My Heart Is That Eternal Rose

MY HEART IS THAT ETERNAL ROSE
hong kong 1989 | patrick tam

Ex-Triadenmitglied Cheung (Kwan Hoi San) bekommt eines schönen Tages den Auftrag, den Sohn (Cheung Tat-Ming) eines großen Gangsterbosses illegal nach Hong Kong zu schmuggeln. Er lehnt den Auftrag besser nicht ab und besorgt sich Rick (Kenny Bee) und einen korrupten Polizisten (Ng Man Tat), die ihm dabei helfen sollen. Der korrupte Bulle wird dabei immer geldgierieger und so kommt es, wie es kommen muss; der Sohn des Gangsterbosses stirbt. Der Polizist gleich mit und so würde sich der ganze Hass der Triaden nun auf Cheung und Rick konzentrieren. Da beschließen sie lieber abzuhauen. Doch bevor Rick mit seiner hurengeilen Freundin Lap (Joey Wang) abhauen kann, wird Cheung gekidnapped. Lap beschließt einen Triadenboss Sheng um Hilfe zu bitten. Klar, das er sie erstmal geil rapen will und einfach zwingt seine Frau zu werden, wenn er ihren Vater retten soll.

Ich hätt’s nicht anders gemacht.


(Links: Kenny Bees Gesichtsausdruck verändert sich nur manchmal derart | Rechts: Hong Kong ist so geil, das man selbst als heterosexueller Mann, homosexuell werden würde, wenn der künftige Lover einem versprechen würde mit ihm in Hong Kong zu leben. Für immer.)

My Heart Is That Eternal Rose, dessen Titel recht lang ist, fängt ziemlich oldschoolig wie ein Bloodshedfilm an, wird danach aber immer wieder durch Joey Wangs Liebe zu Kenny Bee und anderen Sehnsüchten unterbrochen. Bzw. durchzogen. Das schadet dem Film aber nicht halb so wenig, wie die Insenierung, die irgendwie etwas schüchtern daher kommt. Irgendwie wartet man ständig, das etwas passiert und fragt sich kurz vor Schluss, ob’s das nun schon war und warum Joey Wangs Character z. B. nicht schon eher abhaute. Ach, irgendwie alles ziemlich komisch.


(Links im Bild: Joey Wang ist der Inbegriff von SEX im Hong kong der 80er. Aber selbst heute sieht sie einfach absolut genial aus.)

Dazu kommt ein zwar wunderbar schüchterner und präsenter Tony Leung Chiu-Wai, der teilweise allerdings so lächerlich aussieht, das man lachen und weinen muss. Kenny Bee guggt entweder super cool, oder… super cool. Nur in ganz wenigen Szenen ändert sich ein Ausdruck, das ist meistens dann, wenn er angeschossen wird. Ihm hätte etwas mehr Tiefe nicht geschadet. Jetzt pastete ich soviel Bilder, vor allem das von Joey Wang und hab’ gar nicht soviel zum Film zu schreiben, da er einfach nur ok war. Das einzige was auffällt, ist der scary Soundtrack, welcher dem Film teilweise eine ziemlich düstere Stimmung verleiht und die geile Cinematography von Christopher Doyle. Die Farben der 80er sind Neon, bunt und grell und all das fängt er mit einer Leichtigkeit ein, das man sich gerne hin und wieder einen Screenshot machen und ihn sich an die Wand hängen möchte.


(Links: Ja, das ist Tony Leung. Also… Baha.. xDDDDDDDD | Rechts: Sogar Ng Man Tat sieht in diesem Film cooler aus.)

Ansonsten fehlt irgendwie etwas, um ihn auf die Stufe eines richtig guten Films zu hieven. Die paar Shootouts sind durchgehend sehr nice gemacht und dank Christopher Doyle mit ein paar tollen Zeitlupen, -raffern und anderweitigen Stilmitteln durchpflügt, aber es sind eben nur ein paar Shootouts. Obwohl Joey Wang mit ihren dicken Lippen und den bei halboffenem Mund hervortretenden Schneidezähnen so megageil wie schon lange nicht mehr aussieht und Tony Leung als Nebencharakter eine wirklich gute Figur macht, kommt kein Drive in den Plot. Man langweilt sich ganz dezent. Da war der Anfang mit Ng Man Tat und einem krass jungen Cheung Tat-Ming (sein erster Film?) noch mit am besten.

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Bullet In The Head

BULLET IN THE HEAD
john woo | hong kong | 1990

Hong Kong 1967. Die drei Freunde Ben (Tony Leung Chiu-Wai), Frank (Jacky Cheung) und Paul (Waise Lee) leben in ärmlichen Verhältnissen, sind aber relativ glücklich, da sie einander haben. Nichts kann ihre Freundschaft brechen. Als Ben beschließt seine durchaus sehr sexy aussehende Freundin zu heiraten, macht sich Frank auf, um sich Geld zu leihen. Das anstehende Hochzeitsbankett will schließlich auch bezahlt werden. Leider fällt Frank – kaum das Geld in der Tasche – direkt in die Hände von Ringo, der ihm erst einmal ordentlich eine Flasche gegen den Kopf knallt, da Frank ihm eigentlich noch Geld schuldet. Blutend beim Hochzeitsbankett angekommen, kann Ben nicht weiter zusehen und zusammen suchen sie Ringo auf. Es kommt zum Kampf und Ringo stirbt. Aus den Freunden sind nun Mörder geworden.

John Woo ist ja eigentlich total overrated. Zwar ist er für geniale Filme wie The Killer oder A Better Tomorrow mitverantwortlich, aber die Filme davor konnte man in die Tonne treten und die Filme danach erst recht. Von seinen Hollywood Eskapaden mal ganz zu schweigen. Aber dafür sind die wenigen guten Filme von ihn dann auch wirklich gut. Bullet In The Head ist einer von ihnen. Ursprünglich war BITH, wie ich ihn von nun an nennen werde, als A Better Tomorrow Teil 3 geplant, aber aufgrund von Streitigkeiten mit Tsui Hark oder was weiß ich, kam es nicht dazu. ABT 3 wurde ein hurenlamer Film und BITH ein ziemlich geiler Streifen über die Freundschaft dreier Hong Konger Jungs, die in den Wirren des Vietnamkrieges auf die Probe gestellt werden soll.


(Links: Das Hochzeitsbankett von Ben und dessen super süßer Freundin | Rechts: Die Ereignisse am Tiananmen Platz inspirierten Woo zu dieser Szene.)

So lässt sich der Film fast in zwei Teile teilen. Einmal die Geschehnisse in Hong Kong (Wenn auch kurz) und einmal die Action in Vietnam. Anfangs könnte man noch meinen einen der zahlreichen Hong Konger Bloodshedfilme zu schauen, aber schon mit der Ankunft in Vietnam wird klar: Jetzt wird’s sick. BITH ist imho mit der emotionalste und dadurch auch der brutalste Film von John Woo. Gerade die Szenen in Vietnam lassen, im Hinblick auf die realen Hintergründe, ein mulmiges Gefühl in einem zurück und wissen, trotz Jacky Cheungs Overacting, wo sie einen treffen müssen. Hier bekommen John Woos Zeitlupen eine ganz andere Funktion. Die Coolness ist plötzlich weg und musste den Platz tauschen mit blankem entsetzen. Auch der exorbitante Einsatz von Blut wirkt hier eher für die Aussage anstatt der Optik, geschweige denn Coolness. Krieg ist ernst, Krieg ist brutal, Krieg ist erbarmungslos. Das wollte John Woo zeigen und genau das kommt rüber. Dabei wirken die Szenen gottseidank nicht aufgesetzt, sondern passen sich relativ gut in den Handlungsstrang ein. Außer Krieg in Vietnam, gibt es da noch die schon angesprochene Freundschaft der drei Hong Kong Chinesen. Diese bekommen wir unmittelbar mit, da es fast keine Minute im Film gibt, ohne mindestens zwei der Freunde im Bild zu haben. Wir sahen sie zusammen in Hong Kong, als noch alles in Ordnung war. Ja, sogar Waise Lee durfte etwas lachen. Wir erleben ihre Flucht nach Vietnam, die Schießereien, die Flucht in Vietnam vor den Soldaten des Vietcongs. Bis zur 131sten Minute kleben wir an den drei Jungs und können nicht anders, als mit ihnen mitzufühlen, sie zu verstehen und sie zu mögen.


