Django Kill (…If You Live, Shoot!)

Django Kill (…If You Live, Shoot!)
se sei vivo spara | italien 1967 | giulio questi | dvd: blue underground

Eine Bande amerikanischer Banditen überfällt mithilfe einiger Mexikaner einen Goldtransport. Doch anstatt das Gold mit den Mexikanern zu teilen, erschießen sie diese lieber, darunter auch den “Fremden” (Tomas Milian), wie er im weiteren Verlaufe des Filmes genannt wird. Die Amerikaner ziehen weiter in eine Stadt, in der scheinbar alle völlig krank im Kopf sind. Der Fremde hingegen wird von zwei Indianern auf wundersame Weise wiederbelebt, steigt aus seinem Grab auf und macht sich auf, Rache zu üben.

In der der BU-DVD enthaltenen (sowie höchst sehenswerten) Interview-Featurette ‘Django Tell’ bezeichnet Tomas Milian Questis Werk treffend als “cult of the cult” – und seinen notorischen Ruf als einer der abgefahrensten Italowestern überhaupt hat Django Kill (welcher natürlich nur aus Werbezwecken international den “Django”-Namen verpasst bekam) dann auch tatsächlich verdient. Questi serviert eine unvergessliche Szene nach der anderen, viele von ihnen auch höchst brutal. Allein schon die Anfangssequenz, in der Tomas Milians Charakter sich aus seinem Grab erhebt, deutet sich eine religiöse Metaphorik an, die später in einer Art Kreuzigungsszene ihren Höhepunkt findet. Dabei ist Questi nie auf plumpe Sensationsmache hinaus; zwischen schwarzem Humor und zynischem Gesellschaftskommentar bedient er eine Nische innerhalb des Genres, in der sonst nur Sergio Sollimas Westerntrilogie ihre Spuren hinterlassen hat. Dabei kommt er in Sachen Aussagekraft nie an diese heran; seine Symbolik ist dafür zu plump, der kritische Ansatz zu forciert.


Aber in einem Atemzug mit Sollima genannt zu werden, ist schon ein Lob für sich. Die Ideen, die verarbeitet werden, reichen von Sadomasochismus bis zu amüsanten homosexuellen Anspielungen. Im Subplotwirrwarr habe ich zwar nach den zwei Stunden Laufzeit nicht mehr wirklich durchgeblickt – der Fremde, natürlich äußerst intensiv und charismatisch von Milian gespielt, folgt den Amerikanern in die Stadt, tritt zunächst scheinbar der Bande Sorrows (Roberto Camardiel) bei, versucht auch noch, Evan (Ray Lovelock), dem einzigen Unschuldigen in der Stadt zu helfen, gerät dabei aber in die Schusslinie des zwielichtigen Hagerman (Francisco Sanz), der seine Frau in einem Raum eingesperrt hat und allen erzählt, sie sei geisteskrank.

Am Ende ist die ganze Stadt auf der Jagd nach dem Gold – klar – und die Art und Weise, wie sich die Stadtbewohner gegenseitig unter dem Vorwand der Gesetzesausübung auseinandernehmen, hat Questi in bitterböser Konsequenz inszeniert. So unterhält Django Kill bis zum Ende, auch wenn die surrealen Schlüsselszenen im Gesamtkontext oft wenig nachvollziehbar bleiben. Zum ganz großen Klassiker reicht es daher zwar nicht, doch Giulio Questis einziger Western ist definitiv in den oberen Rängen des Genres anzusiedeln.

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Princess-D

Princess-D
Sylvia Chang | Hong Kong 2002

Joker (Daniel Wu) arbeitet an einem Spieleprojekt und könnte es fast schon dem Vorstand präsentieren. Es fehlt lediglich noch ein virtuelles Idol. Eines Tages trifft er in einer Disco Ling (Lee Sinjie). Sie soll es sein. Sie wäre perfekt für sein Computerspiel. Sie soll Princess-D werden. Leider ist Ling alles anderes als perfekt. Sie vercheckt Drogen, ihre Mutter ist geistig nicht mehr ganz zusammen, der Bruder hat Schulden beim lokalen Drogenboss und der Vater selbst sitzt gleich ganz im Knast. Joker will ihr helfen.


Von Princess-D hörte ich schon damals, 2003. In meinem jugendlichen Leichtsinn interessierte er mich primär wegen dem ganzen virtuellen Krams. Ich dachte wohl es geht computerfreakmäßig geil ab. Erst kürzlich sah ich durch Zufall die DVD günstig zum Verkauf und schlug, ohne wirklich zu wissen, auf was ich mich da einlasse, zu. Denn mal ehrlich, wer hörte damals schon von dem Film? Fast zeitgleich lief damals “Infernal Affairs”. Kein Wunder, das Princess-D – ein waschechtes Drama – unter ging. Schade eigentlich.

