Über elend

elend lebt in China, spielt am liebsten simple Retrospiele in Pixeloptik und schreckt auch nicht vor Filmen mit Untertiteln zurück.

Bullet In The Head

BULLET IN THE HEAD
john woo | hong kong | 1990

Hong Kong 1967. Die drei Freunde Ben (Tony Leung Chiu-Wai), Frank (Jacky Cheung) und Paul (Waise Lee) leben in ärmlichen Verhältnissen, sind aber relativ glücklich, da sie einander haben. Nichts kann ihre Freundschaft brechen. Als Ben beschließt seine durchaus sehr sexy aussehende Freundin zu heiraten, macht sich Frank auf, um sich Geld zu leihen. Das anstehende Hochzeitsbankett will schließlich auch bezahlt werden. Leider fällt Frank – kaum das Geld in der Tasche – direkt in die Hände von Ringo, der ihm erst einmal ordentlich eine Flasche gegen den Kopf knallt, da Frank ihm eigentlich noch Geld schuldet. Blutend beim Hochzeitsbankett angekommen, kann Ben nicht weiter zusehen und zusammen suchen sie Ringo auf. Es kommt zum Kampf und Ringo stirbt. Aus den Freunden sind nun Mörder geworden.

John Woo ist ja eigentlich total overrated. Zwar ist er für geniale Filme wie The Killer oder A Better Tomorrow mitverantwortlich, aber die Filme davor konnte man in die Tonne treten und die Filme danach erst recht. Von seinen Hollywood Eskapaden mal ganz zu schweigen. Aber dafür sind die wenigen guten Filme von ihn dann auch wirklich gut. Bullet In The Head ist einer von ihnen. Ursprünglich war BITH, wie ich ihn von nun an nennen werde, als A Better Tomorrow Teil 3 geplant, aber aufgrund von Streitigkeiten mit Tsui Hark oder was weiß ich, kam es nicht dazu. ABT 3 wurde ein hurenlamer Film und BITH ein ziemlich geiler Streifen über die Freundschaft dreier Hong Konger Jungs, die in den Wirren des Vietnamkrieges auf die Probe gestellt werden soll.


(Links: Das Hochzeitsbankett von Ben und dessen super süßer Freundin | Rechts: Die Ereignisse am Tiananmen Platz inspirierten Woo zu dieser Szene.)

So lässt sich der Film fast in zwei Teile teilen. Einmal die Geschehnisse in Hong Kong (Wenn auch kurz) und einmal die Action in Vietnam. Anfangs könnte man noch meinen einen der zahlreichen Hong Konger Bloodshedfilme zu schauen, aber schon mit der Ankunft in Vietnam wird klar: Jetzt wird’s sick. BITH ist imho mit der emotionalste und dadurch auch der brutalste Film von John Woo. Gerade die Szenen in Vietnam lassen, im Hinblick auf die realen Hintergründe, ein mulmiges Gefühl in einem zurück und wissen, trotz Jacky Cheungs Overacting, wo sie einen treffen müssen. Hier bekommen John Woos Zeitlupen eine ganz andere Funktion. Die Coolness ist plötzlich weg und musste den Platz tauschen mit blankem entsetzen. Auch der exorbitante Einsatz von Blut wirkt hier eher für die Aussage anstatt der Optik, geschweige denn Coolness. Krieg ist ernst, Krieg ist brutal, Krieg ist erbarmungslos. Das wollte John Woo zeigen und genau das kommt rüber. Dabei wirken die Szenen gottseidank nicht aufgesetzt, sondern passen sich relativ gut in den Handlungsstrang ein. Außer Krieg in Vietnam, gibt es da noch die schon angesprochene Freundschaft der drei Hong Kong Chinesen. Diese bekommen wir unmittelbar mit, da es fast keine Minute im Film gibt, ohne mindestens zwei der Freunde im Bild zu haben. Wir sahen sie zusammen in Hong Kong, als noch alles in Ordnung war. Ja, sogar Waise Lee durfte etwas lachen. Wir erleben ihre Flucht nach Vietnam, die Schießereien, die Flucht in Vietnam vor den Soldaten des Vietcongs. Bis zur 131sten Minute kleben wir an den drei Jungs und können nicht anders, als mit ihnen mitzufühlen, sie zu verstehen und sie zu mögen.


(Links: Die Schießerei in der Bar ist einfach die dickste | Rechts: Simon Yam als teils gayer, aber trotzdem cooler ex-CIA Agent.)

Das ist sicherlich nicht nur dem Drehbuch zu verdanken, sondern auch zu einem großen Teil den Darstellern, die alle vier Veteranen des Hong Konger Kinos sind. Vier? Genau. Simon Yam ist noch dabei und spielt so homoerotisch er nur kann. A… ab… absolut überzeugend. Einzig und allein Jacky Cheung fällt hin und wieder durch sein absolut krankes Overacting negativ auf, aber evtl. passt es auch zum Charakter. Wer weiß. Gerade am Schluss sehen einige Szenen dank ihm leider etwas unglaubwürdig aus. Der Rest, Tony Leung Chiu-Wai und Waise Lee, sind geil wie eh und jeh und trotz dem etwas unpassendem Setting für einen Tony Leung Chiu-Wai fügt dieser sich nahtlos in das Geschehen ein und überzeug mal wieder auf ganzer Linie.

