Acacia

ACACIA

Mi-sook (Shim Hye-jin) und Do-il (Kim Jin-keun) hätten gerne ein Kind. Sie ficken um die Wette, aber es will und will einfach nix dabei heraus kommen. Also entschließen sie sich ein Kind zu adoptieren. Im örtlichen Weisenheim werden sie in Form eines kleinen sechsjährigen Jungens fündig. Er fällt Mi-Sook auf, weil er “interessante” Bilder malt. Zuhause bei seiner neuen Familie angekommen, bemerken diese, das er sich zu Bäumen hingezogen fühlt. Der Akazienbaum im Garten hat es ihm besonders angetan und so sitzt er stundenlang davor, teilweise darauf und umarmt diesen sogar. Er lebt sich gerade in die Familie ein, als Mi-Sook unerwartet Schwanger wird. Ihr erstes eigenes Kind bekommt natürlich volle Aufmerksamkeit, was dem sechsjährigen Adoptivkind nicht so gefällt. Er verhält sich seit dem… merkwürdig.

Acacia ist ein Horrofilm aus Korea, der ausnahmsweise mal auf langhaarige asiatische Mädels verzichtet und statt dessen einen Baum in die Mitte des Geschehens stellt. Im Zusammenspiel mit dem komischen Adoptivjungen hätte sich fast so etwas wie Grusel eingestellt, wenn die Inszenierung nicht so langweilig gewesen wäre. Viele Szenen waren Handwerklich gut gemacht und gerade Anfangs hätte man den Baum fast als Bedrohung wahr genommen, aber wenn er dann im späteren Verlauf des Filmes physikalisch (!) zurück schlägt, dann wird es etwas komisch. Dabei ist die Story gar nicht so vorhersehbar, wie es die Inhaltsangabe vermuten lässt. Man ahnt was passiert sein könnte, weiß es aber nicht und am Schluss kommt es dann doch irgendwie ganz anders.

Die Cinematographie ist teilweise grandios, teilweise etwas “blass” und kann den Film dann auch nicht mehr retten. Es ist einfach langweilig. Anfangs wird er noch schön zurückhaltend erzählt, mit vielen Szenen, bei denen man sich den Rest denken muss, oder die einfach super reduziert sind, aber leider dreht das dann am Schluss komplett um und jede Kleinigkeit wird lang und breit erklärt. Das ist scheiße. Die Musik ist – typisch für eine koreanische Produktion – teilweise ziemlich grandios und bietet Ohrwürmer, aber auch hier hat man sich gegen Ende des Films irgendwie vertan und die Hauptmelodie von einem Kind lallen lassen, was zwar in Verbindung mit dem Ende Traurig sein sollte, aber leider nur bescheuert klang.

Schade, denn anhand des Covers und im Hinblick auf “Tale Of Two Sisters”, hatte ich mir etwas stylischeres erhofft. Vor allem mehr Grusel. Bis auf zwei Szenen war hier nicht viel mit Grusel.

Außen Hui, innen Pfui.

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Mad Detective

M A D . D E T E C T I V E
JOHNNIE TO . WAI KA-FAI

Bei einer Verfolgungsjagd in den Büschen Hong Kongs gehen zwei Dinge verloren. Ein Inspektor namens Wong und die Waffe seines Partners Chi-Wai (Lam Ka-Tung), welcher es wie durch ein Wunder unversehrt zurück zur Wache schaffte. 18 Monate ist das nun her und Inspektor Ho (Andy On) hat immer noch keine Spur. Da erinnert er sich an einen ehemaligen Polizisten namens Bun (Lau Ching-Wan), der damals nicht nur großartige Polizeiarbeit leistete, sondern leider gleichermaßen verrückt war.

Inspektor Ho bittet ihn um Hilfe.


(Links: Minute für Minute werden wir mit geilen Einstellungen wie z. B. dieser hier verwöhnt. | Rechts: Bun hat so seine eigenen Methoden Verbrechen zu rekonstruieren.)

Ach immer das gleiche. Johnnie To regt mich echt auf. Wie soll man ein Review zu einem Johnnie To Film bitte noch anfangen? Man hat gar keine Wahl mehr. Ich kann doch nicht schon wieder ein Review eröffnen, in dem ich über die Geilheit seiner Filme oder die Geilheit des Johnnie Tos ansich schreibe. Auch ist es immer eine Scheiße mit seinen Filmen. Man vergibt in der Regel 4 bis 5 von 5 erreichbaren Punk… huch?! Penen meinte ich natürlich und weiß aber leider nicht warum genau. Gleiches gilt für Mad Detective, wobei ich hier immerhin gleich mal den Anfang als Beispiel anführen kann, warum Johnnie To eigentlich so geil ist. Wenn man für ein paar Minuten Bun bei einer Rekonstruktion eines Verbrechens sieht, bei dem er sich in einen Koffer packt und die Treppen runter schubsten lässt, danach raus springt und sagt: “Der Eisverkäufer ist der Mörder!” und schon einen Schnitt später sieht, wie er dem alternden Polizeichef zu seiner Pension sein ganz persönliches Geschenk überreicht und danach der Titel eingeblendet wird, dann… ja dann weiß man schon, dass man einen Johnnie To Film schaut.

Man lacht, man ist verwundert, man kann kaum glauben, was man da sieht und man ist einfach nur gespannt, wie es weiter geht und das bei einer ausgelutschten Geschichte wie dem Standardwerk: Junge Polizisten müssen alternden Ex-Polizeihelden zu Rate ziehen, blah. Das kann nicht jeder. Sich dabei noch etwas neues auszudenken ist anscheinend so schwer, das es nur ganz wenige Menschen auf dieser Welt schaffen. Johnnie To (bzw. Wai Ka-Fai) ist einer davon.


(Links: Baha, was geht’n? | Rechts: Oh Gott! Drei Waffen auf drei verschiedene Personen gerichtet. So ein Pistolen Wirrwarr gab’s ja noch nie! Aka doch, aber das hindert Johnnie To doch nicht daran, es immer wieder neu zu erfinden?!)

Johnnie To zeichnet des Weiteren aus, das es einfach so weiter geht. Irgendwie ist von Anfang an klar, wer der Böse ist, aber man weiß nicht wieso und warum und will überhaupt sehen, wie es weiter geht. Es bleibt spannend und spätestens, wenn man kurz vor Schluss noch einmal kurz in die Irre geführt wird, macht man sich in die Hosen, weil man Spaß bei einem Film hat. Dabei ist mal wieder Lau Ching-Wan der geilste, der den verrückten Bun spielt, als… wäre er Bun. Gerade die unberechenbaren Szenen mit Bun heben den Film von anderen ab und machen am meisten Spaß. Das Verwirrspiel mit mehreren Persönlichkeiten (Bun kann das Innere von Menschen sehen) addet zusätzlichen Reiz und regt zum Überlegen an, während einen die hurengeile Kameraarbeit auch visuell verwöhnt und belohnt. Die anderen Schauspieler gehen zwar neben Lau Ching-Wan etwas unter, vor allem Andy On, was etwas schade ist, aber dafür kann Lau Ching-Wan halt auch locker einen Film alleine tragen. Die Musik fand ich zwar gut, aber leider etwas wenig. Dafür kann man sich sicher sein, das sie auch genau da hin gehört, wo sie ertönt. Das kann man nicht von jedem Film behaupten, wo z. B. das Maintheme ertönt, wenn der Hauptdarsteller kacken geht.

Tjo. Johnnie To halt. Alles perfekt wie immer. Was soll man dazu sagen? Spannend, involvierend, toll gefilmt, handwerklich perfekt, gute Musik und die besten Schauspieler (die besten, nicht die jüngsten oder schönsten) ganz Hong Kongs. Wenn Johnnie To mal einen Autounfall hat, dann muss ich leider kotzen und mich ebenfalls umbringen. Bis dahin aber…

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Titan A.E.

Titan A.E.
2000 | USA | Don Bluth

Man könnte meinen, wenn in einem Film die Erde bedroht wird, ist das Grund genug für ein episches Abenteuer voller Spannung und riesigem Ausmaß. Wenn das dann noch die Handlung eines Zeichentrickfilms ist, kann man neugierig werden. Und tatsächlich.. “Die nächste Generation des Animationsfilms” wurde Titan A.E. genannt.. von 20th Century Fox selbst. Und höchstwahrscheinlich stehen sie bis heute mit dieser Meinung alleine da.

