Mega Bomberman

Mega Drive | Hudson Soft/Westone | 1994 | Action

Ach ja Bomberman. Der kleine Held mit den Stummelärmchen und dem markanten Blick dürfte wohl jedem Zocker ein Begriff sein, es sei denn man hat die letzten Jahrzehnte (der erste Teil erschien bereits 1983 fürs MSX & ZX Spectrum!) videospieltechnisch unter einem Stein gelebt. Klar dass auch das gute Mega Drive mit einem Titel der Serie beglückt werden musste und so beauftragte Hudson Soft zunächst das deutsche Entwicklerstudio Factor 5 damit das neue Bomberman zu entwickeln. Eine Techdemo mit 8-Spielersupport wurde aus dem Boden gestampft, doch Hudson entschied sich kurzerhand dazu einfach Bomberman ’94 von der PC-Engine portieren zu lassen und übergab das Projekt an Westone, die bereits Wonder Boy entwickelt hatten. Und wer diesen Titel kennt, kann sich schon denken was das bedeutet: Kunterbunte Knuddelgrafik so weit das Auge reicht und dieser Stil passt auch perfekt zum Bombermanuniversum. Die Story ist schnell erzählt und eigentlich komplett nebensächlich, der Vollständigkeit halber aber hier in Kurzform:

Die Bewohner des Bomberplaneten lebten in Frieden, beschützt von 5 Gottheiten, bis zum Angriff des Fieslings Bagular und seiner Roboterarmee. Die Steintafeln der Götter, aus denen sie ihre Macht bezogen, wurden dabei zerstört und der Bomberplanet zerfiel in 5 Teile. Nun liegt es an euch die Teile wieder einzusammeln und wieder für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

Also schwingt ihr euch auf euer Känguru, um den Bösewichten ordentlich Zunder zu geben. Kein Scherz, denn hier stehen euch neben den altbekannten Powerups (verstärken die Sprengkraft der Bomben, ihr könnt mehr Bomben tragen usw.) nun auch fünf verschiedene Kängurus als Reittiere zur Verfügung. Sammelt ihr ein Känguruei auf, schlüpft das Vieh im Handumdrehen und ihr könnt sofort dessen Fähigkeiten benutzen. Das gelbe Känguru kann Blöcke kicken, das Blaue hingegen Bomben, das Grüne flitzt wie der Wind über den Bildschirm, das lila Vieh kann springen und der rosa Kängurukumpel… tanzt. Solang ihr den B-Button gedrückt haltet, wackelt er mit seinem dicken Känguruhintern, was euch im Spiel leider original nichts bringt. Ihr haltet so lediglich einen Treffer mehr aus, was bei den anderen Tieren allerdings auch der Fall ist. Derart ausgerüstet zieht ihr von Level zu Level und sprengt dabei alles weg was euch in die Quere kommt. Egal ob süßes Hoppelhäschen oder wildgewordene Roboter, nichts bleibt von der Sprengkraft eurer Bomben verschont. Nicht einmal Bomberman selbst, sollte man so unvorsichtig oder dumm sein, sich im Sprengradius der eigenen Knallkörper zu befinden. Erschwerend kommt oft hinzu, dass euch in manchen Stages gewisse Hindernisse kurzzeitig bewegungsunfähig machen. So tritt zB. aus Säulen in unregelmäßigen Abständen Dampf aus, im Eislevel beharken euch Pinguine mit Raketen, oder es kommt mal spontan zu einem Vulkanausbruch. Natürlich geben auch die Gegner ihr bestes um euch das Leben schwer zu machen. Besondere Erwähnung verdienen hier auf jeden Fall die Endgegner, die abgefahrener nicht sein könnten. Beispiele gefällig? Wie wärs mit einer Riesenbanane, ferngesteuert von einem kleinen Äffchen? Oder eine Pyramide auf zwei Beinen? All das wird mit knallbunter Grafik in Szene gesetzt, die weitestgehend ohne Slowdowns dargestellt wird. Nur bei massivem Gegneraufkommen geht die Engine manchmal ziemlich in die Knie und verkommt für einige Sekunden zur Diashow. Was die musikalische Untermalung angeht, ist Mega Bomberman durchwegs als solide zu bezeichnen. Die meisten Stücke passend gut zu den jeweiligen Stages und animieren auch schon mal zum Mitgrooven. Die Soundeffekte können da leider nicht mithalten und wirken oft zu dumpf gegenüber dem Original auf der PC-Engine.