Die Inszenierung der Schießereien ist, wie von Woo eben gewohnt, ziemlich nice, ziemlich detailliert, ziemlich dreckig, ziemlich blutig, ziemlich abgefahren. Einzig und allein der Angriff der Amerikaner wirkt etwas komisch und lässt zusammen mit dem Ausrutscher des Soundtracks eher “Missing In Action” oder “Rambo” Stimmung aufkommen, was meiner Meinung nach nicht so recht passt. Ansonsten ist der Soundtrack aber recht gelungen. Es gibt wieder ein schönes Main Theme, welches auch bis zum Ende ausgequetscht wird, wo es nur geht. Aber hätte schlimmer kommen können.

So ist der Penenabzug einzig und allein Jacky Cheung zu verdanken, welcher einfach zu over the top ist. Ansonsten überzeugt BITH auf ganzer Linie und lässt einen so schnell nicht los. Definitiv John Woos bester Film, bevor er sich dazu entschied in Hollywood nur noch Kotze auf Zelluloid zu bannen.

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Ayreon – Intro The Electric Castle

AYREON AYREON AYREON
i n t o . t h e . e l e c t r i c . c a s t l e
Arjen Anthony Lucassen

Ein riesen Donnerhall erschallt, als Zeit und Raum kollidieren. Acht verschiedene Menschen, aus jeweils verschiedenen Epochen der Zeitgeschichte gepickt, finden sich plötzlich in einer unbeschreiblichen Dimension wieder. Eine mysteriöse Stimme leitet die 8 Menschen durch verschiedenste Prüfungen bis zum “Electric Castle”. In besagtem Schloss, welches aus ihren eigenen Ängsten und Träumen besteht, angekommen, müssen sie das Tor zurück zu ihren jeweils eigenen Jahrhunderten finden. Werden sie überleben?

Und… wer ist diese Stimme?

Edwin Balogh als Roman
Sharon den Adel (Within Temptation) als Indian
Jay van Feggelen als Barbarian
Fish (Marillion) als Highlander
Anneke van Giersbergen (The Gathering) als Egyptian
Arjen Anthony Lucassen als Hippie
Edward Reekers als Futureman
Damian Wilson als Knight
Robert Westerholt (Within Temptation) als Death
George Oosthoek (Orphanage) als Death
Peter Daltrey als “The Voice”


Der Mastermind hinter dem ganzen: Arjen Anthony Lucassen

Mit einem wahren Donnerschlag fängt dann auch der erste Track an. Und das in zweierlich Hinsicht. Der Knall ist storytechnisch der Anfang des Albums und weist zudem darauf hin, was da noch kommen wird: Das dickste “Ayreon” Album bisher. 1998 von der 1 bis 2 Mann Band “Ayreon” released, stellt “The Electric Castle” ein sogenanntes Concept Album dar. Das heißt nichts weiter als das alle Liedtexte einer durchgängigen, chronologisch geordneten Story angehören. Durch den progressiven, rockigen Stil wird es auch hin und wieder als “Space Opera” oder gar “Rock Opera” bezeichnet. Beides irgendwie passend wie ich finde. Das tolle an “Electric Castle” sind die Dialoge, welche die acht Protagonisten singen. Im Gegensatz zu Hip Hop oder Punk laden die Texte hier auch endlich zum aktiven Reinhören ein. Durch klare Aussprache, wundervollen Gesang und nicht zuletzt der Thematik, das Suchen und Finden von menschlichen Emotionen, muss man sich endlich mal der Texte nicht schämen, versteht diese auf Anhieb und zeigt sogar Interesse daran.

Was Arjen Anthony Lucassen hier auf die Beine stellte ist meiner Meinung nach einfach das vollkommendste, am dicksten produzierteste und wundervollste Concept Album der letzten Jahre. Es stimmt einfach alles. Angefangen bei den Coverillustrationen, bei denen Arjen endlich professionelle Hilfe in Form von Jef Bertels in’s Boot holte und sich nicht, wie bei seinen 2 Alben davor, auf Computergenerierte und offensichtlich von Praktikanten erstellte Grafiken verließ. The Electric Castle bekam das sorglos rundum Paket spendiert in Form eines eigens für das Album angefertigen Gemäldes des “Electric Castles” und zahllosen Aquarellen und Zeichnungen für das Booklet. Der erste Eindruck stimmt also.


Endlich sorgfältig ausgewählt: Die Coverillustrationen durch Artist Jef Bertels aus Belgien

Der zweite Eindruck ist auch schnell gefestigt. Schon bei Track 1 hört man direkt, das hier Wert auf Produktion gelegt wurde. Das Album ist derart perfekt abgemischt und “dick” aufgenommen, das es einen förmlich umhüllt. Nichts ist zu laut, nichts ist zu leise. Alles ist an seinem Platz und so, wie es klingen soll. Die Gitarren und Drums sind wuchtig, aber auch zarte Synthieklänge und vor allem Oldschool Instrumente, wie Chello, Violine und Sitar (?!) kommen zur Geltung. Dazu ein richtig wuchtiger Bass, sowohl aus dem Synthesizer, als auch vom E-Bass. Gerade die klassischen Instrumente geben den nötigen Kontrast zum progressiven Synth-Rock und klingen einfach super harmonisch, ohne irgendwie “aufzufallen” oder “gezwungen” zu wirken.