Denn Sylvia Chang (ja, DIE Sylvia Chang. Schauspielerin aus Aces Go Places, oder All About Ah Long) schrieb’ hier einfach mal so mir nichts dir nichts einen wundervollen kleinen Film, der vor allem von Lee Sinjie getragen wird. Schauspielerische Leistungen fallen mir selten richtig positiv oder richtig negativ auf, da es für mich als Europäer recht schwierig ist kantonesische Dialoge und Verhalten zu beurteilen, welches ich ganz einfach nicht gewohnt bin. Aber Lee Sinjie sticht hier mal wirklich heraus (mehr noch als in “The Eye”) und überzeugt in jeder Szene. Ob sie nun glücklich ist oder traurig. Man kauft ihr locker alles ab und wünscht sich ganz insgeheim sie mal kennenlernen zu dürfen. Gekonnt wechselt sie zwischen kleinem unschuldigem Mädchen, trauriger Tochter, die alleine zurecht kommen muss und Drogen vercheckendes toughes Girl. Alle anderen tun es ihr gleich und fallen nicht weiter negativ auf. Daniel Wu liefert solide Schauspielleistungen ab, Edison Chen fällt nicht weiter auf und tut das, was er am besten kann: Englisch reden und gut aussehen. Richtig nice ist noch Anthony Wong, der eigentlich nur Nebendarsteller ist, sich davon aber nicht abhalten ließ einfach mal wieder total geil zu sein. Er spielt hier übrigens einen Tanzlehrer. Kein Wunder das er mehrfach für “best actor in supporting role” nominiert wurde und in Taiwan dann sogar gewann.


Etwas verwirrend fängt Princess-D allerdings an. Mit viel Technomusik (Disco-Szenen), Drogentrips (trippe Visuals) und Computergrafik weiß man anfangs nicht so recht was das nun sein soll. Aber schnell findet der Film seinen Weg und überzeugt dann durchweg durch ehrliche und realistische Szenen. Bei Liebesdramen wie diesem kann es schnell passieren, das Szenen kitschig oder gar lächerlich wirken. Sylvia Chang verhinderte das allerdings gekonnt, trotz schnulziger Lieder mit Namen wie “Heaven so close”. Und so sehen wir dann Joker, wie er auf dem besten weg ist, das ultimative (virtuelle) Idol zu erschaffen, sein Bruder Kid (Edison Chen) wie er ihm dabei hilft, seinen Vater wie er Frauen das Tanzen lehrt und Ling wie sie mit ihrer Familie zu kämpfen hat. In vielen Reviews wurde Princess-D angekreidet, das der Film hätte mehr sein können. Immer wieder sehen wir grandiose Szenen, die jäh von (übrigens ziemlich guten und nicht peinlich wirkenden!) Computeranimationen unterbrochen werden. Aber ich bin froh, das es die Szenen überhaupt gab und kann Princess-D als gut gemachtes Drama auf jeden Fall empfehlen.

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Musikvideo:
http://www.youtube.com/watch?v=kUd6wxztaZk

Seine Kugeln pfeifen das Todeslied

Seine Kugeln pfeifen das Todeslied
il pistolero dell’ave maria | italien 1969 | ferdinando baldi | dvd: marketing film

Rafael (Peter Martell) findet eines Tages seinen alten Jugendfreund Sebastian (Leonard Mann) auf einer Ranch wieder. Obwohl Sebastian glaubt, dass seine Mutter tot ist, erzählt ihm Rafael, dass seine Mutter in Wahrheit lebt, da sie damals seinen Vater und Rafaels Mutter ermorden ließ und nun mit dem Mörder zusammen lebt. Gemeinsam machen sie sich auf, um Rache zu üben.

Eigentlich schwer vorstellbar, dass Ferdinando Baldi hinter diesem Film steckt, denn immerhin legte er gerade einmal 2 Jahre später mit Blindman den wohl wüstesten Sleazetrip der Westerngeschichte vor. Wohl ein weiteres Indiz für die Flexibilität, die italienischen Regisseuren in den 60ern und 70ern abverlangt wurde. In Seine Kugeln pfeifen das Todeslied wurde jedoch die oft präsente moralische Ambivalenz des Genres mit einem saftigen Bissen Melodrama ausgetauscht. Wie dick hier aufgetragen wird, ist zunächst einmal gewöhnungsbedürftig; unglücklicherweise ist der ansonsten starke Score Roberto Pregadios auch häufig so platziert, dass er dem ohnehin überzeichneten Konflikt auch noch eine kräftige Kitschnote verleiht.


Was nicht heißt, dass hier auf die übliche Palette Schlägereien, Friedhofszenen, Mexican Standoffs und verprügelter Frauen verzichtet wird, im Gegenteil. Baldi inszeniert stilsicher und lässt seine Charaktere geschwind durch die ansehnlichen Sets pflügen. Etwas wirklich einzigartiges lässt der tausend mal in dieser oder jener Form durchgespielte Racheplot aber eben auch nicht zu, obwohl mehr hätte gemacht werden können – vor allem aus der Mutterfigur. Mann und Martell sind ordentlich als Protagonisten, dabei ist ihr größtes Problem die fehlende Interaktion miteinander. Ihre Beziehung bleibt bis zum Ende oberflächlich und fast schon formal, von Jugendfreundschaft ist wenig zu sehen. Ihre jeweilige Daseinsberechtigung verdienen sie sich allein durch das mehrmalige Retten des Anderen.
Auch Tomas (Alberto De Mendoza, der ein bisschen wie Michael Douglas aussieht) als fieser MILF-Liebhaber bleibt eine bloße Karikatur, der Cast ansonsten gefüllt von überflüssigen Randfiguren wie der hübschen Schwester Sebastians (Pilar Velázquez).

Nichtsdestotrotz handelt es sich bei Seine Kugeln pfeifen das Todeslied um solide Westernunterhaltung vom Reißbrett, die sicher nicht in der Liga der drei Sergios mitspielt, man sich an einem langweiligen Nachmittag jedoch ruhig mal anschauen kann.