Der Schwierigkeitsgrad ist anfangs relativ moderat und der geübte Zocker wird kaum Probleme haben es bis in die letzte Stage zu schaffen. Ab dort ziehen die Entwickler aber die Daumenschrauben an und stellen eure Geduld auf eine harte Probe. Die Finalstage besteht aus fünf Labyrinthen, die ihr alle nacheinander durchqueren müsst.  Neben Robotern die mehrere Treffer einstecken können, Walkern die Raketen ballern und damit Blöcke (und euch selbst) zerstören, sowie Flugdrohnen, die durch die Blöcke einfach hindurchfliegen, sitzt euch zusätzlich noch ein Zeitlimit im Nacken. Läuft dieses ab, beißt ihr sofort ins Gras. Auch der Endgegner hat es in sich, erst recht wenn man die eben beschriebenen Umstände hinzuzieht. All das ist  mit drei Leben zu bewältigen. Ihr könnt zwar im Level ein Extraleben ergattern aber das wars auch schon. Falls ihr versagt heißt es zurück an den Start der Stage. Hat man es einmal durchgespielt, fasst man das Game im Einzelspielermodus wohl nicht mehr so schnell an. Was Bomberman aber schon seit jeher ausgezeichnet hat, war der Multiplayermodus. Mega Bomberman bildet hier natürlich keine Ausnahme und so könnt ihr euch (den entsprechenden Adapter vorausgesetzt) mit bis zu vier Spielern die Bomben um die Ohren hauen. Ein zusätzliches Novum stellen die 9 spielbaren Charaktere dar, zwischen denen ihr wählen könnt. Vom Punk bis zu Minenarbeiter ist hier für jeden etwas dabei, allerdings spielen sich im Prinzip alle gleich und unterscheiden sich nur vom Aussehen her. Durch die Reittiere wird der Multiplayer ebenfalls abwechslungsreicher und lädt immer wieder mal zu einer Partie mit Freunden ein. Insgesamt ein spaßiger Titel mit guter Präsentation, auch wenn auf Dauer nur der Multiplayer wirklich interessant sein dürfte.

Troll Hunter

TROLL HUNTER

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TROLLJEGEREN

Drei Studenten arbeiten gerade an einem Dokumentarfilmprojekt für ihre Universität. In der Gegend um die Universität kommen mehrere Bären auf unerklärliche Weise um. Da die Jagd auf Bären in Norwegen streng vom Staat kontrolliert wird, ist das ein heikles Thema, welchem die Studenten gerne auf den Grund gehen würden. Die Spur führt sie schnell zu einem Mysteriösen Mann, der von allen nur Hans genannt wird. Es stellt sich heraus, dass er etwas ganz anderem auf der Spur ist als Bären. In den Wäldern und Bergen Norwegens gibt es nämlich Trolle und Hans jagd sie. Das ist Hans Geschichte.

 

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Die Filmsensation aus Norwegen. Troll Hunter ist ein Low-Budget “Mockumentary”, das heißt eine Fake Dokumentation ganz im Stile Blair Witchs oder Paranormal Activities. Vielen mögen diese fake Dokumentarfilme zum Hals raus hängen, aber Troll Hunter hat imho noch am meisten Story und vor allem eins: Herz. Das ganze Setting ist auf Anhieb sympathisch, genauso wie die Schauspieler. Die Trolle werden nicht einfach als unbarmherzige Bestien dargstellt, sondern eher wie… normale Tiere. Der Beruf des Troll Jägers ist auch nicht so glorreich, wie er sich anfangs anhört und das das überhaupt alles funktioniert hat man dem cleveren Drehbuch und der ganzen Zusammensetzung der Trollgeschichte zu verdanken. Zwischen all den tollen Nachtszenen, in denen Trolle gejagt werden, gibt es immer wieder neue Häppchen an Informationen und Erklärungen zu den Trollen und deren Gesamtsituation in Norwegen und das stehts mit einem Augenzwinkern garniert. Troll Hunter nimmt sich selbst gar nicht ernst und bringt uns dadurch erst zum Lachen. Und weil die Schauspieler durch die Bank weg alle saubere Arbeit leisten, nimmt man ihnen auch alles ab und fiebert oder lacht gerne mal mit.

