Fanboys

Fanboys | Kyle Newman | USA 2009

Eric trifft auf einer Halloweenparty seine alten Schulkameraden Hutch, Windows und Linus wieder. Er sah sie schon 3 Jahre nicht mehr, aber sie sind immer noch die gleichen nerdigen Star Wars Fans wie früher. Ganz im Gegenteil zu Eric, der recht erfolgreich im Gebrauchtwagenhandel seines Vaters arbeitet und nun Schlips und Krawatte trägt. Er kann nicht fassen, dass Hutch, Windows und Linus immer noch so auf Star Wars abgehen und einfach nicht erwachsen werden. Am Tag darauf besuchen Hutch und Windows Eric im Geschäft und eröffnen ihn, dass Linus an Krebs erkrankt ist und kaum mehr die 6 Monate bis zum Release von Episode I durchhält. Eric macht sich so seine Gedanken darüber und gräbt einen uralten Plan aus, den die vier als 5-jährige geschmiedet hatten. Sie wollten quer durch Amerika zur Skywalker Ranch fahren. Und da der Rough Cut von Episode I eh fertig sein müsste, wollen sie diesen gleich stehlen und für immer berühmt werden…

„Hey guys, what if the movie sucks?“

Fanboys ist eine Hommage an Star Wars und im Gegensatz zu Spaceballs keine Hommage in Form einer Parodie sondern in Form eines Roadmovies. Aus der Sicht von Star Wars Fanboys. Das könnte für andere Star Wars Fans durchaus interessant sein, schließt aber sogleich alle anderen Zuschauer aus. Star Trek Fans werden den Film kaum sehen, da er Star Wars nicht “verarscht” und normale Leute, die mit Star Wars nichts anfangen können, werden ihn sowieso meiden. Bei Filmen wie Galaxy Quest und Space Balls können immerhin beide Lager zuschauen. Star Wars, sowie Star Trek Fans.

Leider ist Fanboys dann aber doch nur ein mittelmäßiger und klischeebeladener Roadmovie, der nur durch die eingestreuten Star Wars Zitate und / oder Cameos diverser Star Wars Schauspieler etwas interessanter wird. Der Rest ist leider ziemlich uninteressant. Die Jungs fahren quer durch Amerika, geraten ausversehen in eine Schwulenbar, pinkeln an elektrische Zäune und mischen eine Star Trek Convention auf. Irgendwie kennt man das alles schon. Die Witze reichen hierbei von ganz ok bis schlichtweg pubertär (Hutch “humped” fast alles und jeden in der ersten Hälfte des Filmes) und nicht einmal die Star War bezogenen Witze können so richtig zünden. Das einzige “Highlight”; der Streit zwischen und Eric und Linus, ob Luke etwas für Leia empfand oder nicht, woraufhin Linus wütend wegfährt mit den Worten “They were siblings you sick fucks!”. Am Schluss wird’s dann sogar regelrecht weird und Slapstickhaft, da wünscht man sich nur noch, dass es bald vorbei ist.

Die wirklich Interessanten Dinge an der Story werden leider völlig ignoriert. Linus Krebserkrankung wird gerade drei mal im Film angeschnitten und dient anscheinend nur als allesumfassende Entschuldiung um den Quatsch, den die vier zusammen anstellen, weiter zumachen. Es wird kaum gezeigt oder erklärt, wie sich die Jungs dabei fühlen, etc. Auch Eric, der selbst sagt, er sei nun erwachsen hätte etwas mehr beleuchtet werden können. Wie ist nun seine Beziehung zu Star Wars? War das für ihn nur Kindheit, oder entdeckte er seine Leidenschaft für Star Wars wieder?

Die interessanteste Frage jedoch, wird nur kurz am Schluss angerissen. “Hey guys, what if the movie sucks?”. Schon fast am Anfang vom Film überlog ich mir das gleiche. Was ist, wenn sie quer durch Amerika fahren, sich total freuen, wie bekloppt und der Film dann totale Scheiße ist? Das zu beobachten, wäre durchaus interessant gewesen finde ich. Aber gut, immerhin schaute George Lucas über den Film drüber und der Regisseur wollte wohl auch einen guten Eindruck machen. Immerhin schaffte es die Frage überhaupt noch in den Film, hätte ich ja fast gar nicht mehr erwartet.

