spoilern. Ich frage mich nur ernsthaft wie sie das hätten anstellen sollen und glaube nach wievor – zusammen mit ein paar anderen Szenen – nicht an deren Authentizität. Da wurden entweder Doubles oder Special Effects benutzt. Anders kann ich mir das nicht erklären. Sollte jemals deren Echtheit bewiesen werden, so muss ich umgehend kotzen und Borat meinen absoluten Respekt zollen.

~_~

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Re-Cycle

Re-Cycle

Buchautorin Ting-Yan ist eine erfolgreiche Schriftstellerin, die gerade an ihrem dritten Buch arbeitet mit dem Namen “Re-Cycle”. Als sie das Buch zu schreiben beginnt, bemerkt sie, dass ihr alles was sie aufschreibt selbst passiert. Nach einer Reihe seltsamer Ereignisse in ihrer Wohnung landet sie tatsächlich in einer komplett fremdartigen Welt.

Re-Cycle hätte das beste Horrordrama des neuen Jahrtausends werden können: Mit superdicken Bildern, einer großartigen Storyidee, tollen Schauspielern, aber vor allem eins: Einer ziemlich nachdenklich stimmenden Aussage. Was der Film letztendlich bloß besitzt sind die superdicken Bilder. Aber, und jetzt kommt’s: Ich kann die meist vernichtenden Kritiken trotzdem nicht ganz verstehen. Wie bei Silent Hill schon reichen eigentlich allein schon die Bilder aus, um die Story voranzutreiben.

Die Idee ist natürlich die: In der “Re-Cycle” Welt landen alle Gegenstände, Lebewesen und Gedanken die die Menschen vergessen oder verlassen haben. Es ist der Schrottplatz der weggeworfenen Spielsachen aus der Kinderzeit, der Toten, die längst vergessen wurden aber auch derjenigen, die nie eine Chance hatten zu leben. Das verworfene Manuskript zum Bestseller landet hier ebenso wie deine Großmutter.

Die Pang Brothers hätten dem Film eine echte kraftvolle Aussage verleihen können, die den Bildern gerecht wird. Leider verbringen sie den Großteil des Films damit, Hauptdarstellerin Angelica Lee (deren emotionales Spektrum sich meist auf einen “Verwundert und schockiert von links nach rechts schauen”-Blick beschränkt) von einer abgefahrenen Szene zur nächsten zu jagen. Das hat beinahe Videospielcharakter und wird manchmal echt trivial blöde (“Passiere diese Brücke mit angehaltener Luft!”), doch die Bilder, wie ihr vielleicht erahnen könnt, machen beinahe alles wett. Was hier aufgetischt wird ist der reine Hammer – nicht nur aus technischer Sicht – die Spezialeffekte machen neuen Hollywoodblockbustern locker Konkurrenz – sondern vorallem auch aus kreativer. Stets fragt man sich, welche sicken Einfälle die Pang Brothers als nächstes auf die Bildfläche treten, und da wird man nicht nur einmal seine Kinnlade wieder in die Ausgangsposition zurückbewegen müssen.

Es wird kaum erklärt, was da eigentlich geschieht, man kann sich darauf rausreden, dass es dem Film die Mystik bewahrt und Fragen absichtlich offen lässt, aber vermutlich haben sich die Drehbuchautoren einfach darauf verlassen, dass die Bilder den Zuschauer flashen. Ja, die Story ist dünn, und es ist echt sehr, sehr ärgerlich darüber nachzudenken wieviel mehr man daraus hätte machen können…
Aber was soll’s. Die Pang Brothers machen dennoch ein paar nette moralische Andeutungen und drücken auch ein paar Mal auf die Tränendrüse (und die Grenze zum Kitsch ist nicht weit); sie inszenieren den Film mit tollen Kamerafahrten, dazu gibt es nice Musik und perfektes Sounddesign. Überraschenderweise ist dann sogar das Ende eine ziemlich interpretationsabhängige Angelegenheit, was ich eigentlich gar nicht mehr erwartet hätte.

Wenn man bedenkt, dass ich im Hinblick auf die im Internet verfügbaren Rezensionen einen noch viel seichteren Film erwartet habe, bin ich jedoch mehr als zufrieden. Re-Cycle besticht durch seine Bilder, ist sich unsicher, ob er eigentlich mehr als nur das tun will (und schön wäre es gewesen). Da muss man für sich selbst entscheiden, ob einem die magere Story als Vorwand für die Visuals ausreicht.
Für mich steht fest: In Sachen Unterhaltungsfilm gibt es dieses Jahr vermutlich nichts geileres aus Asien. Nichts.

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Throwdown

Throwdown Hong Kong 2004

Eigentlich habe ich dem hervorragenden Review unseres renommierten Filmkritikers N. Werner nichts mehr hinzuzufügen. Aber ich fühle mich Herrn To Schuldig, doch noch etwas zu schreiben, wenn er sich schon die Mühe macht und so einen hurengeilen Film aus dem Arm schüttelt.

