Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert

Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert
(confessione di un commissario di polizia al procuratore della repubblica | italien 1971 | damiano damiani | dvd: koch media)

Der im Irrenhaus Einsitzende Lipuma wird mysteriöserweise freigelassen. Zwei Tage später stirbt er bei einer Schießerei im Anwesen des Unternehmers Lomunnos, ursprüngliches Ziel des Anschlags. Polizeikommissar Bonavia (Martin Balsam) untersucht den Fall. Dann schaltet sich auch der junge Staatsanwalt Traini (Franco Nero) ein, er glaubt fest an die Unfehlbarkeit der Justiz. Es stellt sich jedoch heraus, dass Bonavia in den Fall auf besondere Art verwickelt ist. Trainis Misstrauen wächst mit jedem Tag.

Damiano Damianis Der Clan… wirkt stellenweise wie eine weniger clevere – und weniger mutige – Version von Costa-Gavras’ Z, der zwei Jahre zuvor mit seiner pessimistischen und kompromisslosen Darstellung korrupter Machtstrukturen als besonderer Meilenstein in die Geschichte des politischen Films einging. Allein dieser Vergleich lässt den Clan nicht im schlechten Licht stehen. So gewann er doch im Jahr seiner Erscheinung den Hauptpreis des Moskauer Filmfestivals und wurde – nach Franco Neros Aussage – in mehr Länder verkauft als die Werke Leones und Fellinis es taten. Doch es bleibt ein wenig die Schwierigkeit, sich in die Situation der damaligen Zeit hineinzuversetzen, in denen diese Filme beim Publikum noch für weitaus größeren Aufruhr sorgten. Heutezutage ist das anders: Kritik an Regierung und Gesellschaft ist selbst in Hollywood-Blockbustern Gang und Gäbe, in manchen Fällen sogar zum selbstverständlichen Plotdevice geworden.

Dass sich hinter dem Clan dennoch ein durchaus lohnender Film verbirgt, ist vor allem in Damianis Herangehensweise zu begründen, die Kritiker als “kommerziell” oder “populistisch” abtun könnten: Die emotionale Konsequenz steht bei ihm an höchster Stelle. Der vergebliche Kampf gegen Korruption und Machtmissbrauch findet seinen Ausdruck in Bonavias verbittertem Gesicht, und am Ende auch in seinen Taten. Damiani schafft keine Distanz zum Geschehen, will auch nicht politische Komplexe in ihrer Gesamtheit ergründen. Er belegt exemplarisch am Einzelschicksal (siehe auch Töte Amigo) und bewegt den Zuschauer zum Mitleid – und damit zum Nachdenken. Den Vorwurf der Oberflächlichkeit und Vereinfachung kann man Damiani somit durchaus machen. Dass er jedoch gerade so ein größeres Publikum erreicht als mit akademischer Abstraktion, spricht unabhängig davon vor allem für seine Qualitäten als Filmemacher.

Weitere Erwähnung verdient der großartige Martin Balsam, Dreh- und Angelpunkt des Films. Wie er allein mit wenigen Gesten und seinen Gesichtsausdrücken eine derart humanistische Ausstrahlung verkörpert, ist absolut einmalig, sodass selbst Franco Neros übliches Charisma ein wenig untergeht. Und Riz Ortolanis einprägsames Titelthema tut sein Übriges, um die bedrückende Stimmung noch weiter zu steigern. Auch wenn am Clan, der seine Feinde lebendig einmauert eindeutig der Zahn der Zeit genagt hat – als filmhistorisches Dokument aus einer Zeit der Unruhe und des Umbruchs bleibt er auch heute noch höchst empfehlenswert.

Bonavia: Wo wohnen Sie?
Traini: Hier in der Nähe.
Bonavia: Passen sie auf, an einem der nächsten Tage könnte aus dem Hahn in ihrem Badezimmer Blut laufen. Oder sie bemerken eine defekte Stelle im Mauerwerk. Sie kratzen – und was kommt zum Vorschein: Ein Finger. Oder ein Auge.

Pen Pen Pen Pen Trans(en)pen

(Wer sich übrigens diesen bescheuerten dt. Titel ausgedacht hat, gehört in die selbe Zelle gesperrt, die bereits den Schöpfer von “zwei abgewichste Profis” beherbergt.)

Stranglehold

John Woo’s Stranglehold [PC/360/PS3] [Midway] (360 Version im Test)

Stranglhold ist ein weiteres Spiel das Ich mir in der Videothek geliehen habe und von dem Ich im Vorfeld eine Demo gespielt habe. Nur im Gegensatz zu Jericho war die Demo von Stramglehold gar nicht mal schlecht. Naja, jeder kann sich mal Irren.

Ich nehme mal an das jedem hier John Woo und Chow Yun Fat ein begriff sind (falls nicht, wozu gibt es Wikipedia). Aus deren Zusammenarbeit ging ja bekanntermaßen Hard Boiled hervor, der immer noch einer meiner Lieblingsfilme ist. Verständlich das Ich da auf Stranglehold gespannt war, da es sich hier um die Weiterführung der Story von Hard Boiled handelt. Da am Ende von Hard Boiled nicht mehr viele Charaktere für eine Fortsetzung übrig waren, hatten die Entwickler relativ freie Hand was die Story anging. John Woo hatte aber bei der Entwiclung seine Hände im Spiel, daher euch sein Name im Titel.