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Wie sehr liebst du mich?

Wie sehr liebst du mich? COMBIEN TU M’AIMES?
Bertrand Blier . Frankreich 2006

Francois (Bernard Campan) ist ein schüchterner Büroangestellter. Er geht gerne in den Puff und trifft dort eines Tages die umwerfende Daniela (Monica Belucci). Er erzählt ihr, dass er im Lotto gewonnen hat und sie doch für 100.000 EUR im Monat zu ihm ziehen soll, bis das Geld nicht mehr reicht. Daniela willigt ein und Francois ist überglücklich. Bis Danielas Zuhälter (Gerard Depardieu) auftaucht und sie zurück haben will..

Eine Komödie (?) aus Frankreich, bei der ich wegen Monica Belucci unweigerlich im TV hängen blieb. Ja, sie sieht wirklich toll aus in diesem Film, der eine Huldigung an ihren weiblichen Körper ist. Dass es eigentlich eine Komödie sein soll, bekam ich anfangs gar nicht so mit, da es durchaus stille, ernste Momente gibt. Wenn Francois mit Daniela redet und sie fragt, ob sie ihn nur wegen seines Geldes toll findet, dann hat das durchaus Züge eines Dramas. Dann aber… ja dann taucht auf einmal Gerard Depardieu als Zuhälter auf und faselt nur wirres Zeug. Dass er Daniela wieder haben will, aber Francois könnte sie auch kaufen. Das alles wird relativ ernst rübergebracht und man weiß erst gar nicht, was man nun davon halten soll. Dabei sind die Dialoge zudem noch ziemlich weird. Etwas… stelzig. Sie klingen wie eine ungewollte Mischung aus Quentin Tarantino und Goethe. Gegen Schluss des Filmes merkt man dann, dass es durchaus komödiantische Züge haben soll, aber leider wirkt das auf mich eher unbeholfen. Teilweise sogar regelrecht weird. Die Party in der Wohnung von Francois ist einfach nur total sick weird und alles andere als wirklich lustig.

.Was uns also am Bildschirm hält ist einzig und allein Monica Belucci mit ihren sagenhaft riesigen Brüsten und dem wunderschön geformten, weiblichen Körper. Das war’s. Wirklich viel nehmen wir aus diesem Film nicht mit. Keine Pointe, keine Lebensweisheiten, kein gar nix. Einfach nur der blanke Horror.

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Brot Und Tulpen

Brot Und Tulpen
Silvio Soldini . Italien 2000

Rosalba (Licia Maglietta) ist eine Hausfrau aus Pescara. Sie macht zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen Urlaub in Süditalien. Sie sind mit einer Reisegruppe unterwegs. Bei einem Halt an einer Raststätte fällt Rosalbas Ehering in’s Klo. Ihr gelingt es diesen zwar wieder heraus zu fischen, aber dadurch verpasste sie ihren Reisebus. Ihr Mann und die zwei Söhne bemerken erst ein paar Kilometer später, dass jemand fehlt. Rosalba will nicht an der Raststätte warten und versucht per Anhalter weiter zu fahren. Das nächste Auto fährt allerdings vorbei an Pescara weiter nach Venedig. Als sie in Venedig auch noch ihren Zug nach Pescara verpasst, beschließt sie kurzerhand ein wenig in Venedig zu bleiben. Dort trifft sie schließlich den eigenbrödlerischen Kellner Fernando (Bruno Ganz), den sie irgendwie interessant findet. Sie sucht sich einen Job in Venedig und findet dort zu sich selbst und anderen.

Baha ey. Ich blieb’ im TV hängen und siehe da… eine wirklich nette Komödie, die vor allem durch ihr Fehlen von jeglichem übertriebenen Kitsch besticht. Auch wenn man anfangs Rosalbas Motivation nicht ganz nachvollziehen kann (nur weil sie ihren Zug verpasst hat, nimmt sie gleich eine Stelle in einem Blumenladen an xD?) so lernen wir sie doch immer besser kennen und merken selbst, dass sie einfach viel besser nach Venedig passt. Schauspielerin Licia Maglietta bringt Rosalbas Aufblühen und Freude einfach wunderbar rüber. Bruno Ganz’ Rolle ist da ein wenig anders. Geheimnisvoll und undurchschaubar ist er anfangs. Das ändert sich erst relativ spät gegen Ende des Films. Die restliche Besatzung, allen voran der dicke Detektiv und Rosalbas Nachbarin sind auch durchweg symphatisch und bringen noch einen kleinen Tick mehr Witz in die Komödie.