Story
Im 31. Jahrhundert hats die Menschheit schwer. Die Drej, eine Rasse blauer Wesen die nur aus Energie besteht, haben wohl Schiss vor einer Erfindung der Menschen, dem Titan-Projekt. Schwupps vernichten sie unseren heißgeliebten Planeten und die Zurückgebliebenen stehen wieder ganz am Anfang. Wie der kleine Cale Tucker, der es mit Hilfe seines Vaters, der selbst einen Fluchtversuch innerhalb der Titan (einem riesigem Raumschiff) wagte, schaffte dieser Explosion zu entgehen. 15 Jahre später, in denen die Drej die inzwischen zu Wesen 2. Klasse herabgesetzte Menschheit noch immer verfolgen, wird Cale von einem alten Freund seines Vaters gefunden, der ihm klar macht, daß der Ring den Cale vor seiner Flucht bekam, eine Karte ist, die den Schlüssel zum Erhalt des gesamten Lebens darstellt. Ja. Und dann gehts halt los.

Kritik
Tja also da kann man eigentlich nicht meckern oder? Kein Wunder, dass es hier nicht um niedliche Tierchen geht, die sich entschließen ein gaaanz tolles Abenteuer zu erleben, mit einem Coolen der alles weiss, einem total aufgeDrEHtEN UahHAahaaHAUIAha.. und dem vermeintlich Bösen, der dann später erkennen wird was wahre Freundschaft bedeutet und blablabla. Nein, sowas gibts hier nicht, denn schließlich handelt es sich um einen Film von Don Bluth, dem Erfinder von Dragon’s Lair und Space Ace.

So.. wer das jetzt nicht kennt soll bitte nicht weiterlesen und auch sofort von meiner Seite verschwinden, denn er ist ein Idiot. Dies gilt ebenfalls für absolute Nichtpeilung folgender Begriffe als Beispiel: God Of War, REZ, The Secret Of Monkey Island, Star Wars, McDonalds, Coca Cola, Back To The Future, Futurama. kthx.

Okay.. also Titan A.E. hebt sich, wie auch viele andere Filme von Bluth, deutlich vom Disneystil ab. Metal statt orchestraler Chöre, alles ist etwas ernster, mitunter brutal und eher an die erwachsenere Generation gerichtet als an Kinder. Das ist ja in erster Linie auch nicht unbedingt was Schlechtes, solange man nicht daran denkt, daß erwachsene Zeichentrickfilme sowohl in den USA als auch in Deutschland nicht ganz so akzeptiert werden wie das z.B. in Japan der Fall ist. Aber gut, versuchen konnte man es ja. Die ca. $40,000,000 die der Film einsp.. Verlust machte hat Fox locker weggesteckt.
Aka nein.. es sollte der erste und der letzte Film der Fox Animation Studios werden.

Was lief da also schief? Nun heben wir zuerst mal die positiven Dinge vor, damit wir das hinter uns haben: Die komplette Anfangssequenz ist einfach nur hurendick und em der Titel kommt so sexy fett ins Bild geknallt, dass man echt glaubt man erlebt jetzt einen Mammutfilm der Superlative. Überhaupt sind die Animationen während des ganzen Films wohl das Beste was man in der Kombination mit gezeichneten Figuren bis jetzt sehen durfte. Fast übertroffen werden diese Szenen allerdings vom Sound der in manchen Momenten sogar als Referenz für 5.1 Ton herhalten kann. Boah ey, allein schon die Szene mit den Eiskristallen.. Wahnsinn. :o
So eh.. das wars auch schon.

Denn der Rest ist leider einfach nur langweilig. Langweilig, langweilig, langweilig. Ja, bei Titan A.E. wird Langeweile galaktisch groß geschrieben. Die wenigen Actionsequenzen sind obgleich ihrer Animationen leider nicht halb so spektakulär wie man sie gerne hätte, zumal die Aliens selbst ruckeln. Ka warum. Der Film hat keinen flow aka setzt sich nur aus mehreren Einzelszenen zu einem Ganzen zusammen und die Geschichte wirkt dadurch sehr erzwungen. Manche Szenen (siehe Titelbild) lassen auch unweigerlich das starke Empfinden aufkommen, daß sie einfach vorkommen musste und eigentlich nichts weiter als eine reine Grafikdemo mit nicer Musik ist. Denn sie tragen auch absolut nichts zum Geschehen bei. Solche Szenen werden wirklich zelebriert und sind daher nicht halb so beeindruckend, wie wenn sie halt einfach währen dem Vorantreiben der Story vorkommen würden.

Der absolute Scheissdreck des Films sind aber leider seine Figuren.. die alle absolut unsympathischsten, die ich jemals in einem Don Bluth Werk sehen musste. Als kleiner Junge ist Cale ja noch ein süßer Fratz aber als halbwegs Erwachsener geht er mir total auf den Sack. Seine Freundin ebenfalls und das kleine dicke Alien mit den großen Augen ist nicht mehr als typisch. Von dem Känguru mit dem immer aggressiv glotzenden Gesicht will ich gar nicht erst anfangen.. das ist ja mal total disgusting. :Q Klar, dass bei dem Film nichts knuddeliges vorkommen musste.. aber ein paar nette oder zumindest nicht vollkommen anödende Gesichter hätten dieser “nächsten Generation” sicher nicht geschadet.

Von technischer Seite gibt es so gut wie nichts zu bemängeln. Zweifel, ob sich gezeichnete Charaktere in gerenderte Sequenzen und Hintergründe einbinden lassen ohne, dass sie aufgesetzt wirken, zerschlägt Titan A.E. in der Luft.. oder im Weltraum (AAHAHAHAHAHAHA.. eh..) aber die sich hinziehende Geschichte vermag einen nicht zu fesseln. Dazu sind die Charaktere zu platt und die Motivation nicht erkennbar. Ja klar wollen sie die Menschheit retten.. aber es kommt eben rüber wie wenn es “ganz nice” wäre wenn sie das schaffen und nicht existentiell. zu keinem Zeitpunkt geht es für den Zuschauer um viel wie in z.B. Armageddon oder Deep Impact. Aber machen wir uns nichts vor.. der Grund hierfür sind auch hier wieder die Figuren, die auch nicht so gemacht wurden, daß man mit ihnen mitfühlen kann oder will. Mir persönlich wärs scheissegal gewesen, wenn Cale gestorben wäre, es nicht geschafft und es kein totales Happy End gegeben hätte (HUCH, jetzt hab ich schon das überraschende Ende verraten!!). Natürlich kann man nun sagen, daß es sich ja nur um einen Zeichentrickfilm handelt. Tja, aber er will als erwachsen betrachtet werden.. dann soll er bei der Zielgruppe bitte auch die nötigen Register ziehen.

Fazit
“Er bemühte sich stets”.. könnte man so sagen. Das Projekt Titan A.E. war für Kritiker und Produktionsstudio, wenn auch in Bezug auf einen jeweils anderen Fokus, gleichermaßen enttäuschend. Vor allem die Zuschauer waren es aber, die einen Haufen Geld für lieblos erstellte Charaktere ohne jegliche Wärme und einer noch lieblosere Story ausgaben. Hätte man sich vom Stil her mehr von den oberen zwei Skizzen beeinflussen lassen, wäre eventuell eine Generation Zuschauer befriedigt worden. Aber so ist der Film für einen Kinderfilm zu ernst, für einen Erwachsenenfilm nicht mitreissend genug. Klar, es wurde schon sehr viel größere Scheisse produziert, die über eine noch 35683x schlechtere Story (Stealth) oder 894678x schlechtere Charaktere (jeder Animationsfilm von Dreamworks außer Shrek) oder eben beides zusammen (Die letzten Glühwürmchen) verfügt.. aber das macht diesen Film letztendlich auch nicht besser. Titan A.E. ist eine nette Aneinanderreihung von Effektszenen, die aber ohne jede Spannung in die Bedeutungslosigkeit abdriftet und unaufhaltbar (Achtung, jetzt kommt nochmal so ein ganz toller Satz..) in der unendlichen Schwärze des Weltraums verschwindet. Boah. :Q

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Mortal Kombat – Annihilation

Mortal Kombat: Annihilation
1997 | USA | John R. Leonetti

Tja. Es musste wohl geschehen. Nach dem großen Erfolg des ersten Mortal Kombat Films war es eigentlich nicht verwunderlich, daß ein Nachfolger kommen würde, zumal das Ende des Vorgängers kein eindeutiges Happy End zeigte. Ich freute mich auch ehrlich gesagt auf diesen weiteren Teil, denn der Trailer war damals atemberaubend, zeigte spektakuläre Action, jede Menge Charaktere und versprach damit so einiges. Das Budget ging damals auch nur $6,000,000 hoch auf $30,000,000 und somit bestand die Möglichkeit eine recht gute Fortsetzung vorgesetzt zu bekommen.. (“.)
Wies dann wirklich kam, liest Du jetzt..