Leider ist die Story wenig überraschend. “ohhh, der Gansterboss der einem am Anfang hilft, ist der wahre Bösewicht….” Die Synchro gibt dem ganzen den Rest, was aber nicht daran liegt das die Sprecher keine Profis wären, sondern genau das ist das Problem. Man hat sich dazu entschieden, Chow Yun Fat als Sprecher für seine Rolle, Inspektor Tequilla, zu verpflichtet. Ist zwar gut gemeint, aber Herr Fat hat leider echte Probleme mit der Englischen Sprache. Dies führt dazu, das alle Spannung die sich Aufgebaut hat, sofort das Klo runtergespült wird, sobald Tequilla etwas sagt. Durch diesen Umstand hatte Ich auch echte Problem der Story zu folgen. Ich weiß z. B. immer noch nicht, warum das 2. Level in einem Restaurant spielt, weil das in Tequillas Akzent unterging. Die Restlichen Charaktere sind allerdings Einwandfrei zu verstehen.

Das Gameplay ist dabei stark an Max Payne angelehnt, was ja verständlich ist, da sich Max Payne selbst stark an Woo’s Werken orientiert hatte. Abgesehen von der (inzwischen) Standardmäßigen Zeitlupenfunktion, hier mit dem Namen Tequilla Time, wird das System um einige Spezialfähigkeiten und eine Deckungsfunktion (an Wände anlehnen per Tastendruck) erweitert. Diese Fähigkeiten werden als Tequilla Bombs bezeichnet und wären Heilung, Präzisionschuß, Barrage (unbegrenzt Munition und Energie für einige Sekunden) und eine Rundum Attacke (inklusive Orchester und Friedenstauben ^^). Diese Fähigkeiten sind mehr oder weniger sinnvoll, erleichtern das Vorankommen aber erheblich. Die Energie die zum nutzen dieser Fähigkeiten, wird mithilfe von Besonders stylischen Attacken aufgefüllt. So kann man z. B. Leuchtreklamen durch Beschuss den Gegnern auf den Kopf fallen lassen. Alle Dinge die man durch Beschuss manipulieren kann, werden durch ein “Glitzern” angezeigt und führen teilweise zu Kettenreaktionen, die einen Ganzen Raum säubern, führen. Des weiteren kann man mit verschiedenen Teilen der Umgebung interagieren, um z.B. ein Treppengeländer hinaufzulaufen. Eine weitere Neuerung sind die aus Woo’s Filmen bekannten Stand Off’s. Dabei muss man den Schüssen der Gegner (per hin und herlehnen 0_o) ausweichen und gleichzeitig selbige umnieten. (Wird für meinen Geschmack etwas zu oft verwendet) Wenn man dieses System erstmal durchschaut hat, macht das Zerlegen der Gegner und Umgebung wirklich großen Spass.

Überhaupt ist das Schadenssystem der Umgebung sehr gut Gemacht. Man sollte die Deckung möglichst oft wechseln, da bereits nach kurzer Zeit die Umgebung sehr Stark durch den Beschuss in Mitleidenschaft gezogen wird, Wände in sich zusammenfallen usw. Ähnliches läßt sich über die Animationen der Charaktere sagen, die besonders in den Zwischensequenzen sehr lebensecht Animiert wurden und es schaffen die Emotionen wirklich rüberzubringen. Was dann meist sofort durch Tequillas Stimme zunichte gemacht wird. Es tut mir leid, aber der Mann schafft es nicht mit diesem Akzent ernst genommen zu werden.

Diese Neuerungen schaffen es aber nicht das Spiel vor der Mittelmäßigkeit zu retten. Denn ob Ich nun in Hong Kong Chinesen (aus der Klonfabrik), oder in New York Russen (aus der Klonfabrik) Umniete, macht keinen Wirklichen unterschied. Es fühlt sich immer gleich an. Teilweise wird das Gameplay zwar etwas aufgelockert z. B. dadurch das man bevor die Gegner den Raum stürmen, Gitarrenkästen an denen man seine Munition und Energie auffüllen kann, platziert. Oder ein kurzer Abschnitt den man am Geschütz eines Helikopters verbringt. Im großen und ganzen ist der Rest allerdings immer gleich. Un nach 6-7 Stunden ist das Ganze auch schon vorbei.

Es gibt zwar einen Multiplayermodus, den konnte Ich allerdings nicht Testen, da kein Mensch online war…

Im großen und ganzen würde Ich sagen, leiht euch das Spiel aus, habt spass daran ne Menge Shit in die Luft zu jagen und bringt das Spiel zurück. Oder spielt die Demo und stellt euch vor, das gleiche für 6 Stunden zu machen…

Pen Pen Pen Trans(en)pen Trans(en)pen

Explosive City

E X P L O S I V E . C I T Y
Simon Yam | Alex Fong

Ein Mensch namens Mr. Yong (Tung-Cho Cheung) erreicht irgendeinen nicht näher beschriebenen Flughafen. Aus nicht näher erläuterten Gründen, findet ein Attentat auf ihn statt. Es schlägt fehl, da Polizist Chi-Shing Cheung (Simon Yam) ganz toll ist und Mr. Yong zur Seite stößt. Bei der Flucht der Attentäterin (Hisako Shirata) fällt diese dümmlicherweise von einer Mauer und haut sich ihren schönen Kopf an. Danach erinnert sie sich an nichts mehr. Ihr Aufenthalt im Krankenhaus ist zu gefährlich, also soll sie in das örtliche Polizeirevier gebracht werden. Da bekommt Polizist Yiu (Alex Fong) plötzlich eine Videonachricht (Fullscreen) auf seinen Laptop (Total flüssig, versteht sich). Seine Frau und sein Sohn sind in der Gefangenschaft nicht näher beschriebener Terroristen, angeführt von einem sogenannten Otosan (Sonny Chiba). Und dann geht’s irgendwie noch darum Alex Fongs Sohn wieder zu finden. Und… sowas.


