The Chinese Feast

The Chinese Feast
Das Bankett Des Kaisers
Hong Kong 1995 | Tsui Hark

Law Kar-Ying ist Restaurantbesitzer in Hong Kong und bekommt eines Tages besuch von Xiong Xin-Xin, der sich mit ihm battlen will. Im Kochen. Die Aufgabe ist das sagenumwobene “Bankett Des Kaisers”, welches 3 Tage lang geht und aus über 600 Speisen besteht. Der Hauptpreis: 50.000.000 HKD für Law Kar-Ying. Verliert er allerdings, muss er sein Restaurant an Xiong Xin-Xin abgeben. Er willigt ein und… kriegt erst einmal einen Herzinfarkt. Seine Tochter Anita Yuen und der erst kürzlich eingestellte Ex-Triade und möchtegern Koch Leslie Cheung sind da nicht wirklich eine Hilfe. Er braucht Profis. Master Chef Kit ist neben Xiong Xin-Xin der einzige, der das Bankett des Kaisers zubereiten kann. Doch er ist mittlerweile eine Alkoholleiche, die alle Geschmackssinne bereits verloren hat.

Aus der Reihe “Als Tsui Hark noch nice Filme drehte” präsentieren wir euch heute das Bankett des Kaisers. Ein Lunar New Year Film aus Hong Kong, der Kochaction, viel Comedy und etwas Romantik in sich vereint. Und das ziemlich gut. Von Anfang an kann man sich mit den Charakteren vertraut machen, da Tsui Hark sich erstaunlich viel Zeit lässt alle Figuren zu introducen, noch bevor die eigentliche Story los geht. Das trägt viel zur späteren Atmosphäre im Restaurant und beim Wettkampf bei. Leslie Cheung ist leider im ersten Viertel des Filmes etwas nervtötend und knapp am Overacten, dafür bessert er sich gerade im späteren Verlauf, wenn der Film einen Tick ernster wird. Aber richtig im Gedächtnis bleiben irgendwie die anderen Darsteller, allen voran Anita Yuen als super cute, wirbelige, durchgeknallte Tochter des Restaurantbesitzers, welcher ebenfalls einen grandiosen Spagat zwischen fiesem Boss und sympathischem Kerl schafft.

Richtig geil geht es dann auch in besagten Kochszenen zu, welche uns gleich zu Beginn des Filmes klar machen: Dieser Film ist aus HK, hier wird nicht einfach nur gekocht, hier geht die Action ab. So erinnern die Kochszenen etwas an Martial Arts Filme. Es werden Messer geschwingt, Hackebeile geworfen, kranke Apfelschälmoves und super geheime Kochtricks vorgeführt, wie wir sie noch nie gesehen haben. Das sieht alles ziemlich lässig aus und macht einen Großteil des Spaßes am Film aus. Der restliche Spaß kommt eben von den Darstellern und dem Herz, welches in all den Szenen vor, hinter, unter und über dem Herd steckt.

Einen Pimmel muss ich leider dann doch abziehen, da einige Klamaukszenen etwas übertrieben wirken und es auch sind. Allen voran eine spezielle Szene mit einem 100 kg Fisch, die irgendwie lächerlich ist und nicht zu enden scheint. Aber da sieht man nach dem Abspann gerne drüber weg, da einfach ein gutes Gefühl zurück bleibt. Ein toller Lunar New Year Film eben (Ja, die gibt’s).

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Flash Point

FLASH POINT
hong kong 2007

Inspector Ma und Wilson sind recht gute Kumpels. Lame nur das der eine (Inspector Ma, also Donnie Yen) als Polizist arbeitet und der andere (Wilson, also Louis Koo) als verdeckter Ermittler in Gangsterkreisen verkehrt. So kann es schon einmal vorkommen, das Wilson von Inspector Ma verprügelt wird, damit seine Deckung nicht auffliegt. Wilson ist also ziemlich gut dabei und schaffte es mittlerweile als rechte Hand vietnamesischer Gangsterbosse zu arbeiten. So gelingt der Polzei ein Schlag gegen die Bande, wobei einer der drei Brüder festgenommen werden kann und Wilson leider von einem Auto ganz krass angefahren wird. Seine Deckung ist also dahin und wenn die 2 verbleibenden Brüder nicht zurück gekommen wären, um Wilson, der ja gegen den verhafteten Bruder aussagen soll, könnte sich Wilson so ein schönes Leben mit einer super super sexy aussehenden Hong Kong Chinesin machen. Aber tjo. So entführen sie also erst seine Freundin, damit er nicht aussagt, dann gibt’s bös Haue und Inspector Ma wird derweil immer wütender. Ich ahne schlimmes!!!

So oder so ungefähr ging die Story von Flash Point, dem neusten Actionkracher von Donnie Yen. Diese erstreckt sich über sage und schreibe 87 Minuten und vermeidet eigentlich nur durch die kurze Laufzeit langweilig zu werden. Kämpfe gibt es gar nicht sooo viele. Dafür sind sie umso unglaublicher, wenn sie erst einmal auftauchen. Selten sieht man in Filmen derart harte und realistische Außeinandersetzungen. Dabei fällt mir immer wieder Donnie Yens Judogerangel positiv auf. Donnie Yen, der als Action Choreograph fungierte und selbstverständlich auch höchstpersönlich mitprügelt, darf sich ruhigen Gewissens in die Reihe der Top Martial Arts Stars der Hong Kong Filmszene einreihen und ich hoffe, das er noch einige Filme dreht.