Etwas verwundert war ich dann doch, wie interessant der Film über seine kompletten 120 Minuten Laufzeit blieb. Kann allerdings auch gut sein, dass es damit zusammenhing, dass ich rein gar nichts über den Film wusste. Ich zappte ja ganz jungfräulich rein. Es gibt zwar keine wirklichen Plottwists oder Überraschungen, aber durch Bruno Ganz undurchschaubaren Charakter und diverse andere Umstände bleibt der Film durchgehend interessant. Man weiß nicht wirklich, wie er enden wird. Man hofft einfach. So sind einem die Charaktere am Schluss an’s Herz gewachsen.

Eine DVD hätte ich jetzt nicht unbedingt gekauft und aufgehoben, aber wenn er im TV läuft kann man sich ihn ruhig mal anschauen, wenn man auf seichte und nicht kitschige Unterhaltung steht.

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Perhaps Love

(Das koreanische Filmposter)

PERHAPS LOVE

Lin Jiang-Dong (Takeshi Kaneshiro) wird für die Rolle des Zirkusdirektors in Nie Wens (Jacky Cheung) neuem Film gecasted. Eigentlich ein Job wie jeder andere, wenn die Hauptdarstellerin nicht Sun Na (Zhou Xun) wäre. Mit ihr war Lin Jiang-Dong einst zusammen, bevor sie ihn vor 10 Jahren ohne ein Wort zu sagen verließ und seitdem den Kontakt mit ihm meidete. Er will seine Chance ergreifen und sie fragen, ob sie sich erinnert. Ob sie ihn damals liebte. Doch Sun Na blockt ab.

Perhaps Love bekam ich von Yes Asia geschenkt, als ich drei asiatische Blu-rays kaufte. “Na prima… ein Musical.”, dachte ich und nahm ihn trotzdem mal mit, weil das Medium Blu-ray ja immerhin noch relativ neu für mich ist und ich wenigstens tolle Bilder sehen wollte. Eigentlich mag ich gar keine Musicals. Ich steh einfach so gut wie nie auf die Lieder, auf die Tänze sowieso nicht und Filme bildeten da bisher keine Ausnahme. Bollywood lässt grüßen. Bei Perhaps Love wurde mir dann aber relativ schnell klar, dass es eigentlich gar kein Musicalfilm ist, sondern lediglich ein Film über die Dreharbeiten zu einem Musicalfilm. Der Vorteil hierbei ist, dass die eigentliche Hauptstory immer frei von Liedern bleibt und so – für mich – eine ganz gehörige Portion mehr Glaubwürdigkeit bekommt. Die Charaktere singen stets nur bei den Dreharbeiten zum Film im Film. Dies wurde aber teilweise so verwoben, dass man Perhaps Love nun doch fast als Musicalfilm bezeichnen kann, obwohl er streng genommen gar keiner ist.

Ja was denn nun?

Das klingt jetzt vielleicht beknackt, ist aber wirklich toll gelöst. Dazu kommt, dass der Plot des Musicals mit dem Leben der Darsteller im Film so einiges gemeinsam hat und man sich stets wundert, welche Emotionen nun zum Musical gehören und welche echt sind, bis die Charaktere am Schluss gar nicht mehr anders können, als sich selbst zu spielen. Sun Na spielt anfangs die unnahbare und man fragt sich, warum die Schlampe damals einfach abhaute und nun nichtmal den Mut hat, ihrem Ex zu sagen warum! Das ändert sich im Laufe des Filmes, als sie ein bisschen auftaut, sich an damals erinnert und dann sogar noch so etwas wie eine Überraschung an’s Tageslicht kommt. Ja, der Film hat sogar so etwas wie Plottwists. Zumindest ich war positiv überrascht und schlief nichtmal ein, obwohl ich schon relativ müde war.