(Links: Mr. Cool (Sonny Chiba) | Rechts: Mr. Sex (Simon Yam))

Der Trailer zu Explosive City sah recht stylish und ebenso explosiv aus, wie der Titel vermuten ließe. Leider ist der eigentliche Film aber ein ganz anderer, nämlich ein ziemlich langweiliges Stück löchriger Käse. Von Anfang an hat man Probleme zu folgen, da wenig erklärt wird und das, was am Ende erklärt wird, hat schon fast B-Movie flair. Da ist dieser Otosan, ein japanischer Terrorist, der Kinder kidnapped und sie mittels Hypnose zu einer Killerarmee aufzieht. Die Hypnose geschieht sichtbar im Film unter zuhilfenahme einer… Hypnosebrille. Ohne Witz. Ansonsten sieht man Alex Fong ziemlich angespannt von einem Schauplatz zum anderen fahren oder rennen und immer im Schlepptau die junge Japanerin, die anfangs zwar noch ausschließlich Japanisch spricht und versteht, im Laufe des Films dann aber einfach zu Kantonesisch wechselt und damit keine Probleme mehr hat. Das alles wäre zu verzeihen, wenn wenigstens Action abgehen würde, aber leider wird überwiegend nur gebabbelt oder es passiert rein gar nix. Shootouts gibt es zwar, die sind aber eher Mittelmaß und werden nicht nur die wackelnde Kamera, sondern zudem durch den überaus langweiligen Soundtrack unnötig abgewertet.


(Links: Es wird viel geplappert. | Rechts: Und sogar etwas geschossen.)

Nach dem Trailer dachte ich, das Explosive City wenigstens ein normaler Hong Kong Actionfilm ist, der nichts neues versucht, nicht an die ganz großen des Hong Kong Actionkinos anknüpfen kann, aber einen zumindest unterhält. Leider falsch gedacht. Ja nichtmal die Cinematographie kann da noch etwas retten. Offensichtlich wurde der Film stehts bei bewölktem Wetter gedreht und gute, bzw. stylishe Perspektiven sieht man nur selten. Kein Wunder, das der so schnell in Deutschland auf DVD erschien.

Langweilig von vorne bis hinten.

Pen Trans(en)pen Trans(en)pen Trans(en)pen Trans(en)pen

Yankee

Yankee
(yankee | italien 1966 | tinto brass | dvd: koch media)

“Der Yankee” ist ein wohlgekleideter Gentleman, der durch den wilden Westen zieht, um Gangs – wie die vom “großen Concho” (Adolfo Celi) – den Garaus zu machen und das Kopfgeld einzustreichen.

Tinto Brass hat Yankee 1966 gemacht. Der Mann, der später mit Kitty Salon und natürlich der spektakulären Tittenkatastrophe Caligula (“der teuerste Porno aller Zeiten”) seine eigene, ganz spezielle Nische finden würde, war zu diesem Zeitpunkt scheinbar noch nicht sehr daran interessiert, gewisse weibliche Körperteile abzulichten. Er widmete sich viel mehr den Hauptströmungen der italienischen Filmindustrie und war wohl noch unsicher, welche Richtung seine Karriere einmal nehmen sollte. Dass Yankee dabei sein einziger Ausflug in den Italowestern bleiben sollte, ist schade, denn hier demonstriert er ein Händchen für extravagante Kamerarbeit und viele kleine spaßige Ideen.

So derivativ er auch sein mag – gar vor dreisten Leone-Abguckern wird nicht zurückgeschreckt – Yankee ist ein prächtig unterhaltender Film. Die Grenzen des Budgets lassen sich aus jeder Szene entnehmen, doch dafür füllen Brass und sein Kameramann Alfio Contini diese mit Schaufelladungen von einfallsreichen wie farbenfrohen Einstellungen und originellen Sets (das römisch-pompös eingerichtete Heim des Conchos ist da nur ein Beispiel). Mit Brass’ anderen Filmen bin ich nicht vertraut, weiß also nicht, ob sich diese visuelle Klasse auch in späteren Werken durchgesetzt hat, aber angesichts des Kultes um Brass müsste davon auszugehen sein. Jedenfalls wäre es nicht falsch, Yankee in seiner psychedelischen Einzigartigkeit neben Giulio Questis Django Kill oder Enzo G. Castellaris Die Totengräber warten schon einzuordnen.
Leider holen die großen Löcher im papierdünnen Plot die angenehm schnell voranschreitenden Handlungen in Yankee relativ schnell ein, sodass sich gegen Ende des zweiten Aktes einige Längen einschleichen. Die Katz-und-Maus-Jagd im verlassenen Dorf realisiert Brass auf humorvolle, abwechslungsreiche Art – aber sie ist einfach zu lang. Im Anschluss stellen sich die zu erwartenden, üblichen Storywendungen und Konfrontationen ein, welche schließlich zu einem vorhersehbaren, unbefriedigenden Finale führen. Dafür machen die Schauspieler einen postivieren Eindruck: Adolfo Celi als Bösewicht ist zwar nichts Neues; gerade diese Vertrautheit hat mir persönlich durchaus gefallen. Philippe LeRoy macht wirklich Spaß (vor allem in Verbindung mit der brauchbaren dt. Synchro): Sein freches wie cooles Auftreten in gepflegtem Anzug erinnerte mich nicht nur einmal an Gianno Garkos Sartana. Dreckige, auf Rache sinnende Cowboys gibt’s in Yankee darum nicht. Brass und Freunde haben mit diesem Protagonisten das Rad nicht neu erfunden, doch für Abwechslung sorgt es allemal.