(Links: Die Schießerei in der Bar ist einfach die dickste | Rechts: Simon Yam als teils gayer, aber trotzdem cooler ex-CIA Agent.)

Das ist sicherlich nicht nur dem Drehbuch zu verdanken, sondern auch zu einem großen Teil den Darstellern, die alle vier Veteranen des Hong Konger Kinos sind. Vier? Genau. Simon Yam ist noch dabei und spielt so homoerotisch er nur kann. A… ab… absolut überzeugend. Einzig und allein Jacky Cheung fällt hin und wieder durch sein absolut krankes Overacting negativ auf, aber evtl. passt es auch zum Charakter. Wer weiß. Gerade am Schluss sehen einige Szenen dank ihm leider etwas unglaubwürdig aus. Der Rest, Tony Leung Chiu-Wai und Waise Lee, sind geil wie eh und jeh und trotz dem etwas unpassendem Setting für einen Tony Leung Chiu-Wai fügt dieser sich nahtlos in das Geschehen ein und überzeug mal wieder auf ganzer Linie.

Die Inszenierung der Schießereien ist, wie von Woo eben gewohnt, ziemlich nice, ziemlich detailliert, ziemlich dreckig, ziemlich blutig, ziemlich abgefahren. Einzig und allein der Angriff der Amerikaner wirkt etwas komisch und lässt zusammen mit dem Ausrutscher des Soundtracks eher “Missing In Action” oder “Rambo” Stimmung aufkommen, was meiner Meinung nach nicht so recht passt. Ansonsten ist der Soundtrack aber recht gelungen. Es gibt wieder ein schönes Main Theme, welches auch bis zum Ende ausgequetscht wird, wo es nur geht. Aber hätte schlimmer kommen können.

So ist der Penenabzug einzig und allein Jacky Cheung zu verdanken, welcher einfach zu over the top ist. Ansonsten überzeugt BITH auf ganzer Linie und lässt einen so schnell nicht los. Definitiv John Woos bester Film, bevor er sich dazu entschied in Hollywood nur noch Kotze auf Zelluloid zu bannen.

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GP2X-F200

GamePark Holdings Inc. präsentiert

GP2X-F200

Die Weiterentwicklung einer Hardware-Philosophie

Donnerstag Morgen.

Ziemlich früh kommt der Paketdienst vorbei um ein ganz besonderes Stück mit Ursprungsort “Seoul / Korea” abzuliefern. Wir schreiben den 15. November 2007 und es schneit bereits in der Umgebung. Doch der UPS-Mann kämpft sich heroisch durch die verstopften Großstadtstraßen und drückt mir ein Päckchen in die Hand, dessen Inhalt erst in wenigen Wochen offiziell auf den Markt kommt.

Vorfreude. Wie kurz vor Weihnachten fühle ich mich. Der Schnee, der Glühwein, die Geschenke. Der GP2X-F200 kommt da genau richtig. Wie ein 12jähriger, der sich auf den Super Nintendo unterm Christbaum freut. Komisch, denn es handelt sich um ein Stück Hardware dass ich schon kenne.

Auf den ersten Blick (im Internet) wirkt er zumindest nur wie eine weiße Version vom “alten” GP2X. Der zweite Blick (nach dem Öffnen des Pakets) fällt dagegen auf die neue Verpackung. Kleiner, stabiler und besser gestaltet. Gefällt. Auch besitzt diese keine derart “glatte” Oberfläche wie die Verpackung des ersten GP2X, die schon nach einer Berührung mit den Fingernägeln Wischer und Kratzspuren aufweist. Zwar alles nebensächlich für den typischen GP2X-User, aber wichtig für die Sammler.

In der Verpackung befindet sich – neben dem vermuteten Handheld und Manual – ein USB-Kabel und eine Software-CD. Batterien? Suche ich vergeblich und konnte nicht sofort loslegen. Ein bisschen schwach.

GamePark Holdings entstand aus GamePark Inc., die bereits mit den GP32 innerhalb der Homebrewn-Szene für Fuore gesorgt haben. Diese Philosophie des Open-Source-Gedanken wurden bis zum GP2X weitergetragen. Kommerzielle Titel auf dem GP2X sind selten, die Masse der Hobbyentwicklungen dominiert. Bedeutet im Endeffekt, dass auch der X-te Port von Wolfenstein 3D, Doom oder Aufwärmungen von Pacman, Pong und Co. auf diesem südkoreanischen Handheld zu finden sind, aber eben auch sinnvolle Programme, wie Emulatoren, ScummVM oder Mediaplayer. Und das alles auch mit TV-Out.

Apropos Medien. Der GP2X kann eine ganze Reihe bereits standardmäßig. Über SD-Card oder dem internen Speicher können problemlos MPEG-1, MPEG-2, MPEG-4, DivX 3.11, 4x, 5x, XviD sowie die Audo-Formate MP3 und OGG abgespielt werden. Sollte das nicht ausreichen, so findet sich bestimmt bald Programmw von Freizeitentwicklern, die weitere Formate abspielen können. eBooks und JPG-, BMP-, PCX- und GIF-Dateien kann der GP2X auch anzeigen… aber möchte ich das wirklich?Wieso gibt es dann einen “neuen” GP2X? Ich denke es gibt zwei Gründe dafür. Erstens hatte schon die Vorgängerfirma verschiedenfarbige GP32 angekündigt und beworben, die schlussendlich in den internen Büros in kleiner Anzahl verstaubten und nicht auf den Markt kamen, zum zweiten sieht GamePark Holdings wohlmöglich Aufholungsbedarf wegen dem Nintendo DS lite und Sony PSP. Damit ist weder die Konkurrenz zu diesen Geräten auf dem Spielemarkt gemeint, sondern vielmehr der gestiegene Anspruch der Kunden. In meinen Augen wollte GamePark Holdings einen ähnlich edlen Look und neue Features – wie beim Nintendo DS – auch auf den GP2X holen, nebenbei die Absatzzahlen mit einem neuen Modell ankurbeln und einige Hardware-Mängel wie den sehr verpönten Analogstick beseitigen.

Und dass besonders bei Nintendo abgekupfert wurde, sieht man an dem Touchscreen-Feature. Doch hierbei schleichen sich einige Gedankenfehler und Bedenken ein. Für den GP2X ohne Touchscreen wurden in den letzten Jahren ziemlich viel Software programmiert, die dieses Feature noch gar nicht kannten und die wenigsten Entwickler werden dieses noch nachträglich aufnehmen. Zudem ist das Anwendungsgebiet ziemlich unklar, denn wie soll der GP2X-Spieler bei SNES-, Mega-Drive- oder NeoGeo-Emulatoren den Stift sinnvoll einsetzen? Selbst bei Spielen wie Super Mario Paint (SNES) ist die Maussteuerung nur sehr schwierig auf den Stick zu übertragen.