Die Hauptdarsteller schaffen es dabei auch mühelos, dass man mit ihnen fühlt. Oft sind asiatische Liebesfilme zu zurückhaltend und “kalt”, dass es mir schwer fällt, da überhaupt etwas zu fühlen, aber bei Perhaps Love ging es sogar. Schon allein durch die Gesangseinlagen, die ziemlich theatralisch immer in Szene gesetzt wurden. Wobei sie mir für ein Musical etwas… spartanisch ausfielen. Großartig getanzt und gemacht wird eigentlich nur in der ersten Szene, dann sieht man die Leute überwiegend nur noch irgendwo rumlaufen oder rumstehen und im Hintegrund tanzen maximal 5 komische Weiber. Andererseits ist es ja auch kein Musicalfilm sondern ein Film und… ach. Was soll’s. Einzig die Motivatoin Lin Jian-Dongs blieb mir – vor allem am Schluss – ein klein wenig ein Rätsel, so dass ich mich nicht wirklich damit identifizieren oder es gar nachfühlen konnte. Ich frug mich eher “WTF?”.

Dank Peter Pau und Christopher Doyle (?) sieht der Film selbstverständlich auch erstklassig aus. Leider können das die Screenshots in diesem Bericht so ganz und gar nicht wiedergeben, da es im kompletten Internet nur scheiß Screenshots vom Film gibt?!

Tjo, alles in allem mag ich Musicals immer noch nicht. Die Lieder waren auch hier eher nur so “Tjopes” und auf Tanzeinlagen geb’ ich eh nichts. Was den Film rettet, war das Drumherum. Die eigentliche Geschichte. Die war wirklich in Ordnung und überraschend gut gemacht.

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Inside Man

Inside Man

Denzel Washington ist Cop bei der New Yorker Polizei. Er wird eines Tages als Chefverhandler zu einem Bankraub mitten in New York zitiert und soll dort vermitteln. Die Bankräuber haben sich drinnen verschanzt und drohen Geiseln zu ermorden. Sie fordern zwei Busse und eine Boeing 747 als Fluchtfahrzeuge. Denzel Washington spürt aber, dass da etwas faul ist.

Ich sah früher mal den Trailer zu Inside Man und wollte ihn seit dem immer mal schauen. Ich weiß leider gar nicht mehr, warum. Irgendetwas muss der Trailer suggeriert haben, was der finale Film dann nicht halten konnte. Denn er war rather… meh! Einfach nur meh. Eigentlich sind Filme über Banküberfälle und die dazugehörigen Verhandlungen oft ziemlich interessant und / oder gar spannend (Space Travellers ist eh der geilste >:OOO), aber Inside Man schafft das nicht ganz. Er ist einfach zu boring. Die erste Hälfte des Filmes wundert man sich, was die Bankräuber wohl vor haben und in der zweiten Hälfte erfahren wir es dann. Genau dann wird’s leider auch ziemlich weird, denn dann kommen uralte Nazigeschichten, Diamanten und ein Briefumschlag mit einem Hakenkreuz in’s Spiel. Wtf. xD

Schauspielerisch ging auch nicht wirklich etwas ab. Denzel Washington machte zwar seinen Job aber halt… tjo. Sonst auch nichts weiter. Dann taucht sogar noch Jodie Foster auf und spielt eine gaaanz wichtige und geheimnisvolle Person. Leider wird aber auch da nicht näher drauf eingegangen. Man weiß weder woher sie kommt, warum sie so wichtig ist und überhaupt. Dafür sieht sie relativ geil aus in diesem Film xD? Geil war auch die Kameraarbeit fand ich. Hier und da hatte der Film zwar einen etwas sterilen / gestellten Look und die komischen Filter bei den Rückblenden waren mehr als unnötig und weird (?!), aber im großen und ganzen schaute er wirklich hübsch aus.

Tjo, das war’s. Fing ganz ok an und wurde dann schnell ziemlicher Durchschnitt und am Schluss sogar regelrecht weird. Schade. ~_?