(Hier noch der rather corny deutsche Trailer. Irgendwie haben sie früher Trailer immer total überflüssig lang gemacht?)

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The Adventures Of Willy Beamish

The Adventures of Willy Beamish
1991 / Sierra

Willy Beamish sah ich und wollte es unbedingt spielen, da es so einen “Space Ace” ähnlichen Touch hatte aka Comicgrafik. Leider gab es damals nur die englische Version zu kaufen und obwohl mein französisch bereits ausgezeichnet war (Pen), hatte ich von unserer Weltsprache noch nicht viel Plan. Jetzt kam ich endlich mal dazu und es ist eigentlich absolut so geil wie Space Ace aka nein.

Story
Willy Beamish hats schon schwer. Der letzte Schultag verheisst nichts gutes, denn er hat eine 3 (!!!) in Musik (!!!!!) in seinem Zeugnis, woraufhin sein Vater ihm seine Videospielkonsole weg nimmt. Und das, obwohl in ein paar Tagen der große Nintari Wettbewerb ansteht, für den er noch dringenst üben müsste!
Und auch an Geld haperts, weil sein Dad entlassen wurde und sich gerade um einen neuen Job kümmert. Diverse Schlägertypen hauen unserem jungen “Helden” ständig ins Maul wenn sie ihn sehen, Klemptner der Kleinstadt planen einen Streik, sein Babysitter ist ein Vampir und seine große Liebe checkt einfach gar nix, während sein Frosch nur den Weitsprung gegen den deutschen Champion gewinnt, wenn er Drogen verabreicht bekommt..


Links: Willy’s Eltern gehören wohl eher zur reichen Fraktion | Rechts: Eindeutig. Ja.



Links: Willy’s Schwester ist eine verwöhnte Göre.. ganz wie ihre Mum | Rechts: Sein Frosch “Horny” macht seinem Namen alle Ehre

Kritik
Zugegeben hört sich das nach einer Menge Stoff an. Da aber alles in Tage unterteilt ist, die man überstehen muss, erledigen sich die meisten Dinge wie z.B. der Vampir-Babysitter innerhalb 2 Minuten auf. Die Hauptlot dreht sich natürlich um die Nintari Meisterschaft und Willys Familie. Die Beamishs leben in einem großen Haus mit Garten, Willy, seiner Schwester und der ganz kleinen, einem Hund und ihrem verstorbenen Großvater, der ab und zu als Geist erscheint, in einer idyllischen Vorstadt. Irgendwie sind alle faul, denn Willy muss immer Dinge tun zu denen die anderen keinen Bock haben.. und die absolut nichts mit der Story zu tun haben.

Da man gerade zu Anfang des Spiels (man muss am letzten Schultag nachsitzen) recht viel Möglichkeiten hat selbst zu entscheiden ob man sitzen bleibt und wartet, sich hinausschleicht, sich heimlich unterhält usw. dachte ich mir natürlich “Ficken”, wenn ich mit dem Hund raus sollte. Aber tu ich das nicht, schlägt der “Trouble-O-Meter” aus, der den Zustand der Zufriedenheit der Eltern gegenüber mir zeigt. So kam ich dann auf die Militärschule, weil ich nach zwei Aufforderungen noch nicht in der Küche war, als es Abendessen gab.. womit das Spiel auch endet.

Es ist true Angstmache für ungehorsame Kinder!?!?!? ~_~ Total krank. Obwohl ich viel gutes Tat, schaffte ich es nicht ein einziges mal, das mein dings-O-Meter sich wieder in den grünen Bereich schlug. Bei der Story hat man sich ja einiges überlegt aber zum Schluss gibt es zu viele Subplots, die zumindest ein Kind gar nicht versteht. Zudem ist es halt schon fragwürdig, wenn man für das schießen eines Fotos einer japanischen Familie, als Dankeschön einen Ninjastern nebst Rauchbombe (???) bekommt. Aber tjopes.


Links: DIE SEXUELLEN ANSPIELUNGEN SIND WIDERLICH UND EKELHAFT! :Q | Rechts: Willy hat immer den passenden Spruch parat


Links: Von der nett anzuschauenden Übersichtskarte kommt man unter anderem.. | Rechts: In das Baumhaus zu seiner Willy’s Freunden

So läuft man durch malerische Landschaften und erlebt ein paar Tage der Sommerferien von einem typischen “Dennis”-Verschnitt. Malerisch kann man ruhig wörtlich nehmen, denn die Grafik wurde gezeichnet, coloriert und dann in das Spiel eingebunden. So kommen einige Kanten leider relativ verwaschen rüber, zu dünn, oder zu Detailreich für die Auflösung. Trotzdem sieht es recht cool aus und die pastellfarbenen Töne passen gut zum friedlichen Vorstadtniveau. Was darin natürlich gar nicht passt sind die Figuren, die allesamt einem comicstil ala Don Bluth (Space Ace) folgen. Das sieht zwar eigentlich recht nice aus aber durch die gemalten Hintergründe wirkt es EXTREM aufgesetzt. Aber hat man sich damit abgefunden, kann man sich an den lockeren Animationen und schönen Hintergründen erfreuen. Konversationen laufen – ganz Sierra typisch – mit vergrößerten Ausschnitten des Gesichtes, oder extra Szenen in denen die Charaktere größer darsgestellt sind, ab.