Bedeutet, dass nur Eigenentwicklungen dafür geeignet sind. Diese beschränken sich auf Grund ihres amateurhaften bis semiprofessionellen Hintergrundes meistens jedoch auf sehr einfache Spielprinzipien. Ein echter Kaufgrund besteht daher noch nicht.

Zusätzlich: Der Stick ist weit davon weg, praktisch, elegant, nützlich oder einfach nur handlich zu sein. Er wirkt wie eine Miniatur eines Zeigestabs für Lehrer, sogar das Ein- und Ausfahren funktioniert. Die Schlaufe ist ein Witz, da sie niemals über nur zwei Finger passt, dafür aber für einen Finger zu weit ist. Die Spitze sieht aus wie eine Halbkugel und macht die präzise Steuerung unmöglich. Zu allem Übel kann der Stick nicht wie beim Nintendo DS irgendwo am oder im Handheld verstaut werden, sondern muss so rumgetragen werden.

Abgesehen von der (derzeitig) nicht vorhandenen Software-Unterstützung des Touchscreen-Features zieht mich der GP2X-F200 magisch an. Und das liegt an dem “Look’n'Feel” dieser neuen Version. Schönes, ästhetisches Design, liegt schwerer und dadurch mächtiger in der Hand. Das Weiß ist gut getroffen, besitzt den Look einer Piano-Lackierung und muss sich weder hinter dem Nintend DS lite noch vor einem MacBook verstecken. Das neu angeordnete GPH-Logo und die roten Elemente (das “X” von “GP2X”) wirken wie das i-Tüpfelchen.

Einzig unschön sind erneut die Gummiabdenkungen der Anschluss-Ports, denn schon nach wenigen Hin- und Herbewegungen wollen diese nicht mehr komplett im Port verschwinden, das Verbindungsstück leihert aus und die schlaffen Abdeckungen flattern im Wind.

Aber es gibt auch erfreuliche Neuerungen. Das Stoffbändchen im Batterie-Fach hilft dabei, die Energieklumpen wieder rauszufischen. Interessant bei dem vorliegenden Testmuster war die Tatsache, dass die obere AA-Batterie anfangs nicht reinpassen wollte. Die Kontakte waren zu eng aneinander und so musste ich die Batterie mit ein bisschen Gewalt hineindrücken.

Ja, auch beim F200 bedient sich GamePark Holdings wieder den klassischen AA-Batterien. Nach eigener Aussage, weil Akkus angeblich zu leicht kaputt gehen. Das ist jedoch in meinen Augen nur die Hälfte der Wahrheit, denn rein zufälliger weise erspart sich das südkoreanische Unternehmen dadurch unnötige verpflichtende Reperaturen, Gewährleistungen und Folgekosten.

Eine wichtige Teil-Neuerung sei noch genannt. Die Bedienung.

Die Knöpfe und Shoulderbuttons sind angenehm zu drücken und das neue Digikreuz ist vorzuglüch geworden und ziehe ich sogar dem des PSP und NDS vor. Lichtjahre besser als der frühere Analog-Stick. Selbst ältere Titel lassen sich dadurch gut bedienen, viele Emulatoren vermitteln durch das neue Digital-Kreuz sogar ein vielfach besseres, originalgetreueres Feeling. Möchte ich nicht mehr missen.

Sehr angenehm fällt auch der Bildschirm und die Lautsprecher auf. Der 3.5″ TFT-LCD-Screen besitzt eine Auflösung von 320 x 240 und kommt mir sogar einen Tick heller vor als noch beim Vorgängermodell. Die beiden Soundspeaker ermöglichen Stereo-Wiedergabe und sind ernorm laut. Ich würde selbst bei geringster Lautstärke vor Scham in einem öffentlichen Raum oder in der S-Bahn sterben. Was wiederum in den eigenen vier Wänden natürlich positiv ist.

Welches Fazit sollte ich somit ziehen?Der GP2X-F200 ist eine gute Weiterentwicklung des alten GP2X. Die Ästhetik gewinnt das Rennen um den wahren Wiederanschaffungsgrund, gefolgt von dem neuen Steuerkreuz und schließlich den neuen Touchscreen-Funktionen. Diese lassen noch zu wünschen übrig und die geeignete Software muss erst noch geschaffen werden. Power to the people!! Doch wenn diese den Touchscreen nicht in ihr Herz schließen wird auch der Software-Support hierfür ausbleiben, was wiederum das komplette Feature zunichte macht.

Aber sei es drum. Der F200 ist wie Balsam auf der Open-Source-Seele und ich gönne es GamePark Holdings voll und ganz, dass sie durch dieses Hardware-Update weitere Beachtung geschenkt bekommen. Überraschenderweise habe ich mich schon dabei erwischt, wie ich die eingebauten Freeware-Games interessiert bis in die Nacht hinein gezockt habe. Und wenn dieses Feuer dank der Hardware entfacht ist, werden so einige F200-Besitzer sich in Communities herumtreiben, neue Software ziehen, mit Leib und Seele in der Szene dabei sein und schlussendlich das alles bekommen, was man sich auch von Nintendo und Co. erwartet:

Spaß.

P.S.: Wer Interesse am Kauf hat: www.play-asia.com

Ayreon – Intro The Electric Castle

AYREON AYREON AYREON
i n t o . t h e . e l e c t r i c . c a s t l e
Arjen Anthony Lucassen

Ein riesen Donnerhall erschallt, als Zeit und Raum kollidieren. Acht verschiedene Menschen, aus jeweils verschiedenen Epochen der Zeitgeschichte gepickt, finden sich plötzlich in einer unbeschreiblichen Dimension wieder. Eine mysteriöse Stimme leitet die 8 Menschen durch verschiedenste Prüfungen bis zum “Electric Castle”. In besagtem Schloss, welches aus ihren eigenen Ängsten und Träumen besteht, angekommen, müssen sie das Tor zurück zu ihren jeweils eigenen Jahrhunderten finden. Werden sie überleben?

Und… wer ist diese Stimme?

Edwin Balogh als Roman
Sharon den Adel (Within Temptation) als Indian
Jay van Feggelen als Barbarian
Fish (Marillion) als Highlander
Anneke van Giersbergen (The Gathering) als Egyptian
Arjen Anthony Lucassen als Hippie
Edward Reekers als Futureman
Damian Wilson als Knight
Robert Westerholt (Within Temptation) als Death
George Oosthoek (Orphanage) als Death
Peter Daltrey als “The Voice”


Der Mastermind hinter dem ganzen: Arjen Anthony Lucassen

Mit einem wahren Donnerschlag fängt dann auch der erste Track an. Und das in zweierlich Hinsicht. Der Knall ist storytechnisch der Anfang des Albums und weist zudem darauf hin, was da noch kommen wird: Das dickste “Ayreon” Album bisher. 1998 von der 1 bis 2 Mann Band “Ayreon” released, stellt “The Electric Castle” ein sogenanntes Concept Album dar. Das heißt nichts weiter als das alle Liedtexte einer durchgängigen, chronologisch geordneten Story angehören. Durch den progressiven, rockigen Stil wird es auch hin und wieder als “Space Opera” oder gar “Rock Opera” bezeichnet. Beides irgendwie passend wie ich finde. Das tolle an “Electric Castle” sind die Dialoge, welche die acht Protagonisten singen. Im Gegensatz zu Hip Hop oder Punk laden die Texte hier auch endlich zum aktiven Reinhören ein. Durch klare Aussprache, wundervollen Gesang und nicht zuletzt der Thematik, das Suchen und Finden von menschlichen Emotionen, muss man sich endlich mal der Texte nicht schämen, versteht diese auf Anhieb und zeigt sogar Interesse daran.