Dazu kommen die acht Protagonisten, welche von namhaften Sängern und Sängerinnen der Heavy und Rock Szene verkörpert wurden. Von bluesigen, tiefen bis knabenhaften Männerstimmen wird hier fast jedes Spektrum abgedeckt. Auch zwei Frauen haben es mit an Bord geschafft und bieten so gesangstechnisch genug Abwechslung. Gerade die Dialoge der verschiedenen Personen untereinander gefallen mir in den Liedern sehr. Die grandiosen, teils epischen (Garden Of Emotions) Melodien lassen jede möchtegern “Nordic Symphony Metal” Band alt aussehen und kommen dank der schon angesprochenen dicken Produktion erst richtig zur Geltung. Besonders gefällt mir auch die eher unkonventionelle Art der Songs. “Electric Castle” läuft nicht strikt nach Lehrplan ab, wie etwa Songtext, Refrain, Songtext, Refrain, fertig. Teils minutenlange Intros bereiten einen behutsam auf die bevorstehenden Texte / Songs vor und zwischendurch, oder am Schluss oder eben am Anfang gibt es immer wieder Instrumentale Moment, die gerade den tollen Instrumenten und deren perfekte Inszenierung zugute kommen.

Mal schauen, ob ich alles habe…

Konzeptalbum = hurengeil
Gesang = hurengeil
Produktion = hurengeil
Cover = hurengeil

Ja, ich glaube das war alles, was es dazu zu sagen gibt. Bitte kaufen. 2004 kam übrigens eine Special Edition des Albums heraus. Ich selbe habe ein schniekes Digipack erwischt, aber das scheint nicht die besagte Special Edition zu sein, denn auf dieser sind angeblich noch Making Of Quicktimefiles drauf. Sehr nice.

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Nintendo DS

Nintendo DS lite
2 0 0 6 n i n t e n d o

Am 26 Januar 2006 wurde der Nintendo DS lite einer staunenden Öffentlichkeit vorgestellt. Staunend, weil er relativ kurz nach dem ersten Modell erschien und dadurch nicht überall für Jubel sorgte. Neben den zwei viel helleren und kräftigeren Screens war vor allem das Design neu und verbessert. Die Optik erinnert nun dezent an Apple, das Mikrofon befindet sich endlich in der Mitte des Schaniers und von außen umhült den DS eine transparente Plexiglasschicht, die Klavierlackeindruck entstehen lässt. Einfach nur edel. So war der DS lite dann auch endlich der passende Anlass, mir einen DS zu kaufen, nachdem ich schon lange damit geliebäugelt hatte. Aufgrund der Vielzahl von 2D Titeln, die durch die innovative Touch Screen Steuerung mein Interesse weckten, war nun klar: Ein DS muss her. Auf genau diese Steuerung will ich dann auch gleich einmal zuerst eingehen, da sie meines Erachtens die eigentliche Revolution darstellt. Der DS hätte ganz einfach auch ohne zweiten Screen funktioniert, imho.


Der DS geschlossen und sanft eingepackt in das Hori Ledercase, welches ziemliche Ähnlichkeit mit den berühmt berüchtigten Moleskines Notizbüchern hat.


Touch me!

Gegen alle meine vorherigen Bedenken funktioniert die Touchscreen Steuerung einfach tadellos. Auch nach über einem Jahr des Betriebes stellen sich keine toten Stellen (etwa an den Rändern) im Touchscreen ein und er ist präzise genug eine Vielzahl von Möglichkeiten zu eröffnen. Die Eingabe von Namen / Schrift, das Antippen von auch noch so kleinen Objekten, das Navigieren mittels Stylus, etc. pp. Dabei reagiert der Touchscreen schon auf leichtes Drücken, wodurch eine lange Spielsession nicht in einem zerkratzten oder gar zerdrückten Screen endet. Sicher, wer dumm genug ist, der schafft es auch, diesen Screen zu zerstören. Oder seine Wiimote in den TV zu schmeißen. Aber das ist ein anderes Thema.

DS

Der Dual Screen. Ziemlich gewöhnungsbedürftig und – imho – eigentlich auch fast unnötig. Über 80 % der DS Software nutzt den zweiten Screen lediglich als Statusanzeige und ganz harte Burschen, wie z. B. Rockman, lassen ihn gleich ganz aus. Nur wenige schaffen es, ihn sinnvoll zu nutzen oder durch den zweiten Screen völlig neue, spielerische Möglichkeiten zu eröffnen. Dabei sind die Screens ansich aber klasse. Mega hell, selbst auf niedrigster Helligkeitsstufe und satte Farben. (Gute) 2D Grafik auf dem DS sieht ganz einfach atemberaubend aus. Die Auflösung ist dann auch erfreulicherweise höher, als die des GameBoy Advance, aber mit 256 x 192 noch weit entfernt von 320 x 240. Durch die größe der Displays von 61 x 46 mm wirkt hier aber weder etwas zu klein, oder zu groß.

2D/3D

Durch seine Vielzahl von 2D Titeln ist der DS für mich natürlich gleich doppelt interessant, stellt er doch mittlerweile die letzte wirklich ernstzunehmende Bastion für 2D Titel dar. Das halbe 2D Spiel, das alle 2 Jahre auf der PS2 erscheint oder gar den GP2x kann man da, schon allein aufgrund der Qualität der DS Erscheinungen, nicht wirklich ernst nehmen. Dabei reicht die Qualität des DS Lineups leider auch von inferior über mediocre bis hin zu superior. Aber selbst, wenn man sich nur mit der Superiorbarkeit des Spielelineups beschäftigt, wird man kaum mit dem Spielen hinter her kommen.