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Turning Point

Turning Point
Herman Yau Hong Kong 2009

In Hong Kong kommt eine größere Lieferung Drogen an. Bei der Übergabe tauchen leider die Bullen auf und nehmen Laughing Gor fest. Einem Schützlich von Gangsterboss One, der es in Hong Kongs Unterwelt zu beträchtlichem Ruf gebracht hat. Eigentlich müsste er nichts von der Polizei befürchten, da er Undercover Cop ist. Das Problem ist nur, dass der einzige Polizist, der davon weiß, nach einem Unfall im Koma liegt. Nun wird Laughing Gor von beiden Seiten gejagdt.


(Links: Hier gibt’s künstlerisch mal richtig was auf’s Maul. Ein Verlauf von SW zu Farbe. Verrückt! | Rechts: Die Mädels sind ziemlich sexy und reichlich vorhanden)

Dieser Film basiert auf der Hong Konger TV Serie “E.U.”, die zeitweise ziemlich beliebt war. Unbeliebt machten sich die Produzenten nur, als sie Laughing Gor sterben ließen. Dieser war einer der symphatischsten Charaktere in der Serie und so ging ein Aufschrei durch die Fans ebenselbiger. Um dem wenigstens ein klein wenig entgegenzuwirken, beschloss sich der Sender TVB mit den Shaw Studios zusammen zu tun und einen richtigen Kinofilm zur Serie zu produzieren. Ich weiß jetzt nur nicht genau, warum. Denn wirklich viel lernt man über die Charaktere nicht. Es gibt hier und da ein paar Flashbacks aber die beleuchten wirklich nur das Nötigste. Das ist einerseits gut, da so jeder, der die Serie nicht kennt, den Film dennoch genießen kann, nur leider geht die Entwicklung der Charaktere nicht voran.


(Links: Dieses Bild könnte auch aus ca. 342 anderen Filmen stammen | Rechts: Hier sieht Anthony Wong ausnahmsweise mal nicht so sehr tuntig aus.)

Gerade “Turning Point” hat mit dem doppel Undercover Cop Laughing Gor bestimmt eine interessante Basis zu bieten. Laughing fing also bei den Triaden an und wurde von dort zur Polizei geschickt, als Undercover Triade bei der Polizei. Schicksalshafterweise wurde er von den Polizisten allerdings auch noch als Undercover bei den Triaden angeheuert und war somit ein doppel Undercover Cop. Ich stell’ mir das für jemanden ziemlich schwierig vor und hätte mir da ein paar interessantere Szenen gewünscht, aber über ein bisschen Katz und Maus Spiel kommt der Film nie hinaus. Sehr weird. Dabei hat der gleiche Regisseur mit “On The Edge” schon einen ziemlich klasse Undercover Cop Film gedreht.

Somit ist “Turning Point” ganz ok, wenn er mal im TV liefe, aber in’s Kino müsste man dafür nicht wirklich. Ich hätte mir eigentlich auch eher die DVD davon gekauft, aber die war gerade mal 1 EUR günstiger, als die Blu-ray. ~_???

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Moon

M O O N | Duncan Jones | 2009 UK

Sam Bell (Sam Rockwell) arbeitet für Lunar Industries auf dem Mond. Alleine. Sein 3-jahresvertrag nähert sich dem Ende und in ca. 2 Wochen geht es zurück nach Hause. Sam freut sich und man merkt es ihm an, dass es auch Zeit wird. Er hat des öfteren Halluzinationen. Nach einem Unfall scheint er völlig durchzudrehen und holt einen Verwundeten aus einem der Moon Buggies. Der Verwundete ist er selbst.

Moon wurde für nur 5 Millionen US Dollar von Duncan Jones (David Bowies Sohn ~_???) gedreht und besticht erst einmal durch die grandiose Optik. Man merkt dem Film das niedrige Budget fast gar nicht an. Einzig in ein paar Szenen fallen einem etwas merkwürdige CGI auf, die allerdings kaum ablenken oder derart negativ auffallen, dass man sich nicht mehr auf den Film konzentrieren könnte. So sehr konzentrieren muss man sich allerdings auch gar nicht. Und das ist das richtig Schade. Moon ist einer dieser Filme, wo der Trailer einen etwas anderen Eindruck der Story vermittelt, als man sie dann im Film erlebt. Hier liegt eindeutig der größte (und eigentlich auch einzige) Fehler von Moon. Was für mich der haupt Plottwist gewesen wäre, wird hier direkt im ersten Viertel des Films nahezu beiläufig erwähnt. Danach passiert nicht mehr sehr viel. Wtf?