Was Arjen Anthony Lucassen hier auf die Beine stellte ist meiner Meinung nach einfach das vollkommendste, am dicksten produzierteste und wundervollste Concept Album der letzten Jahre. Es stimmt einfach alles. Angefangen bei den Coverillustrationen, bei denen Arjen endlich professionelle Hilfe in Form von Jef Bertels in’s Boot holte und sich nicht, wie bei seinen 2 Alben davor, auf Computergenerierte und offensichtlich von Praktikanten erstellte Grafiken verließ. The Electric Castle bekam das sorglos rundum Paket spendiert in Form eines eigens für das Album angefertigen Gemäldes des “Electric Castles” und zahllosen Aquarellen und Zeichnungen für das Booklet. Der erste Eindruck stimmt also.


Endlich sorgfältig ausgewählt: Die Coverillustrationen durch Artist Jef Bertels aus Belgien

Der zweite Eindruck ist auch schnell gefestigt. Schon bei Track 1 hört man direkt, das hier Wert auf Produktion gelegt wurde. Das Album ist derart perfekt abgemischt und “dick” aufgenommen, das es einen förmlich umhüllt. Nichts ist zu laut, nichts ist zu leise. Alles ist an seinem Platz und so, wie es klingen soll. Die Gitarren und Drums sind wuchtig, aber auch zarte Synthieklänge und vor allem Oldschool Instrumente, wie Chello, Violine und Sitar (?!) kommen zur Geltung. Dazu ein richtig wuchtiger Bass, sowohl aus dem Synthesizer, als auch vom E-Bass. Gerade die klassischen Instrumente geben den nötigen Kontrast zum progressiven Synth-Rock und klingen einfach super harmonisch, ohne irgendwie “aufzufallen” oder “gezwungen” zu wirken.

Dazu kommen die acht Protagonisten, welche von namhaften Sängern und Sängerinnen der Heavy und Rock Szene verkörpert wurden. Von bluesigen, tiefen bis knabenhaften Männerstimmen wird hier fast jedes Spektrum abgedeckt. Auch zwei Frauen haben es mit an Bord geschafft und bieten so gesangstechnisch genug Abwechslung. Gerade die Dialoge der verschiedenen Personen untereinander gefallen mir in den Liedern sehr. Die grandiosen, teils epischen (Garden Of Emotions) Melodien lassen jede möchtegern “Nordic Symphony Metal” Band alt aussehen und kommen dank der schon angesprochenen dicken Produktion erst richtig zur Geltung. Besonders gefällt mir auch die eher unkonventionelle Art der Songs. “Electric Castle” läuft nicht strikt nach Lehrplan ab, wie etwa Songtext, Refrain, Songtext, Refrain, fertig. Teils minutenlange Intros bereiten einen behutsam auf die bevorstehenden Texte / Songs vor und zwischendurch, oder am Schluss oder eben am Anfang gibt es immer wieder Instrumentale Moment, die gerade den tollen Instrumenten und deren perfekte Inszenierung zugute kommen.

Mal schauen, ob ich alles habe…

Konzeptalbum = hurengeil
Gesang = hurengeil
Produktion = hurengeil
Cover = hurengeil

Ja, ich glaube das war alles, was es dazu zu sagen gibt. Bitte kaufen. 2004 kam übrigens eine Special Edition des Albums heraus. Ich selbe habe ein schniekes Digipack erwischt, aber das scheint nicht die besagte Special Edition zu sein, denn auf dieser sind angeblich noch Making Of Quicktimefiles drauf. Sehr nice.

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2001: A Space Odyssey

2001: a space odyssey
1968 | USA | Stanley Kubrick

Noch vor nicht all zu langer Zeit, hatte ich mir vorgenommen, bei einem review nicht zuviel über die Geschichte zu verraten, da für einen Unwissenden so ein Stück Überraschung, ein Stück Spannung, ein Stück Drama verloren geht. Diese Maßnahme werde ich nun brechen. Ich muss einsehen, dass es Filme gibt, bei denen man nicht einfach beschreiben kann wie er ist, ohne wild zu spekulieren und sich gleichzeitig Gedanken über den Sinn des Ganzen zu machen. Immer und immer wieder. Es sind Filme, die einen nicht ruhen lassen. Die mehr Fragen stellen als Antworten geben. Ganz besonders, wenn die Frage gestellt wird, worum es eigentlich geht. “2001: a space odyssey” ist so ein Film. Und ich werde jede Sekunde genießen die ich aufbringe, um mich mit diesem außergewöhnlichen Erlebniss auseinanderzusetzen. Jetzt und für alle Zeit. So rate ich jedem, der sich auch nur ansatzweise für kubriksche Filme interessiert, erst den Film zu sehen und dann dieses review zu lesen.

Story
1999. Die Menschheit hat einen schwarzen Monolithen auf dem Mond entdeckt, der im Zenith zum Planeten Jupiter steht. Vermutungen über ein außerirdisches Artefakt liegen nahe und lassen ein Team von Astronauten 18 Monate später in Richtung Jupiter fliegen, um zu erkunden was sich dort verbirgt. Auf der Reise stellt der hoch entwickelte, unfehlbare Bordcomputer HAL 9000 fest, dass die Kommunikationseinheit edes Schiffes bald ausfallen wird. Nach dem Austausch des Geräts, muss die Crew jedoch erkennen, dass es absolut in Ordnung ist und kein Ausfall statt gefunden hätte. HAL muss sich geirrt haben.

Kritik
Stanley Kubrick hatte als einer, weniger Regisseure das Privileg der Studios, für die Fertigstellung eines Films so viel Zeit zu haben wie er brauchte. Auch funkte ihm niemand dazwischen und wollte etwas an seiner Vision ändern. So brauchte ca. 4 Jahre für die Realisierung seines einzigartigen Projekts. Der Perfektionist ließ 200x so viel Film drehen, als im finalen Schnitt schließlich zu sehen ist. Dabei bediente er sich einem einzigartigen Mix, aus der für 1968 neusten Technik für Special Effects, die auch heute noch einen mächtigen Eindruck schinden.. ja auf ihre Weise meistens sogar (wie übrigens auch der Schriftzug des Titels) einen zeitlosen Status erreichen. Im Einklang und gleichzeitig krassem Gegensatz dazu, wurde der Film mit klassischer, handgemachter Musik untermalt. Doch der eigentliche Geniestreich bei diesen ganzen Möglichkeiten ist dann das Realistischste und zugleich Einfachste: Die totale Stille im Weltraum, mit der Kubrik einen mit den eigentlichen Geschehnissen und den daraus resultierenden Gedanken vollkommen alleine lässt.

Der Film beginnt mit einem schwarzen Schirm, untermalt von atmosphärischer Musik. Diese 3minütige Sequenz bewirbt die Atmosphäre, die in den folgenden 139 Minuten auf den Zuschauer wirken wird. Man sieht das Leben der Erde lange vor unserer Zeitrechnung. Szenen des Alltags einer Gruppe von Affen, denen der komplette Prolog die volle Aufmerksamkeit gewidmet wird. Nachdem sie eines Tages durch einer andere Gruppe von ihrem Wasserloch vertrieben wurden, wachen sie morgens auf und sehen einen riesigen Monolithen, direkt vor ihnen senkrecht in der Wüste stehen. Kurz darauf sucht einer der Affen in Knochen nach Essensresten und erkennt, dass der Knochen in seiner Hand als ‘Werkzeug’ oder ‘Waffe’ benutzt werden kann. Um zu essen. Um sich Dinge anzueignen. Um Rache auszuüben. Um zu töten. Um zu überleben. Der Mensch ist geboren.