Die neue DVD von Koch präsentiert den Film zum ersten Mal auf DVD. Sie ist nicht ganz so gut geworden wie bei Töte Amigo: Der Transfer ist solide, kaum verblasst und nur selten von Kratzern und Schmutz gestört. Bei einem derart obskuren und alten Film erwarte ich da nicht mehr. Die deutsche Synchronisation hat mir richtig gefallen, weder zur hölzern noch zu Brandt-mäßig prollig. Man kann sich aber auch die italienische Version mit dt. Untertiteln geben.

Extras gibt es ausser Trailern und einer Bildergallerie leider nichts. Zwar ist auf der Koch-Site ursprünglich ein Interview mit LeRoy angekündigt worden, auf der Disc ist davon leider nichts zu finden. Schade. Alles in allem eine recht gute Veröffentlichung. Dafür, dass Koch Media diese Filme trotz ihrer offensichtlich kaum vorhandenen Rentabilität rausbringen, haben sie natürlich weiterhin meinen großen Respekt und ich kann kaum erwarten zu sehen, was als nächstes auf den Tisch kommt.

Pen Pen Pen Trans(en)pen Trans(en)pen

A-1

A-1
H E A D L I N E

Ling (Lee Sinjie) arbeitet als Journalistin in der Fashion Rubrik beim “Citizen Star”. Eines Tages hat ihr Ex-Freund – ebenfalls Reporter beim gleichen Blatt – einen tödlichen Autounfall. Die Schuldeneintreiber Fei (Anthony Wong) ein Ex-Cop und Ma (Eric Kot) ein Ex-Häftling werden zufällig Zeugen der Szene. Sie geben Ling erste Hinweise: Das sah nicht nach einem Unfall aus. Ling fängt an zu investigaten und kommt schnell darauf, das ihr Ex-Freund kurz vor seinem Tode an einer großen Story arbeitete.

Wird die Wahrheit an’s Licht kommen? Spannend, bis zum Schluss!

Naja fast. A-1 fängt recht rasant an. Die Stimmung ist mysteriös, die Bilder ebenso und schnell wird klar: “Heilige Scheiße! Hier haben wir es mit etwas ganz großem zu tun!”. Diese Stimmung wird auch über die erste Hälfte des Filmes ganz gut gehalten nur… sackt sie dann rapide ab. Es ist einfach nichts mehr los, das Ende absehbar und so wirkliche Spannung kommt einfach nicht mehr ganz rüber. Das Ende ist dann zugleich das traurigste am Film. Zu sanft ist die Auflösung, zu unschockierend die trueste aller truen Wahrheiten. Man sitzt unweigerlich da und denkt sich: “Hä? Das war’s?”. Im echten Leben würde einem ein Stein vom Herzen fallen, das nichts schlimmeres passierte, aber wenn man sich fast 2 Stunden einem Film widmet, dann will man ganz einfach etwas mehr.

Allen voran Anthony Wong und Lee Sinjie retten den Film vor’m totalen Untergang. Beide überzeugen mit angenehm zurückhaltenden, symphatischen und stets überzeugenden Performances. Was man von Eric Kot nicht ganz behaupten kann. Recht lustig zwar, aber etwas übertrieben kommentiert er das Geschehen auf der Leinwand und wirkt was wie ein Sidekick. Imho unpassend für einen Film dieser Art. Aber dafür haben wir ja Lee Sinjie, die nicht nur sexy, super skinny, sexy, wunderschön, hübsch, symphatisch und natürlich sexy ist, sondern zudem auch noch schauspielern kann. Und das nicht zu knapp. Da fällt sogar Shawn Yue kaum weiter (negativ) auf.

Schade schade. Ein guter Thriller, der mal nicht im Gangstermilieu Hong Kongs spielt, wäre echt wünschenswert gewesen. Aber der krasse Durchhänger nach der zweiten Hälfte macht ihn fast unansehbar. Aber gut, das Anthony Wong mitspielt. Dafür und die erste Hälfte der dritte Pimmel. :Q

Pen Pen Pen Trans(en)pen Trans(en)pen

Bayside Shakedown

Bayside Shakedown
Katsuyuki Motohiro | Japan 1998

Es hätte ein ganz normaler Tag im Wangan Police Department werden können, wäre da nicht in einem Fluss eine Leiche aufgetaucht. Ihm wurde, wie sich herausstellt, der Bauch aufgeschnitten und ein Teddybär darin platziert. Die Wangan Police Force Truppe um Aoshima (Yuji Oda) würde sich auch gerne an die Ermittlungen machen, wenn da nicht plötzlich das Metropolitan Police Department mit einer kompletten Delegation an Hardware und Personal das Wangan Police Department stürmen und gehörig Chaos in die lokale Polizei bringen würde. Der Grund: der Polizeipräsident wurde gekidnapped. Das zusätzlich auch noch in der Polizeiwache ein Dieb unterwegs ist, erschwert das ganze nur.


(Alter, geiler Fotostyle. So sah das im Film nicht ganz aus. Geil. Geile Fotos. Geil.)