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Trotz Mockumentary Style sehen die Aufnahmen des verregneten Norwegens einfach klasse aus. Gerade Nachts, wenn das einzige Licht der Mondschein und die Taschenlampen des Teams sind, wird hier eine schöne Atmosphäre gezaubert. Es ist nicht “einfach nur dunkel”, sondern fast sogar schön. Und in genau diese schönen, aber dennoch wackeligen Bilder, fügen sich die Troll CGI ein, die mit dem Budget vermutlich nicht hätten besser aussehen können. Ich muss mich immer wieder wundern, wie derart kleine Projekte so tolle CGI hinbekommen, während ein 100 Millionen Dollar Hollywood Film es teilweise kaum besser macht? Klar, perfekt sind sie nicht und gerade wenn man die Trolle komplett sieht, wirkt es ein wenig unbeholfen, aber je näher man an den Trollen ist, desto besser sehen die CGI aus. Die Verfolgungsjagten mit Wackelkamera und der großartige Schluss sind schon wirklich sehr gut gemacht. Eine wahre Wohltat.

Beim finalen Rating fehlt jetzt leider doch ein kleiner Pen, da der Film ab und zu seine Längen hat. Es dauert ein wenig, bis er in Fahrt kommt und auch gegen Schluss gibt es dann noch die ein oder andere Länge, bzw. “unlogische” Situation. Das ist aber wirklich minimal und vertretbar. Bleibt immer noch eine echte Empfehlung.

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The Running Man

THE RUNNING MAN

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2019. Die Erde leidet an Resourcenknappheit, Kunst und Literatur werden streng zensiert und Amerika ist ein Polizeistaat. Wie heute also schon, LAWL. Ben Richars (Arnold Schwarzenegger) ist Polizist und kommt aufgrund einer Befehlsverweigerung in den Knast. Er plant einen Ausbruch, welcher ihm auch dank Freunden im Knast gelingt nur leider hat er Pech und in der Wohnung seines Bruders wohnt dieser gar nicht mehr, sondern die zuckersüße Amber (María Conchita Alonso), welche ihn direkt am Flughafen verpfeift. Kilian, seines Zeichens Moderator der erfolgreichsten Show im Staatsfernsehen, sieht Filmaufnahmen von Ben Richards Ausbruch und will ihn unbedingt in der Show haben.

Ben Richards ist der neue Running Man.

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Oah man ey. 80er Jahre, Arnold Schwarzenegger, Synthesizer. Was braucht es mehr? Richtig, gar nichts! Nach einer Romanvorlage Stephen Kings, strickte Paul Michael Glaser (welcher einfach bei Starsky & Hutch mitspielte, wabitte?! xD) einen der eher unterbewerteten Arniefilme, die für sich fast schon ein eigenes Genre gründen. The Running Man ist fast makelloses Actionkino der 80er Jahre, welches heutzutage an mancher Stelle ein wenig angestaubt und / oder gar lächerlich wirkt, aber im großen und ganzen immer noch überzeugen kann. Die Medienkritik der Story wird leider nur kurz angerissen und muss dann im Mittelteil des Films viel Platz für Arnies Muskeln machen. Das kann man aber leicht verschmerzen, denn auch ohne tiefere Bedeutung weiß die Story zu überzeugen und hält einen zumindest bei der Stange. Das konnte man z. B. von Battle LA nicht behaupten. :Q Im Nachhinein fällt auf, dass The Running Man eine One-Man-Arnie-Show ist, da alle anderen Charaktere ziemlich blass bleiben und eher in den Hintergrund geraten. Mit Ausnahme des Moderators Kilian vielleicht, der durch Schauspieler Richard Dawson ein wirklich wundervoll widerwärtiges Gesicht bekommt.