Was folgt, ist der philsophisch eindrucksvollste Schnitt der Filmindustrie den ich jemals sah und der durch nichts mehr übertroffen werden wird.

Der Weltraum. Man sieht einen technologisch 4 Millionen Jahre forgeschrittenen “Knochen” durch das All schweben. Das Werkzeug hat sich weiterentwickelt. Zu Hans Joachim Strauß’ “An der schönen blauen Donau” sieht man den Zuflug auf die, in der Umlaufbahn der Erde schwebende Hotel-Raumstation. Diese Szenen sind unbeschreiblich schön und anmutig. Wenn man nur eine Sekunde daran denkt, aus welcher Zeit dieser Film stammt, wird einem bewusst, dass Kubrick zu diesem Zeitpunkt seiner Zukunft weit voraus war. Seine Vorstellungen des technischen Entwicklungsvortschritts der Menschheit waren erstaunlich treffsicher, wenn auch im Detail noch in weiter Ferne. Die Besucher und Besatzung haben eine Möglichkeit gefunden mit der Schwerelosigkeit umzugehen.. zu essen, laufen, kommunizeren in den Weiten des Alls. Und so extrem sie sich technologisch weiter entwickelt haben, so banal sind sie geworden/geblieben. Kubrick zeigt nicht nur in den Gesprächen der Besucher des Hotels, mit welcher Oberflächlichkeit und falscher Freundlichkeit sich der Mensch unterhält.. alles vorangetrieben durch Ziele, die er für sich erreichen will. Es ist bestimmt nicht übertrieben zu sagen, dass uns diese Realität schon heute oft begegnet.

18 Monate später, tritt schließlich das Raumschiff “Discovery” eine lange, geheime Reise zum Jupiter an. An Bord befinden sich Commander Dr. Dave Bowman, sein Assistent Dr. Frank Pole und drei in Tiefschlaf versetzte Wissenschaftler, die erst am Jupiter selbst erwachen sollen. Gesteuert und überwacht wird dieser, wie auch fast alle anderen Vorgänge, vom 6. Crewmitglied: Dem Bordcomputer HAL 9000, der mehr Gefühle zu besitzen scheint, als alle seine menschlichen Kollegen, im Gegensatz zu diesen bisher aber noch nie einen Fehler machte. Als sich das ändert, fühlt sich das künstliche Gehirn um seine Existens bedroht und tut das, was jeder “Mensch” tun würde. Bevor er stirbt, sterben lieber die anderen.

Interessant ist hier, dass sich nach der langen Zeit der Evolution alles so entwickelt hat, dass der Unterschied zwischen Werkzeug und Beherrscher verschwimmt. Es ist nicht mehr klar wer eigentlich das sagen hat. Fakt ist, dass sich der Mensch von Werkzeugen abhängig gemacht hat um in neue Sphären vordringen zu können. So wird der Austausch der vermeintlich defekten Kommunikationseinheit von Assistent Pole ohne jegliche Akkustik durchgeführt. Die Ausnahme ist das Atmen und der Ton des Drucks, mit dem der Sauerstoff in seinen Anzug geleitet wird. Der Fokus hierauf ist so deutlich, dass man erahnen kann, welche Folgen der weitere Verlauf der Geschichte haben wird.

Doch noch bevor es sich bestätigt, lässt Kubrick den Zuschauer wieder allein. Ein 3 Minuten langes, schwarzes Bild stimmt mit erneuten Klängen auf das Kommende Szenario ein. Nach dem erneuten Ausstieg beschließt HAL sein “Leben” zu retten und tötet fast alle Besatzungsmitglieder. Das Werkzeug hat sich so weit entwickelt, dass es sich vorgenommen hat, seine Wichtigkeit über die ihres Schöpfers zu stellen.

Allerdings rechnet es nicht mit dem Ideenreichtum von Commander Bowman, der den Computer schließlich abschaltet. Ich bekam eine Gänsehaut bei der Szene, da HAL immer kindlicher argumentierte, je mehr Erinnerungen Bowman löschte. Kubrick schaffte es tatsächlich Mitleid zu erregen.. für eine Maschine.. die kurz zuvor noch etliche Menschen getötet hat.

Der Schluss ist nicht unbegründet einer der meist diskutierten endings ever. Kein Mensch wird je erfahren was sich Kubrick dabei dachte, denn er wollte darüber nicht sprechen. Gott sei Dank.

Commander Bowman ist am Ziel angekommen. Der eigentliche Grund der Mission wird übertragen. Er steigt erneut in die verbliebende Raumkapsel und sieht in seinem Erkundungsflug den Monolithen im Weltall schweben. Es öffnet sich ein Pfad, in den er hineingesogen wird. Wilde Farbverläuft, obskure Objekte und organische Strukturen (über die man sogar heute teilweise nur staunen kann) später, befindet er sich in einem barrock eingerichteten Schlafzimmer. Er sieht sich in verschiedenen Stadien seines restlichen Lebens in diesem Raum. Allein mit sich selbst und völligem Wohlstand. Schließlich liegt er auf dem Bett. Schwach und seinem Tod nahe, streckt er mit letzer Kraft seinen Arm gen Bettende. Er ist bereit loszulassen. Der Monolith steht allgegenwärtig in dem weißen Raum. Man sieht einen Embryo. Und schließlich den wiedergeborenen Bowman. Er schwebt im All und schaut auf die Erde. Unabhängig und Gelöst von allen technischen Hilfsmitteln.

Fazit
Ich kann gut verstehen, dass es 1968 gespaltene Meinungen zu Kubricks Raum-Inszenierung gab, war es auf einer Seite eine technische Meisterleistung ohne irgendeinen Sinn. Auf der anderen Seite eine tiefgründige Kritik am Mensch ansich.. fernab jeder Special Effects. Vielleicht ist der Film auch deshalb so oft als Meisterwerk bezeichnet worden, weil man nicht drum rum kommt sich keine Gedanken darüber zu machen, ausser man ist ein völlig ignoranter Idiot. Zugegeben ist es ein hartes Stück Arbeit, durch das man sich kämpfen muss, in einer MTV-geprägten Zeit, inder alle 0,5 Sekunden Schnitte und wirre Farbverläufe mit Verzerrungseffekten an der Tagesordnung sind. Außerdem ist es kein Film, der den Zuschauer um jeden Preis gut unterhalten will.
Aber gerade deshalb.. gerade weil sich die einzelnen Szenen bewusst ziehen.. gerade weil es ruhig und leer ist.. gerade weil es keine Antworten auf die Handlung, den Sinn und Unsinn des Werkes gibt, wird man gezwungen aktiv darüber nachzudenken und sich seinen eigenes Urteil zu bilden. So erschuf Kubrick mit 2001: a space odyssey das größte, filmische Mysterium, das zu allerlei Spekulationen einlädt.
Ein visuelles Meisterwerk, dass seiner Zeit deutlich voraus war.