Bayside Shakedown basiert auf der damals sehr erfolgreichen, japanischen TV Serie “Odoru Daisosasen” und brachte es mittlerweile zu immerhin zwei Kinofilmen und einem verwandten Spin-Off. Bereits das Intro des Filmes erinnert schon stark an eine Serie und um was es darin geht: Charakterportraits. Schießereien gibt’s hier so gut wie gar keine. Bayside Shakedown geht sogar so weit, das selten ein Polizist jemandem mit einer Waffe droht oder gar zuschlägt. Nichts desto trotz bleibt der Film spannend, was hauptsächlich an den drei einzelnen Stories liegt. Die Entführung des Commissioners, der Dieb im Polizeiquartier und die Leiche im Fluss. Während die Auflösungen jeweils etwas unspektakulär wirken, so bleibt anfangs die Spannung, ob und wenn ja wie die drei Handlungsstränge ineinander verwoben sind. Und immerhin hat der Film noch zwei ganz andere Punkte, die ihn symphatisch machen. Comedy und Charaktere.


(Alter, geiler Fotostyle. So sah das im Film nicht ganz aus. Geil. Geile Fotos. Geil.)

In den knapp 2 Stunden Laufzeit wird ausreichend auf die verschiedenen Insassen des Wangan Police Departments und deren Beziehung untereinander eingegangen und am Schluss des Filmes kommt man nicht ganz drum herum, min. zwei der Charaktere zu mögen. Und dann ist da noch der teils satirische, teils gesellschaftskritische und unterschwellige Witz im Film. Die ganz großen Lacher bleiben aus, dafür gibts oft genug Grund zum Schmunzeln und das fast durchgängig, wenn da nicht die ernsten Unterbrechungen zwischendurch wären. Bayside Shakedown ist somit nicht nur Komödie und sogar Drama, sondern Thriller zugleich. Dabei passen sich die ernsteren Szenen relativ nahtlos in den Rest ein. Besonders gefallen, hat mir eine Begegnung mit einem gesuchten Mörder, die fast schon richtig creepy war. Auch das Ende war etwas überraschend und richtig nice.

Katsuyuki Motohiro, der ja auch für meine Lieblingskomödie aus Japan – Space Travelers – verantwortlich war, gelang hier also ein durchaus sehenswertes Stück Film. Für die volle Anzahl an Pimmeln reicht es leider nicht ganz, da mir zu oft der “Serienstil” präsent war und der Film an manchen Stellen etwas schneller zur Sache kommen könnte. Da ist Space Travelers eben ein quentchen besser. Aber immerhin: Ich will nun Teil 2 sehen.

Pen Pen Pen Pen Trans(en)pen

Töte Amigo

Töte Amigo
(quien sabe? | italien 1966 | damiano damiani | dvd: koch media)

Das blutige Finale der Revolution lodert über Mexiko. “Im Namen des Vaters!” schreit El Santo (Klaus Kinski), der Heilige, und wirft eine entsicherte Handgranate in den Kasernenhof der Regierungstruppen, die gerade ihren Morgenappell abhalten. El Santo gehört zur Bande von El Chuncho (Gian Maria Volonté) und dem geheimnisvollen Amerikaner Bill (Lou Castel), genannt El Gringo. Gemeinsam stürmen sie das Fort, um Munition und Waffen zu erbeuten und diese an den Revolutionsgeneral Elías zu verkaufen.

Damiani hat hierzulande vielleicht den größten Bekanntheitsgrad durch die preisgekrönte Miniserie Allein gegen die Mafia erlangt. Wie andere Regisseure verließ er gegen Ende der Siebziger das sinkende Schiff der italienischen Filmindustrie, um sich dem Fernsehen zu widmen. Zuvor jedoch drehte er mehrere politisch ambitionierte Filme u.a. mit Franco Nero, die sich durch ihre Tiefe und beißende Kritik vom oberflächlichen italienischen Populärfilm abhebten. Zu diesem Ouevre gehört auch Töte Amigo, sein einziger ernste Beitrag im Genre des Italowesterns (vom lahmen Auftragsklamauk Nobody ist der Größte mal abgesehen). Wobei es sich hierbei allerdings um ein derartiges, Genregrenzen transzendierendes Meisterwerk handelt, dass es fast schon unfair wäre, Töte Amigo bloß als weiteren Italowestern einzustufen (und nach dem auf der DVD enthaltenen Interview würde Damiani mir da zustimmen).

Ganz offensichtlich wurde der Film mit einem weitaus größerem Budget realisiert, als es damals für ähnliche Werke üblich war (außer man heißt Leone), was zur Tragweite des Films passt. Denn: Töte Amigo ist bei weitem kein B-Movie, nichtmal ein Genrefilm, sondern eine tiefschwarze, scharfsinnige Reflexion über den Irrsinn blutiger Revolution und politischer Unterdrückung. Mit Sarkasmus und Tragik zeigt Damiani, wie ideologische Bestreben, der Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit, zu bloßem Vorwänden zur Erfüllung von Gier und persönlichem Wohl verkommen. Das arme mexikanische Volk leidet am meisten, gerät es doch stets zwischen die Fronten der reaktionären Regierung und den verblendeten Revolutionären. Und obwohl Damianis Sympathien eindeutig bei den Revolutionären liegen, zweifelt er an ihren Methoden, durchschaut ihre adaptive Loyalität, welche sich immer dahin wendet, wo es das meiste Geld zu holen und die meisten Soldaten zu töten gibt. An niemandem wird ein gutes Haar gelassen; bloß der mysteriöse Bill – sein Charakter ein einziger Geniestreich – gibt weder seinem Freund El Chuncho noch dem Zuschauer einen Hinweis auf seine Motive. Erst beim großartigen Ende wird deutlich, was auch auf ohnehin alle zutrifft: Hier gibt es keine eindeutigen Seiten, kein Gut und Böse, nur unterschiedlich groß gefüllte Brieftaschen.