Der Fairness halber will ich aber auch auf die 3D Fähigkeiten des Nintendo DS eingehen. Auf dem Papier und er recht bei den Spielen unterliegen diese ganz klar der Sony PSP. Was aber nicht heißt, das die 3D Spiele scheiße aussehen. Im Gegenteil, durch ihr spartanisches Auftreten wirken sie für mich schon wieder Reizvoll (Erinnert mich an PSone Grafik teilweise) und läuft in den meisten Fällen sogar flüssig ab. Hier gibt’s einfach nur Polygone, Texturen und sonst nix. Kein HDR Rendering, kein Mipmapping, keine Texturinterpolation, einfach nur grobe 3D Grafik. In die Fresse sozusagen. Wer sich damit anfreunden kann und aus heutiger Sicht PSone Grafik noch interessant findet, der wird auch auf dem DS mit 3D Spielen seine Freude haben.

System

Ansonsten bietet der Nintendo DS lite uns ein bedienerfreundliches, fast schon idiotensicheres Menü, in welchem man Datum und Uhrzeit einstellen kann, mittels Pictochat und Wi-Fi Connection Penise malen und diese auch an seine Freunde verschicken kann und die Möglichkeit ein Multiplayerspiel mittels Download zu beginnen, anstatt zwei Cartridges kaufen zu müssen. Das ist längst überfällig gewesen und evtl. eines der nicesten Features des DS. Das er GameBoy Advance Spiele frisst und somit Rückwärtskompatibel ist, ist da fast schon eine Selbstverständlichkeit und ist mit einer der Gründe, warum niemand an einem DS vorbei kommt. Außer natürlich er ist völlig bescheuert und kauft sich eine Sony PSP.


Der DS offen. Bereit für jedwede Schandtaten.


Aber es ist nicht alles Klavierlack, was glänzt. Es gibt ein Manko, welches mich beim DS richtig stört. Bei Spielen, die komplett ohne Stylus auskommen, bekommt man Schmerzen in den Händen, da der DS alles andere als ergonomisch ist und nur bedingt gut in der Hand liegt. Das Steuerkreuz ist für meinen langen Daumen viel zu weit links, wodurch ich meinen Daumen ganz nach links schieben muss oder den DS nur in den Fingern und nicht der Handfläche halte und somit Halt verliere. Des Weiteren bohren sich die scharfen Kanten des DS ziemlich krass in die Handflächen, was sich nach einer geraumen Zeit negativ bemerkbar macht. Das Hori Ledercase gibt schafft da ein klein wenig Abhilfe, da es dem DS mehr Fülle verleiht, aber so wirklich komfortabel ist das für mich immer noch nicht. Ansonsten ist der Volume Schieberegler noch etwas wackelig und zu sensitiv, aber man sollte eh nur auf voller Lautstärke spielen. Pen

Kurzum: Der Nintendo DS ist einer der nicesten Handhelds der letzten Jahre, da er mittels Touchscreen ein paar interessante neue Spielideen hervorgebracht hat, sich mit Stylus einfach bedienen lässt und der dahinter steckenden Power in eine Region der 2D Spiele vordringt, die vorher nur dem Super Nintendo (oder gar dem Saturn) vorbehalten waren. Der hervorragende Softwaresupport tut sein übriges. Bitte kaufen, ASAP.

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Alone

A L O N E
แฝด
Thailand 2007 | Regie: Banjong Pisanthanakun, Parkpoom Wongpoom

Pim (xD das deutsch-thailändische (?) Popsternchen Masha Wattanapanich) lebt zusammen mit ihrem Ehemann Wee (xD Vittaya Wasukraipaisan) in Südkorea. Ihr Leben verläuft seit dem Verlassen Thailands eher ruhig und ohne Zwischenfälle. Bis sie eines Tages einen Anruf aus Thailand bekommt und zurück muss. Ihre Mutter liegt nach einem Herzinfarkt im Sterben. Kaum in Thailand angekommen beschleicht sie ein ungutes Gefühl. Vor 10 Jahren noch hatte sie eine Schwester namens Ploy. Sie waren siamesische Zwillinge und Ploy starb bei dem Versuch beide zu trennen. Nur Pim überlebte und sieht nun Geister. Ihre Schwester etwa?

Das es so schnell gehen würde, hätte ich nicht gedacht. Vor geraumer Zeit stellte Penance die Frage in den Raum, wie man am besten Reviews schreibt. Dabei ging es unter anderem auch darum, was man nun am besten in’s Review mit rein packt. Ich dachte anfangs noch, das mich dieses Schicksal ohnehin nicht so schnell ereilen wird, aber tjo. Heute soll es soweit sein. Denn wie schreibe ich ein Review zu Alone? Schreibe ich zu wenig vom Inhalt, klingt es wie ein lamer Film. Schreibe ich zu viel ist es nicht mehr überraschend. Was tun? Ihr müsst mir also echt vertrauen, wenn ich sage, das Alone ziemlich geil ist.