Zur Musikuntermalung gibts (leider) nichts besonderes zu sagen, Sie dudelt halt vor sich hin. Von Ohrwürmern kann man nicht sprechen, was ich gerade bei dem Thema mir bei der Titelmelodie nicht gedacht hätte. Besseres gibt es über die Soundeffekte auch nicht zu sagen. Sie sind da, sie sind normal. Tjopes.


Links: Für ein Nintari erpresst man schon mal seine Schwester | Rechts: Gegen den Oberbayerfrosch (Lederhose) hat Horny eigentlich keine Chance


Links: Auch unheimlicheOrte sind kein tabu | Rechts: Fledermaus-Vampir-Babysitter einsaugen? Ein normaler Tag also..

Fazit
Willy Beamish ist ein typisches Sierra-Adventure, bei dem man zwar nicht stirbt aber relativ oft den “Game Over” Screen sehen wird. Die zwei Grafikstile passen zwar nicht zueinander, das Endresultat ist dann aber doch befriedigend comicartig. Die Story ist weird und legt zu wenig wert auf den Hauptplot, aus dem man einiges hätte rausholen können. So ist es mit fast allem. Alles nur ok und deshalb..

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Contraband

Contraband
luca il contrabbandiere | italien 1980 | lucio fulci | dvd: blue underground

Luca (Fabio Testi) ist Teil eines Syndikates, dass in Neapel mit Motorbooten Zigaretten schmuggelt. Als seine Bande bei einer Lieferung plötzlich auffliegt und obendrein noch sein Bruder erschossen wird, fällt der Verdacht auf den lokalen Konkurrenten Scherino (Ferdinand Murolo), doch es stellt sich heraus, dass jemand ganz anderes ein Stück vom Kuchen abhaben möchte.

Im Lauf seiner Karriere versuchte sich Lucio Fulci neben seinen hinlänglich bekannten Gore-Orgien auch an anderen, damals populären Genres. Contraband ist sein einziger Ausflug in die Welt des Crime/Polizeifilms, und das zu einer Zeit, als das italienische Genrekino schon längst am Absaufen war. Dass man ihm hier trotzdem ein angenehm großes Budget anvertraut hat, merkt man schon an der Eröffnungsszene, einer zwar etwas lustlos geschnittenen, aber dennoch recht aufwändig gefilmten Motorbootjagd. Es entwickelt sich das übliche Kammerspiel zwischen Intrigen, Rache und Verrat, angetrieben von Poliziotteschi-Veteran Fabio Testi, nicht in seiner besten Rolle, aber sympathisch wie immer, im späteren Verlauf gesellt sich dann auch noch der charismatische Marcel Bozzuffi (French Connection) als Oberfiesling dazu.


90 Minuten leicht verdauliche, spaßige Italo-Action also, bei der es sich Fulci ganz zum Vergnügen des Zuschauers auch nicht nehmen lässt, hier und da ein paar ordentliche Splattereinlagen zu spendieren. Neben der längst legendären Pistole-im-Mund-Szene (s.o.) wird einer hübschen Frau auch noch das halbe Gesicht abgefackelt, Köpfe werden zerfetzt, Bäuche aufgeschossen, dazwischen immer wieder die hübschen Titten von Ivana Monti. All das unterlegt Routinier Fabio Frizzi mit einem treibendem Score zwischen Disco und Crimejazz.

Sicherlich kein Meisterwerk also, und als tatsächlich hochwertiger Poliziesco auch nicht wirklich ernstzunehmen – dafür sind einige Szenen einfach zu bizarr und der Plot zu verwirrend – doch im Gesamtkatalog Fulcis sicherlich ein oft zu leicht übersehenes kleines Bonbon.


(Jap. Poster! xD)

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Police Squad

Police Squad!
aka die nackte pistole
1982 | zucker brüder

Sein Name ist Frank Drebin. Er ist Seargent Detective Lieutnant des Police Squad. Einer Spezialabteilung des Police Departments. Zusammen mit seinem Boss Ed Hocken löst er so gut wie alle Fälle.


(Links: Police Squad! In Color! | Rechts: Detective Frank Drebin fährt mit seinem Boss durch little Italy)

“Police Squad” ist geil! Die erste Fernsehserie der Zucker Brüder (Jerry und David), die leider nur 6 Folgen hervorbrachte, da das damalige Publikum noch nicht bereit dafür war. Man musste nämlich schon aufpassen und die Serie aufmerksam verfolgen, um nichts zu verpassen. Das war damals ungewöhnlich und wurde nicht von den Zuschauern angenommen. Irgendwie würde Police Squad mehr in die heutige Zeit passen. Eine Folge dauerte 22 Minuten und in diesen 22 Minuten folgt ein Gag den anderen. Es gibt kaum eine Szene ohne irgendeine Absurdität. Oft spielen sich im Hintergrund Slapstickeinlagen ab, oder die Dialoge beinhalten Nonsens, wenn Frank Drebin davon erzählt, wie er mit einst mit einem Mann zusammen lebte… Besonders nett und nur so in der Serie möglich sind die running Gags wie z. B. “Zigarette?” -”Ja, ich weiß” und die Freeze Frame Shots am Ende jeder Serie. Serientypisch friert auch hier das Bild ein, nur mit dem Unterschied, das die Akteure jegliche Bewegungen einstellen und die Kamera einfach weiter läuft.

Wer “Die nackte Kanone” kennt, weiß was ihn hier erwartet. Jede Folge ist im Prinzip ein kleiner “Naked Gun” Film.