Was man sich dabei gedacht hat, wüsste ich ja zu gerne. Sobald der Plottwist dem Publikum zugänglich gemacht wurde, weiß man direkt, wie es weiter gehen wird und in der Tat: Es kommt dann einfach nichts weltbewegendes mehr. Man wird lediglich noch von Sam Rockwels wirklich grandioser Performance unterhalten. Er spielt die Doppelrolle, als wäre er selbst zwei Personen und man hat nie Probleme die zwei Rollen außeinander zu halten. Wirklich genial.

Ansonsten sind da noch die tollen Außenaufnahmen auf dem Mond, die mittels oldschool Modellbau und etwas CGI realisiert wurden und überwiegend klasse aussehen. Erst recht, wenn man einen Blick auf das Budget wirft. Einzig Sunshine sieht wesentlich polierter aus, kostete dafür aber auch sage und schreibe 40 Millionen USD. Der klasse Soundtrack rundet das Paket dann ab, welches nach dem Auspacken aber leider durch den Verlauf der Story einen faden Beigeschmack parat hält. Evtl. liegt es nur an mir, weil ich mir einen anderen Plotverlauf gewünscht hätte. Ansehen und für sich selbst beurteilen, sollte das aber sowieso jeder. Ist ein gutes Stück unterhaltung, trotz allem.

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Draussen Bleiben


DRAUSSEN BLEIBEN | DOKUMENTARFILM | GER 2008

Valentina und Suli sind beste Freundinnen in einem Asylantenheim in München Harras. Während Sulis Familie, die ursprünglich aus China stammt, als politisch verfolgte Flüchtliche asap eine Aufenthaltsgenehmigung bekam, lebt Valentina mit ihrer Mutter nur gedulded in Deutschland. Suli versteht nicht, warum Valentina keine Aufenthaltsgenehmigung bekommt. “Das hat mit Glück zu tun”, sagt sie. Der Dokumentarfilm von Alexander Riedel zeigt ein Jahr aus dem Leben der beiden.

Bin bei dieser Doku hängen geblieben, weil es wieder mal eine dieser Dokus war, die ohne Sprecher auskommt. Einzig die Kinder des Asylantenheims erzählen… oder auch nicht. Viel Stille und Momentaufnahmen werden in der Doku eingefangen. Und das mit einer überraschend tollen Kameraarbeit und Schnitt. Wir verfolgen also das Leben der Kinder dieses Asylantenheims, allen voran der Albanerin Valentina und der Chinesin Suli und bekommen so mit, worüber sie sich ihre Gedanken machen und was sie so für Probleme haben. Aber ständig frage ich mich bei Dokumentarfilmen: Wie echt ist sowas? Wie echt, kann man etwas zeigen? Woher weiß ich, dass nicht durch Schnitt – gewollt oder ungewollt – ein falscher Eindruck entsteht? Eine Dokumentation ist also meines Erachtens immer ein Eindruck bzw. eine Meinung des Dokumentarfilmers. Mindestens. Behält man das im Kopf und macht sich so zusätzlich seine eigenen Gedanken, weiß man zwar immer noch nicht, wie die Realität nun ausschaut, kann das Gesehene aber besser verarbeiten. Man gewinnt so etwas wie “Abstand” dazu, was etwas komisch ist, denn gerade diese Art der Dokus sollen ja immer “schockieren” oder “aufwühlen”. Bei mir klappt das irgendwie nie.

Ich hätte mich aber gerne mal von Suli aufwühlen lassen. Die kleine Chinesin – gerade mal 16 – fand ich ziemlich cute, trotz ihres Klischeehaften Ghettoverhaltens und vor allem der Sprache. @___@; Aber für die Art von Leben, wie sie es führt, wäre ich nicht gemacht. Der Umgang untereinander in so einem Asylantenheim ist mitunter – zumindest bei dieser Clique – ziemlich grob. Zwar respektieren sich alle und mögen sich, aber können dies nicht immer so zeigen. Da wird schnell mal gerauft oder sich wegen Kleinigkeiten gestritten.

Aber wer weiß schon, wie echt das ist.