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Nintendo DS

Nintendo DS lite
2 0 0 6 n i n t e n d o

Am 26 Januar 2006 wurde der Nintendo DS lite einer staunenden Öffentlichkeit vorgestellt. Staunend, weil er relativ kurz nach dem ersten Modell erschien und dadurch nicht überall für Jubel sorgte. Neben den zwei viel helleren und kräftigeren Screens war vor allem das Design neu und verbessert. Die Optik erinnert nun dezent an Apple, das Mikrofon befindet sich endlich in der Mitte des Schaniers und von außen umhült den DS eine transparente Plexiglasschicht, die Klavierlackeindruck entstehen lässt. Einfach nur edel. So war der DS lite dann auch endlich der passende Anlass, mir einen DS zu kaufen, nachdem ich schon lange damit geliebäugelt hatte. Aufgrund der Vielzahl von 2D Titeln, die durch die innovative Touch Screen Steuerung mein Interesse weckten, war nun klar: Ein DS muss her. Auf genau diese Steuerung will ich dann auch gleich einmal zuerst eingehen, da sie meines Erachtens die eigentliche Revolution darstellt. Der DS hätte ganz einfach auch ohne zweiten Screen funktioniert, imho.


Der DS geschlossen und sanft eingepackt in das Hori Ledercase, welches ziemliche Ähnlichkeit mit den berühmt berüchtigten Moleskines Notizbüchern hat.


Touch me!

Gegen alle meine vorherigen Bedenken funktioniert die Touchscreen Steuerung einfach tadellos. Auch nach über einem Jahr des Betriebes stellen sich keine toten Stellen (etwa an den Rändern) im Touchscreen ein und er ist präzise genug eine Vielzahl von Möglichkeiten zu eröffnen. Die Eingabe von Namen / Schrift, das Antippen von auch noch so kleinen Objekten, das Navigieren mittels Stylus, etc. pp. Dabei reagiert der Touchscreen schon auf leichtes Drücken, wodurch eine lange Spielsession nicht in einem zerkratzten oder gar zerdrückten Screen endet. Sicher, wer dumm genug ist, der schafft es auch, diesen Screen zu zerstören. Oder seine Wiimote in den TV zu schmeißen. Aber das ist ein anderes Thema.

DS

Der Dual Screen. Ziemlich gewöhnungsbedürftig und – imho – eigentlich auch fast unnötig. Über 80 % der DS Software nutzt den zweiten Screen lediglich als Statusanzeige und ganz harte Burschen, wie z. B. Rockman, lassen ihn gleich ganz aus. Nur wenige schaffen es, ihn sinnvoll zu nutzen oder durch den zweiten Screen völlig neue, spielerische Möglichkeiten zu eröffnen. Dabei sind die Screens ansich aber klasse. Mega hell, selbst auf niedrigster Helligkeitsstufe und satte Farben. (Gute) 2D Grafik auf dem DS sieht ganz einfach atemberaubend aus. Die Auflösung ist dann auch erfreulicherweise höher, als die des GameBoy Advance, aber mit 256 x 192 noch weit entfernt von 320 x 240. Durch die größe der Displays von 61 x 46 mm wirkt hier aber weder etwas zu klein, oder zu groß.

2D/3D

Durch seine Vielzahl von 2D Titeln ist der DS für mich natürlich gleich doppelt interessant, stellt er doch mittlerweile die letzte wirklich ernstzunehmende Bastion für 2D Titel dar. Das halbe 2D Spiel, das alle 2 Jahre auf der PS2 erscheint oder gar den GP2x kann man da, schon allein aufgrund der Qualität der DS Erscheinungen, nicht wirklich ernst nehmen. Dabei reicht die Qualität des DS Lineups leider auch von inferior über mediocre bis hin zu superior. Aber selbst, wenn man sich nur mit der Superiorbarkeit des Spielelineups beschäftigt, wird man kaum mit dem Spielen hinter her kommen.

Der Fairness halber will ich aber auch auf die 3D Fähigkeiten des Nintendo DS eingehen. Auf dem Papier und er recht bei den Spielen unterliegen diese ganz klar der Sony PSP. Was aber nicht heißt, das die 3D Spiele scheiße aussehen. Im Gegenteil, durch ihr spartanisches Auftreten wirken sie für mich schon wieder Reizvoll (Erinnert mich an PSone Grafik teilweise) und läuft in den meisten Fällen sogar flüssig ab. Hier gibt’s einfach nur Polygone, Texturen und sonst nix. Kein HDR Rendering, kein Mipmapping, keine Texturinterpolation, einfach nur grobe 3D Grafik. In die Fresse sozusagen. Wer sich damit anfreunden kann und aus heutiger Sicht PSone Grafik noch interessant findet, der wird auch auf dem DS mit 3D Spielen seine Freude haben.

System

Ansonsten bietet der Nintendo DS lite uns ein bedienerfreundliches, fast schon idiotensicheres Menü, in welchem man Datum und Uhrzeit einstellen kann, mittels Pictochat und Wi-Fi Connection Penise malen und diese auch an seine Freunde verschicken kann und die Möglichkeit ein Multiplayerspiel mittels Download zu beginnen, anstatt zwei Cartridges kaufen zu müssen. Das ist längst überfällig gewesen und evtl. eines der nicesten Features des DS. Das er GameBoy Advance Spiele frisst und somit Rückwärtskompatibel ist, ist da fast schon eine Selbstverständlichkeit und ist mit einer der Gründe, warum niemand an einem DS vorbei kommt. Außer natürlich er ist völlig bescheuert und kauft sich eine Sony PSP.


Der DS offen. Bereit für jedwede Schandtaten.


Aber es ist nicht alles Klavierlack, was glänzt. Es gibt ein Manko, welches mich beim DS richtig stört. Bei Spielen, die komplett ohne Stylus auskommen, bekommt man Schmerzen in den Händen, da der DS alles andere als ergonomisch ist und nur bedingt gut in der Hand liegt. Das Steuerkreuz ist für meinen langen Daumen viel zu weit links, wodurch ich meinen Daumen ganz nach links schieben muss oder den DS nur in den Fingern und nicht der Handfläche halte und somit Halt verliere. Des Weiteren bohren sich die scharfen Kanten des DS ziemlich krass in die Handflächen, was sich nach einer geraumen Zeit negativ bemerkbar macht. Das Hori Ledercase gibt schafft da ein klein wenig Abhilfe, da es dem DS mehr Fülle verleiht, aber so wirklich komfortabel ist das für mich immer noch nicht. Ansonsten ist der Volume Schieberegler noch etwas wackelig und zu sensitiv, aber man sollte eh nur auf voller Lautstärke spielen. Pen

Kurzum: Der Nintendo DS ist einer der nicesten Handhelds der letzten Jahre, da er mittels Touchscreen ein paar interessante neue Spielideen hervorgebracht hat, sich mit Stylus einfach bedienen lässt und der dahinter steckenden Power in eine Region der 2D Spiele vordringt, die vorher nur dem Super Nintendo (oder gar dem Saturn) vorbehalten waren. Der hervorragende Softwaresupport tut sein übriges. Bitte kaufen, ASAP.

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Burial – Untrue

Burial - Untrue.

B U R I A L – UNTRUE. HDBCD002

Ich hasse Dubstep. Dubstep ist das, was am Ende übrigbleibt, wenn man dem Drum & Bass jeglichen Style entzieht und dafür eine Mischung aus Lameness, Langeweile und einem kläglichen Rest 2Step zuführt. Es ist nichtmal 2Step Light, es ist einfach Crap.

Ginge es allein nach Burial, würde ich Dubstep lieben. Vergöttern, verehren, ihm jegliches Opfer darbringen, was ich zur Verfügung hätte. Katzen, Ziegen, Söhne, Jungfrauen, you name it. Scheissegal.