(Links: Alle 6 jemals gedrehten Episoden auf einer DVD. | Rechts: Wilde Schießereien!)

Die einzigen Abstriche, die gemacht werden müssen sind Format bedingt. Außenaufnahmen sind rar und wenn, dann spielen sie auf Studio Sets. Des weiteren sind Musikeinsätze etwas seltener und irgendwie hat alles so einen abgespeckten Touch. Trotzdem ist “Police Squad” geil und reiht sich nahtlos in die Reihe der Zuckerfilme wie “Top Secret”, “Airplane!” und “Die nackte Kanone” ein. Nur Idioten checken nicht, das “Top Secret” mindestens genauso geil ist wie “Die nackte Kanone”.

Die DVD ist übrigens mit 7,99 EUR super günstig und kann jedem nur an’s Herz gelegt werden. Die Qualität ist für das Material ausreichend, die Audiokommentare sind interessant und es gibt ein Interview mit einem sichtlich gealterten Leslie Nielsen.

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Asphalt Urban GT 2

ASPHALT URBAN GT  2 | G A M E L O F T | 2 0 0 6 | N I N T E N D O D S

Hintergrund:
Asphalt Urban GT war damals eine kleine Überraschung auf dem Nintendo DS. Man ahnte schon schlimmes, schließlich war Asphalt Urban GT nicht nur ein Launchtitel, sondern zudem lediglich ein Port eines Handyspieles. Nichts desto trotz bewies Gameloft, das auch in kurzer Zeit gute Ports machbar sind und schufen einfach mal so mir nichts dir nichts den besten Arcaderacer für den Nintendo DS (Mario Kart zähle ich hier mal nicht mit dazu!). So hat sich Asphalt Urban GT damals anscheinend oft genug verkauft, so dass Ubisoft gleich den verbesserten Nachfolger hinterher schob.


(Links: Häuser sind nun endlich komplett 3D Modelle | Rechts: Nervende Bullen rammt man kurzerhand gegen die Wand und kassiert dabei noch Geld.)

Als erstes begrüßt uns der Titelbildschirm mit einem Song von Moby, der jetzt zwar nicht wirklich schlecht ist, aber auf Dauer ziemlich nerven kann und als einziger Lizensierter Song etwas unpassend wirkt. Genau inmitten dieser Klänge verlangt das Spiel von uns aber unsere erste Entscheidung. Arcade oder Evolution? Im Arcademode warten 5 Spielmodi auf uns, während im Evolutionmode 10 “Cups” zu bestreiten sind, von denen jeder aus durchschnittlich 6 Challenges besteht. 1 Challenge wiederrum besteht aus durchschnittlich 4 Rennen. So kommen wir auf eine stattliche Anzahl an Rennen und Prüfungen, die es zu meistern gilt. Für genug Rennen ist also gesorgt, die brauchen wir nämlich auch, wenn wir Geld verdienen wollen, um unsere Kisten zu tunen oder uns gleich ganz neue kaufen zu können. Gut, das das Geld in Asphalt Urban GT 2 sprichwörtlich auf der Straße (in Form von $-Zeichen) liegt und man zudem für jeden getöteten Cop und für jedes Radarfoto jede Menge Kohle einsackt. Das klingt toll, denn mit viel Geld kann man auch seine Autos viel tunen. Nur leider… ist das ziemlich sinnfrei, da man selbst mit ungetunten Karren stets Sieger bleibt. Das ist etwas schade, denn so gibt man sein Geld nicht wirklich aus und muss auch keine Rennen zweimal fahren, um etwas Geld zu verdienen. So geht der Teil des “Tunings” völlig verloren. Asphalt Urban GT 2 ist also ziemlich einfach und trotz der vielen Meisterschaften schnell durchgespielt. Evtl. liegt es an den Neuerungen wie z. B. dem besseren Crashverhalten mit dem Gegenverkehr?


(Links: Der Turboboost sieht leider nur in der Außenansicht geil aus. Und wer fährt so schon. | Rechts: Jetzt Neu: Motorräder inkl. Cockpitview!)

Dieses große Manko nämlich wurde endlich gefixt und so crasht man nun richtig heftig mit dem Gegenverkehr zusammen, während Autos, welche man von hinten rammt, nur so wegfliegen, das es kracht und man keinen Geschwindigskeitsverlust erfährt. So ist das gut, so macht das Spaß. Richtig schwierig ist das Manövrieren durch den Gegenverkehr nie, da sich die Autos – trotz niedriger Auflösung – früh genug bemerkbar machen und gut zu erkennen sind. Zu den Neuerungen gesellt sich auch der nun 3-fach erhältliche Turboboost hinzu. Wenn genug N2o vorhanden, kann man den Boost dreimal triggern und fährt so ein klein wenig schneller. Eine spielerische Auswirkung darf man sich dadurch allerdings nicht erhoffen. Man triggert nun einfach ständig 3 mal hintereinander um so schnell wie möglich zu fahren. Ansonsten sind viele neue Strecken hinzugekommen (Die alten gibt es nachwievor!) und die Polizei ist einem nun auf den Fersen. Das nervt am Anfang, da die Cops ziemlich rabiat zur Sache gehen, aber schon bald hat man den Dreh raus und haut dann einfach mittels Turbo ab. Der Polizeihubschrauber versucht einen lustigerweise mittels… Laserstrahl zu fangen. Sobald der Strahl euer Fahrzeug für eine gewisse Zeit markiert hat, bleibt ihr automatisch stehen. Ehm… Ja. Die größte Neuerung hätten jedoch die Motorräder werden sollen / können. Diese fahren sich dann auch tatsächlich hervorragend und bieten eine geile Cockpitansicht nur leider machen auch sie spielerisch keinen Unterschied. Man rammt mit einem kleinen Motorrad genauso die Autos von der Straße, wie mit einem Hummer und Gegenverkehr… nun ja… über den springt man halt mit einem Motorrad. Trotzdem machen die Motorräder Spaß, schon allein, weil sie sich so toll auf die Seite legen in den Kurven und die Cockpitansicht einfach geil aussieht.