Nur wäre es schön, wenn er sich entscheidet. Wenn keine Story vorhanden ist, dann ist das gar nicht so schlimm. Dann muss man lediglich ein zwei Actionszenen mehr einbauen und ich bin zufrieden. Wenn die Story aber nicht viel hergibt, dann ist es natürlich lame, wenn die meiste (Eigentlich alle???) Action schon im Trailer verbraten wird und wir im Rest vom Film nur belangloses hin- und herfahren der Polizisten und böse dreinschauen seitens der Gangster sehen. Das hält mich nicht wach, das will ich nicht sehen. SPL machte es richtig und kombinierte Copfilm mit Martial Arts Extravaganza. In Flash Point fehlt mir eine Kleinigkeit.

Dafür rockte die Cinematographie ziemlich viele Ärsche. Einmal mehr wurde Hong Kong bei Tag, sowie bei Nacht ziemlich geil in Szene gesetzt. Der ganze Film ist ob seiner Düsterheit auf eine tolle Art farbenfroh, ohne wie Dragon Tiger Gate auszusehen und bietet eine sexy Einstellung nach der nächsten. Apropos sexy… wer Donnie Yen mag und sexy findet (Ich oute mich hiermit), der sollte Flash Point auf keinen Fall verpassen. Da er nicht viel zu Schauspielern hat, sieht man ihn in allerhand gut aussehenden Posen. Ob nackt, mit geilem Tanktop oder super geiler Lederjacke (kombiniert mit Jeans. Unschlagbar!). Donnie Yen ist einfach super sexy. Überhaupt ist jeder im Film sexy. Louis Koo kann gerade am Anfang zeigen, warum er als einer der most sexy HK Filmstars gilt, die Frauen sind sowieso sexy und WTF?!?! selbst Kent Cheng sieht handsome und gepflegt aus. Eine willkommene Abwechslung zu Lam Suets schwitzende Hackfresse.

Wobei ich doch lieber einen Johnnie To Film gesehen hätte. Hm.

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Divergence

DIVERGENCE
benny.chan.HK.2005

Detective Suen (Aaron Kwok) kann wohl bald Urlaub machen. Er ist gerade dabei einen (recht fetten) Kronzeugen, der gegen den industriellen Yiu (Gallen Law) aussagen soll, von Kanada nach Hong Kong zu überführen. Ein großer Fall und lange hat Detective Suen daran gearbeitet. Kaum in Hong Kong angekommen wird ihm der Kronzeuge allerdings vor seinen Augen weggeschossen. Der Scharfschütze kann entkommen. Wutentbrannt begibt sich Suen auf die Jagd nach dem Scharfschützen Koo (Daniel Wu). Es dauert nicht lange, da findet er heraus das ihm mit dem Scharfschützen mehr verbindet, als er glauben mag. Der Scharfschütze kannte nämlich Suens als vermisst geltende Freundin (Lee Sinjie)…

Achtung: Dieser Film ist mit Ekin Cheng.

Die Story von Divergence ist bisschen schwer in Worte zu fassen, ohne total scheiße zu klingen. Nicht zuviele, aber einige Handlungsstränge laufen hier parallel und laufen am Schluss mehr oder weniger zusammen. Das ist nicht neu, das ist auch nicht sooo super umgesetzt, aber immerhin verwirrt einen die Story um Detective Suen, den Scharfschützen Koo, den Industriellen Yiu und dessen Anwalt (Ekin Cheng!) nicht zu sehr und bleibt durchgehend spannend. Zum seichten Storyverlauf gesellt sich aber noch ein großes Manko hinzu: Aaron Kwoks vermisste Freundin. Dieser Subplot ist zwar alles andere als überflüssig, aber irgendwie weird produziert. Die Musik wird in den Szenen, in denen es um Suens Freundin geht, ziemlich übertrieben und kitschig und als würde Aaaron Kwok diese Musik kaum aushalten fängt er dann immer an zu Overacten. Also ziemlich krass. So krass, das es immerhin mich schon stört. Hinzu kommt, das wir den Subplot um seine Freundin irgendwie viel zu oft sehen.

Viel lieber schaute ich nämlich den anderen Handlungssträngen zu, die durchaus interessanter, toll gefilmt und spannend waren. Divergence schafft es immerhin richtig Style zu bieten. Die Gangster sind gewohnt böse, aber trotzdem schick angezogen, die Polizei irgendwie hilflos und brutal und Auftragskiller haben auch in Divergence fast vor nichts Angst. Das ist – mal wieder – gewohnte Kost, nichts neues also, aber trotzdem schön anzusehen. Dafür sorgt vor allem die durchaus dicke Cinematographie von… was weiß ich wem? Wo findet man das heraus? Ich will ihm einen Kuchen schicken, denn der dafür zuständige Kameramann setzte Hong Kong mit schön viel Farbfiltern, Tiefenunschärfe, Regen und Styleaufnahmen in Szene, die man von einem Benny Chan Film im ersten Moment so gar nicht gewöhnt ist. Gerade das Opening ist ziemlich nice geworden. Dazu gesellt sich der, mal von den melancholischen Momenten um Suens Liebeskummer abgesehen, durchaus hörenswerte und dick produzierte Soundtrack, der allerdings in einer Szene einen faden Beigeschmack hinterlässt, da man eine fast schon dreiste Kopie eines Songs des Akira Soundtracks hört. Wtf?