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Ansonsten stimmt eigentlich alles. Die Action ist in Ordnung, es gibt Schläger- sowie Schießereien und der Soundtrack wurde mit der neusten Technik an Synthesizern eingespielt, was heutzutage etwas angestaubt klingt, aber gerade das macht mich teilweise ein bisschen geil. Auch optisch schreit der Film förmlich “80er!” bzw. “Fuck Yeah!”, denn trotz dem eher düsteren Setting einer nahen Zukunft gibt es außerordentlich bunte Farben zu bewundern. Das ist mag evtl. auch der “Spielshow” ansich geschuldet sein, aber blau ausgeleuchtete Nebelschwaden und Blutrote Hintergrundbeleuchtungen, wenn die Bösewichte auftauchen, das ist einfach 80er Style ohne Ende.

Keine Ahnung, was ich dazu noch sagen soll. Jeder dürfte ihn eigentlich kennen und einziger Schwachpunkt ist wirklich die nciht voll ausgeschöpfte Medienkritik. Dafür ist María Conchita Alonso super süß. :Q

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Battle LA

elend, 24.04.2011

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Die Erde wird von Außerirdischen angegriffen.

Image(Der Screenshot summiert den kompletten Film ganz gut)

Man schaut also Marines zu, wie sie versuchen, die Erde zu retten, in dem sie wild herum ballern. Die Kamera bewegt sich ebenso wild, von daher sieht man eigentlich nicht wirklich was. Dann wird auch viel geschossen und so. Und gelaufen. Etwas geredet und dann noch viel geschossen. Danach wird etwas geschossen. Und rumgelaufen. Wenn alle tot sind, geht’s weiter und dann wird etwas geschossen. Damit das ganze nicht so langweilig ist, wird alles mit lustigen Zitaten aus dem US Army Rekrutierungsbogen gespickt. Danach wird geschossen und Dinge fliegen in die Luft, nachdem sie angeschossen und / oder bombardiert wurden. Explosionen gibt’s zwischendurch auch immer mal. Ein paar Leute sterben. Danach wird geschossen, während links und rechts Steine, Staub, Müll und Dinge rumfliegen. Die fliegen herum, weil geschossen wird. Und Sachen explodieren.

Dann ist der Film aus.

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Contact High

Contact High

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Der Gangsterboss Carlos hat eine für ihn sehr wichtige Tasche verloren, die er nun wieder haben will. Er beauftragt dafür den schwulen und deutschen Autohändler Harry der den Auftrag wiederrum an den verrückten Schorschi weitergibt. Da Schorschi im Moment aber keinen Führerschein hat und eigentlich viel lieber das 24 Stunden Rennen von Le Mans schauen will, gibt auch er den Auftrag weiter und zwar an eine Bekannte namens Mao. Diese muss an diesem Wochenende auf ihre Nicht aufpassen und hat somit auch keine Zeit, weshalb sie den Auftrag an Max und Johann zwei erfolglose Würstchenbudenbetreiber weitergibt. Max ist dauerbekifft und Johann gleich mit, obwohl er gar nicht selbst kifft. Contact High eben.

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Ziemlich witzige Drogenkomödie aus Österreich, deren Witze für mich allein schon durch den österrichischen Dialekt recht lustig waren. Aber auch inhaltlich gibt’s ein paar gute Lacher und die Situationskomik ist dank der vielen Drogen auch immer wieder einen Lacher wert. Inhaltlich wird’s dann fast sogar spannend, wenn die Pläne der einzelnen Parteien so nicht aufgehen und sie improvisieren müssen. Einzig am Schluss wird’s dann ein klein wenig random und weird, aber gut… Drogen halt. Mit Fear And Loathing In Las Vegas kann er sich natürlich nicht messen, aber welcher Film kann das schon. Immerhin gibt’s hier dann doch verhältnismäßig gute und lustige CGIs, sowie ein paar wirklich sympathische Hauptdarsteller. Allen voran Max und Johann natürlich.