Obwohl der Film ruhig anfängt, kommt er ziemlich schnell zur Sache. Pim muss wieder zurück nach Thailand, weil ihre Mutter im Krankenhaus liegt. Und zurück nach Thailand will Pim eigentlich eher ungern. Denn sie weiß ganz genau, was sie erwartet. Vor 10 Jahren starb Ihre Schwester beim Versuch beide zu trennen und in Südkore konnte Pim immerhin vor der Vergangenheit etwas flüchten. Nicht so in Thailand. Das alte Elternhaus, welches etwas an das Anwesen in Tale Of Two Sisters erinnert, Ploys Klamotten, der Duft, der in der Luft liegt – einfach alles erinnert sie an Ploy. Und schnell merkt Pim und wir, das da noch jemand ist und irgendwas von Pim will. Schon ab Minute 10 werfen die Regisseure, die schon für Shutter verantwortlich waren, düstere Momente, Schockszenen und den Geist in den Raum, ohne uns groß darauf vorzubereiten. Das ist anfangs nicht weiter schlimm, da die Gruselmomente eher konventionell daher kommen. Da darf der bellende, irgendetwas vorahnende Hund genauso wenig fehlen, wie der berüchtigte Blick in den Badezimmer Spiegel. Dazwischen aber finden wir immer wieder Szenen, die man so noch nicht zu sehen bekam und einem positiv im Gedächtnis bleiben. Genau an diesem Punkt darf auch nicht zuviel verraten werden, da nichts über das jungfräuliche Schauen dieses Filmes geht. Hier hören wir am besten auf und vergeben am besten schon die Penen.

Naja fast. Über die handwerklichen Eigenschaften von Alone kann und muss ich ja noch ein Wörtchen verlieren. Die Cinematographie von Niramon Ross, welcher schon für Shutter und The Dorm die Kamera schwang, ist – mal wieder – absolut sagenhaft, insich stimmig, farblich einfach nur wundervoll und mit viel viel DOF ausgestattet. In Shutter zeichnete sich schon ab, das hier jemand am Werk ist, der sein Handwerk versteht und in The Dorm gab’s dann die Bestätigung. Der Mann kann was, der Mann schafft es normale Szenerien wie Krankenhäuser bei Tag und einem eigentlich schönen alten Anwesen ganz ohne zuviel Schwarz oder gar Nebel fürchterlich aussehen zu lassen. Besonders hervorgehoben sei hier die Szene mit der halbtoten Mutter, die einem nur durch die Änderung der Beleuchtung am Set eine Gänsehaut beschert.

Wie Augen, so werden auch gleichermaßen die Ohren verwöhnt. Für das Sounddesign war Vanilla Sky verantwortlich und es hörte sich fast so an, als hätten jene auch schon bei Shutter ihre Finger am Computer gehabt. Was hier Soundmäßig abgeht, ist Highquality eerie Musik, bzw. Geräusche, die nie Klischeehaft klingen und richtig bumsen, wenn’s sein muss. Wer diesen Film nicht laut schaut, der verpasst ca. 50 % der Atmosphäre.

Kurzum, wem Shutter schon gefiel, dem ist Alone selbstverständlich erst recht an’s Herz zu legen aber auch wem Shutter zu… sagen wir wenig neues bot, auch dem sei Alone empfohlen.

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Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert

Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert
(confessione di un commissario di polizia al procuratore della repubblica | italien 1971 | damiano damiani | dvd: koch media)

Der im Irrenhaus Einsitzende Lipuma wird mysteriöserweise freigelassen. Zwei Tage später stirbt er bei einer Schießerei im Anwesen des Unternehmers Lomunnos, ursprüngliches Ziel des Anschlags. Polizeikommissar Bonavia (Martin Balsam) untersucht den Fall. Dann schaltet sich auch der junge Staatsanwalt Traini (Franco Nero) ein, er glaubt fest an die Unfehlbarkeit der Justiz. Es stellt sich jedoch heraus, dass Bonavia in den Fall auf besondere Art verwickelt ist. Trainis Misstrauen wächst mit jedem Tag.

Damiano Damianis Der Clan… wirkt stellenweise wie eine weniger clevere – und weniger mutige – Version von Costa-Gavras’ Z, der zwei Jahre zuvor mit seiner pessimistischen und kompromisslosen Darstellung korrupter Machtstrukturen als besonderer Meilenstein in die Geschichte des politischen Films einging. Allein dieser Vergleich lässt den Clan nicht im schlechten Licht stehen. So gewann er doch im Jahr seiner Erscheinung den Hauptpreis des Moskauer Filmfestivals und wurde – nach Franco Neros Aussage – in mehr Länder verkauft als die Werke Leones und Fellinis es taten. Doch es bleibt ein wenig die Schwierigkeit, sich in die Situation der damaligen Zeit hineinzuversetzen, in denen diese Filme beim Publikum noch für weitaus größeren Aufruhr sorgten. Heutezutage ist das anders: Kritik an Regierung und Gesellschaft ist selbst in Hollywood-Blockbustern Gang und Gäbe, in manchen Fällen sogar zum selbstverständlichen Plotdevice geworden.

Dass sich hinter dem Clan dennoch ein durchaus lohnender Film verbirgt, ist vor allem in Damianis Herangehensweise zu begründen, die Kritiker als “kommerziell” oder “populistisch” abtun könnten: Die emotionale Konsequenz steht bei ihm an höchster Stelle. Der vergebliche Kampf gegen Korruption und Machtmissbrauch findet seinen Ausdruck in Bonavias verbittertem Gesicht, und am Ende auch in seinen Taten. Damiani schafft keine Distanz zum Geschehen, will auch nicht politische Komplexe in ihrer Gesamtheit ergründen. Er belegt exemplarisch am Einzelschicksal (siehe auch Töte Amigo) und bewegt den Zuschauer zum Mitleid – und damit zum Nachdenken. Den Vorwurf der Oberflächlichkeit und Vereinfachung kann man Damiani somit durchaus machen. Dass er jedoch gerade so ein größeres Publikum erreicht als mit akademischer Abstraktion, spricht unabhängig davon vor allem für seine Qualitäten als Filmemacher.