(Auch hier ist wieder die Strecke auf dem unteren Bildschirm zu sehen. Ich vermag nicht zu sagen, ob das nun irgendeinen Vorteil oder Nachteil hat. Es war mir relativ gleich. Besser als gar nix.)

Grafisch blieb fast alles beim Alten. Gottseidank. Die Grafik ist immer noch super flott, flüssig und wunderschön anzuschauen. War die Grafik beim ersten Teil noch etwas “dünn” (Häuser waren nicht mehr als Pappwände), so gibt’s nun Brücken, Tunnel, Panzer auf der Straße und Häuser komplett in 3D. Alles wirkt fülliger, etwas aufpolierter. Nur die Texturen sind nachwievor etwas grob und low-res, was aber angesichts der enormen Geschwindigkeit des Spiels kaum weiter auffällt. Ja, mit dem richtigen Auto und 3x Turboboost erreicht Asphalt Urban GT 2 locker Wipeoutgeschwindigkeiten. Was die Jungs von Gameloft nun aber definitiv wunderbar hinkriegen (Das sah man auch bei Brothers In Arms) ist eine stimmungsvolle Grafik. Die Farben und die Texturen passen ganz einfach und alles wirkt wie aus einem Guss. Asphalt Urban GT 2 ist wirklich wunderschön anzuschauen. Allerdings nicht gerade im Replaymode, denn da wackelt die Kamera ziemlich krank. Das schmälert die Replayerfahrung enorm und man wird auch diese Funktion kaum beanspruchen. Schade eigentlich, denn die Fahrzeugmodelle sehen wirklich klasse aus und sind recht detailliert.

Der Sound ist eine Sache für sich. Im Trailer wurden großkotzig die Pussycat Dolls angekündigt und tatsächlich; Im Spiel sieht man sie nach jedem zweiten Statusscreen. Nur leider erkennt man nicht viel, so dass es zum Wanken nicht ganz reicht und Musik ist schon mal gar keine von den Pussycat Dolls vorhanden. Schade eigentlich, denn die Musik im Spiel ist einfach… Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Eine Mischung aus Noise, elektronischen Furzgeräuschen und Rock’n'Roll. Einfach nervtötend, widerlich und ekelhaft. Da hätte ich mir lieber die Pussycat Dolls gewünscht, die wenigstens annähernd normale Musik machen. Dafür gibt’s eine tolle (abschaltbare) deutsche Synchro, die man mal gehört haben sollte. “Erster! Jaaa!”


(Nicole Scherzinger – Die einzig wahre Pussycat Doll.)

Abschließend lässt sich sagen, das Fans des ersten Teils getrost zuschlagen können und auch andere Rennspiel Interessierte mal ein Auge drauf werfen sollten. Asphalt Urban GT ist nunmal DER Arcaderacer auf dem Nintendo DS, welcher Burnout und NFS locker schlägt. Wie es mit Ridge Racer aussieht werde ich noch sehen, wenn ich es mir demnächst kaufe.

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A Mob Story

A Mob Story – Herman Yau – Hong Kong 2007

Mal schauen, ob ich die Geschichte zusammen kriege:

Seven ist Assassin. Auftragskiller sozusagen und kehrt wieder nach Hong Kong zurück. Von wo er kam, weiß ich nicht. War mir auch ziemlich egal. So ziemlich genau nach einpaar Minuten kriegt er auch schon einen neuen Auftrag, den er auch annimmt. Er soll ein random Mädel umbringen und entdeckt aber auf der selben Party einen random Gangsterboss, der damals seinen Vater darnieder metzelte. Klar, das er nun einfach alle anwesenden erschießt und das Mädchen rettet. ~_? Aus Angst vor Prügel von den übrig gebliebenen Leuten fährt Seven in’s schöne Taiwan. Auf der Suche nach seinem alten Kumpel Goblin (xD), welcher wirklich so aussieht (Cheung Tat-Ming), trifft er eine huuuuuuuuuuuuuuuuuurengeile Nutte, die auch sogleich vor ihm Stripped. Tjo und dann verlor ich den Faden. Es wird random rumgerannt. Random Leute erschossen und erdroschen und Goblin will einfach nur die Hure “befreien”.


