Turrican 3

Turrican 3 (Amiga Factor 5, 1993)

Baha geil alter. Kaum Amiga aufgestellt, erstmal Turrican 3 reingesteckt und gleich mal am selben Tag noch durchgezockt?! Ich bin ja überrascht, wie easy das Spiel eigentlich ist? Auf Schwierigkeitsgrad “Normal” versteht sich. Ich wundere mich etwas, da ich früher kaum bis zum Alien Level kam und wenn doch, dann starb’ ich spätestens bei dem selbstscrollenden Level mit dem Zug. Haben die japanischen Saturngames etwa meine Skills geschärft? Geil. Ich wichse, so geil ist das Spiel? Warum? Das könnt ihr jetzt lesen…


(Zwei Screenshots aus dem nice animierten Intro mit diesem fabelhaften Title Theme.)

Ich mein, es fängt doch schonmal beim Intro an. Erst teased uns das Intro nur mit etwas Text und einem scrollenden Hintergrund. Aber schon bald merken wir, wie geil die Musik ist. Und richtig in’s Wanken kommen wir, sobald das Intro los geht und wir kurze animierte Szenen sehen, wie sich unser geiler Held in den Turrican Suit schmeißt. Dazwischen gibt es einfach Bildschirmfüllende Grafiken von ein paar Gegnern und dann kommt auch schon ein Bildschirmfüllender Turrican und schießt einfach alles kaputt?! Wie geil ist das bitte? Dazu die geile Musik von Chris Hülsbeck und man muss wanken. Um Längen besser als das versteckte Turrican II Intro, welches nur auf 3 Telefonbüchern voll Text bestand.


(Links: Der dicke Rundumlaser aus Turrican II musste leider einem grappling hook weichen. | Rechts: Im zweiten Level herrscht Rohrbruch. Alles ist nass und einfach geil. Geil. Turrican 3. So geil. Geil…)

Naja und dann spielt ihr so. Hüpfen, schießen, forwärts laufen. Alles klar. Auf geht’s. Als typisches Jump’n'Shoot ist vieles natürlich con Contra inspiriert, aber das ist ja auch gut so. Immerhin wurde es geil umgesetzt und spielt sich absolut flawlessly. Selbst die etwas umständliche Steuerung des grappling hooks geht gut von der Hand. Resultat ist dann, das man durch das erste Level rauscht und bei jedem neuen Block von Grafik erstmal wanken muss, da hier immer so ein geiles Raster präsent ist. Die Grafiken mussten von der MegaDrive Version ja heruntergerechnet werden, aber sie wurden so geil von Hand nachbearbeitet das es fast gar nicht auffällt und man immer so ein geiles Schachbrettmuster überall hat. Das turnt mich total an und manchmal vergesse ich dadurch zu spielen.

Egal, sobald mal weiter spielt bemerkt man lauter kleine Kleinigkeiten. Sich bewegende Platformen. Feuer, welches aus dem Boden kommt. Platformen die einbrechen und zwischenbosse, die schonmal fast Bildschirmfüllend sind. Und das ist erst das erste Level. Dazu die wirklich geile Musik von Chris Hülsbeck, bei der man automatisch nach den ersten paar Takten mitsummt und wanken muss.


(Links: Öhm, die Bosse sind in der Regel Bildschirmfüllend. :-) | Rechts: Ehm… IST DIE GRAFIK DICK? IST DAS GEIL ODER WAS? IST DAS GEIL? WIE GEIL IST DAS BITTE??? Klar, das fast jede einzelne Wolke ihre eigene Ebene hat und in diesem Level ca. 352 Ebenen Parallaxscrolling zu finden sind.)

Sollte der Joystick, oder das Gamepad, trotz der vielen Wanke immer noch funktionieren, so kommt ihr irgendwann auch in’s zweite Level, wo einfach Wasser von der Decke kommt, Stahlträger sich langsam anfangen zu drehen, wenn ihr zu lange auf einer Seite standet, die absolut passende Musik herrscht, schon wieder lauter neue Gegner zu finden sind, schon wieder dicke Schlangen herumschwirren und wo man letzten endes sogar direkt unter Wasser spielt. Das ist einfach geil, das ist abwechslungsreich das ist Turrican 3. Irgendwie macht man ja ständig nur das Gleiche. Schießen. Aber es wird nicht langweilig. Schon allein das man 4 verschiedene Waffen hat und zusätzlich Homing Missiles aufsammeln kann, sorgt hier und da für Abwechslung, da manche Bereiche ganz einfach mit einem Spreadshot besser zu meistern sind, als mit dem dicken Laser. Aber was ich an Turrican 3 so geil finde ist die schnelle Abwechslung. Jedes Stage sieht anders aus, innerhalb der Stages gibt es ständig Abwechslung und dann kommen einfach noch dicke Zwischenbosse.


(Links: Die Teile fahren einfach geil im Kreis um euch herum. Schießen aber leider etwas wenig. | Rechts: Ist der Hintergrund geil? Ist die Grafik geil? Ist die Faust geil? Ja das ist geil!)