Weitere Erwähnung verdient der großartige Martin Balsam, Dreh- und Angelpunkt des Films. Wie er allein mit wenigen Gesten und seinen Gesichtsausdrücken eine derart humanistische Ausstrahlung verkörpert, ist absolut einmalig, sodass selbst Franco Neros übliches Charisma ein wenig untergeht. Und Riz Ortolanis einprägsames Titelthema tut sein Übriges, um die bedrückende Stimmung noch weiter zu steigern. Auch wenn am Clan, der seine Feinde lebendig einmauert eindeutig der Zahn der Zeit genagt hat – als filmhistorisches Dokument aus einer Zeit der Unruhe und des Umbruchs bleibt er auch heute noch höchst empfehlenswert.

Bonavia: Wo wohnen Sie?
Traini: Hier in der Nähe.
Bonavia: Passen sie auf, an einem der nächsten Tage könnte aus dem Hahn in ihrem Badezimmer Blut laufen. Oder sie bemerken eine defekte Stelle im Mauerwerk. Sie kratzen – und was kommt zum Vorschein: Ein Finger. Oder ein Auge.

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(Wer sich übrigens diesen bescheuerten dt. Titel ausgedacht hat, gehört in die selbe Zelle gesperrt, die bereits den Schöpfer von “zwei abgewichste Profis” beherbergt.)

Explosive City

E X P L O S I V E . C I T Y
Simon Yam | Alex Fong

Ein Mensch namens Mr. Yong (Tung-Cho Cheung) erreicht irgendeinen nicht näher beschriebenen Flughafen. Aus nicht näher erläuterten Gründen, findet ein Attentat auf ihn statt. Es schlägt fehl, da Polizist Chi-Shing Cheung (Simon Yam) ganz toll ist und Mr. Yong zur Seite stößt. Bei der Flucht der Attentäterin (Hisako Shirata) fällt diese dümmlicherweise von einer Mauer und haut sich ihren schönen Kopf an. Danach erinnert sie sich an nichts mehr. Ihr Aufenthalt im Krankenhaus ist zu gefährlich, also soll sie in das örtliche Polizeirevier gebracht werden. Da bekommt Polizist Yiu (Alex Fong) plötzlich eine Videonachricht (Fullscreen) auf seinen Laptop (Total flüssig, versteht sich). Seine Frau und sein Sohn sind in der Gefangenschaft nicht näher beschriebener Terroristen, angeführt von einem sogenannten Otosan (Sonny Chiba). Und dann geht’s irgendwie noch darum Alex Fongs Sohn wieder zu finden. Und… sowas.


(Links: Mr. Cool (Sonny Chiba) | Rechts: Mr. Sex (Simon Yam))

Der Trailer zu Explosive City sah recht stylish und ebenso explosiv aus, wie der Titel vermuten ließe. Leider ist der eigentliche Film aber ein ganz anderer, nämlich ein ziemlich langweiliges Stück löchriger Käse. Von Anfang an hat man Probleme zu folgen, da wenig erklärt wird und das, was am Ende erklärt wird, hat schon fast B-Movie flair. Da ist dieser Otosan, ein japanischer Terrorist, der Kinder kidnapped und sie mittels Hypnose zu einer Killerarmee aufzieht. Die Hypnose geschieht sichtbar im Film unter zuhilfenahme einer… Hypnosebrille. Ohne Witz. Ansonsten sieht man Alex Fong ziemlich angespannt von einem Schauplatz zum anderen fahren oder rennen und immer im Schlepptau die junge Japanerin, die anfangs zwar noch ausschließlich Japanisch spricht und versteht, im Laufe des Films dann aber einfach zu Kantonesisch wechselt und damit keine Probleme mehr hat. Das alles wäre zu verzeihen, wenn wenigstens Action abgehen würde, aber leider wird überwiegend nur gebabbelt oder es passiert rein gar nix. Shootouts gibt es zwar, die sind aber eher Mittelmaß und werden nicht nur die wackelnde Kamera, sondern zudem durch den überaus langweiligen Soundtrack unnötig abgewertet.


(Links: Es wird viel geplappert. | Rechts: Und sogar etwas geschossen.)

Nach dem Trailer dachte ich, das Explosive City wenigstens ein normaler Hong Kong Actionfilm ist, der nichts neues versucht, nicht an die ganz großen des Hong Kong Actionkinos anknüpfen kann, aber einen zumindest unterhält. Leider falsch gedacht. Ja nichtmal die Cinematographie kann da noch etwas retten. Offensichtlich wurde der Film stehts bei bewölktem Wetter gedreht und gute, bzw. stylishe Perspektiven sieht man nur selten. Kein Wunder, das der so schnell in Deutschland auf DVD erschien.

Langweilig von vorne bis hinten.

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A-1

A-1
H E A D L I N E

Ling (Lee Sinjie) arbeitet als Journalistin in der Fashion Rubrik beim “Citizen Star”. Eines Tages hat ihr Ex-Freund – ebenfalls Reporter beim gleichen Blatt – einen tödlichen Autounfall. Die Schuldeneintreiber Fei (Anthony Wong) ein Ex-Cop und Ma (Eric Kot) ein Ex-Häftling werden zufällig Zeugen der Szene. Sie geben Ling erste Hinweise: Das sah nicht nach einem Unfall aus. Ling fängt an zu investigaten und kommt schnell darauf, das ihr Ex-Freund kurz vor seinem Tode an einer großen Story arbeitete.