Story
Nachdem Liu Kang, Sonya und Johnny Cage den Sieg über Shang Tsung errungen haben, erscheint Shao Kahn anhand eines ILLEGAL >:O geöffneten Portals zur Erde und verkündet, daß es jene in 6 Tagen absorbiert haben wird. So wirds dann wohl auch sein und die Streiter müssen sich neu formieren weshalb sie sich aufmachen, um nach Verstärkung zu suchen. Raiden hat allerdings nichts Besseres zu tun als sich bei den Elder Gods auszuweinen warum Shao Kahn die Regeln des Turniers brechen durfte und wie er aufgehalten werden kann. Die erzählen ihm allerdings nur wirre Scheisse und so heissts zum Schluss wie immer ganz banal: Alles und jeden fertig machen!
..
MUAUIWUARHAHAHAHAHAHAHAHAHAAAAAAAAAAAAARRRRRRRRRRRRRRRRRrr.. *hust*

Kritik
Um was handelt es sich hier? Naja im Prinzip ist der ganze Film eigentlich eine Anreihung von einzelnen Szenen, die möglichst viel Figuren ins Spiel (Ahahaha was ein Wortspiel!!! xD Aka..) bringen will, damit dem Zuschauer bitte klar werden möge: Größer & mehr = besser. Und das ist auch schon das Hauptproblem des Films. Denn.. sorgt vielleicht der Auftritt eines bekannten Charakters für ein kurzes “Oh coo..” ist er auch schon wieder verschwunden. Cyrax, Mileena, Baraka,.. sie alle werden binnen Sekunden fertig gemacht. Nicht gerade toll für einen Fan, der vielleicht aufgeregt auf den Auftritt seines Lieblings wartete. Die unterschiedlichen Locations waren bestimmt gut gemeint in Punkto Abwechslung.. aber was bringt mir all das, wenn sich so gar kein roter Faden durch den Film ziehen will? Sicher.. da gibts einen Plot. Der ist aber so oberbeschissen, dass ich schon gar keinen Bock hab gerade weiterzuschreiben. Und deshalb mach ich jetzt erstmal Pause. Bis später.

So. Der Plot beinhaltet random Dinge: Sonya sucht und findet ihren Freund Jax, der irgendwo in einem Labor gefesselt ist (ka wie sie das wusste) und dann kommt Cyrax und explodiert. Liu Kang und Kitana kämpfen in einer Höhle gerade gegen den bösen Smoke, der dann von Sub-Zero’s Bruder, dem guten Sub-Zero (!?), gepwnd wird und schließlich auf Scorpion trifft. Später macht Liu Kang einen Abstecher zum Schamanen Nightwolf welcher der Schlüssel zum Sieg über Shao Kahn sein soll aber wie schon erwähnt, erzählen die Elder Gods Raiden ganz anderes Zeug und blablabla.. es plätschert einfach so vor sich hin und ist truely uninteressant.

Man hätte also mal wieder viel mehr machen können als random Charaktere auftreten und verrecken zu lassen aber tjopes. Und leider sind die fokussierten Charaktere nicht mal interessanter als ihre schnell ablebenden Kollegen. Allein schon, daß ausser Liu Kang und Kitana alle Schauspieler ersetzt wurden, lässt so etwas wie Kontinuität gar nicht erst aufkommen. Peinlich. Doch noch viel sicker ist die Tatsache, daß sämtliche neuen Kämpfer es in Sachen ernstzunehmender Schauspielerei noch weniger drauf haben als der komplette Cast des ersten Teils! Jax und der menschliche Oberkörper von Motaro wurden z.B. von zwei Typen aus “American Gladiators” besetzt. Was soll man dazu noch sagen!? Aber gut, es ist ein Actionfilm in dem gekämpft werden soll was das Zeug hält. Also los jetzt!!!

Aber.. auch das ging gründlich in die Hose. Nicht mal wegen dem Schnitt, denn diesmal werden ab und an Moves am Stück gezeigt, denen man eine gewisse (kleine) Imposanz nicht abstreiten kann. Diverse Sprünge sehen – verbunden mit den kraftvollen Soundeffekten – schon geil aus. Das Problem ist diesmal allerdings die Zeitlupe. Ein spektakulärer Sprung ist in einer Slowmo eben nicht mehr ganz so cool und normale Kampfbewegungen oder gar ganz miese Choreografien (die natürlich vorhanden sind) sehen dann gleich noch viel schlechter aus. Und wenn wirs gerade davon haben, ist es natürlich ganz ausserordentlich verfickt, wenn der Obermotz in solchen Zeitlupen lediglich springt, fällt, böse guckt.. nur weil er offensichtlich kampftechnisch nicht mehr zu bieten hat. Ich kotze! Wahrscheinlich ist das aber vernachlässigbar aufgrund der saudicken Fatalities die es.. leider auch nicht in den Film geschafft haben! JA! Es gibt im Nachfolger von Mortal Kombat – trotz der damaligen Klagen der Fans und Forderung nach deutlich mehr Härte wie im Spiel – einfach NOCH WENIGER Härte und ABSOLUT KEINEN FATALITY IM GESAMTEN FILM!!! Ich kotze dicke Brocken. :Q

Während die Soundeffekte teilweise die Ohren überstrapazieren (aber ich mag sowas ja), hats vor allem mit der Musik diesmal auch nicht mehr hingehauen. Vorbei die Zeiten von Speedmetal mit düsterem Gebrüll, her mit Scooter’s “Fire”. Oh ja. =/ Nichts gegen den Track ansich aber in einem Mortal Kombat Film? Ziemlich lächerlich. Besonders weil während diesem Techno vom Fließband natürlich auch Zeitlupen vorkommen, wie etwa Kitana ihre Schwertfächer öööffneeet uuund daaann eeeiiineeen Geeegneeer feeertiiig maaacht. Wooooooooow! Und die Musik macht dazu wie bekloppt uzuzuzuzuzuzbamuzuzuzuzuzubambamuzuzuzuzabtschuzuzudingdong.. Keine Ahnung was sie sich dabei dachten!? Ich kotze Bälle. :Q

Aber all das kann noch von einem übertroffen werden und bei Gott ich kotze grad. Also wenn ein Film mehr Geld kostet dann kann das mehrere Gründe haben. Zum Beispiel haben die Schauspieler ein höheres Bugdet verlangt, da der Vorgänger so erfolgreich war. Nun.. das wird hier wohl nicht zugetroffen haben. Ein anderer Grund wären die Locations oder Bauten die viel mehr Kohle kosteten. Ka. Aber ein ganz häufiger Grund sind die Special Effects, die für einen Nachfolger meistens möglichst in doppelter Menge und dreimal so dick in Szene gesetzt werden. Das passierte Mortal Kombat: Annihilation auch. Doch während die Quantität stieg, blieb die Qualität nicht nur auf der Strecke, sondern verschlechterte sich sogar noch um ein paar 100 Millionen Prozent.

Wobei das Intro noch eine ganz gute Figur macht.. wurde es doch animations- und soundtechnisch nochmal kräftig aufgebohrt. Actually erlebte ich bis heute vom 5.1 Sound her keine fettere, prolligere Introsequenz für einen Film. Hurengeil! >:O Aber das wars auch schon. Was dann folgt sind mittelmäßig bis ziemlich billig wirkende Sequenzen, denen man ihre Herkunft aus dem Computer nur all zu deutlich ansieht. Doch der Höhepunkt dieses Schunds ist der abschließende Kampf zwischen Liu Kang und Shao Kahn, die sich mit ihren neuen Fähigkeiten in Tiere verwandeln.