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Dark Nebula 2

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Rohre, Ketten, Türen, Gänge. Industriegebiet. Du fliegst das Schiff so schnell es geht. Schnell raus hier, alles fliegt in die Luft. Fast hast du es geschafft, doch als die Basis längst explodiert ist, löst sich von irgendwoher noch ein Schuss. Ein greller Blitz trifft dich…

DARK NEBULA 2

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Spiele auf dem iPhone sucken Ärsche. Ständig sind meine Daumen im Weg und verdecken einen Teil des mitunter wichtigen Spielfeldes. Die fehlende Haptik der (nicht vorhandenen) Buttons irritiert und verleitet zu planlosem Herumdrücken auf dem Screen, nur um dann doch nicht die Knöpfe zu drücken. Man will ja immerhin auch etwas vom Spiel sehen und nicht nur die Buttons im Auge behalten.

Hier kommt Dark Nebula 2 in’s Spiel, welches ganz einfach nur den Gyroscope Sensor des iPhones benutzt. Es ist eines der unzähligen “Beweg das Labyrinth, um die Kugel zu bewegen”-Spiele, die es für das iPhone gibt. Dark Nebula 2 sticht allerdings in allen Punkten heraus und sichert sich scheinbar mühelos einen vermutlich unerreichbaren Platz irgendwo da ganz oben auf dem Thron der Throne der iPhone Spiele. Der Unterschied ist, dass man sich hier Mühe gab. Von der Grafik über die Musik bis hin zum eigentlichen Spiel mit all seinen kleinen Gameplay Ideen ist hier alles wundervoll arrangiert und ausgeführt. Man rollt nicht einfach durch langweilige Labyrinthe, man muss springen, Schluchten überqueren überbrücken, kleine Rätsel lösen, Gegner bekämpfen und sich durch gefährliche Laserbarrieren maneuvrieren. Manchmal kommt einem das Game eher wie ein Jump’n'Run von oben vor. Und die Steuerung ist wie gesagt perfekt. Durch Neigen des iPhones rollt die Kugel los und für’s Springen muss man keinen Knopf drücken sondern wird auf bestimmten Trampolinen einfach hochgeschossen. “Geschossen” wird in dem Sinne auch nicht, sondern lediglich gezielt, da man an manchen Stellen farbige Orbs bekommt, die einen selbst dann umkreisen und Gegner zerstören.

Die Grafik ist eine wundervolle Mischung aus 2D Ebenen und 3D Objekten und hat dank toller Art Direction und Texturen gerade noch so die Grenze von Flash- / Photoshopgrafik überwunden. Gegner sind wundervoll animiert, mit Effekten wird auch nicht gegeizt und überhaupt läuft alles super flüssig. Untermalt wird das ganze dann von einer tollen, atmosphärischen Musik, die sich dann leider doch zu oft wiederholt. Und überhaupt ist es mit knapp 17 Leveln ein wenig zu kurz geraten, das wäre aber auch schon mein einziger Kritikpunkt, der natürlich bei einem Preis von 1,59 EUR fast schon wieder wett gemacht wird. Es ist ein fucking bargain alter.

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Das letzte Schweigen

Das letzte Schweigen

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Im Sommer ’86 wird ein junges Mädchen auf einem Feldweg brutal vergewaltigt und umgebracht. Die Leiche wird in einen See geworfen und der Täter bleibt unerkannt. 23 Jahre später passiert es erneut… an der gleichen Stelle… mit dem gleichen Ablauf. Es wird Zeit, dass das letzte Schweigen gebrochen wird und der Täter entlarvt wird. Dieses mal darf er nicht entkommen.

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Igitt, deutsche Filme… Aber moment, was ist das? In diesem Film gibt es weder peinliche Sexwitze, noch Ballermannszenen oder gar Nazis. Das letzte Schweigen ist ein tolles Krimi-Drama um das Verschwinden zweier Mädchen und wie die Menschen damit umgehen. Nach der Romanvorlage “Das Schweigen” strikte Baran Bo Odar eine unfassbar tolle Atmosphäre, die einen von der ersten Sekunde an gefangen nimmt und bis zum Schluss nicht wieder los lässt. Die super Kameraarbeit gepaart mit der düsteren und geheimnisvollen Musik lässt teilweise Parallelen zum Horrofilm aufkommen, fast wie schon beim koreanischen und nicht unähnlichen “Memories Of Murder”. Dazu kommt das realistische Setting nicht nur des deutschen Neubaugebiets, sondern auch der eigentlichen Tat, welches einen natürlich ASAP mit den Charakteren mitfühlen lässt.