Wird die Wahrheit an’s Licht kommen? Spannend, bis zum Schluss!

Naja fast. A-1 fängt recht rasant an. Die Stimmung ist mysteriös, die Bilder ebenso und schnell wird klar: “Heilige Scheiße! Hier haben wir es mit etwas ganz großem zu tun!”. Diese Stimmung wird auch über die erste Hälfte des Filmes ganz gut gehalten nur… sackt sie dann rapide ab. Es ist einfach nichts mehr los, das Ende absehbar und so wirkliche Spannung kommt einfach nicht mehr ganz rüber. Das Ende ist dann zugleich das traurigste am Film. Zu sanft ist die Auflösung, zu unschockierend die trueste aller truen Wahrheiten. Man sitzt unweigerlich da und denkt sich: “Hä? Das war’s?”. Im echten Leben würde einem ein Stein vom Herzen fallen, das nichts schlimmeres passierte, aber wenn man sich fast 2 Stunden einem Film widmet, dann will man ganz einfach etwas mehr.

Allen voran Anthony Wong und Lee Sinjie retten den Film vor’m totalen Untergang. Beide überzeugen mit angenehm zurückhaltenden, symphatischen und stets überzeugenden Performances. Was man von Eric Kot nicht ganz behaupten kann. Recht lustig zwar, aber etwas übertrieben kommentiert er das Geschehen auf der Leinwand und wirkt was wie ein Sidekick. Imho unpassend für einen Film dieser Art. Aber dafür haben wir ja Lee Sinjie, die nicht nur sexy, super skinny, sexy, wunderschön, hübsch, symphatisch und natürlich sexy ist, sondern zudem auch noch schauspielern kann. Und das nicht zu knapp. Da fällt sogar Shawn Yue kaum weiter (negativ) auf.

Schade schade. Ein guter Thriller, der mal nicht im Gangstermilieu Hong Kongs spielt, wäre echt wünschenswert gewesen. Aber der krasse Durchhänger nach der zweiten Hälfte macht ihn fast unansehbar. Aber gut, das Anthony Wong mitspielt. Dafür und die erste Hälfte der dritte Pimmel. :Q

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Bayside Shakedown

Bayside Shakedown
Katsuyuki Motohiro | Japan 1998

Es hätte ein ganz normaler Tag im Wangan Police Department werden können, wäre da nicht in einem Fluss eine Leiche aufgetaucht. Ihm wurde, wie sich herausstellt, der Bauch aufgeschnitten und ein Teddybär darin platziert. Die Wangan Police Force Truppe um Aoshima (Yuji Oda) würde sich auch gerne an die Ermittlungen machen, wenn da nicht plötzlich das Metropolitan Police Department mit einer kompletten Delegation an Hardware und Personal das Wangan Police Department stürmen und gehörig Chaos in die lokale Polizei bringen würde. Der Grund: der Polizeipräsident wurde gekidnapped. Das zusätzlich auch noch in der Polizeiwache ein Dieb unterwegs ist, erschwert das ganze nur.


(Alter, geiler Fotostyle. So sah das im Film nicht ganz aus. Geil. Geile Fotos. Geil.)

Bayside Shakedown basiert auf der damals sehr erfolgreichen, japanischen TV Serie “Odoru Daisosasen” und brachte es mittlerweile zu immerhin zwei Kinofilmen und einem verwandten Spin-Off. Bereits das Intro des Filmes erinnert schon stark an eine Serie und um was es darin geht: Charakterportraits. Schießereien gibt’s hier so gut wie gar keine. Bayside Shakedown geht sogar so weit, das selten ein Polizist jemandem mit einer Waffe droht oder gar zuschlägt. Nichts desto trotz bleibt der Film spannend, was hauptsächlich an den drei einzelnen Stories liegt. Die Entführung des Commissioners, der Dieb im Polizeiquartier und die Leiche im Fluss. Während die Auflösungen jeweils etwas unspektakulär wirken, so bleibt anfangs die Spannung, ob und wenn ja wie die drei Handlungsstränge ineinander verwoben sind. Und immerhin hat der Film noch zwei ganz andere Punkte, die ihn symphatisch machen. Comedy und Charaktere.


(Alter, geiler Fotostyle. So sah das im Film nicht ganz aus. Geil. Geile Fotos. Geil.)

In den knapp 2 Stunden Laufzeit wird ausreichend auf die verschiedenen Insassen des Wangan Police Departments und deren Beziehung untereinander eingegangen und am Schluss des Filmes kommt man nicht ganz drum herum, min. zwei der Charaktere zu mögen. Und dann ist da noch der teils satirische, teils gesellschaftskritische und unterschwellige Witz im Film. Die ganz großen Lacher bleiben aus, dafür gibts oft genug Grund zum Schmunzeln und das fast durchgängig, wenn da nicht die ernsten Unterbrechungen zwischendurch wären. Bayside Shakedown ist somit nicht nur Komödie und sogar Drama, sondern Thriller zugleich. Dabei passen sich die ernsteren Szenen relativ nahtlos in den Rest ein. Besonders gefallen, hat mir eine Begegnung mit einem gesuchten Mörder, die fast schon richtig creepy war. Auch das Ende war etwas überraschend und richtig nice.