..wtf welche Arschgeburt einer Giraffe kam bitte darauf die Animalitys im Film zu verwenden??? Hockten da irgendwie alle an einem Tisch und tranken Kaffee, während Mr. Giraffenarschgeburt vorne stand und seine Idee preis gab, eventuell schon divers vorgerenderte Szenen zeigte und dann standen alle auf und klatschten und nahmen sich in die Arme und dachten sich “Mein Gott es sieht so genial aus und ist eine Revolution die ihresgleichen sucht” und der Typ bekam dann vielleicht auch noch eine Gehaltserhöhung mit der er seiner Giraffenmutter einen Dildo kaufen konnte der für ihren kompletten Hals reichte!?!? Ein Deep-Throat-Giraffendildo??? Oh Gott ey.
Ich kotze Würfel. :Q

Ja.. während Shao Kahn also in Form eines schlangenartigen Wesens so hochfrequente Töne von sich gibt, daß mein Gehörgang rebelliert, mutiert Liu Kang zu einem Drachen (blau), der die Kröhnung aka für viele hoffentlich das absolut Aus für diesen Film bedeuteten. Etwas Schlechteres habe ich lange nicht gesehen. Die staksige Animation, die absolut lächerliche Einbindung in den Hintergrund,.. er bewegt sich wie wenn er sich einen Baseballschläger ganz tief in seinen Schlumpfarsch hat reinschieben lassen. Deshalb bekommt er auch zurecht gehörig die Hucke voll. Allerdings.. er ist ein Drache!!! Wieso fliegt er nicht einfach weg? WIESO SPUCKT ER KEIN FEUER??? Hurensohn. :Q

Fazit
Dies ist die typische Fortsetzung einer recht guten Videospielumsetzung und ein Beispiel, wie man es dann auf keinen Fall machen sollte. Mehr Effekte, mehr Charaktere, mehr Locations, mehr Kämpfe aka einfach mehr von allem. Dann nimmt man das alles und steckt es in eine Qualitätsabzugsmaschine und raus kommt dieser Mistbrocken namens Mortal Kombat: Annihilation. Es hätte Möglichkeiten für eine zusammenhängende Trilogy gegeben (die gab es actually.. wobei der schlechte Verkauf des Films dann erstmal alle Türen schloss) oder für eine Ausarbeitung der überbliebenen Charaktere oder einfach für eine halbwegs normal spannende Story. Aber all das wurde nicht genutzt. Stattdessen wird man erschlagen mit drittklassigen Kurzauftritten von viertklassigen Schauspielern mit teilweise nicht klassifizierbarer Kampferfahrung. Es hätte mich bei dieser Aufdringlichkeit nicht gewundert, wenn es 1 Woche später die dazugehörigen Actionfiguren im Laden gegeben hätte.

Bleibt zu hoffen, dass sich im Zuge der immer lukrativer werdenden Videospielumsetzungen die Produzenten für den 2010 angepeilten 3. Teil (der aber eine Neuverfilmung des 1. Teils werden soll) der Serie die Meinungen der Massen von Fans zu Herzen nehmen. Silent Hill, Hitman und Doom schlugen hier bereits den richtigen Weg ein. Es sind Filme, die der Altersklasse ihres spielerischen Pendants entsprechen. Und es ist Quatsch ein brutales Prügelspiel in seiner Verfilmung zu einem Kindergeburtstag verwandeln zu wollen. Deshalb gibts es nur eins was in 2 Jahren unter dem Kinoplakat stehen darf: (rated X for its brutal, gory violence)

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Mugen Senshi Valis

( Title Screen & Intro )

夢幻戦士ヴァリス
Mugen Senshi Valis
Telenet Japan / Mega Drive / 1991

Eines schönen Tages (ok es regnet gerade ~_?), Yuko hat gerade Schulschluss, trifft sie auf dem Heimweg ihr bekannte(?) Reiko. Sie erzählt ein paar mysteriöse Dinge und verschwindet auch schonwieder. “Komisch”, denkt sich Yuko als auf einmal ein Monster vor ihr auftaucht und sie in eine andere Welt entführt – die “Fantasy World”, wie einfallsreich. O: Schnell erhält sie noch ein Schwert von einer “Valia” und schon stehen wir nichtsraffend im ersten Level. Ok denken wir uns, immerhin nice Intro gesehen, soll ja schliesslich nicht die letzte Cutscene sein.

( Mehr aus dem Intro )

So wird die Story in späteren Cutscenes tatsächlich auch noch weitergeführt. Wir erfahren, das wir ein oder der Valis Warrior (Valis Senshi) sind und uns wirklich in der Fantasy World aufhalten, die in einer anderen Zeit und in einem anderen Raum besteht. Logisch.
Letztendlich geht es einfach darum, ein paar Steine einzusammeln. Reiko taucht dabei auch noch wieder in einem tragischen Moment auf und so passiert dann schon recht viel. Ich mag ja nicht Spoilern jetzt :Q

( Ingame )

Beim Gameplay ansich haben wir es mit einem klassischen sidescrollenden 16-bit Actiongame zu tun, wie wir das z.b. von Castlevania her kennen. Wir bekommen zwar nur ein Schwert, können aber (besonders mit ein paar Power-Ups) damit auch Projektile verschiessen, 5 verschiedene sogar, je nach Power-Up. Springen, Rutschen und eine Spezialattacke, die MP (Magic Points) verbraucht gibt es obendrauf auch noch. Nach jeder Stage gibt es einen Boss und so ist eigentlich alles wie gewohnt.
Was leider stört ist das Yuko etwas langsam läuft. Immerhin kann man hin und wieder einfach A drücken, damit sie vorwärts rutscht und so ein gutes Stück weiterkommt. So großartig stören wie in anderen Reviews tut es mich allerdings nicht. Gibt ja schliesslich immer auch zahlreiche Gegner zu verhauen etc. ~_~

( Sehr cool das Riot Plakat )

Das Leveldesign ist hmmm, ich finds ganz nice eigentlich. Es ist zwar manchmal etwas eintönig, wenn man ne zeitlang einfach geradeaus läuft, ohne das es mal runter oder rauf geht, aber da kommen halt dann auch Gegner oder Powerups und man kann sich etwas an den BGs erfreuen. Auf jedenfall hab ich schon weitaus schlimmeres gesehen. Sehr geil ist z.b. das Zugdepot im zweiten Teil von Stage 1.
Die meisten Level bieten dann auch noch mehrere Wege an, sie zu durchqueren, wobei am Ende alle Wege wieder zusammenlaufen, was man eventuell nutzen kann um noch mal einen anderen rückwärts zu laufen, zum Power-Ups sammeln. HP gibts eigentlich genug auf dem Weg dass das kein Problem sein sollte, und Power-Ups sind gut, sehr gut, denn die Bossfights sind relativ hart, bis man mal durchschaut hat wann der Boss nun verwundbar ist und wie man am besten wann ausweicht. Da können dann schonmal 1 oder 2 Lebel bei flöten gehen. Superschwer ist es allerdings auch nicht und spätestens beim zweiten durchspiel-Versuch weiß man ja, wie die Bosse funktionieren.

( Rechts der erste Boss, schade das ich keinen von dem überaus geilen und großen Stage 4 Boss finde )

Der Sound ist ganz cool ansich. Bisschen Random aber featured auch die ein oder andere bekannte Valis Melodie (Die Serie lief immerhin 20 Jahre lang, mit dem bisher letzen Game das 2006 erschien).

Fazit:
Relativ Mediocre, aber auch nicht total schlecht. Angucken kann man sich das Game sicher mal und teuer ist es auch nicht. Telenet Fans freuen sich sicher drüber, aber die dürften es wohl schon kennen. :P

Mit Telenet und Yuko-Bonus:
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Ansonsten:
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Sega Rally Championship

Sega Rally Championship
IBM-PC | Sega AM3 R&D Division | 1997

Tjo geil, die PC Version von Sega Rally. Ich sah das es garnicht viel kostet und needete es natürlich um meine Sega Rally Sammlung zu vervollständigen. Es ist nun der fünfte Teil den ich habe ~_~. Geil, wie man Sega Rally nun einfach auch auf dem PC zocken kann. Könnte man denken. Es ist nämlich ein 1:1 Port der Sega Saturn Version, soweit so gut, allerdings hat das Spiel dadurch und bedingt durch sein Alter mittlerweile ein paar Nachteile, zu denen ich nun was sagen werde. Das Spiel ansich kennt ja hoffentlich sowieso jeder Pen

* Geschwindigkeit
Das war wohl früher nicht Vorhersehbar, aber das Spiel läuft leider auf heutigen Prozessoren natürlich viel zu schnell. Ok, da gibt es Lösungsversuche. DOSBox zum Beispiel funktioniert ja größtenteils hervorragend. Nun ist Sega Rally halt für Windows, wo man auf sog. Prozessorbremsen zurückgreifen muss. Das hat gleich mehrere Nachteile (z.b. dass man den kompletten PC langsamer macht) und Sega Rally hat egal bei welcher Einstellung trotzdem seltsame Ruckler, bei denen das Spiel kurzzeitig schneller läuft. Wenn man den PC dann weiter drosselt ruckelt irgendwann das komplette Spiel. Irgendwas klappt da nicht. :/

* Optionen
Es ist schön, dass das Spiel zu 1:1 vom Saturn geported wurde. Leider so auch das Optionsmenü, welches genau die Optionen vom Saturn beherbergt. Das Menü für z.b. die Tastenbelegung findet man über die F3 Taste. Klar das man da schnell drauf kommt, ohne das Manual zu studieren bzw. wild alle Tasten zu rücken, weil die Karre nicht losfahren will (Gasgeben ist auf der 0 vom Numpad, welches bei mir auch einfach ausgeschaltet war.).