Aber geschissen drauf. Für mich überwiegen die Pros die Cons. So sehen wir zum Beispiel obendrein noch Eric Tsang, Lam Suet und Sam Lee in guten Nebenrollen und die Freundin Ning Jing des Auftragskillers ist sogar mit Glatze ziemlich sexy und cute. Trotz viel Geblubber und Story schaffte es sogar eine ziemlich gute Verfolgungsjagd (zu Fuß) in den Film. Alles in allem nichts neues, aber auch nichts schlechtes und imho ziemlich zu unrecht runtergebuttert. (*wein* der Film will Infernal Affairs sein *heul* Das klappt doch nicht *wein* Ekin Cheng *flenn* Ende ist doof *kreisch* Infernal Affairs Kopie *wein*, etc.)

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Armour Of God II – Operation Condor

Armour Of God II
OPERATION CONDOR
Jackie Chan | 1991 | Hong Kong

Jackie (Jackie Chan) ist der Asian Hawk, auch Condor genannt. Ein Abenteurer, der für eine entsprechende Bezahlung nach verschollenen Artefakten auf der ganzen Welt sucht. Von der UNO (?) bekommt er eines Tages den Auftrag nach ca. 240 Tonnen Nazigold zu suchen, welches selbige in der afrikanischen Wüste zurück ließen. Gemeinsam mit der Expertin Ada (Dodo Cheng) und Elsa (Eva Cabo de Garcia), der Enkelin eines deutschen Kommandeurs, macht er sich auf in die Wüste. Eine turbulente Jagd nach dem Nazigold beginnt.

“Armour Of God II – Operation Condor” war bis dato (1991) die teuerste HK Produktion. Das dürfte zum größten Teil an den großartigen Sets und Locations des Films gelegen haben. Wir sehen Jackie in der Sahara, in (höchstwahrscheinlich) Barcelona, komischen random Inseln und auf großartigen Setbauten wie dem arabischen Hotel in der Wüste und schließlich der unterirdischen Nazi Militärbasis. Ansonsten gibt’s das übliche: Sicke Synthiemukke, nervige (weibliche) Sidekicks und jede Menge grandiose Action – mit oder ohne Fäuste – von und mit Jackie Chan. Positiv fällt auf, das Jackie Chan eine wohldosierte Mischung aus Comedy, Story und Action fand. Sehr Indiana Jones like sehen wir anfangs erst einmal ein bisschen Action und lernen Jackie so in seinem Element kennen. Dem Zusammenklauben von Artefakten.

Dem ein oder anderen mag Jackie Chans Klamauk vor, während und nach den Actionszenen sauer aufstoßen, aber wirklich negativ fällt eigentlich nur der wirklich teilweise billige Score auf. Und manch einem auch die political correctness. Bzw. das nicht vorhanden sein selbiger. Hier werden Frauen reihenweise verprügelt und das Volk der Araber, sowie deren Kultur nicht wirklich realitätsgetreu und Klischeeüberladen vorgeführt. Sieht man darüber hinweg, bleibt einem nichts anderes übrig als den Film zu mögen, da er bis heute zu den besten Filmen von Jackie Chan zählt. Die Kreativität der Kampfszenen und Actionszenen ist über alle Zweifel erhaben und sogar der amount an Comedyszenen stimmt perfekt. Besonders hervorzuheben die Szenen im arabischen Hotel.

Nur Drunken Master II ist besser.

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Come Drink With Me

Come Drink With Me
(大醉俠 | hong kong 1966 | king hu | dvd: – )

Eine Bande von Dieben entführt den Sohn des Königs. Sie wollen, dass ihr Anführer aus dem Gefängnis befreit wird, sonst werden sie ihre Geisel töten. Doch diese ist zufällig auch der Bruder des legendären Kämpfers Golden Swallow (Cheng Pei-Pei). Er aka sie macht sich auf, die Bande zu zerschlagen, bekommt dabei aber unerwartet Hilfe von einem zunächst unscheinbaren betrunkenen Penner.

Nachdem sich meine Erfahrungen mit dem Wuxia-Genre bisher auf den beschissenen Hero beschränkt haben, und dieser mir auch sämtliches Verlangen nach mehr Filmen dieser Art raubte, wollte ich es nocheinmal versuchen, nachdem ich Ausschnitte aus Come Drink With Me in der bereits von elend reviewten Doku A Century Of Light & Shadow sah.