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Und gerade die Charaktere sind es dann, die die eigentliche Spannung aufrecht erhalten. Hier wird mit Mimik und nicht mit großen, ausufernden Gesten gespielt, hier werden noch Gefühle und Gedanken durch bestes Schauspiel transportiert. Einfach super wundervoll hervorragend und meines Erachtens kaum noch zu übtreffen. So müssten mehr deutsche Filme aussehen, aber leider ist das wohl eher unmöglich.

Bitte ASAP auf Blu-ray kaufen, um die geile Optik würdigen zu können.

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Gemini Rue

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g e m i n i . r u e

Azriel Odin, seines Zeichens Ex-Auftragskiller und nun Polizist, ist nach Barracus geflogen, um sich mit seinem alten Freund Matthius zu treffen. Doch eine halbe Stunde nach vereinbarter Zeit am vereinbarten Treffpunkt ist immer noch keine Spur von ihm. Wo ist Matthius? Ob sein Ex-Auftraggeber, die Boryokudan etwas damit zu tun haben?

Delta-Six wacht in einem Gefängnis auf. Etwas Sorgen macht ihm, dass er sich an nichts mehr erinnern kann. Warum ist er hier? Wo ist er? Wer ist er selbst? In seiner Kleidung findet er eine Art Karte. Von was? Wer hat sie gezeichnet?

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Endlich mal richtig oldschool Adventurekost. Es heißt zwar immer, dass Adventures tot sind, aber wenn man sich genau umschaut, dann sieht man hier und da viele kleine, mal mehr und mal weniger ambitionierte, private Projekte von Adventurefans und selbst kommerziell kommen eigentlich fast mehrere Adventurespiele im Jahr heraus, allen voran die Titel aus dem Hause Telltale. Aber vergleicht man Gemini Rue mit all den anderen Titeln, so merkt man schnell, dass hier ein richtiger Fan am Werk war, dessen Lieblingsadventures vermutlich Monkey Island, Beneath A Steel Sky und / oder Indiana Jones Fate Of Atlantis heißen. Gemini Rue ist ein Adventure der alten Schule und das in fast allen Bereichen. Die Grafik hat maximal 320 x 200 Pixel, die Texte werden oldschool eingeblendet (sofern man die “Portraits” ausschaltet) und auch die Rätsel erinnern an die guten alten Zeiten.

Nun gibt’s ja wirklich so einige, kleine Adventures da draußen und alle wollen besonders oldschool sein. Die meisten scheitern dann leider an der Präsentation, die teilweise unterirdisch ist und allen voran an der Story. Viel zu oft wird versucht, den Witz der Lucas Arts Adventures zu kopieren und nur ganz selten funktioniert das auch. Hier verfolgt Gemini Rue eine ganz andere Route: Film Noir. Die Geschichte präsentiert sich vergleichsweise erwachsen, düster und ist sogar stellenweise richtig spannend. Das können imho sogar nur die wenigsten kommerziellen Spiele von sich behaupten. Abwechseln spielt man Azriel Odin und Delta-Six an jeweils verschiedenen Orten und selbst wenn man sich den Ausgang schon in der Mitte des Spieles ungefähr denken kann, so bleibt es dennoch interessant genug, um die ca. 5 – 8 Stunden Spielzeit locker durchzuhalten. Gerade das Spielen zweier Personen an verschiedenen Orten trägt dazu bei, das einem kaum langweilig wird. An manchen stellen überlappt sich das Gameplay und man kann sogar zwischen beiden Szenarios hin- und herswitchen. Kommt man mal auf Barracus nicht weiter, schaltet man einfach in’s Gefängnis und schaut, ob sich da etwas neues ergeben hat.