Zwischen Arroganz und Kühle spielt Lou Castel Bill, was allerdings oft so weit geht, dass El Chunchos “Freundschaft” mit ihm nicht wirklich nachvollzogen werden kann. Obwohl man meinen könnte, dass Gian Maria Volonté in allen Western, in denen er mitspielt, irgendwie immer derselbe Charakter ist, brilliert auch er durch seine durchdringende Intensität und Energie. Kinski bleibt auf eine Nebenrolle beschränkt, von der ich persönlich gerne mehr gesehen hätte, aber man kann halt nicht alles haben.

Mit seinen fantastischen Bildern, den abwechslungsreichen Sets und Locations, und vor allem dem hervorragenden Drehbuch lässt sich Töte Amigo ohne weiteres als ein Klassiker bezeichnen. Damianis Message wird stets eindringlich, nie plump vermittelt, und leider entbehrt diese auch heute nicht einer gewissen Relevanz. Spätere italienische Filme widmeten sich ebenfalls der mexikanischen Revolution – von denen höchstens Leones Todesmelodie die Klasse von Damianis Werk erreicht. Interessanterweise merkt man an dieser ungeschnittenen Version des Films immer am Wechsel zum englischen Ton, wo früher in der dt. Fassung die Schere angesetzt wurde – bei Passagen, die Damianis Aussage besonders herausstellen und im damaligen politischen Klima wohl als zu heikel angesehen wurden. Insgesamt sind das einige, für den Film immens wichtige Minuten.

Die neue DVD von Koch Media ist mehr als ordentlich. Auch das schmale, edle Digipak, dessen Cover minimalistisch und geschmackvoll gestaltet wurde macht Eindruck. Dazu kommen informative Interviews mit Damiano Damiani und Lou Castel, mehrere Trailer, eine Bildergallerie und ein direkt in die Innenseiten des Cases gedrucktes Essay von Wolfgang Luley. Das Ganze für nur €9,90. Toller Film, tolle DVD. Bitte kaufen.

Pen Pen Pen Pen Pen

Halo 3


Finish the Food!

HALO 3, Xbox360, Bungie

Ich habe kein Fernsehen, also weiß ich nicht, inwieweit die Werbemaschinerie für Halo 3 auch Deutschland erfasst hat aber nach fast zehn Monaten Werbekampagne in den USA bin ich mir sicher, dass die Spielerschaft in Deutschland ebenfalls von der Believe-Kampagne nicht verschont wurde. Da ihr es also alle kennen und gespielt haben solltet, werde ich mich darauf konzentrieren zu erklären, warum Halo 3 einen Großteil von Wertungen gekriegt hat, die unverständlicher nicht sein könnten.

Believe!

Zehn Monate Werbekampagne. Fast ein ganzes Jahr waren die US-Haushalte zugepflastert mit der großen, blauen drei. Und nicht nur die. Microsoft kollaborierte in dieser Zeit mit Burger King, Mountain Dew, selbst Linkin Parks Tournee wurde von Halo 3 gesponsort. Hinzu kamen 7-Eleven, Samsung und Comcast. Die ganze Nation war eingeschworen auf ein Motto: Finish the fight! Und es hat funktioniert. Zeitschriften und Onlineportale überschlugen sich mit perfekten Wertungen, 100%, 10/10, 100 Punkte. Halo 3 war das perfekte Spiel.

Believe.

Aber das ist es nicht wirklich. Durch die Werbekampagne hatte Microsoft einen Zustand erreicht, indem ein Zweifeln an den Qualitäten des Spiels kaum mehr möglich war. Die alles durchdringende Präsenz, die lange Werbezeitspanne von zehn Monaten und die immer wieder erhobenen Talking Points führten dazu, dass tatsächlich alle anfingen zu glauben, alle den Kampf zuende bringen wollten. Für Kritik war in so einen Szenario einfach kein Platz mehr. Und das Spiel wurde nebensächlich. Es ging nicht mehr darum, Halo 3 zu spielen, es ging darum, etwas zu besitzen, was als Heiland des Spielens angepriesen wurde.

125 Millionen Dollar am ersten Tag. Eine Million Vorbestellungen. KANN so ein Spiel überhaupt irgendwelche schlechten Punkte besitzen?

Believe?

Halo 3 ist kein schlechtes Spiel. Halo 3 sieht sehr gut aus, der Sound und die damit verbundene Atmosphäre ist hervorragend, es spielt sich großartig und es macht Spaß. Besonders spannend waren die Fahrzeugsektionen, in denen man mit verschiedenen Vehikeln, verschiedenen feindlichen Vehikeln die Hölle heiß machen konnte. Leider muss man zwangsweise immer den Fahrersitz übernehmen, da die NPCs doof wie Knäckebrot sind, schonmal versuchen einen Berg zu verschieben oder einen unendlich tiefen Abgrund als echt gute Straße ansehen. Leider sind die Kollegen am MG, Raketenwerfer oder Laser nicht viel besser, denn die kümmern sich eher darum den Verbündeten das Leben zur Hölle zu machen, anstatt tatsächlich dabei mitzuwirken die scheiss Erde und alles Leben in der Galaxie vor ihrer Vernichtung zu retten.