Auch die Grafik ist einfach immer geil, trotz der wirklich wenigen Farben. Im Schrottplatzstage haben sie es einfach zu ihrem Vorteil genutzt und den kompletten Schrottplatz fast Schwarzweiß gelassen. Sogar die Items und Gegner! Der Hintergrund ist trotzdem dezent bunt und zusammen ergibt das einen geilen Mix, den man sonst nur selten hat. Oder das Alienlevel z. B. Es besteht auch fast nur aus zwei Farben, wobei die eine aber ständig dezent die Farbe wechselt?! Das komplette Level wechselt ganz langsam die Farben?! Wie geil das ist? Sehr geil, sage ich euch. Scheiß egal, was die Hardware leistet. Es kommt drauf an, wie man damit umgeht. Hurengeil.


(Links: Ehm… nein, kein Endgegner. Ein Zwischengegner. Hihi. | Rechts: Ja ich weiß, von Contra geklaut. Aber egal…)

Naja und da es ziemlich easy war, spielt man es auch ziemlich schnell durch. Aber das tut mal richtig gut, nachdem heutige Games teilweise nicht unter 2 bix 200 Stunden durchzuspielen sind. Je nach Genre, versteht sich. Aber ein paar Kritikpunkte hat Turrican 3 auch. Erst recht aus heutiger Sicht, fielen sie mir negativ auf. Damals gar nicht so sehr. Also der erste gravierende Kritikpunkt ist das ziemlich heftige Spriteflackern, das teilweise auftritt. Im großen und ganzen geht’s aber an manchen stellen flackern ja nicht nur Gegner, sondern auch Hintergrund tiles. Das ist schon heftig. Ansonsten fand ich noch bisschen störend, das einfach manchmal Sound fehlen, wenn gerade zuviel los ist. Zuviel los im Sinne von zuviele Sounds gleichzeitig spielen. Der Amiga hat nunmal nur 4 Kanäle und da mussten sie Sounds und Musik unterbringen. Anfangs geht das ja noch, wenn man schießt, noch Musik hört und ein Kanal der Musik nunmal flöten geht, wenn im Hintergrund Feuer brodelt. Aber später fehlt ja sogar der Sound vom eigenen Schuss. Das suckt etwas.

Tjopes, nichts desto trotz wirklich ein hervorragendes Turrican, welches einfach… auf einer Diskette daher kommt. Es ist gepackt somit nur maximal 880 kb groß. Wie geil ist das bitte? Es gibt kaum Ladezeiten, alles ist auf einer Diskette, soviel Grafik, Musik, Animationen, etc. Geil. Kudos an die Coder.

Pen Pen Pen Pen Pen

Udon

 

 

Udon Japan 2006

 

Udon ( うどん auch: 饂飩 ) ist eine Bandnudel der japanischen Küche die aus Weizenmehl, Kochsalz und Wasser hergestellt wird. Die Breite und Form der Nudel variieren stark, die beliebtesten Sorten sind von Sanuki, Inaniwa, Kisimen und Shirakiku.

Kosuke Matsui hat wenig Leidenschaft für Udon. Sein Vater hat ein kleines Restaurant, wo er Tag für Tag für nichts anderes als seine Nudeln lebt und das Provinznest aus dem er kommt ist in Japan quasi gleichbedeutend mit Udon. Deshalb hat er sein Glück im Big Apple versucht und dort als Komiker gearbeitet. Leider muss er sich nach einigen Jahren im Exil eingestehen, dass er auf der Bühne ein ziemlicher Loser ist und dass die Heimreise aus finanziellen Gründen unausweislich ist. Dort angekommen nimmt Kosuke einen Job als Redakteur an und weil er und seine Kollegen eine Nische wittern, fangen sie an einen Guide für alle möglichen und unmöglichen Udon Restaurants der Region zu schreiben…

Zuallererst muss ich sagen, dass Udon von der Machart her sehr amerikanisch auf mich gewirkt hat. Der Soundtrack könnte glatt aus einem dieser US-Märchen stammen, die immer zur Weinachtszeit im TV laufen. Beim Opening, dass auch in NY gedreht wurde, habe ich eigentlich nur noch drauf gewartet, dass gleich Schnee fällt und der böse Wallstreet Broker dem abgefuckten, aber doch herzensguten Obdachlosen ins Gesicht spuckt… Die ganze Erzählstruktur mit Stimme aus dem Off und auch die Kameraeinstellungen unterstrichen diesen Eindruck noch weiter.

Normal wäre das natürlich n richtiger Abturn. Da aber das Thema an sich ur-japanisch ist, war dieser Style vielleicht sogar die beste Wahl, denn im Endeffekt hat es mich nicht wirklich gestört und es erschien mir gut ausbalanciert.

Udon ist ein sehr unspektakulärer Film. Weder bekommt man viel Action, noch die für viele gewohnte japanische Weirdness geboten. Es geht einfach um Menschen, ihre Beziehungen zueinander und ja… um Nudeln. Das dürfte nicht jedem gefallen, kann man aber auch als Abwechslung zu dem sehen, was man ansonsten gern unter asiatischem Kino im Westen versteht.

Trotz der wenigen Action, fühlte ich mich jedenfalls sehr gut unterhalten, was sicher an den sympathischen Charakteren und vielleicht auch n bisschen am Edutainment Faktor lag – am Ende weiß man als ignoranter Westler ne Menge mehr über Udon.