* Auflösung
Klar, damals gab es keine 16:10 Displays. Man konnte wohl auch kaum ahnen das 11 Jahre später der Kami da sitzt und sich interpolierten Pixelbrei angucken muss. Ist heute trotzdem so. Window-Modus habe ich nicht gefunden und Fullscreen schaut aus wie kotze. Das ist sehr Schade :Q

* Internet Play
Auch 1997 hätte man ahnen können, das irgendwann Modems nichtmehr an COM1 bis COM4 betrieben werden. Leider sind das die einzigen Einstellmöglichkeiten die das Spiel anbietet und so ist Internet Play nahezu unmöglich, es sei denn man gräbt ein uraltes Modem aus.

Tja soviel dazu.

Falls sich jemand Entscheiden muss würde ich auf jedenfall zur Sega Saturn Version raten. Erstens stimmt die Geschwindigkeit, die Pixel sind hurennice (nicht Interpoliert) und drittens hat man geile Padsteuerung. Wobei die PC Version auch Gamepads unterstützt (wenn ich denn eins hätte).

Ich weiß wohl, das die Kritikpunkte zu 99% am Alter des Spiels liegen und man 1997 sicher einigen Spaß mit dem Spiel gehabt hätte. Ändert aber nichts daran das heute einige Probleme mit sich bringt, wenn man Sega Rally auf dem PC genießen möchte. Extra einen alten PC aufbauen ist wohl auch nicht Sinn der Sache.

Daher:

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Das Spiel ansich verdient natürlich volle 5 Penen:

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Corderoy – Sweetest Dreams

Corderoy – Sweetest Dreams
(Tsunami Special Blend / 2004 / 12″)

3 Jahre ists her, da releasten die Leute von Corderoy einfach “Sweetest Dreams” auf Tsunami Records. Auch heute noch eine Arschgeile Platte imho. Am besten finde ich den Remix von Ferry Corsten, der einfach geil abgeht, gefolgt von dem gut gelungenen Break wonach natürlich auch nochmal schön aufgedreht wird. Der Break ist sowieso eine Sache für sich und war für mich schon kaufgrund genug, als ich das Lied damals zum ersten mal gehört hab.

Der Greg Murray Remix kann sich ebenfalls hören lassen, allerdings vermisse ich das Klavier das der Herr Corsten verwendet hat. Beim Ambient Mix fällt das ganze nicht so auf, dafür geht der mir mit einer Laufzeit von nur ein paar Minuten einfach zu kurz, von daher bei beiden einen Pen weniger.

Tracklist
a1 : ferry corsten remix
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b1 : greg murray remix
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b2 : ambient mix
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LOST – Ein Liebesgeständnis

LOST – Ein Liebesgeständnis
2004-2010 | USA | J.J. ABRAMS

Nein, keine Angst! Ich werd hier weder was über die Story noch die Hintergründe verraten. Aber ich muss es mir von der Seele schreiben, denn.. denn.. WAAAAAAAAAH!!!

Im Allgemeinen
Ich hasse Serien. Natürlich nicht wirklich alle. Die Simpsons z. B., King of Queens oder auch Scrubs sind alle ziemlich nice aber das sind halt auch Comedys. Da gibts zwar einen gewissen roten Faden aber man muss nicht zwingend von Anfang an dabei gewesen sein um die Charaktere kennenzulernen, Witze zu verstehen oder gar einzutauchen. Es geht um den schnellen Spaß, der sich ohne Probleme konsumieren lässt.

Bei ernsteren Serien gibt es hingegen eigentlich zwei Grundarten:
- Zum einen die, bei der die Folgen für sich immer abgeschlossen sind, während der eigentliche Plot (wenns denn überhaupt einen gibt), ganz klar im Hintergrund steht (wie auch bei Comedys). Meist ist die Serie so aufgebaut, daß sie im Prinzip unendlich lange laufen könnte. Es geht also wie immer nur ums Geld. :Q
- Und dann gibt es noch die Serien, bei denen der Plot die übergeordnete Rolle spielt und nur selten aus dem Fokus gerät, während gewisse Subplots eventuell pro Folge einen Abschluss finden. Die Serie hat definitiv ein Ende. Hier ist es lediglich die Frage nach dem Wann.

..denn auch hier gehts nur um die Kohle. :Q

Sinkt bei der ersten Art die Quote, wird halt etwas Grundlegendes verändert (eine wichtige Person stirbt, neue Charaktere kommen hinzu, ein Umzug der Location,..) und dann gehts unter diesen neuen Umständen weiter, bis der finanzielle Gewinn den Erwartungen nicht mehr gerecht wird. Bei der zweiten Art ist es ein zweischneidiges Schwert: Zum einen bekommt man eine feste Fanbasis, denn Menschen, welche die Serie nach ein paar Folgen lieben, werden ihr treu bleiben sofern es nicht in absurde Sphären abdriften sollte. Die Belohnung ist eine Geschichte mit viel Tiefgang und so vielen Details, wie sie nur im TV Format gezeigt werden kann. Der Nachteil ist, daß es eben auch Leute gibt, denen die ersten Folgen nicht gefallen und ihnen dadurch die Motivation fehlt noch weitere zu sehen. Und für die, die den Anfang verpasst haben, lohnt sich ein späterer Einstieg meistens nicht mehr, da sie befürchten etwas Wichtiges verpasst zu haben oder gewisse Dinge gar nicht verstehen zu können. Also lassen sie es lieber ganz. Perfekt erlebt man so eine Serie also, indem man von Anfang an dabei ist, sie gut findet und jede Folge aufmerksam verfolgt.

Meine Geschichte
Da ich also Anno 2005 wusste, daß ich sowieso niemals jede Woche den gleichen Tag immer Zeit haben würde, hielt ich mich auch von dieser Serie fern, zumal die ganze Werbung sowieso dafür gesorgt hätte, daß etwas wie “Atmosphäre” niemals aufkommen würde.. noch dazu wenn diese Serie ausgerechnet von dem Sender mit der dreistesten Werbestrategie ever gezeigt werden würde. Naja und dann war da noch die, vor dem Start des Pilotfilms erschaffene, unglaublich schlechte Werbekampagne von diesem Hurensender zu erwähnen, die so oberbillig, so auf “gruselig geheimnisvoll” wie eine aktuelle Galileo-Mystery-Folge aufgezogen wurde und mir ständig so aufdringlich ins Gesicht kotzte, daß jeder kleinste Funken Interesse sofort im Keim erstickt wurde und mich wiederum selbst ganz enorme Brocken kotzen ließ! Es nervte ja einfach nur. Allein wenn ich schon diese “düster-abgewandelte” Pro7 Erkennungsmelodie hörte, hielt es mich davon ab, auch nur eine Minute dieser völlig überhypten Serie sehen zu wollen. Eine Serie, in der Gestrandete nach einem Flugzeugabsturz auf einer Insel landen, die (natürlich) von einem schrecklichen Unwesen bewohnt wird. Wow. Wie geistreich. Wie noch nie dagewesen! Wie unglaublich beschissen! Langweiliger Kackhaufen. >:O

Allerdings entschloss Gott letztes Jahr, daß mir die Weisheitszähne gezogen werden müssen. Ka warum er sie überhaupt erfunden hat, wenn sie sowieso irgendwann raus müssen aber okay. Ich ließ die 1,5 stündige Prozedur über mich ergehen und war am Ende froh, nun wenigstens 3 Tage daheim faul rumliegen zu können + Wochenende. Doch was um Himmels Willen sollte ich da bitte tun? Zocken? Wanken? Ein Puzzle legen? Nein, ich konnte mich ja kaum bewegen und man hat dann auch auf alles nicht wirklich Lust. Also war/ist (wie bei Fieber als Kind) TV die einzige Wahl. Da aber nicht jeden Tag Samstag ist aka ich mich nur aufgeregt hätte, wenn Britt wieder mal zwei 14 jährige Teenager zum weinen gebracht hätte, weil der Junge laut Lügendetektor schonmal an eine Andere gedacht hat und das dann ja wohl auch Fakt ist bitteschön aka.., überlegte ich in die Videothek zu gehen. Lange Rede kurzer Sinn: Ich wollte dieser Serie mal eine Chance geben, da mir die nicht vorhandene Werbung und die Option, gleich mehrere Folgen sehen zu können, als nice erschien. So lieh ich mir die ersten zwei DVDs der ersten Staffel aus und versuchte relativ neutral an die Sache ran zu gehen.