Herr Werner beschrieb die Grundstimmung von Throwdown sehr passend: Um Judo an sich geht es in dem Film nichtmal. Sondern mehr…um das Leben selbst. Wie der versoffene Loser und einstiger Judochamp Sze To (Louis Koo) aus seiner Apathie aufwacht und wieder lernt zu leben. Warum er zu diesem Wrack wurde, wird nie klar. Es ist auch völlig egal. Nicht um den Fall geht es, sondern um das Aufstehen, sozusagen.
Dabei sind die Kampfszenen an sich auch nicht ohne. Nur ein Johnnie To schafft es, die chaotische Homoerotik eines Judomatches ästhetisch ansprechend und cool aussehen zu lassen. Auch sonst immer wieder fabelhafte Bildkompositionen. Dieser Film sieht einfach hurengeil aus. Er ist cinematographische Perfektion.

Ein weiteres To-Trademark sind immer wieder die ein oder zwei besonders originellen Szenen in jedem Film. In Breaking News war es das komplett ohne Schnitte auskommende, mehrere Minuten dauernde Anfangsshootout. Hier ist es die Szene in der Bar, in der jeder Charakter mit einem Bekannten an unterschiedlichen Tischen redet, wobei alle Einzelgespräche ineinander geschnitten sind. Für den Zuschauer konfus, merkt man erst bei mehrmaligem Anschauen wie genial diese Szene eigentlich konzipiert ist.

Und dann eben noch die anderen “kleinen” Dinge die den unglaublichen Charme von Throwdown versprühen, sei es die Luftballon-Szene oder der immer präsente, augenzwinkernde Humor. Dazu noch der grandiose Soundtrack und herauskommt einer von Tos besten Filmen. Ich muss mich selbst dafür schlagen, dass ich diesen Film so lange hinten angestellt habe.

Nicht jeder wird mit den oft sehr abgehoben wirkenden Dialogen bzw. dem generellen Thema des Filmes klarkommen, aber wer sich darauf einlässt, den erwartet ein unvergleichliches Erlebnis, dass am Ende nur noch ein Lächeln auf dem Gesicht zurücklässt. Hier muss ich mal das Review von LoveHKFilm zitieren, welches den Charakter von Throwdown super auf den Punkt bringt: Throwdown is not an action film, nor a comedy, nor a drama. It’s just a Johnnie To movie. And quite frankly, that’s enough for me.

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Where A Good Man Goes

Where A Good Man Goes Hong Kong 1999

Michael (Lau Ching Wan) ist ehemaliger Gangsterboss, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde. Er ist sauer auf eine Menge Leute, darunter auch seine Frau, primär, weil sie ihm Geld schulden. Eigentlich nur, um vorübergehend ein Dach über dem Kopf zu haben mietet er sich ein Zimmer im International Inn in Macau, geführt von der Witwe June (Ruby Wong). Der eigentlich sehr griesgrämige Michael beginnt sich, mit June und ihrem Sohn anzufreunden und versucht, ein für alle Mal mit seiner Gangster-Vergangenheit Schluss zu machen. In die Quere kommt ihm dabei vorallem der gemeine Bulle Fat Karl (Lam Suet).

Die Story vom Kriminellen, der auf rechte Pfade zurückzukehren versucht, dabei aber immer wieder von seiner Vergangenheit eingeholt wird, ist alles andere als neu. Johnnie Tos unspektakuläre, bodenständige Umsetzung dieser Idee steht im Gegensatz zu den sonst eher reißerischen Versionen (z.B. Jingle Ma’s “Goodbye Mr Cool”), ist dadurch aber um ein vielfaches authentischer und stimmiger.

To braucht keine tausend Schießereien um von Michael zu erzählen: Lau Ching Wan als cholerischer und einsamer Kerl steht mit seinen spontanen Wutausbrüchen schon mal an der Grenze zum Overacting, doch unterstreicht damit die Entwicklung, die sein Charakter im Laufe des Filmes durchmacht. Warum die eigentlich kühle June immer wieder auf ihn zukommt, obwohl er sich ihr gegenüber die meiste Zeit wie ein Kotzbrocken verhält, ist nie ganz klar – irgendwo in ihm muss sie den guten Kerl sehen, der er ist. Da liegt auch ein kleiner Schwachpunkt des Films, denn der eigentlichen Interaktion zwischen Michael und June hätte etwas mehr Raum nicht geschadet.

In Where A Good Man Goes gibt es keinen tatsächlichen Storyverlauf, der die Charaktere von A zum Ziel B führt. Den Großteil des Filmes sieht man Michael, wie er Geld aufzutreiben versucht, auch, um Junes verschuldetes Inn zu retten. Man sieht von Schicksalsschlägen und Irrtümern gezeichnete Losertypen, die irgendwie im Leben klarkommen müssen, dadurch findet man jeden von ihnen sympathisch und bringt Verständnis auf. Am Ende lernt selbst Arschloch-Cop Fat Karl aus seinen Fehlern.
Tatsächlich ist dieser Film vermutlich der lebensbejahendste im ganzen Milkyway-Programm. Selten kann man in einem To-Film über die Figuren lächeln (die Romcoms mal ausgenommen), und schon das macht Where A Good Man Goes zu einem Unikum. Wer Action und Spannung sucht, ist hier definitiv an der falschen Adresse – die schönen Bilder Macaus und die mehr als guten Schauspielleistungen lassen das jedoch schnell vergessen.

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