Und tatsächlich hat mir der Film gefallen. Generell wird er als Wuxia-Pionierfilm angesehen, jedoch noch (fast) ohne übertriebene übernatürliche Elemente wie fliegende Kämpfer. Es machen sich auch bereits erste Züge der typisch Hong Konger Actionchoreographie bemerkbar – überhaupt ist der Film wahnsinnig elegant verfilmt, die edlen Shaw Brothers-Sets tun ihr übriges, um dem Film einen unheimlich poetischen und anmutigen Charakter zu verleihen. Man fühlt sich wirklich von einer gewissen Magie umgeben, etwa wie bei Star Wars. Ist schwer zu beschreiben. Was mir von der technischen Seite nicht so gefiel, waren die in den Actionsequenzen recht häufigen, richtig sprunghaften Schnitte. Irgendwie billig, aber wir müssen bedenken, in welchem Jahr wir uns hier befinden. Da es sich bei King Hus Film um einen der ersten Vertreter seiner Art handelt, ist er auch einer der Ursprünge sämtlicher Wuxia-Klischees, mit denen auch Nicht-Filmbewanderte heute China assoziieren. Das lässt sich je nach Standpunkt positiv oder negativ betrachten. Auch Aspekte wie Gesangseinlagen, offensichtlich Überbleibsel aus dem Opernfilm, sind für Unbekundete zunächst ziemlich ungewöhnlich. Come Drink With Me besitzt desweiteren einen majestätischen Soundtrack, der aber teilweise völlig fehlplatziert wirkt. Was er wahrscheinlich nur aus meinen westlichen Augen ist.

Ansonsten aber machte der Film Spaß. Cheng Pei-Pei ist sowohl schön als auch graziös und führt durch die unterhaltsame, flott erzählte Story. Wenn im letzten Drittel der Penner stärker auf den Plan tritt, wird allerdings ein neuer Handlungsstrang aufgebaut, der meiner Meinung nach die Dinge unnötig verkompliziert und zu einer Endsequenz führt, die ich gar nicht mehr raffte.

Come Drink With Me hat mir zumindest gezeigt, dass ich dem Wuxia-Genre nicht völlig abgeneigt bin, und ich werde mir definitiv noch andere Klassiker aussuchen und antun. Solange sie nicht von Zhang Yimou sind. Hihi.

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Running On Karma


R U N N I N G | O N | K A R M A | 大 隻 佬
HONG.KONG.2003.JOHNNIE.TO.WAI.KA.FAI.ANDY.LAU.CECILIA.CHEUNG
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Big (Andy Lau Tak-Wah) ist ein muskelbepackter Mönch vom Festland, der seit einem Missgeschick in seiner Vergangenheit das Karma anderer Leute sehen kann. In Stripclubs versucht er sich etwas Geld zusammen zu verdienen, bis eines Tages die Polizistin Lee Fung-Yee (Cecilia Cheung Pak-Chi) mit ihren Kolleginnen dem illegalen Treiben ein Ende bereitet. Big flüchtet. Auf seiner Flucht jedoch gerät er zwischen die Fronten. Eine andere Polizeieinheit untersucht gerade einen spektakulären Mordfall und verfolgt den mutmaßlichen Täter zu Fuß. Auf Hong Kongs Seitenstraßen gerät Big mit dem flüchtigen Täter zusammen und wird festgenommen, während der Mörder flüchten kann. Big sieht zum ersten mal Lee Fung-Yees Karma.

Kein schöner Anblick…


(Links: An Andy Laus Gummianzug hat man sich erstaunlich schnell gewöhnt! | Rechts: Big kann das Karma anderer Leute sehen. Nicht immer eine schöne Angelegenheit.)

Eins vorweg: Nein, Andy Lau hat seit Infernal Affairs (2002) nicht magischerweise 150 Kilo zugenommen und ist nun ein Muskelpaket. Ja, das ist ein Gummianzug. Man sollte den Film allerdings nicht daran messen, wie echt der Gummianzug Andy Laus aussieht. Denn Running On Karma hat weißgott mehr zu bieten. Zudem lässt Andy Lau mit seiner sympathischen Performance nichts unversucht, den Gummianzug immer mehr in den Hintergrund rücken zu lassen. Und irgendwo passt er ja auch zu Running On Karma. Selbst für Hong Kong Filmfans ist Running On Karma ein völlig unerwarteter Genre Mischmasch. Mit Andy Lau und Cecilia Cheung in den Hauptrollen hätte man fast meinen können, Johnnie To liefert eine weitere RomCom ab, aber weit gefehlt. Running On Karma ist ein bisschen Romantik, ein bisschen Martial Arts, ein bisschen Cop Thriller, ein bisschen Komödie und viel buddhistische Grundweisheiten. Aber das beste daran:

Es funktioniert hervorragend.

Was Johnnie To und Wai Ka-Fai hier allein in den ersten 10 Minuten abfeuern spottet jeder Beschreibung. Man muss es gesehen und erlebt haben. Dabei ist Running On Karma keine Anhäufung von zusammengewürfelten Genres, sondern vielmehr ein vielschichtiges Ganzes, das insich glaubhaft erscheint und bis zum Schluss nichts an seiner Wirkung verliert. Running On Karma spielt regelrecht in einer Fantasiewelt, in der muskulöse Mönche an Häusern entlang klettern und die wahnsinnigsten Moves vollführen. Eine Welt, in der das Karma der Menschen allgegenwärtig ist und in der Big nur anfangs ein Quatschkopf zu sein scheint. Es verbirgt sich noch mehr in ihm und Andy Lau bringt das gut rüber. Überhaupt ist der sympathische Character des Bigs + Andy Lau ein winning Team. So macht man sich schon nach wenigen Minuten keine Gedanken mehr um den Gummianzug sondern will sich vielmehr an Big und seinen irrsinnigen Ideen, Geld zu verdienen, erfreuen.