Achja, die Story. Ich habe nur Halo 1 gespielt, weiß also nicht was in Halo 2 passiert aber da Halo 1 gänzlich ohne Story auskam, bin ich mir sicher in Halo 2 eine Menge wichtiges Zeug verpasst zu haben, denn Halo 3 beginnt einfach mal mittendrin. Das ist natürlich eine tolle Sache für Fans, die nicht unbedingt nochmal den ganzen Rotz, der vorher passiert ist, durchgehen wollen, aber wer in Halo 3 eine abgeschlossene Storyline erwartet, erlebt eine böse Überraschung. Man MUSS vorher mindestens Teil 2 gespielt haben.

Irgendein Alienschwein will also mit einer Arche die drei Ringwelten aktivieren und alles Leben vernichten, Cortana hat die Lösung für das Problem parat, ist aber leider gerade nicht da und nebenbei muss man noch eine Alienrasse namens Flood übern Haufen ballern, die sich kurzfristig dazu entschlossen hat, die Erde und die Ringwelten zu überrennen. Klingt wenig spektakulär. Und vor allem kurz. Das ist wohlmöglich das größte Problem von Halo 3.

Man kann den Singleplayer mit allem drum und dran in 6 Stunden durchspielen. Eigentlich eine recht normale Spielzeit heutzutage. Leider haben Bungie versucht in diesen sechs Stunden so etwas wie eine epische Story unterzubringen und sind kläglich damit auf die Schnauze gefallen. Immerhin geht es hier um das Leben in der gesamten Galaxis. Den letzten Teil eines langen, erbitterten Kampfes. Um den galaktischen Genozid zu verhindern muss man in Halo 3 zwei Luftabwehrgeschütze zerstören, drei Schalter umlegen, drei große Panzer auf Beinen vernichten und Cortana finden. Das wär’s. Fertig. Ende. Aus. You finished the fight.

Hinzu kommt, dass Freund und Feind wechseln wie ich Socken oder T-Shirts am Tag. Zu Beginn kämpft man gegen die Covenants, dann kurz mit den Covenants gegen die Flood, dann für zehn Minuten mit den Floods wieder gegen die Covenants und dann, oh, oh, wartet, wieder mit den Covenants gegen die Floods. Und nein, da gibt’s keine Storytwists, das passiert einfach. Deal with it.

Das Problem, das ich persönlich mit den Floods hatte, war der Schwierigkeitsgrad dieser neuen Rasse. Die Floods können nämlich mit Sporen (schnelle, kleine Biester mit Tentakeln) die Körper von schon getöteten Feinden infizieren und so zu neuen Gegnern werden. Das können sie auch mit ihren eigenen. Im letzten Abschnitt, in einem der Schiffe der Flood ging es dann soweit, dass ich jeden Gegner mindestens fünfmal mit der Plasma Rifle übern Haufen schiessen musste, da die Schiffe der Flood einerseits zu 50% aus Fleisch (FLEEEEEISCH!) bestehen und an den Wänden überall Brutstätten dieser Sporen hängen. Man ballert also aus Versehen eines dieser Nester auf und BOOM! 7346563456345 Sporen fallen wie fette Kinder über Schokokuchen über die toten Leiber her und verwandeln sich in 632453538475 Berserker, denen man nur mit explosiver Munition zu Leibe rücken kann. Das ganze sah dann so aus:

10 HIT NEST WITH EXPLOSIVES
20 KILL EVERYTHING THAT MOVES (AGAIN)
30 GOTO 10

Der letzte Bossfight hingegen war ein Witz.

Aber das macht nichts, denn Halo 3 sieht immernoch super aus. Dabei war das Gejammere so groß, nachdem herauskam, dass Halo 3 nicht in HD-Resolution läuft, sondern in irgendwie 1152×640. Der Grund dafür kam kurz danach:

Halo 3 uses not one, but two frame buffers – both of which render at 1152×640 pixels. The reason we chose this slightly unorthodox resolution and this very complex use of two buffers is simple enough to see – lighting. We wanted to preserve as much dynamic range as possible – so we use one for the high dynamic range and one for the low dynamic range values. Both are combined to create the finished on screen image.

Nein, ihr wolltet nicht as much dynamic range as possible preserven. Ihr wolltet, dass ich kotze, weil ich bei dem ganzen HDR nicht mehr erkenne, wo die Gegner stehen und ich blind in schwarze Umgebung ballern muss, um zu sehen, ob ich möglicherweise überhaupt IRGENDWAS treffe. Bungie hat es dermaßen mit HDR übertrieben, dass ich allen Grafikern in den Hals scheissen müsste. Zugegeben sind solche Stellen eher selten im Spiel aber jedesmal wenn man zum Himmel steht, verwandelt derselbige sich in gleißendes Licht und die Umgebung tatsächlich in schwarz. Schwarz! Doom 3 Style.

Das andere Problem, das ich mit der Grafik habe ist das eingeschränkte Sichtfeld. Ich besitze keinen HD-Fernseher aber will man Halo 3 wirklich genießen, braucht man einen, wenn man sich nicht alle halbe Sekunde umgucken will. Die Waffen tun ihr Übriges, um einen die Sicht teilweise zu versperren. Nicht selten bin ich gestorben, weil ich Gegner einfach nicht gesehen habe.

Das alles ist ganz und garnicht perfekt. Die Story ist ein Witz, das Gameplay zu linear und zu repetitiv, das Spiel an sich viel zu kurz. Und oh, der Multiplayer natürlich erste Sahne, wären da nicht die anderen Spieler. Wenn ich schreiende Kinder will, fahre ich U-Bahn.