Fazit:

Ein kleines modernes Märchen mit Feelgood Atmosphäre, dass einem am Ende ein Lächeln auf’s Gedicht zaubern sollte… Und ein Film den man vielleicht eher mit der Freundin als mit 5 besoffenen Kumpels schaut… Wink

Pen Pen Pen Pen Pen

300

D R E I H U N D E R T
(Zack Snyder, USA 2006)

Leonidas, König von Sparta, findet es gar nicht geil, wie der gaye Xerxes mit seinem Millionenheer ein Land nach dem anderen versklavt. Und weil Leonidas ein Spartaner ist, tritt er dem Gesandten der Perser erstmal kräftig in den Bauch, so dass dieser in eine dunkle, unendlich tief scheinende Grube fällt. Und dabei wollte er ihm bloß die bedingungslose Kapitulation Spartas anbieten. Leonidas hat aber einen ganz dicken Bart und ist ziemlich männlich, was natürlich nur eins bedeuten kann: Er tritt gern Gesandten in den Bauch und schreit wild um sich. Auch seine Frau schreit wie verrückt und tötet random Männer. Spätestens hier ist klar:

Es gibt Krieg.

300 ist die Verfilmung eines Comics. Wenn ich “Comic” höre, dann verbinde ich trotz Tim & Struppi und Asterix nicht unbedingt gleich herausragende Geschichten damit.* Dadurch war ich alles andere als enttäuscht, als ich 300 sah. Denn es war ein nettes Filmchen ohne große Überraschungen in der Story, was aber auch ok war, da die Story bei diesem Film wohl ganz klar nur dazu da war, die Bilder zu tragen. Was angesichts der opulenten Bilder auch völlig legitim ist, denn das eine gute Geschichte bei derart abgefahrenen Bildern auch noch so wirkt, ist eigentlich gar nicht so sicher.

Etwas hölzern fängt er an. Die Stimme aus dem Off schildert uns Leonidas Geburt, sein Training und seine letzte Prüfung. In Worten, wie sie steifer, künstlicher und lächerlicher teilweise nicht klingen können. Aber gut. Es waren andere Zeiten, wie man wirklich sprach und vor allem Geschichten erzählte, mag ich nicht so recht zu beurteilen. Ich weiß nur, das man schon zu Shakesspeares Zeiten ziemlich sick laberte. Somit sind die Dialoge schnell vergessen und man kann sich ganz auf die tollen Bilder konzentrieren. Und die sind es halt, warum man 300 schaut. Abgesehen von ein paar CGI Ausrutschern (Der Wolf?! Wtf? Und das CGI Blut manchmal?! Wtf?) bekommen wir hier eine opulente Szene nach der anderen Serviert, bei denen die Beschreibung “spartanisch” eher nicht zutrifft. 300 dürfte keine einzige Szene haben, die ohne digitale Bearbeitung auskommt. Ob Farbfilter, CGI Hintergründe, künstliche Körnung des Filmmaterials bis hin zu CGI Lebewesen.

Quote:
Der Film wurde ähnlich wie auch schon Frank Millers Sin City im Digital-Backlot-Verfahren inszeniert. Das bedeutet, dass die Schauspieler auf Sets außerhalb von Filmstudios vor blauen Wänden agiert haben und die Hintergründe nachträglich in der Post-Produktion des Films mit Computeranimationen eingefügt wurden. Lediglich eine Szene zu Beginn des Films, in der ein Bote auf die Kamera zureitet, wurde im Freien gedreht.

Alles wurde bewusst auf Style getrimmt. Und das erfolgreich. Während manch anderen Filme einfach nur noch synthetisch und künstlich wirken, schaffte es 300 immerhin zum großen Teil erdig und realistisch zu wirken. Und eben auch (Obwohl ich ihn nicht kenne) die Stimmung des Comics einzufangen.

Alles in allem ein lustiges Stückchen Zelluloid, das dem ganzen Hype natürlich kaum gerecht wird, aber das sollte jedem vorher klar gewesen sein. Warum man den Film aber (Wie z. B. Molodezhnaja.ch) so zerreissen muss, ist mir ein Rätsel. Sicher rennen alle nackt rum und sprechen komische Dinge aus, aber sorry, er spielt halt auch nicht in der Gegenwart und ist zudem ein Fantasystreifen der die historischen Ereignisse an den Thermopylen nur als Basis für eine außerweltliche Geschichte hernimmt.

Quote:
Deike Stagge von „Filmstarts“ glaubt, dass „das an faschistische Propaganda erinnernde Blut und Ehre-Gerede“ bei einigen Kritiken auf Widerstand stoßen wird. Der Film mache daraus aber „völlig überzogenen Heldentrash im Comicstil, der von seinem Schauwert gut leben kann.“

Gerade ab Minute 20 bis 30 nimmt der Film an Fahrt auf und hat sogar dank Leonidas den ein oder anderen Lacher parat, welche uns die heldenhafte Grundstimmung endlich mit einem Augenzwinkern sehen lassen. “Ah, er nimmt sich selbst nicht so ernst!”. Wirklich negativ fielen mir nur die oben beschriebenen CGI Effekte und zwei Tracks im Soundtrack auf. Der Wolf sah als CGI Tier einfach super lame aus. Total künstlich und unpassend. Als hätten sie da nur die Praktikanten dran gelassen. In zwei Szenen gibt es zudem tolle rockige Gitarrenklänge zu vernehmen, die ansich in Ordnung sind, aber leider nicht in den Film passen. Da hat sich der Komponist wohl im Directory geirrt und die Tracks ausversehen im Ordner 300 anstatt “Unnamed Teencomedy” gespeichert.