(Links:Bisschen Romantik gibt’s obendrein | Rechts: Cecilia Cheung sieht in “Running On Karma” einfach mal wieder perfekt aus. Heiratsfaktor 150 %.)

Bis die nächste Szene erscheint, die brutaler nicht sein könnte, aber trotz der komödiantischen Elemente kurz vorher nichts von ihrer Wirkung verfehlt. Gerade in koreanischen Filmen fiel mir das oft negativ auf. Derart brutale Szenen in einer Komödie zu verwursten, das ist oft zuviel für mich. Bei Running On Karma wurde aber Wert auf Ausgeglichenheit gelegt und… keine Ahnung wie Johnnie To es macht, aber es stört nicht. Es kommt einfach etwas neues raus. Running On Karma ist alles andere als Mainstream und selbst für Hong Konger Verhältnisse ein gewagter Film. Kein Wunder, das To für einen echten To Film mindestens 5 kommerziell erfolgreiche RomComs produzieren muss. Aber solange Filme wie Running On Karma dabei heraus kommen ist mir das herzlich egal.

Klar, das da der Rest des Films auch stimmt. Besonders erwähnenenswert finde ich die gelungene Cinematography, welche nicht nur Chinas schöne Landschaften gut in Szene setzt, sondern vor allem die nächtlichen Szenen in Hong Kongs Straßen perfekt einfangen. Vor allem in der ersten Hälfte muss man bei so ziemlich jedem Shot wanken. Hervorragend unterstützt werden die Bilder von Cacine Wongs hervorragendem Soundtrack, der düster klingt, eingängig ist und fast so melancholisch daherkommt, wie der Soundtrack zu Running Out Of Time. Über die technische Ausführung (Manche Synthiestellen klingen etwas billig), ließe sich definitiv streiten, aber im großen und ganzen unterstützt der Soundtrack den Film meiner Meinung nach wunderbar. Gerade im Opening, wenn Big nackt durch die Straßen Hong Kongs rennt, während ein Inder auf der Flucht ist und dazu fast Silent Hill artige Geräusche ertönen, gibt das eine grandiose Stimmung.

Somit ist Running On Karma nicht unbedingt jedem zu empfehlen. Hong Kong Film Neueinsteiger könnten sich etwas verwirrt abwenden und den Film schnell als “Chinesenquatsch” abstempeln. Kenner des Hong Kong Films und erst recht Johnnie To Fans müssen sich Running On Karma anschauen, da sie garantiert noch nie etwas ähnliches sahen. Ein weiterer Johnnie To must have.

MUST HAVE.

JETZT SOFORT!

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(Das hurengeile Filmposter)

Intruder

Intruder
(恐怖雞 | hong kong 1997 | kan-cheung tsang | dvd: adrenafilm)

Die von den Behörden gesuchte Festlandchinesin Yieh Siu Yan ermordet eine Nutte, übernimmt ihre Identität und flieht nach Hong Kong. Dort trifft sie auf den Taxifahrer Chen Chi Min (Moses Chan), mit dem sie eine Nacht verbringt. Dann jedoch bricht sie ihm die Beine, fesselt ihn mit Klebeband an einen Tisch und lässt ihn dabei zu sehen, wie sie seine gesamte Familie um die Ecke bringt. Doch wozu das Ganze?

Intruder ist eine Milkyway-Produktion aus dem Jahre 1997, ein Jahr in dem die finanzielle Sicherheit der Produktionsfirma noch auf wackligen Beinen stand. Um so überraschender, dass gerade unter diesen Umständen der vorliegende Cat III-Thriller realisiert wurde. Dabei handelt es sich auch noch um das Regiedebüt Tsang Kan-Cheungs, der sonst hauptsächlich als Drehbuchautor (u. a. für Stephen Chow) tätig war und es bis heute ist. Kan-Cheung übertrifft hier in Sachen Düsterheit und Zynismus locker den ein Jahr später folgenden The Longest NiteIntruder ist nihilistisch, sadistisch und kompromisslos. Wu Chien-Lien spielt ihre Figur mit einer berechnenden Kaltblütigkeit, dass es einem Schauer über den Rücken treibt, vor allem, da wir bis zum letzten des Drittel absolut nichts über ihre Motive erfahren. Genau hier hebt sich der Film positiv ab, denn wo andere Thriller bereits früh einen Einblick in die Seele des Killers geben, wissen wir über Yieh Siu Yan überhaupt nichts. Als Zuschauer fühlt man sich daher so hilflos und gelähmt wie der an den Tisch gefesselte Moses Chan.