Trotzdem sieht’s gut aus, spielt sich butterweich, der Sound ist über alle Kritik erhaben, auch wenn die deutsche Synchronisation (übrigens im Spiel nicht wählbar, selbst wenn man seine Konsole auf Englisch und die Location auf US stellt, bleiben die Stimmen deutsch) zwischen koreanischem B-Movie Zombiefilm und früher El Hazard/Wind of Amnesia-Animesynchro hin und herpendelt.

Ich habe also den Kampf beendet. Und irgendwie fühlt es sich an, als wäre ich kurz zu Burger King gefahren.

Golden Chicken 2

Golden Chicken 2
Hong Kong 2003

Im Jahre 2046 verhindert die mittlerweile 82-jährige Prostituierte Kam (Sandra Ng) einen Selbstmord. Ein junger, gerade von seiner Freundin verlassener Mann (Chapman To), erträgt das Leben ohne Freundin nicht mehr und will Pillen schlucken. Eine perfekte Situation für die redselige Rentnerin, die sich gleich an die Arbeit macht und von ihrem turbulenten Leben als Prostituierte erzählt.

Mal wieder.

Ja also. Golden Chicken 2 fängt ungefähr genauso an, wie Teil 1. Der Ort ist lediglich die Zukunft, kein ATM Booth mehr sondern random Hochhausdächer über dem Hong Kong im Jahre 2046 und der Anfang ist immer noch ziemlich schrill, ziemlich peinlich und für HK Filmneulinge nur schwer verdaubar. Leider wird’s auch nicht mehr besser und mit dem Auftauchen von Kams Cousin (Jacky Cheung) sogar regelrecht weird. Nicht nur, das sie trotz Verwandtenstatus mit einander herummachen (Was mich ja sogar etwas geil machte), nein im späteren Verlauf des Filmes heiraten sie sogar und überhaupt ist Jacky Cheung ziemlich nervtötend. Overacting kann ja manchmal ganz gut passen und sogar von Nöten sein, aber hier raubt es einem den letzten Nerv. Da war der Haarfetischist in der ersten Hälfte des Filmes ja noch eine reine Wohltat. So wird Golden Chicken 2 nicht wie Teil 1 etwa besser, je länger er geht, sondern fast sogar weirder. Es fehlen irgendwie die Szenen der Identifikation mit den Hauptfiguren und ganz einfach die positive Stimmung, die Teil 1 noch aus machte.

So bleibt ein bitterer Nachgeschmack und einem beschleicht so langsam das ungute Gefühl, das man es doch hätte vorher wissen müssen.

Pen Pen Trans(en)pen Trans(en)pen Trans(en)pen

Golden Chicken 1

Golden Chicken
Hong Kong 2002

Kum (Sandra Ng) ist Prostituierte in Hong Kong und schlägt sich so durch’s Leben. Auf Ihrem Bankkonto befinden sich lediglich noch 98 HKD (umgerechnet 9 EUR), was aber gerade von Vorteil ist, denn sie befindet sich in einem Bankautomatenschalter und wird gerade von einem Kleinkriminellen (Eric Tsang) ausgeraubt. Bzw. eben nicht, weil nichts da ist. Und just bevor Täter und Opfer fertig mit diskutieren sind gibt’s einen Stromausfall, welcher beide in der Bank einschließt. Und wie sie nunmal ist, fängt Kum an zu erzählen. Von ihrem Leben in Hong Kong, den auf und abs und von den Zeiten, als es ihr noch besser ging.

2002 war “Golden Chicken” ein regelrechter Kassenschlager an Hong Kongs Kinos und der Anfang lässt einen noch grübeln, warum das eigentlich so war. Denn der Film kommt schwer in Gang. Anfangs wird zuviel Klamauk, zuviel – für westliche Leute – schwer verständlicher, bzw. alberner Humor dargeboten. Erst mit dem ersten großen Umschwung in Kums Leben, wird der Film ein klein wenig ernster, besser und fast zum Drama. Lacher werden weiterhin geboten, aber Director Samson Chiu lässt sich nun öfter mal Zeit für ruhige Momenten, die einem dann die Möglichkeit geben sich mit Hauptdarstellerin Sandra Ng zu identifizieren (Auch wenn’s schwer fällt) und sie einfach symphatisch zu finden. Auch wenn nach dem ersten Drittel mehr Ernsthaftigkeit und Gefühl in den Film kommt, so fällt es einem oft schwer ihn ernst zu nehmen. Nicht etwa, wegen der Gags, sondern vielmehr der Art, wie Kum – immerhin eine Prostituierte – mit ihrem Job umgeht. Irgendwie zu leichtfertig, zu unbeschwert kommt es einem vor und somit zu unrealistisch. Irgendwie hat man ständig im Hinterkopf, das eine Prostituierte nicht derart Spaß an ihrem Job haben kann. Erst recht nicht, wenn man den überaus fetten Kerl sieht. xD

Das aber nur am Rande. Ansonsten bleibt eine mehr oder weniger lustige Komödie mit genug Dramatik am Schluss, das der Film nicht im Klamaukpool Hong Kongs verschwindet und Gastauftritte gibt’s auch reichlich. Tony Leung Kar-Fai, Tiffany Lee, Chapman To und Andy Lau geben sich die Klinke in die Hand und manche erkennt man teilweise erst beim zweiten Hinschauen. Durchaus empfehlenswert, wenn auch nicht für HK Filmneulinge, die durch den Anfang etwas abgeschreckt werden könnten. Des Weiteren gibt’s viele sexy Chinesinnen zu sehen (Vor allem die Mainland Sisters sind einfach grandios) und überhaupt überzeugt Sandra Ng in ihrer Rolle voll und ganz.

Applaus!

Pen Pen Pen Pen Trans(en)pen