Ich müsste eigentlich lernen, mal aufräumen, Persona 3 weiterspielen, spülen, Sachen für die Uni erledigen aber ich kanns nicht. Ich kann es nicht. Was ich zur Zeit kann, ist in meinem dunklen Wohnzimmer auf dem Sofa zu liegen und zu hören. Immer und immer wieder.

Tiefe Bassläufe mit den gewohnten Stepbreaks, überlagert von atmosphärischen Melodien, garniert mit verzerrten, abgeschnittenen und neu zusammengefügten, souligen Lyrics. Fast das ganze Album hindurch. Von ein, zwei Tracks, die ohne Breaks auskommen, mal abgesehen. Aber auch die haben es – nichtsdestoweniger – verdammt in sich.

Wenn man das Album das erste mal hört, hat man den Eindruck, dass alles irgendwie gleich klingt und das ist tatsächlich zu einem gewissen Grad der Fall. Liegt mitunter auch am Dubstep selber. Aber je öfter man es hört, desto mehr Feinheiten fallen einem auf. Dabei ist das Album sehr minimalistisch gehalten. Man wird nicht vom Sound überrollt. Eher ganz im Gegenteil. Viele Tracks sind sehr filigran, kaum greifbar und doch ziehen sie einen tief, tief rein. Oft sogar runter. Öfter als einem möglicherweise lieb ist.

Freunde von atmosphärischen, hurendeepen Stepzeug müssen das Teil haben. Alle anderen sagen vielleicht eher “Klingt ja doch alles gleich.”.

Ich weiß nicht, was dem Typen widerfahren sein muss, um solche Musik machen zu können. Burial gibt nämlich keine Interviews.

Wozu auch?

Die letzten Glühwürmchen

Die letzten Glühwürmchen
Japan | 1988 | Anime

Der Animationsfilm aus dem Hause Ghibli erreicht dabei eine enorme emotionale Intensität, so dass sich unabdingbar ein Gefühl der Betroffenheit, Traurigkeit und Fassungslosigkeit einstellt.

So liest man es in etlichen reviews renommierter Seiten. Ich wollte mir unbedingt ein Bild davon machen. Schließlich nehmen mich Filme über aufopferungsvolle Liebe mit. Der erste Anime den ich sah hieß “Akira” und ich schlief dabei glaub ich jedes mal ein, weil er einfach ein verschissener, langweiliger Rotz ist. Ich hoffte, dass sich das nicht wiederholt. Ich kann sagen: Ich schlief nicht ein. Doch das bedeutet nicht, dass der Film irgendwie super gewesen wäre oder so. ganz im Gegenteil..

Story
Japan befindet sich im Krieg. Der 14-jährige Seita muss mit seiner kleinen Schwester mit ansehen wie ihr Haus abgebrannt wird, seine Mutter stirbt und der Vater im Krieg fällt. Sie leben bei ihrer Tante, die sich aber abneigend zeigt, weil Seita nicht für sein Land arbeiten will. Deshalb bekommen sie auch nix mehr zu essen. Zu sehr von seinem Stolz verletzt zieht er mit seiner sis aus und sie leben in einer Höhle. Anfangs geht es noch gut aber nach und nach merken beide, dass ihre Zukunft hoffnungslos erscheint.


Links: Seitas Mutter stirbt recht früh im Film | Rechts: Japan ist unter permanentem Beschuss

Der Rest des reviews ist mit spoilern, da es halt nicht anders geht
Bekommen sie Anfangs noch irgendwie Essen zusammen, wird es mit der Zeit immer schwieriger. Er fängt an zu klauen. Wird irgendwann erwischt. Der kleinen gehts schlecht. Sie stirbt. Das wars.

Sicherlich.. könnte das eine äusserst bewegende Geschichte sein und wenn ich JEDE Kritik darüber lese, dann wird das auch so aufgenommen. Leider.. war mir das Schicksal der zwei Kinder aber irgendwie scheissegal?

Sorry.. für mich war Seita einfach nur ein Idiot aka zu stolz, sonst wäre er zu seiner Tante zurück, hätte halt in irgendeiner Form gearbeitet und sie hätten alle zu essen gehabt. Aber nein, er musste halt den Dicken markieren und hat deshalb seine Schwester auf dem Gewissen. Man bekommt nach dem Tod auch nicht mit, dass er sich das zu Herzen nimmt oder so. Anscheinend war es für ihn ein unvermeidbares Schicksal. Auch die viel gelobte, offensichtliche Bindung zwischen den beiden Geschwistern kann ich so nicht erkennen. Also.. klar, er kümmert sich um sie und sie lieben sich, das merkt man schon. Aber es ist nicht so, dass sowas super beeindrucken könnte, denn das WAS er hätte tun können für seine Schwester.. gerade DAS hat er ja nicht getan!! Also sehe ich hier keinen Zeitpunkt die aufopfernde Liebe, wie man sie schon in etlichen anderen Filmen gesehen hat.


Links: An die Szene kann ich mich gar nicht erinnern!?!? | Rechts: Die Glühwürmchen tauchen die schreckliche Realität in warmes Licht

Ein weiteres Problem hierbei ist, dass die Szenen sich keine Zeit nehmen. Als man sie da liegen sieht und seine Stimme aus dem Background sagt “Sie schlief ein. Und wachte nicht mehr auf”, gibts unmittelbar einen cut und man wird aus der ruhigen Szene gerissen, sieht Blätter im Sturm laut wehen. Eventuell soll es die Bestürztheit ausdrücken? Wie auch immer. Ich konnte zu keinem Zeitpunkt mitfühlen, da die Szenen zu abgehackt rüber kamen.
Das wirklich Einzige das süß war, war seine Schwester. Wie sie lachte, wie sie sich bewegte und von so vielem immer begeistert war. Sehr süß.

Fazit
Bleibt zu hoffen, dass ich mit “Das Mädchen das durch die Zeit sprang” nicht nochmal so ein offensichtlich totally überhyptes “Meisterwerk” sehe, sonst werde ich mir ein allgemeines Urteil über Animes bilden (Ich sah ja auch Akira und schlief einfach ein), die elends Meinung wohl relativ nahe kommen dürfte. Der Film hatte jedenfalls nichts was mich berührt hätte. Seita war selbst dran schuld, dass seine Schwester starb (falscher Stolz) und so war es mir dementsprechend auch scheissegal was aus ihm wurde. Wie auch der ganze Film.

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Postman Blues

Postman Blues
(posutoman burusu | japan 1997 | sabu | dvd: asian film network)

Ryuichi Sawaki (Shinichi Tsutsumi) ist ein einfacher Postbote. Freunde hat er eigentlich nicht, und seinen Job kann er auch nicht leiden. Daher freut er sich, als er eines Tages auf seinen alten Kumpel Noguchi (Keisuke Horibe) trifft – der inzwischen den Yakuza angehört und sich den kleinen Finger abgehackt hat. Der landet ohne Sawakis Wissen zufällig in seiner Postbotentasche. Durch das Zusammentreffen der Beiden gerät allerdings Sawaki nun ins Fadenkreuz der Polizei. Als dann auch noch der depressive Auftragskiller Joe (Ren Osugi) auf den Plan tritt, halten die Behörden Sawaki endgültig für einen Terroristen und Serienkiller. Dabei will er doch eigentlich nur ein letztes Mal das krebskranke Mädchen treffen, das er kurz zuvor kennenlernte…

Postman Blues gehört zu den eher unbekannteren Filmen Sabus. 1997 gedreht vermengt er aber bereits wie in seinen späteren Werken wie selbstverständlich Actionkomödie, Romanze, Drama und Satire zu jenem unnachahmlichen Cocktail, der in Monday seinen bizarren Höhepunkt finden sollte. Postman Blues ist aber nicht ganz so abgedreht, konzentriert sich eher auf seine Charaktere und menschliche Konflikte und lockert diese mit komischen Momenten auf.