Die starke Charakterzeichnung hört hier nicht einfach auf. Obwohl der arme Taxifahrer eindeutig grausam gequält wird, können wir nicht wirklich Sympathie für ihn entwickeln; er hat seine Frau vertrieben, kümmert sich nicht um seine Tochter und hasst seine Mutter. Er weiß selbst, dass er ein Arschloch ist, ein Loser, der auch mit 30 Jahren nichts zustande gebracht hat. Erst als Yieh Siu Yan seine Angehörigen nach und nach ermordet, bereut er seine Fehler, sieht seinen Tod gar als verdient an. Aber Yieh Siu Yan tötet ihn nicht, die Spannung wird aufrecht erhalten. Im Verlauf des Films mischen sich immer neue Charaktere in das Geschehen ein, welche von Yieh Siu Yan beseitigt werden. Auch ihr kommen irgendwann moralische Bedenken, was sie aber nicht von ihren Taten abhält. Wenn am Ende ihre Motive endlich offengelegt werden, ist das Ganze nicht so recht glaubhaft – Der ganze Aufwand für das?, letztlich aber auch das eine ironische Note, vor allem im Hinblick auf das bitterböse Ende.

Technisch gibt es kaum etwas zu bemängeln: To-Stammkameramann Cheng Siu-Keung lässt das geringe Budget mit ausgeklügelten Kameraeinstellungen und einem ansehnlichen Spiel von Licht und Schatten schnell vergessen. Lediglich die Schnitte, insbesondere in den Gewaltszenen, sind oft sehr grobschlächtig. Auch Cacine Wongs quäkender Synthie-Score hätte nicht sein müssen; aber da war damals wohl einfach nicht mehr drin.

Im auf der DVD enthaltenen Textinterview sagt Kan-Cheung, Intruder sei zu einem gewissen Teil auch als politische Parabel zu verstehen. Für ihn ist der Film eine Reflexion seiner Unsicherheit und seines Misstrauens angesichts der Rückgabe Hong Kongs an China – das Tor war geöffnet für Millionen Festlandchinesen, die nun nach Hong Kong einreisen konnten. Millionen von Leuten, die man nicht kennt; Leute, die anders denken, kulturell völlig anders geprägt wurden und in anderen Lebensbedingungen aufwuchsen. Kan-Cheung war nur einer von vielen Einwohnern Hong Kongs, die so dachten.

Bis zum heutigen Tage sollte dieser Film seine einzige Regiearbeit bleiben. Intruder floppte gnadenlos an den Hong Konger Kinokassen – was von den Beteiligten auch genau so erwartet wurde. Dennoch produzierten To und Ka-fai seinen Film, einen der gemeinsten Thriller, den das HK-Kino jemals ausgespuckt hat. Qualität vor kommerziellem Potential – dieser Leitspruch hat sich bei Milkyway seit über 10 Jahren gehalten.

(Außer natürlich, man braucht mal wieder Kohle und haut schnell ‘ne Romcom raus, aber lasst mir mal meinen poetischen letzten Absatz. Sad )

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Century Of Light & Shadow

Century Of Light & Shadow
RTHK Dokumentation des HK Films von 1905 – 2005

Century Of Light & Shadow ist eine 8-teilige Dokureihe aus dem Hong Konger Fernsehen verteilt auf 2 DVDs. In 8 x 40 Minuten wird fast die gesamte Geschichte des Hong Kong Films behandelt. Dabei ist die Doku unterteilt in:

  • Episode 1 & 2: Dream Factory Revisited
  • Episode 3: Song And Dance Through The Century
  • Episode 4: A Tale Of Two Tongues
  • Episode 5: Heroes Have Many Faces
  • Episode 6: The World Of Comedy
  • Episode 7: The Rise And Fall Of Local Culture
  • Episode 8: Filmmakers Without Frontiers


Episode 1 & 2: Dream Factory Revisited
Diese zwei Episoden geben einen groben Überblick über die Geschichte des damals noch “kantonesischen Film” genannten HK Film von 1905 – 2007, der überwiegend von festland Chinesen geprägt wurde, die zu Zeiten der japanischen Invasion nach Hong Kong flüchteten.

Episode 3: Song And Dance Through The Century
Episode 3 zeigt uns einen Überblick über die bekanntesten der chinesischen Musikfilmgenres: Kantonesische Oper, Putonghua Musical und die Huangmei Diao Oper.

Episode 4: A Tale Of Two Tongues
Hier werden die Unterschiede zwischen dem kantonesischen und dem mandarin Film aufgezeigt und behandelt. Aber auch Gemeinsamkeiten und das Problem der linken und rechten Meinungsverschiedenheit werden angesprochen.


Episode 5: Heroes Have Many Faces
Eine Episode der Doku ist ausschließlich den Helden des kantonesischen Films gewidmet. Ob Schwertkämpfer, Shaolin, Polizist oder braver Bürger. Alle HK Filme haben ihre Helden.

Episode 6: The World Of Comedy
Comedy war schon immer ein Teil des kantonesischen Films. Diese Episode behandelt sowohl den Witz vom frühen kantonesischen Film über die Unterschricht bis hin zu den Problemen der Arbeiterschicht der siebziger Jahre, besonders wundervoll in Szene gesetzt durch die Hui Brüder.

Episode 7: The Rise And Fall Of Local Culture
Lokale Filme wurden von “kantonesischer Film” in “Hong Kong Film” umbenannt. Dies macht die Wichtigkeit der lokalen Kultur, der Hong Konger Kultur in Filmen deutlich.