Am Ende der 4. Folge war der Punkt erreicht, an dem mir zum ersten Mal der Mund ungläubig offen stand. Nach der 19. Folge war mir unter Tränen klar geworden, daß ich zum ersten Mal in meinem Leben einer Serie verfallen bin. Und nach der Schlusssequenz der ersten Staffel, die mir wohl als eine der schönsten Szenen im TV für immer in Erinnerung bleiben wird, wusste ich, daß das hier die beste Serie der ganzen Welt ist.

Story
48 Menschen überleben den Absturz des Fluges 815, der von Sydney nach Los Angeles unterwegs war. Sie finden sich am Strand einer verlassenen, mehreren Quadratkilometer großen Insel wieder. Da sich die Chance auf Rettung nach einiger Zeit als gering herausstellt und es offensichtlich wird, daß man als Einzelner hier nicht überleben kann, beginnt sich die Gruppe zu organisieren. Auf welche Gefahren sie auf dieser Insel allerdings wirklich stoßen würden, können sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen.

Die andere Geschichte
Zu verdanken haben wir diese, zugegeben auf den ersten Blick ziemlich unspektakulär wirkende Geschichte, unter anderem einem Mann: Lloyd Braun, dem ehemaligen Vorstandsmitglied von ABC im Bereich Entertainment, dessen Hauptaktionär Disney diesen, wegen Genehmigung der Serie, feuerte. (!) Brauns hatte bereits zwei Drehbücher abgelehnt, die eine Mischung aus dem Film “Cast Away” und der Show “Survivor” zu einer Serie verwandeln sollten und wandte sich daraufhin an J.J. Abrams. Der wollte den Auftrag hingegen nur annehmen, wenn in der Serie übernatürliche Elemente vorkommen dürften. Brauns war von dieser Idee so angetan, daß er LOST lediglich nach dem Rohentwurf der Story sofort genehmigte. Er wusste wohl schon, daß er bei Disney nicht zu fragen brauchte, ob er eine Serie in Produktion geben darf, die bei einer Summe von ca. 12 Millionen Dollar (teuerster Pilotfilm bis dato) noch nicht mal ein fertiges Script hat. Deshalb ließ er es auch vorerst. ^^ Als ihn einige seiner Kollegen auf das viel zu hohe Budget ansprachen, argumentiere er lediglich mit “If we are pregnant enough, they won’t shut us down.” Baha!? ~_~

Und wie recht er damit haben sollte! Nur er allein musste die Konsequenzen tragen! Disney wollte (wie damals mit ihren selbst gemachten Animationsfilmen die so fürchterlich in die Hose gingen.. erinnert sich jemand? ~_~) auf Nummer sicher gehen und konnte ein solches Budget nur schwer gut heißen. Auch das Casting, daß einfach mal so jede Größenordnung für eine Prime Time Serie sprengte, gefiel dem Mammutkonzern nicht. Michael Eisner, der Chef von Disneys dafür verantwortlichen Abteilung, sagte in einem Interview dazu: “It’s a crazy project that’s never going to work!” Und noch vor diesem Statement und der Premiere des Pilots, setzte Disney Braun auf die Straße, glaubend, daß seine Überzeugung für dieses Project ein tiefes Loch ins Bankkonto gerissen hatte, das nicht mehr gefüllt werden würde. Das Ergebnis waren 6 Emmys von 12 Nominierungen und das Dreifache der erwarteten Einschaltquoten.

 Erzählstil
Die Einzigartigkeit dieser Serie ist vor allem im Erzählstil zu verdanken, denn dieser ist schlichtweg eine Meisterleistung. Im Prinzip verfolgt – neben dem Hauptplot – jede Folge (bis auf wenige Ausnahmen) mehrere, parallel verlaufende Handlungsstränge ein oder mehrerer Charaktere, welche sich auch durchaus überschneiden können. Die Kontinuitätsdichte der Serie ist unglaublich hoch, was man an den, stark aufeinander in Bezug nehmenden, einzelnen Folgen sehen kann, wobei das nicht zwangsweise nur für die jeweils letzte Folge gelten muss. Es ist durchaus möglich, daß sich ein aktuelles Ereignis auf eine frühere Folge, ja sogar Staffel bezieht und somit alte Fragen beantwortet.. oder neue aufwirft.

Der Grund für das Gelingen dieser Erzählart sind die sogenannten Flashbacks, die Ereignisse der Inselhandlung aus verschiedenen Perspektiven (in Form von Personen) oder mit ihrem ganzen Hintergrund zeigen und somit Dinge enthüllen. Diese Flashbacks bieten allerdings auch recht häufig Einblicke in die Vergangenheit und die dort erlebten Erfahrungen der Protagonisten (meist derer, die für die aktuelle Folge im Mittelpunkt stehen) bevor sie überhaupt auf der Insel ankamen, womit sie oft das aktuelle Handeln oder die Reaktion bzw. den Charakter einer Person im aktuellen Zeitgeschehnis erklären. Auch erfährt man so, daß diverse Personen unwissentlich in der Vergangenheit direkt oder über Firmen/Institutionen etwas miteinander zu tun hatten, was den Charakteren in der Serie selbst allerdings meist nicht bewusst ist.

Aber auch ohne die Flashbacks hat man sich jede Menge einfallen lassen, um den Zuschauer auf die falsche Fährte zu locken. Denn trotz der geradlinigen Erzählstruktur der Haupthandlung werden manche Szenen zuerst in Form eines kleinen Ausschnittes gezeigt oder beschränken sich auf bestimmte Perspektiven, die es dem Zuschauer erstmal unmöglich machen das Gezeigte zu verstehen. Erst später (der Folge, mehreren Folgen oder gar Staffeln) macht es durch Dialoge, Entdeckungen oder eben die Flashbacks plötzlich Sinn oder sorgt für die völlige Wendung eines Geschehnisses, was den Spannungsbogen immer aufrecht erhält, zumal bis da hin 389579 neue Fragen aufgeworfen werden. Ab und an werden Dinge absichtlich so stark in den Vordergrund gehoben, daß man denken könnte die ganze Serie zielt nur darauf ab. Und ein andermal werden vermeintlich beiläufige Situationen in späteren Folgen so enorm wichtig, daß sie die halbe Geschichte umwerfen. Und als ob das nicht schon reichen würde, ist es manchmal anfänglich absolut unklar, ob eine Szene gerade auf der Insel oder der “normalen” Welt spielt und sie somit Bestandteil der Gegenwart oder der Vergangenheit ist. Woohoo! \O_o/

Schauspieler
LOST ist also darauf aus den Zuschauer zu verwirren und macht seine Sache auch ganz hervorragend. Obwohl die Ereignisse übernatürliche und damit unrealistische Elemente enthalten, wirken Geschichte, Handlung oder Dialog niemals lächerlich oder überzogen. Das liegt vor allem daran, daß sich LOST, wie der ebenfalls von J.J. Abrams erfundene Film Cloverfield, selbst sehr ernst nimmt und keine Chance bietet etwas ins Lächerliche zu ziehen. Doch umgesetzt werden, muss diese Ernsthaftigkeit von den Schauspielern. Und bei Gott.. es sind wirklich die besten, die man je in einer Serie erleben durfte. Nahezu alle Charaktere vermitteln ein perfektes Gefühl dafür, was für Leiden oder Freude sich in ihrem Leben zugetragen hat und es gibt so gut wie keinen Moment, an dem ich mir dachte, daß dies oder jenes gerade total aufgesetzt wirkt. Kein Wunder, daß z.B. Terry O’Quinn als John Locke einen Emmy als bester Nebendarsteller einer Drama Serie gewann. Er ist einfach der Wahnsinn!? Allerdings hat man diese stimmigen Charaktere auch den Produzenten zu verdanken. Denn die hatten nur vage Vorstellungen ihrer Inselbewohner entworfen und ließen sich im Casting durch die Auftritte mancher Vorsprecher so beeindrucken, daß Rollen teilweise auf sie zugeschnitten aka umgeschrieben wurden oder gleich ein komplett neuer Charakter für die Show entworfen wurde. Sick. :Q