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Auflockernd wirkten für mich auch die Schießeinlagen, die im Internet zwar von den meisten eher nicht gemocht wurden, die ich wiederrum aber wirklich gelungen fand. Action und Tod in Adventurespielen ist eine Sache, bei der man höllisch aufpassen muss und das hat Joshua Nuernberger getan und den Actioneinlagen ca. 50 % Energie / Action erst einmal weg genommen. Man hüpft also nicht wild umher wie in Contra, sondern muss sich ganz allein nur auf das in Deckung gehen und das Schießen konzentrieren. So bleibt der Adventurestil imho gut gewahrt und im Spiel selbst gibt es ohnehin noch ein Tutorial dazu, welches sich zudem perfekt in die Story einfügt und somit nicht als nerviges “Tutorial” wahr genommen wird. Einfach wirklich innovativ und gut gelöst, finde ich.

Einzig der Schwierigkeitsgrad ist das größte Manko des Gameplays. Selbst wenn sich durch den leichten Schwierigkeitsgrad ein sehr flüssiges Spielerlebnis ergibt, Gemini Rue ist einfach viel zu einfach. Wenn sogar ich (!) es fast ohne Walkthrough durch spielen kann, dann dürften das 90 % aller Spieler blind und mit verbundenen Händen durchspielen können. Zudem hätte ein etwas knackigerer Schwierigkeitsgrad die relativ kurze Spieldauer noch einmal ein klein wenig gestreckt. Das hätte das Spiel durchaus noch verkraftet. Aber im Prinzip machen die nur 12 EUR Kaufpreis des Spiels diesen Kritikpunkt sofort wieder wett.

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Tja und dann ist da noch der Rest. Die Präsentation. Die Grafik ist das Aushängeschild des Spieles schlechthin. Mit seinen dunklen Gassen, dem immerwährenden Regeneffekt und den dunklen Braun- und Lilatönen bringt Gemini Rue die perfekte Optik mit, um sich der Film Noir Atmosphäre voll und ganz hingeben zu können. Joshua Nuernberger fand hier imho die perfekte Mischung aus Impressionismus und Pixelart und zeigt, dass auch nicht pixelperfekte Grafik gut aussehen kann, wenn man einfach Ahnung hat. So einfach ist das. Und als wäre das noch nicht genug für ein (fast) 1-Mann Projekt gibt es auch noch einiges auf die Ohren. Der Soundtrack von Nathan Allan Pinard klingt wie aus einer größeren Kinoproduktion und kann locker mit dem Blade Runner Soundtrack von Vangelis mithalten. Leider wird die Musik gegen Mitte des Spiels viel zu selten eingesetzt. Viel zu oft hört man nur Regen oder ein dumpfes Brummen als den wirklich wundervollen Soundtrack. Der Publisher Wadjet Eye Games spendierte dem ganzen dann sogar noch Sprachausgabe, die nicht perfekt, aber über alle Maßen erhaben ist, erst recht für ein “Adventure Game Studio” Spiel. Gerade der Hauptcharakter Azriel Odin klingt absolut professionell und seine rauchige Stimme passt einfach perfekt zur ohnehin grandiosen Atmosphäre des Spiels.

Also… Gott wie geil.

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The Plague Dogs

plague dogs / die hunde sind los

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Snitter und Rawf sind Versuchshunde in einem Testlabor. Als ein Mitarbeiter, welcher die Tiere immer füttert, eines Tages Rawfs Tür nicht richtig schließt, gelingt es den beiden zu entkommen. Doch aus der Welt des Versuchslabors kommen sie direkt in die nächste, eventuell noch schlimmere. Snitter macht sich auf die Suche nach neuen Herrchen und muss dabei mit seinen Stimmen im Kopf klar kommen und Rawf ist alt und schwach und glaubt eigentlich so gar nicht wirklich an “Herrchen”. Er kennt nur die “Weißkittel” aus dem Versuchslabor. Zusammen machen sich beide auf eine hoffnungslose Suche.