Episode 8: Filmmakers Without Frontiers
Der kantonesische Film war schon immer von äußeren Faktoren beeinflusst. Durch Einwanderer vom Festland, durch die Kulturrevolution und mit Talenten aus Japan. Heutzutage ist der HK Film ein internationales Geschäft, welches oft Talente aus der ganzen Welt beschäftigt. Die letzte Episode beschäftigt sich damit, ob man das als einen Gewinn oder Verlust sehen kann.


Die RTHK Dokumentation macht Anfangs einen ordentlichen Eindruck. Die Präsentation ist frisch, nicht zu überfüllt und hat stets ein Auge auf die Filme gerichtet und eins auf die Gaststars, welche uns in diesen 8 Folgen den HK Film etwas näher bringen sollen. Und man hat wahrlich nicht an Stars gespart. Ob nun Regisseur oder Darsteller. Keiner war sich zu schade für ein paar Minuten vom Teleprompter abzulesen. Regisseure wie Patrick Tse, Alfred Cheung, Tsui Hark, Edmond Pang, Fruit Chan und Darsteller wie Lau Ching-Wan, die süßen Twins, Athena Chu, Cheung Tat-Ming, Ronald Cheung, Tony Leung Kar-Fai oder Simon Yam. Alle sind sie mit von der Partie. Klar das Jackie Chan dabei eine besondere Ehre als einleitungssprechender Host zuteil wurde.

 

Und so bekommt man in den ingesamt 320 Minuten Laufzeit jede Menge an alten Filmausschnitten (Sogar die allerersten Filmaufnahmen Hong Kongs, durch ein Team Edisons, sind zu sehen!), Behind The Scenes Fotos und lustigen, sowieo traurigen Anekdoten zu sehen und hören. Die Doku kann mit allerlei interessanten Informationen, gerade über die Anfänge des Hong Kong Films und der Shaw Brothers, aufwarten und dürfte mit ein paar raren Filmszenen und Fotos aus den guten alten Zeiten aufwarten. Dabei bleibt aber die ganze Zeit ein bitterer Nachgeschmack: Mir kam alles etwas oberflächlich vor. Zwischen 1905 und 2007 hat Hong Kong jede Menge Filme gemacht und irgendwie sehen wir stets die gleichen. Ob nun in Episode 1 & 2, die nur einen groben Überblick schaffen sollen, oder die etwas speziellere Episode 6 über HK Film Comedy. Stets sehen wir die gleichen Filme. Noch etwas negativer wiegt aber die Tatsache, das die HK Filmjahrzehnte 80 und 90 sträflich vernachlässigt wurden und praktisch nur durch die Gaststars vertreten sind. Auch die Informationen wiederholen sich irgendwann. So redet Chang Pei-Pei schon in Episode 1 und 2 darüber, wie sehr Kung-Fu Filme von der kantonesischen Oper inspiriert sind und wir bekommen in Episode 3 genau das gleiche noch einmal aufgetischt.

Sicher eine interessante Doku, aber bei 320 Minuten Laufzeit etwas fad, was den Inhalt angeht. Nichts desto trotz Pflicht für jeden, der sich etwas mehr mit Hong Kong Filmen beschäftigt.

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Mr. Cinema

Mr. Cinema
hong kong 2007

Mr. Cinema begleitet den Sozialisten Kong (Anthony Wong) ab 1964 bis zum Jahr 2007.


Eigentlich hatte Hong Kong 1964 nicht viel am Hut mit der Kulturrevolution. Aber um Kong bildete sich ein kleines Grüppchen Sozialismusbegeisterter, die nicht nur Reden schwingen, sondern sich auch hier und da engagieren. Kong ist Filmvorführer in einem Kino, das ausschließlich Filme vom Festland zeigt und lebt bescheiden auf einem von Hong Kongs 352578923478293578297345 billionen Dächern. “Mr. Cinema” zeigt nun diverse Highlights und Tiefschläge im Leben Kongs, was demnach gleichermaßen seinen Sohn und seine Frau mit einschließt. Und so begleiten wir auch den Sohn auf seiner Jobsuche oder spüren die Verzweiflung, wenn seine Freundin Min (Karen Mok), die er schon von klein auf kennt, mal wieder in’s Ausland fliegt. Am Anfang noch etwas Bruchstückhaft, werden die Zeitspannen, in denen wir Kongs Familie begleiten, allmählich gleichmäßiger.


Mr. Cinema ist mehr Drama als realistischer Rückblick über 40 Jahre Hong Konger Geschichte. Und das ist gut so. Das bisschen politisches Geplänkel hier und da ist gottseidank nur Beiwerk und soll alles andere als zum Nachdenken anregen. Einen Großteil des Films konzentriert sich auf Gefühle und Situationen, in welche Kong, sein Sohn, seine Freundin und die Mutter schlittern. Kong gönnt sich wenig, gibt anderen viel. Seine Frau hätte gern mehr Geld, liebt aber ihren sozialistischen Mann. Der Sohn würde gern Geld verdienen aber seine Ausbildung in der sozialistischen Schule macht ihm das ein oder andere mal einen Strich durch die Rechnung und Min versucht sich im Ausland.