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Overheard


OVERHEARD – ALAN MAK / FELIX CHONG – HONG KONG 2009

Das Commercial Crime Bureau in Hong Kong ist gerade dabei die Firma E&T abzuhören, um deren illegale Aktivitäten auf dem Hong Konger Börsenmarkt aufzudecken. Johnny (Lau Ching-Wan), Gene (Louis Koo) und Max (Daniel Wu) arbeiten als Abhörexperten zusammen beim CCB und schieben die Nachtschicht. Als eines Tages ein hoher Mitarbeiter von E&T seiner Freundin erzählt, dass die Aktien morgen auf 1,20 USD pro Stück steigen werden, kommt Gene in Versuchung, auch das große Geld zu machen. Er denkt dabei an seine Freu und seinen kranken Sohn. Max, der selbst etwas Kohle gebrauchen könnte um beim reichen Vater seiner Freundin anzukommen, macht bei dem Spiel mit. Johnny kommt schließlich dahinter und entscheidet sich, seine zwei Freunde und Kollegen zu schützen. Sie geraten in einen Strudel der Probleme..

Man könnte meinen, dass das Begleiten einer Abhörtruppe der Polizei langweilig ist. Immerhin sitzen sie die ganze Zeit nur da und warten darauf, dass etwas passiert. Aber genau diese Momente werden gekonnt umschifft und dazu benutzt, uns die drei Cops und deren familiäre, sowie freundschaftlichen Situationen etwas näher zu bringen. So gibt’s zu Anfang also viel blah blah und Drama, wobei selbst das schon so atmosphärisch inszeniert ist, dass man gerne am Ball bleibt. Auch und gerade die Schauspielerischen Leistungen gefielen mir hier. Lau Ching-Wan ist ja sowieso immer geil, aber auch Daniel Wu kann überzeugen und Louis Koo… naja, man muss sich erstmal seine Frisur gewöhnen, aber selbst er ist einem irgendwann symphatisch. Spätestens, wenn man ihn zum ersten mal Zuhause beobachtet. Der arme Michael Wong hat aber etwas Lob verdient. Viele schelten ihn als schlechtesten Schauspieler ever, aber hier passt es ausnahmsweise sogar mal. Der Character, den er spielt, ist ein schmieriger Firmenboss, der hinterrücks Leute verschwinden lässt, aber in der Öffentlichkeit mit gegeelter Frisur Reden auf Charityveranstaltungen vorliest. Teils auf Englisch, teils auf Cantonesisch, versteht sich. Und egal welche Sprache er nimmt, es klingt beides immer irgendwie fake. Ziemlich hilarious!

Das Setting ist also fertig, nun fehlt nur noch der Auslöser der Probleme, der dann auch prompt kommt. Gene und Max entscheiden sich Informationen aus den Abhörungen zu unterschlagen und damit an der Börse ein bisschen Geld zu maken. Danach geht’s für die drei natürlich drunter und drüber und wider erwarten ging die Geschichte nicht so aus, wie ich anfangs vermutet hätte. Überhaupt war Overheard nicht, wie vermutet. Was aber gut ist, denn ursprünglich dachte ich, es wird ein etwas trockener Thriller um Insiderinformationen an der Börse, aber weit gefehlt. Es wurde ein recht persönliches Drama um drei Polizisten die einmal einen Fehler machten und nun versuchen ihn zu verheimlichen. Dann Ende war dann auch dementsprechend schockierend (xD?) und nahm mich ein klein wenig mit. Wobei man hier ein klein wenig meckern könnte. Für manch einen ist das Ende bestimmt ein bisschen “Over The Top”, ich persönlich kann mich aber damit arrangieren.

Ja, irgendwie war Overheard ziemlich gut, was ich so gar nicht erwartet hätte. Einzig die stylishe Kamera hatte ich schon erwartet und wurde auch nicht enttäuscht. Gerade auf Blu-ray macht so ein toll gefilmter Film einfach ein kleines bisschen mehr her. Vom Opening, bis zum Schluss wird hier konstant geile Kameraarbeit geliefert, dass man fast jeden Frame gerade ausdrucken würde. Ich weiß, das sag ich ziemlich oft, aber es ist leider so. Wenn Lau Ching-Wan am Hafen steht und auf diese sich gerade im Bau befindliche Brücke schaut, dann muss man einfach wanken. Ich hoffe, die Brücke ist echt?! Egal auch. Die Musik von Chan Kwok-Wing war hervorragend. Nicht zu dezent um sofort vergessen zu sein, aber auch nicht zu aufdringlich, um abzulenken.