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Dass die Produzenten von “Watership Down” als nächstes nicht mit einer Disneykopie oder einem Friede-Freude-Eierkuchen Film auwarten war ja abzuwarten. Dass “The Plague Dogs” aber derart niederschmetternd und ein Schlag in die Magengrube wird, hätte ich nicht gedacht. Schon die ersten 5 Minuten machen einem eigentlich klar, dass die Lage der Hunde aussichtslos ist. Zu jeder Zeit an jedem Ort. Über dem kompletten Film hängt eine Glocke der Hoffnungslosig- und Traurigkeit, wie ich sie bisher in einem Animationsfilm nur selten erlebt habe. Natürlich ist es nicht der erste Animationsfilm in welchem z. B. Blut und Tiermorde gezeigt werden, aber immer wenn man denkt, dass es schon deprimierend genug ist, kommt eine noch schlimmere Szene. Eine Szene im Speziellen – ich verrate nichts – hat mich dann doch sehr überrascht und etwas vom Hocker gehauen. Dabei bleibt der Film Gott sei Dank überwiegend realistisch.

Was sich mitunter auch auf die Charaktere auswirkt. Snitter wurde im Versuchslabor zwar am Gehirn operiert und hört seit dem “Bienen umher summen” aber das hält ihn nicht davon ab, an das Gute im Menschen zu glauben. Er hatte schon einmal ein “richtiges Herrchen” und weiß, dass nicht alle Menschen so sind. Oder der Fuchs, der wie der typische Bösewicht eingeführt wird sich im Verlaufe des Filmes aber als wesentlich vielschichtiger erweist. Auch die Menschen sind hier keine Bösewichtschablonen sondern sorgen sich eher um ihre Schafe und andere Mitmenschen.

Während man “Watership Down” als Kind noch verkraften kann, so ist von “The Plague Dogs” in jedem Fall abzuraten. Was der Film mit einem 6-jährigen Kind anstellt mag ich mir gar nicht erst vorstellen. xD

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Animationstechnisch war ich auch positiv überrascht. Jetzt darf man natürlich hier nicht die besten Animationen der Welt erwarten, aber gerade im Vergleich mit “Watership Down” hat sich einiges getan. Die Hunde bewegen sich flüssig, realistisch und hin und wieder gibt es dann sogar noch etwas beeindruckende Szenen zu sehen. Die Hintergründe sind überwiegend liebevoll gezeichnet und wollen gar nicht so sehr “hyperrealistisch” sein und lassen so noch etwas “Handwerk” erkennen. Ich glaube man kann den Film animationstechnisch auf die gleiche Stufe wie Felidae stellen. Überhaupt steht dem Film das “Unperfekte” einfach perfekt. Musikalisch hätte ich mir fast etwas “mehr” erhofft, aber das, was es zu hören gibt, klingt wunderschön deprimierend und fügt sich nahtlos in die Geschehnisse ein. Einzig die Titelauswahl bei den Credits ist etwas unglücklich, meines Erachtens.

Ach die Credits… das Ende… ich könnte schon wieder weinen.

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Klute

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KLUTE

Thriller (!?) um einen Detektiven (Der titelgebende Klute), der eine vermisste Person finden soll und daraufhin nach New York reist, wo ihn die erste Spur zu einem Callgirl führt.

Also wirklich nicer Film, der gerade am Anfang ziemlich spannend ist und fast schon Züge eines Horrorfilms hat. Wenn die nice Musik einsetzt und Klute in diesem New Yorker Gebäudekomplex mit der Taschenlampe rumrennt, weil er meint, etwas gehört zu haben, dann ist das schon wirklich aller erste Sahne und alles andere als Cheezy oder abgedroschen. Cinematography und Musik gehen hier die perfekte Symbiose ein. Was ansonsten noch heraussticht ist Jane Fonda und ihre Rolle als Callgirl, die sie erstaunlich… feministisch und “anders” spielt, als man erwarten würde. Zeitweise überlegt man kurz, warum der Film “Klute” und nicht “Bree Daniels” (der Name ihrer Rolle im Film) heißt.

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Wo Klute halt wirklich etwas abkackt ist die eigentliche Haupstory um den Stalker, der Bree Daniels verfolgt und der irgendwie mit dem Verschwinden von Tom Grunberg zu tun hat. Hier gerät der Film teilweise in’s Stocken und verrät leider viel zu früh, wer der Täter ist? Das Ende kann dann kaum noch überraschen oder schocken. Ein bisschen mehr Effort wäre hier wirklich wünschenswert gewesen.

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Aber imho noch sehr anschaubar. Allein wegen dem Suspense und Bree Daniels. :applaus:

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