Selbst die Kampfszenen mit ihrer anddauernden Zeitlupe fand ich ok, da es zwischendurch ja auch immer wieder normale Kampfszenen gab. Und derart drastischen und gleichermaßen wunderschönen Bilder kann selbstverständlich nur eine Zeitlupenaufnahme gerecht werden. Sicher kann man sich darüber streiten ob etwas mehr Abwechslung im Auftauchen der Slowmotion nicht besser gewesen wäre, aber mich persönlich störte es nicht sehr viel.

3 Penen insgesamt, da er einfach fantastisch aussieht, eine tolle sexy Königin bietet (50 % Frau, 25 % Milf und 25 % Nutte), gute Musik und viel Blut hat. Was will man mehr? Was braucht man mehr? Nicht viel. Wenn mich die Story unterhalten soll, schaue ich eben keine Comicverfilmungen.

Pen Pen Pen Trans(en)pen Trans(en)pen

*- Ja, auch wenn es viele Comics mit hervorragenden und spannenden Geschichten geben mag. Ich kenne sie momentan nur nicht.

Lost in Translation

Lost in Translation

Quote:
Zwei Amerikaner in Tokio: Der müde Action-Star Bob Harris reist für eine Woche nach Japan, um dort seine Popularität für eine Whisky-Werbung zur Verfügung zu stellen. In der Hotelbar trifft er Charlotte, die junge Ehefrau eines angesagten Fotografen. Ohne sich einander vorzustellen, beginnen die beiden verlorenen Seelen, Nacht für Nacht in ihrem Hotel und auf den Straßen der Metropole herumzuirren und Gespräche über das Leben, die Ehe und die Zukunft zu führen, um sich nicht einsam vorzukommen – und dabei jedes Klischee einer Romanze zu umsegeln.Der nachdenkliche Film lebt vor allem vom Gefühl des Jet-Lag und verträumter Momentaufnahmen, die Lost in Translation zur Komödie machen: die nächtlichen Faxe von Bobs Ehefrau und die plumpe Prostituierte in seinem Hotelzimmer, das selbstverliebte Starlet Kelly, die Wassergymnastik im Hotelpool. Der Unterschied zwischen westlichen und japanischen Verhaltensweisen wird mit boshaftem Humor dargestellt, ganz zu schweigen von den verzweifelten Versuchen, die irritierenden Sprachbarrieren zu überwinden. Aber auch die Vergänglichkeit des Moments wird Bob und Charlotte bewusst, da sich ihr Aufenthalt in Tokio dem Ende zuneigt.

Tja, soweit Wikipedia. Ich habe vor gut einer Woche das Ende kurz im TV geguckt, was mich ziemlich gefreut hat, habe ich ihn doch seit mindestens 2 Jahren nicht mehr komplett gesehen, jedoch in der Zwischenzeit ein großer Fan des großartigen Soundtracks geworden.

Nun kam er vorgestern überraschenderweise erneut auf NDR. Und da musste ich von Anfang bis Ende dabei bleiben.

Bob Harris ist ein altender Schauspieler, dessen weltweiter Ruhm bis nach Japan reicht. Dort ist er bei einem Whisk(e)y-Werbeshooting, jedoch nicht so wirklich mit Begeisterung. Seine Kinder wollen ihn nach einiger Zeit nicht mehr übers Telefon sprechen und Bob merkt, dass seine Ehe auch ein wenig einrostet, wenn über das Telefon nur noch über burgunderfarbige Teppiche gesprochen wird und seine Frau eigentlich nur noch genervt wirkt.

Charlotte ist ebenfalls gerade in Tokio, eine charmante junge Frau (also das Gegenteil von penance, und das sage ich nicht wegen des anderen Geschlechts) die ihren dort berufstätigen und etwas überdrehten Ehemann folgt. Sie, eher still und introvertiert (und das wiederum hat nichts mit dem Fetisch nach Intro-Demos zu tun), trifft per Zufall Bob in der Bar des gemeinsamen Hotels.

Und eine Romanze beginnt, welche keine ist. Beide sind fest liiert, vom Alter zu unterschiedlich und kennen sich gar nicht. Die Spannung an dieser Romanze liegt nicht in einer kitschigen Liebe, sondern wie sich deren Beziehung schön langsam aufbaut, form und die Frage wie weit beide wohl gehen werden. Und dieser Standpunkt verändert sich alle paar Minuten, in denen man die einzelnen Charaktere und auch das Pärchen als Ganzes besser versteht.

Sehr angenehm ist der subtile aber nicht zu trockene Humor, den besonders Peter Vankman aka Bill Murray überbringt und sich so fast wie eine Aneinanderreihung von lustigen und romantischen Standup-Comedy-Sequenzen im 5-Minuten-Takt anfühlt. Die auch sehr dezent eingesetzte Musik ist – wie oben erwähnt – Hammer.