(Krass, ich fand tatsächlich noch Shots im Internet. Hier sehen wir random Gewalttaten aus “A Mob Story”)

So ungefähr geht die Story. Das ich sie nicht mehr so ganz zusammenkriege und evtl. spannender erzählen konnte, liegt ganz einfach am Film, der recht bescheiden war. Es werden hier random Flashbacks gezeigt, die wichtig erscheinen wollen, es dan aber ganz und gar nicht sind und was das ganze Getue auf Taiwan soll, weiß leider kein Mensch. Bis zum Ende des Films sind die Assassins des Gangsterbosses, der unter Sevens Hand sterben musste, auch kein Thema mehr und so widmet sich Herman Yau Goblin und der Nutte. Was ich auch verstehen kann, denn sie ist einfach nur grandios sexy. Ständig läuft sie in engen Kleidern herum, Hot Pants und Stöckelschuhen. Eine heiße Stripszene gibt es obendrein und allein dafür lohnte sich das Anschauen des Filmes. Wenn es auch nicht ganz ausreicht ihm eine höhere Wertung zu geben. Dazu suckte einfach zuviel. Die Musik klang wie von einer Midi Compilation und Langeweile war an der Tagesordnung. Da konnten selbst die brutalen Szenen nix herausreißen, die dann doch alle schon im Trailer zu sehen waren. Mehr gibt’s nicht im Film. :Q

Einzig und allein die Kameraarbeit fiel mir positiv auf. Obwohl auf HD Video gedreht, schaffte es der Kameramann ihn so Kinomäßig wie nur irgend möglich erscheinen zu lassen. Tiefenunschärfe, Kontrastreiche Bilder, Farbfilter, stilvolle Kompositionen und wundervolle Landschaftsshots von Taiwan lassen schnell vergessen, das A Mob Story eine direct to Video Produktion ist.

Man war die Nutte geil. :Q

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Vegi-Voodoo-King Stuttgart

Atikel geschrieben: 05.08.2007
Artikel aktualisiert: 22.10.2010

Vegi-Voodoo-King Stuttgart
Steinstrasse 13, 70173 Stuttgart, Telefon: 0711-2368510

Wir waren in der Innenstadt Stuttgarts, es war eine wirklich warme und angenehme Nacht im Juni und wir schlenderten von einem Konzert Richtung Parkgarage, als wir einen noch geöffneten “vegi-voodoo-king” rein aus Zufall fanden.

Mal so nebenbei sei gesagt dass sich Großstädte wie München wirklich etwas schämen sollten, wie sie die Öffnungszeiten in der Nacht regulieren. Aber selbst davon abgesehen hat Stuttgart eine wirklich einzigartige Schlemmer-Kultur und es finden sich selbst wochentags in der Nacht noch Hungrige an den Outdoor-Tischen vor exzellent italienischen eingerichteten Restaurants oder lange Warteschlangen vor Asia-Imbissen.

Einer dieser strahlenden Imbisse heißt “vegi-voodoo-king” und bietet vegetarische und vegane Falafel, Pommes, Suppen und viele frische Säfte an. Frischgepresst versteht sich.

Betritt man das kleine Etablisment, sieht man sich erstmal mit grellen Farben wie Orange oder Grün konfrontiert und es sticht sofort heraus, wie viel hier untergebracht ist, aber dennoch aufgeräumt aussieht. An der Theke befindet sich auch gleich die große Auswahl an frischen Zutaten und Sauce, die in die Falafel hinein kommen. Jedoch anders als bei MAOZ werden diese hier vom Fachpersonal selbstpersönlich hinzugefügt.

Betrachtet man den Raum etwas genauer, fallen die zwei Speisekarten, die Saftkarte und ein Kühlfach mit Getränken und Nachspeisen auf. Die Speisekarte bietet hauptsächlich die verschiedensten Falafel-Mischungen an (perverestes Beispiel: “Falafel Franz Josef” mit süßem Senf), wobei ein Hand-Symbol für 100% handgemacht steht und das pflanzenförmige V für vegan. Weniger als die Hälfte ist leider vegan, sehr unverständlich das selbst die “Freedome Fries” (wie es hier genannt wird) tierische Bestandteile aufweisen. Auf der Getränkekarte finden sich einige Kombinationen wie Apfel-Ingwer, die wirklich frisch vor seinen eigenen Augen gepresst werden.

Ehrlich gesprochen erinnere ich mich gar nicht mehr daran, welchen Saft ich schlussendlich genommen habe (ich denke ich hatte eine Mischung aus Apfel, Ingwer und Karotten), aber er schmeckte einfach vorzüglich. Wie gesagt: Frisch gepresst, gut durchpüriert und kein zu großes oder fädriges Fruchtfleisch. Einziger Nachteil: Lauwarme Temperatur, wenn nicht sogar ein bisschen zu warm.

Bei den Falafeln traute ich mich an “Chumus”, was zwar einer Standardsorte entspricht, aber weitere köstlich kliengende Varianten wie gesagt leider nicht vegan waren. Die erste Überraschung war das Brot. Sehr dünn, fast schon wie Taco-Warps, in dem sich neben dem Salat und den Falafeln auch dickere Karottenscheiben und die sehr dickflüssige Kichererbsencreme befindet. Gewürzt mit Petersilie, was alles ein wenig abrundet. Es schmeckte so gut wie ich es mir vorgestellt habe.

Fazit
Das vegi-voodoo-king ist die Stuttgarter Antwort auf MAOZ und Co.: Kein Franchising, das Konzept vermittelt einen sehr gesunden Look, frische Säfte, große Auswahl an verschiedenen Falafel-Snacks, dazu noch das “Mehr” mit Suppen und kleineren Häppchen, leider nur wenig vegan, preislich okay aber für Stuttgarter Verhältnisse fast ein wenig hoch, dennoch zu empfehlen.