Das Verhältnis der Produzenten zu den Fans
Und wenn wir gerade bei zugeschnittenen Dingen sind.. die Serie besitzt zwar einen festen Hauptplot aber noch niemals zuvor wurde mehr Wert auf die Meinung der Zuschauer gelegt und niemals wurden Fans mehr durchs Internet gejagt als bei LOST. Neben einer Internetsuchjagd, der “Lost Experience”, in der TV-Pause zwischen zwei Staffeln, bei der man geheimes Videomaterial und etliche Hinweise frei “spielen” konnte, wurden auch mehrere fiktive Webseiten der aus der Serie bekannten Firmen erstellt, die allesamt zu Spekulationen anregen. So konnte man z.B. 2004 bei Oceanic Airlines (die Fluglinie mit der die Charaktere abstürzten) während der ersten Staffel noch diverse Eastereggs zur Serie und mehr Informationen zum Flug 815 (mit Sitzplan) abrufen, inzwischen wurden aber alle Flüge bis auf weiteres gecancelt. ^^

Audiovisuelle Umsetzung
Die gesamte Serie verfügt über eine exzellente Musikuntermalung von Michael Giacchino, der leider einfach alles richtig macht. Bedrohliche Klänge, sanfte Balladen und treibende Rhythmen sind stets hintergründig hörbar und binden sich natürlich ein. Nur selten tritt der Soundtrack in den Vordergrund. Dann aber so alles einnehmend, daß einem der Herzschlag nach oben schnellt (z.B. Schluss Folge 19). Von der ganzen Vertonung her gibt es ebenfalls nichts zu meckern und imo sind die deutschen Synchronsprecher sogar passender als die Originalstimmen. Das Einzige was mich etwas stört, sind die ab und an erkennbaren Computeranimationen, die aber ohnehin nur sehr selten eingesetzt werden. Ansonsten bietet LOST bildlich eine Qualität wie keine andere Serie mit diversen Filtern und genialen Farbabmischungen, die das schöne/idyllische/unheimliche plausibel rüberbringen.

Ganz Besonders haben es mir die Schnitte angetan. Es ist ein unfassbar geiles Gefühl eine 4 minütige Szene zu erleben in der etwas Dramatisches passiert, bevor sie mit einem Sound beendet wird und das schwarze Bild schließlich das LOST-Logo preis gibt, daß zu einem bedrohlichen Klang unscharf auf den Bildschirm zuschwebt. Und auch die Cliffhanger am Schluss und der damit verbundene Tiefbass ist eine Stelle, wo Du manchmal nur noch da hockst und Dir denkst: “HEILIGE SCHEISSEEEEEEEEEEEEEE?????????” Ich wäre so oft ausgerastet manchmal, wenn ich nicht sofort hätte die nächste Folge sehen können. ^^

Schlusswort
LOST ist einfach ein einzigartiges Machwerk voller Ideen. Eine Geschichte, die mysteriös und dennoch nicht zu unrealistisch erscheint, sodaß sie eine große Zielgruppe ansprechen kann. Wenn ich ab und an etwas sehe das etwas, daß ich schon fast vergessen hatte, plötzlich erklärt, dann wünschte ich manchmal, ich könnte die ganze Serie komprimieren und sie mir im Gedächtnis ablegen, damit ich alles für immer in Erinnerung behalte. Es ist wohl am ehesten noch mit einem langen Rollenspiel zu vergleichen, bei dem man Wochen mit den Charakteren verbringt, sie kennenlernt, sie anfängt zu schätzen und mit ihnen zu fühlen. Diese Serie erreicht all das und ist dabei intensiver als jeder Film, jedes Spiel.

Aber es gibt noch einige Probleme, dem sich die Produzenten noch stellen werden müssen. Die ersten drei Staffeln sind vorbei und die letzten drei werden die Serie nun hoffentlich zu einem würdigen Ende bringen. Soweit die Theorie und Absicht der Erfinder. Warum sollte der TV Sender ABC bei solchen Einschaltquoten aber wollen, daß die Serie endet? Wie gesagt geht es um jede Menge Dollars und wollte es hart auf hart kommen, haben sie die Serie in der Hand aka.. ihnen gehört sie schließlich. Man kann nur hoffen, daß die Produzenten dem Sender klar machen können, daß die Entscheidung für weitere Staffeln lamerweise jedem halbwegs erfolgreichen Hollywoodfilm gleichen würde, indem man die Geldkuh so lange ausmelkt, bis die Zuschauer keinen Bock mehr haben. Man kann hoffen, daß sie den Sender davon überzeugen können, der Serie das würdige Ende zu bereiten, welches sie verdient hat und ihr Geld mit den DVDs und Blu-Rays zu verdienen, die sich mit einer durchdachten, auf den Punkt gebrachten Story besser verkaufen lassen, als eine mit etlichen, unnötigen Füllfolgen.

Sollte ihnen das gelingen, stehen sie nur noch vor der nicht minder großen Aufgabe das Ende so zu gestalten, daß es der Serie gerecht wird. Da die Erwartung hierauf enorm ist, wird es Abrams nicht jedem recht machen können. Aber das ist auch okay. Ich persönlich hoffe, daß am Schluss nicht alle Fragen beantwortet werden und das Mysterium komplett transparent gemacht wird. Ich vertraue darauf, daß jemand nicht plötzlich einem anderen ewig lange erzählt, warum er dies und jenes tat, obwohl er nur noch einen Knopf drücken müsste um sein Ziel zu erreichen, was nun doch noch vereitelt werden konnte. Ich glaube daran, daß mich das Ende so zufrieden stellen wird, wie es bis jetzt jede Folge getan hat. Und ich denke, daß ich weinen werde.

Tengen Toppa Gurren Lagann

Tengen Toppa Gurren Lagann (Studio Gainax, 2007)

Dies ist offiziell die geilste Anime Serie die Ich bis jetzt gesehen habe. Die pure geilheit dieser Serie ist kaum in Worte zu fassen, darum werde Ich den Ausspruch eines bekannten nutzen, der es ganz gut auf den Punkt bringt:

“In Episode 1 graben sie im Dreck herum, in der letzten Episode benutzen sie Galaxien als Wurfgeschosse!”

Das ist kein Stück übertrieben. Aber der Reihe nach.

Die Geschichte spielt in einer Zukunft (wie weit in der Zukunft wird nicht genannt, ist aber auch egal) in der die Menschheit gezwungen ist, unter der Erde zu leben. Die Oberfläche der Erde wird von den Beastmen beherrscht, die alle Menschen bei Kontakt sofort töten. Wo die Beastmen herstammen und warum sie mit ihren Mechas, den sog. Gunmen, jagt auf Menschen machen wird im laufe der Serie aufgeklärt.

Bei der Hauptfigur handelt es sich um den 14-jährigen Simon, der in seinem Heimatdorf als “Digger” arbeitet. Also quasi ein Bergmann, allerdings mit einem überdimensionalem Faustbohrer. Auf einem seiner Grabetouren findet er einen Schlüssel in Bohrer form, mit dem er allerdings (noch) nichts anzufangen weiß. Macht aber nix, sein 19-jähriger Kumpel Kamina schaut vorbei und überzeugt ihn eben mal kurz mit seinem Bohren zur Oberfläche durchzustoßen, was allerdings den Dorfbewohnern verboten ist. Kamina war mit seinem Vater bereits als Kind einmal auf der Oberfläche und versucht seitdem es wieder nach oben zu schaffen. Als das schiefgeht landet Kamina im Knast und Simon darf weiter löcher graben.
Dabei entdeckt er ein “Steingesicht” das sich als kleiner Mecha herausstellt. Diesen kann er auch dringend gebrauchen, da kurz darauf ein Gunman durch die Decke des Dorfs bricht und Anfängt “etwas” herumzutrampeln. Als dann auch noch eine Mädchen nahmens Yoko, mit einer riesen Kanone (und riesen Titten, Fanservice Ahoi! ^^) auftaucht und vergebens gegen den Gunman kämpft, ist das Chaos perfekt.

Nachdem Kamina aus dem Knast geholt wurde geht’s ab zum Mini-Mecha (der anschließend den Namen Lagann verpasst bekommt), der sich glücklicherweise mit Hilfe des Bohrer Schlüssels aktivieren läßt und Simon darf dem Gunman den Hintern versohlen. Nachdem dieser den Löffel abgegeben hat, findet sich die 3er Gruppe (Simon, Kamina und Yoko) auf der Oberfläche wieder, wo Yoko einfällt das da noch 2 weitere Gunman warten.