Fazit:
Ein angenehm erfrischender Film, der zwar sehr subtil daherkommt, man sich aber dennoch wie in einer kuscheligen Decke wohl fühlt. Und das trotz fremder Umgebung und einer Sprache, der man nicht mächtig ist.

Pen Pen Pen Pen Trans(en)pen

300

300

Tja also ich sah ihn ja jetzt auch (mit elend Isch liebe disch! ) und ich war weder enttäuscht, noch total begeistert aber in jedem Fall muss ich ihn mir auf DVD kaufen, weil ich eine visual-Nutte bin.. ganz klar.

Bilder..
Ja sorry aber der komplette Film ist ein 1a Optikporno. Schluss aus. Natürlich gibt es auch “ganz normale” Szenen aber im Grossteil des Films sieht man hier Bilder, wie sie schöner nicht hätten gemalt werden können. Der absolut overflow aka Sin City war wirklich crap dagegen (wobei der Film auch so recht dumm ist).
Zum Thema Zeitlupe.. ich achtete natürlich aufgrund des obigen reviews jetzt besonders darauf. Und tatsächlich.. gegen Anfang reiten sogar Pferde im Galopp aka  Schneckentempo und ich dachte noch “Baha!?” aber sobald man sich an die Geschwindigkeit des Films gewöhnt hatte (ich recht schnell), kann man ahnen wieso dies alles in Zeitlupe abläuft. Naja.. ich meine es würde niemals geil aussehen, wenn Leonidas, uns den Rücken zuwendet, in normals speed aus dem Bild läuft. Man würde die Details seines Umhangs, die Farbgebung, die Filter über dem Bild und die besondere Belichtung nicht genügend bestaunen aka “würdigen” oder sogar richtig warnehmen können.
Und der zweite Vorteil liegt ganz klar auf der Hand. Die Kampfszenen in DENEN die Geschwindigkeit normal ist, kommen einem ja dann einfach nur total abartig aggressiv vor. =P Also ich fands (für diesen Film) echt ok. Wenn ich mal das mit Matrix vergleiche. Kotzen

 

 

 

 

 

Story..
Sie ist nicht total vorhersehbar.. das kann man nicht behaupten. Trotzdem ist sie relativ langweilig. Es stimmt schon.. man fühlt keinen Meter mit. Weder mit der Königin, noch mit jedem Spartaner, da hier wirklich keine.. es müssten nichtmal tiefsinnge sein.. einfach keine “normalen” Dialoge statt finden. Nur totale Heldengelaber und Gottpreisungen wie “Du hast ein Auge verloren.” “Ja aber das macht nichts. Gott gab mir ein zweites.” Wobei ich sagen muss, dass die Sprüche von Leonidas gegenüber dem König der Könige ausgesprochen amüsant waren. ~_~ Überhaupt kommt der Film sehr langsam in die Gänge und ich würde mich bei erneutem Anschauen bestimmt am Anfang langweilen. Aber spätestens nach der ersten Schlacht gibt es diverse Humoreinlagen, die Geschichte wird vorangetrieben und die Schreie der SPAAAAAAAAAAAAARTAAAAAAAAAAS werden auch immer lauter. =P

Fazit..
Alles in allem fand ich ihn schon gut. Ich weiss nicht ob ich ihn nochmal unbedingt ganz schauen müsste aber der Film lebt sowieso nur von seiner Optik. Man könnte fast meinen, die Story wurde nur mit Widerwillen erzählt, damit man endlich die Action auf den Zuschauer loslassen kann. Wink
Klar hätte man mehr rausholen können aber wer jetzt von einem Comic eine total tiefsinniege und epische Geschichte wie z.B. “Gladiator” oder noch krasser “Herr der Ringe” erwartet hat, der wird (zurecht) enttäuscht.

Achso em.. eigentlich wollte ich nun vier penen geben aber es gibt noch etwas, wofür ich selbstverständlich einen pen abziehen muss: Die Endschlacht. Die Endschlacht mit 10.000 Spartanern gegen 30.000 Gegner, den wir aber nicht sehen konnten, weil sich die Verantwortlichen anscheinend dachten, dass das die Zuschauer nicht interessieren würde.. so eine wirklich abartig epische Schlacht, die locker den Krieg in Herr der Ringe in den Schatten hätte stellen können! Eeeehehehehe ja. :-)

HURENSÖHNE!!! >:O

Pen Pen Pen Trans(en)pen Trans(en)pen

Exiled

Exiled

Tja, was soll ich sagen, die Zusammenfassung könnt ihr bei elend oder Munin lesen.

Mein Fazit ist halt ein etwas anderes. Ich kann mich anschließen und sagen, dass der Film cinematographisch absolute Oberklasse is. Gibt es nichts zu meckern, alles geil atmosphärisch beleuchtet, nice Kameraeinstellungen und auch die Actionszenen sind schon ziemlich dick gemacht.

Mein Problem liegt ein bisschen bei der Storyline und den Charakteren. Das Lineup is natürlich top-notch, da gibt es nichts zu diskutieren, die schauspielerische Klasse ist mehr als vorhanden.

Trotzdem blieben die Hauptpersonen für mich relativ blass bis zum (zugegebenermaßen GENIALEN) Showdown, sprich, sie waren mir einfach scheißegal. Die Story selbst steht natürlich nicht im Mittelpunkt des Ganzen, allein von der Thematik her. Nichtsdestotrotz hätte ich mir etwas weniger Spannungslöcher – vor allem zu Beginn – gewünscht.