Speisekarte

King’s Quest V – Absence Makes the Heart Go Yonder

Vor laaaaaaaaaaaaaaaanger Zeit, sah ich mal beim damals noch kleinen elend das Spiel King’s Quest V und dachte mir nicht viel dabei. Ich hatte schon Lucasfilm Games Adventures gespielt und als ich die ersten zwei Szenen erlebte, in denen ich nicht mehr weiterkommen KANN, hatte ich keinen Bock mehr. :Q
Jetzt – 100 Jahre später – habe ich mich dazu entschlossen es durchzuspielen.. hat es doch eine der besten Grafiken, die von Sierra jemals für ein Adventure entworfen wurden.

King’s Quest V – Absence Makes the Heart Go Yonder
1991 / Sierra

Story
Der böse Zauberer Mordack lässt einfach mal König Grahams Schloß verschwinden. Frecher Bastard.
Und außerdem.. ja em nix. Das wars.


Links: Nach dem Intro schockt die überaus nice Grafik | Rechts: In dem Dorf bewältigt man seine ersten Aufgaben


Links: Hurengeile Grafik aka auch sehr abwechslungsreich | Rechts: GRAFIK! >:O Alter die Farben??

Kritik
Zuerst mal möchte ich über die Grafik sprechen. Mit einem Wort: HURENGEIL!!!
Wunderschöne, detailverliebte Bilder heben den 5. Teil der Serie in die Riege der grafisch schönsten Adventures. Im Prinzip würde ich mir jeden einzelnen Screenshot an die Wand hängen, hätte ich bock die Figuren rauszufiltern. Das hätte man allerdings auch beim Spiel getan, denn die sehen leider crappig aus. Ehrlich gesagt sieht unser Held aus, als hätte man ihm das EGA-Gewand aus den vorherigen Teilen einfach angelassen. So hebt er sich farblich von den Hintergründen ab. Da er aber stets recht klein dargestellt wird, fällt das nicht zu sehr auf. Die Animationen sind in Ordnung.


Links: Im Hexengebiet kann man relativ oft sterben | Rechts: Manchmal zeigte King’s Quest V einem Monkey Island echt den Stinkefinger


Links: Graham ist außerordentlich höflich und spricht auch Tiere mit “Sie” an | Rechts: Einige Szenarien sind viel zu schön um gerade mal 0,4 Minuten in ihnen zu verbringen..

Die Musik wurde liebevoll komponiert und passt sich den jeweiligen Szenarien an. Egal ob traurige, düstere Stimmung oder die Einsamkeit in der Wüste.. alles wurde gut in Szene gesetzt. Die Soundeffekte halten sich allerdings zu sehr im Hintergrund. Hier hätte etwas mehr nicht geschadet.

Storytechnisch ist das Adventure recht einfach gestrickt.. aber dafür saublöd. Der Grund? Ich komme an einem Haus vorbei. Eine Ratte rennt auf mich zu und vor der Katze weg, von der sie gejagt wird. Schaffe ich es die Ratte zu retten, indem ich einen alten Schuh nach der Katze werfe, wird sie mich – viel später im Spiel – befreien, wenn ich gefesselt in einem Kellerloch sitze. Tue ich das nicht.. Pech gehabt. Es gibt dann einfach keine Möglichkeit mehr.

Und solche Dinge sind bei Kings Quest 5 an der Tagesordnung. Der Witz ist natürlich, dass man das dann nicht mitgeteilt bekommt aka game over oder so, sodaß man durchaus denken kann “Hm, da hab ich vielleicht was im Bild übersehen”, und man sucht ewig im Kellerloch nach einem Schalter oder einer Säge oder sonst was. Ziemlich lame. Es ist sogar so lame, dass es eine Menge Spielspaß raubt. Ebenso nervtötend sind Abstürze des Königs, wenn man etwa auf einem geschlängelten Weg in den Bergen oben auf den Ausgang klickt. Unser Held läuft dann nicht den Weg im zickzack hoch, sondern schnur geradeaus aka fällt bei der erstbesten Gelegenheit in die Schlucht. Was ein Depp oder besser gesagt: Was eine Deppenprogrammierung. Schon klar, dass das Absicht ist aber es ist imo total unnötig und dumm. Dafür sind die Rätsel ansonsten eigentlich recht einfach bzw. logisch. Es gibt keine Dinge bei denen man sich denkt “A..ha??” und somit hat Sierra wenigstens hier den Spielspaß am laufen gehalten. Und beim ausprobieren diverser Gegenstände, kommt der typische Sierra-Humor zum tragen, der seinen ganz eigenen, hippen Stil hat. Irgendwie erinnere ich mich da gerne an die Larry-Serie. ~_~


Links: Vor dem Schloß des bösen Zauberers Mordack | Rechts: Im Schloß sind nice Weiber die auch putzen


Links: Hat man hier etwas bestimmtes nicht dabei, endet das Spiel hier im Prinzip | Rechts: Happy End

Fazit
Mit einer tollen Musikuntermalung und einer grafischen Glanzleistung, kann man Kings Quest V als eines der gelungensten Adventures von Sierra bezeichnen. Durch bekloppte Tode und der verpassten Gelegenheit das Spiel so zu gestalten, dass man nicht in einer Sackgasse enden kann, verbleicht allerdings der hervorragende Ersteindruck und es gibt nicht wenig Stellen, in denen der Frustlevel ganz weit oben ist.

Trotzdem sollte man sich mal drauf einlassen, allein schon um die ganzen Screens sehen zu können. ~_~

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