Das Anthony Wong mal wieder super geil ist, brauche ich ja wohl nicht zu erwähnen. Bleibt also noch Ronald Cheng, der hier und da ziemlich overactet, aber im großen und ganzen Symphatie rüber bringt. Karen Mok ist cute, wie eh und jeh (Ja, ich würd’ sie auch mit Pferdegebiss nehmen. Geil ihre langen Haare. Boah.) und Teresa Mo macht auch als Mutter eine gute Figur. Besonders nice gefiel mir, wie Regisseur Samson Chiu die eher gefühlvolleren Szenen handled. Die Musik bleibt dezent und wird nie schmalzig und wenn Anthony Wong weint, muss man ganz einfach mitweinen. Auch die Beziehung zwischen Sohn Chong und Min wird nie richtig schmalzig aber strotzt vor spürbarer Hingabe zueinander. Einfach nice. :_)

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Invisible Target

invisible target…
BENNY CHAN | HK 2007

Invisible Target erzählt die Geschichte dreier Cops, die aus ganz unterschiedlichen Gründen zusammenfanden, um einen ganz bösen und cool dreinschauenden Kriminellen zur Strecke zu bringen. Chan Chuns (Nicholas Tse) Freundin starb bei einem Überfall auf einen Geldtransporter. Die Gangsterbande sprengte ihn einfach kurzerhand in die Luft und Chan Chuns Freundin hatte das Pech, nebenan gerde am Aussuchen von Eheringen zu sein. Fong Yik-wei (Shawn Yue) ist auch ziemlich mies drauf, da er bei einer Verkehrskontrolle vom Anführer ziemlich unsanft verprügelt wurde und sogar Kugeln in den Mund gesteckt bekam, welche er dann auf der Polizeistation ausscheißen musste. Klar, das sein Ruf nun etwas angeknackst ist. Wai King-Ho (Jackie Chans Sohn Jaycee Chan) vermutet lediglich seinen Bruder als Undercover Cop in der Bande. Aber klar, das die drei irgendwann zusammentreffen und sich gemeinsam auf machen alles und jeden zu töten. Also fast..


Benny Chan ist schon ein sickes Stückchen Kot. Mit “New Police Story” überraschte er uns 2004 mit einem guten Actionfilm, der nicht nur Jackie Chan zu (fast) alter Stärke zurück verhalf, eine halbwegs interessante Story zu erzählen hatte und sogar etwas Humor bot, der nie deplatziert wirkte. Als dann sein nächster Film Rob-B-Hood angekündigt wurde und man erste Ausschnitte sah, da kam man schon in’s Grübeln, ob das was wird. Aber es wurde was. Ein 2 Stunden Epos, wie es mainstreamiger nicht sein könnte. Tolle Action, genügend Humor und hier und da ein paar Moralpredigten.

Warum also schaffte er selbiges mit “Invisible Target” nun nicht mehr? Sicher, er hat schon öfter mal lame Filme gemacht, aber nach zwei guten Filmen hatte ich nunmal die Hoffnung, das auch “Invisible Target” etwas wird. Herausgekommen ist allerdings eine 2-stündiger Film, der irgendwie langweilig ist. Die Story um die drei Cops ist ziemlich oberflächig und etwas uninspiriert erzählt und man hat kaum Momente der Überraschung oder überhaupt der Aufmerksamkeit. Ständig wünscht man sich die nächste Actionszene herbei. Diese können zwar handwerklich geschickt produziert, aber auch ihnen haftet ein Stückchen Langeweile an. Zumal alle Actionszenen schon im Trailer verbraten wurden. Die paar zusätzlichen Schießereien sind nun wirklich nicht erwähnenswert. Immerhin sieht es fast so aus, als könnten Shawn Yue und Nicholas Tse kämpfen. Wu Jing kann es ja immerhin und seine Szenen sind dann auch mit die Highlights. Ein paar Fakeexplosionen und sogar ein paar richtige runden das ganze etwas ab.

Etwas überrascht war ich dann doch über Nicholas Tse, der irgendwie fast schon männlich in diesem Film wirkte. Durch seinen Bart und die Art seines Characters erkannte ich ihn gar nicht so richtig und grübelte nur, woher ich den Schauspieler nun kenne. Kein Witz. Shawn Yue guggt ständig nur ziemlich böse oder cool und Jaycee Chan schafft es immerhin nicht wie ein kleines Milchbübchen auszusehen. Also… fast. Bei der Limited Edition der DVD ist freundlicherweise der Soundtrack dabei, den man sich allerdings nicht wirklich anhören kann / muss. Uninspiriertes Elektronikgedüdel, welches Komponist Anthony Chue mal hier mal da mit klassischen Instrumenten absetzen will, aber als bitterer Nachgeschmack bleibt der billig wirkende Synthiesound, welchen wir schon im Trailer gehört haben. 1994 lässt grüßen.

Also… keine Ahnung was ich dazu noch sagen soll. Einmal geschaut, bisschen gelangweilt auf die Uhr geschaut (2 Stunden!!!) und danach wieder ausgemacht und sofort vergessen. Gut, das zeitgleich Flashpoint heruaskam, so muss man “Invisible Target” nicht notgedrungen als besten Hong Kong Actionfilm 2007 betiteln. :o

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