Aber nunja, Exiled will halt auch gar kein großes Charakterkino sein, dafür gibt es andere Regisseure/Filme und von daher sind meine Kritikpunkte für Genrefans sicherlich auch irrelevant. Mit falscher Erwartungshaltung bin ich jedenfalls nicht an den Film herangegangen, mich lies er einfach nur etwas kalt. Für mich persönlich kein Meisterwerk, aber unterm Strich doch sehenswert.

Pen Pen Pen Trans(en)pen Trans(en)pen

PS: Ich fühlte mich stellenweise ein bisschen an Sonatine erinnert, wobei man die Filme mal überhaupt nicht vergleichen kann. Aber naja, den Film wird wohl wiederum keiner gesehn, geschweige denn wirklich gut gefunden haben… ~_?

Koma

Koma (2004, Chi-Leung Law)

Chiw Ching (Lee Sinje) ist auf einer Hochzeit sturz betrunken und taumelt so durch das Hotel, als sie nach Hause laufen will. Da sie kaum noch laufen kann muss sie sich immer wieder an der Wand und Türen abstützen, was bei einer Tür allerdings nicht so gut klappt, da sie halb offen steht. Sie stürzt in das dunkle Hotelzimmer und sieht nur noch, wie vor ihr eine nackte Frau liegt und mit verzweifeltem Blick ihr die Hand zustreckt. Überall ist Blut. Am nächsten Tag auf der Polizeistation kann sie dank der Überwachungsvideos vom Hotel eine Frau wiedererkennen, die sie gestern noch zuvor im Hotelflur entdeckte. Doch mit ihrer Aussage bringt sie sich selbst in’s Visier eines gemeinen Nierenräubers… UHHHH!!! GRUSELIG!!!

Also öh. Die zwei Mädels sind hübsch anzuschauen. Das fällt einem als erstes auf. Die Musik eigentlich auch, allerdings anfangs durch das Titletheme wirklich positiv. Ansonsten fällt einem die Musik wirklich negativ auf, da sie ziemlich Synthesizermäßig klingt. Also nach einem günstigen Synthesizer. Und das im Jahre 2004, wo Synthesizer eigentlich schon fast komplette Orchester faken können. Aber nicht nur das verhinderte, das sich so etwas wie Spannung aufbauen kann. Nein, auch die Geschichte ist ziemlich weird. Sie will einfach cleverer sein, als sie ist und schnell durchschaut man den ein oder anderen Aspekt der Story und wundert sich trotzdem, was dieses Dreiecksliebesdrama in der Mitte des Films eigentlich soll. Ziemlich weird und einfach distracting. Ich konnte den Film teilweise nichtmal ernst nehmen, da er – obwohl aus Hong Kong – nicht auf die genreüblichen (Slasherfilm) Szenen wie z. B. Tür geht langsam auf, man sieht nur Skalpell in einer Hand. OH GOTT!!! oder gar man sieht den kompletten Weg des Mörders vom Balkon durch die Wohnung bis in’s Schlafzimmer und dann… OH GOTT!!! Es war nur ein Traum!!! RAAHH!!! Also eher ziemlich Hollywood, ziemlich lame und der ganze Film wurde dadurch verschandelt.

Tjopes, eigentlich erwartete ich eher einen Psychothriller, aber das war ja echt astreine Hollywood-Teenie-Slasherfilm-Kost. Sehr enttäuschend, vor allem da der DVD Rückentext, bzw. so manches Review (Welche übrigens durchweg positiv ausfielen.) einen anderen Eindruck vom Film machten.

Pen Pen Trans(en)pen Trans(en)pen Trans(en)pen

Tiger On The Beat

 (Achtung, das Hong Kong Legends Cover täuscht. Das ist nicht Kill Bill und kein John Woo Film. Es sah nur am besten aus. Das orig. HK Cover ist ja zum davonlaufen.)

Tiger On The Beat (Lau Kar-Leung, 1988)

Sergeant Li (Chow Yun-Fat) ist C.I.D. Officer und bekannt dafür, das er es gerne mal locker angehen lässt. Da kommt ihm der aufstrebende, muskelbepakte Cop Michael Cho (Conan Lee), der nicht nervt sondern dauernd nur die Arbeit im Kopf hat, natürlich eher unrecht. Schlimmer noch, er soll Lis Partner werden. Blah blah blah, so kommt es natürlich dazu, das die zwei einen Fall lösen müssen und sich anfangs nicht leiden können blah blah blah, dann kommen sie aber immer besser aus und blah blah, das müssen sie auch, denn nur so können sie den Fall lösen. Ihr saht bestimmt schonmal alle Lethal Weapon.