Sabus ganz große Stärke ist diese einzigartige Wärme, die er in seinen Geschichten und Charakteren transportiert. Er führt durch Groteske zu einer gewissen Menschlichkeit und schafft es, mit nur wenigen Szenen große Sympathieträger aufzubauen, die dem Zuschauer sofort ans Herz wachsen. Vor allem Joe und die Leistung von Ren Osugi ist wirklich großartig – er bedient zwar an der Oberfläche das Klischee vom kühlen und einsamen Killer, der gar nicht killen will, blüht jedoch in der Interaktion mit Sawaki zu einer bemerkenswerten Persönlichkeit auf. Nichtmal die Yakuza, die Noguchi an den Kragen wollen, weil er den Finger nicht mehr findet, haben ihren Antagonistenstatus verdient, sondern sind nur Riesenbabies, die scheinbar den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als herumzusitzen und alberne Witze zu reißen. Postman Blues ist voll von Menschen, die gerne wieder Kinder sein würden und eigentlich nichts verbrochen haben. So bleibt als Feinbild mal wieder die Polizei, die aus den Handlungen Sawakis voreilige Schlüsse zieht und am Ende für ein tragisches und grandioses Finale verantwortlich ist.

Der Balanceakt zwischen Drama und Klamauk gelingt Sabu also schon anno 1997 vortrefflich. Dazu kommen interessante Bildkompositionen und tolle Musik zwischen Funk und melancholischen Streicherstücken – je nach Bedarf. Viel mehr bleibt auch nicht zu sagen, denn Postman Blues ist mehr als die Summe seiner Teile; charmant, herzlich und witzig.

Als einziger Vorwurf, den man Sabu 10 Jahre später machen könnte, bliebe die Tatsache, dass er sich – wie wir später an Monday und Drive sehen werden – relativ häufig selbst zitiert (was nicht zuletzt an Stammschauspieler Shinichi Tsutsumi liegt). Davon lasse ich zu diesem Zeitpunkt einmal ab und betrachte den vorliegenden Film völlig isoliert. Und er gehört definitiv zu den besseren japanischen Filmen, die ich bisher gesehen habe.

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Alone

A L O N E
แฝด
Thailand 2007 | Regie: Banjong Pisanthanakun, Parkpoom Wongpoom

Pim (xD das deutsch-thailändische (?) Popsternchen Masha Wattanapanich) lebt zusammen mit ihrem Ehemann Wee (xD Vittaya Wasukraipaisan) in Südkorea. Ihr Leben verläuft seit dem Verlassen Thailands eher ruhig und ohne Zwischenfälle. Bis sie eines Tages einen Anruf aus Thailand bekommt und zurück muss. Ihre Mutter liegt nach einem Herzinfarkt im Sterben. Kaum in Thailand angekommen beschleicht sie ein ungutes Gefühl. Vor 10 Jahren noch hatte sie eine Schwester namens Ploy. Sie waren siamesische Zwillinge und Ploy starb bei dem Versuch beide zu trennen. Nur Pim überlebte und sieht nun Geister. Ihre Schwester etwa?

Das es so schnell gehen würde, hätte ich nicht gedacht. Vor geraumer Zeit stellte Penance die Frage in den Raum, wie man am besten Reviews schreibt. Dabei ging es unter anderem auch darum, was man nun am besten in’s Review mit rein packt. Ich dachte anfangs noch, das mich dieses Schicksal ohnehin nicht so schnell ereilen wird, aber tjo. Heute soll es soweit sein. Denn wie schreibe ich ein Review zu Alone? Schreibe ich zu wenig vom Inhalt, klingt es wie ein lamer Film. Schreibe ich zu viel ist es nicht mehr überraschend. Was tun? Ihr müsst mir also echt vertrauen, wenn ich sage, das Alone ziemlich geil ist.

Obwohl der Film ruhig anfängt, kommt er ziemlich schnell zur Sache. Pim muss wieder zurück nach Thailand, weil ihre Mutter im Krankenhaus liegt. Und zurück nach Thailand will Pim eigentlich eher ungern. Denn sie weiß ganz genau, was sie erwartet. Vor 10 Jahren starb Ihre Schwester beim Versuch beide zu trennen und in Südkore konnte Pim immerhin vor der Vergangenheit etwas flüchten. Nicht so in Thailand. Das alte Elternhaus, welches etwas an das Anwesen in Tale Of Two Sisters erinnert, Ploys Klamotten, der Duft, der in der Luft liegt – einfach alles erinnert sie an Ploy. Und schnell merkt Pim und wir, das da noch jemand ist und irgendwas von Pim will. Schon ab Minute 10 werfen die Regisseure, die schon für Shutter verantwortlich waren, düstere Momente, Schockszenen und den Geist in den Raum, ohne uns groß darauf vorzubereiten. Das ist anfangs nicht weiter schlimm, da die Gruselmomente eher konventionell daher kommen. Da darf der bellende, irgendetwas vorahnende Hund genauso wenig fehlen, wie der berüchtigte Blick in den Badezimmer Spiegel. Dazwischen aber finden wir immer wieder Szenen, die man so noch nicht zu sehen bekam und einem positiv im Gedächtnis bleiben. Genau an diesem Punkt darf auch nicht zuviel verraten werden, da nichts über das jungfräuliche Schauen dieses Filmes geht. Hier hören wir am besten auf und vergeben am besten schon die Penen.

Naja fast. Über die handwerklichen Eigenschaften von Alone kann und muss ich ja noch ein Wörtchen verlieren. Die Cinematographie von Niramon Ross, welcher schon für Shutter und The Dorm die Kamera schwang, ist – mal wieder – absolut sagenhaft, insich stimmig, farblich einfach nur wundervoll und mit viel viel DOF ausgestattet. In Shutter zeichnete sich schon ab, das hier jemand am Werk ist, der sein Handwerk versteht und in The Dorm gab’s dann die Bestätigung. Der Mann kann was, der Mann schafft es normale Szenerien wie Krankenhäuser bei Tag und einem eigentlich schönen alten Anwesen ganz ohne zuviel Schwarz oder gar Nebel fürchterlich aussehen zu lassen. Besonders hervorgehoben sei hier die Szene mit der halbtoten Mutter, die einem nur durch die Änderung der Beleuchtung am Set eine Gänsehaut beschert.

Wie Augen, so werden auch gleichermaßen die Ohren verwöhnt. Für das Sounddesign war Vanilla Sky verantwortlich und es hörte sich fast so an, als hätten jene auch schon bei Shutter ihre Finger am Computer gehabt. Was hier Soundmäßig abgeht, ist Highquality eerie Musik, bzw. Geräusche, die nie Klischeehaft klingen und richtig bumsen, wenn’s sein muss. Wer diesen Film nicht laut schaut, der verpasst ca. 50 % der Atmosphäre.

Kurzum, wem Shutter schon gefiel, dem ist Alone selbstverständlich erst recht an’s Herz zu legen aber auch wem Shutter zu… sagen wir wenig neues bot, auch dem sei Alone empfohlen.

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