Das wäre eine Zusammenfassung der ersten Folge. Und genauso abgefahren geht es weiter und mit jedem mal werden die Kämpfe größer, bis es eben auf Galaktischer Ebene endet. Denn an der Oberfläche angekommen entscheiden sich Kamina und Simon dazu den Beastman den Krieg zu erklären und mal eben eine Rebellion anzuzetteln. Und dann ist da ja noch die Sache mit der Spiral Energie…

Man muss sagen, was in den 27 Episoden an bekloppten Ideen und Anspielungen verbaut ist, ist einfach nur Genial. Spätestens wenn sich Kamina dazu entschließt, das es an der Zeit sei seinen gekaperten Gunmen (Gurren) und den Gunmen von Simon für den Kampf zu vereinigen, konnte Ich mich vor lachen nicht mehr halten. Er rammt dazu nämlich einfach den kleineren von beiden in den größeren…. und es funktioniert!

Glücklicherweise fällt der Fanservice eher sanft aus. Mal davon abgesehen das Yoko’s Aufzug schon als Fanservice gewertet werden kann. Aber es werden einem nicht ständig wie in manch anderer Serie Pantyshots um die Ohren gehauen. Die Animationsqualität ist auf gewohnt hohem Gainax Niveau, gleiches kann man vom Soundtrack sagen.

Bis jetzt nur auf japanisch mit englischen Untertiteln beim BitTorrent eures Vertrauens zu bekommen. Für 2008 hat ADV allerdings eine Deutsche Fassung angekündigt. Mal sehen ob das was wird.

Das einzige was Ich an Gurren Lagann kritisieren kann, ist die Tatsache das nur 27 Episoden (eigentlich 26, da eine nur als den Plot bis Folge 15 rekapituliert) produziert wurden. Aber lieber 27 in dieser geilen Qualität, als 150 die zu 2/3 Mist sind.

Bleibt abschließend noch zu sagen

“ROW! ROW! FIGHT THE POWER!”

Pen Pen Pen Pen Pen

Emerald Dragon


エメラルドドラゴン
Emerald Dragon
1995 / RPG / SFC / MediaWorks

Nach vielen Jahren des Wartens erschien vor ein paar Monaten endlich die englisch Übersetzte Version von Emerald Dragon, ein RPG das in Japan damals ziemlich Erfolgreich war und zahlreiche Ports und Soundtracks erhielt. Wird ja auch mal Zeit könnte man sagen, denn Emerald Dragon zählt zweifelsohne zu den besseren Vertretern des Genres.

Story

In Emerald Dragon gibt es sowohl die Welt der Menschen als auch die Welt der Drachen, wobei es den Drachen aufgrund von einem Fluch nicht möglich ist, die andere Welt zu betreten. Auch die Menschen halten sich von den Drachen fern und so existieren beide Welten getrennt voneinander.
Eines Tages entdecken die Drachen dann das Wrack eines Schiffes. Nachdem sie es untersucht haben steht fest: Das Schiff kommt nicht nur aus der Menschenwelt sondern es hat auch noch ein Kind, ein kleines Mädchen, überlebt. Da es für die friedliebenden Drachen nicht möglich ist das Kind zurückzubringen entscheiden sie sich es selbst aufzuziehen.
Einige Jahre später: Tamryn, das Mädchen, ist mittlerweile 15 und gut befreundet mit Atrushan, einem Drachen. Aber sie fühlt sich unter all den Drachen einsam und allein, weshalb sie in die Welt der Menschen zurückkehren möchte. Gesagt getan. Atrushan gibt ihr noch ein Horn von sich mit in welches sie blasen soll wenn sie in Schwierigkeiten ist, und so trennen sich erstmal ihre Wege.

Was dann passiert ist wohl klar Wink Natürlich hört Atrushan irgendwann das Tamryn mithilfe des Horns um Hilfe ruft und setzt alles daran in die Menschenwelt zu kommen. Dank eines Artefaktes welches ihm erlaubt Menschengestalt anzunehmen belastet ihn auch der Fluch nicht.
Nach dem langen Intro ist man dann nach kurzer Zeit dort und übernimmt als Spieler die Rolle von Atrushan, der sich auf einmal mitten in einem Krieg in der Menschenwelt befindet. Man wird viele andere Menschen kennenlernen, gegen die “Demon Army” kämpfen, Tamryn wiederfinden und sich auf die Suche nach dem legendären “Emerald Dragon” machen. Dabei hab ich jetzt noch garnix vorweggenommen, denn das erfährt man alles schon am Anfang des Spieles. Wie man sieht wird es also viel zu tun geben und so schnell kommt keine Langeweile auf.

Technik

Hier wurde eine Menge aus dem Super Nintendo rausgeholt. Allein schon beim Title Screen wenn einfach ein Sprecher “Emerald Dragon” sagt xD. Warum machte das sonst niemand? Es ist sehr geil. Dann wird einfach mal in Mode 7 eine Stadt gesprengt oder eine Cutscene wie oben mit Sprachausgabe gezeigt. Im Kampfsystem gibts auch lauter SFX und den ein oder anderen Schrei. Sehr lobenswert. Dazu merk ich aber noch an das sie bei den Cutscenes jetzt nicht stundenlange Diskussionen führen, aber ein paar gesprochene Sätze sind schon drin. Pen

Apropos Kampfsystem

Kampfsystem

Das KS bei Emerald Dragon ist mal wieder etwas gänzlich neues. Im Falle eines Kampfes landet man in so einem Screen wie oben. Steuern kann man nur sich selbst während alle anderen von einer (durchaus schlauen) KI gesteuert werden. Man kann sich dann bewegen, angreifen indem man Ys-Style auf einen Gegner draufrennt, Items nutzen usw. bis die Bewegungspunkte aufgebraucht sind und der nächste Charakter oder gar ein Gegner dran ist, aka es ist rundenbasiert. Es macht ziemlich viel Spaß da es mal was anderes ist und auch gut funktioniert. Der einzige Nachteil ist wenn gerade 6 Monster auftauchen, man selbst zu fünft in der Party ist und man dann erstmal eine Minute lang zugucken muss bis alle anderen fertig sind. Aber dann sind ja auch schon meist die ersten Monster hinüber und es geht fix weiter.

Nach dem Kampf erhält man natürlich EXP und Gold, womit man höhere Level bzw. neue Ausrüstung kaufen kann. Bei neuer Ausrüstung geht es auch nicht völlig stupide zur Sache, denn man muss abwägen welches Teil man nun benutzen will. So gibt es dicke Waffen die zwar reinhauen, dafür aber einen Großteil der Bewegungspunkte verbrauchen. Genauso gibt es welche die weniger Stark sind aber dafür öfters eingesetzt werden können.

und sonst?
Tjo, Emerald Dragon ist soweit ein normales J-RPG. Man reist auf einer Weltkarte von Stadt zu Stadt. Sammelt fleissig Level-Ups, erschliesst sich langsam aber sicher die Welt, entdeckt ein paar Minigames und befreit Dungeons von bösen Monstern. Darum wollte ich da garnicht soviel zu schreiben ~_~ Auffallend ist das sich Emerald Dragon doch auch an etwas ältere Spieler richtet von der Story her. Da können mal böse Wörter fallen, die Chars traurig sein oder Leute die vorher noch in deiner Party waren einfach in der Story sterben und nie mehr wiederkommen. Bei Zelda hätt’s das nicht gegeben ;Q
Sehr cool ist die Funktion das man sich einfach mit der Party unterhalten kann auf der Weltkarte. Man kriegt dann immer gesagt was gerade los ist und wo man als nächstes hin muss. Die Dialoge sind dabei gerne mal ziemlich humorvoll und so verliert man nie den Faden, z.b. weil man mal nen Tag nicht weiterspielte.

Fazit

Geiiil, es gibt zu selten gute “neue” RPGs. ~_~
Für alle Fans von guten SNES J-RPGs ist das hier auf jedenfall zu empfehlen, vorallem da es nun dank Translation auch auf englisch spielbar ist. Spielzeit beträgt so 20h wenn ich mich richtig erinnere, ist also auch etwas für arbeitende Menschen, die nicht 6 Monate an einem Game sitzen wollen. Ich wollte eigentlich noch mehr schreiben und jetzt fallen mir auch schonwieder Sachen ein die nun Fehlen, aber tjopes ich glaube es reicht langsam ~__~

Pen Pen Pen Pen Pen

Random:

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