Und so fängt Tiger On The Beat also mit einem Song eines kantonesischen Tina Turner Immitats an und entlässt uns alsbald in eine der typischen 1980 Hong Kong Komödien. Anfangs lernen wir Chow Yun-Fat kennen, wie er so den Tag verbringt. Nachtsüber schläft er mit random Frauen und morgens, nachdem er erstmal gesund gefrühstückt hat (Er trinkt ohne Schnitt 10 rohe Eier in einem Glas auf Ex!? Danach einen Milchshake hinterher?! Wtf???) würde er am liebsten den ganzen Tag nur in seinen Lieblingsbars rumhängen. Aber tjopes, da kommt der lame Cop der nur am rummachen ist und Polizist des Jahres oder so werden will. Das suckt natürlich und sorgt anfänglich für ein paar tolle Szenen zwischen den beiden Schauspielern, deren Humor auch gut für westliches Publikum zugänglich ist. Dabei nimmt sich Chow Yun-Fat selbst nicht zu ernst und lässt auch hier wieder mal so richtig die Sau raus. Inklusive die Hosen ausziehen, bei Frauen einen Korb kriegen und mit einer dicken BH Verkäuferin diskutieren. Chow Yun-Fat hat sichtlich Spaß daran, während sein Kollege Conan Lee eher für die Fights zuständig ist und einfach nur schön aussehen darf.

Und wenn wir schon von Action sprechen. Baha? Es gibt ein paar ziemlich geniale Actionszenen. Höchstwahrscheinlich gehen die allesamt auf das Konto von Regisseur Lau Kar-Leung (Of Drunken Master II fame). Anfangs ploppen nur die ein oder anderen Fights in’s Geschehen, aber hier kann man schon ausmachen, das Leute am Werk waren, die ihr Handwerk verstehen. Conan Lee hat einiges drauf und seine Gegenspieler sind namhafte Hong Kong Kung Fu Legenden wie Ti Lung oder Gordon Liu. Klar, das es hier abgeht. Aber selbst wenn die Fäuste mal in den Hosentaschen bleiben müssen, geht es recht gut ab. Eine tolle Autoverfolgungsjagd (Sergeant Li fährt einen coolen Mini Morris mit Rennstreifen) ein paar gute Shootouts, die den Mark Gor in Chow Yun-Fat wieder aufleben lassen und eine tolle Szene mit viel Gewalt gegen eine Frau runden das Gesamtergebnis an Action ab. Fast. Der eigentliche Höhepunkt soll nämlich noch kommen. Und zwar am Ende, wenn Conan Lee und Gordon Liu gegeneinander kämpfen. Mit zwei Kettensägen.

Mit zwei Kettensägen!

Baha alter. xD So geil.


.

Leicht verdauliche Hong Kong Humorkost, mit einem tollen 80er Soundtrack, dicken Actionszenen, Gewalt gegen Frauen und einem Kettensägenduell machen aus Tiger On The Beat eine astreine Empfehlung.

Vorausgesetzt man steht auf Hong Kong Komödien der 80er.

Pen Pen Pen Pen Trans(en)pen

Unlucky Monkey

Unlucky Monkey

Eigentlich war alles schon geplant und beide auf dem Weg zur Bank. Sie wollten sie ausrauben, aber die Zeichen stehen schlecht. Das Wetter ist trüb und abends soll es obendrein noch Vollmond geben. Was schief gehen kann, wird schief gehen und so kommt es, wie es kommen muss…

…die Bank wird bereits überfallen. Hastig stürmen zwei andere Verbrecher , gefolgt von drei Polizisten / Wachmännern, aus der Bank und werden dabei von einem Auto angefahren. Die Tasche mit den erbeuteten 80.000.000 Yen fliegt in hohem Bogen in die Arme unserer zwei Pechvögel… Pardon, unseres Pechvogels, denn der andere stirbt beim Versuch die Tasche aufzufangen. Selbst wenn der andere die Flucht mit dem Geld schafft, so wirklich viel Glück hat er nicht. Er ersticht ausversehen eine junge (hübsche) Frau. Und fortan beginnen sich durch sicke Zufälle die Wege diverser Personen immer wieder zu kreuzen..

Filme von Sabu sind so mit ein paar der wenigen, die man sich aus Japan antun kann. Und im Gegensatz zu Herren wie Kitano und Miike ist der Hype um Regisseur Sabu gerecht. Moment… welcher Hype? Eine Schande das dreckige Regisseure wie Kitano oder Miike mehr Aufmerksamkeit bekommen, als ein Sabu. Auch mit Unlucky Monkey schafft er wieder einen Film, der aus einer ungewöhnlichen, interessanten Ausgangssituation etwas schafft, das den Zuschauer fesseln kann, überraschen kann. Er zeigt euch Situationen, die ihr schon immer sehen wollt. Auftragskiller läuft in Zeitlupe die Treppe hoch. Wir wissen, gleich knallt’s. Und wie, schließlich rutscht der Auftragskiller mit seinen Sandalen auf den Treppen aus, fliegt vor den Soll-Opfern auf’s Maul und schießt sich dabei ausversehen in die Eier. Dabei ist anzumerken, das die Situation weder unglaubwürdig, noch lächerlich wirkt. Sie passte einfach zum Charakter und man lacht unweigerlich und hat keine Probleme sie für real anzuerkennen.

Im Gegensatz zum Schluss. Der mir dann doch etwas zu weird war und mich etwas verwirrte. Das hätte man ggf. besser lösen können. Aber trotz aller Zufälle und wahnwitzigen Situationen erscheint einem alles als logische Konsequenz und selten überlegt man, ob das nun gerade sein kann oder nicht. So muss das sein und nicht anders.

Obwohl ich Sabus Filme “Monday” und “Dangan Runner” etwas besser fand, reicht das locker noch für 4 Penen.