So einen Film kann ich nur bewerten mit:
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Accident


A C C I D E N T | H O N G . K O N G | S O I . C H E A N G | 2 0 0 9

The Brain (Louis Koo) ist professioneller Auftragskiller, der seine Arbeit nicht mit ordinären Waffen erledigt. In aufwändiger Vorarbeit und Planung inszeniert er zusammen mit seinem Team Unfälle auf offener Straße, die auch wirklich wie Unfälle aussehen. Nie kam jemand dahinter, dass hier Auftragskiller am Werk gewesen sein könnten. Als aber eines Tages einer seiner eigenen Leute durch einen Unfall um’s Leben kommt, wird The Brain zunehmends paranoid und glaubt an eine Verschwörung gegen ihn und sein Team. Er zieht sich zurück und beobachtet den Versicherungsdetektiv, welcher eng mit seinem letzten Klienten zusammen arbeitet. Führt dieser etwas im Schilde?

So manch eines der erste Review zu Accident beschwerte sich, dass Soi Cheang, der Regisseur, sich unter Johnnie To als Produzent viel zu zahm gibt. Und in der Tat, der dreckige Stil seiner Filme wie z. B. “Dog Bites Dog” und “Shamo” fehlt hier gänzlich. Ich persönlich glaube aber fast eher, dass es ganz einfach auch am Film liegt, den wir hier vor uns haben. In Accident geht es um The Brain, gespielt von Louis Koo, einem höchst paranoiden und dementsprechend vorsichtigen Typen. Schon zu Anfang des Films sehen wir, wie exakt jede seiner Bewegungen ist. Die Haare akkurat mit Pomade in Form gebracht, das Kleingeld für den Bus im Taschentusch eingepackt und an seiner Tür zur privaten Wohnung ist natürlich der urälteste Alarmmelder der Welt eingebaut: Ein Blatt einer Pflanze. Und genau deswegen musste man Accident natürlich wesentlich gestriegelter inszenieren als noch einen “Dog Bite Dog”.

Und gestriegelt ist Accident. Von vorne, bis hinten. Das meiste wird mittels Bildern erzählt. Dialoge gibt es nur wenige. Kein Wort zuviel, alles wirkt exakt und perfekt ausgeklügelt und aufeinander abgestimmt. Klar, dass da keine Lücken entstehen und man stetig am Ball bleibt. Spannung wird schon am Anfang durch die Inszenierung der Unfälle aufgebaut. Als dann aber das eigene Teammitglied um’s Leben kommt, wird uns schnell klar, dass da jemand ist. Nur wer und warum?

Das geilste an Accident ist aber die Inszenierung. Setz Louis Koo Kopfhöhrer auf, steck ihn in ein verlassenes Apartment, spiele etwas Musik von Xavier Jamaux und film das ganze mit tollen Einstellungen, etwas Farbfiltern und natürlich viel Tiefenunschärfe und schon denkt man, etwas ganz großes ist im Gange. Und die Unfälle erst… baha! Ich sah ja in “Beast Stalker” schon einen tollen Unfall und erfreute mich daran, aber die Unfälle in Accident sind noch ein Stück toller. Insgesamt wesentlich realistischer, ohne CGI und mit Einstelllungen, die ich so bisher noch nie sah. Schon einmal in Zeitlupe eine Tussi von vorne aus ihrer Windschutzscheibe krachen sehen? Ich auch nicht. Da ist es einfach nur schade, dass es nur so wenige Unfälle im Film gibt.

Gestern noch – da schaute ich den Film – wollte ich ihm allerdings nur 4 Pimmel geben, da das Ende dann leider eine Szene enthält, die in höchstem Maße unrealistisch ist. Ich will jetzt hier nichts spoilern, aber da kam mir zum ersten Mal im Film der Gedanke: “Baha ahjo, als ob…”, etc. Heute aber muss ich sagen, dass ich darüber hinwegschauen kann und Accident nahezu perfekt finde. Kleines großes Hong Kong Kino.

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