Katsuyuki Motohiro, der ja auch für meine Lieblingskomödie aus Japan – Space Travelers – verantwortlich war, gelang hier also ein durchaus sehenswertes Stück Film. Für die volle Anzahl an Pimmeln reicht es leider nicht ganz, da mir zu oft der “Serienstil” präsent war und der Film an manchen Stellen etwas schneller zur Sache kommen könnte. Da ist Space Travelers eben ein quentchen besser. Aber immerhin: Ich will nun Teil 2 sehen.

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Golden Chicken 2

Golden Chicken 2
Hong Kong 2003

Im Jahre 2046 verhindert die mittlerweile 82-jährige Prostituierte Kam (Sandra Ng) einen Selbstmord. Ein junger, gerade von seiner Freundin verlassener Mann (Chapman To), erträgt das Leben ohne Freundin nicht mehr und will Pillen schlucken. Eine perfekte Situation für die redselige Rentnerin, die sich gleich an die Arbeit macht und von ihrem turbulenten Leben als Prostituierte erzählt.

Mal wieder.

Ja also. Golden Chicken 2 fängt ungefähr genauso an, wie Teil 1. Der Ort ist lediglich die Zukunft, kein ATM Booth mehr sondern random Hochhausdächer über dem Hong Kong im Jahre 2046 und der Anfang ist immer noch ziemlich schrill, ziemlich peinlich und für HK Filmneulinge nur schwer verdaubar. Leider wird’s auch nicht mehr besser und mit dem Auftauchen von Kams Cousin (Jacky Cheung) sogar regelrecht weird. Nicht nur, das sie trotz Verwandtenstatus mit einander herummachen (Was mich ja sogar etwas geil machte), nein im späteren Verlauf des Filmes heiraten sie sogar und überhaupt ist Jacky Cheung ziemlich nervtötend. Overacting kann ja manchmal ganz gut passen und sogar von Nöten sein, aber hier raubt es einem den letzten Nerv. Da war der Haarfetischist in der ersten Hälfte des Filmes ja noch eine reine Wohltat. So wird Golden Chicken 2 nicht wie Teil 1 etwa besser, je länger er geht, sondern fast sogar weirder. Es fehlen irgendwie die Szenen der Identifikation mit den Hauptfiguren und ganz einfach die positive Stimmung, die Teil 1 noch aus machte.

So bleibt ein bitterer Nachgeschmack und einem beschleicht so langsam das ungute Gefühl, das man es doch hätte vorher wissen müssen.

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Golden Chicken 1

Golden Chicken
Hong Kong 2002

Kum (Sandra Ng) ist Prostituierte in Hong Kong und schlägt sich so durch’s Leben. Auf Ihrem Bankkonto befinden sich lediglich noch 98 HKD (umgerechnet 9 EUR), was aber gerade von Vorteil ist, denn sie befindet sich in einem Bankautomatenschalter und wird gerade von einem Kleinkriminellen (Eric Tsang) ausgeraubt. Bzw. eben nicht, weil nichts da ist. Und just bevor Täter und Opfer fertig mit diskutieren sind gibt’s einen Stromausfall, welcher beide in der Bank einschließt. Und wie sie nunmal ist, fängt Kum an zu erzählen. Von ihrem Leben in Hong Kong, den auf und abs und von den Zeiten, als es ihr noch besser ging.

2002 war “Golden Chicken” ein regelrechter Kassenschlager an Hong Kongs Kinos und der Anfang lässt einen noch grübeln, warum das eigentlich so war. Denn der Film kommt schwer in Gang. Anfangs wird zuviel Klamauk, zuviel – für westliche Leute – schwer verständlicher, bzw. alberner Humor dargeboten. Erst mit dem ersten großen Umschwung in Kums Leben, wird der Film ein klein wenig ernster, besser und fast zum Drama. Lacher werden weiterhin geboten, aber Director Samson Chiu lässt sich nun öfter mal Zeit für ruhige Momenten, die einem dann die Möglichkeit geben sich mit Hauptdarstellerin Sandra Ng zu identifizieren (Auch wenn’s schwer fällt) und sie einfach symphatisch zu finden. Auch wenn nach dem ersten Drittel mehr Ernsthaftigkeit und Gefühl in den Film kommt, so fällt es einem oft schwer ihn ernst zu nehmen. Nicht etwa, wegen der Gags, sondern vielmehr der Art, wie Kum – immerhin eine Prostituierte – mit ihrem Job umgeht. Irgendwie zu leichtfertig, zu unbeschwert kommt es einem vor und somit zu unrealistisch. Irgendwie hat man ständig im Hinterkopf, das eine Prostituierte nicht derart Spaß an ihrem Job haben kann. Erst recht nicht, wenn man den überaus fetten Kerl sieht. xD

Das aber nur am Rande. Ansonsten bleibt eine mehr oder weniger lustige Komödie mit genug Dramatik am Schluss, das der Film nicht im Klamaukpool Hong Kongs verschwindet und Gastauftritte gibt’s auch reichlich. Tony Leung Kar-Fai, Tiffany Lee, Chapman To und Andy Lau geben sich die Klinke in die Hand und manche erkennt man teilweise erst beim zweiten Hinschauen. Durchaus empfehlenswert, wenn auch nicht für HK Filmneulinge, die durch den Anfang etwas abgeschreckt werden könnten. Des Weiteren gibt’s viele sexy Chinesinnen zu sehen (Vor allem die Mainland Sisters sind einfach grandios) und überhaupt überzeugt Sandra Ng in ihrer Rolle voll und ganz.

Applaus!

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