Pen Pen Pen Pen Trans(en)pen

The Big Heat

The Big Heat HK 1988

Wai Po Wong (Waise Lee) ist ein erfahrener Polizeiinspektor, der eines Tages leider feststellen muss, dass er wegen einem Wirbelsäulenschaden die Finger seiner rechten Hand nicht mehr richtig bewegen kann – somit kann er auch oft keine Pistole mehr bedienen. Gerade als er den vom Arzt empfohlenen Rücktritt einreichen will, erfährt er, dass sein langjähriger Freund und Informant Wily Tse in Malaysia ermordet worden ist. Er versammelt eine kleine Truppe Polizisten um sich, um den Mörder zu finden.

Ursprünglich ein von Produzent Tsui Hark initiiertes Projekt, durchlebte The Big Heat im Produktionsverlauf so einige Schwierigkeiten. Zunächst wurde die Regie von Andrew Kam übernommen, bis Hark ihn nach Differenzen rauswarf und stattdessen unseren lieben Johnnie To auf den Regiestuhl brachte. Doch selbst der konnte Hark nicht wirklich zufriedenstellen und musste gegen Ende der Dreharbeiten wieder weichen, wonach Tsui Hark kurzerhand selbst einige verbleibende Szenen drehte.

Dieser Tatsache ist es vermutlich zu verdanken, dass der Film nicht nur wirr im Hinblick auf die Story ist, sondern auch qualitativ immer wieder Unregelmäßigkeiten erfährt. Hier ist sicherlich eine Menge Material auf dem Schneidetisch liegen geblieben, was weniger tragisch gewesen wäre, wenn Hark (dem ich jetzt einfach mal die komplette kreative Vision des Films attestiere) in seiner Version eines düsteren, ernsten Bloodshedthrillers nicht so viel Wert auf die Ausarbeitung der Charaktere um Wai Po Wong gelegt hätte. Alle drei sind auf ihre Art und Weise sympathisch, und doch vermisst man die Interaktion, die etwa die Truppe bei The Untouchables so zusammengeschweißt und beim Zuschauer letztlich für den emotionalen Impact gesorgt hat. Der Malaysia-Cop Chat Fu Ong ist mit eine der interessanteren Persönlichkeiten, denn er sieht aus wie ein Chow Yun Fat in A Better Tomorrow mit Sonnenbrille und Oberlippenbärtchen, bloß 20 Jahre gealtert.
‘Clumsy Lum’ hingegen ist der Stereotyp des ängstlichen, unerfahrenen Greenhorns, und dann ist da noch so ein anderer Typ, dessen Name ich vergessen habe.

Überschattet werden die Charaktere von der völlig bekloppten Gewaltdarstellung. Gleich nach den ersten Sekunden des Films, in denen eine Hand durchbohrt wird merkt man, dass hier was anders ist. Qualität statt Quantität ist das Motto Harks – statt Bodycount zählen die sicksten Todesarten, die man sich nur vorstellen kann. Neben jeder Menge Blut bei den spannend und hektisch inszenierten Shootouts werden Köpfe abgetrennt, Hände weggeschossen und Leute von Aufzügen zweigeteilt. Vor Kindern und unschuldigen Krankenschwestern macht übrigens auch keiner halt. In einer der besten Szenen wird nach einer Verfolgungsjagd ein Gangster von einem Auto angefahren, von einem zweiten überfahren, er fällt von einer Brücke auf ein drittes Auto und wird gegen Ende gegen eine Bande geschleudert. Übrig bleibt ein blutiges Häufchen. Ich musste schon sehr lachen. xD
The Big Heat bietet zweifellos die überdrehteste Darstellung an Grausamkeiten, die man im Hongkonger Copthriller finden kann. Und, wenn ich ehrlich bin: Ohne sie wäre der Film nicht halb so gut und würde im Bloodshed-Einerlei versinken.

Komplementiert wird das Ganze von mehr als soliden Schauspielleistungen, allen voran Waise Lee, der stets eine gewisse Ruhe und Waiseheit (HAHEAIEHIAHEIHEIEHAEHIAHEIE) ausstrahlt und damit im starken Kontrast zu seinen ständig overactenden Kollegen steht. In visueller Hinsicht kann The Big Heat auch außerhalb der Splatterszenen mit einigen echt schönen, atmosphärischen Einstellungen aufwarten, siehe unten. Synthesizermusik und ein Gitarrenthema machen den 80s-Vibe komplett.

Insgesamt: The Big Heat ist zügige, nie langweilige Bloodshed-Routine mit total sicken Shootouts, und darum für Fans solcher Filme natürlich zu empfehlen. Am Ende bleibt aber der kleine, wehmütige Gedanke übrig, dass aus dem Film noch viel mehr hätte rausgeholt werden können, mehr Tiefe, mehr Persönlichkeit.. Ich gebe spontan Tsui Hark die Schuld. HAHAHAHAHA!

So, das war’s. Schalten sie morgen wieder ein, wenn es heißt: Penance kriegt auf’s Maul weil Pan’s Labyrinth geil ist, aka hoffentlich. Gute Nacht, Hong Kong! Ich liebe dich auch wenn ich dich nicht persönlich kenne.

Pen Pen Pen Pen Trans(en)pen